Janine_Napirca

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    Cover des Buches HERKUNFT9783630874739

    Bewertung zu "HERKUNFT" von Saša Stanišić

    HERKUNFT
    Janine_Napircavor 2 Monaten
    Herzzereißende Familiengeschichte vor dem Hintergrund Jugoslawiens, stets die Frage umkreisende: Was bedeutet Herkunft?

    "Ich verstehe das Beharren auf dem Prinzip der Nation nicht […]. Ich verstehe nicht, dass Herkunft Eigenschaften mit sich bringen soll, und ich verstehe nicht, dass manche bereit sind, in ihrem Namen in Schlachten zu ziehen.“ „Also doch, Herkunft, wie immer, dachte ich und legte los: Komplexe Frage! Zuerst müsse geklärt werden, worauf das Woher ziele. Auf die geografische Lage des Hügels, auf dem der Kreißsaal sich befand? Auf die Landesgrenzen des Staates zum Zeitpunkt der letzten Wehe? Provenienz der Eltern? Gene, Ahnen, Dialekt? Wie man es dreht, Herkunft bleibt doch ein Konstrukt! Eine Art Kostüm, das man ewig tragen soll, nachdem es einem übergestülpt worden ist. Als solches ein Fluch! Oder, mit etwas Glück, ein Vermögen, das keinem Talent sich verdankt, aber Vorteile und Privilegien schafft." „»Jede Stadt«, schrieb der englische Schriftsteller John Berger, »hat ein Geschlecht und ein Alter, die nichts mit ihrer Demographie zu tun haben. Rom ist feminin. Paris ist ein Mann in den Zwanzigern, verliebt in eine ältere Frau.« Heidelberg ist ein Junge aus Bosnien, der sich in den Weinbergen am Emmertsgrund von einem Mädchen Deutsch beibringen lässt. Der sich erst viel später des Zufalls bewusst werden wird, ausgerechnet ein Heidelberger Junge geworden zu sein. Der diesen Zufall Glück nennt und diese Stadt: mein Heidelberg.“ Herkunft von Saša Stanišić ist wohl eines der wichtigsten Bücher, die ich überhaupt jemals gelesen habe. Denn es bringt auf den Punkt, was mir lange schon unter den Nägeln brennt: Es ist Zufall, wo man geboren wird, keine Leistung, nichts worauf man stolz sein könnte oder sollte und Nationalität sollte ebenso wenig wie Religion als Abgrenzungskriterium oder Kriegbegründung genutzt werden. 

    Mit Jugoslawien habe ich mich bislang viel zu wenig beschäftigt, das möchte ich nach der Lektüre auf jeden Fall ändern. Empfehlen kann ich den Roman absolut jedem. Er hat unter anderem den Deutschen Buchpreis gewonnen - zu Recht! 


    Dass der Schreibstil wunderschön ist, seht ihr ja selbst an den Zitaten und auch die persönlichen Einblicke in die Familienhistorie des Autors finde ich superspannend, die geschichtlichen Fakten interessant, das Schicksal der dementen Großmutter herzzerreißend. 

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    Cover des Buches Wir holen alles nach9783257071306

    Bewertung zu "Wir holen alles nach" von Martina Borger

    Wir holen alles nach
    Janine_Napircavor 2 Monaten
    Alltagsprobleme feinfühlig thematisiert, wie wäre eine ZDF-Verfilmung? ;)

    "Wir holen alles nach“ von Martina Borger erzählt feinfühlig aber authentisch von unterschiedlichen Alltagsproblemen, mit denen wohl der ein oder andere im Laufe seines Lebens konfrontiert wird. Der Grundschüler Elvis, von seinem Vater ver- und des Öfteren mit falschen Versprechungen im Stich gelassen, lebt bei seiner Mutter Sina und deren neuem Freund Torsten in einer nur schwer bezahlbaren Wohnung in München. Sina wird von ihrem verständnislosen Chef sehr in Anspruch genommen, sodass sie nur wenig Zeit für ihren Sohn hat. So tritt die Rentnerin und Hundebesitzerin Ellen, die ebenfalls mit finanziellen Problemen, aber auch ein wenig mit der Einsamkeit des Witwenlebens zu kämpfen hat in ihr Leben und gibt dem Jungen Nachhilfe. 

