JenniferKrieger

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    Cover des Buches Die Kunst des Krieges9783937872872

    Bewertung zu "Die Kunst des Krieges" von Sun Tsu

    Die Kunst des Krieges
    JenniferKriegervor einem Monat
    Kurzmeinung: Sun Tsus Ausführungen sind sehr allgemein und abstrakt, nur die nachträglichen Notizen des Übersetzers haben konkrete Beispiele gebracht.
    Viel abstrakter als erwartet, Beispiele nur in Anmerkungen

    Hier geht's zur vollständigen Rezension auf meinem Blog.


    Rezension

    Nachdem ich in letzter Zeit häufiger Bücher mit mittelalterlichen Settings gelesen habe, in denen Schlachten und Kriegsstrategien eine wichtige Rolle spielten, hatte ich große Lust, das wohl bekannteste Buch zur Kriegsführung zu lesen. Es hat sich sehr schnell herausgestellt, dass ich nach Sun Tsus Vorstellungen ein schlechter General wäre. Und da kann ich ihm nur zustimmen. Ziel der Kriegsführung nach Sun Tsu ist der Sieg. Diesem Ziel wird alles andere untergeordnet: Eigene Verbände werden geopfert, wenn dies den Sieg garantiert. Selbst die kleinste Verfehlung der eigenen Leute wird mit Enthauptung bestraft, um die Disziplin eisern aufrecht zu erhalten. Es wird beim Volk des Feindes, selbst wenn es Zivilisten sind, geplündert, um die Armee zu ernähren, ohne das eigene Volk auszuhungern. „Menschlichkeit und Gerechtigkeit sind die Prinzipien, nach denen ein Staat geführt wird, doch nicht die Armee; Opportunismus und Flexibilität dagegen sind militärische und keine zivilen Tugenden“ (S. 33), sagt Sun Tsu dazu. Rational betrachtet verstehe ich diese Überlegungen durchaus und stimme zu, dass sie notwendig sind oder sein können, um den Sieg zu erlangen. Emotional betrachtet würde ich aber niemals meine eigenen Leute opfern können. Da ich mich beim Lesen des Buches immer so ein bisschen in die Rolle des Generals versetzt habe, um zu sehen, welche Ideen und Gedankenprozesse Sun Tzus Vorschläge auslösen, war das für mich wirklich richtig, richtig harte Lektüre. Sehr interessant und ich habe einiges mitnehmen können, aber es ist schon besser, dass ich kein General bin.


    Darüber hinaus muss ich sagen, dass ich wohl mit den falschen Erwartungen an das Buch herangegangen bin. Ich hatte gehofft, mehr über Manöver und taktisches Verhalten in einer Schlacht zu lernen. „Die Kunst des Krieges“ versucht dem Leser aber die Mentalität zu vermitteln, die notwendig ist, um einen ganzen Krieg zu gewinnen. Es geht fast ausschließlich um Grundsätzliches: Dass Wetter, Tageszeit und Terrain genauso wichtig sind wie Disziplin und klare Strukturen; aus welchen Quellen Spione bezogen werden können; wann anzugreifen ist und wann nicht. Die Umsetzung in einer konkreten Schlacht wird dagegen, abgesehen davon, dass man Hügel immer hinter sich haben und dem Feind auch bei Umzingelung ein Schlupfloch lassen soll, gar nicht erwähnt. Das hat mich ein wenig enttäuscht, denn so weiß ich mit dem Großteil des Buches relativ wenig anzufangen. Vielleicht fehlt mir Erfahrung, vielleicht fehlt mir Kreativität, aber der Hinweis, dass ich eine Kriegslist anwenden soll, ohne auch nur eine Andeutung zu machen, wie diese List denn aussehen könnte, hilft mir nicht wirklich weiter. Das Buch war mir einfach nicht konkret genug.


    Aus diesem Grund stammen die Passagen, die mir am dem Buch wohl am besten gefallen haben, gar nicht von Sun Tsu selbst, sondern sind eingefügte Notizen von Lionel Giles, der das Buch 1910 aus dem altchinesischen Original ins Englische übertragen hat. Bei diesen Notizen handelt es sich um kurze geschichtliche Anekdoten, die eine Umsetzung der von Sun Tsu geschilderten Aspekte beinhalten. Giles hat aus vielen Schriften, die hunderte Jahre asiatischer Kriege dokumentieren, passende Beispiele ausgewählt, um beispielsweise zu zeigen, wie deutlich unterlegene Armeen gewinnen, weil sie mit dem Mute der Verzweiflung kämpfen, da der Feind ihnen keinen anderen Ausweg gelassen hat. Diese konkreten Beispiele, die mir in Sun Tsus Originaltext fehlen, haben mich zumindest einiges aus diesem Buch mitnehmen lassen. Ich fand es sehr interessant, auf welche Weise siegreiche Generäle Sun Tsus Worte interpretiert und welche Kriegslisten sie angewendet haben. Wirklich gelernt habe ich von diesem Buch genau an den Stellen, an denen praktische Beispiele und Sun Tsus theoretischer Hintergrund verknüpft wurden.


    Fazit

    Meine Erwartungen an das Buch waren nicht ganz richtig. Es geht um Grundsätzliches und den theoretischen Hintergrund der Kriegsführung, nicht um konkrete Strategien und Taktiken für eine Schlacht. Vieles war mir daher viel zu abstrakt. Nur die in dieser speziellen Übersetzung hin und wieder eingefügten praktischen Beispiele für die Umsetzung haben mich etwas mitnehmen lassen. Diese Verknüpfung von Theorie und Praxis war interessant und lehrreich. „Die Kunst des Krieges“ hat mir fast ausschließlich durch die Anmerkungen des Übersetzers Wissen vermitteln können, sodass ich drei Schreibfedern vergebe.

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    Cover des Buches Die Beschwörung des Lichts9783596296347

    Bewertung zu "Die Beschwörung des Lichts" von Victoria Schwab

    Die Beschwörung des Lichts
    JenniferKriegervor einem Monat
    Kurzmeinung: Dieses Buch zu lesen war wie nach Hause zu kommen. Ich liebe die Charaktere und habe wahnsinnig gern Zeit mit ihnen verbracht.
    Dieses Buch zu lesen war wie nach Hause zu kommen

    Hier geht's zur vollständigen Rezension auf meinem Blog.


    Rezension

    Kann Spoiler bezüglich der ersten beiden Teile enthalten!


