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Jojo4102

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches Eine wie Alaska (ISBN: 9783446246676)

    Bewertung zu "Eine wie Alaska" von John Green

    Eine wie Alaska
    Jojo4102vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Philosophisch, emotional und regt einfach zum Nachdenken an...
    Eine solche Geschichte habe ich so noch nicht gelesen....

    Ich denke eine Rezension zu diesem Buch kann man gar nicht in Aspekte aufteilen und bewerten, weil es im Gesamtpaket einfach umhauen muss.


    Natürlich ist das Buch eine Geschmackssache. Es ist nunmal (Achtung: Spoiler) keins mit Happy End. Es enthält philosophische Aspekte und wer nicht gerne über philosophische Themen nachdenkt wird von "Eine wie Alaska" bzw. "Looking for Alaska" nicht sehr überzeugt sein.


    Mir persönlich hat das Buch sehr gut gefallen.


    Der Plot war genial und enthielt alles, was eine gute Dramatik ausmacht. Gerade, da die dramatischen Aspekte sehr realistisch sind und z.B. Alaskas Situation und ihr Schicksal quasi keine Seltenheit sind. Dennoch hat Green die Gefühle ihrer Freunde und an gewissen Stellen auch ihre gut rüber gebracht. Der Punkt, dass Alaska so undurchsichtig ist wie ihr Schicksal selbst sind dabei am interessantesten. Der Charakter ist so kindlich und wirkt durch ihre Gedankengänge so erwachsen. Wie sie im Laufe des Buches handelt und denkt sind zwei komplett unterschiedliche Paar Schuhe. Jeder Leser findet irgendeine Eigenschaft in Alaskas Persönlichkeit, die ihn an sich selbst erinnert, was auch der Grund ist, warum ihr Schicksal die Leser so mitreißt. So viele Metaphern werden verwendet um Alaska zu beschreiben und alle treffen zu. Sie scheint schon immer psychisch nicht sehr stabil gewesen zu sein, aber der Charakter weißt so viele (ich nenns mal gegensätzliche) Eigenschaften auf, dass keiner wirklich weiß, was sich in ihrem Kopf verbirgt.


    Ich finde außerdem das Verhältnis von Miles und Alaska interessant, da hier "Normal" gegen "Anders" steht. Miles ist in einem normalen Haushalt aufgewachsen, ohne Tragödien oder Geldsorgen und lernt ein Mädchen mit einer nicht gerade leichten Vergangenheit kennen. Und doch ist er so fasziniert dass er sich verliebt.


    Auch Chip/ der Colonel ist ein Charakter, der in meinen Augen das ganze Buch aufgelockert hat durch seine Art. Die drei Figuren bilden eine Gruppenkonstallation, in der eigentlich alle Charaktereigenschaften einer jugendlichen Gruppe abgedeckt sind. 


    Außerdem empfand ich die völlig neue Darstellung der Frage nach dem Sinn des Lebens spannend, besonders durch diese außergewöhnliche Verkörperung. Was ist Leben? Was ist Tod? Was ist der beste Weg durch das Leben und in den Tod? Ich liebe philosophische Fragestellungen in Büchern, weil sie Fragen aufwerfen, über die es sich lohnt nachzudenken. Daher fand ich auch den kleinen Nebencharakter Dr. Hyde passend, der immer wieder seine Schüler auf diese Fragen verweist. In dem Buch werden die schönen und schrecklichen Seiten des Lebens aufgezeigt. 


    Der Lesefluss ermöglicht es dem Leser sich auf die Geschichte und ihre Thematiken zu konzentrieren, ich konnte das Buch fast in einem Rutsch durchlesen.


