Jossele

  • Mitglied seit 08.04.2020
  • 1 Freund
  • 1.146 Bücher
  • 14 Rezensionen
  • 22 Bewertungen (Ø 2.91)

Rezensionen und Bewertungen

Filtern:
  • 5 Sterne5
  • 4 Sterne5
  • 3 Sterne3
  • 2 Sterne1
  • 1 Stern8
  • Sortieren:
    Cover des Buches Das Gift der Wahrheit (ISBN: 9783453359772)

    Bewertung zu "Das Gift der Wahrheit" von Julia Corbin

    Das Gift der Wahrheit
    Josselevor 10 Tagen
    Kurzmeinung: Unrund und unlogisch
    Mit einem Ende, das alles verdirbt

    Dieses Buch ist der zweite Band einer Reihe der Autorin um die Kriminalpolizistin Alexis Hall und die Kriminalbiologin Karen Hellstern. Es empfiehlt sich aus meiner Sicht, die Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen, da sie einen chronologischen Ablauf haben. Das ist aber keine Bedingung, es handelt sich nicht um Fortsetzungen im eigentlichen Sinn, aber es erleichtert das Verständnis für die handelnden Personen.

    Ich habe den ersten Band „Die Bestimmung des Bösen“ gelesen und der war aus meiner Sicht ein sehr beachtliches Debüt. Meine Erwartungen waren daher hoch und wurden leider enttäuscht.

    In Mannheim wird eine Frauenleiche gefunden, die bereits länger tot ist und wie sich herausstellt, auch angespült wurde. Am ursprünglichen Ablageort finden sich neun weitere Frauenleichen, alle mit einem Medaillon, in dem sich eine Spinne befindet. Für die Kripo schälen sich schnell zwei Hauptverdächtige heraus, in deren Richtung verstärkt ermittelt wird. Gleichzeitig haben alle Personen auch private Probleme, so dass diese einen Teil des Buches in Anspruch nehmen, was mich aber nicht störte. Die ausführlichen Schilderungen der wissenschaftlichen Herangehensweise empfand ich, im Gegensatz zu vielen, als gut beschrieben und keinesfalls als langweilig.

    Zwischendurch wurde es mir ein bisschen zu viel mit dem gegenseitigen Sorge um den anderen machen. Jeder und jede  macht sich  ständig Sorgen um den anderen. Ein bisschen zu dick aufgetragen.

    Der Plot ist spannend geschrieben, garniert mit diversen brutalen Grausamkeiten und bei einem Thriller geht das auch in Ordnung, obwohl ich es als überflüssig empfinde.

    Mit steigender Seitenzahl hatte ich jedoch immer mehr das Gefühl, dass der Autorin die Geschichte entgleitet und sie sich selbst nicht mehr in ihr zurecht findet. Da werden die Mordvorwürfe des Onkels gegenüber Alexis über mehrere Kapitel zu einem persönlichen Drama aufgebaut, das dann mittels eines Gesprächs mit ihrer Tante sang- und klanglos ausklingt.

    Vollends aus dem Ruder läuft die Story dann, als der Täter präsentiert wird. Ich verlange von einem Thriller nicht unbedingt Realitätsnähe und auch überraschende Wendungen machen mir nichts aus, aber in sich sollte die Story schon logisch sein und das ist sie in diesem Fall nicht. Die Zusammenhänge sind dermaßen unterirdisch weit hergeholt, dass ich dieses Buch nur als miserabel bezeichnen kann.

    Die Autorin kann es auch besser. Den ersten Thriller von ihr habe ich in guter Erinnerung. Der ist logisch zu Ende gebracht. Leider ist es eine Weile her, dass ich ihn gelesen habe, so dass ich mich nicht mehr in der Lage fühle, eine Rezension darüber zu schreiben.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Cover des Buches Das schwarze Band (ISBN: 9783809027201)

    Bewertung zu "Das schwarze Band" von Alex Beer

    Das schwarze Band
    Josselevor 15 Tagen
    Kurzmeinung: Spannend, historisch, lesenswert!
    Gelungene Entführung ins Wien der Zwischenkriegszeit

    Das schwarze Band ist der vierte Teil einer Reihe um den kriegsversehrten Kriminalinspektor August Emmerich und seinen jungen, ehemals adligen Assistenten Ferdinand Winter, für den Emmerich so etwas wie eine Vaterrolle übernommen hat. Die Serie spielt in Wien in den Jahren kurz nach dem 1. Weltkrieg, in dem Fall im Sommer 1921, der sehr heiß ist.

