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GrueneRonja

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Rezensionen und Bewertungen

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Sehr viele Gefühle und zu wenig Konflikt

„Wo fangen Illusionen an und wo hört die Wirklichkeit auf? Welchem Eindruck soll ich trauen? Einerseits wirkt Kjell wie das unschuldigste und reinste Geschöpf, dem ich jemals begegnet bin. Andererseits spüre ich etwas Unberechenbares in seiner Aura. Als könne er sich schlagartig in ein vollkommen anderes Wesen verwandeln.“ (S. 79)


Der Anfang dieses Buches hat mich ohne Vorwarnung getroffen und war definitiv nichts, was ich erwartet habe. Aber ich war sofort gefangen und habe Großes erwartet. Wer solch einen emotionalen Einstieg in die Geschichte schreibt, hat wohl keine Skrupel.

Kjells Geburt war weder besonders schön, noch was man als normal bezeichnen würde. Und dann ist dabei auch noch seine Mutter gestorben, und sein Vater Bob schiebt Kjell die Schuld zu und ertränkt seine Trauer in Alkohol. Diese Mischung bringt ihn auch dazu, seinen Sohn derbe zu mißhandeln. Trotzdem gelingt es Kjell eines Abends, aus dem Haus und ins Meer zu fliehen, zu seinem Freund, dem weißen Narwal.

Kjell ist ein Geschöpf des Meeres und nach seiner zwar kurzen, aber grausamen Kindheit, findet er Frieden im Meer.


Viele Jahre später zieht ein Licht ihn nach Irland, und dieses Strahlen ist niemand anderes als Fae. Diese Frau hat ein Ablaufdatum, denn ein Tumor zerfrisst ihr das Gehirn. Trotzdem folgt sie dem Ruf des Meeres und schwimmt regelmäßig in den eisigen Wellen. Einmal jedoch unterschätzt sie die Wildheit, und Kjell rettet sie.


Das Kennenlernen der beiden fand ich sehr amüsant, vor allem da Kjell aufgrund seiner Kindheit sehr zurückhaltend ist. Außerdem kennt er hauptsächlich das Leben unter Wasser und kommt mit normalem menschlichen Verhalten nicht wirklich zurecht. Als dann noch Gefühle eine Rolle spielen, wird es sehr unterhaltsam.


„Kjell ist quasi ein Teenager im Kostüm eines erwachsenen Mannes. Jedenfalls, was seine Erfahrungen mit der Menschenwelt angeht.“ (S.262)


Doch es kann nicht alles rosarot sein und so wird ein Antagonist eingeführt, den ich sehr interessant fand. Ich habe eine Menge Konfliktpotential aufziehen sehen und war gespannt, wie die beiden Erzählstränge miteinander verwoben werden.

Doch leider ging es erstmal weiter mit der Beziehung von Kjell und Fae, und das wurde langsam ermüdend; für mich zu gefühlsduselig. Irgendwann kam ich an den Punkt, an dem ich mir ein schnelles Ende für die beiden in Form einer Sexszene gewünscht habe. Diese Spannungen und dieses ewige Hin und Her war nicht mehr auszuhalten. Mehr jedoch habe ich mir den Konflikt herbei gewünscht.


Nun ja, meine erhofft Auseinandersetzung war dann doch schneller vorbei, als gedacht, und ich war etwas enttäuscht. Selbst als es dann zu einer Wendung kam, ging mir alles einerseits zu schnell vorbei, andererseits war der Weg dahin zu weit. Es hat sich einfach nicht gelohnt, darauf zu warten.

Obwohl mir das Ende zu einfach gelöst war, fand ich es doch ganz angenehm.


Zusammengefaßt ist zu sagen, daß das Buch hübsch ist und eine schöne Liebesgeschichte enthält. Nur der Konflikt kam etwas kurz und wirkte aufgesetzt. Ob das ganze in Irland spielt, oder auf einer anderen Insel, macht gar keinen Unterschied, da vor allem das Meer wichtig war. Aber das hatte es in sich!

