KaterinaFrancesca

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches Iron Flowers – Die Rebellinnen (ISBN: 9783737355421)

    Bewertung zu "Iron Flowers – Die Rebellinnen" von Tracy Banghart

    Iron Flowers – Die Rebellinnen
    KaterinaFrancescavor einem Monat
    Kurzmeinung: Solide Leistung, ohne mich umzuhauen. Das Pacing hat manchmal einfach nicht gestimmt.
    Solide Leistung aber ein holpriges Pacing

    Nomi und ihre Schwester Serina könnten nicht unterschiedlicher sein. In einem Land, in dem Frauen keine Rechte haben, rebelliert Nomi innerlich gegen die Ungerechtigkeit. Serina passt sich an. Ihr Ziel: Vom Thronfolger Malachi zu seiner Grace erwählt zu werden. Doch es kommt alles anders: Malachi wählt die widerspenstige Nomi, während Serina wegen eines Vergehens auf die Insel des Verderbens geschickt wird. Beide Schwestern müssen nun mit einem Leben hadern, dass sie so nie gewollt haben. Nomi verliebt sich zunehmend in Malachis Bruder Asa, der ihr eine gerechtere Welt verspricht, doch der düstere Malachi bringt ihr Herz zum Klopfen. Serina muss um ihr Überleben kämpfen.

    Von der Grundidee her finde ich den Roman total überzeugend. Das Königreich, in dem Nomi und Serina leben, unterdrückt seit Jahrhunderten Frauen und beraubt sie ihrer Rechte. Sie dürfen nicht wählen, wen sie heiraten, kein eigenes Geld verdienen, müssen die Augen niederschlagen, wenn sie mit einem Mann reden etc. Die Graces sind in quasi der Harem des Herrschers und sollen das Ideal von Weiblichkeit verkörpern: Unterwürfigkeit, Gehorsam, Anmut und so den Frauen des Landes ein Beispiel sein. Serina wurde als die Schönheit ihrer armen Familie auf dieses Schicksal vorbereitet und hat sich ganz dieser Aufgabe verschrieben. Damit ist sie ein scharfer Kontrast zur Nomi, die diese Ungerechtigkeiten rasend machen. Dennoch ist Serina kein naives verliebtes Dummchen, sie ist einfach nur pragmatisch. Ihr Plan ist es, als Grace Nomi als Zofe bei sich zu behalten und ihre Familie zu versorgen. Auch die sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen Arsa und Nomi ist überzeugend und der plot twist zwar naheliegend, doch habe ich beim Lesen immer wieder geschwankt und war unsicher, ob es wirklich so kommt, wie gedacht. 

    Mein großes Problem mit dem Roman war das Tempo. Gerade im Mittelteil überschlagen sich die Ereignisse zwischen Asa und Nomi so sehr, dass es mir unglaubwürdig erschien. Erst kennen sie sich kaum, dann träumt Nomi schon von einer Welt, in der die Frauen gleiche Rechte haben und Asa sie zur Königin nimmt. Ich fand auch, dass das überhaupt nicht zu Nomis Charakter gepasst hat, was schade war. Das Problem mit dem Pacing hatte ich beim Lesen immer wieder. Während manche Szenen und Handlungsstränge viele Seiten bekommen haben, wurde bei zentralen Wendepunkten oft gespart, sodass die Ereignisse auf mich schief wirkten. Gerade als die große Verschwörung aufgedeckt wird, kam mir das fast lachhaft vor. Insgesamt ist auch das World Building etwas schwach, auch wenn die einzelnen Szenen, Gebäude, Landschaften sehr detailliert und bildhaft beschrieben werden, ohne dass es zu viel ist. Da mich die Liebesbeziehungen (primär die von Nomi) aber neugierig gemacht haben, habe ich Band 2 auch lesen müssen.

