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Jasminh86

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches Todland (ISBN: 9783764507299)

    Bewertung zu "Todland" von Kim Faber

    Todland
    Jasminh86vor 3 Tagen
    Ein packender Plot, der erschreckende und aktuelle Themen aufgreift!

    ,,Todland" ist ein spannender und unterhaltsamer dänischer Kriminalroman von dem Autorenduo Kim Faber und Janni Pedersen, der am 27. Dezember 2021 im Blanvalet-Verlag erschienen ist. Der zweite Fall für die Ermittler Martin Juncker und Signe Kristiansen besteht aus 576 Seiten, die ich mit großem Vergnügen gelesen habe, da mich der Inhalt von der ersten bis zur letzten Seite komplett in den Bann gezogen und gefesselt hat. Erzählerisch sowie spannungstechnisch hat mich diese hervorragende Spannungsliteratur auf ganzer Linie überzeugt. Denn unter anderem haben mich facettenreiche, interessante und vor allem tief ausgearbeitete und individuelle Charaktere mit ausreichend Persönlichkeit erwartet, die mit ihren Ecken und Kanten unheimlich authentisch rüberkamen. Deshalb fiel es mir auch nicht schwer, mich in dessen Gedanken, Handlungen und Gefühle hineinzuversetzen. Insgesamt ist den Autoren ein spannender und komplexer Plot gelungen, der übersichtlich und mit klaren Strukturen aufgebaut ist. Dazu wurden Wendungen und Offenbarungen, mit denen ich nicht gerechnet habe, an den richtigen Stellen eingebaut. Der politische Strang ist meiner Meinung nach nicht weit von der Realität entfernt, weshalb mich die Geschichte aufgewühlt und zum Nachdenken angeregt hat. 


    In diesem facettenreichen Kriminalroman mit einer hohen Sogwirkung wurden neben den spannenden Ermittlungsarbeiten auch private Probleme der Charaktere, besonders die von Junker und Kristiansen, berücksichtigt. Auch Charlotte, Junkers noch Ehefrau, bekam eine größere und wichtige Rolle. Der wechselnde Perspektivenwechsel ist nicht nur abwechslungsreich, sondern so konnte ich jedem wichtigen Charakter besser über die Schulter schauen. Die Themen Trennung, Vertrauen und Verrat werden aufgegriffen und tauchen regelmäßig auf. Besonders der Verrat hat mich sehr überrascht, da ich mit einer ganz bestimmten Wendung überhaupt nicht gerechnet habe und so bekam ich zum Ende hin völlig neue Blickwinkel. Auch bei der Auflösung der hier vorkommenden Fälle wurde ich geschickt an der Nase herumgeführt. Offenbarungen, die ganz langsam an die Oberfläche gekommen sind, haben mich wirklich geschockt, da diese, wie erwähnt, nicht weit von der Realität entfernt sind. Natürlich hat das Autorenduo mit diesem Buch ihre einfallsreiche Fantasie unter Beweis gestellt und auch klasse angewendet, die sich hervorragend mit einer erschreckenden Realität vermischt. Die politischen Hintergründe dieser Geschichte sind nichts für schwache Gemüter. 


    Obwohl die Morde zwar detailliert und bildlich beschrieben wurden, haben es Kim Faber und Janni Pedersen nicht auf eine blutige Story abgesehen. Das war hier auch überhaupt nicht nötig, denn das Böse, welches die ganze Zeit lauert, hatte einen viel größeren Schockeffekt und es kamen nach und nach schaurige Abgründe an die Oberfläche. Ein dunkles und sehr belastendes Geheimnis, welches Signe hütet, wurde zwar ab und zu kurz angedeutet und erklärt ihr angespanntes Verhältnis zu ihrem Kollegen und Polizeikommissar Troels Mikkelsen. Richtig darauf eingegangen wurde jedoch nicht. Diesem Thema wurde dafür aber im Nachfolgeband umso mehr Beachtung geschenkt. Trotzdem hat Signe hier für eine Menge Aufruhr gesorgt und kam Geheimnissen auf die Spur, die sie nicht länger für sich behalten konnte. Ihre Zusammenarbeit mit Charlotte fand ich ziemlich interessant und spannend, zusammen begeben sie sich in großer Gefahr, um endlich die erschütternde Wahrheit über den Ablauf des schrecklichen Terroranschlags in Kopenhagen ans Licht zu bringen. In einigen Situationen hat mich die taffe und eigenwillige Ermittlerin positiv überrascht, auch wenn ich ihr Verhalten in einem Punkt überhaupt nicht korrekt fand.


    Während Signe Kristiansen Charlotte bei der heiklen Aufklärung des Anschlags hilft, ermittelt Martin Juncker in dem Mordfall des toten Anwalts. Er durchleuchtet unter anderem dessen Familie und wird gleichzeitig für sein Schweigen und Vertuschung bestraft, denn er muss deshalb um das Leben seiner Frau bangen, die sich durch ihre Recherchen des Terroranschlags in großer Gefahr begibt. Um seine Fehler wiedergutzumachen und das Leben seiner Frau zu retten, macht er sich auf die Suche nach den Personen, die ihn zum Stillschweigen aufgefordert haben. Es beginnt eine rasante Jagd und mit der Zeit kommen immer heiklere Details ans Licht, der Mord an dem Anwalt bekommt eine erschreckend neue Wendung. Ich wurde während der Handlung mehrmals überrascht und wiederholt vor neue Beweise, Erkenntnisse sowie Fragen gestellt. Die Autoren haben meiner Meinung nach ihre schriftstellerischen Qualitäten und ihr Facettenreichtum unter Beweis gestellt und mich wiederholt überzeugen können. Man kann diesen Band ohne Vorkenntnisse des Vorgängerbands lesen, ich empfehle jedoch mit dem Auftakt zu beginnen und die bis jetzt erschienenen drei Bände chronologisch zu lesen, damit keine offenen Fragen vorhanden bleiben. 


    Mit diesem komplexen und authentischen Kriminalroman konnte ich Fakten auf spannende Art mit meiner Fantasie vereinen. Die klare Struktur hat dafür gesorgt, dass ich zu keiner Zeit den Faden verloren habe. Ein rätselhaftes Verbrechen und die extrem heikle Aufklärung im Fall des Anschlags wurden durch Recherchen und Fachwissen des Autorenduos ergänzt. Die Aufklärung aller Motive hat all meine Fragen zufrieden stellend beantwortet. Der Schreibstil ist sehr authentisch, flüssig, detailliert und unheimlich lebendig, sodass während des Lesens klare Bilder vor meinen Augen entstanden sind, auch habe ich mehrmals mit den Protagonisten mitgefiebert. Dadurch entstand ein schneller Lesefluss und die 576 Seiten waren viel zu schnell durchgelesen. Mir hat der unheimlich packende Plot, der aktuelle Ereignisse aufgreift und sich mit Themen auseinandersetzt, mit denen ich mich sehr gut identifizieren und in einem anschaulichen Stil verarbeiten konnte, sehr gut gefallen. Deshalb gibt es von mir selbstverständlich eine klare Leseempfehlung und volle fünf Sterne! 



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    Cover des Buches Als das Böse kam (ISBN: 9783423263399)

    Bewertung zu "Als das Böse kam" von Ivar Leon Menger

    Als das Böse kam
    Jasminh86vor 9 Tagen
    Eine bizarre Familiengeschichte mit dunklen Geheimnissen, Lügen und Verrat!