Cover des Buches Die Gruben von Itar: Die Palneor-Saga 1 (ISBN: B0CY7VWP2N)

Bewertung zu "Die Gruben von Itar: Die Palneor-Saga 1" von Benjamin Keck

GrueneRonjavor 11 Tagen
Bitte bitte mehr davon!

»Eine Waldläuferin, ein Mönch und ein Adliger … das hört sich nach einem Abenteuer an, nicht wahr?« (S. 25)


Ich habe folgendes durch dieses Buch gelernt:

1. Der Autor kann Die Chroniken von Ereos ebensowenig loslassen, wie ich.

2. Er mag nicht nur starke Frauen, sondern besonders ihr loses Mundwerk.

3. Geflucht wird nicht nur äußerst originell, sondern auch extrem unterhaltsam.

4. Seltsame Charaktere, die absolut liebenswert sind, sind sein Ding.

5. Ohne Unterirdische Tunnel geht’s einfach nicht.


Wer die Chroniken von Ereos bereits liebt, wird Die Gruben von Itar in sein Herz schließen. (Wobei man dieses Buch auch ohne Vorkenntnisse lesen kann!) Es sind nicht nur die Charaktere und ihre Interaktionen, es ist auch die Umgebung. Egal wie furchtbar alles ist, ewig durch dunkle Tunnel zu streifen und wahre Freundschaft zu finden, vor allem an Orten, an denen man sie am wenigsten erwartet, ist einfach phantastisch. Ich habe mit dieser Reihe begonnen, in der Hoffnung wieder etwas Besonderes zu lesen, und wurde nicht enttäuscht. Aber genug geschwafelt!


Als Rya erneut im Gefängnis erwacht, weiß sie sofort, daß sie es diesmal zu weit getrieben hat. Sie steht zwar unter dem Schutz des Bettlers, eines überaus mächtigen Mannes in Itar, aber er hat auch die Macht sie zu verbannen. In Itar haben Frauen nicht viel wert oder gar Möglichkeiten, sich zu entfalten. Dank des Bettlers konnte Rya als Mann verkleidet eine Ausbildung beginnen. Nun hat sie jedoch über die Stränge geschlagen und erhält einen Auftrag, der sie für sehr lange Zeit von Itar fern halten wird. Doch das kommt ihr gerade Recht, sozusagen ein Neuanfang!

Tiam ist der uneheliche Sohn des Fürsten von Itar und hat eine furchtbare Schlägerei hinter sich. Zusammen mit einem Mönch geht er auf Reisen und soll ausgerechnet von dem jungen Mann geführt werden, der ihm den Kiefer gebrochen hat. Doch eine verhängnisvolle Nacht ändert nicht nur die Meinung von Tiam und Rya übereinander, sondern ihr ganzen Pläne mit einem Schlag.

„Sie waren tatsächlich in den Gruben von Itar gelandet. Der einzige Ort, den sie niemals hatte sehen wollen. […] In den Gruben konnte es nur verdammt unerfreulich werden.“ (S. 106)


Es entspinnt sich ein wahrhaftiges Abenteuer, das nicht nur viel Rennerei in dunklen Tunneln verspricht, sondern der Beginn einer weitreichenden Mission ist. Ich bin sehr gespannt, wie es mit Rya und Tiam weitergeht, sofern sie die Gruben von Itar überleben ...

Cover des Buches Die Chroniken der Seelenwächter (ISBN: 9783756818389)

Bewertung zu "Die Chroniken der Seelenwächter" von Nicole Böhm

GrueneRonjavor einem Monat
Cover des Buches Krähenpakt (ISBN: 9783758300240)

Bewertung zu "Krähenpakt" von Klara Bellis

GrueneRonjavor einem Monat
Etwas langatmiger Anfang, aber genau mein Humor

„Du weißt ja, wie das ist. Wenn man sie einmal an sich herangelassen hat, kann man sie nicht mehr essen.“ (S. 372)