    Torsten findet nur schwer zurück ins Berufsleben, denn die Alkoholprobleme seiner Vergangenheit machen ihm immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Außerdem macht ihm seine Ex das Leben schwer, indem sie ihm den Zugang zu seinen Kindern verbietet.

    Mir hat an dem Roman neben der Haptik des Buchumschlags und der Seiten, inhaltlich vor allem gefallen, dass viele gesellschaftliche Probleme in den Fokus gerückt wurden: Balanceakt zwischen Job und Kind, finanzielle Probleme und Wohnungsnot in Großstädten/Flucht in die Peripherie, schlechtes Gewissen Alleinerziehender gegenüber ihren Kindern, Streit zwischen Erwachsenen unter denen die Kinder leiden, Rechte und Pflichten von Eltern, Mobbing, jahrzehntelanges Schuften und die Rente ist trotzdem zu knapp, Alkoholismus, der Teufelskreis der Langzeitarbeitslosigkeit, Arbeitsplatzunsicherheit, Umweltschutz, Homosexualität, Geschlechterrollen etc.

    Vielleicht ein bisschen viel, vielleicht manches auch zu wenig thematisiert, der Roman hätte ruhig ein wenig länger sein können, aber an sich fand ich ihn sehr gut zu lesen und auch spannend aufgebaut. Der Schreibstil war erfrischend, sehr dialoglastig aber auch viele interessante Gedankengänge der beiden Protagonistinnen, die ich manchmal aber nicht gänzlich nachvollziehen konnte. Alles in allem hat mir die Geschichte aber gut gefallen und ich könnte sie mir auch sehr gut als ZDF-Familienfilm vorstellen.

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    Cover des Buches Die Leiden des jungen Werthers9783150192351

    Bewertung zu "Die Leiden des jungen Werthers" von Johann Wolfgang von Goethe

    Die Leiden des jungen Werthers
    Janine_Napircavor 2 Monaten
    Überbewertet


    "Ja, liebe Lotte, ich will alles besorgen und bestellen; geben Sie mir nur mehr Aufträge, nur recht oft. Um eins bitte ich Sie: keinen Sand mehr auf die Zettelchen, die Sie mir schreiben. Heute führte ich es schnell nach der Lippe, und die Zähne knisterten mir."
    Die Leiden des jungen Werther von Johann Wolfgang Goethe habe ich als erstes Buch für das #klassikercampvon der lieben @lese_verliebt ausgewählt. Bestimmt hätte ich es im Laufe meines Lebens bereits lesen soll, aber sei's drum. Jetzt kann ich es endlich von meinem SuB streichen. Mir hat aufgrund der sprachlichen Beschaffenheit total der Zugang zur Emotionalität gefehlt, und darum empfand ich die ersten 100 Seiten ziemlich langweilig. Zum einen hätte ich mir ein Gegenüber zu Werthers Briefen gewünscht, zum anderen ist einfach keine Handlung passiert. Als die Handlung dann schließlich einsetzt, wird es ein wenig spannender, aber nur ein wenig. Wahrscheinlich konnte ich mich einfach so gar nicht in den Liebeskranken hineinversetzen, er hat bei mir kein Mitleid oder sonst etwas erregt. Geschockt hat mich lediglich die Tatsache, dass Albert und Lotte ihrem vermeintlichen Freund zum Suizid verhelfen. Das kann ich absolut nicht nachvollziehen. Super eklig fand ich die Vorstellung, dass er sich erst das Gehirn rausgeschossen, dann aber noch stundenlang weitergeatmet und gelebt und gelitten hat, bevor er endlich erlöst wurde. Wieso dann so viele seinem Freitod nach Lesen des Buches nachgeeifert haben, entzieht sich meiner Vorstellungskraft... Genervt hat mich auch der Schlusssatz "Kein Geistlicher hat ihn begleitet" um noch einmal die Haltung der Kirche zu Selbstmördern zu demonstrieren. Alles in allem würde ich sagen, dass manche Klassiker eben keine Evergreens, sondern schlichtweg out sind.