    ,,Als das Böse kam" ist ein 320 Seiten langer Thriller von Ivar Leon Menger, der am 20. Juli 2022 in der dtv Verlagsgesellschaft erschienen ist. Mir hat diese düstere Familiengeschichte, die mit der Zeit eine Menge Geheimnisse und Lügen offenbart, im Großen und Ganzen gut gefallen. Der Plot ist interessant und ich wurde an den richtigen Stellen mit Wendungen überrascht, die ich nicht vorausgesehen habe. Es herrscht von Anfang an eine angespannte Atmosphäre, obwohl es auf den ersten Blick erst einmal einige Seiten recht harmonisch zugeht. Ich bekam direkt ein klares Bild einer Familie, die sich auf einer einsamen Insel ihre eigene Idylle aufgebaut hat, da sich der Vater durch einen Verrat Feinde gemacht hat und diese sich nun an der kompletten Familie rächen wollen. Der einzige Kontakt zur Außenwelt ist Onkel Ole, der die Eltern in regelmäßigen Abständen aufsucht. Er ist der einzige, der weiß, wo sich das bizarre Ehepaar befindet, von der Existenz ihrer beiden Kinder Juno und Boy ahnt selbst er nichts. Denn die beiden einsamen und weltfremden Kinder müssen sich streng an einige Regeln halten, eine davon lautet, dass sie sich verstecken müssen, wenn Onkel Ole zu Besuch kommt. Bis der Tag kommt, als Juno aus Neugier zufällig von dem ominösen Onkel entdeckt wird und so endlich Hoffnung auf ein normales Leben in ihr aufkommt. Doch für Juno und ihrem jüngeren Bruder kommt es anders als erwartet, weshalb sie in einen Strudel aus Lügen, Geheimnissen und Verrat geraten.

    Diese genannten Ereignisse haben für eine kontinuierliche Spannung gesorgt und ich konnte es kaum erwarten, mehr über offene und verdeckte Spannungen aus den hier beschriebenen Beziehungsverhältnissen zu erfahren, die immer skurriler wurden. Bis es zu einem Finale kam, welches mich hat mitzittern und mitfiebern lassen. Das Ende fand ich persönlich etwas zu schnell beendet, doch da jede Geschichte schließlich irgendwann mal ein Ende finden muss, musste ich mich mit den letzten Worten zufriedengeben. Trotzdem waren noch einige Fragen offen, auf die ich gerne Antworten und mehr Klarheit gehabt hätte. Der Inhalt beinhaltet 30 Kapitel und ist in drei Teile eingeteilt, insgesamt fand ich den Aufbau der Geschichte sehr gut. Da sie anfangs nur leicht an Fahrt aufnimmt, habe ich von Spannung und Thrill nicht viel wahrgenommen. Der Mittelteil und das Finale haben jedoch aufgeholt, sodass mir diese unterhaltsame Lesestunden beschert haben. Besonders die Aufklärung über Junos verstorbene Schwester, die zwischendurch immer mal wieder nur kurz angedeutet wurde, hat mich besonders überrascht.

    Es wird aus der Ich-Perspektive der 16-jährigen Juno geschrieben, die nichts anderes kennt als ihre Eltern, ihren Bruder und die einsame Insel. Schnell wurde deutlich, dass ihre naive und weltfremde, jedoch freundliche und sympathisch Art von der eigenartigen Erziehung ihrer paranoiden Eltern stammt. Da sie und Boy von ihrer Mutter selbst unterrichtet werden, beherrschen sie wenigstens die Grundkenntnisse. Mit 16 geht auch an Juno die Pubertät nicht spurlos vorbei und ich hatte intensive Einblicke in ihre Gedanken- und Gefühlswelt, ihre Entwicklung fand ich sehr spannend und interessant. Juno ist ein sehr neugieriger Charakter, der der Geschichte das gewisse Etwas gegeben hat. Ihr Verhältnis zu ihrem Bruder und zu ihren Eltern kam mit der Zeit ebenfalls gut zur Geltung und ich fand es interessant zu erfahren, wie sie immer mehr versucht hat, ihren Kopf durchzusetzen und eigene Pläne geschmiedet hat. Auch die Regeln, an die sie sich und ihr Bruder halten müssen, verlieren teilweise immer mehr an Bedeutung-mit fatalen Folgen. Durch Junos kindliche und naive Art kam so gut wie kein Thrill auf, ich persönlich würde den Inhalt als leichten All-Age-Thriller bezeichnen, was nicht als Kritik gemeint ist. Thriller-Fans, die rasanten Nervenkitzel und Thrill suchen, werden hier allerdings nicht fündig.

    Das Setting der einsamen Insel fand ich klasse, welches sehr gut zur düsteren Geschichte gepasst hat. Spannungstechnisch hat mich der Inhalt nicht wirklich vom Hocker gehauen, dafür hat er mir erzählerisch umso besser gefallen. Der Schreibstil des Autors ist sehr angenehm und flüssig zu lesen, auch bildlich konnte ich der Handlung super folgen. Es wird zwar detailliert, aber nicht zu ausschweifend beschrieben. Im Großen und Ganzen hat mir das Buch, bis auf ein paar Kleinigkeiten, gut gefallen und mich super unterhalten, obwohl ich nicht regelmäßig auf falsche Fährten geführt wurde. Auch die Wendungen hielten sich in Grenzen, die es dafür jedoch in sich hatten. Von mir gibt es für das Debüt des Autors vier Sterne und eine Leseempfehlung!





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    Cover des Buches Am Limit (ISBN: 9783734109874)

    Bewertung zu "Am Limit" von Paul Herron

    Am Limit
    Jasminh86vor 12 Tagen
    Kurzmeinung: Eine rasante u.brutale Geschichte mit einer Menge Action.Mir war es jedoch zu sehr in die Länge gezogen,auch war dies für mich kein Thriller
    Eine Menge rasante und brutale Action, dafür kaum vorhandener Thrill!

    Am 20. Juni 2022 ist ,,Am Limit", Paul Herrons Thriller-Debüt mit 464 Seiten im Blanvalet-Verlag erschienen. In dieser Geschichte geht es auf jeden Fall rasant, brutal und actiongeladen zur Sache, mir hat für einen Thriller jedoch eindeutig der Thrill gefehlt. Außerdem war mir die Spannung nicht ausreichend, weshalb ich nach dem Beenden des Buches leicht enttäuscht war. Es war insgesamt eine interessante und atmosphärisch dichte Handlung, von der ich mir etwas mehr erhofft habe. 


    Direkt zu Anfang bekam ich im Epilog durch einen Zeitsprung aus der Vergangenheit drei Jahre zuvor einen kurzen Einblick von Jack Constantine, der als Polizist das Trauma seines Lebens erhielt, indem er nach einem Einbruch in seinem Haus seine schwangere Lebensgefährtin brutal erschlagen auffindet. Von anfänglicher Trauer, die sich in unendlich tiefe Rache und Wut entwickelt, beschließt er, die Täter auf eigene Faust zu finden, um Vergeltung ausüben zu können. Constantines Leben besteht nur noch aus dem Plan, den Mord an seiner Frau zu rächen. Kurz vor seinem Ziel gelingt es ihm jedoch nur, einen der drei Täter zu erschießen, da er von seinen Kollegen gestoppt wird. Seitdem sitzt er deshalb in einem harten Hochsicherheitsgefängnis in Florida mit extrem brutalen Insassen ein, wo seine beiden Zielpersonen ebenfalls einsitzen. Da genug Zeit zum Nachdenken vorhanden ist, geht der Racheplan natürlich weiter und Constantine will seinen angefangenen Plan um jeden Preis vollenden und die restlichen beiden Täter töten. Ein starker Hurrikan bietet die perfekte Gelegenheit, doch er sorgt gleichzeitig für rasante Turbulenzen, weshalb Constantine einige Hürden auf sich nehmen muss, um an sein Ziel zu gelangen. Denn um Vergeltung ausüben zu können, muss er lebendig sein, was in den hier beschriebenen Situationen eine starke Herausforderung für den Ex-Polizisten darstellt. 