    Obwohl es eineinhalb Jahre her ist, dass ich den zweiten Band der Reihe gelesen habe, hatte ich überhaupt keine Schwierigkeiten dabei, wieder in die Geschichte einzutauchen. Von der ersten Seite an hat sich alles so vertraut angefühlt als hätte ich den zweiten Teil erst gestern beendet. Vielleicht liegt es daran, dass das Buch genau dort, mitten in der fesselnden, dramatischen Szene, ansetzt, wo der vorherige Band aufgehört hat. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich die Charaktere so unfassbar liebe, dass eineinhalb Jahre längst nicht ausreichen, um zu vergessen. Auf jeden Fall hat es sich, obwohl es schon auf den ersten Seiten um Leben und Tod geht, angefühlt wie nach Hause zu kommen.


    Dieses Gefühl hat sich auch dann gehalten, als die Geschichte sich beruhigt hat. Wie schon der vorherige Band ist auch „Die Beschwörung des Lichts“ kein actiongeladenes Buch. Tatsächlich könnte es, wenn ich es rein mit Blick auf die Handlung betrachte, locker auf die Hälfte, wenn nicht sogar ein Drittel eingestampft werden. Wer Geschichten mit hohem Tempo bevorzugt, wird mit diesem Buch also nicht glücklich werden, denn V. E. Schwab lässt sich wirklich sehr viel Zeit. Viele Situationen werden aus mehreren Perspektiven geschildert, es werden kurze Nebenhandlungsstränge abgespalten und mehrfach gibt es Rückblicke in die Vergangenheit verschiedener Figuren. All das führt dazu, dass relativ wenig Handlung auf sehr viele Seiten gestreckt wird. Mir persönlich hat das in diesem Fall sehr gefallen, denn mehr Seiten bedeuteten mehr Zeit mit den Charakteren. Die Handlung selbst war, obwohl interessant, gut durchdacht und innovativ, für mich eher zweitrangig in diesem Buch.


    Tatsächlich fußt meine Liebe zu dieser Reihe hauptsächlich auf meiner Liebe zu den Charakteren. Es war auch in diesem Band wieder richtig schön, einfach ein wenig Zeit mit den Figuren zu verbringen. Wenn ich mich mit Freunden treffe, muss auch nicht immer Action herrschen, wir können stattdessen auch gemütlich beisammen sitzen und uns stundenlang unterhalten. Dieses Gefühl hat das Buch vermittelt. Ich habe die Gesellschaft von Lila, Kell, Rhy und Alucard einfach in vollen Zügen genossen, unabhängig davon, womit sie sich gerade beschäftigt haben. Deshalb hat mich das Ende auch ziemlich wehmütig zurückgelassen. Normalerweise habe ich keine Schwierigkeiten damit, ein Buch zu beenden, aber diesmal hat mich der Book Hangover echt hart erwischt. Vermutlich ist das der Tatsache geschuldet, dass nicht nur ich mich von der Reihe verabschieden musste, sondern auch Charaktere innerhalb der Geschichte einander Lebewohl sagen. Diese Parallelen haben alles verstärkt und mich echt mitgenommen. Zwar sind es alles nur Abschiede auf Zeit, aber ich bin trotzdem traurig, weil ich die Geschichte und die Figuren so sehr ins Herz geschlossen habe. Am liebsten würde ich jetzt schon wieder von vorne anfangen.


    Fazit

    Dieses Buch zu lesen war wie nach Hause zu kommen. Es hat sich von Anfang an alles vertraut angefühlt. Ich habe es in vollen Zügen genossen, einfach Zeit mit den Charakteren zu verbringen, sodass das Beenden der Reihe mich wehmütig zurücklässt. Die Handlung war wieder interessant und innovativ, für mich aber tatsächlich zweitrangig, denn für mich lebt das Buch von den Figuren. „Die Beschwörung des Lichts“ hat mir schöne Lesestunden und einen ziemlichen Book Hangover beschert, wofür ich alle fünf Schreibfedern vergebe.

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    Cover des Buches Battle Mage - Rückkehr des Drachen9783453320598

    Bewertung zu "Battle Mage - Rückkehr des Drachen" von Peter A. Flannery

    Battle Mage - Rückkehr des Drachen
    JenniferKriegervor einem Monat
    Kurzmeinung: Absolut grandioses Buch mit den epischsten Schlachten aller Zeiten. Ich habe unfassbar viel geheult beim Lesen.
    Grandioses Buch mit epischen Schlachten

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    Rezension

    Kann Spoiler bezüglich des ersten Teils enthalten!


    In der Rezension zum ersten Band habe ich gesagt, dass ich Angst vor diesem zweiten Teil habe. Ich hatte befürchtet, dass einige liebgewonnene Charaktere sterben und ich deshalb wie ein Schlosshund heulen würde. Jetzt habe ich das Buch gelesen und muss sagen: Es war sogar noch schlimmer. Schon im ersten Band gab es, unabhängig von den Toten, berührende Szenen, die mich eiskalt erwischt und mir die Tränen in die Augen getrieben haben. Der zweite Teil aber hat mich so mitgenommen, dass ich mich in meinem Zimmer eingeschlossen habe, damit niemand sieht, wie ich mir die Augen aus dem Kopf heule. Kein Witz. Ich kann mich nur an ein Buch erinnern, bei dem ich annähernd ähnlich oft geweint habe. Bezeichnenderweise waren die Situationen, in denen Figuren gestorben sind, sogar die harmloseren. Das Buch ist einfach mit so ergreifenden Beschreibungen gefüllt, dass ich ständig Gänsehaut hatte. Die Geschichte hat mich berührt und bewegt und mitgerissen und begeistert, selbst bei vermeintlich unspektakulären Szenen, weil die Intensität der Atmosphäre ausgereicht hat, um einen Kloß in meinem Hals zu verursachen.


    Am allermeisten gepackt haben mich die zahlreichen Kämpfe und Schlachten. Insbesondere der Endkampf war so gigantisch und episch – im Grunde ist es Blasphemie, das zu sagen, aber ich habe mit dem finalen Kampf in „Battle Mage“ tatsächlich eine Schlacht gefunden, die selbst „Helm's Deep“ und „The Ride of the Rohirrim“ in den Schatten stellt. Und zwar hauptsächlich durch den ständigen Wechsel des Fokus. Peter A. Flannery hat eine perfekte Mischung aus detaillierten Schilderungen und Gesamtüberblicken geschaffen. Es werden Bewegungen und Schwertstreiche einzelner Personen in ihren Zweikämpfen mit dem Gegner beschrieben, wodurch Spannung und Dramatik aufkommt, wenn die Personen verletzt werden oder erkennen, dass sie auf verlorenem Posten kämpfen. Im Anschluss werden nahtlos durch die Augen einer anderen Person ganze Truppenbewegungen verfolgt. Der Autor hat sehr viel Wert darauf gelegt, dass nicht nur Menschen gegen Besessene kämpfen. Stattdessen beschreibt er Taktik und Manöver von leichter und schwerer Reiterei, Speerträgern, Bogenschützen etc. Und insbesondere diese Manöver sind es, durch die die Schlachten unbeschreiblich episch werden. Allein der Gedanke daran, wie die schwere Reiterei in einem lebensgefährlichen Manöver in vollem Galopp durch die Reihen der Bogenschützen prescht, woraus ohne blindes Vertrauen, absolute Kontrolle und perfekte Harmonie ein Blutbad werden würde, beschert mir schon wieder Gänsehaut und lässt mir vor Ergriffenheit Tränen in die Augen schießen. (Nun gibt es zwei Bücher, bei denen ich während des Schreibens der Rezension in Tränen ausgebrochen bin: Battle Mage 1 und Battle Mage 2.) Das gesamte Buch ist so bildgewaltig geschrieben, dass es die ganze Zeit wie ein richtig packender, krasser Schlachtenfilm, der mit Taktik überzeugt statt mit Blut, vor meinem inneren Auge ablief.