    Es gibt nur Kleinigkeiten, die ich an dem Buch zu bemängeln habe, weshalb ich dem Buch keine 5 Sterne gebe:


    Zuerst mal diese klischeehaften Stereotypen. Nicht alle aus dem Buch verhalten sich typisch danach (siehe Alaska oder Lara, die als schüchternes Mauerblümchen raucht und bei den großen Streichen mitmacht, bei denen der Schulverweis droht). Dennoch sind die Tagestäter die typischen Rowdies, wie man sie kennt. Nur in Schnöselform.


    Dann die Gruppe aus Miles, Alaska, dem Colonel, Takumi und Lara: Sie sind mehr oder weniger die Außenseitergruppe (zumindest kam es für mich so rüber). Takumi, Lara und Miles verhalten sich gemäß dem Klischee: Meistens still (bis auf Takumis Rap Einlagen) und halten sich im Hintergrund. Nur Alaska und Chip verhalten sich untypisch. Chip wirkt ein bisschen wie der Bad Boy in Form des Makers und Alaska ist aus irgendeinem Grund jedem aus der Schule bekannt und wird (anscheinend) von fast jedem gemocht. So kommt es einem zumindest gegen Ende des Buches vor. Prinzipiell hat man das Gefühl, dass es nur Alaskas Gruppe und die Tagestäter gibt. Der Rest existiert irgendwie nur als eine riesige Masse von einzelnen Schülern.


    Dann einige Ungereimtheiten: Warum klappt alles immer exakt nach Plan bei den Streichen? Warum glaubt der Direktor allem was die Schüler sagen? Und wie kann es sein, dass jeder x- beliebige Schüler einfach abhauen kann (für mehrere Tage) und es keinen stört?


    Auch dass man am Ende nicht genau erfährt ob (Achtung: Spoiler) die Protagonistin einen Unfall gebaut oder Suizid begangen hat, nimmt, finde ich, dem Leser das Gefühl weg, das Buch beendet zu haben. Das ist allerdings, wie oben gesagt, Ansichtssache.


    Als Letztes fand ich, dass der Lesefluss ein wenig durch eingebaute und nicht übersetzte Sätze in Fremdsprachen (Französisch und einmal glaube ich Latein) gestört wurde. Ich hatte kein Französisch in der Schule und bin dementsprechend über ein paar Sätze gestolpert, die mich stocken lassen haben. 


    Ich habe das Buch bisher nur auf Deutsch gelesen, daher weiß ich nicht ob Gags oder Hinweise durch die Übersetzung verloren gegangen sind und im Original somit einige Fehler nicht existieren.


     


    Fazit: Alles in allem ist es flüssig geschrieben soweit, hat eine Hammerstory (auch wenn Miles am Ende wirklich ein bisschen zuuu egoistisch und Alaska psychisch ein bisschen zuuu gebrechlich war), ansonsten gut gestaltete Charaktere und ich würde "Eine wie Alaska" jedem empfehlen, der intellektuelle Lektüre und eine gute Story in einem Buch sucht.


     

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    Cover des Buches Fifty Shades of Grey - Gefährliche Liebe (ISBN: 9783442485277)

    Bewertung zu "Fifty Shades of Grey - Gefährliche Liebe" von E L James

    Fifty Shades of Grey - Gefährliche Liebe
    Jojo4102vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Vom Schreibstil her: Deutlich besser als der erste Teil, trotzdem immernoch katastrophal...
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    Cover des Buches DARK LOVE - Dich darf ich nicht lieben (ISBN: 9783453270633)

    Bewertung zu "DARK LOVE - Dich darf ich nicht lieben" von Estelle Maskame

    DARK LOVE - Dich darf ich nicht lieben
    Jojo4102vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Gut gelungener Schreibstil, aber zu klischeehaft, naiv und fade Geschichte...
    Dark Love - oder eher nicht?

    Den Inhalt werde ich mal nicht wiederholen, weil er oben zu lesen ist.