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    Cover des Buches Offline9783596703944

    Bewertung zu "Offline" von Arno Strobel

    Offline
    Janine_Napircavor 2 Monaten
    Muss man gelesen, nein erlebt! haben - am besten mit Handy aus :P

    Vom lovelybooks Offlineday angefixt, habe ich es nun endlich geschafft! - Für den Psychothriller Offline hat sich Arno Strobel die perfekte Horrorkulisse erschaffen: verlassenes, halbrenoviertes Hotel, eingeschneit in den Bergen, ohne Kontakt zur Außenwelt, 5h Fußmarsch von der Zivilisation entfernt.
    Alles beginnt zunächst ganz harmlos - Jenny, aus deren Perspektive meist erzählt wird, und ihr Team wagen das Abenteuer Digital Detox am Arsch der Welt. Was beschaulich beginnt, endet mit der ersten Tragödie.
    Ich mag es super gerne, wenn der Prolog spannend und erstmal nicht zur restlichen Handlung zuordbar ist. Dass über jeden einzelnen nach und nach mehr ans Licht kommt, finde ich auch spannend umgesetzt. Bis zur Auflösung des Rätsels habe ich rein gar nichts auszusetzen, gute Unterhaltung par excellence. Mit der Spannung steigt aber stets auch die Erwartungshaltung. Wen will Arno Strobel zum/zur Täter*in machen, wird es jemand offensichtliches sein, unglaubwürdig? Ich habe die ganze Zeit gehofft, dass mir das Ende gefallen wird, weil ich den Rest so so gut fand, aber ich habe mich noch nicht entschieden.. was ich mega fand, war die Perspektive des Opfers. Diese hat natürlich zusätzlich Spannung geschürt, weil man als Leser*in ja immer die Erwartungshaltung hat, es würde seine*n Peiniger*in entlarven. Hat es natürlich nicht :P was für mich, die in der Medienbranche arbeitet zusätzlich interessant war, war natürlich die Art der Kommunikation. Die Idee fand ich ziemlich genial! Ehrlich gesagt ging mir das Ende dann irgendwie ein bisschen zu schnell, war mir zu Erklärbär mäßig: XY war es, erklärt warum, erklärt alle offenen Fragen. Das war mir irgendwie ein bisschen zu konstruiert, und ich hatte den Eindruck, dass der Autor sich vielleicht vorher selbst gar nicht überlegt hat, wer es sein könnte und dann am Ende Schwierigkeiten hatte, eine*n Täter*in zu finden, aber das ist natürlich Spekulation. Also ich war mit der Wahl schon zufrieden, mit dem Bezug zum Rest auch, aber die Szene an sich hat mich nicht so überzeugt.

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    Cover des Buches Das Joshua-Profil9783785751428

    Bewertung zu "Das Joshua-Profil" von Sebastian Fitzek

    Das Joshua-Profil
    Janine_Napircavor 2 Monaten
    Ich bin wohl zu verwöhnt von Fitzeks sonstigen Werken

    Mein allererstes Hörbuch! Ich weiß nicht, ob ich generell nicht so der Hörbuchtyp bin oder ob es tatsächlich speziell an diesem Hörbuch gelegen hat. Meins war es leider nicht :/ ich bin eigentlich ein riesengroßer Fitzek-Fan, aber Das Joshua-Profil war mir zu viel Minority Report abgekupfert und das Motiv am Ende zu unaufgeregt; klar die Wendungen am Schluss waren nochmal spannend, aber Das Paket und Der Insasse habe ich so viel mehr gefeiert.. schade!

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    Cover des Buches Der Name der Rose9783423210799

    Bewertung zu "Der Name der Rose" von Umberto Eco

    Der Name der Rose
    Janine_Napircavor 2 Monaten
    Keine leichte aber spannende Lektüre gespickt mit historischen Facts und kreativer Fiktion

    "Der Name der Rose" von Umberto Eco ist eines dieser Werke, über das ich mir kaum ein Urteil zu fällen erlauben möchte. Empfehlen möchte ich es jenen, die mehr oder minder des Lateinischen mächtig sind, etwas mit dem Spinnen von Intrigen, dem Aufdecken von Verborgenem und mit historischen Ereignissen vor allem aus der katholischen Kirche zur Zeit des Mittelalters anfangen können. Zudem bedarf es Konzentration und Durchhaltevermögen, des Rätsels Lösung nach mehr als 600 Seiten zu erfahren. Dabei empfand ich mehr als die Hälfte der Zeit weniger als spannend oder die Handlung antreibend, sondern vielmehr als Hinhaltetaktik voll von philosophischem Gerede, dessen ich mich wenig gewachsen fühlte und schlichtweg für meinen Bedarf zu wenig interessant, da ich mich bislang weder mit Hexenverfolgung und Ketzerei, noch mit den verschiedenen Mönchsströmungen wie Franziskaner, Benediktiner oder Dominikaner, dem Disput von Kaiser und Papst oder mit dem großen Philosophen Aristoteles auseinander gesetzt habe. Auf jeden Fall keine leichte Lektüre für Zwischendurch...