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    Cover des Buches Der Trinker (ISBN: 9783746766829)

    Bewertung zu "Der Trinker" von Hans Fallada

    Der Trinker
    KaterinaFrancescavor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Der Abwärtsspirale eines Süchtigen, der all seinen Besitz und seine Beziehungen der Königin Alkohol opfert.
    Königin Alkohol

    Erwin Sommer hat eigentlich alles: eine Villa am Stadtrand, eine liebende Ehefrau und ein eigenes Geschäft. Doch der Schein trügt. Seit dem Ausscheiden seiner Frau aus dem Unternehmen entgleiten Sommer die Geschäfte, was er vor ihr zu verbergen versucht. Und in einem unbedachten Moment erliegt er der Versuchung des Alkohols. Immer tiefer lässt ihn Königin Alkohol sinken, sodass sein ganzes Leben vor dem Abgrund steht. 

    Selten hat ein Roman so starke Gefühle beim Lesen ausgelöst. Erwins Abwärtsspirale in die Sucht ist ungemein überzeugend und erschütternd. Aus dem so stillen und scheinbar ausgeglichenen Mann wird ein eifersüchtiger, paranoider Neider, der stets die Schuld bei anderen sucht, vornehmlich bei seiner Frau. Charakterlich macht er eine Drehung um 180 Grad und ist für den mental gesunden Leser kaum zu ertragen. An manchen Stellen habe ich Sommer regelrecht für seinen Egoismus gehasst und verachtet und hatte Mitleid mit allen Angehörigen von Alkoholabhängigen, die das durchmachen müssen. Je mehr Sommer der Königin Alkohol verfällt, desto labiler und unberechenbarer wird er. Er verschleudert das Familiensilber, während seine Frau mit Geschick versucht, die Firma zu retten. Das allerdings schmeckt Sommer überhaupt nicht. Dass seine Frau tüchtig ist, kann er überhaupt nicht leiden, besonders weil er weiß, dass sie tüchtiger als er ist. Kurzum sie besitzt Geschäftssinn, er jedoch nicht. Auf fatale Weise wird ihm sein (natürlich nicht bewusster) Chauvinismus zum Verhängnis, da sein ganzes Selbstbild darauf baut, dass er der Chef der Firma ist und sich um die Geschäfte zu kümmern hat. Anstatt einfach die Hilfe seiner Frau bei der Rettung der Firma anzunehmen, spielt er die beleidigte Leberwurst und trinkt sich bis zur Besinnungslosigkeit. Immer auf der Jagd nach dem nächsten Schnaps, versucht er, die Fassade aufrecht zu erhalten. Im Suff gelangt er an zahlreiche Halunken und Scharlatane, die ihn ausnehmen wie eine Weihnachtsgans, und ein Schankmädchen bezirzt ihn so, dass er sie zur Königin Alkohol krönt. Es endet wie es enden muss ...

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    Cover des Buches Promised (ISBN: 9783737350976)

    Bewertung zu "Promised" von Kiera Cass

    Promised
    KaterinaFrancescavor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ein epischer Reinfall. Eine Geschichte ohne Sympathieträger mit einer dümmlich-naiven Protagonistin und sinnentleerten Wendungen.
    Flache Protagonisten und ein unglaubwürdiger Plot

    Die schöne Hollis kann es nicht glauben: König Jameson von Coroa scheint sie tatsächlich zur Frau zu wollen. Die Königinnenkrone ist in greifbarer Nähe und der Neid aller Mädchen im Königreich ist Hollis sicher. Nun muss sie sich nur beim Besuch des Königs von Isolter souverän zeigen. Doch da begegnet ihr Silas, ursprünglich aus dem Nachbarland Isolte, ist er mit seiner Familie von dort geflohen. Hollis muss sich entscheiden: zwischen dem attraktiven König, der sie quasi schon zur Königin erklärt hat und Silas. 

