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KleineHexe

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    Cover des Buches Die Spiegelreisende - Im Sturm der Echos (ISBN: 9783458178583)

    Bewertung zu "Die Spiegelreisende - Im Sturm der Echos" von Christelle Dabos

    Die Spiegelreisende - Im Sturm der Echos
    KleineHexevor 7 Tagen
    Kurzmeinung: Genial aufgebaut und unglaublich komplex
    Düsteres Finale der Spiegelreisenden-Saga

    Vierter und letzter Band der Spiegelreisenden-Saga. Zwar wird am Anfang der Inhalt von Band III noch kurz zusammengefasst, aber Achtung: Nicht unabhängig von den Vorgängerbänden zu verstehen.

    Apokalyptische Stimmung auf den Archen. Unerklärliche Löcher tauchen plötzlich auf, Archenteile verschwinden, technische Geräte sind aufgrund von unerklärlichen Echos beeinträchtigt, offiziell sind diese Vorgänge bedauerliche Unglücksfälle. Ophelia und Thorn hingegen wissen jedoch, dass dahinter ganz andere Ursachen stecken und versuchen die verwirrenden Rätsel um Gott, die Kinderbuchautorin Eulalia Gorth und den ominösen „Anderen“ zu lösen. Als nach einer Volkszählung alle Nicht-Bablianer in einer Nacht- und Nebelaktion ausgewiesen werden sollen, kommt es zur Revolte und Ophelia taucht unter. Thorn, immer noch in seiner Tarnung als „Sir Henry“,  wird in der Zwischenzeit der Posten eines Inspektors im Beobachtungsinstitut für Abweichungen zugewiesen. Er soll Informationen über ein streng geheimes Projekt herausfinden – ein Projekt, das auch mit der ursprünglichen Erschaffung der Familiengeister und den aktuellen Problemen in Zusammenhang steht. Um ihren Mann zu unterstützen lässt sich Ophelia freiwillig als „Verdrehte“ in das Institut einweisen – allerdings bringen sie die dortigen Experimente an den Rand ihrer Kräfte. Und da sind auch alte Erinnerungen von Eulalia Gorth, die immer wieder in Ophelias Kopf auftauchen. Und während Ophelia befürchtet, ihre Familienkräfte endgültig zu verlieren, versucht der Rest ihrer Freunde, die Arche Erdenbogen zu finden…

    Ich habe die Vorgängerbände mit Begeisterung verschlungen, war allerdings bezüglich der Fortsetzung skeptisch, da es meiner Erfahrung nach oft passiert, dass den Autoren bei Folgebänden die Ideen ausgehen. Diese Befürchtung war hier unbegründet – nach wie vor sprudelt der Ideenreichtum und beschert dem Leser eine Vielzahl unerwarteten Wendungen. Erklärungen und Ergänzungen zu vorangegangen Handlungssträngen inklusive. Die Geschichte ist unglaublich komplex, verschachtelt und genial aufgebaut, man muss sich darauf einlassen (wollen) und beim Lesen auch wirklich mitdenken, sonst verliert man schnell den Faden. Allerdings empfand ich manche Passagen als beklemmend und für ein Jugendbuch sehr düster, gerade die medizinischen Untersuchungen und die kranken Experimente zu denen Ophelia gezwungen wird, erinnerten mich an Beschreibungen von Konzentrationslagern. Demgegenüber steht die ungeheuerliche Entwicklung, die Ophelia seit Band I durchgemacht hat. Und auch Thorn hat seit Beginn viel dazu gelernt. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden ist eigentlich nur ein kleiner Nebenschauplatz im Rätsel zwischen dem Anderen und Gott, dennoch hat es mich unglaublich berührt, dass Thorn seiner Frau heimlich ihre Brille und ihre Leserinnenhandschuhe besorgt, um ihr die Schikanen im Alltag erträglicher zu machen.

    Ich kann leider nur 5 Sterne vergeben, aber die hat sich diese außergewöhnliche und kreative Reihe wirklich verdient. Vielen Dank für mein Rezensionsexemplar.