    Armut, Korruption, Inflation, Hehlerei, Schmuggel, Prostitution und der Kampf ums Überleben kennzeichnen die Lage der Bevölkerung. Das Kaiserreich ist seit drei Jahren Geschichte, die Republik kämpft ums Überleben, denn längst nicht alle, vor allem nicht die Privilegierten sind mit der neuen politischen Ordnung einverstanden.

    Und so geraten Emmerich und Winter in einen Strudel von Ereignissen, bei denen es zum einen darum geht, den Mord an zwei Prostituierten aufzuklären, zum anderen aber auch einen Anschlag auf den neuen Bundeskanzler Schober zu verhindern.

    Man muss die Vorgängerbände nicht unbedingt gelesen haben, aber es ist sehr hilfreich zum Verständnis der Geschichte, wenn man diese Reihe von vorne liest, vor allem, weil die handelnden Hauptpersonen sich teilweise bemerkenswert weiterentwickelt haben.

    Die Sprache ist einfach, kurze Sätze, die Kapitel fast durchweg relativ kurz. Die Handlung springt öfters hin und her zwischen Winters und Emmerich Erlebnissen, bis die beiden dann schließlich wieder zusammenarbeiten.

    Ich empfand diesen Krimi als sehr durchdacht. Das Wien der damaligen Jahre ist gut und realitätsnah beschrieben. Ich konnte mich prima hineindenken. Viele Handlungsorte existieren auch in der Realität, ebenso die historischen Figuren, wie z.B. der Bundeskanzler Schober.

    Und obwohl es reichlich verwickelt zugeht, verliert die Autorin nie den logischen Faden, sondern liefert im Grunde  dem Leser für jede Wendung eine nachvollziehbare Begründung, eine Motivation für die Handlungen der Personen. Auch diesem Zusammenhang ist es u.a. von Vorteil, die Vorgängerbände gelesen zu haben, denn die Motivation des einstigen Unterweltkönigs Veit Kolja, sich Winters in einer Situation höchster Gefahr anzunehmen und seine lapidare Begründung, dass Emmerich ihm Untätigkeit nie verziehen hätte, versteht man meines Erachtens nur, wenn man weiß, dass Emmerich und Kolja viel mehr verbindet, als das, was in diesem Band anklingt.

    Das einzige, was mich gestört hat und dass hat dieser Band mit seinen Vorgängern gemeinsam, ist, dass viele Kapitel und die Bände an sich mit einem Cliffhanger enden. Das mögen viele, ich weiß, aber ich finde es eine billige und platte Art, Spannung zu erzeugen.

    Insgesamt aber ein gut gelungenes Werk der Autorin und mir vier Sterne wert.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Cover des Buches Das Gleichgewicht der Welt (ISBN: 9783596145836)

    Bewertung zu "Das Gleichgewicht der Welt" von Rohinton Mistry

    Das Gleichgewicht der Welt
    Josselevor 19 Tagen
    Cover des Buches Unternehmen Stahlsprung (ISBN: 9783688107285)

    Bewertung zu "Unternehmen Stahlsprung" von Per Wahlöö

    Unternehmen Stahlsprung
    Josselevor 19 Tagen
    Cover des Buches Mord im 31. Stock (ISBN: 9783688107346)

    Bewertung zu "Mord im 31. Stock" von Per Wahlöö

    Mord im 31. Stock
    Josselevor 19 Tagen
    Cover des Buches Wind und Regen (ISBN: 9783688107322)

    Bewertung zu "Wind und Regen" von Per Wahlöö

    Wind und Regen
    Josselevor 19 Tagen
    Cover des Buches Das Lastauto. Libertad!. Die Generale (ISBN: 9783499432224)

    Bewertung zu "Das Lastauto. Libertad!. Die Generale" von Per Wahlöö

    Das Lastauto. Libertad!. Die Generale
    Josselevor 19 Tagen
    Cover des Buches Fieberhaft (ISBN: 9783442098170)