    Obwohl der Krieg und die damit einhergehenden Kämpfe einen Großteil des Buches einnehmen, hat der zweite Teil von „Battle Mage“ auch wieder vielfältige und abwechslungsreiche Handlung zu bieten: Schließlich ist Falco offiziell noch kein Kampfmagier, Meredith ist dem großen Geheimnis, das vor ihm verborgen wird, noch nicht auf die Spur gekommen, die Königin muss sich immer noch dagegen wehren, gestürzt oder verheiratet zu werden, und das Problem mit den schwarzen Drachen besteht weiterhin. Ich habe total gebannt die unterschiedlichen Handlungsstränge verfolgt; auf der einen Seite neugierig, welche Geheimnisse offenbart werden würden, auf der anderen Seite mit den Nerven am Ende, wenn ich aufgrund zwischenzeitlicher Perspektivwechsel auf die Antagonisten genau wusste, dass die Figuren gerade in eine Falle laufen. Ich mochte wirklich sehr, wie die vielen kleinen Geschichten, die das Buch erzählt, nach und nach zu einer beeindruckende, grandiosen Gesamthandlung verschmolzen sind.



    Fazit

    Dieser zweite Band steht dem überragenden ersten Teil in nichts nach. Die ergreifenden Beschreibungen und die mitreißende Atmosphäre haben mich so mitgenommen, dass ich unfassbar viel geheult habe beim Lesen. Ich habe nie epischere, bildgewaltigere Schlachten mit einer perfekteren Mischung aus Detailreichtum und Gesamtüberblicken gesehen. Und auch die übrige vielfältige, abwechslungsreiche Handlung habe ich gebannt und neugierig verfolgt. Die vielen Puzzleteile sind in „Battle Mage – Rückkehr des Drachen“ zu einem grandiosen Gesamtbild verschmolzen, für das ich alle fünf Schreibfedern vergebe.


    Ich bedanke mich beim Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar!

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    Cover des Buches Laura und das Siegel der Sieben Monde9783551358226

    Bewertung zu "Laura und das Siegel der Sieben Monde" von Peter Freund

    Laura und das Siegel der Sieben Monde
    JenniferKriegervor einem Monat
    Kurzmeinung: Hohes Tempo und viel Action, wenn auch nicht immer realistisch. Trotzdem unterhaltsam.
    Hohes Tempo und viel Action

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    Rezension

    Kann Spoiler bezüglich des ersten Teils enthalten!


    Mit diesem Buch hat meine Liebe zu dieser Reihe begonnen, als ich es damals, vor mehr als zehn Jahren, zum Geburtstag geschenkt bekommen habe. Aus diesem Grund habe ich mich auf den Reread dieses Bandes noch ein wenig mehr gefreut als auf alle anderen. Zu Beginn konnte ich mich nur noch an eine einzige Szene erinnern, sodass ich richtig neugierig war, was mich wohl erwarten würde. Zwar kamen während des Lesens einige Erinnerungen zurück, durchaus auch zu entscheidenden Enthüllungen, aber an das größte Rätsel habe ich mich bis zum Schluss nicht erinnern können. Daher hat mich die Auflösung, was es mit dem Siegel auf sich hat, wirklich überrascht.


    Ein anderer Grund dafür, dass die Erinnerungen der Spannung keinen Abbruch getan haben, ist das hohe Tempo der Geschichte. Es gibt so viel Action, weil die Dunklen wirklich bei jeder Gelegenheit versuchen, Laura Steine in den Weg zu legen, dass gar keine Zeit für etwaige Langeweile war. Die Dunklen versuchen mit allen Mitteln, sie in den Schulfächern durchfallen zu lassen, damit sie von der Schule verwiesen wird, sie verüben mehrere Mordanschläge auf sie, Laura muss oft auf Traumreisen zurückgreifen, um Informationen zu bekommen, und die anderen Wächter werden auf unterschiedliche Weise aus dem Verkehr gezogen, damit sie ohne Unterstützung dasteht. Gleichzeitig schildert das Buch auch die Ereignisse auf Aventerra und die Erlebnisse von Ritter Paravain, Heiler Morwena, Schülerin Alienor und Waldläufer Silvan, die ich allesamt ins Herz geschlossen habe. Ich konnte kaum aufhören zu lesen, weil sich eine packende Szene an die andere gereiht hat, unabhängig davon, welche Figur gerade betrachtet wurde. Insgesamt hat das Buch dadurch wirklich viel Handlung, auch wenn der Autor sich trotzdem die Zeit nimmt, detailliert zu beschreiben. In Summe kommt dabei eine für die Zielgruppe ungewöhnlich umfangreiche Geschichte zustande.


    Dass die Zielgruppe etwa das Alter von Laura und ihren Freunden hat, ist mir auch in diesem Buch wieder extrem aufgefallen. Realistisch ist es nämlich eher selten. Hätte ich das Buch durchweg ernst genommen, wäre ich wohl ziemlich enttäuscht worden. Zum Glück habe ich rechtzeitig gemerkt, dass ich mit einem gewissen Augenzwinkern herangehen muss. Nicht, dass die Geschichte lächerlich wäre, das auf keinen Fall. Die Figuren verhalten sich nur, unabhängig von ihrem Alter, alle wie Dreizehnjährige, es gibt ziemlich viele glückliche Zufälle, hanebüchene Beweise überzeugen die Polizei, niemand findet die enge, private Beziehung zwischen Laura und ihrem Lehrer fragwürdig, Böse mit telepathischen Fähigkeiten bemerken nicht, wenn sie angelogen werden und kommen nicht auf die Idee, Lauras Pläne einfach aus den Köpfen ihrer Freunde zu stehlen. Ich bin mir sicher, dass mir das damals, als ich das Buch das erste Mal gelesen habe, nicht aufgefallen ist. Jetzt bemerke ich es durchaus, allerdings gefällt mir die Geschichte gut genug, dass ich kein Problem damit habe, darüber hinwegzusehen.