    Nicht nur seine beiden verhassten Zielpersonen sitzen mit ihm im Gefängnis ein, auch ein weiteres und bekanntes Gesicht kommt ihm während des Monstersturms ständig in die Quere, welches sich dank Constantines Einsatz aus seiner Zeit als Polizist mit ihm die gleiche Adresse teilt. So ist er plötzlich nicht mehr nur Jäger, sondern gleichzeitig wird er zum Gejagten und kämpft in vielen schrägen Situationen um sein Leben. Dabei trifft er auf der Krankenstation die zurück gelassene Justizvollzugsbeamtin Keira Sawyer, sodass sie sich anschließend gemeinsam von Trakt zu Trakt durchkämpfen und versuchen, sich an den Verbrechern übelster Sorten vorbeizuschmuggeln. Da der Wasserpegel im Gebäude von Stunde zu Stunde gefährlich steigt und die Gefangenen immer brutaler werden, steigt die Zahl der Leichen rasant an. Da in dem Gefängnis nur Verbrecher der übelsten Sorte einsitzen, eskalieren die Situationen nach dem Öffnen ihrer Zellen umso krasser, als sie merken, dass sie plötzlich frei, auf sich allein gestellt und wegen des Hurrikans trotzdem weiterhin gefangen sind. Denn dem Knast zu entkommen, während draußen das extreme Unwetter wütet und droht, das Gebäude zu zerstören, wird zur Lebensgefahr. Deshalb steigern sich die Aggressionen der Männer ins unermessliche, sodass es zu unzähligen Blutbäder kommt. 


    Die brutalen, verstörenden und oftmals auch blutigen Szenen sind reichlich vorhanden und wurden teilweise sehr detailliert beschrieben, sodass während des Lesens unheimlich klare Bilder entstanden sind. Besonders dann, als die Gefangenen Zugriff auf Waffen bekamen. Denn ein paar besonders kranke Psychopathen, wie zum Beispiel der selbsternannte Priester, sind zum Ende hin immer extremer durchgedreht. Das waren Momente, die mir Gänsehaut beschert und ordentlich für Spannung gesorgt haben. Vorher wurde die Handlung oft von zähen Abläufen unterbrochen, weshalb für mich kein konstanter Spannungsbogen zustande kam. Viele Dialoge, die sich inhaltlich oft wiederholt haben, konnte ich irgendwann auch nicht mehr lesen. Besonders flucht hier jeder ständig auf die gleiche Weise und gefühlt jeder dritte Satz beginnt mit »Jesus«. Ich konnte das irgendwann nicht mehr lesen, weshalb es mich ab der Mitte ziemlich genervt hat. 


    Zwischendurch bekam ich, besonders zu Anfang, weitere kurze Einblicke aus der Vergangenheit und Handlungen von Constantine als Polizist, sodass dem Autor am Ende doch noch zwei Wendungen gelungen sind, mit denen ich nicht gerechnet habe. Insgesamt gibt es 25 Kapitel mit engen Zeitangaben am Tag des Monstersturms plus Epilog und Prolog, die durch Einteilungen angenehm zu lesen sind. Auch die regelmäßig eingestreuten Warnlageberichte, also die Entwicklungen der Wetter- und Warnlagen, haben den Ernst der Lage noch deutlicher rüberkommen lassen. Von der Atmosphäre her haben mich einige Situationen etwas an das Schicksal der Titanic erinnert. 


    Insgesamt ist der Inhalt gut und schlüssig aufgebaut, aus den Twists hätte etwas mehr Power heraus geholt werden können. Die Protagonisten, besonders Jack Constantine sind gut ausgearbeitet und durch den Perspektivenwechsel mit Keira Sawyer konnte ich mich immer besser in deren Gedanken, Gefühle und Handlungen hineinversetzen. Erzählerisch hat mir die actionreiche Geschichte gut gefallen, was ich wie erwähnt von der Spannung nicht behaupten kann. Der Schreibstil ist schön flüssig, locker, lebendig und angenehm zu lesen, die Atmosphäre wurde hier hervorragend rübergebracht. Was der Hurrikan mit den Menschen anstellt, kam sehr gut bei mir an und das extreme Ausmaß der Zerstörungen hat für Authentizität gesorgt. Aber auch wie die brutalen Knackis gegen Ende plötzlich zusammenhalten, bzw. der Rest, der noch übrig geblieben ist, hat mir verdeutlicht, was der Horrorsturm mit ihnen und dem heruntergekommenem Gefängnis angerichtet hat. Ich war bis zum Schluss gespannt, wer von den übrig gebliebenen Insassen überhaupt noch überleben wird. Diese Momente fand ich ebenfalls sehr gelungen. Ein Hochsicherheitsgefängnis hat sich zu einem verheerenden Blutbad entwickelt und oft kam es mir vor, ich wäre mittendrin dabei gewesen. Die Seiten haben definitiv eine Menge Elan, doch das hektische und brutale Geschehen allein hat nicht ausgereicht, um mich vollkommen zu überzeugen. Die Insassen waren schon echt heftig, von so vielen Psychopathen auf einem Haufen liest man auch nicht oft. Von mir gibt es deshalb drei Sterne. 

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    Cover des Buches Blutige Stufen (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 12) (ISBN: 9783548064475)

    Bewertung zu "Blutige Stufen (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 12)" von Chris Carter

    Blutige Stufen (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 12)
    Jasminh86vor 15 Tagen
    Kurzmeinung: Für alle Thriller-Fans ein MUSS! Ein hervorragender, psychologischer und verstörender Thriller, der für eine Menge Gänsehaut sorgt.Großartig
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    Cover des Buches Blutrotes Grab (Zwischen Mord und Ostsee - Küstenkrimi 3) (ISBN: 9783949221361)

    Bewertung zu "Blutrotes Grab (Zwischen Mord und Ostsee - Küstenkrimi 3)" von Thomas Herzberg

    Blutrotes Grab (Zwischen Mord und Ostsee - Küstenkrimi 3)
    Jasminh86vor 16 Tagen
    Mord und Inselfeeling ergeben einen soliden und leichten Küstenkrimi!

    ,,Blutrotes Grab (Zwischen Mord und Ostsee)" ist der dritte Teil der Küstenkrimi-Reihe von Thomas Herzberg, der am 23. August 2022 mit seinen 370 Seiten im FeuerWerke-Verlag erschienen ist. Dieser ist, wie seine beiden Vorgänger, ein atmosphärischer Cosy-Krimi, der genau die richtige Mischung aus Spannung und Humor enthält. Der amüsante Teil wirkt nicht zu übertrieben, aufgesetzt oder überladen, sondern passt sich dem Alltag des Ermittlerduos Ina Drews und Jörn Appel super an. Die Kombination aus dem authentischen, erfrischenden, lebendigen und bildlichen Schreibstil und einer Spannung im mittleren Bereich haben mir erneut klasse gefallen. Dies ist keine blutrünstige Geschichte, wo ein Killer seinen kranken Trieben nachgeht und reihenweise unschuldige Menschen abschlachtet, sondern ein Kriminalfall mit einem klaren Tatgeschehen und detaillierten Ermittlungsarbeiten der Ermittler auf Helgoland. Für Zartbesaitete mit schwachem Magen ist dies also der perfekte Krimi, um bestens unterhalten zu werden.