    Vorweg: Dafür, dass die Autorin erst 13 Jahre alt war, als sie dieses Projekt geschrieben hatte, und ich rückblickend betrachte was ich damals fabriziert hätte oder dass es heutzutage erwachsene Autoren gibt, die deutlich schlechtere Romane schreiben, erntet die Autorin durchaus Respekt und Pluspunkte bei mir. Jedoch hätte eine erwachsene Autorin folgende Rezension erhalten:

    [Spoiler enthalten!]

    Insgesamt habe ich bei dem Cover und dem Klappentext eine recht klischeehafte Story erwartet. Die Protagonistin, mehr oder minder pessimistisch, irgendwie neu (wie hier in Santa Monica) und ein wenig verwirrt , verliebt sich in den Badboy der Geschichte, unnahbar, attraktiv und trotzdem das letzte Arschloch, das erst später seine verletzliche Seite zeigt. Das Buch ist zwar voll von Klischees, enthält aber auch einige überraschende Szenen.

    Der Anfang schien, als hätte die Autorin verzweifelt nach etwas gesucht, womit sie das Mädchen in die Stadt einführen kann und so kam es leider zu sehr vielen unnötigen Wiederholungen. Mich persönlich hatte es daher aufgeregt, dass die Protagonistin sagte, dass sie um 10.37 Uhr vor der Haustür ihrer Freundin steht (wobei genaue Uhrzeiten sowieso ein Punkt ist, der mich an Romanen stört, aber gut), um zwei Sätze später zu sagen, dass es noch nicht einmal elf ist.

    Diese Wiederholungen häuften sich allerdings mehr am Anfang, während gegen Ende der Schreibstil immer besser wurde.

    Die Geschichte bestand gefühlt auch insgesamt nur daraus, dass Eden von einer Party auf die nächste geschleift wurde von ihren drei Freundinnen (die mir alle drei bis zum Ende hin suspekt vorkamen) und hauptsächlich über mindestens 200 Seiten hinweg wegen jedem Tropfen Alkohol und jedem Drogenkonsumenten regelrecht angepisst war. 

    Mir persönlich ging gerade das ständige Gemecker von Eden, ihre Naivität und Unwissenheit, vor allem aber ihre Unentschlossenheit mehr als nur auf die Nerven.

    So feiern ihre Freunde und genießen das Leben (in Form von Alkoholexzessen im rebellischem Maß) , während Eden ständig über alles den Kopf schüttelt und sich regelrecht wie der größte Moralapostel verhält. Dass niemand etwas dagegen gesagt hat (außer Tyler, der (ZU RECHT!) deshalb ständig genervt von dem Naivchen war), hat mich gewundert.

    Zu Beginn kam es mir auch so vor, als hätte die Autorin nach den ersten 10 Kapiteln immernoch nicht gewusst, ob Eden jetzt freakig, schüchtern und Außenseiter sein oder ob sie nun einen, für einen Roman typisch, femininen, kontrollierenden, leicht zickigen Charakter bekommen soll. Das änderte sich nämlich gefühlt von jeder Seite aufs Neue.

    Die ersten 200 Seiten sind also ziemlich langgezogen, weil die Protagonistin damit beschäftigt ist konservativ zu sein und ihren Stiefbruder jedes Mal wenn sie ihn (auch nur kurz auf der Treppe) sieht, aufs Neue zu belehren, dass Drogen und Alkohol nicht gut sind. Daher ist es unbegreiflich, in meinen Augen sogar unlogisch, warum Tyler sich genau in diese Nervensäge verliebt. Doch das ist eines dieser Klischees, das sich wohl niemals aus solchen Büchern verabschieden wird. 