    Fazit

    Auf das Buch war ich richtig neugierig. Zwar kamen mit der Zeit viele Erinnerungen wieder, aber insbesondere das Siegel konnte mich wieder überraschen. Außerdem hat mich das hohe Tempo der Geschichte überzeugt. Es gab viel Action, sodass es packend war, und in Summe echt richtig viel Handlung. Nur dass die Zielgruppe eindeutig Leser in Lauras Alter sind, hat sich teilweise extrem bemerkbar gemacht. Viele Dinge waren nicht gerade realistisch, aber die Geschichte hat mir gut genug gefallen, um darüber hinwegzusehen. „Laura und das Siegel der Sieben Monde“ war eine spannende Fortsetzung, die vier Schreibfedern bekommt.

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    Cover des Buches Das verbotene Eden - Logan und Gwen9783426653258

    Bewertung zu "Das verbotene Eden - Logan und Gwen" von Thomas Thiemeyer

    Das verbotene Eden - Logan und Gwen
    JenniferKriegervor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ganz unterhaltsam und Logans Familie ist toll. Die Liebesgeschichte und viele weitere Dinge sind leider sehr unglaubwürdig.
    Ziemlich unglaubwürdig, aber dennoch unterhaltsam

    Hier geht's zur vollständigen Rezension auf meinem Blog.


    Rezension

    Kann Spoiler bezüglich des ersten Teils enthalten!


    Ich habe gerade noch mal meine Rezension zum ersten Band gelesen und festgestellt, dass ich mich größtenteils nur wiederholen kann. Das Buch war wenig überraschend, aber als leichte Lektüre trotzdem unterhaltsam, und die Liebesgeschichte war unglaubwürdig. Darüber hinaus fand ich diesmal auch viele andere Dinge unrealistisch. Allerdings gab es in diesem Band auch Figuren, die mich begeistert haben. Nicht die Protagonisten, aber Logans Familie mochte ich sehr gern. Es hat mir richtig gut gefallen, dass sein kleiner, treuer Bruder sich über Gebärdensprache verständigt. Und ich fand es herzerwärmend, wie er Logan vergöttert und wie liebevoll die beiden miteinander umgehen. Auch der Vater hat mich überzeugt, denn er ist ein guter Mann und liebt seine Söhne von Herzen. Da Logan noch Zuhause wohnt, haben die beiden entsprechend viele Auftritte und ich habe mich jedes Mal gefreut, wenn sie aufgetaucht sind.


    Damit hatte sich die Freude aber im Grunde auch schon, denn, wie bereits erwähnt, fand ich die Liebesgeschichte sehr unglaubwürdig – sogar noch mehr als David und Junas Instant-Liebe aus dem ersten Band. Wenig überraschend entflammt eine solche Instant-Liebe auch zwischen Logan und Gwen. Es ging so schnell, dass ich es tatsächlich verpasst habe. Ihr ganzes Leben lang haben sie gelernt, einander zu hassen, aber nach wenigen Stunden Bekanntschaft erzählen sie sich plötzlich gegenseitig ihre gesamte Lebensgeschichte. Außerdem denkt Logan von Anfang an ständig an Gwens Lippen. Von den Gefühlen kam bei mir aber schlichtweg überhaupt nichts an. Die beiden hatten auch einfach gar keine Chemie. Deshalb waren Situationen wie beispielsweise die Szene, in der Gwen Logan fragt, ob er sich nicht vielleicht in sie verliebt hat, einfach nur total merkwürdig, künstlich, unglaubwürdig und befremdlich. Zwischendurch habe ich wirklich überlegt, ob das Virus, das damals dazu geführt hat, dass Männer und Frauen einander unvermittelt gehasst und getötet haben, ins Gegenteil mutiert ist und jetzt für unsterbliche Instant-Liebe zwischen Männern und Frauen sorgt. Der dritte Band steht noch aus, also vielleicht habe ich damit tatsächlich recht, aber ich befürchte, dass es die Liebesgeschichten tatsächlich einfach nur kaum ausgearbeitet sind.


    Unglaubwürdig und unrealistisch fand ich darüber hinaus leider auch viele weitere Dinge und Details. Eine Menge Drama entsteht unter anderem dadurch, dass die Figuren andauernd überall jedermanns Geheimnisse herumerzählen. Es stehen Leben auf dem Spiel, aber ständig werden vollkommen unnötig irgendwelche Charaktere in Geheimnisse eingeweiht, nur damit sie dann Verräter werden oder andernfalls unbegründbare Entscheidungen treffen können. Es wurde 20 Jahre über diese Angelegenheiten geschwiegen, teilweise sogar noch länger. Es ist mir ein Rätsel, warum die Personen plötzlich alle so mitteilungsbedürftig sind und nicht einmal sicherstellen, dass die Informationen wirklich nur an vertrauenswürdige Ohren gelangen.

    Eine andere Szene, die mir besonders hängen geblieben ist, betrifft Logans Ausflug in eine ihm völlig fremde Stadt, in der er sich nicht auskennt und wo es von Feinden nur so wimmelt. Praktischerweise trifft er auf einen netten Mann, der ihm eine Karte auf ein Stück Blech zeichnet. Eine Karte, die so detailliert ist, dass die Hinterausgänge von Gebäuden und Barrikaden in jeder Straße eingezeichnet sind, aber gleichzeitig einen Großteil der gesamten Stadt (bei der es sich übrigens höchstwahrscheinlich um Köln handelt, also eine Millionenstadt) abbildet, damit Logan auf einem anderen Weg heraus kann als er herein gekommen ist. Da frage ich mich, wie lange es gedauert hat, diese Karte zu zeichnen, und wie groß das Stück Blech sein muss, mit dem Logan dort unterwegs ist.

    Dann wäre da außerdem noch die Gefangene, die es irgendwie schafft, eingekerkert tief unten im Berg eine Brieftaube mit einer Geheimbotschaft zu empfangen, ohne dass irgendjemand das mitbekommt. Und so weiter. Früher wären mir solche Dinge vielleicht nicht aufgefallen, aber mittlerweile stört es mich extrem, dass keine realistische Lösung für diese Probleme gefunden wurde. Als ob einfach davon ausgegangen wurde, dass die Leser das schon nicht merken werden. Leider habe ich es aber gemerkt und dass es ein Deus Ex Machina für jedes Problem gibt, macht die Geschichte nicht spannender.


    Fazit

    Das Buch ließ sich schnell lesen und hat mir ein wenig leichte Unterhaltung geboten. Außerdem mochte ich Logans herzerwärmende, liebevolle Familie, die zum Glück recht viele Auftritte hat, wirklich sehr. Der Rest konnte mich nicht überzeugen. Es handelt sich wieder um eine unglaubwürdige Instant-Liebesgeschichte. Diesmal sogar zwischen zwei Figuren, die in meinen Augen überhaupt keine Chemie hatten. Auch viele andere Dinge fand ich unglaubwürdig, unrealistisch und konstruiert. „Das verbotene Eden – Logan und Gwen“ bekommt für den treuen Dachs gerade noch so drei Schreibfedern.

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    Cover des Buches Sherlock Holmes' Buch der Fälle9783036951515

    Bewertung zu "Sherlock Holmes' Buch der Fälle" von Arthur Conan Doyle

    Sherlock Holmes' Buch der Fälle
    JenniferKriegervor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Fälle aus Holmes Perspektive sind lustig und interessant, Fälle ohne Deduktion oder mit auktorialem Erzähler dagegen langweilig.
    Teils mitreißender, teils langweiliger als gewohnt

    Hier geht's zur vollständigen Rezension auf meinem Blog.


    Rezension

    Kann Spoiler bezüglich der ersten acht Teile enthalten!


    Für seinen finalen Sammelband mit Kurzgeschichten rund um den Detektiv Sherlock Holmes und seinen Begleiter, Dr. Watson, hat sich Doyle noch einmal etwas Besonderes ausgedacht: Zum ersten Mal werden die Fälle nicht ausschließlich von Dr. Watson geschildert. Zweimal hat Sherlock Holmes selbst zur Feder gegriffen, einmal übernimmt ein auktorialer Erzähler das Wort.


    Ersteres hat mir richtig gut gefallen. Auf die Schilderung des Falls selbst wirkt es sich kaum aus, ob die Niederschrift von Dr. Watson oder von Holmes persönlich stammt. Aber die vielen kleinen, persönlichen Kommentare haben ihren ganz eigenen Charme und sorgen für viel Amüsement. Ich fand es wirklich witzig, wie Holmes sich beim Verfassen seines eigenen Texts darüber beschwert, wie er ihn verfasst und dass er das Pferd von hinten aufzäumen muss, um die Spannung aufrecht erhalten zu können. Wie Holmes seine Erzählung mittendrin unterbricht, um darüber zu jammern, dass unterhaltsame Falldarstellung seinem geradlinigen Vorgehen widerspricht, hat mich mehrfach zum Lachen gebracht.


    Dass mich gerne die persönlichen Anmerkungen und Kommentare so überzeugt haben, ist wohl auch der Grund dafür, warum ich mit der Geschichte, die von einem auktorialen Erzähler geschildert wird, wenig anfangen konnte. Die schlichte Sachlichkeit hat mich nicht überzeugen können. Mir fehlten in der Geschichte Spannung, Drama und Persönlichkeit. Die Fälle, die von einer Figur, sprich Dr. Watson oder Sherlock Holmes, erzählt wurden, haben mich durch die Emotionen, Meinungen und genauen Beobachtungen viel mehr mitreißen können als die handlungsbezogene Schilderung von außerhalb.

    Darüber hinaus gab es noch einen weiteren Fall, mit dem ich nicht viel anfangen konnte und der aus dem typischen Schema herausfällt: Ein Fall, in dem keine Deduktionen notwendig waren. Mir haben schon in den Romanen die Rückblicke, in denen lediglich erzählt und nicht deduziert wird, nicht gefallen. Diesmal ist Holmes zwar wenigstens anwesend, aber er besucht lediglich eine Klientin, die ihm die Wahrheit über ein lange zurückliegendes Ereignis, das in den Büchern bisher nie erwähnt wurde, schildern möchte. Sie erzählt die Geschichte und Holmes geht wieder. Das war irgendwie langweilig. Und es hat mir deutlich gemacht, dass ich bei allen Geschichten rund um Sherlock Holmes neben den persönlichen Kommentaren vor allem die beeindruckenden Schlussfolgerungen seines brillanten Verstands packend und mitreißend fand.


    Fazit

    Überraschenderweise werden die Geschichten in diesem finalen Band nicht ausschließlich von Dr. Watson erzählt. Dass Sherlock Holmes auch selbst die Feder in die Hand nimmt, hat mir gut gefallen, weil seine persönlichen Kommentare immer amüsant waren. Mit der Erzählung des auktorialen Erzählers konnte ich dagegen wenig anfangen, weil die Außensicht Spannung und Persönlichkeit vermissen lassen hat. Auch die Geschichte, in der Holmes gar keine Deduktionen anstellen muss, hat mich enttäuscht, weil er ziemlich langweilig war. „Sherlock Holmes' Buch der Fälle“ war zum Teil mitreißender und zum Teil langweiliger als die anderen Sherlock Holmes Kurzgeschichtensammlungen und bekommt dafür drei Schreibfedern.

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    Cover des Buches Das Erbe der Elfen9783423262446

    Bewertung zu "Das Erbe der Elfen" von Andrzej Sapkowski

    Das Erbe der Elfen
    JenniferKriegervor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ich bin begeistert. Der Autor erzählt sehr ungewöhnlich, hat mich damit aber absolut mitgerissen. Ich brauche mehr!
    Ungewöhnlich, aber überzeugend und mitreißend erzählt

    Hier geht's zur vollständigen Rezension auf meinem Blog.


    Rezension

    Fast alle meine Freunde haben „The Witcher 3“ gespielt. Alle Welt ist begeistert von der neuen Netflix-Serie. Die Cover der Neuauflage sehen richtig episch aus. Früher oder später musste es also dazu kommen, dass auch ich mich mal diesem Universum zuwende. Nachdem ich nun den ersten Band der Pentalogie gelesen habe, bin ich genauso begeistert, mitgerissen und gepackt wie alle anderen. Ich kann es kaum erwarten, den nächsten Band zu lesen, die Serie zu sehen und das Spiel zu spielen – obwohl ich seit Monaten, wenn nicht gar Jahren, keine Serien mehr gesehen, und obwohl ich in meinem Leben noch nie etwas anderes als Sims und LEGO Fluch der Karibik gespielt habe. Dieses eine Buch hat mich so in den Bann dieser Welt gezogen, dass ich unbedingt mehr davon brauche. Dabei habe ich erst überhaupt nicht verstanden, warum.