    Dies ist, wie erwähnt, schon der dritte Band einer unterhaltsamen Nordsee-Krimi-Reihe mit einem in sich abgeschlossen Fall. Daher kann auch dieses Buch unabhängig von den anderen Bänden gelesen werden. Um das Ermittlerduo Ina Drews und Jörn Appel besser kennenzulernen, empfehle ich bei Band eins zu beginnen. Denn die Beziehung zwischen den beiden und dessen Charaktere werden von Band zu Band tiefer, mittlerweile habe ich das eigenwillige Team richtig ins Herz geschlossen. Ebenfalls sehr positiv finde ich ihr loyales und freundschaftliches Verhalten zueinander, ohne dass irgendwelche Hintergedanken im Spiel sind. Beide arbeiten nicht nur perfekt zusammen und ergänzen sich ohne große Worte, auch die private Beziehung basiert auf einer rein freundschaftlichen Ebene, ohne dass es zwischen ihnen knistert. Drews und Appel sind hervorragend ausgearbeitet und mit der richtigen Portion Humor ausgestattet, um zum dritten Mal gemeinsam auf Mörderjagd zu gehen. Ihre Dialoge sind unheimlich unterhaltsam und ich mag es, dessen Gesprächen mitzuverfolgen. Obwohl sie sich arbeitstechnisch nicht immer an die Regeln halten und ihre eigenen Methoden haben, einen Mörder dingfest zu machen, kommt nichts unsympathisch rüber.

    Dieses Mal hat neben einer rasanten Mörderjagd ein offensichtlicher Verehrer der taffen Ina regelmäßig schöne Augen gemacht: Pfleger Gonzo, ein herrlich amüsanter Charakter vom Inselkrankenhaus. Dieser hat ständig versucht, Inas Aufmerksamkeit auf eine fantasievolle Weise zu erregen. Mir hat dieser schräge Protagonist in dieser Geschichte unheimlich gut gefallen, da er mich mit seinen witzigen Ideen und seiner ganzen Art oft zum Lachen gebracht hat. Die Entwicklung zwischen den beiden fand ich spannend und ich bin deshalb umso gespannter, ob Ina eines Tages mit Gonzo nach Bulgarien trampen wird. Über diese Nebenhandlung würde ich mich freuen, auch im nächsten Band mehr zu erfahren. Auch hoffe ich, dass Gonzo in Zukunft seinen festen Platz in der „Zwischen Mord und Ostsee- Reihe" haben wird, denn er sorgt während des Verlaufs besonders gut für die erfrischende Cosy-Stimmung.

    Wer keine Arbeit hat, der macht sich eben welche: nach Inas und Jörns letzten gemeinsamen Fall kommt Ina plötzlich auf die spontane Idee, mit ihrem Kollegen einen kurzen Abstecher nach Helgoland zu unternehmen, um sich mit einer älteren Witwe persönlich zu unterhalten. Denn diese ruft seit Tagen auf dem Revier an und behauptet, der Tod ihres Mannes sei kein Unfall oder Selbstmord gewesen. Also ab auf die Funny Girl, ein Schiff, das nur Passagiere und Frachtgut auf die Insel Helgoland nimmt. Kaum angekommen, wird der Tod eines weiteren Mannes als Mord eingestuft, weshalb sich das Ermittlerduo näher mit dem Tod des Mannes der Witwe auseinandersetzt. Je mehr sie ermitteln, desto erschreckender kommen geheime Machenschaften ans Licht, die eine Verbindung bis nach Wuppertal aufweisen. Doch die Ermittlungen sind diesmal besonders mühsam, da der Druck von oben beide zu erdrücken droht. Eine geheimnisvolle Liste scheint der Grund für das ganze Desaster zu sein und es bleibt nicht bei zwei Leichen. Deshalb müssen Ina und Jörn die komplette Insel sperren und dem Bürgermeister ans Bein pinkeln, um Schlimmeres zu verhindern. Dass sie ihre Zukunft damit aufs Spiel setzen, ist ihnen durchaus bewusst. Auch die Helgoländer Kollegen sind, bis auf einer, alles andere als sympathisch und kooperativ, was die Ermittlungen deutlich erschwert. Währenddessen wurde die ein oder andere Wendung wurde vom Autor gut durchdacht und überraschend eingearbeitet, auch der wechselnde Perspektivenwechsel sorgt für eine abwechslungsreiche Unterhaltung. Regelmäßige Extra-Abschnitte, die aus der Sicht des Täters stammen, haben mich ziemlich miträtseln lassen.

    Besonders die Verbindung von Helgoland bis nach Wuppertal hat mir hier besonders gut gefallen, da ich als Wuppertalerin sofort klare Bilder vor meinen Augen hatte. Dank der Erwähnungen der Stadtteile und der Wuppertaler Schwebebahn kamen mir diese Szenen noch authentischer und lebendiger vor als sowieso schon. Trotz totaler Unterbesetzung an den Dienststellen und dem turbulenten Trubel haben mir Ina und Jörn bewiesen, dass sie zusammen ein unschlagbares Team sind. Von mir gibt es für diesen atmosphärisch dichten Band deshalb verdiente fünf Sterne!

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    Cover des Buches Elternhaus (ISBN: 9783651025554)

    Bewertung zu "Elternhaus" von Jennifer Mentges

    Elternhaus
    Jasminh86vor 19 Tagen
    Ein unterhaltsamer Psychothriller, der mir mit seiner dichten und spürbaren Atmosphäre super gefallen hat!

    ,,Elternhaus“ von Jennifer Mentges ist ein 416 Seiten langer Psychothriller, der am 10. August 2022 im FISCHER Scherz-Verlag erschienen ist. Diese interessante und unterhaltsame Geschichte hat mir fantastische Psychospannung geboten, weshalb mir der Gesamtinhalt sehr gut gefallen hat und sich meiner Meinung nach definitiv lohnt, zu lesen. Von Anfang an besteht eine greifbare und bedrückende Atmosphäre, die im Laufe der Handlung abscheuliche Geheimnisse aus der Vergangenheit hervorbringt. Ich erhielt einen eher ruhigeren Einstieg in die Geschichte, was ich nicht schlimm fand. Hier bekam ich die Gelegenheit, die Protagonisten kennenzulernen und dessen Gedanken, Handlungen und Gefühle besser zu verstehen. Viele konnte ich sogar oftmals nachvollziehen. Denn der komplette Spannungsroman wird aus vier Perspektiven erzählt, was unter anderem für gute Abwechslung gesorgt hat. Der Plot, der Aufbau und die Struktur der Geschichte haben mir ebenfalls zugesagt und obwohl es wendungsreich zur Sache geht, fand ich die Handlung ziemlich vorhersehbar. Ich habe vieles richtig erahnen können und bis auf einer Ausnahme lag ich hier mit meinen Vermutungen immer richtig. Dies hat dem Lesespaß aber nicht geschadet, denn ich fand, wie schon erwähnt, den düsteren und geheimnisvollen Inhalt ziemlich interessant und unterhaltsam.

    Während anfangs alles nach einem freundlichen und hilfsbereiten Miteinander unter Nachbarn aussieht, entpuppt sich nach und nach als das reinste Psychospiel. Tobias Hansen, Yvette Winkler, die durch ihre Einsamkeit verbitterte und psychisch angeknackste Reinigungskraft Consuelo und die blinde Nachbarin Gerda sind vielschichtig und meiner Meinung nach sehr gut ausgearbeitet. Zusammen lüften sie nach und nach die dunklen Abgründe der alten Villa, der nach vielen Jahren endlich wieder Leben eingehaucht wurde, nachdem das Ehepaar Winkler mit ihren vier Kindern eingezogen ist. Der anfängliche Traum von einem harmonischen Familienleben mit einem Mann, der arbeitsmäßig einen Gang runterschalten will, scheitert relativ schnell. Da kommt ein Klavierlehrer gerade recht, um einer vernachlässigten und überforderten Ehefrau und Mutter unter die Arme zu greifen. Was von Yvette zunächst noch als positiv empfunden wird, entwickelt sich von Tag zu Tag zu einem lästigen, ungebetenen und festsitzenden Insekt, welches mit allen Mitteln versucht, eine Reise in die Vergangenheit durchzusetzen und somit eine ganze Familie in einen dunklen Abgrund mitzureißen.