Kaja ist ein ganz gewöhnliches Mädchen, das einen langweiligen Job bei der Stadtverwaltung hat, bei ihre Tante Luise wohnt und ihre Eltern mit dem Vornamen anspricht. Außerdem hat sie einen schwarzen Fleck auf ihrem Handrücken, der wie ein Tattoo aussieht, aber gewachsen ist. Sie ist sehr tollpatschig, und bei einem ihrer Wanderungen durch das Haus, fällt eine ausgestopfte Krähe vom Regal. Als Kaja die Krähe jedoch wieder zurückstellen möchte, erwacht sie plötzlich zum Leben und fordert die Einlösung des Krähenpaktes. Nur Tante Luise scheint zu wissen, was genau das ist, aber sie nennt sich selbst auch Wicca. Kaja glaubt nicht an Magie, nicht mal, wenn sie ihr ins Gesicht springt.


Kaja hat mich fertig gemacht. Sie ist so ein absolut langweiliger Charakter, an ihr ist nichts bemerkenswertes. Wie oft muß sie fast sterben, damit sie einsieht, daß der Krähenpakt echt ist? Einfach unfassbar, wie blind sie ist, und wie gewöhnlich. Wäre die Krähe nicht gewesen, die viel zur Unterhaltung beigetragen hat, hätte ich vermutlich aufgegeben. Die letzten 100 Seiten wurden dann richtig spannend, bis dahin wurde die Geschichte langsam aufgebaut. Aber es hat sich gelohnt, schon allein für den unterschwelligen Humor der Autorin. Daß Kaja sich die Haare bunt färben soll, weil alle in der großen neuen Firma das so machen und da viel Wert auf Diversity gelegt wird, trifft genau meinen Humor. Dieses Buch verbindet unsere aktuelle Welt hervorragend mit der phantastischen Welt der Cru; die Autorin hat eine hervorragende Mischung geschaffen, mit gewöhnlichen und bemerkenswerten Protagonisten. Sie bedient viele Klischees, u.a. von dem skrupellosen, frauenfeindlichen Bösewicht, ohne daß es langweilig wird. Und am Ende gibt es noch ganz nebenbei Informationen zur Recherche, wie immer sehr informativ.

Cover des Buches Naglfar (ISBN: 9783753498027)

Bewertung zu "Naglfar" von Mikael Lundt

GrueneRonjavor einem Monat
Spannender erster Teil

„Ja, euer Volk hat eine irritierende Neigung zur Selbstzerstörung.“ (S. 286)


Ich wußte bereits, als ich dieses Buch angefangen habe, worauf es hinaus läuft. Ich habe (ausversehen) zuerst den zweiten Teil gelesen, der sich grob immer wieder auf den ersten Teil bezieht. Aber das hat mein Lesevergnügen in keinster Weise beeinträchtigt. Im Gegenteil, ich war gespannt, wie es zu dem kommt, was ich bereits weiß.


Anika Wahlgren ist Archäologin und wird nach Svalbard gerufen, ohne wirklich viel darüber zu wissen, was sie erwartet. Die Geheimhaltungsstufe ist sehr hoch und selbst vor Ort bekommt sie nicht alle Informationen, die sie für ihre Arbeit braucht. Das hält sie jedoch nicht davon ab, die entdeckte Höhle auf eigene Faust zu erforschen und so viel zu dokumentieren, wie ihr möglich ist. Dabei stößt sie immer wieder auf seltsame Zusammenhänge und beginnt, mit den Kollegen aus anderen Bereichen zusammen zu arbeiten.

Neben der hohen Geheimhaltung, spielt auch das Wetter in Svalbard eine wichtige Rolle. So kündigt sie ein gigantischer Sturm an, der die Insel mehrere Tage lahm legen wird, gerade als die Situation auf der Forscherstation anfängt kritisch zu werden.


Dieses Buch ist das erste Abenteuer von Anika Wahlgren. Sie ist nicht nur sehr bewandert auf ihrem Gebiet, sondern hat auch einen großen Informationsdrang. Nebenbei ist sie auch noch ziemlich sympathisch und schafft es selbst in den aufregendsten Situationen absolut logisch zu handeln. Bemerkenswert und lesenswert!