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    Cover des Buches City of Girls (ISBN: 9783839818039)

    Bewertung zu "City of Girls" von Elizabeth Gilbert

    City of Girls
    KleineHexevor 22 Tagen
    Kurzmeinung: War nicht so meins
    Ein ungewöhnliches Leben

    Im Alter erzählt die reiche Vivian in Briefen einer gewissen
    „Angela“ von ihrer Vergangenheit. 

    New York in den 1940er Jahren: Die junge
    Vivian fliegt vom College und wird in der Folge zu ihrer Tante Peg nach New
    York geschickt – hinein in ein völliges anderes Leben – mit Theater, Kunst,
    Leidenschaft und Sex. Beeindruckt und irgendwie auch eingeschüchtert von dieser
    neuen Umgebung, versucht Vivian sich den Revue-Girls anzupassen und
    Freundschaft mit ihnen zu schließen. Ausführlich und manchmal zu detailliert
    wird das ausschweifende, wilde und doch nicht emanzipierte Leben der Frauen
    beschrieben. Es ist das frivole klischeehafte Leben, dass man sich als heute zu
    dieser Zeit so vorstellt; dennoch bleibt es eine von Männern dominierte Welt,
    in der Geld und Sex und Macht zählen. Der Alkohol fließt in Strömen und Vivian
    nervt mit ihrer Naivität und mit ihrer Manipulierbarkeit. Oft genug konnte ich
    ihre Entscheidungen auch nicht nachvollziehen.

    Dennoch entdeckt sie inmitten dieses Lebens ohne feste
    Moralvorstellungen ihre Leidenschaft und ihr Talent für Stoffe/Kostüme. Ein
    Theaterstück, wird auf die Beine gestellt, doch dann ruiniert ein Fehler
    Vivians Leben – und alles wird neu zusammengewürfelt…

    Meine Rezension bezieht sich auf das Hörbuch und ich muss
    sagen, dass mir die Stimme sehr gut gefallen hat und auch zur Geschichte passt.
    Ansonsten war mir die erste Hälfte oft viel zu detailliert, um nicht zu sagen
    langatmig, nur um dann im letzten Teil genau anders herum, manche
    Handlungsstränge viel zu knapp abzuschließen. Man begegnet einer Reihe von (mehr
    oder weniger) interessanten (Frauen)schicksalen, aber eine klare Botschaft oder
    auch nur ein richtiger roter Faden, haben mir aber gefehlt. Auch, dass Vivian
    der Tochter ihres Lebensgefährten derart ausführlich über ihre Jugend erzählt,
    kann ich nicht wirklich verstehen. Insgesamt hatte ich wohl einfach etwas
    anderes erwartet und das Hörbuch wird mir wohl nicht dauerhaft im Gedächtnis
    bleiben. Daher vergebe ich leider nur 3 Sterne und bedanke mich für mein
    Rezensionsexemplar!

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    Cover des Buches Pandatage (ISBN: 9783839817780)

    Bewertung zu "Pandatage" von James Gould-Bourn

    Pandatage
    KleineHexevor einem Monat
    Kurzmeinung: Eine besondere Geschichte
    Es wird alles immer wieder recht

    Danny ist nach dem Unfalltod seiner Frau vor ca. einem Jahr alleinerziehender Vater. Sein 11-jähirger Sohn Will spricht seit dem Unfall nicht mehr und wäre das alles nicht schlimm genug kommen dazu noch finanzielle Sorgen und ein sehr unangenehmer Vermieter. Danny verliert zu guter Letzt auch noch seinen Job als Bauarbeiter und Will wird in der Schule  von seinen Mitschülern drangsaliert. Aus der Not heraus beschließt Danny, sich als Straßenkünstler zu versuchen. Hilfe bekommt er von der nicht unbedingt sympathischen Poledancerin Krystal. Und als (müffelnder) Panda verkleidet gelingt es ihm auch, endlich wieder mit seinem Sohn zu kommunizieren….