    Diese alte und knarzende Villa in Hamburg, die eine Menge alter Geheimnisse hütet, wartet seit Jahren darauf, einen wahren Alptraum zu präsentieren. Neben dem abwechselnden Perspektivenwechsel der vier Hauptcharaktere hat ein separater Strang aus der Vergangenheit, der die Kindheit eines Jungen unter der strengen Hand seines Vaters beschreibt, ebenfalls für Abwechslung gesorgt. Dieser sorgt am Ende für ein vollständiges und schlüssiges Bild. Während den Erzählungen und Beschreibungen hatte ich regelmäßig Gänsehaut, das Ergebnis, was aus dieser grauenvollen Erziehung entstanden ist, hat mich sprachlos gemacht. Die Geheimnisse, die der charismatische, charmante, freundliche, groß gewachsene und gut aussehende Klavierlehrer Tobias Hansen und die vierfache Vollblutmutter Yvette Winkler, die vom Ehemann vernachlässigt wird, hüten, haben für klasse Twists gesorgt, die die Autorin gerne etwas undurchsichtiger hätte einbauen können. Denn aus den dunklen Abgründen, die in den beiden Charakteren stecken, hätte mehr Spannung herausgeholt werden können.

    Erzählerisch hat mich die Geschichte definitiv gepackt. Die Spannung hat hier keine überhandgenommen, was zu dieser ruhigen, jedoch fiesen Geschichte super gepasst hat. Die psychologischen Elemente stehen auf jeden Fall im Vordergrund, sodass ein krankes und fantasievolles Katz und Mausspiel für brillante Unterhaltung gesorgt hat. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, atmosphärisch und bildlich, was mir sehr gut gefallen hat. Ich hatte während des Lesens unheimlich klare Bilder vor meinen Augen. Trotzdem wurde es mit Details nicht übertrieben und somit sind keine unnötigen Längen entstanden. ,,Elternhaus“ hat mir hervorragend gefallen und mir psychologische Spannung vom Feinsten geboten, weshalb der Inhalt des Buches und das düstere Cover eine klare Leseempfehlung und viereinhalb Sterne von mir bekommen.

    🌟🌟🌟🌟,5




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    Cover des Buches Opfergrab (ISBN: B0B4SXVDJF)

    Bewertung zu "Opfergrab" von Ralf Gebhardt

    Opfergrab
    Jasminh86vor 25 Tagen
    Ein spannender Fall über eine sehr dunkle Vergangenheit des Täters, die Gänsehaut verursacht!

    ,,Opfergrab“ ist ein Thriller von Ralf Gebhardt, der am 21. Juli 2022 mit 334 Seiten im Digitalpublishers-Verlag erschienen ist. Mir hat der Inhalt dieses Buches bis auf das etwas zu abgefahrene Ende sehr gut gefallen, welcher mir spannende Lesestunden beschert hat. Der Autor hat mir Zugang zu einer extrem kranken Seele eines Täters gewährt, der seine Opfer sorgfältig auswählt, um in Anschluss eine brutal geplante Mordserie zu hinterlassen. Die Tatorte, wo er seine weiblichen Opfer auffällig drapiert hinterlassen hat, machen anfangs zunächst einer ermittelnden Soko Kopfzerbrechen. Da diese jedoch bei einem Autounfall arbeitsunfähig ist, wird der Fall vom Staatsanwalt Bergmann auf die beiden Kommissare Stephan Kralik und Christian Thaler übertragen, die lange Zeit im Dunkeln tappen. Da sie schließlich das Verhalten eines Priesters für sehr auffällig halten, kommen sie hinter einem lang verborgenem Geheimnis. Ein Trittbrettfahrer stört gleichzeitig die Ermittlungen und als das ungleiche Ermittlerduo dem Täter auf der Spur ist, fängt das große Katz und Mausspiel erst so richtig an.

    Es gibt einen raschen Perspektivenwechsel, der hauptsächlich aus der Sicht der Kommissare und des Täters besteht, was den Inhalt deshalb abwechslungsreich gestaltet hat. Ich konnte dessen Gedanken, Handlungen und Gefühle so besser verstehen, nachvollziehen und mitverfolgen. Besonders die erschreckende Mordlust der kranken Seele hat für Gänsehautmomente gesorgt, dessen Motive für mich lange Zeit ein großes Rätsel waren. Erst seine Geständnisse haben für Aufklärung gesorgt, seine Vergangenheit spielt hierbei die größte Rolle. Auch bekam ich zwischendurch Einblicke aus seinem Ehealltag mit seiner blinden Frau, die eine starke Abhängigkeit gegenüber ihren Mann entwickelt hat. Obwohl er sie wie Dreck behandelt, tut die blinde Frau alles für ihren Peiniger, der als Autor Thriller auf den Markt bringen will. Dass die Frau für seine größten Inspirationen sorgt, ahnt sie nicht. Das Leben des Täters und auch seine extrem kranken Gedanken hatte ich während des Lesens deutlich vor meinen Augen. Insgesamt ist der Schreibstil des Autors sehr flüssig, locker, bis zum Ende authentisch und vor allem bildlich, was mir sehr gut gefallen und für einen schnellen Lesefluss gesorgt hat. Besonders bei den grausam ausgeübten Taten wurde nicht mit Details gegeizt.

    Der Spannungsbogen hat sich von Kapitel zu Kapitel gesteigert, der Thriller ist meiner Meinung nach deshalb erzählerisch sowie spannungstechnisch gut gelungen, auch ist er gut strukturiert aufgebaut. Die beiden Kommissare fand ich gut ausgearbeitet, vom Klappentext her habe ich mir ein schwierigeres Verhalten zwischen den beiden vorgestellt. Dass die beiden keine Freunde sind, wurde zwar schnell deutlich, auch kleinere Sticheleien untereinander haben dies bestätigt. Im Großen und Ganzen haben sich der Frauenversteher und aufbrausende Stephan Kralik und der nachtblinde und sympathische Christian Thaler schnell zusammengerauft, um gemeinsam in ein surreales Finale zu stürzen, wo es um Leben und Tod geht. Denn am Ende wurde mir das Verhalten des Täters, der ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei veranstaltet und Wünsche einfordert, etwas zu abgefahren und unglaubwürdig. Dass es so kam wie es gekommen ist, war die alleinige Schuld der Ermittler, da sie den Täter völlig unterschätzt haben. Was er für das Finale bereitgestellt hat und somit Kralik und Thaler in Lebensgefahr bringt, hatte schon einen mystischen Touch, wo sich Thalers Nachtblindheit erst recht fatal für ihn auswirkt. Das Thema der Nachtblindheit von Thaler kam während der Handlung zur Genüge zur Sprache, was wohl auf das Finale vorbereiten sollte.

    Zu guter Letzt fand ich alle Charaktere und den geschickten Plot, der mich super unterhalten hat, gut ausgearbeitet. Auch konnte ich an manchen Stellen eifrig mit dem Ermittlerduo mitfiebern. Die brutalen Handlungen, die vom Täter ausgeübt wurden, sind nichts für Zartbesaitete, was mir jedoch überhaupt nichts ausgemacht hat. Deshalb bekommt ,,Opfergrab“ von mir gute vier Sterne und eine Leseempfehlung!

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    Cover des Buches Poppy. Dein Kind verschwindet. Und die ganze Welt sieht zu. (Die Emer-Murphy-Serie 1) (ISBN: 9783548065786)

    Bewertung zu "Poppy. Dein Kind verschwindet. Und die ganze Welt sieht zu. (Die Emer-Murphy-Serie 1)" von Kristine Getz

    Poppy. Dein Kind verschwindet. Und die ganze Welt sieht zu. (Die Emer-Murphy-Serie 1)
    Jasminh86vor einem Monat
    Ein brisantes Familiendrama mit unvorhersehbaren Entwicklungen, die mich fassungslos zurückgelassen haben!