    An dieser Stelle müsste gemäß Sandwich-Kritik-Methode etwas Positives zum Roman gesagt werden, nur müsste ich das erfinden. Erzählerisch ist es nämlich ein einziger Reinfall. Aufgeregt hat mich zum einen, dass es für mich keine Sympathieträger gibt. Protagonistin Hollis ist schön, schön und - habe ich es schon erwähnt? - schön. Ansonsten ist Hollis faul, naiv bis zur Schmerzgrenze und dumm obendrein. Ironischerweise sagt sie es mehr oder weniger selbst manchmal im Text.Hinzu kommt, dass sie eine oberflächliche Barbie ist, bei der sich alles nur um Juwelen, Kleider und Vergnügen dreht, von Politik hat sie keine Ahnung und da sie die Ich-Erzählerin ist hat eigentlich auch der Leser keine Chance, sich das World Building vorzustellen. Alles spielt sich in einem pseudo-Mittelalter Setting ab, kommt aber ohne Fantasy aus (ähnlich wie Selection). Dass Hollis Jameson nicht liebt, sondern ihr nur die Vorstellung gefällt, bewundert und beneidet zu werden ist spätestens nach 10 Seiten klar. Das wäre an sich ja noch zu verkraften, wenn es wenigstens konsequent durchgehalten wird. Aber beim Lesen hat man das Gefühl, dass Hollis sich selbst belügt und meint, Jameson zu lieben, obwohl sie zwei Absätze später schon wieder sehr berechnend über ihre Zukunft mit ihm denkt. Auch Delia Grace, ihre Zofe und ehemalige Adelstochter mit schlechtem Ruf, ist ähnlich berechnend und es ist bizarr, dass Hollis sie als ihre Freundin bezeichnet, obwohl ihr Delia Grace quasi ins Gesicht sagt, dass sie dumm ist.

    Im letzten Drittel nimmt der Plot so absurde Wendungen, dass ich manchmal fast lachen musste. Die Reaktionen der Protagonistin auf einschneidende Ereignisse wirken emotionslos und nüchtern. Auch Jamesons Gelassenheit, als Hollis ihre Zweifel zu ihrer Zukunft äußert, sind maximal unglaubwürdig, schließlich hat er schon Münzen mit ihrem Abbild prägen lassen. Erzählerisch ist der Roman auch eine Zumutung. Erzählstränge mit Potenzial (Hollis zerrüttete Beziehung zu ihren Eltern z.B.) werden plötzlich in Wohlgefallen aufgelöst und auch das Verhalten ihrer Eltern ist total inkosistent. Und dieses Schema setzt sich mehrmals fort. Krisen werden so schnell bewältigt, dass die Spannung gleich null ist. Um dem ganzen die Krone aufzusetzen, triefen einige Szenen vor Pathos und sind so dermaßen kitschig, dass einem schon schlecht wird. Vormalige Unsympathen sind plötzlich die besten Freunde. Die Romance ist ebenso flau wie der restliche Plot und Silas bleibt auch eher farblos. 

    Fazit: Ein Reinfall, bei dem sich der amerikanische Verlag vermutlich das Lektorat gespart hat. Hier gibt es keinen Balken, der gerade hängt und keinen Protagonisten, der nur einen Funken Sympathie aufkommen lässt. Alles ist so lieblos und wirkt dahingerotzt und Cass' vormalige Stärke von liebevoll gezeichneten Charakteren mit etwas Tiefe ist hier vollkommen flöten gegangen. War in Selection das World Building schon nicht so innovativ, ist es hier nun vollkommen den Bach runtergegangen. Band 2 werde ich  mir schenken. 

    PS: SPOILER: Was mich absolut fassunglos gemacht hat, war Hollis' Reaktion, als ihre neue Schwiegermutter ihr gesagt hat, dass alle tot sind. Ich meine, da ist sie gerade gefühlt 5 Minuten verheiratet mit dem Mann, den sie angeblich unsterblich liebt, und dann will sie nicht mal seine Leiche sehen und sich verabschieden!? (auch wenn ich ziemlich sicher, dass er nicht tot ist, sonst wäre die Geschichte ja wirklich auf dem atomaren Nullpunkt angekommen). Aber hier bleibt die Logik einfach auf der Strecke ...