    Die Sprache ist – genau wie das Cover - relativ einfach gehalten.  Es gibt viele (intelligente) witzige Stellen und die Geschichte ist insgesamt berührend und trotz des traurigen Grundthemas nicht deprimierend. Gut gefallen hat mir auch, wie der Autor das Thema Freundschaft mit eingearbeitet hat, hier gibt es Zusammenhang und Hilfe. Und auch, wenn am Ende nicht alles gut wird, zeigt die Geschichte doch, wie man mit einem Schicksalsschlag umgehen kann und am Ende doch alles wieder  - irgendwie – recht wird. Mein einziger Kritikpunkt bezieht sich auf den Sprecher, den Schauspieler Hendrik Duryn, des Hörbuchs – er liest und betont den Text sehr gut, aber die Stimme ist so dominant, dass sie (mich) vom Inhalt abgelenkt hat und ich viele Tracks mehrfach hören musste. Dies ist natürlich nur meine persönliche Einschätzung und daher nur als Hinweis gedacht.

    Ich vergebe daher 4 Bambusstangen und sage danke für mein Rezensionsexemplar!

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    Cover des Buches Ein Mordsgeschenk für Agathe (ISBN: 9783458364825)

    Bewertung zu "Ein Mordsgeschenk für Agathe" von Hanna Reet

    Ein Mordsgeschenk für Agathe
    KleineHexevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Witzig, intelligent und unterhaltsam
    „Miss Agathe“ auf Verbrecherjagd

    Familie Christiansen hat zum 90. Geburtstag von Uroma Agathe ein besonderes Geschenk organisiert. Während eines verlängerten gemeinsamen Familienurlaubs auf einer kleinen Ostseeinsel geschieht ein (vermeintlicher, da vorgetäuschter) Mord. Krimifan Agathe soll nun dem Täter auf die Spur kommen. Soweit so geplant – allerdings hat die chaotische Familie die Rechnung ohne die pfiffige Agathe und eine Reihe von ungeplanten Vorkommnissen gemacht….

    Dieser kleine Roman – ein Krimi ist es eigentlich nicht – hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Der Text ist zwar ziemlich kurz, aber sehr unterhaltsam. Die Christiansens, die mit Kind und Kegel mitgereist sind, sind chaotisch, egozentrisch und ein bisschen verrückt, aber trotzdem unterm Strich sympathisch. Es ist doch so – jeden, der sich für seine Oma so ein aufwendiges Geschenk überlegt (und umsetzt!), muss man doch einfach gern haben, oder etwa nicht? Natürlich ist die Planung insgesamt eher mangelhaft, aber das war zu erwarten, denn keiner hat Erfahrung in der Planung von Mörderspielen. Dass die ganze Sache aus dem Ruder läuft, ja, laufen muss, ist sowieso von Anfang an klar. Kritisieren kann man, dass zum Ende nicht wirklich klar wird, wie Agathe die ganze Sache aufgeklärt hat. Und auch, dass Agathe durch ihre Beschreibung eher wie eine rüstige 80jährige und weniger wie eine 90-jährige rüberkommt. Aber abgesehen von diesen kleinen Schwächen ist der Roman unterhaltsam und humorvoll. Ich empfehle ihn daher gerne weiter und vergebe fünf spannende Schatzkarten.  

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    Cover des Buches Die Liebe fällt nicht weit vom Strand (ISBN: 9783548062624)

    Bewertung zu "Die Liebe fällt nicht weit vom Strand" von Franziska Jebens

    Die Liebe fällt nicht weit vom Strand
    KleineHexevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Leider sehr klischeehafte Handlung - schade, da wäre mehr drin gewesen!
    Lebe deinen Traum

    Sophie arbeitet am Empfang einer großen Filmfirma und wie das Leben so spielt muss die BWL-Absolventin spontan eine wichtige Marketingpräsentation übernehmen. Sophie rettet das Projekt mit ihren Ideen und wird befördert. Ihr neuer Arbeitsplatz ist nun das Filmset in Dänemark, doch was für viele Menschen DER Traumjob schlechthin wäre, zeigt Sophie nur noch mehr, wer weit weg sie von ihrem eigentlichen Traum – einem eigenen Foodtruck –  entfernt ist. Und auch privat klappt es nicht so wirklich, es kriselt in der Beziehung mit Langzeitfreund Tim und dann verliebt sich Sophie auch noch in Nick…