    Rein rational betrachtet beinhaltet das Buch nämlich viele Aspekte, mit denen ich normalerweise nicht viel anfangen kann. Es beginnt schon damit, dass selbst dieser kurze, knappe Klappentext eigentlich schon übertrieben ist. Das Buch hat fast gar keine Handlung. Es liest sich vielmehr wie eine ausführliche Einleitung, denn die Welt und unterschiedliche Personengruppen und Figuren werden vorgestellt, während außer ein paar blutigen Zusammenstößen sonst nur das Training der Thronerbin Ciri beschrieben wird. Dennoch hat mich das Buch sehr gefesselt, denn zum einen hat der Autor eine sehr interessante, vielschichtige Welt geschaffen, zum anderen hat er mich nicht mit Informationen überflutet. Ich durfte in wechselnden Erzählsträngen Hexer, Zauberer, Könige, Priester, Usurpatoren, Spione, Zwerge und verschiedene Menschen kennenlernen, die jedoch nie allein um des Kennenlernen willens vorgestellt wurden. Die meisten dieser Gruppen suchen nach Ciri und ich fand es sehr spannend, die Motive und Pläne der Personen zu erfahren, die allesamt miteinander im Wettstreit liegen.

    Außerdem ist es dem Autor gelungen, die verschiedenen Erzählstränge alle sinnvoll miteinander zu verknüpfen, entweder über die Orte oder über die Personen. Geralt, der Hexer, der sich meist um Ciris Ausbildung kümmert, befindet sich beispielsweise im Laufe des Buches in der Nähe einer Stadt. Dann wechselt die Perspektive auf den Barden Rittersporn, der bereits von früher bekannt ist und sich in dieser Stadt befindet. Er trifft sich mit Spionen, die Informationen für ihren König sammeln. Dieser König wiederum trifft sich in der nächsten Szene mit anderen Königen und spricht über einen Usurpator. Als nächstes schwenkt die Perspektive zu diesem Usurpator, der aufträgt, die Zauberer über das Treffen der Könige zu informieren. Im Anschluss daran wird von einer Zusammenkunft wichtiger Zauberer berichtet, bei der eine weitere Zauberin erwähnt wird, die, wie sich nach einem weiteren Szenenwechsel herausstellt, aktuell Ciri ausbildet. So schließt sich der Kreis wieder, es wurden in vielen Perspektivwechseln viele Personengruppen mit ihren Beweggründen vorgestellt, aber alles geht so fließend und sinnvoll ineinander über, dass mir gar nicht aufgefallen ist, wie wenig Handlung in den vorangegangenen Seiten und Kapitel steckte. Die Charaktervorstellung liest sich wie Handlung: Jeder Baustein baut auf dem vorherigen auf, jede Aktion provoziert eine Reaktion. Deshalb bin ich geradezu durch das Buch geflogen, obwohl es kaum Action gab.


    Das genaue Gegenteil zum fließenden Übergang bei der Vorstellung der interessanten Figuren bilden die Szenen, in denen Ciris Training beschrieben wird. Wobei „beschrieben“ eigentlich gar nicht das richtige Wort ist, denn größtenteils handelt es sich dabei um reine Dialoge ohne jegliche Beschreibungen. Schwertstreiche, Fingerbewegungen und Co. werden in Form von kurzen Anweisungen wie „Parade! Pirouette!“ in wörtlicher Rede geschildert. Dabei überlässt der Autor es in gewisser Weise dem Leser, sich vorzustellen, wie die Szene wohl aussehen könnte, denn ob Ciri eine Übung erfolgreich absolviert hat, lässt sich beispielsweise nur aus ihrer verbalen Reaktion ableiten, daran, ob sie „Geschafft! Hast du's gesehen?“ oder „Au! Was habe ich falsch gemacht?“ sagt. Es wird tatsächlich ziemlich wenig explizites Material geliefert. Orte werden einmal beschrieben, danach besteht die dort stattfindende Handlung nur noch aus Dialogen. Üblicherweise mag ich es gar nicht, wenn ich mir Dinge selbst ausmalen muss. Ich gehöre zu den Leuten, die wie bei einem Film Gesichtsausdrücke und Bewegungen der Figuren gerne vorgekaut bekommen würden. Hier hat der Autor es allerdings tatsächlich geschafft, dass ich mich nicht gezwungen gesehen habe, mir etwas auszudenken, obwohl er selbst keine expliziten Beschreibungen geliefert hat. Implizit lassen sich nämlich alle wichtigen Informationen den Dialogen entnehmen. Ich finde es höchst beeindruckend, dass  die Dialoge dabei trotzdem völlig natürlich und authentisch klingen. Der Autor hat unfassbar viele Wörter gespart dadurch, dass ein vollkommen natürliches Gespräch so viele implizite, subtile Informationen über die ablaufende Mimik und Gestik beinhaltet, dass ich es vor mir sehen konnte, ohne dass er ein Wort darüber verloren hat.

    Überhaupt verwendet der Autor keine Worte auf nicht unmittelbar relevante Dinge, wie besonders bei Ciris Training deutlich wird. Zwischen zwei Szenen gibt es beispielsweise nur sehr, sehr selten sanfte Übergänge. Stattdessen endet eine Szene abrupt, wenn Ciri endlich aufhört zu diskutieren und sich der Übung widmet, wonach die nächste Szene mitten in einer Unterhaltung beginnt. Diese Sprünge sind lediglich durch Leerzeilen markiert. So springt das Buch wild von Szene zu Szene und manchmal auch in der Zeit umher. Trotzdem hatte ich keinerlei Mühe, dem roten Faden zu folgen. Außerdem haben diese Sprünge nichts anderes getan, als das Tempo der Geschichte zu erhöhen. Sie waren langsam genug, um mich nicht in hektischen Stress verfallen zu lassen, aber schnell genug, um den Puls zu erhöhen und mich gefesselt mitzureißen.


    Fazit

    Der Autor hat das ganze Buch auf eine Art und Weise erzählt, die ich normalerweise nicht mag, aber jeden einzelnen Punkt dabei so umgesetzt, dass ich begeistert und mitgerissen bin. Ich mag lange Einleitungen ohne Handlung nicht, aber die Charaktervorstellungen gingen hier so fließend und sinnvoll ineinander über wie es normalerweise die Handlung tun sollte und die vielschichtige Welt wurde interessant erläutert, ohne mich mit Informationen zu überfluten. Auch dialoglastiger Text sagt mir selten zu, aber hier sind in reinen, vollkommen natürlich wirkenden Dialogen so viele subtile, implizite Informationen enthalten, dass Beschreibungen überflüssig waren. Außerdem bin ich kein Fan von wilden Handlungs- und Zeitsprüngen, aber hier haben sie das Tempo der Geschichte auf eine perfekte Geschwindigkeit erhöht, um mich zu fesseln und mitzureißen. „Das Erbe der Elfen“ hat mich zu meiner eigenen Überraschung so begeistert, dass ich unbedingt mehr davon brauche und fünf Schreibfedern dafür vergebe.