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    Cover des Buches Die Bücherwelt-Saga (ISBN: 9783954529520)

    Bewertung zu "Die Bücherwelt-Saga" von Stefanie Straßburger

    Die Bücherwelt-Saga
    KaterinaFrancescavor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Eine schwülstige Liebesgeschichte ohne Spannungsbogen, völlig unglaubwürdig und unterirdisch erzählt.
    Eine Zumutung

    Titus, das Bücherwesen, entführt die 19-Jährige Tilda in die Geheimnisse der Bücherwelt. Als einziger Mensch ist sie frei von der erzählten Geschichte in ihrem Lebensbuch. Tilda ist dazu bestimmt, die Herzensbande zu erleben, und ihren Seelenverwandten zu finden. Doch dazu muss sie durch die Zeit reisen - unterdessen trachten die onimösen Zwischenwesen nach einem Zugang zur Bücherwelt. 

    Dieses Buch hat mir echt alles abverlangt, um es zu Ende zu lesen. Zu den Schrecklichkeiten des Buches gehört ganz vorne Protagonistin Tilda, in etwa so realistisch gezeichnet, wie ein regenbogenfarbenes Einhorn. Tilda hat mit ihren 19 Jahren Abitur, wollte lieber gleich Geld verdienen, statt zu studieren und ist schon big im business in einer Agentur (wie realistisch ist das denn? o.O) Während Tilda beruflich wie eine gestandene Frau beschrieben wird, scheint sie auch in Sachen Beziehung enorm abgeklärt: Aktueller Lover ist Leon, mit dem sie eine unverbindliche Affäre hat. Der Sex toll - Beziehung, nein danke. Im scharfen Kontrast zu diesem sehr erwachsenen Verhalten ist Tildas Art, die mit jeder Seite den Himalaya des Kitschigen erklimmt. Schwülstige und pathetische Liebesbeteuerungen reihen sich aneinanden, stellen selbst das klischeehafteste 13-Jährige Pubertätmonster in den Schatten und als Leser fängt man schon mal mit dem Fremdschämen an. Dafür, dass Traummann Richard (geboren 1885 und durch die Zeit gereist) erst spät im Handlungsverlauf in Erscheinung tritt, hat Titus (das onimöse Bücherwesen) Tilda kaum von Richard erzählt, da ist sie gefühlt unfähig, ohne ihn zu leben, obwohl sie noch nicht mal seinen Namen kennt und ihn für wenige Sekunden bei einer Mini-Zeitreise gesehen hat.

    Der Plot ist ein ständiges Tauziehen, Probleme stellen sich Tilda in den Weg, nur um in den nächsten drei Sätzen schon wieder gelöst zu werden. Keine einzige Idee scheint richtig ausgearbeitet zu sein. Freundin Mia ist erst die BFF und dann wieder doch die Feindin (diese Konstellation wird alle 2 Kapitel immer wieder aufgegriffen und hat mich tierisch genervt). Die Sache mit Leon war auch vollkommen sinnentleert. Plötzlich will er mehr als nur Sex und eine feste Beziehung mit Tilda. Tilda wiederum ist hin und weg von - ihr völlig unbekanntem - Richard, aber in schöner Regelmäßigkeit überffallen sie urplötzlich Zweifel, ob sie Leon nicht auch liebt, nur um im nächsten Atemzug ihre unsterbliche Liebe zu Richard zu bejaulen.