    Als dann die Autorin es geschafft hat, dass Eden nach 200 Seiten innerhalb von zwei Seiten rafft, dass sie in ihren Stiefbruder verliebt ist, dachte ich, dass die Autorin, wenn auch ungeschickt, die Kurve bekommen hat und jetzt der eigentliche Konflikt aufkommt und die eigentliche Handlung losgeht. Da aber Eden - wie gesagt konservativ - ist und der Meinung, dass man mit seinem BIOLOGISCH NICHT VERWANDTE GESCHWISTERTEIL nicht zusammen sein darf, sich gleichzeitig Tyler immer wieder an den Hals schmeißt und trotzdem irgendwie eine geheime Affäre mit ihm führt (was in meinen Augen den Charakter extrem unglaubwürdig macht), geht Eden einem mit dem ständigen Unentschlossen sein irgendwann gewaltig auf den Geist. Dass sie dennoch zwischendurch dann noch mit zwei weiteren Jungs was hat, macht den Charakter endgültig kaputt und mich persönlich hat Tyler am Ende mehr interressiert als die Protagonistin. Hauptsächlich war es möglich sich mit den anderen Charakteren zu identifizieren, mit der Protagonistin konnte ich persönlich das überhaupt nicht, was dazu führte, dass ich sie auch von Anfang an bis zum Ende hin nicht mehr leiden konnte. Daran änderte auch nichts dieser plötzlich umschwankende Charakterwandel von Goodgirl zu Badgirl.

    Auch das Ende hat mich aufgeregt und ich musste mich zwingen das Buch nicht aus dem Fenster zu schmeißen, als Tyler letztendlich alles für Eden tat und alles für sie aufgab, um mit ihr zusammen sein zu können und sie in der letzten Minute den Rückzieher machte und das Ganze  mit Füßen trat... 

    ... nur um ein paar Seiten später mit seinem besten Freund zusammen zu kommen!

    Insgesamt finden sich an vielen Stellen auch unlogische Aspekte oder Zusammenhänge, welche den Leser kurz stocken lassen.

    Fazit:

    Der Roman lässt sich schnell und flüssig durchlesen und für eine 13 Jährige ist dieser Roman auch wirklich gar nicht schlecht, doch als normalbewertenden Roman lediglich eine anspruchslose Lektüre für zwsichendurch.

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    Cover des Buches Phobia (ISBN: 9783453267336)

    Bewertung zu "Phobia" von Wulf Dorn

    Phobia
    Jojo4102vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen...
    Rezension zur Wulf Dorns "Phobia"

    Ich habe das Buch in der Buchhandlung unter den häuslichen Empfehlungen entdeckt. Und das zurecht! Den auch, wenn ich Thriller noch nicht sehr lange lese, hat mich das Buch mitgerissen in eine Geschichte voller Verwirrung, Emotionen und der Suche nach sich selbst.

     

    Das Cover vermittelte einen düsteren Eindruck, was es für mich umso interessanter machte, weshalb ich dementsprechend eine riesige Vorfreude hatte den Roman anzufangen.

    Den Klappentext spare ich mir an dieser Stelle, weil er eh oben zu lesen ist.

    Wo sollte ich anfangen: Der Schreibstil sorgte für einen guten und schnellen Lesefluss, sowie eine detaillierte Vorstellung der Geschehnisse, weshalb ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte und innerhalb kürzester Zeit durch gesuchtet habe.

    Die Geschichte folgt einem strikten Handlungsverlauf: Angefangen bei einem Fremden in Sarahs Haus, über die Suche mit einem alten Freund nach Sarahs Ehemann, bis hin zu der großen Auflösung und den Begründungen vieler scheinbar zusammenhangslosen Ereignisse.

    Wie eingangs erwähnt, bin ich kein erfahrener Thrillerleser, doch für mich endete jedes Kapitel so spannend, dass es enorm meine Neugier reizte und zum Weiterlesen anregte. Jedes Mal, wenn ich kurzzeitig eine Vermutung hatte, wie es weitergehen könne, überraschte mich Dorn mit einer Handlung, mit der ich überhaupt nicht gerechnet hatte und mich, genauso wie die Protagonisten, erneut verwirrte.