    Vornweg einige Details am Rande: Das Cover ist wunderschön, mit Golfglitzer und schöner blauer Muscheloptik. Der Inhalt ist in drei Abschnitte unterteilt, Sophies Leben vor dem unerwarteten Job, die Zeit am Set und die Zeit danach bis zur Filmpremiere. Die Geschichte ist unterhaltsam geschrieben, auch wenn mich einige Dinge gestört haben: Die Figuren sind sehr stereotyp konstruiert: z.B. die hohlen, zickigen Marketing-Tussis, der versnobte Banker-Freund, der hippie-mäßige Neu-Freund mit Vollbart, Hund und Strandhäuschen etc. Das ist schade, denn meiner Erfahrung nach, passen die wenigsten Menschen in solche klischeehaften Beschreibungen. Mit Sophie selbst bin ich auch nicht wirklich warm geworden, einerseits weil sie bis zum Ende des Romans sehr inaktiv ist (sie bewirbt sich nicht auf den passenden Job, sondern kriegt ihn durch Zufall, sie sammelt Erfahrungen im Catering (wobei natürlich alles auf Anhieb wie am Schnürchen klappt), ebenfalls durch Zufall etc.), andererseits finde ich, dass sie ihre Freunde (allen voran Claudio) teilweise echt ausnützt, was der Figur bei mir Sympathieabzüge bringt. Und dann sind da noch fortwährend Hinweise auf Sophies Bauch, der komische Geräusche macht und Situationen „kommentiert“. Finde ich irgendwie schrägt und bräuchte ich auch nicht unbedingt.  

    Insgesamt kann man das Buch als leichte Lektüre für einen Zugfahrt oder einen Strandurlaub empfehlen, die Botschaft dahinter – dass man versuchen sollte, seine Träume umzusetzen, ist richtig und es tut gut, sie sich wieder einmal ins Gedächtnis zu rufen. Ich vergebe daher drei von fünf Seesternen und sage danke für mein Rezensionsexemplar.

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    Cover des Buches Kirschkuchen am Meer (ISBN: 9783959674195)

    Bewertung zu "Kirschkuchen am Meer" von Anne Barns

    Kirschkuchen am Meer
    KleineHexevor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Sehr schlecht strukturierte Geschichte - es dauert ewig, bis die Geschichte Fahrt aufnimmt
    Eine Reise an die Nordsee

    Marie ist 30, arbeitet als stellvertretende Leiterin einer
    Drogerie und ist mäßig glücklich mit Marc liiert als plötzlich ihr Vater
    stirbt. Da Lena, Maries einzige Schwester gerade hochschwanger ist und sich
    schonen muss, begleiten sie ihre Mutter und die Oma zur Seebestattung an die
    Nordsee. Obwohl der Kontakt aufgrund des schlechten Verhältnisses zur neuen
    Frau ihres Vaters schon vor Jahren abgebrochen ist, kommen nun alte
    Erinnerungen wieder zurück. Bei der Beisetzung stellt sich zudem heraus, dass
    der Vater eine Freundin hatte und spontan folgt das Damen-Trio der Unbekannten
    nach Norderney – und Marie findet hier nicht nur schnell neue Freunde, sondern
    kommt ihrem Vater auch wieder näher…