    Alles in allem kann ich nur vom Lesen abraten. Die Protagonistin ist eine schizophrene Kombi aus mega-erwachsener Karierrefrau und melodramatisch-emotionalem Teenager. Die Liebesgeschichte macht von vorn bis hinten keinen Sinn, transportiert in etwa so viel Gefühl wie Bernd das Brot um 0 Uhr im Kika. Erzählerisch kann ich dem Buch auch nichts abgewinnen. Es wird viel zu viel erzählt, anstatt gezeigt (Showing not telling!) und auch das Setting bleibt völig farblos.

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    Cover des Buches Anne of Ingleside (ISBN: 0553213156)

    Bewertung zu "Anne of Ingleside" von Lucy M. Montgomery

    Anne of Ingleside
    KaterinaFrancescavor 2 Monaten
    Kurzmeinung: The mysteries and adventures of childhood.
    A charming sequel

    Years have passed since the proceeding in Anne's House of Dreams. Anne is now a mother of six, happily living at Ingleside. This novel features her and her childrens adventures, tragedies, joys and sorrows. Meanwhile the harmony of their home is seriously upset, when Gilbert's aunt Mary Maria Blythe extends her two week's visit to a full year, full with superior opinion of childhood and appropriate breeding. 

    I really enjoyed the sixth novel about Anne. She is now a woman in her mid-thirties and has six lifely and imaginative children. The story is told from different perspectives, alternating mostly between Anne and her children. Montgomery brings back the magic of childhood and childish imagination. Little events in their young lifes evoke outburst of joy as well as outbursts of sorrow. In this little solar system Anne is the sun around which all other planets cycle. In addition to this the village life and its gossip hungry neighbours are charmingly drawn and thereby offer funny and witty dialogues. Old aquaintances of the previous Anne-novels reappear and fit perfectly into the storyline.

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    Cover des Buches Anne of Windy Poplars (ISBN: 0553213164)

    Bewertung zu "Anne of Windy Poplars" von Lucy M. Montgomery

    Anne of Windy Poplars
    KaterinaFrancescavor 5 Monaten
    Kurzmeinung: An endearing sequel. Witty, full of laughter, optimism and the little pecularities of village life.
    An endearing sequel

    Anne embarks on her first job as the principal of a school. Unfortunately the Pringles, the most influantial family there, are set against her and sabotage her teaching via their children. Meanwhile Anne settles into life at her boarding house Windy Poplars, inhabited by two friendly elderly widows and Rebecca Dew, servant to the windows and surpreme ruler over their household. In her letters Anne shares her sorrows and joys with her fiancée Gilbert. 

    I really enjoyed this sequel, even though I mistakenly read the fifth novel before this fourth. The specialty of Montgomery is her illustration of village life with very peculiar and eccentric characters. For example the three ladies of Windy Poplars all conceal their use of buttermilk as a cosmetic against wrinkles, each imploring not to reveal their secret to each other, lest they sound silly. Another issue is the cat, tremendously spoiled by the two widows Kate and Chatty, and viciously hated by Rebecca Dew. But alas when the two widows give in and hand the poor cat to another old lonely lady without telling the domineering Rebecca. Aside from these very amusing household matters Anne attempts being a matchmaker for the village's young folk.

    A pity was that Gilbert did not play a major role in this novel since he is at Kingsport studying to be a doctor. On the other hand this leaves more time for Anne's adventures and especially the start of the novel features many extensive letters of Anne to Gilbert.


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    Cover des Buches Leere Herzen (ISBN: 9783442718382)

    Bewertung zu "Leere Herzen" von Juli Zeh

    Leere Herzen
    KaterinaFrancescavor einem Monat
    Kurzmeinung: Eine packende Geschichte, die einem auch nach der letzten Seite noch zum Grübeln bringt.
    Die Suche nach Sinn in einer sinnlosen Welt

    Deutschland in einer nahen Zukunft. Britta ist eine sehr erfolgreiche Geschäftsfrau. Gemeinsam mit ihrem Geschäftspartner Babak, einem schwulen Nerd mit irakischen Wurzeln, betreibt sie die Brücke. Außen eine Praxis für die Behandlung Suizidgefährdeter, findet sich unter der Oberfläche ein ausgeklügeltes System, welches mittels Algorithmen jene Patienten filtert, die fest entschlossen sind, sich umzubringen. Für diese verlorenen Rest findet sich immer ein ehrenwerter Grund, um mit dem Leben abzuschließen. 

