KleinerVampir

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    Cover des Buches Die Gabe der Sattlerin (ISBN: 9783404180790)

    Bewertung zu "Die Gabe der Sattlerin" von Ralf H. Dorweiler

    Die Gabe der Sattlerin
    KleinerVampirvor 6 Tagen
    Kurzmeinung: Ein rundum gelungener historischer Roman, der mich wunderbar unterhalten hat - kann ich absolut weiter empfehlen!
    Die Gabe der Sattlerin

    Buchinhalt:

    Schwarzwald, im ausgehenden 18. Jahrhundert: Die junge Charlotte arbeitet als talentierte Sattlerin in der Werkstatt ihres Vaters. Als sie eines Tages einen mehr als doppelt so alten Mann heiraten soll, ergreift sie die Flucht: zusammen mit ihrem Pferd macht sie sich auf eine Reise in eine ungewisse Zukunft. Von einer Räuberbande entführt verschlägt es sie schließlich nach Marbach, einem Gestüt in dem der Württembergische Herzog edle Pferde züchtet. Wird Charlotte fernab der Heimat ein neues Leben beginnen können?


    Persönlicher Eindruck:

    „Die Gabe der Sattlerin“ ist ein atmosphärisch dichter und durchweg spannender historischer Roman, der Seinesgleichen sucht. Gleich zu Beginn schon taucht man als Leser ein in eine bildgewaltige Erzählung, die einem das 18. Jahrhundert lebendig vor Augen führt.

    Charlotte ist eine mutige junge Frau, die nicht davor zurück schreckt, alles was sie kannte zurückzulassen: um der Vernunftehe mit einem Amtmann, den sie nicht liebt, zu entgehen, macht sie sich auf und fürchtet sich auch nicht, als sie in ein Räuberlager verschleppt und von den finsteren Gesellen auch noch erpresst wird.

    Die Figuren waren allesamt authentisch und tiefgängig, seien es nun historisch belegte Personen wie der Dichter und Regimentsarzt Friedrich Schiller, der Räuberhauptmann Hannikel oder der württembergische Herzog Carl Eugen. Auch die fiktiven Charaktere waren plastisch und stimmig angelegt – so haben mir neben Protagonistin Charlotte der junge Räuber Schorsch und Charlottes Schwarzwälderhengst Wälderwind besonders gut gefallen.

    Der Spannungsbogen erstreckt sich über die ganze Geschichte und steigert sich entlang des roten Fadens bis zum Finale, das zwar fast etwas zu rosig für die meisten Figuren ausgeht, mich aber deswegen nicht gestört hat. Im Gegenteil: der Schluß ist rund und stimmig und bietet sogar noch Raum für eine Fortsetzung oder weitere Gedanken.

    Das Setting ist wunderbar beschrieben und die Hintergründe sorgsam und gut recherchiert. Ein Personenregister zu Beginn und ein Nachwort mit weiteren Hintergrundinformationen runden das Ganze schließlich ab.

    Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung für diesen historischen Roman, der alles andere als trocken und verstaubt ist – für Pferdefreunde bietet er zudem viele Informationen das Gestüt Marbach betreffend. Eine absolut runde Sache, die auf etwas mehr als 400 Seiten wunderbar unterhält und den Leser in alte Zeiten zurück versetzt!

    Kommentare: 7
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    Cover des Buches Die Hafenschwester - Als wir wieder Hoffnung hatten (ISBN: 9783453292444)

    Bewertung zu "Die Hafenschwester - Als wir wieder Hoffnung hatten" von Melanie Metzenthin

    Die Hafenschwester - Als wir wieder Hoffnung hatten
    KleinerVampirvor 18 Tagen
    Kurzmeinung: Gut recherchierter Hintergrund und spannendes Zeitdokument - aber leider mit einigen Schwächen....
    Als wir wieder Hoffnung hatten (Die Hafenschwester, Band 02)

    Buchinhalt:

    Hamburg, 1913: zusammen mit ihrem Mann Paul und den drei Kindern lebt Krankenschwester Martha ein beschauliches Leben. Als der Erste Weltkrieg ausbricht, wird ihre Welt von einem auf den anderen Tag auf den Kopf gestellt. Paul wird eingezogen und kehrt einige Zeit später schwer kriegsversehrt nach Hause zurück. Es liegt allein an Martha, ihre Familie durch die schwere und entbehrungsreiche Zeit zu bringen und ihrem Mann wieder neuen Lebensmut zu geben…

     

    Persönlicher Eindruck:

    „Als wir wieder Hoffnung hatten“ ist der zweite Teil der Hafenschwester-Trilogie, ein Roman, der auch für sich allein gelesen und ohne Vorkenntnisse aus dem ersten Teil verstanden werden kann.