    Nichts ist zu privat, um auf Instagram geteilt zu werden. Auch nicht die Entführung deines Kindes!

    Vier Stunden, nachdem die berühmte Influencerin Lotte Wiig ein Bild ihrer zweijährigen Tochter Poppy gepostet hat, verschwindet das Kind. Die Entführung erschüttert ganz Norwegen, denn Millionen von Menschen folgen dem Leben des bezaubernden Mädchens Tag für Tag. Erst vor kurzem wurde ein anderes Kind entführt, das zwölf Stunden später wieder auftauchte. Ist es der gleiche Täter? Kommissarin Emer Murphy erfährt von der Entführung aus den Medien, doch wegen einer psychischen Erkrankung darf sie im Moment nicht arbeiten. Aber Emer will dieses Kind unbedingt finden, denn Poppy berührt etwas in ihr. Etwas, das sie längst vergessen wollte.




    ,,Poppy. Dein Kind verschwindet. Und die ganze Welt sieht zu" von Kristine Getz ist ein Thriller, der sich in Norwegen abspielt und am 30.06.2022 im Ullstein-Verlag erschienen ist. 432 Seiten enthalten eine Geschichte mit aktuellen und brisanten Themen, die ich so schnell nicht vergessen werde, da sie mich sehr zum Nachdenken angeregt hat. Obwohl dieser Entführungs-Thriller reine Fiktion ist, werden die Gefahren von Kindern, die öffentlich in den sozialen Netzwerken (hier Instagram) von ihren Eltern achtlos zur Schau gestellt werden, hervorragend verdeutlicht. Ein zweijähriges Mädchen, die seit ihrer Geburt als Influencerin einen großen Beitrag zum Einkommen ihrer Eltern beiträgt und für mehr Klicks sorgt, wird permanent fotografiert und zur Schau gestellt, damit Follower ihrer beliebten Instagramseite und Leser/innen von Lottes Blog ja nichts aus dem Familienleben der Wiigs verpassen und gleichzeitig von den gesponserten Posts der Familie inspiriert werden. Während Poppy und Lotte vor der Kamera stehen, sorgt Jens dafür, dass die Fotos perfekt in die Öffentlichkeit gelangen. Das kleine, sprachverzögerte Mädchen wird seit ihrem ersten Atemzug der Öffentlichkeit vorgeführt, auch muss sie für Produkte werben, gegen die sie allergisch reagiert. Hier wird permanent eine gute Miene zum bösen Spiel gespielt, das Image einer perfekten Bilderbuchfamilie ist das Ziel der Wiigs. Das Familienleben von Lotte, ihrem Mann Jens und der kleinen Poppy sorgt regelmäßig für Gesprächsstoff in einem Mütter-Forum, welches ich durch regelmäßig eingestreute Auszüge diverser Diskussionen mitverfolgen konnte. Auch Auszüge aus einem Pädophilen-Forum und Neuigkeiten vom Twitter-Account der norwegischen Polizei wurden zwischendurch eingeblendet, was den Inhalt sehr lebendig rübergebracht hat und gleichzeitig für Abwechslung gesorgt hat.

    In diesem Thriller stehen von Anfang an Lotte, Poppy und Jens im Rampenlicht. Ein spannender Perspektivenwechsel hat dafür gesorgt, dass ich mich in die Figuren besser hineinversetzen und ihre Gedanken, Gefühle und Handlungen besser verstehen konnte. Auch Lottes Schwiegermutter Marie Wiig kommt regelmäßig zu Wort und spielt eine große Rolle in der Geschichte. Ich konnte die Rolle der Frau, die einiges zu erzählen hat, lange nicht richtig zuordnen. Doch je weiter die Handlung, desto klarer wurde mir ihre Präsenz. Sie hat eine Abneigung gegen ihre Schwiegertochter und macht daraus auch kein Geheimnis. Denn die Vermarktung ihrer Enkelin heißt sie überhaupt nicht gut. Obwohl ihr Sohn Jens genauso an Poppys Vermarktung mitwirkt, wirft sie Lotte die alleinige Schuld an der Entführung vor. Durch Marie sind eine Menge Fragen aufgetaucht, die mir gegen Ende zufrieden stellend beantworten wurden. Ich habe Marie die ganze Zeit falsch eingeschätzt, ihr wahres Ich hat für eine gelungene Wendung gesorgt.

    Jens war mir von der ersten bis zur letzten Seite total unsympathisch, da er einen falschen und egoistischen Charakter besitzt, der von Kapitel zu Kapitel immer deutlicher wurde. Seine Sorge um Poppy wurde allerdings authentisch dargestellt, doch auch er hat es nicht immer mit der Wahrheit ernst genommen. Lotte war mir, wie ihr Ehemann, anfangs auch alles andere als sympathisch. Doch je mehr ich aus ihrer Vergangenheit erfuhr, desto besser konnte ich ihr Verhalten verstehen. Die Influencerin hat mich mit schockierenden Ereignissen konfrontiert, mit denen ich anfangs nicht gerechnet habe. Ihre Schwester steht ihr nach Poppys Entführung wieder zur Seite, nachdem sie einige Jahre keinen Kontakt hatten. Was die beiden verbindet und was für die Zukunft der beiden geplant war, hat mich sprachlos hinterlassen. Ich hoffe auf einen Folgeband, da mir das Ende genügend Raum zum Spekulieren gegeben und mich fassungslos zurückgelassen hat. Alle hier vorkommenden Protagonisten sind gut ausgearbeitet und besitzen die nötige Tiefe, um sich in dessen Köpfe hineinversetzen zu können.

    Zu guter Letzt hat Emer Murphy, Kommissarin bei der Polizei Oslo, einen großen Teil dazu beigetragen, dass mich dieser aktuelle und brisante Thriller hervorragend unterhalten hat. Sie ist wegen psychischer Probleme krankgeschrieben und leidet an den Nebenwirkungen der einzunehmenden Medikamente. Doch als sie von dem Entführungsfall erfährt und die ganze Welt still steht, beginnt sie entgegen der ärztlichen Empfehlung wieder zu arbeiten. Um klar denken zu können, setzt sie die Medikamente während der Ermittlungen einfach ab. Ich war die ganze Zeit gespannt, ob sie es schafft, keinen Rückfall zu erleiden. Obwohl ihr Verhalten in diesem Punkt sehr verantwortungslos war, war mir die Kommissarin unheimlich sympathisch. Ihr Leid und ihre Ängste konnte ich sehr gut nachempfinden und ich durfte ihr bei ihren verzwickten Ermittlungsarbeiten sehr gut über die Schulter schauen. Emer hat mich ebenfalls am Ende unheimlich überrascht, da sie mit ihrem Verhalten ihre menschliche Seite super zum Ausdruck gebracht hat. Vier Tagen und eine Woche später war ich gebannt zu erfahren, was wirklich mit Poppy geschehen ist. Ich habe versucht, einen Zusammenhang zu dem Entführungsfall eines weiteren Kindes herzustellen, welches jedoch nach zwölf Stunden wieder aufgetaucht ist. Auch verfolgt seit einiger Zeit ein Stalker Lottes Leben und macht ihr Angst. Diese Vorkommnisse ergeben bis zum Schluss ein klares Bild, sodass der Autorin ein raffinierter, gut durchdachter und spannend erschreckender Plot gelungen ist.