    Wie immer wurde ich auch bei diesem Roman von Juli Zeh nicht enttäuscht. Der Roman zeigt das 21. Jahrhundert ist seiner ganzen Zerrissenheit. Britta ist eine Protagonistin, auf der Suche nach Sinn, und gleichzeitig überzeugt, dass es keinen Sinn in diesem Leben gibt. Sie lebt in einer Gesellschaft, die sich von der Politik verabschiedet hat. Die Partei BBB ist stark auf Kurs in die Alleinherrschaft. Auch wenn Brittas Freunde Janina und Kurt darüber lästern, wählen gehen sie trotzdem nicht, stattdessen träumen sie trotz fehlendem Kapital von einem Häuschen im Grünen. Britta ist der starke Kontrast dazu. Sie lebt in einem hochmodernen Betonblock, verdient in der Familie die Brötchen, währen ihr Mann Richard bei einem Finanz-Start-Up arbeitet, Tochter Vera komplettiert das Familienidyll. In ihrem Job vermittelt Britta Suizidentschlossene an Organisationen, die für höhrere Ziele kämpfen. Dazu zählen Umweltorganisationen, Terrorgruppen wie Daesh und viele andere, die Gewissheiten verkaufen und andere dafür sterben lassen. Britta ist als Protaginistin den Zwängen der Zeit ausgesetzt. Dazu zählen Zwang zum Perfektionismus, Kontrollsucht, Dauerstress und absoluter Pragmatismus, schließlich ist man nur ein Dienstleister, der quasi Personal vermittelt - eine rechtliche Grauzone, also alles absolut legal.

    Lassi ist Babaks Algorithmus und ihr gemeinsames Baby, denn Lassie filtert das World Wide Web und natürlich auch dessen Keller, das Darknet, nach geeigneten Kandidaten zur Vermittlung. Was Juli Zeh wie keine andere Autorin hinbekommt ist die völlige Abewesenheit eines moralischen Zeigefingers. Der Leser bekommt nie vermittelt, was er zu denken haben. Dennoch bleibt nach dem Lesen ein beklommenes Gefühl zurück und man reflektiert genauer die Entwicklungen der eigenen Gegenwart. Leere Herzen ist ein Panorama der modernen Gesellschaft, in der Glaube und Religion durch andere, nicht minder gefährliche Ideologien ersetzt werden. Diese kommen in den unterschiedlichsten Formen daher, sei es "Umweltschutz", der auf die Spitze getrieben, sich die Auslöschung der Menschheit zum Ziel setzt, sei es Terrorismus, der die Selbstverblendung narzisstisch gestörter Psychopaten dazu nutzt, Schreckliches zu tun oder seien es extremnationallistische Parteien, die eine Reinhaltung des Volkes erstreben. Aber auch die Macht und Gefahr von Algorithmen wird unterschwellig thematisiert.

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    Cover des Buches Five Dark Fates (Three Dark Crowns, Band 4) (ISBN: 9781509899135)

    Bewertung zu "Five Dark Fates (Three Dark Crowns, Band 4)" von Kendare Blake

    Five Dark Fates (Three Dark Crowns, Band 4)
    KaterinaFrancescavor 5 Monaten
    Kurzmeinung: A rather anti-climatic ending.
    A rather dreary finale

    After Jules had her legion curse broken she is knocked out cold, leaving Arsinoe to figure out a way to rebind her. Meanwhile Mirabelle is on her quest to solve the mystery about her sisters' secrets. Katharine has lost her love Pietyr while the queen crave Mirabella's power. And the mist is still threatening the island. 