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    Cover des Buches Das Geschenk9783426519455

    Bewertung zu "Das Geschenk" von Sebastian Fitzek

    Das Geschenk
    Janine_Napircavor 2 Monaten
    Wie erwartet wieder einmal grandiose Unterhaltung

    Juhu, endlich wieder ein Fitzek! Total voreingenommen und voller Vorfreude widmete ich mich dem Geschenk, das seit meinem letzten Geburtstag sehnsüchtig im Bücherregal lauerte. In medias res ging es wie gewohnt mit einem Prolog, der es wirklich in sich hatte, los. Rückblickend wird dann eine ebenso temporeiche wie unglaubliche Geschichte erzählt. Zwischenzeitlich hatte ich schon die Angst, dass nach und nach ohnehin nur alles aufgedeckt werden würde, was ich eh schon geahnt hatte oder schlimmstenfalls nicht zum Rest passen würde. Aber Fitzek wäre nicht Fitzek, wenn er nicht noch ein Ass im Ärmel hätte. Und es passt! Ich habe extra zurückgeblättert und nochmal nachgelesen. Vielen, vielen Dank fürs An-der-Nase-Herumführen und die spannenden Lesestunden, mit denen Corona ein ganz klein wenig weniger schlimm ist und in denen ich super dankbar dafür bin, keine Analphabetin zu sein!

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    Cover des Buches Nix passiert9783961010387

    Bewertung zu "Nix passiert" von Kathrin Weßling

    Nix passiert
    Janine_Napircavor 2 Monaten
    viel zu viele "kenn ick"-Momente für mein geflicktes Herz :P

    Dieses Buch wäre vor ca. 3 Jahren eine große Stütze für mich gewesen, als ich den wohl schlimmsten Herzschmerzmist meines Lebens durchmachen musste. Letzten Endes habe ich es glücklicherweise auch ohne Hilfe da durch geschafft. Nun hat es mich aber an so viele schmerzliche Momente zurück erinnert, die plötzlich viel zu nah und real gekommen sind, dass ich mich wirklich wirklich schwer damit getan habe, weiterzulesen. Ich bin froh, dass ich es gelesen habe, möchte es aber nicht noch einmal tun. Ich schäme mich so sehr für so vieles, und das soll lieber mit Deckel zu weit weg in der Vergangenheit bleiben und nie mehr zurückkommen :D Kathrin Weßling trifft leider viel zu sehr und viel zu oft und doll ins Schwarze..

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    Cover des Buches Die Toten von Marnow9783462047943

    Bewertung zu "Die Toten von Marnow" von Holger Karsten Schmidt

    Die Toten von Marnow
    Janine_Napircavor 4 Monaten
    Wunderschöne Literatur gepackt in eine fesselnde Kriminalgeschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht

    „Da, wo sich das Meer und der Himmel die Hand reichten, wo sie einander begegneten, angrenzten, überlappten, miteinander rangen - es gab so viele Umschreibungen für jenen Bereich, diese Linie, an der die Ostsee und der Himmel sich berührten.“ Mit „Die Toten von Marnow“ hat uns Holger Karsten Schmidt den ersten Fall des ungleichen Ermittlerduos Lona Mendt und Frank Elling beschert. Während Elling mit Frau und Kind in scheinbarer Idylle mit Pool ein wenig über seinen Verhältnissen lebt, wohnt seine Kollegin in einem Wohnmobil. Schauplatz ist Rostock im Jahre 2003. 

    Mich hat der Roman von der ersten bis zur letzten Seite gepackt mit Spannung, aber auch Emotionalität durch die Geschichten der Ermittler, der anderen Charaktere. Die vielen verschiedenen Handlungsstränge überfordern die Leser*innen nicht, im Gegenteil: 

    Die Hintergrundgeschichten finde ich super interessant, die unterschiedlichen Erzählstrategien abwechslungsreich, Puzzleteil für Puzzleteil wird aneinander gereiht, verschachtelt, zunächst scheinbar nichts mit den anderen zu tun, löst am Ende das Rätsel und gibt eine traurige Wahrheit (ja, es beruht auf wahren Begebenheiten!) der deutsch-deutschen Geschichte preis. Dabei ist keines der Puzzleteile überflüssig, unverständlich oder fehlt. 