    Der achtlose Umgang mit den sozialen Medien von Eltern und die Gefahren für ihre Kinder wurden klasse auf den Punkt gebracht. Auch wenn hier Fiktion beschrieben wurde, kann die Realität ebenso erschreckend verlaufen. Die Privatsphäre der eigenen Kinder sollte nicht einfach aufs Spiel gesetzt werden, denn dank der Anonymität des Internets lauern Gefahren, die sich viele, besonders Eltern, nicht bewusst sind. Ich finde, dass diese Geschichte mit einer klaren Botschaft auffordert, die Augen vor solchen schlimmen Gefahren nicht zu verschließen. Durch den flüssigen, authentischen und bildlichen Schreibstil kommt der Thriller erschreckend lebendig rüber. Insgesamt ist die komplette Handlung gut durchdacht, strukturiert, schlüssig und rätselhaft, welche eine komplett angespannte Atmosphäre besitzt. Einige überraschende und erschreckende Wendungen wurden eingebaut, die mir sehr gut gefallen und für Gänsehaut gesorgt haben. Alle Puzzleteile sitzen bis zur letzten Seite an ihrem Platz, die ein verheerendes Familiendrama offenbaren. Mir hat dieser Psychothriller klasse gefallen, weshalb ich ihn definitiv weiterempfehle!
    🌟🌟🌟🌟🌟

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    Cover des Buches Das Gotteshaus (ISBN: 9783442206292)

    Bewertung zu "Das Gotteshaus" von C.J. Tudor

    Das Gotteshaus
    Jasminh86vor einem Monat
    Ein schauriger, mysteriöser und unheimlicher Thriller, dessen dichte Atmosphäre Gänsehaut verursacht!

    ,,Das Gotteshaus" der Autorin C.J. Tudor ist ein Thriller, der am 14. Juni 2022 im Goldmann-Verlag erschienen ist. 560 Seiten voller mysteriöse Spannung und Geheimnisse haben mich hervorragend unterhalten, denn diese Geschichte lüftet, besonders gegen Ende, ein besonderes dunkles und komplexes Geheimnis, welches mich völlig überrascht hat. Die Autorin hat hier eine sehr geschickte und vor allem überraschende Wendung eingebaut, die ich nicht vorhergesehen habe. Ereignisse aus der Vergangenheit und der Gegenwart ergaben für mich einen gut durchdachten Plot, der von einer schaurigen und übernatürlichen Atmosphäre begleitet wird. Mehrere, darunter auch rätselhafte Handlungsstränge, sowohl aus der Gegenwart und aus der Vergangenheit, ergeben im Laufe der Zeit eine gut überlegte, schlüssige und komplexe Geschichte mit einer intensiven Spannung, einige Einblicke aus dem Leben von Jack und Flo haben den Fokus von der wahren Geschichte nicht abschweifen lassen. Die düstere Erzählung verdichtet sich so umso besser, außerdem haben diese für eine schöne Abwechslung gesorgt.

    Durch die spannende, flüssige, authentische und detaillierte Erzählweise ist es der Autorin wunderbar gelungen, dass ich mich sehr gut in die beiden Hauptfiguren hineinversetzen konnte. Da Jack mit Flo kurzfristig von Nottingham nach Chapel Croft umgezogen sind, sind die ersten Tage für sie nicht einfach. Während Jack auf einen Neuanfang hofft und eine ruhigere und friedlichere Zeit angehen möchte, verbringt Flo anfangs viel Zeit mit Fotografie, ihrem größten Hobby. Langsam bereitet sich Jack für ihre neue, jedoch viel kleinere Gemeinde in dem ländlichen Sussex vor, wo sie als Pfarrerin weiter Gottes Weg befolgen und lehren will. Dass ihr Vorgänger Selbstmord beging, erfährt sie erst, als sie längst angekommen ist. Nicht nur diese Nachricht lässt sie grübeln, denn wenig später geschehen regelmäßig rätselhafte und bedrückende Situationen, die dafür sorgen, dass Jack von Alpträumen und ihrer Vergangenheit eingeholt wird. Dass sie auf der Flucht vor einem Mann ist, der sich hier regelmäßig zu Wort meldet und mich tief in seine dunkle Seele hat blicken lassen, behält sie nur für sich. Dies führt zu einer extrem angespannten Pastorin, die nicht mehr zur Ruhe kommt als plötzlich auch noch skurrile Botschaften auftauchen und mysteriöse Situationen entstehen.

    Schnell wird Jack klar, dass sich hinter dem idyllischen Chapel Croft eine erschreckende und dunkle Geschichte verbirgt, die nur darauf wartet, erneut auszubrechen. Flo, die auf dem Friedhof unvorstellbare Situationen erlebt und dabei ist sich in einen Außenseiter zu verlieben, wird auch langsam, aber sicher in den dunklen Abgrund gezogen. Jack und Flo werden von Visionen brennender Mädchen heimgesucht, die Legende der Sussex-Märtyrer und das rätselhafte Verschwinden der beiden Mädchen vor 30 Jahren tauchen in ein neues Licht und bringen Erschreckendes zutage. Auf den ersten Blick wirkt Chapel Croft ruhig und harmonisch, doch ich wurde des besseren belehrt und konnte tief in verstörende Abgründe einer verschworenen Gemeinschaft blicken.

    Schauderhafte Beschreibungen einiger Situationen haben bei mir Gänsehaut verursacht. Was Flo auf ihren regelmäßigen Entdeckungstouren entdeckt, fand ich unheimlich spannend geschrieben, besonders der eingearbeitete, übernatürliche Hauch. Eigentlich bin ich nicht der Typ, der auf Mystery und Übernatürliches steht, in dieser Geschichte hat dies jedoch hervorragend gepasst, da sich diese Ereignisse nahtlos und passend an die Handlung angepasst haben. Es wurde mit den Mystery-Elementen nicht übertrieben, sodass ich den kompletten Inhalt als wohl dosiert gruselig empfand. Die Elemente aus Horror und übernatürlichen Ereignissen haben dieser Geschichte das gewisse Etwas gegeben. Die Atmosphäre ist, wie schon erwähnt, brillant atmosphärisch, ich hatte regelmäßig das Gefühl, bei vielen Situationen hautnah mit dabei zu sein. Erzählerisch sowie spannungstechnisch ist dieser Thriller meiner Meinung nach außerordentlich gut gelungen. Der Plot ist clever, intensiv, rätselhaft und dunkel, der zum Miträtseln einlädt.

    Die mehrschichtigen Charaktere sind gut ausgearbeitet und kommen authentisch rüber, besonders Jack und Flo. Aber auch der rätselhafte Mann, der auf der Suche nach Jack ist, hat mir Gänsehaut beschert. Nicht nur der spannende Zeitenwechsel, auch ein übersichtlicher Perspektivenwechsel halten die Spannung auf einer hohen Ebene aufrecht, die starke Sogwirkung hat mich an die Seiten gefesselt. Was noch aus der turbulenten Zeit aus Nottingham auf Jacks Schultern lastet, wurde von Kapitel zu Kapitel deutlicher. Überhaupt ist Jack ein klasse Charakter und überhaupt keine spießige Pfarrerin. Sie raucht heimlich und steht zu ihrer Meinung, als Mutter kann sie sich, wie ich finde, ebenfalls sehen lassen, das erklärt auch das innige Verhältnis zu ihrer Tochter. Ihr weißer Kragen macht deutlich, dass sie auf Gottes Seite steht, insgesamt ist sie aber richtig taff und cool, weshalb sie Schwierigkeiten hat, sich der Dorfgemeinschaft anzupassen.

    Insgesamt hat mir dieser unheimliche, abwechslungs- und wendungsreiche, fesselnde und verdrehte Spannungsroman ein paar schaurige und brennende Lesemomente beschert, weshalb ich ihn mit gutem Gewissen weiterempfehle. Besonders am Ende haben mich die Ereignisse umgehauen, sodass der Autorin geniale Wendungen gelungen sind. Auch von der Atmosphäre und den außergewöhnlichen Protagonisten war ich vollkommen angetan, deshalb bekommt diese Geschichte von mir ganz klare fünf Sterne und natürlich eine glasklare Leseempfehlung.