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    Cover des Buches Hamish and the Baby BOOM! (English Edition)B0721KXVT2

    Bewertung zu "Hamish and the Baby BOOM! (English Edition)" von Danny Wallace

    Hamish and the Baby BOOM! (English Edition)
    JenniferKriegervor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Tolle Fortsetzungen mit einer sehr gut durchdachten Geschichte und vielen lustigen Momenten.
    Durchdachte Geschichte mit vielen lustigen Momenten

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    Rezension

    Kann Spoiler bezüglich der ersten drei Teile enthalten!


    Die Bücher rund um Hamish und seine Freunde haben mich bisher immer begeistert. So auch dieses Mal. Nachdem Starkley, Hamishs Heimatstadt, nun bis ins letzte Detail bekannt ist, wird die Welt in diesem Buch wieder ein wenig erweitert, indem Starkleys Nachbarstädte einbezogen werden, vor allem Frinkley. Starkley und Frinkley liegen so sehr im Clinch wie es zwei Nachbarstädten nur möglich ist. Ich fand es richtig lustig, wie Werbebanner, Zeitungen und Cartoons aus Frinkley sich über Starkley lustig machen. Auch die Beschwerden, die die Bewohner von Frinkley bei der Beschwerde-Behörde von Starkley hinterlassen, beispielsweise darüber, dass Starkleys Häuser gefälligst weiter von Frinkley entfernt werden sollen, waren einfach nur witzig.


    Ganz besonders positiv aufgefallen ist mir in diesem Buch, dass der Autor nichts dem Zufall überlässt. Er setzt nicht einfach zufällige Ideen zu Geschichten um. Stattdessen gibt es Erklärungen, Hintergründe und Begründungen für alles. Beispielsweise wird noch ausführlicher als im vorherigen Teil erklärt, warum Scarmarsh es ausgerechnet auf Starkley, Hamish und seinen Vater abgesehen hat. Außerdem wird eine absolut nachvollziehbare Begründung dafür geliefert, warum ausgerechnet die Babys verrückt spielen. Es hat mich positiv überrascht, wie viele Überlegungen dahinter stecken und wie sich diese Katastrophe ganz natürlich aus den vorherigen Büchern herleiten lässt. Die Geschichte ist sehr gut durchdacht und das gefällt mir. Obwohl es Kinderbücher sind, muss nichts einfach als Fakt hingenommen werden.


    Darüber hinaus mochte ich auch diesmal wieder die Geschichte, auch wenn es mehr die kleinen Dinge waren, an denen ich mich besonders erfreut habe. Richtig toll fand ich unter anderem, dass Venk, der in den vorherigen Büchern immer so ein bisschen der tollpatschige, eher nutzlose Mitläufer war, diesmal auch eine Sternstunde hatte. Ich mochte es auch sehr, dass explizit angesprochen wurde, dass Venk darunter leidet, dass er bei den bisherigen Ereignissen nicht viel beitragen konnte, dass die anderen aber sicher sind, dass sich irgendwann noch zeigen wird, worin sein Talent besteht, und dass sie ihn wertschätzen und unterstützen.

    Außerdem fand ich neben dem Konflikt zwischen Frinkley und Starkley besonders witzig, wie die Erwachsenen einfach völlig blind waren für das Chaos und die Zerstörung, die ihre Kinder angerichtet haben. Ich habe mich köstlich darüber amüsiert, wie diese blinde Liebe und auch die Erschöpfung frischgebackener Eltern auf die Schippe genommen und für den Zweck der Geschichte uminterpretiert wurde.

    Der einzige Aspekt, der mich nicht packen konnte, war eine Enthüllung am Ende des Buches. Die habe ich schon im zweiten Kapitel vorhergesehen, weil sie doch ziemlich offensichtlich war. Das war zwar ein wenig schade, machte mir im Grunde aber nichts aus, weil das Buch auch so sehr unterhaltsam war.


    Fazit

    Auch der vierte Band rund um Hamish und seine Freunde hat mich wieder überzeugt. Die Geschichte entwickelt sich authentisch aus den vorherigen Büchern und wird damit überraschend durchdacht und fundiert begründet. Außerdem gab es wieder viel zu lachen, denn Starkleys Konflikt mit der Nachbarstadt Frinkley war ebenso amüsant wie die völlige Blindheit der Eltern dafür, welche Biester ihre Babys sind. Besonders gefallen hat mir, dass der bislang eher mitgelaufene Venk diesmal einen großen Auftritt hat, bei dem seine Freunde ihn unterstützen. „Hamish and the Baby Boom“ war eine witzige und unterhaltsame Fortsetzung und bekommt dafür vier Schreibfedern.

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    Cover des Buches Seine Abschiedsvorstellung9783458350200

    Bewertung zu "Seine Abschiedsvorstellung" von Arthur Conan Doyle

    Seine Abschiedsvorstellung
    JenniferKriegervor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Unterhaltsames, kurzweiliges Buch mit interessanten Kurzgeschichten.
    Faszinierend, wie viele Ideen Doyle hatte

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    Rezension

    Kann Spoiler bezüglich der ersten sieben Teile enthalten!


    Langsam aber sicher fällt es mir schwer, in meinen Rezensionen zu den Sherlock Holmes Kurzgeschichtensammlungen noch etwas anzubringen, das ich nicht zu den vorherigen Sammelbänden schon gesagt habe. Denn die Bücher sind alle spannend und unterhaltsam, aber nicht einzigartig. Die Kurzgeschichten sind jeweils einfach zu kurz, um eine besondere Charakterentwicklung, einen mitreißenden Spannungsbogen, einen überraschenden erzählerischen Kniff oder Ähnliches beinhalten zu können. Mittlerweile habe ich so viele Geschichten um Holmes und Dr. Watson gelesen, dass ich beim Lesen immer noch begeistert bin, mich am Ende einer Sammlung aber schon kaum noch an die Geschichten erinnern kann, die daran vorkamen. Doyle schafft es, auf gleichbleibend hohem Niveau immer noch mehr neue Fälle zu erfinden und neue Details einzubauen, anhand derer Holmes Hergang, Motiv und Täter deduziert. Die Vielzahl seiner Ideen ist wirklich faszinierend. Schade, dass mir die Geschichten inzwischen trotzdem wie ein Massenprodukt vorkommen, in dem einzelne, geniale Ideen einfach untergehen. Mein Verständnis dafür, dass Doyle mit der Figur bereits in „Die Memoiren des Sherlock Holmes“ abschließen wollte und nur auf Druck der Leser weiter geschrieben, wächst.