    Leider war dieser Roman insgesamt eine Enttäuschung – die Geschichte
    an sich gefällt mir gut, ist aber schlecht strukturiert. Es dauert mindestens gefühlte
    zwei Drittel des Buches bis man sich zur Bestattung „durchgelesen“ hat (diesen
    Teil hätte man locker etwas zusammenfassen können), während danach alles Schlag
    auf Schlag geht. Wobei mir in diesem Teil die Logik etwas abgeht: Marie und
    ihre Schwester werden beinahe von ihrer Stiefmutter und deren Sohn um ein
    großes Erbe betrogen, aber es wird mit keinem Wort erwähnt, ob diese
    Betrügereien noch irgendwelche Konsequenzen haben. Auch die Beziehung zu Marc
    ist definitiv nicht wirklich glücklich – dennoch endet die Geschichte mit einem
    aus heiterem Himmel kommenden Heiratsantrag, den Marie überglücklich annimmt.
    So als hätten sich alle Unstimmigkeiten und offensichtlichen Probleme in dieser
    Beziehung, die knapp 300 Seiten immer wieder thematisiert werden in Luft
    aufgelöst. Die „lang vergessene Liebe an der Nordsee“ hingegen, auf die im
    Klappentext verwiesen wird, ist nur eine kleine Nebenhandlung, die auf wenigen
    Seiten abgehandelt wird und eigentlich nicht der Rede wert ist. Eine Geschichte
    also, die mich insgesamt leider nicht gepackt hat, gefallen haben mir nur die
    Beschreibungen der Inseln und auch die Rezepte am Ende des Buches, da möchte
    ich einige gerne ausprobieren. 

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    Cover des Buches Simpel (ISBN: 9783104906393)

    Bewertung zu "Simpel" von Marie-Aude Murail

    Simpel
    KleineHexevor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Regt zum Nachdenken an, aber unklare Botschaft
    In einer WG mit einem geistig Behinderten

    Ich war auf der Suche nach einem wirklich lustigen Buch und da wurde mir dieses empfohlen, mit dem Hinweis, „man habe beim Lesen Tränen gelacht“. Vorneweg: Ich habe dieses kleine Büchlein innerhalb eines Tages ausgelesen, aber kein einziges Mal lachen müssen. Humor ist eine seltsame Sache. Allerdings regt der Text zum Nachdenken an…

    Die beiden ungleichen Bruder Colbert und Barnabe, genannt Simpel sind in Paris auf Wohnungssuche. Obwohl jünger kümmert sich der 17-jährige Colbert nun um seinen geistig behinderten Bruder, der bis dahin in einem Heim gelebt hat. Simpel ist Anfang 20, aber auf der kognitiven Ebene eines Dreijährigen. Nach mehreren Anläufen landen die beiden in einer chaotischen Studenten-WG und während Colbert auf der Suche nach ersten sexuellen Erfahrungen ist, mischen Simpel und sein Stofftier Monsieur Hasehase die WG so richtig auf….

    Der Text ist interessant und gut geschrieben, aber die Botschaft dahinter ist mir nicht klar. Colbert und Simpel ziehen ein, mit dem Versprechen, dass Simpel während Colberts Schulunterricht ohne weiteres allein bleiben kann. Dies ist eine glatte Lüge, wie ein Kleinkind braucht er permanente Aufsicht. Aufgrund der Gutmütigkeit der Studenten klappt es dennoch im Großen und Ganzen ganz gut – man wartet jedoch immer auf die Katastrophe, denn es ist schnell offensichtlich, dass das Leben mit Simpel ohne Betreuung nicht klappen kann. Beide Brüder sind sympathisch, aber ich sage ehrlich, dass ich mit den beiden nicht zusammenwohnen wollen würde. Es ist purer Egoismus, sich darauf zu verlassen, dass sich die Mitbewohner schon kümmern werden und so können die Brüder zwar zusammenwohnen, aber letztendlich werden niemandes Bedürfnisse wirklich erfüllt. Wie ein kleines Kind kann Simpel die Auswirkungen seines Handelns nicht abschätzen, er zerstört Gegenstände, klaut was er haben will und sagt immer unverblümt, was er denkt. Das kann man lustig finden, ich persönlich fand es eher traurig. Man versteht, dass Simpel nicht im Heim leben will, aber zumindest in meinen Augen kann es keine (dauerhafte) Lösung sein, die Verantwortung für einen Erwachsenen, der auch mal aggressiv wird oder gegebene Versprechen innerhalb von 5 Minuten wieder vergisst, auf zufällig zusammengewürfelte Mitbewohner abzuwälzen. Im Buch gibt es nur Heim oder WG, schwarz oder weiß, aber in der Realität sollte es doch sowas wie Tagesbetreuungsstätten geben, die man wie eine Schule tagsüber besucht. Denn obwohl Simpel am Ende bei Colbert bleiben kann, hat die ganze Geschichte gezeigt, dass die Betreuung durch eine Person nicht möglich ist. Es bleibt daher ein schaler Nachgeschmack und man fragt sich, was die Autorin sagen will: Heim böse, soziale Kontakte gut? Stimmt wahrscheinlich, wenngleich wieder nicht in diesem Schwarz-Weiß-Denken. Aber was tun, wenn man keine große Familie oder einen unterstützenden Freundeskreis hat? Daher vergebe ich 4 Sterne, lustig finde ich das Buch aber nicht.     