    As this saga is not one of my favorites, I did not have great expecations to its finale. In my opinion many loose ends of this story were not explained satisfactorily. For once the rebellion seemed a rather hasty affair, also the motive behind the dead queens grasp for power was as I gathered pure vengence and nothing more complex. I was rather disappointed that some lines of the story took the afore predicted outcome even though the author had a few really suprising plot twists in her previous novels. I never grew to like Jules as a character since being a queen did not really fit her personality and she said so herself that she is rather a guardian than someone in need of guarding. She appealed to be another puppet for the war gifted to manipulate. The real appeal of this novel is that good and evil are noch distinguished clearly but sometimes the characters are drawn to inconcistent to be believable. And again I really hate rough cut books, it is an agony to read them and really annoying when one tries to simply turn the page, failing multiple times o.O

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    Cover des Buches Meine europäische Familie (ISBN: 9783806236743)

    Bewertung zu "Meine europäische Familie" von Karin Bojs

    Meine europäische Familie
    KaterinaFrancescavor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Tiefe Einblicke in die Ursprünge menschlichen Lebens. Fundierte Genetik spannend und anschaulich, aber wissenschaftlich erklärt.
    Informativ, unterhaltend und wissenschaftlich fundiert

    Die schwedische Wissenschaftsjournalistin Karin Bojs führt den Leser durch ihre Familiengeschichte. Auf Grundlage menschlicher DNA zeichnet sie die Ursprünge der Menschheit nach und rekonstruiert jene Stämme des Baumes der Menschheit, von denen die meisten Europäer abstammen. Dabei verfolgt sie die Wanderungen der Frühmenschen von Afrika aus über den Nahen Osten bis nach Europa; bechreibt die Entwicklung von Jäger- und Bauernvölkern, die mittels Pferd, Erdmetallen und anderen Hilfsmittleln ihren Alltag revolutionierten und neue Erfindungen hervorbrachten.


    Karin Bojs bricht in ihrem Buch die komplexen Fragen der modernen Biogentechnik auf irhen Kern herunter und erklärt sehr plastisch und lebensnah, was das für uns Menschen überhaupt bedeutet. Sie beschreibt ihre Reise zu verschiedenen Wissenschaftlern aus unterschiedlichsten Disziplinen wie Archäologie, Genetik und Lingusitik, mit deren Erkenntnissen sie ihre eigene Familiengeschichte rekonstruiert. So lässt sich für Menschen, die vor zigtaustend Jahren gestorben sind, heute mittels Gentechnik ermitteln, wie ihre Ernährung aussah, was wiederum Rückschlüsse auf ihre Lebensweise und ihre Gesellschaften erlaubt. Spannend ist auch die Koexistenz von Neandertalern und modernen Menschen, die mir vormals gar nicht bewusst gewesen ist. Bojs schmückt ihre Erklärungen punktuell mit kleinen imaginierten Szenen aus der Steijnzeit aus, die dem Leser helfen sollen, sich das Leben vorzustellen. Jedoch macht sie dabei immer deutlich, dass der Alltag dieser Menschen weitestgehend Vermutung ist, da die Quellenlage einfach zu dürftig ist. Besonders interessant fand ich auch das Kapitel, welches sich den Höhlenmalereien und anderen künstlerischen Darstellungen der Frühmenschen widmet, gerde auch weil solche kulturellen Relikte eher weniger im Fokus des öffentlichen Interesses stehen. Gefehlt hat mir im Buch eine kleine graphische Darstellung als Hilfe, um die Haplogruppen, der mitochondrialen Eva (der ersten Frau) besser nachzuvollziehen. Da sich der Baum der Menschheit in so viele Äste/Haplogruppen aufspaltet, verliert man manchmal den Faden, wenn man versucht der Autorin gedanklich zu folgen. Angenehm war, dass die Berichte von ihren Gesprächen mit Wissenschaftlern im Buch nicht zu viel Raum eingenommen hat. Mir persönlich gefiel der erste Teil des Buches besser als der zweite Teil, in dem der Fokus stark auf Gegenständen wie unterschiedlichen Keramikgefäße und Macharten gelegt wurde. Alles in allem aber ist das Buch sehr zu empfehlen, für alle die etwas über die Fortschritte in der Gentechnik und die Ursprünge der Menschen erfahren wollen. 