    In jedem Satz steckt so viel Achtsamkeit und Liebe, wie sie nur ein wahrer Schriftsteller bzw. eine wahre Schriftstellerin in sein/ihr Werk legen kann, jedes Wort mit Bedacht gewählt, die Sprache schon fast poetisch. Das tut der Unterhaltung aber keineswegs einen Abbruch, sondern zeichnet „Die Toten von Marnow“ mit einem Alleinstellungsmerkmal in einem Meer von ‚herkömmlichen‘ Kriminalromanen, bei denen vor allem der Entertainment-Faktor im Vordergrund steht, aus. Stellenweise gab es auch echt lustige Szenen, in denen ich mir das Lachen nicht verkneifen konnte; dies hat die doch sehr harte und treffende Thematik ein wenig aufgelockert. 

    Es bleibt ein schmaler Grat zwischen Recht, Gerechtigkeit und Selbstjustiz. Ich kann guten Gewissens den Roman an alle empfehlen, die neben exzellenter Unterhaltung auch etwas übrig haben für wundervolle, bewegende Literatur!

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    Cover des Buches Zara - So habe ich es mir nicht vorgestellt9783741228032

    Bewertung zu "Zara - So habe ich es mir nicht vorgestellt" von Peter Uhlmann

    Zara - So habe ich es mir nicht vorgestellt
    Janine_Napircavor 5 Monaten
    Nicht authentisch, zu konstruiert, Autor prahlt mit seinem Allgemeinwissen

    "Zara - So habe ich es mir nicht vorgestellt" ist die Fortsetzung zum Jugendroman "Zara". Wie der Titel erahnen lässt, steht wider meines Wunsches Lia zur Protagonistin zu machen, erneut Zara im Mittelpunkt der Geschehnisse. Die Handlung lässt sich recht schnell zusammenfassen: es wird weiterhin gemobbt, der Feuerteufel wurde nicht gefasst, Lias Vater hat was mit der Bedienung vom Hasenstall am Laufen und ihre Mutter bleibt weiterhin schwanger. So weit so gut. Überrascht hat mich der plötzliche Tod von Cindy. Für mich bleibt es jedoch eine Aneinanderreihung verschiedener Ereignisse, die weder Spannung erzeugen noch irgendwie einen Sinn ergeben, oder er erschließt sich mir schlichtweg nicht. Ich finde es schade, dass die Mobbing-Thematik so oberflächlich abgehandelt wird, man nicht wirklich Eindrücke in die Gefühlswelt der Personen erhält und man auch mit keinem so richtig sympathisieren kann. Zara macht vorneherum einen auf beste Freundin mit Lia und Cindy und hintenrum denkt sie insgeheim schlecht von ihnen. Die Sprache der Schüler bleibt auch im zweiten Teil im Unterricht wenig authentisch, nicht einmal Kunststudenten würden sich verbal so ausdrücken, wie es die Gymnasiasten in Peter Uhlmanns Roman tun. Es ist mir alles zu konstruiert - wer würde in diesem Alter seine Mutter als beste Freundin bezeichnen oder Ferienerlebnisse im Präteritum erzählen? Außerdem fand ich es langweilig und ermüdend, dass immer dasselbe Ereignis wieder und wieder nacherzählt wurde, ohne dass dadurch ein Perspektivwechsel oder Mehrwert stattgefunden hätte. Der Gebrauch des Wortes 'battle' und des Untertitels 'So habe ich es mir nicht vorgestellt' ist mir zu inflationär. Was mich aber am meisten gestört hat, ist, dass der Autor offensichtlich damit prahlen möchte, wie bewandert er in Geschichte, Kunst und Philosophie ist - wäre seine Orthographie nur halb so gut, befänden sich in seinem Buch nicht so viele Fehler. Für mich leider ein Flop. Total weird fand ich auch die Reaktion der Schüler auf die Todesnachricht von Cindy: Lockerlässig zitieren sie einfach Gedichte von Paul Celan, Charles Baudelaire und Hermann Hesse - ja ne ist klar :D

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