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    Cover des Buches Zwischen Tafelspitz und Ministerrat (ISBN: 9783750468740)

    Bewertung zu "Zwischen Tafelspitz und Ministerrat" von Brigitte Teufl-Heimhilcher

    Zwischen Tafelspitz und Ministerrat
    KleineHexevor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ein wirklich politiklastiger Text
    Von schwarzen Flecken auf weißen Westen….

    Politkkrimi in 2 Teilen rund um die fiktive österreichische Juristin und Neu-Ministerin Sybille Hold-Meixner. 

    Band I. Nach dem überraschenden Umfalltod ihres Chefs wird Sybille – geschiedene Singlemutter einer Tochter im Teenageralter – unerwartet zur Sozialministerin befördert. Sie tritt ihren Posten mit dem Vorsatz an, alles besser zu machen, mehr Ehrlichkeit in die Politik zu bringen. Leider ist das schwieriger als angenommen, denn Sybilles Ex-Partner und aktueller Kanzler Elmar verfolgt ambitionierte politische Ziele und hat dabei wenig Skrupel. Als Hinweise auftauchen, die nahelegen, dass besagter Umfall vielleicht doch Mord war, forscht Sybille nach. Parallel dazu gibt es noch ihr Privatleben, mit Tochter Kerstin, dominantem Vater mit politischer Karriere, Exmann und dem charmanten, wenngleich kritischen Journalisten Viktor….

    Band II. Sybille macht weiter Karriere, sie ist Vizekanzlerin und Parteichefin und glücklich liiert mit Viktor. Der jedoch hat schwerwiegende gesundheitliche Probleme und da ist auch noch ein waschechter Skandal rund um den aufsteigenden Jungpolitiker Benjamin Finkenberg…

    Inhaltlich drehen sich beide Romane sehr stark um politische Verstrickungen, Mauscheleien, Intrigen, Bestechungen etc. Um den Bodensatz des politischen Alltags quasi, denn obwohl Sybille diese Praktiken ablehnt, spielt sie das Spiel mit: hier ein aufgelöstes Konto in der Schweiz, da eine geschobene Bauausschreibung, Gefälligkeiten und Absprachen hinter den Kulissen. Vielleicht geht es wirklich in der heutigen Politik nicht ohne diese Art von „Kompromissen“, aber es widert einen trotzdem an. Auch, dass dies als Tatsache von allen akzeptiert wird, man muss sich eben arrangieren, die Konsequenzen, wenn doch mal etwas auffliegt sind überschaubar – aber was mich noch mehr abstößt: durchaus einkalkuliert. Jeder weiß es, keinen stört es und am Ende geht es nur darum, schneller zu sein als der politische Gegner. Sybille ist diesbezüglich keine Ausnahme und obwohl durchaus versucht wurde, ihr ein anderes Image zu geben, wäre sie kein Mensch, mit dem ich gerne ins Kaffeehaus gehen würde.

    Es ist insgesamt ein unterhaltsamer, wenngleich wirklich politischer Text mit einer interessanten Perspektive. Für österreichische Leser oder Menschen, die das österreichische Politiksystem kennen, ist dieser Text wahrscheinlich eher geeignet, als Personen, die die Geschichte von „Rot“ vs. „Schwarz“ nicht kennen. Ich vergebe insgesamt 4 Sterne und bedanke mich für mein Rezensionsexemplar.    


     

     

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    Cover des Buches Kloster, Mord und Dolce Vita - Folge 01 (ISBN: 9783838793467)

    Bewertung zu "Kloster, Mord und Dolce Vita - Folge 01" von Valentina Morelli

    Kloster, Mord und Dolce Vita - Folge 01
    KleineHexevor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Nicht spannend, aber erzeugt Urlaubsfeeling
    Ein unerwarteter Todesfall

    Ein ungleiches Duo ermittelt im beschaulichen kleinen Ort  Santa Caterina in der Toskana. Die clevere und eher weltlich veranlagte Ordensschwester Isabella löst gemeinsam mit dem noch ein wenig unerfahrenen Polizisten Matteo das Rätsel um den unerwarteten Tod ihrer Mitschwester Raffaela. Diese liegt zur Mittagszeit tot unterm Glockenturm, doch ein Unfall oder gar ein Selbstmord erscheinen wenig wahrscheinlich. Doch warum sollte jemand die harmlose, sympathische und fröhliche Raffaela umbringen, die gern auf dem Markt gearbeitet und die Klosterprodukte verkauft hat und außerdem eine Schwäche für kitschige, aber möglicherweise wertvolle Keramikfiguren hatte?

    Isabella und Matteo gehen der Sache nach und entdecken nach und nach Ungereimtheiten, die die Geschehnisse in einem anderen Licht erscheinen lassen. Alles in allem eine runde Geschichte. Und obwohl der geschilderte Kriminalfall nicht besonders spannend ist, kommt man als Hörer doch auf seine Kosten. Chris Nonnast liest den Text im richtigen Rhythmus und erzeugt mit ihrer ausdrucksstarken, wandelbaren Stimme, sommerliche Bilder von der Toskana. Vielleicht nichts für Hörer, die auf blutige Geschichten stehen aber zum Abschalten und zur Unterhaltung perfekt geeignet. Daher vergebe ich 5 Tortellini und empfehle das Hörbuch gerne weiter.

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    Cover des Buches Kloster, Mord und Dolce Vita - Folge 02 (ISBN: 9783838793474)

    Bewertung zu "Kloster, Mord und Dolce Vita - Folge 02" von Valentina Morelli

    Kloster, Mord und Dolce Vita - Folge 02
    KleineHexevor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Nicht gerade spannend, aber sympathisch
    Zwei sympathische Spürnasen ermitteln wieder gemeinsam

    Nach seinem ersten großen Ermittlungserfolg ist Matteos Selbstbewusstsein gestiegen. Auch privat gibt es Veränderungen, Matteo hat sich in die schöne Tochter des Bürgermeisters verliebt - auch er ist ihr nicht gleichgültig. Außerdem hat er im Internet seine Traum-Vespa ersteigert, allerdings stellt sich die Suche nach den benötigten Ersatzteilen als schwierig heraus. Alles in allem läuft es also nicht schlecht, doch dann geschieht ein Verbrechen und Matteo hat plötzlich alle Hände voll zu tun.

    Dabei beginnt alles ganz harmlos, Matteo sollte den sympathischen Landstreicher Gaetano eigentlich nur bitten, den Bauwagen, in dem dieser gelegentlich unterkommt zu räumen. Doch Matteo findet nur mehr die Leiche des Landstreichers, er wurde hinterrücks erschlagen, sein geliebter Bernhardiner ist verschwunden. Matteo sucht Rat bei Schwester Isabella und die ist auch sofort bereit ihm zu helfen. Sie liefert auch gleich ein paar gute Ideen, das harmonische Duo ermittelt also wieder – und muss wieder feststellen, dass nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint….

    Auch dieser Cosy-Krimi ist der Autorin gut gelungen, man hat das Gefühl auf alte Bekannte zu treffen. Der Band ist unabhängig von Folge 1, die Sprecherin ist wieder Chris Nonnast, deren Stimme einfach perfekt mit dem Text harmoniert. Wie Folge 1 kann die Handlung zwar nicht mit besonders viel Spannung aufwarten - bietet dafür aber umso mehr italienisches Urlaubsflair und Erholung vom Alltag. Dafür vergebe ich gerne nochmals 5 Amarettini  und sage danke für mein Rezensionsexemplar.

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    • weiblich
    • 07.07.1982

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