Cover des Buches Lodernde Schwingen (ISBN: 9783426524466)

Bewertung zu "Lodernde Schwingen" von Leigh Bardugo

GrueneRonjavor 2 Monaten
Kurzmeinung: was für ein schönes Ende
Cover des Buches Eisige Wellen (ISBN: 9783426524459)

Bewertung zu "Eisige Wellen" von Leigh Bardugo

GrueneRonjavor 2 Monaten
Kurzmeinung: Nikolai <3 was für ein fabehlafter Charakter
Cover des Buches Goldene Flammen (ISBN: 9783426524442)

Bewertung zu "Goldene Flammen" von Leigh Bardugo

GrueneRonjavor 2 Monaten
Cover des Buches IÐUNN (ISBN: 9783757862114)

Bewertung zu "IÐUNN" von Mikael Lundt

GrueneRonjavor einem Monat
Auch ohne Vorwissen gut zu lesen

»„Ich glaube langsam, bei diesem Projekt haben ausnahmslos alle einen an der Waffel“, kommentierte Mi und sah zu Anika. „Naja, du vielleicht nicht. Aber wenn das so weitergeht, sehe ich für dich und mich auch schwarz.“« (S. 206)




Dieses Buch ist zwar das zweite Abenteuer von Anika Wahlgren, läßt sich aber ohne Vorwissen vom ersten Teil wunderbar lesen. Vielleicht ist das Leseerlebnis mit Vorkenntnissen besser, aber das kann ich nicht beurteilen, da Naglfar noch auf meiner Wunschliste steht. Ich empfehle, Klappentexte zu lesen. Aber das ist diesmal noch gut gegangen.




Anika Wahlgren ist eine renommierte Archäologin und findet es überhaupt nicht gut, bei ihrer Arbeit gestört zu werden. Schon gar nicht von einem reichen Schnösel in einer Limousine an ihrer aktuellen Ausgrabungsstelle. Doch dieser reiche Schnösel, Edgar Renqvist, besitzt nicht nur die Frechheit, sie von der Arbeit abzuhalten, sondern verlangt auch noch ihre Hilfe seinen Sohn zu finden. Dabei ist sie Archäologin und mit der nordischen Mythologie vertraut, und keine Privatdetektivin. Doch Herr Renqvist macht ihr ein Angebot, das sie gar nicht abschlagen kann.




Daß die Suche nach Sven Rengvist nur ein Vorbehalt ist, um Anikas Dienste in Anspruch nehmen zu können, ist ihr in der ersten Sekunde schon klar. Doch auf was für ein Abenteuer sie sich tatsächlich einläßt, wird Anika erst viel zu spät klar. Bis dahin hat sie schon ihre alte Bekannte Mi Chen in das Projekt hineingezogen, die sich mit allerlei Technologie auskennt. Sie kennen sich von einem alten Projekt, über das Stillschweigen gewahrt werden muß. (Hier kommt das erste Buch ins Spiel).




Das ganze Abenteuer um Iðunn habe ich so auf jeden Fall nicht erwartet. Ich wußte, daß es um nordische Götter geht, und das wars. Worauf ich mich wirklich eingelassen habe, wurde mir erst im Laufe des Geschehens klar, doch da war es schon zu spät. Ich war gefesselt von den Geschehnissen. Mikael Lundt schafft es, zwei völlig gegensätzliche Welten zueinander zu führen, ohne daß es lächerlich wirkt. Die Charaktere sind so überzeugend, daß ich gerne mehr wissen möchte: über die Kinder Odins, wie es mit Anika und Mi weitergeht, und ob jeder Bösewicht seine gerechte Strafe erhalten hat. Hier also eine ganz klare Leseempfehlung.

Über mich

Bloggerin, grün, bibliophil

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Fantasy, Liebesromane, Jugendbücher, Historische Romane

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