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    Cover des Buches Im Feuer (ISBN: 9783651001091)

    Bewertung zu "Im Feuer" von Pernilla Ericson

    Im Feuer
    Jasminh86vor einem Monat
    Ein brandheißer Kriminalroman, dessen aktuelle Themen mit einem geschickten Plot spannend miteinander verbunden sind!

    ,,Im Feuer“ ist ein Kriminalroman und der erste Fall für die schwedische Ermittlerin Lilly Hed. Aus der Feder von Pernilla Ericson ist der Auftakt am 27.07.22 im Fischer Scherz-Verlag erschienen, somit ist dies der erste Band einer hervorragenden Scandi-Krimireihe. Der Originaltitel lautet ,,300 Grader“, übersetzt wurden die 400 Seiten aus dem Schwedischen von Friederike Buchinger. Die hier geschilderte Geschichte ist definitiv brandheiß, aktuell und sehr spannend geschrieben, sodass mich der komplette Inhalt von der ersten bis zur letzten Seite durchgehend gefesselt und überzeugt hat. Dramatische und spannende Abschnitte haben mich exzellent unterhalten, besonders aber am Ende hat es mir die Sprache verschlagen. Denn die Autorin hat mich hier mit einer sehr geschickten und unvorhersehbaren Wendung überrascht, auf die ich nicht ansatzweise gekommen bin. Gekonnt wurde ich bis zur Auflösung auf falsche Fährten geführt, damit dieser gelungene Überraschungseffekt noch besser zur Geltung kam. Ich war, was den Täter angeht, völlig auf dem Holzweg und die ganze Zeit fleißig am Miträtseln. All die Mühe hätte ich mir sparen können, da ich mit einem äußerst gelungenen und gut durchdachten Schluss belohnt wurde. Trotzdem hat sich das Miträtseln die ganze Zeit über, was sich meiner Meinung nach für einen guten Kriminalroman gehört, gelohnt. Dazu ist die Handlung übersichtlich und abwechslungsreich, sodass für mich keine Langeweile aufkam.


    Aktuelle Themen und rasante Ermittlungen einer sympathischen und sehr gut ausgearbeiteten Hauptprotagonistin machen diesen Krimi besonders aus. Die unerträgliche, trockene, ungewöhnliche und überraschende Hitze im Hochsommer Schwedens macht den Einwohnern gleich doppelt das Leben schwer, denn es herrscht ein strenges Verbot, Feuer in einer noch so kleinsten Flamme zu entzünden. Obwohl alle Einsatzkräfte der Feuerwehr ständig in Bereitschaft sind, kommen sie gegen einer gefährlichen Naturgewalt nicht an. Es besteht eine akute und lebensgefährliche Waldbrandgefahr, die Flammen des Feuers zeigen sich hier detailliert und bildlich in eine erschreckende Weise. Ständig und überall brennt es, doch der Ermittlerin Lilly Hed aus Stockholm kommen nach und nach einige verheerende Brände, die besonders grausam stattgefunden haben, sehr verdächtig vor. Obwohl alles auf die andauernde Trockenperiode hindeutet, bleibt Lilly hartnäckig und versucht herauszufinden, ob ein Brandstifter die Klimakatastrophe für seine Zwecke ausnutzt. Denn in kurzer Zeit sterben Männer an den Folgen eines wütenden Brandes, sodass sie ihre letzten Augenblicke im Leben besonders qualvoll miterleben mussten. Lilly lassen diese besonders schlimmen Brände nicht los und sie versucht, jeden aktenkundigen Brandstifter ausfindig zu machen und mit der Zeit einen Zusammenhang zwischen den verbrannten Männern herzustellen. Dabei gerät sie selbst in Lebensgefahr und im weiteren Verlauf der Ermittlungen weiß sie selbst nicht mehr, ob sie sich auf ihren Verstand überhaupt noch verlassen kann. Zudem ist sie wegen ihrer Vergangenheit und jetziger Flucht ständig angespannt, dessen Grund ich nach und nach erfahren habe. Ich konnte mich in ihre Lage, ihren Gedanken, Gefühle und Handlungen sehr gut hineinversetzen, da Lilly ein tief ausgearbeiteter Charakter ist, mit dem ich mich gut identifizieren konnte.


    Dies ist ein spannender, überzeugend geschilderter und gut durchdachter Krimi, der mir dank detailliert beschriebenen Handlungen Gänsehaut beschert hat. Obwohl hier eine unerträgliche Hitze herrscht, lief es mir ab und zu eiskalt den Rücken herunter. Selbst den Rauch der Brände konnte ich riechen. Das komplette Schreckensszenario der Waldbrände plus die gezielt ausgeübten Brände auf die Opfer von einem bis zum Ende unbekannten Täter, haben für einen konstanten Spannungsbogen gesorgt. Durch sehr präzise Beschreibungen der verheerenden Naturgewalt konnte ich mir das schreckliche Ausmaß des Klimawandels in Schweden bildlich sehr gut vorstellen. Auch die Anspannung und großen Ängste der Menschen kommen authentisch, verständlich und teilweise emotional sehr gut rüber. Es herrscht die ganze Zeit über eine extrem angespannte Atmosphäre, die, wie das Ende bewiesen hat, auch ihre Berechtigung hatte. Der Spot war für mich am Ende des Buches klar ersichtlich, genau wie das Motiv für die gezielt ausgeübten Brände. Dieser Punkt wurde sehr geschickt und unvorhersehbar eingefädelt.


    Ich finde, dass diese Geschichte von der Autorin von Anfang bis Ende gewissenhaft ausgearbeitet wurde und stimmig ist. Mit dramaturgischen Höhepunkten wurde genügend Spannung aufgebaut, um meine Neugier wachzuhalten. Auch wenn die Aufklärung der Straftaten im Mittelpunkt steht, erfuhr ich dazwischen einige private Details über Lilly, ihrer Vergangenheit und dem Verhältnis zu ihrer Mutter. Nebenbei hat die Freundschaft zu Feuerwehrchef Jesper Zeit gehabt, auszureifen. Der Handlungsverlauf ist überwiegend aus Lillys Sicht geschrieben, ab und zu kam jedoch eine Stimme zum Vorschein, die mir bis zur vollständigen Auflösung rätselhaft war. Diese hat allerdings mit der Zeit klare Aussagen über das Motiv gemacht, sodass alle offenen Fragen ein schlüssiges Gesamtbild ergeben.


    Der Schreibstil der Autorin ist fließend und lebendig, sodass ich in einen richtigen Sog geraten bin. Alle hier vorkommenden Charaktere und eingebauten Dialoge wirken ebenfalls sehr lebendig, denn ihre sozialen Stellungen, ihr Verhalten und ihre Eigenschaften kamen deutlich rüber. Moralische und ethische Aspekte des Krimis wurden gut erläutert und berücksichtigt. Ein gesellschaftliches Problem und die Kraft der Naturgewalt ergeben einen klasse Plot, meiner Meinung nach hat Pernilla Ericson mit diesem Krimi ihr schreiberisches Können sehr gut unter Beweis gestellt. Mit einem guten Konzept und Spannungsbogen ist es ihr gelungen, die Schilderung eines Verbrechens und dessen Auflösung durch einer cleveren Ermittlerin zu rekonstruieren. Der Überraschungseffekt am Ende ist wie erwähnt äußerst gelungen, kleine Nebenhandlungen und falsche Spuren ergeben einen fantastischen Krimi, der von mir ganz klar fünf Sterne und eine deutliche Leseempfehlung bekommt. Auf den Folgeband ,,Im Sturm", der voraussichtlich am 26. Juli 2023 erscheinen wird, bin ich schon sehr gespannt, da ich unbedingt wissen möchte, wie Lilly ihr großes Problem lösen wird, um endlich wieder angstfrei leben zu können.

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    Über mich

    Bücher gehören zu meiner Leidenschaft. Besonders Thriller und Krimis, die für eine Menge Gänsehaut sorgen.

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