    Insgesamt finde ich, dass das Thema Angst hier sehr gut dargestellt und umgesetzt wurde, weshalb der Leser die besten Möglichkeiten geboten bekommt, sich in die Geschichte und seine eigenen Ängste hinein zu fühlen. Insgesamt wird in dem Buch, trotz der psychisch kranken Ereignisse eine Message vermittelt, die der Leser gegen Ende des Buches, wo sich alles zuspitzt, gewollt oder ungewollt selbst hinterfragt. Mehrere einzelne Elemente, Sätze und Ereignisse machen erst am Ende einen Sinn und werden immer wieder aufgegriffen und in Zusammenhang gebracht.

    Die Spannung blieb bei mir durchgängig aufrechterhalten und der Plot erntete von mir Respekt für seine Komplexität an manchen Stellen.

    Ich persönlich hatte teilweise das Gefühl selbst an Ort und Stelle zu sein und habe dementsprechend mitgefiebert. Gleichzeitig verfolgt man die Wege des fremden Mannes, dessen Identität man nicht kennt, und erfährt neben seiner Reihe von kranken Taten Bruchstücke seiner Beweggründe, weshalb das Ganze einem riesigen Katz- und Mausspiel ähnelt.

    Das Buch fesselt einen bis zum Ende hin und hinterlässt neben einer Gänsehaut auch einen Schwall Gedanken und Hinterfragungen von sich selbst.

    In meinen Augen ein sehr gelungenes Buch, das ich dringlich weiterempfehlen kann. Sicherlich nicht das letzte Buch von Wulf Dorn, das ich lesen werde…

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    Cover des Buches To all the boys I’ve loved before (ISBN: 9783446250819)

    Bewertung zu "To all the boys I’ve loved before" von Jenny Han

    To all the boys I’ve loved before
    Jojo4102vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Umsonst gehypt... Sehr enttäuschend...
    Woher kommt der Hype?!

    Nachdem ich viele Empfehlungen von begeisterten Freunden und nun auch das Buch geschenkt bekommen habe, kam ich nicht drum herum und habe ich es dann auch Mal gelesen. Und ehrlich gesagt, hab ich nach circa der Hälfte des Buches die Hände überm Kopf zusammengeschlagen:

     Das Cover war schön gestaltet und hat mich vorerst auch motiviert mit dem Lesen anzufangen. Auch dass es für mich das erste Buch mit einer Asiatin als Protagonistin war, hat mich positiv gestimmt, dass das Buch mit dieser Veränderung anders, aber gut werden könnte und der Schreibstil war jugendlich und locker, wodurch er, in Kombination mit den kurzen Kapiteln, einen schnellen und stetigen Lesefluss ermöglichte.

    Doch das war auch schon alles was an dem Buch gut war.


    [Achtung: Spoiler sind enthalten!]


    Der Plot handelte weniger um die Briefe selbst, als um das Drama, das durch das Abschicken dieser überhaupt erst entstand und drei von den fünf Jungen hatten einen kurzen Gastauftritt, während sie im Verlauf der Geschichte nicht wirklich eine Rolle spielten. Die beiden andern Jungen wurden in dieses typische Klischee des schüchternen Mädchens, das sich zwischen dem übernetten Nachbarsjungen, der schon lange auf sie steht, und dem Bad Boy aus der Schule entscheiden muss, eingebunden. Insgesamt bestand die ganze Geschichte aus einer riesig großen Sammlung an Klischees, die einfach zusammengeworfen wurden, weshalb die Geschichte für mich nicht wirklich Spannung aufbaute und einfach so dahin plätscherte.

     

    Die Charaktere waren größtenteils unglaubwürdig und ich persönlich konnte mich gar nicht in diese reinfinden.

    Die Protagonistin selber ist zu naiv für ihre siebzehn Jahre und verhält sich eher wie eine Dreizehnjährige, denn auch, wenn man als Jungfrau in sexueller Hinsicht nicht viel weiß, ist es dennoch zu naiv zu glauben, der Pakt, zwischen ihr und ihrer Schwester, keinen Sex vor dem 21. Lebensjahr und/oder vor der Ehe zu haben, würde bis zum Ende hin bestehen bleiben. Ich beziehe mich hier auf die heutige Zeit und in Anbetracht des Verhaltens der anderen Schüler im Buch.

    Unlogisch ist außerdem, dass eine Siebzehnjährige mit scheinbar guten Noten (Nachhilfe in Chemie für Peter z.B.) nicht weiß was die Begriffe "angetan" und "betörend" bedeuten, während sie recht belesen zu sein scheint.

    Was mir persönlich das Mitfühlen mit Lara Jean erschwert hat, war das etwas widersprüchliche Verhalten. Als der Nachbarsjunge ihr die Liebe gesteht, lehnt sie, aus Loyalität zu ihrer Schwester, die Chance für die Beziehung ab. Soweit klar, doch als der andere Junge, von dem sie es insgeheim die ganze Zeit hoffte, ihr die Liebe gestand, lehnt sie auch dieses Geständnis durch eine Diskussion mit ihm ab, um ihm kurze Zeit später auch die Liebe zu gestehen. Sie argumentiert mit der großen Überwältigung ihrerseits, was aber in meinen Augen, vor allem für eine so emotionale Person wie Lara Jean, eine recht surreale Reaktion bezeugt.

    Neben diesem Verhalten, übersieht sie dermaßen oft die eindeutigsten Zeichen der Jungs, wobei sogar ihre Neunjährige Schwester und der Vater (der als Mediziner und Erziehungsberechtigter derjenige in der Familie ist, der am wenigsten zu sagen, sich eher im Hintergrund hält und null Plan davon hat, was in dem Leben seiner Töchter für Probleme herrschen) diese schon bemerkten.

    Neben der Protagonistin waren aber auch die anderen Personen nicht glaubwürdiger: Die Schwester mit ihren neun Jahren ist am schlagfertigsten in der Familie und wirkt geistig zehn Jahre älter als Lara Jean, wobei sie dennoch in kindische Phasen zurückverfällt. Sie kann sich irgendwie jedes Mal aus allem herausreden und scheint in der Familie, seit dem Verlassen der Schwester, den Ton anzugeben. Abgesehen davon, dass Lara Jean scheinbar eher zu ihr hochschaut als es andersherum der Fall wäre, reagiert sie meist am Endspanntesten und verhält sich in meinen Augen einem Kleinkind (selbst einem mit geistiger Reife) untypisch.

    Das Verhalten der großen Schwester zeugt durch Fürsorge und Rücksichtnahme von etwas Realismus, aber auch sie ist oft so übertrieben fürsorglich, dass sie einem am Ende des Buches eher wie ein Mensch mit Kontrollzwang vorkam. Seltsam finde ich auch ihre scheinbare Einstellung keine Gefühle zeigen zu dürfen, denn sie gibt sich, als sei ihr die Trennung egal, verhält sich aber sehr übertrieben aufgeregt, als ein Junge, dem sie ohnehin wenig vertraute, in einem Streit den Kuss zwischen ihrer etwas jüngeren Schwester und ihrem Ex- Freund erwähnte. Anstatt ihrer Schwester zu glauben, die ihr beteuern wollte, dass der Kuss nicht von ihrer Seite aus kam, und die Sache zu klären, redet sie lieber ewig nicht mit ihr und ignoriert sie, was entgegen ihres sonst so vernünftigen Charakterbildes spricht.

    Der Nachbarsjunge verhält sich wie der hineingeborene große Bruder der Familie, der sich jeden Abend zu der Familie gesellt, dort mitisst und zur jeder Situation zur Verfügung steht, als würde er glatt in diesem Haushalt wohnen. Trotz der Tatsache, dass seine Ex- Freundin (die Trennung wird eine Weile vor der Familie verschwiegen, weiß Gott warum…) in Schottland ist, hat er kein Problem dennoch täglich hinüberzukommen und mit ihren Schwestern zu entspannen. Derweil offenbart er Lara Jean, aufgrund ihres Briefes an ihn, seine ehemaligen Verliebtheitsgefühle für sie, worauf die Protagonistin übertrieben mit Kontaktabbruch zwischen ihm und sich selber (und teils ihrer Familie) reagiert.

    Der andere Junge hat nie einen Weg in mein Herz gefunden, da er mich die meiste Zeit mit seiner überheblich, arroganten Art genervt hat und ich persönlich auch teilweise das Gefühl hatte, dass er selber nicht einmal wirklich Plan gehabt hatte, was er denn nun eigentlich will.

    Insgesamt kann ich das Buch auf keinen Fall weiterempfehlen, da es eine einfach nur öde Story beinhaltet, die keine wirkliche Spannung aufbaut. Der Schreibstil sorgt für einen schnellen Lesefluss, weswegen das Buch von mir noch einen Stern bekommt.

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    Cover des Buches Shades of Grey - Geheimes Verlangen (ISBN: 9783442478958)

    Bewertung zu "Shades of Grey - Geheimes Verlangen" von E. L. James

    Shades of Grey - Geheimes Verlangen
    Jojo4102vor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Hype, den ich nicht nachvollziehen kann...
    Potenzial mit mangelnder Umsetzung

    Inhalt:


    Sie ist 21, Literaturstudentin und in der Liebe nicht allzu erfahren. Doch dann lernt Ana Steele den reichen und ebenso unverschämt selbstbewussten wie attraktiven Unternehmer Christian Grey bei einem Interview für ihre Uni-Zeitung kennen. Und möchte ihn eigentlich schnellstmöglich wieder vergessen, denn die Begegnung mit ihm hat sie zutiefst verwirrt. Sosehr sie sich aber darum bemüht: Sie kommt von ihm nicht los. Christian führt Ana ein in eine dunkle, gefährliche Welt der Liebe – in eine Welt, vor der sie zurückschreckt und die sie doch mit unwiderstehlicher Kraft anzieht …


     


    Meinung:


    In E.L. James Roman „Fifty Shades of Grey – Geheimes Verlangen“ verstecken sich eine gute Grundidee mit Realitätsnähe, allerdings eine eher mangelhafte Ausführung.


    Der Handlungsstrang ist plausibel und nicht allzu abwegig, doch einzelne Szenerien wiederholen sich oft, sodass sich insgesamt, trotz der unterschiedlichen aufeinander aufbauenden Handlungen eine Monotonie erkennen lässt, die sich quer durch das Buch zieht und es einseitig wirken lässt.


     


    Der Ablauf bestimmter Szenen (z.B. Sexszenen) kommt mehrere Male handlungstechnisch nur minimal abgeändert vor, oftmals leider mit derselben Wortwahl und denselben Handlungen (Lippenkauen, Augenrollen,…).


    Ich persönlich konnte mich nicht wirklich in die Protagonistin hineinversetzen, da ich den Schreibstil als zu distanziert empfand.


    Ein Fakt, der dem Roman die Realität wegnimmt, ist, dass Dinge einfach spontan passieren (Sex, Flugzeugflüge) und es niemals irgendwelche Komplikationen gibt, außer, dass sich vielleicht jemand mal beeilen muss um nicht zu spät zu etwas zu kommen.


     


    Das Verhalten der Charaktere ist nachvollziehbar in Anbetracht ihrer Geschichte, die man nach und nach im Buch erfährt, was der Autor an dieser Stelle sehr gut umgesetzt hat.


    Das Buch beschäftigt sich mit einer Thematik, über die in der Gesellschaft eher geschwiegen wird, weshalb man nicht viele Geschichten dieser Art zu Gesicht bekommt (zumindest sind mir nicht viele Bücher dieser Art untergekommen). Gerade deshalb finde ich es mutig über ein solches (modernes) Thema zu schreiben. Neben dem Einblick in dieses, von der Gesellschaft eher als obszön verurteiltes Sexualleben, begleiten den Leser das psychische Befinden der Charaktere, was zum einen Interesse weckt, zum anderen jedoch mich vom Schreibstil her nicht wirklich gepackt hat. Dadurch konnte man nicht unbedingt in die psychischen Probleme (wie z.B. die Gefühle und Berührungsängste von Grey) hineinfühlen, was in meinem Fall dazu geführt hat, dass diese Szenen von der Spannung her abgemildert wurden.


     Das Ende bleibt offen und lässt den Leser auf Weiteres über Greys Vergangenheit als auch über den weiteren Verlauf von Anas Leben im Ungewissen.


     Insgesamt finde ich die Idee des Romans wirklich gut und originell, doch Teilaspekte des Realismus, Schreibstil und die Vielfalt der Wortwahl lassen in meinen Augen zu wünschen übrig.


    Den Roman kann man lesen, ist in meinen Augen jedoch kein Muss und nicht unbedingt zu empfehlen.

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    Cover des Buches Nur noch ein einziges Mal (ISBN: 9783423740302)

    Bewertung zu "Nur noch ein einziges Mal" von Colleen Hoover

    Nur noch ein einziges Mal
    Jojo4102vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein mitreißender Roman mit ernster Thematik, der in meinen Augen sehr empfehlenswert ist...
    Fesselnd mit einer Message, die nicht untergehen darf....

    Inhalt:
    Als Lily Ryle kennenlernt, scheinen all ihre Träume wahr zu werden: eine neue Stadt, der erste Job und dann noch Ryle – überaus attraktiv, überaus wohlhabend und überaus erfolgreich. Vergessen scheint Lilys schwierige Kindheit. Vergessen auch Atlas, ihre erste Liebe, der gegenüber von Lily squattete – bis ihr Vater die beiden erwischte und Atlas von heute auf morgen verschwand. Und dann steht Atlas auf einmal vor ihr. Als Ryle von ihrer gemeinsamen Vorgeschichte erfährt, weckt dies seine Eifersucht …



    Meinung:
    Der Roman ist, in meinen Augen, einer der Gelungensten, die ich von Colleen Hoover bisher gelesen habe:
    "Nur noch ein einziges Mal" unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht zu den sonstigen Werken von Hoover, da sich, im Gegensatz zu den eher üblicheren Themen der Liebesromane, eine dunkle Message versteckt und die Problematik von häuslicher Gewalt behandelt wird. Durch den mitreißenden, einfachen Schreibstil, bei dem es unausweichlich ist sich in die Charaktere hineinzuversetzen und dem realistisch aufbauenden Plot, macht Hoover die Gedanken- und Gefühlswelt der Betroffenen für alle Umstehenden nach und nach begreiflicher.
    Das Buch sollte gelesen werden, um zu verstehen wie Hoover es schafft, das Thema nahezubringen und den Leser zusätzlich erkennen lässt, wie die Realität eines Menschen mit diesem Problem aussieht.
    Weil der Roman Spannung, Emotionen und Feingefühl mit einem düsteren Untergrund vereint und zugleich so packend geschrieben wurde, dass man sich selbst zu hundert Prozent in die Person hereinfühlen kann, ist es für mich ein Muss.
    Interessant ist das Buch hauptsächlich für Jugendliche und junge Erwachsene, selbst wenn sie weniger interessiert sind an Liebesgeschichten. Ich persönlich konnte das Buch nicht aus der Hand legen und habe es regelrecht verschlungen, weshalb es 5 Sterne von mir bekommt.

    Das Cover gibt recht wenig Aufschluss über die Geschichte, der Titel hätte es nicht besser treffen können.

    Sehr empfehlenswert!

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