    Bewertung zu "Fieberhaft" von Kim Wozencraft

    Fieberhaft
    Josselevor 19 Tagen
    Cover des Buches Das Fest des Ziegenbocks (ISBN: 9783518735756)

    Bewertung zu "Das Fest des Ziegenbocks" von Mario Vargas Llosa

    Das Fest des Ziegenbocks
    Josselevor 19 Tagen
    Cover des Buches Maytas Geschichte (ISBN: 9783518381052)

    Bewertung zu "Maytas Geschichte" von Mario Vargas Llosa

    Maytas Geschichte
    Josselevor 19 Tagen
    Kurzmeinung: „Der Roman ist eine einzige Huldigung an die Literatur und ihre Fähigkeit, Wahrheit zutage zu lügen.“ (Klara Obermüller)
    Durchhalten lohnt sich, guter Roman

    Der Ich-Erzähler, vermutlich Vargas Llosa selbst rekonstruiert ca. im Jahr 1983 einen gescheiterten Revolutionsversuch, der 25 Jahre zuvor in der peruanischen Sierra stattfand und an der die Hauptfigur Alejandro Maytas Avendaño maßgeblich beteiligt war.

    Der Autor beginnt, Maytas Leben zu erforschen, besucht Familienmitglieder, alte Weggefährten und politische Freunde wie Gegner, nicht zuletzt, um auf diese Art ein Stück untergegangener Historie aus der Vergessenheit zu holen.

    Dabei wechselt die Zeitebene, zumindest in zwei Dritteln des Romans ständig, ohne dass das durch Absätze kenntlich gemacht wird. Das macht den Roman teilweise schwer lesbar, ja stellenweise zu einer intellektuellen Herausforderung, erinnert den Leser aber immer wieder daran, dass er aufmerksam sein sollte. Ich habe öfter mal zurückgeblättert und doppelt gelesen, um mich in den verschiedenen Zeiten und Personen zu orientieren.

    Die Geschichte an sich ist schnell erzählt: der trotzkistische, theoretische Berufsrevolutionär begegnet Mayta, ungefähr 40 Jahre alt,  begegnet auf einer Party dem jungen Gefängnisvorsteher von Jauja, Leutnant Vallejos. Die beiden werden Freunde und ergänzen sich. Während Mayta Vallejos die Theorie erklärt, begeistert umgekehrt Vallejos Mayta für Taten, zu denen es schließlich auch kommt. Doch die geplante Revolution, dilettantisch geplant, scheitert kläglich und Vallejos kommt dabei ums Leben. Mayta überlebt, kommt ins Gefängnis und fasst auch später im Leben nicht mehr richtig Fuß.

    Vargas Llosa erzählt die (fiktive) Geschichte eines durch und durch sympathischen Menschen, der voller Empathie für die benachteiligten und armen Menschen in Peru ist, der seine Grundsätze nie verleugnet, danach handelt, aus Solidarität einiges auf sich nimmt und doch gnadenlos scheitert und völlig desillusioniert zum Schluss in einem Slum um Lima lebt.

    Die Gespräche, die der Ich-Erzähler mit den Bekannten und Verwandten Maytas führt, um dessen Leben zu recherchieren, lassen oft eine Einordnung zwischen Fiktion, Lüge und Wahrheit nicht zu, da sie sich teilweise widersprechen bzw. erkennbare Schutzbehauptungen sind.

    Zugegeben: man muss sich zu Anfang an der Erzählstil und die Zeitenwechsel gewöhnen und man liest den Roman nicht einfach so runter, aber dennoch in meinen Augen ein gutes Buch.

    Auf meinen Exemplar (Suhrkamp 1986) steht auf der Rückseite ein – wie ich finde – toller Satz von Klara Obermüller, der es genau trifft: „Der Roman ist eine einzige Huldigung an die Literatur und ihre Fähigkeit, Wahrheit zutage zu lügen.“

    Kommentieren0
    0
    Teilen

    Über mich

    Meine Wertungen: 5 Sterne: Herausragend/sehr gut 4 Sterne: Gut 3 Sterne: Durchschnitt/befriedigend 2 Sterne: Ausreichend 1 Stern: Schrott/voller Mängel

    Lieblingsgenres

    Biografien, Krimis und Thriller, Sachbücher, Humor, Romane, Klassiker, Historische Romane

    Mitgliedschaft

    Freunde

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks