Julita_Turek

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches Weil mein Herz dich ruft (ISBN: 9783958184473)

    Bewertung zu "Weil mein Herz dich ruft" von Jennifer Waschke

    Weil mein Herz dich ruft
    Julita_Turekvor 21 Tagen
    Kurzmeinung: Ein wunderschöner Jugendroman über Freundschaft und gleichgeschlechtliche Liebe als Hauptthema; und Familienkonflikt als Nebenthema.
    Jennifer Waschke – „Weil mein Herz dich ruft“ (Forever)

    Zwei beste Freundinnen: Johanna, alias Jo, die Ich-Erzählerin und Bea. Beide verbindet vor allem die Vorliebe zum Tanzen. Sie gehen gemeinsam zum Ballettunterricht, tanzen aber auch hobbymäßig Modern Dance wie Hip-Hop zusammen. Um Höchstleistung beim Tanzen zu erzielen, setzt sich Bea sehr unter Druck, wohingegen Jo das Vortanzen sehr locker nimmt. Genauso bei der Ernährung achtet Bea eher auf gesundes Essen, wobei Jo lieber zu Pommes und Burger greift. So unterschiedlich die beiden sind, so perfekt ergänzen sie sich auch und sind einfach unzertrennlich. Doch als es dann zum ersten leidenschaftlichen Kuss der beiden in Beas Bett kommt, steht die Welt auf einmal Kopf und nichts ist mehr, wie es einmal war.

    Wo sich die Mädels früher oft umarmt oder zusammen Händchen gehalten haben, wird dies jetzt mit Vorsicht und Anspannung vermieden. Als Leser erlebt man wie die Freundschaft langsam daran kaputtgeht und hofft nur noch auf ein Happy End.

    Ein wunderschöner Jugendroman über Freundschaft und gleichgeschlechtliche Liebe als Hauptthema auf der einen Seite; und Familienkonflikt und Traumverwirklichung als Nebenthema auf der anderen Seite. Die Geschichte ist spannend beschrieben und die einzelnen Motive im Roman sind gut verschleiert, sodass ich den Roman gefesselt und schnell innerhalb kurzer Zeit zu Ende gelesen habe; und die Endauflösung mich mit einem großen Aha-Effekt und dem Verständnis für die einzelnen Szenen am Anfang und in der Mitte des Romans überrascht hat. Deswegen gebe ich 5 Sterne für dieses Buch.

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    Cover des Buches Leben, schreiben, atmen (ISBN: 9783257070699)

    Bewertung zu "Leben, schreiben, atmen" von Doris Dörrie

    Leben, schreiben, atmen
    Julita_Turekvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Wir sind alle Geschichtenerzähler!
    Doris Dörrie – „Leben, Schreiben, Atmen. Eine Einladung zum Schreiben“ (Diogenes)

    Die inspirierende Einladung zum Schreiben von Doris Dörrie hat bei mir ihre Wirkung gezeigt. Bereits nach den ersten gelesenen Seiten, war ich so motiviert, dass ich selbst das unregelmäßige Schreiben konsequent ins Regelmäßige umgewandelt habe. Seitdem schreibe ich jeden Tag handschriftlich in meinem Notizbuch, reflektiere über mein Leben und kriege so meinen Kopf frei.

    Am Anfang beschreibt die Autorin wie wunderschön das Schreiben ist, wie gut es uns tut und wie jeder es schaffen kann. Die goldene Regel dabei lautet: das Denken ausschalten, die Hindernisse namens Rechtschreibung und Grammatik ignorieren und einfach ohne Pause mindestens 10 Minuten lang drauflosschreiben. So kommt man in den richtigen Schreibfluss und geht bewusster durchs Leben. Schließlich hat jeder von uns einen Schreibmuskel, der trainiert werden muss. Dann legt Doris einfach selbst los, unterteilt das Buch in Themenkapitel aus Ihrem Leben und schreibt über Ihre Erlebnisse und Gefühle. Am Ende jedes Kapitels stellt sie ihren Lesern eine Aufgabe zur Übung, damit sie zu dem jeweiligen Thema auch etwas aus ihrem Leben erzählen können.

    Das Buch erfüllt seinen Zweck. Es motiviert und lädt zum Schreiben ein. Es geht hier nicht um das Erlernen eines kreativen Schreibhandwerks. Vielmehr will die Autorin bei der Überwindung von Schreibblockaden helfen, wofür ich ihr sehr dankbar bin.

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    Cover des Buches Feierabend! - Warum man für seinen Job nicht brennen muss (ISBN: 9783596297962)

    Bewertung zu "Feierabend! - Warum man für seinen Job nicht brennen muss" von Volker Kitz

    Feierabend! - Warum man für seinen Job nicht brennen muss
    Julita_Turekvor 4 Monaten
    Volker Kitz – „Feierabend! Warum man für seinen Job nicht brennen muss!

    Nicht die Arbeit macht uns unglücklich, sondern die Lügen, die wir uns darüber erzählen. Mit dieser Streitschrift appelliert der Autor an die Masse der Menschen, den Zustand der Zufriedenheit in sich wiederzuentdecken.

    Das aktuelle Arbeitskonzept gibt es noch nicht so lange. Erst im 16 Jahrhundert, vor ca. 500 Jahren kam Martin Luther und nannte die Arbeit >>Beruf<< und erklärte sie >>zur Bestimmung des Menschen vor Gott<<.  Das nimmt nur 0,008 Prozent der Menschheitsgeschichte ein. Davor sah man die Arbeit als Last oder Strafe an. Man verbrachte die Zeit lieber mit Philosophieren und überließ das Arbeiten den Sklaven und dem gemeinen Volk.

    Heutzutage verspricht uns die Arbeit, beispielsweise auf dem Arbeitsmarkt, folgende Vorteile: Erfüllung, Selbstverwirklichung, Leidenschaft, Herausforderung, gewaltigen Gestaltungsspielraum mit vielen Möglichkeiten und täglich nur nette Menschen zu treffen. Überall hören wir >>wer seinen Traum noch nicht zum Beruf gemacht hat und keine Leidenschaft bei der Arbeit spürt, der hat im Leben noch nicht das Richtige gefunden und muss deswegen weitersuchen<<. Doch in Wirklichkeit gibt es laut Studien nur ca. 15 Prozent der Beschäftigten, die so für ihre Arbeit brennen. Der Rest ist zufrieden und macht einfach gute Arbeit. Leider wird denjenigen permanent eingeredet, etwas sei nicht in Ordnung.

    Um diese Menschen mit der Wahrheit zu motivieren, zerstört Volker Kitz mit jedem Argument, Beispiel und jeder rhetorischen Frage die falschen Ideologien des heutigen Arbeitslebens; und bringt es so richtig Seite für Seite auf den Punkt.

    Nein, Leidenschaft ist nicht das Wichtigste bei der Arbeit. Das beweist uns zum Beispiel die Fernsehsendung „Deutschland sucht den Superstar“. Da sehen wir, dass man auch mit Leidenschaft frei von Können sein kann. Die guten Sänger brauchen auch eine nüchterne Distanz zum Singen als Beruf. Und nein, wir möchten sicherlich nicht mit einem Piloten fliegen, für den der Flug eine Herausforderung ist, sondern für den es Alltagsroutine ist. Und was machen die Mitarbeiter falsch, die >>Dienst nach Vorschrift<< machen? Sollen diese besser >>Dienst gegen Vorschrift<< leisten?

    Die Aussage des Buches ist, dass diejenigen, die einfach mit ihrem Job zufrieden sind, aber die Arbeit nicht als große Lebensliebe betrachten, hier nichts falsch machen und gerne so weiter machen können. Das sind fast alle Arbeitenden in Deutschland. Dank denen dreht sich das Rad der Wirtschaft. Nicht ein paar Querdenker, die das Produkt >>neu denken<< schultern unsere Gesellschaft, sondern die Masse der Menschen, die das Produkt bauen und jeden Tag geradeaus denken und einfach handeln. Deswegen sollen diese Menschen nicht für ihre >>nine to five<< - Arbeit verspottet werden. Sie erledigen ihre Arbeit sorgfältig, zuverlässig und effizient in der vorgesehenen Zeit; und brechen dann pünktlich in den Feierabend auf. Sie sind glücklich und haben vor allem eins; ein Leben. >>Jeder darf für seine Arbeit brennen. Doch nur wer es nicht muss, kann wahrhaft zufrieden werden, produktiv und gesund<<.  Die wahre Herausforderung im Leben besteht darin, mit Menschen zurechtzukommen, mit edlen wie elenden. Und hier macht das Leben vor der Arbeit nicht halt, hier müssen wir alle oder die meisten durch.

    Das Buch hat mir sehr gut gefallen und mich begeistert. Einmal das Buch zur Hand genommen und schon konnte ich es nicht mehr weglegen, bis ich es ausgelesen hatte. Schließlich sind es nur 93 Seiten und dazu noch kurzweilig geschrieben. Ich empfehle das Buch gerne jedem und vor allem denen, die keine Leidenschaft für die Arbeit haben. 

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    Cover des Buches Alles im Griff (ISBN: 9783257243420)

    Bewertung zu "Alles im Griff" von Martin Suter

    Alles im Griff
    Julita_Turekvor 4 Monaten
    Martin Suter – „Alles im Griff“ (Diogenes Verlag)

    In der 120-seitigen Business Soap mit kurzen lustigen Geschichten und gleichbleibendem Personal befördert Martin Suter uns in die Welt der täglichen Bemühung um Anerkennung und Aufstieg.

    Herr Tobler hat die Firma TYLCO verlassen, um bei der Konkurrenz, der Firma CRONSA so richtig durchzustarten. Bei der neuen Firma erhofft er sich bessere Weiterentwicklungsmöglichkeiten; schließlich ist die CRONSA dafür ja bekannt. Leider wird ihm schnell klar, dass er auch dort mit demselben Problem zu kämpfen hat. Auch der neue Arbeitgeber ist mit miesen Ellbogenmenschen und deren komplizierten Strategien überfüllt; und die finanzielle Lage scheint nicht sicher zu sein.

    Die kurzen Kapitel sind grotesk, satirisch und unterhaltsam geschrieben. Es ist eine Art Business-Telenovela oder Business-Komödie zum Schmunzeln. Meines Erachtens ist das Buch vor allem für die sehr empfehlenswert, die die Karriereleiter weiter nach oben steigen möchten. Denn in dem Werk erfahren sie welche Hindernisse, Katastrophen und Intrigen sich auf diesem Weg befinden. Es kann aber auch einfach eine passende Lektüre für unterwegs während einer Geschäftsreise sein. Für mich persönlich war es leider nicht mein Humor. Anscheinend bin ich nicht die richtige Zielgruppe, die dieses Buch ansprechen soll. Ich denke aber, den Karrieremachern wird es bestimmt gefallen und deren Humor treffen.

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    Cover des Buches Du und ich gegen den Rest der Welt (ISBN: 9783958183162)

    Bewertung zu "Du und ich gegen den Rest der Welt" von Jennifer Waschke

    Du und ich gegen den Rest der Welt
    Julita_Turekvor 6 Monaten
    Jennifer Waschke – „Du und ich gegen den Rest der Welt“ (Forever)

    Bei dem Buch handelt es sich um einen Jugendroman, in dem man die Hauptprotagonistin Lina in ihrer schweren und misslichen Lage begleitet. Lina lebt mit ihrem alleinerziehenden und alkoholsüchtigen Vater zusammen. Obwohl sie nur ein Teenager ist, fühlt sie sich neben ihren schulischen Verpflichtungen auch für Ihren Vater verantwortlich. Sie kümmert sich um den Haushalt und sieht zu, dass sie mit dem wenigen Hartz IV – Geld jeden Monat über die Runden kommen. Neben all den Komplikationen schöpft Lina Ihre Kräfte bei Ihrer besten Freundin Maya, mit der sie über alles reden kann. Doch nachdem ihre beste Freundin nach Stuttgart umziehen muss, fällt Lina in ein noch tieferes und einsames Loch, aus dem sie ihr neuer Freund Micky herauszieht. Micky ist ein cooler Typ, der in einer Band Schlagzeug spielt. Er und Lina sind auf der gleichen Wellenlänge, hören die gleiche Musik, gehen gerne in den gleichen Club und sind einfach glücklich zusammen. Während Lina sich nach der elterlichen Liebe und Fürsorge sehnt, hat Micky es satt, ständig im Visier seiner Eltern zu sein und immer den Weg gehen zu müssen, den seine Eltern für ihn aussuchen. Als eines Tages die Mitarbeiterinnen des Jugendamtes vor Linas Haustür stehen, wird es richtig spannend! 

    Das Buch konnte ich nicht mehr weglegen. Es hat meine Vorstellungskraft geweckt, sodass ich in die einzelnen Szenen eintauchen konnte und diese sich in meinem Kopf wie eine spannende Serie oder ein Film abgespielt haben. Die Geschichte ist aus Linas Sicht in der Sie-Form verfasst, beinhaltet aber auch Dialoge. Alkohol macht alles kaputt und die Liebe blind, was in dem Roman gut veranschaulicht wird. Die Konflikte sind sehr gut beschrieben, die Spannung wird gehalten, ich als Leser war gut unterhalten und es gibt auch ein paar Überraschungen. Deswegen kriegt das Buch von mir 5 Sterne und ein Daumen hoch. 

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    Cover des Buches Die anstrengende Daueranwesenheit der Gegenwart (ISBN: 9783596175338)

    Bewertung zu "Die anstrengende Daueranwesenheit der Gegenwart" von Sarah Kuttner

    Die anstrengende Daueranwesenheit der Gegenwart
    Julita_Turekvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Sarah Kuttner nimmt kein Blatt vor den Mund und sorgt mit ihren Kolumnen für gute Laune.
    Sarah Kuttner – „Die anstrengende Daueranwesenheit der Gegenwart“ (2007, Fischer Taschenbuch)

    Der zweite Teil der Kolumnen aus der Süddeutschen Zeitung und dem Musikexpress macht ebenso viel Freude wie der erste Teil. Die aufgedrehte Frau Kuttner sorgt mit Ihren witzigen Kolumnen für gute Laune und bringt die Leser zum Lachen. Das Buch beinhaltet auch passend zu jedem besprochenen Themenabschnitt verschiedene Illustrationen aus kreativ zusammengebastelten Zeitungsschnipsel. Je nachdem wie viele Schnipsel auf einer Veranschaulichung zu sehen sind, kann man jedes Mal was Neues im Bild entdecken, was dem Leser ordentlich Interpretationsmaterial bietet. Sarah Kuttner nimmt kein Blatt vor den Mund und wer ihre ironische Art genauso wie ich mag, dem kann ich die Kolumnen sehr für zwischendurch empfehlen.

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    Cover des Buches Das oblatendünne Eis des halben Zweidrittelwissens (ISBN: 9783596171088)

    Bewertung zu "Das oblatendünne Eis des halben Zweidrittelwissens" von Sarah Kuttner

    Das oblatendünne Eis des halben Zweidrittelwissens
    Julita_Turekvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Auch nach Jahren hat es mir große Freude gemacht, die Kolumnen noch einmal zu lesen und mich an die Zeit der früheren 2000er zu erinnern.
    Sarah Kuttner – „Das oblatendünne Eis des halben Zweidrittelwissens“ (2006, Fischer Taschenbuch)

    Das Buch besteht aus einer Sammlung von Kolumnen im ersten Teil aus der Süddeutschen Zeitung und im zweiten Teil aus dem Musikexpress. Für alle Sarah Kuttner Fans ist das Buch auf jeden Fall sehr empfehlenswert. Denn in den Zeilen ihrer Kolumnen erlebt man 100 % die Frau Kuttner wie man sie auch aus dem Fernsehen kennt -schlagfertig und spontan. Auch nach Jahren hat es mir große Freude gemacht, die Kolumnen noch einmal zu lesen und mich an die Zeit der früheren 2000er zu erinnern. Das großartige an den Texten sind die amüsante Ironie gemischt mit einer ordentlichen Portion an bildhafter sprachlicher Darstellung verschiedener Beispielsituationen und die Vergleiche aus dem Alltag als Antworten auf die gestellten Fragen zu ihrer u. a. politischen Meinung, ihrer Lieblingsmusik oder ihrem Lieblingsessen. Mit ihrer Sprache übertreibt sie insofern, dass sie alles ihr Unangenehme im Leben „unter schwere Sanktionen stellt“. Ihre Antworten müssen nicht wirklich auf die Fragen eingehen und sind sehr originell; „Angela Merkel und die CDU?“ –Antwort: „kein guter Bandname.“ Laut Duden kann das Wasser, der Strom oder die Sonne das Licht durchfluten, aber dass „das Album von Adam Green Kuttners Auto akustisch durchfluten kann“, ist so in dem sprachlichen Kompositum neu.
    Die Redewendungen werden dem Kontext gezielt und spielerisch angepasst und umgewandelt, oder sie werden mit einer Doppeldeutigkeit versehen, wie etwa, dass ein Sopransaxophonist sein Sopransaxofon an den Nagel gehängt hat, weiß aber nicht mehr an welchen, oder auf die Frage nach perfekten Ferien wird erwidert: Aufregung am Strand ist genau meine Tasse Urlaub. Hier wurde die Redewendung „meine Tasse Tee“ in meine Tasse Urlaub dem Kontext angepasst. Es werden zwei idiomatische Phrasen zu einer verschmolzen; „Es plagt mich dieser Tage vor allem ein Problem: >>der „Echo“<<, dieses buckelige deutsche Gegenstück zum amerikanischen Grammy, wirft seine Schatten mal wieder unter die Augen.“ Neue Wendung aus: die Schatten vorauswerfen, sich ankündigen‘ und jemanden unter die Augen kommen, sich bei jemandem sehen lassen‘. Die Autorin zeigt bildlich, dass der „Echo“ kurz bevorsteht und dass sie dieser Veranstaltung negativ gegenübersteht. Auch ihr kreativer Humor fasziniert mich sehr: z. B. als Antwort auf die Frage, ob die Türkei der EU beitreten darf – sagt sie: „keine Ahnung, welche Kriterien hier angelegt werden, wahrscheinlich rechnet man Bruttoinlandsprodukt plus Länderspieltore geteilt durch Sehenswürdigkeiten minus Minderheitendrangsalierung.“ In den ganzen Meinungsbeiträgen findet man viele durch Sarah Kuttner neu erfundene Wörter, die es eigentlich nie gegeben hat, und die vielleicht irgendwann auch durch den Duden offiziell anerkannt werden. Für mich einfach nur genial und sehr empfehlenswert als Unterhaltung zum Durchlesen, aber auch zum Raussuchen und Markieren von besten Zitaten für zwischendurch.  

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    Cover des Buches Glaub nicht alles, was du denkst (ISBN: 9783747400432)

    Bewertung zu "Glaub nicht alles, was du denkst" von Alexandra Reinwarth

    Glaub nicht alles, was du denkst
    Julita_Turekvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Das Buch hat mir sehr gut gefallen und mich gelehrt achtsamer zu leben!
    Alexandra Reinwarth – „Glaub nicht alles, was du denkst“ (mvgverlag)

    Durch tiefgründige Beobachtungen verschiedener Alltagssituationen stellt Alexandra Reinwarth Thesen auf, die sie durch weitere Recherchen untermauert. In 22 Themenkapitel zeigt sie, warum es so schwierig ist, richtige Entscheidungen zu treffen. All die Ratgeber nutzen uns nichts, wenn wir unseren inneren Clown nicht zu Wort kommen lassen und lernen mit ihm umzugehen. Gemäß einer Studie kann unser Bewusstsein ungefähr 50 Bits pro Sekunde verarbeiten, während unser Unbewusstsein mit Millionen Bits pro Sekunde zugeströmt wird, somit können wir nicht alle unsere Entscheidungen bewusst treffen. Es wird lustig beschrieben, dass wir 2 Stimmen in uns haben: einmal einen Clown, der aus unserem Unterbewusstsein springt und getrieben von Gefühlen und Emotionen handelt; und einmal haben wir einen ernsten Herrn im schwarzen Anzug, der rationale Antworten geben kann, der eben aber leider nicht so schnell da ist wie der Clown. Der Clown steht hier auch für Natur und der Herr im Anzug für Kultur. Mit jedem Kapitel folgt ein neuer Begriff wie Z. B. „Kognitive Dissonanz“, „Halo-Effekt“, oder „The Self-Serving Bias“, der uns unsere Psyche näherbringt. Das Buch hat mir sehr gut gefallen und mich gelehrt achtsamer zu leben, nicht nur anderen Menschen einen Gefallen zu tun, sondern auch mich selbst nicht zu enttäuschen. Es gibt keine perfekten Entscheidungen. Am Ende entscheiden wir uns für Zustand A oder B. Dabei wäre es wichtig mit unseren Grenzen richtig umgehen zu können; neben dem Bewussten auch das Unbewusste zu beachten, nämlich auf unser Herz zu hören, unser Leben zu leben, ohne uns nur von Weisheiten Anderer leiten zu lassen.

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    Cover des Buches Enteignung (ISBN: 9783103974089)

    Bewertung zu "Enteignung" von Reinhard Kaiser-Mühlecker

    Enteignung
    Julita_Turekvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Es ist ein zum Nachdenken anregender Roman, der davon handelt, wie sich die Gefühle durch Lebenskrisen verändern können.
    Reinhard Kaiser-Mühlecker – „Enteignung“ (S. Fischer Verlag)

    Nach erfolgreichen Jahren als Journalist bei einem namhaften Lifestyle -Magazin in Kalifornien kehrt Jan in seine Heimat zurück, ein kleines Dorf in Österreich, wo er ohne Ambitionen nun für ein kleines Lokalblatt Glossen schreibt. Dort wohnt er mit seinem Kater in einem Haus, das er von seiner verstorbenen Tante geerbt hat. Merkwürdig antriebslos scheint den Ich-Erzähler nichts zu frohlocken und auch nichts zu bedrücken. Am Supermarkt begegnet er der Lehrerin Ines und beginnt mit ihr eine Affäre, doch als er erfährt, dass sie alleinerziehende Mutter ist, verliert er prompt das Interesse an ihr. Als er herausfindet, dass sie sich mit seinem ehemaligen Schulkameraden, dem Bauern Flor trifft, ist er in seinem Stolz zutiefst verletzt. Um sein eigenes Gefühlschaos besser zu verstehen, heuert er auf dem Bauernhof an. Zudem wurde seine Aufmerksamkeit bereits auf den Bauern gelenkt, als er seinem Hobby, dem Sportfliegen nachgegangen ist, und unterwegs von oben auf Flors Hügel den rot-hölzernen Schriftzug die „Enteignung“ sah. Diesen Schriftzug hatte Flor aufgestellt, da die Gemeinde sein Grundstück wegnehmen will, um dort einen Windpark zu bauen. Auf der Suche nach mehr Klarheit in seiner Gefühlswelt fängt Jan auf Flors dreckigem, stinkendem Schweinemastbetrieb an zu schuften. Dort verliebt er sich in Flors Frau Hemma, kann aber zugleich nicht von Ines loslassen.
    Es ist ein zum Nachdenken anregender Roman, der davon handelt, wie sich die Gefühle durch Lebenskrisen verändern können. Alle Figuren kommen an ihre existenziellen Grenzen und flüchten in ein Doppelleben, wo sich alle gegenseitig betrügen. Sprachlich gesehen ist der Roman im Großen und Ganzen sehr schlicht und emotionslos geschrieben: „Ich warf einen Blick auf mein Telefon: keine Anrufe, keine Nachrichten; ich steckte es wieder weg.“ Kein Wunder, denn die Figuren steckten oft bedingt durch deren Existenznot in einer seltenen Sprachlosigkeit. Auch wenn die Handlung der Geschichte sich sehr mühsam nach vorne bewegt, bildet sich in der Erzählung des Protagonisten eine interessante Spannung dank der rätselhaften Gefühle aller Figuren. Doch am Ende wurde mir nicht klar, was der Protagonist wirklich wollte. Vielleicht ging es dem Autor nur um einfache, elementare Empfindungen wie: Verlangen, Verzweiflung und Eifersucht.  

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    Cover des Buches Kurt (ISBN: 9783103974249)

    Bewertung zu "Kurt" von Sarah Kuttner

    Kurt
    Julita_Turekvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ich finde das Buch sehr zeitgemäß, berührend und lustig.
    Sarah Kuttner – „Kurt“ (2019, S. Fischer, gebundenes Buch)

    Lena und ihr Freund Kurt kaufen ein gemeinsames Haus in einem ruhigen Ort vor Oranienburg in Brandenburg, wo Kurts sechsjähriger Sohn, der ebenso Kurt heißt, letzten Sommer eingeschult wurde. Der kleine Kurt wohnt einen halben Monat bei seiner Mama Jana und den anderen halben Monat bei seinem Vater und dessen Partnerin Lena. Die Eltern teilen sich das Sorgerecht. Lena ist oft verwirrt und weiß nicht, welche Rolle sie in der Familie spielen darf, da sie nicht mit Kurt verheiratet ist. Sie fragt sich oft, inwieweit sie in der Erziehung des Kindes mitreden darf.

    Schon nach den ersten Seiten lernt man die Hauptcharaktere lieben. Sie sind sehr authentisch dargestellt und führen ein ganz normal kompliziertes Leben, sodass man sich mit ihnen identifizieren kann. Es macht Spaß zu lesen, wie sie sich in ihrem neuen Haus einrichten, ihren Garten neu bepflanzen und gemütlich von Zuhause aus ihre Jobs ausüben. Sie schreibt Artikel für eine Redaktion und er arbeitet selbstständig für verschiedene Agenturen als Texter. Sie unternehmen auch Ausflüge mit dem Kleinen zum See. Lena scheint auch mehr Gemeinsamkeiten mit dem kleinen Kurt zu haben als seine echte Mama. Zum Beispiel liebt der kleine Kurt den Garten genauso wie Lena und ist glücklich, wenn er eine Pflanze ganz allein eingraben darf. Umso schwerer und komplizierter wird es, als der kleine Junge vom Klettergerüst fällt und sich das Genick bricht. Der Tod des kleinen Jungen hinterlässt nicht nur die Verwandten, sondern auch Lena fassungslos. Leider wird von Lena ständig indirekt erwartet, den Familienangehörigen Trost zu spenden und auf sie wird keine Rücksicht genommen. Die einzige Person, von der sie noch ein bisschen Unterstützung bekommt, ist ihre lesbische, Öko-Schwester Laura, deren Lebensstil auch witzig beschrieben ist. Werden auch die anderen Lenas Leid bemerken? Wird die Beziehung der beiden an der Trauer scheitern?

    Mit ihrem lockeren und selbsterfinderischen Sprachstil schreibt die Autorin Sarah Kuttner gelassen, humorvoll aber auch mit einer Prise Ernsthaftigkeit über das unangenehme Thema „Tod“ und dessen Verarbeitung. Ich finde das Buch sehr zeitgemäß, berührend und lustig. Bei manchen Textpassagen musste ich auch ein Tränchen verdrücken, wie Z. B. in der Situation, als sich Lena daran erinnert hat, dem kleinen Kurt, nachdem er zwei Milchzähne verloren hat, versprochen zu haben, bald viel stärkere und echte Zähne zu bekommen, was er leider nicht mehr erleben konnte. Das Buch ist vor allem auch für Gartenliebhaber sehr empfehlenswert. Man bekommt viele Gartentipps, wie man den Garten schön gestaltet und richtig pflegt. Auch dieser Roman hat autobiografische Einflüsse, da die Autorin selbst aus Berlin kommt, ihr Herz aber für Brandenburg schlägt und sie selbst einen großen Garten hat, den sie hobbymäßig und leidenschaftlich pflegt. Ein Paar Seiten widmet sie auch einer Szene mit einem Hund. Man kann erkennen, dass die Protagonistin genauso wie die Autorin verrückt nach Hunden ist. Wie auch in ihren vorherigen Romanen, ist das Allerbeste nicht die Geschichte selbst, sondern die Art, wie sie wortspielerisch und unterhaltsam erzählt wird. 

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    • weiblich
    • 30.06.1987

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