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    Cover des Buches Die Schlange von Essex (ISBN: 9783442489183)

    Bewertung zu "Die Schlange von Essex" von Sarah Perry

    Die Schlange von Essex
    KaterinaFrancescavor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Vernunft gegen Glaube und eine herzzerreißende Liebesgeschichte.
    Glaube, Wissenschaft und die Liebe.

    Nach dem Tod ihres gewalttätigen Mannes zieht es die Witwe Cora Seabourne gemeinsam mit ihrem Sohn und ihrer Gefährtin Martha nach Essex. Cora ist fasziniert von den Naturwissenschaften und sofort Feuer und Flamme als sie von der Legende der Schlange von Essex hört. Im Küstenort Aldwinter indes sind die Bewohner in Aufruhrt. Leute ertrinken und Unglücksfälle häufen sich. Der Pfarrer William Ransome versucht erfolglos, die Gerüchte um das Ungeheuer zu zerstreuen. Cora und William verkörpern Wissenschaft und Glaube, scheinbar nichts verbindet sie, doch fühlen sie sich zueinander hingezogen. Nur ist William glücklich verheiratet und Cora entschlossen, ihre Freiheit nie wieder zu opfern. 

    Eigentlich lese ich nie historische Romane, doch finde ich gerade die Zeit gegen Ende des 19. Jahrhunderts unglaublich spannend, daher habe ich mir den Roman gekauft und es nicht bereut. Die Geschichte wird sehr detailreich und bildlich aus mehreren Perspektiven erzählt. Neben Cora und William gibt es noch Marthas Perspektive. Sie ist Tochter eines Arbeiters und überzeugte Sozialistin, die auch die Zuneigung eines Verehrers für den Dienst an den Armen ausnutzt. Luke Garrett ist ein Pionier unter den Medizinern und trotz seiner Rationalität rettungslos in Cora verliebt, die diese Gefühle jedoch nicht erwidert. Zum Schmunzeln bringen einen die Schlagabtäusche zwischen Will und Cora, bei denen der Pfarrer sich druchaus nicht als Leugner von Wissenschaft und Fortschritt entpuppt. Auch gibt es in diesem Roman keine Klischee-Kosntellation des unglücklich Verheirateten, der sich nach einer anderen verzehrt. Will und seine Frau Stella führen eine liebevolle Ehe und haben drei Kinder. Zuweilen wird auch aus Stellas Perspektive berichtet. Auch zwischen ihr und Cora entwickelt sich eine enge Freundschaft. Obwohl Stella Will und Coras Beziehung nicht naiv betrachtet, gibt es keine Eifersüchteleien und Intrigen. Ein weiterer spannender Charakter ist Francis, Coras Sohn, der heute vermutlich als Autist bezeichnet werden würde. Für Cora und Martha jedoch ist er ein eigenartiges Kind, das sehr viel Wert auf Routinen legt und anders als andere Kinder ist. Während Cora hinter den Gerüchten um die Schlange von Essex einen lebenden Nachfahren der Saurier vermutet, ist sie für Will ein Ärgernis und Hirngespinst. Der Roman zeigt einen kleinen Minikosmos der Gesellschaft des ausgehenden 19. Jahrhunderts mit all ihren unterschiedlichen Vertretern, die sehr authentisch und mit Ecken und Kanten ausgestattet sind. Coras Lebensgeschichte, aber auch Williams liebevolle Fürsorge für seine Familie sind sehr bewegend.

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    • weiblich
    • 12.06.1994

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