    Nichtsdestotrotz habe ich mich, während ich das Buch gelesen habe, wunderbar unterhalten gefühlt. Die Fälle waren interessant und ließen sich sehr angenehm lesen, sodass ich das Buch innerhalb von zwei Tagen beendet habe. Es war wirklich wieder ein Lesevergnügen, gerade weil Dr. Watson in einigen Geschichten schon bei so vielen Fällen dabei war, dass er anfängt, selbst Deduktionen vorzunehmen. Jedes Mal ist er stolz auf seine Arbeit – bis Holmes kommt und ihm zeigt, dass seine Schlussfolgerungen keinen Sinn ergeben und die Hälfte aller Tatsachen außer Acht lassen. Einerseits tat mir Dr. Watson dabei ein wenig leid, andererseits hat das dem ganzen Buch eine überraschende Note Humor verliehen.


    Fazit

    Diese Kurzgeschichtensammlung war wieder spannend und unterhaltsam, auch wenn sie sich kaum von den vorherigen unterscheidet. Die Fälle haben mir ein großes Lesevergnügen bereitet, auch wenn es nur kurzweilig war, weil die Geschichten mittlerweile kaum noch bleibenden Eindruck hinterlassen. Während des Lesens ist es faszinierend, wie viele unterschiedliche Ideen Doyle hat und wie er sie auf gleichbleibend hohem Niveau erzählt, sodass ich gerne darüber hinwegsehe, dass ich mir aufgrund der Masse an Fällen mittlerweile kaum noch etwas merken kann. „Seine Abschiedsvorstellung“ hat mir ein paar angenehme Lesestunden beschert, sodass ich vier Schreibfedern vergebe.

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    Cover des Buches Die Königliche9783551582683

    Bewertung zu "Die Königliche" von Kristin Cashore

    Die Königliche
    JenniferKriegervor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Leider waren Bitterblue und Saf mir nicht sonderlich sympathisch und hatten kaum Chemie. Auch die Handlung wurde zunehmend anstrengend.
    Leider wenig Chemie und nachlassende Spannung

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    Rezension

    Kann Spoiler bezüglich der ersten beiden Teile enthalten!


    Die ersten beiden Geschichten, die in den sieben Königreichen spielen, habe ich geliebt. „Die Beschenkte“ und „Die Flammende“ haben letztes Jahr zu meinen Jahreshighlights gezählt. Ich fand die Geschichten richtig spannend, die Handlung hat mich mitgerissen, die starken weiblichen Hauptfiguren konnten mich überzeugen und sogar die Liebesgeschichten mochte ich echt gern. Dementsprechend gefreut habe ich mich darauf, den dritten Band zu lesen, in dem es um die bereits in Teil 1 vorgestellte Bitterblue geht. Leider muss ich sagen, dass mich das Buch dann aber ziemlich enttäuscht hat. Es ließ sich genauso leicht und flüssig lesen wie die vorherigen Teile und der Anfang, in dem sich Bitterblue verkleidet aus dem Schloss schleicht, um ihre Stadt kennenzulernen, hat mich auch noch überzeugt. Dann hat es aber bald nachgelassen, sodass mich nicht einmal die Cameos der Figuren, die ich in den vorherigen Büchern geliebt habe, begeistern konnten.


    Das größte Problem, das ich mit diesem Buch hatte, war vermutlich mein Problem mit den Figuren. Im Gegensatz zu Katsa und Fire, die mich mitgerissen haben, konnte ich mich mit Bitterblue nicht wirklich anfreunden. Ich kann nicht genau sagen, woran das gelegen hat, aber ich mochte sie einfach nicht so sehr. Gleiches gilt für Saf, ihr Love Interest. Während Bo und Brigan konsistent ausgearbeitete Beweggründe und Vergangenheiten hatten, war Saf oftmals einfach unfreundlich, gemein und verletzend, weil es ihm Spaß gemacht hat. Oder einfach aus Prinzip. Damit konnte er bei mir nicht punkten.

    Hinzu kommt, dass Bitterblue und Saf meiner Meinung nach kaum Chemie hatten. Ihre Streits waren nicht feurig und voller Leidenschaft wie bei Katsa und Bo, sondern bockig und trotzig. Ihre vermeintliche Liebe, von der ich nichts gespürt habe, kam genauso aus dem Nichts wie der Kuss und der Sex. Es hat sich die ganze Zeit so angefühlt als hätte die Autorin die beiden zusammen gezwungen und nicht als würden sie zusammen gehören.


    Je mehr ich in dem Buch gelesen habe, desto weniger konnte mich auch die Handlung begeistern. Am Anfang fand ich sie noch spannend, weil viele mysteriöse Aspekte angesprochen wurden. Bitterblues Ratgeber lügen sie offensichtlich an, einige Menschen scheinen den Verstand zu verlieren, eine Diebesbande stiehlt merkwürdige Dinge aus fragwürdigen Motiven. Das fand ich alles noch interessant, weil es mich neugierig gemacht hat.

    Ungefähr ab der Mitte des Buches hat die Spannung aber nachgelassen, weil die Autorin es, meiner Meinung nach, übertrieben hat. Die undurchsichtigen Vorfälle betreffen nicht mehr nur einzelne Personen und es geht nicht darum, dass Bitterblue herausfinden muss, wem sie vertrauen kann und wem nicht. Es belügen sie einfach alle Leute ständig und bei allen Themen. Und das war irgendwie langweilig. Gegen Ende des Buches wird zwar erläutert, was die ganze Zeit geschehen ist und warum, aber in meinen Augen war die Umsetzung nicht gelungen. Die Spannung hat sich verlaufen und ich fand es zunehmend anstrengend, ständig nur angelogen zu werden und auf irgendwelche geistig völlig durchgeknallten Figuren zu treffen. Das Grundkonzept hinter dem dritten Teil gefällt mir gut, weil es viel mit der Aufarbeitung der 35 Jahre Schreckensherrschaft von König Leck zu tun hat, die am Königreich nicht spurlos vorbei gegangen ist, aber ich konnte leider mit der Umsetzung der Idee nicht viel anfangen.


    Fazit

    Das Buch ließ sich genauso flüssig lesen wie die beiden Vorgänger. Außerdem fand ich am Anfang die mysteriösen Ereignisse noch interessant. Leider hat die Spannung aber immer weiter nachgelassen, bis es regelrecht langweilig war. Gegen Ende fand ich das Buch zunehmend anstrengend. Die Idee mag ich zwar, aber die Umsetzung war in diesem Fall nichts für mich. Zudem mochte ich weder Protagonistin Bitterblue noch ihr Love Interest besonders gern. Die beiden hatten auch kaum Chemie und ihre Liebesgeschichte fühlte sich sehr erzwungen an. Am Anfang war „Die Königliche“ noch vielversprechend, dann hat mich das Buch aber enttäuscht, sodass ich nur drei Schreibfedern vergebe.

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