    Historischer Hintergrund und fiktive Romanhandlung werden gekonnt und anschaulich miteinander verknüpft, dank der guten Hintergrundrecherche wird das Hamburg zur Kaiserzeit vor dem inneren Auge des Lesers lebendig. Viele spannende Details, wie die Reise auf dem größten Passagierschiff der damaligen Welt, dem „Imperator“ oder auch Alltägliches, wie der tägliche Kampf ums Überleben in armen, kinderreichen Familien oder das Schicksal der Chinesin Li-Ming machen den Roman zu einem spannenden Zeitdokument.

    Martha als Hauptfigur war für mich ein zwiespältiger Charakter, eine Einschätzung fällt mir nicht wirklich leicht. Einerseits ist sie die nahezu idealistisch verklärte Helferin, die sich um ihre Mitmenschen aufopfernd kümmert und in ihrer Berufung als Hafenschwester förmlich aufgeht. Andererseits gilt ihr Engagement in meinen Augen Fremden weit mehr als ihrer eigenen Familie – ihre drei kleinen Kinder laufen mehr oder minder nebenher und ihre ehrenamtliche Tätigkeit hat so gut wie immer Vorrang vor ihrer eigenen Familie.

    Auch Figuren aus dem ersten Band treten in der Handlung erneut auf, so beispielsweise Milli, die nach einem Leben als Hamburger Prostituierte in Amerika scheinbar ihr Glück gemacht hat und nun im neu erworbenen Luxus lebt – auf den zweiten Blick erschien mir ihr Leben aber nur als Fassade, ihr „Glück“ mit zwei (zudem noch homosexuellen) Männern war für mich nicht so recht nachvollziehbar.

    Den Hauptteil der Geschichte nimmt der Erste Weltkrieg und seine schrecklichen Begleiterscheinungen ein: Paul kommt aus dem Krieg zurück und ist aufgrund einer Verwundung schwer im Gesicht entstellt. Man lernt als Leser sehr viel über die damalige Gesichtsrekonstruktion und plastische Chirurgie.

    Was für mich wiederum nicht so recht passen will, ist die Reaktion der drei Kinder auf die verheerende Wunde ihres Vaters (ja, sie bekommen in ihrem doch noch sehr jungen Alter die Wunde tatsächlich sofort von den Eltern gezeigt): die sechsjährige Ella reagiert abgeklärt, fast wie eine Erwachsene, und will dann Ärztin werden. Nein, das war für mich einfach unglaubhaft und nicht realistisch.

    Generell ist der Roman gut und tiefgründig recherchiert, geschichtliche Hintergründe werden im Nachwort nochmal vertieft und machten die Geschichte historisch stimmig und bildgewaltig. Dem gegenüber stehen trotz allem einige Schwächen, wie die schon genannten und die Tatsache, dass an vielen Stellen die Zeit nur so rast, wohingegen an anderen Stellen eine große Ausführlichkeit an den Tag gelegt wird.

    Das Ende ist wie der Einstieg rund und schlüssig. Auch wenn noch ein weiterer Band folgt, könnte das Buch gut für sich allein stehen.

    Von mir gibt es eine solide mittlere Bewertung, weil trotz gut recherchiertem Hintergrund und vorwiegend sympathischen Figuren einige Ungereimtheiten den sonst sehr guten Eindruck wieder trübten.

    Kommentare: 4
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    Cover des Buches Entführung ins Glück (ISBN: 9783957346407)

    Bewertung zu "Entführung ins Glück" von Kristi Ann Hunter

    Entführung ins Glück
    KleinerVampirvor 21 Tagen
    Kurzmeinung: Solider Regency-Roman mit sympathischen Figuren und allerlei Irrungen und Wirrungen. Hat mir gut gefallen!
    Entführung ins Glück

    Buchinhalt:

    England zu Beginn des 19. Jahrhunderts: Während ihre Schwester auf Bällen ihr Debüt gibt und von Männern nur so umschwärmt wird, schreibt Miranda heimlich Briefe an einen Freund ihres Bruders. Die Briefe ersetzen für sie das Tagebuch – einen einzigen auch nur zu verschicken wäre ein Skandal. Doch es kommt schließlich soweit: der Kammerdiener ihres Bruders verschickt einen der Briefe – und der Adressat antwortet! Was Miranda allerdings nicht weiß: ihr Brieffreund ist ihr näher, als sie denkt…

     

    Persönlicher Eindruck:

    Mit „Entführung ins Glück“ gelang der mir bislang noch völlig unbekannten Autorin ein atmosphärischer Roman und ein bildhaftes Sittengemälde der Regency-Zeit. Das beginnende 19. Jahrhundert wird in der Geschichte plastisch und lebendig, der Leser wird schon nach wenigen Seiten in eine völlig andere, vergangene Zeit katapultiert.

    Was für uns heute selbstverständlich und völlig normal ist, wie Brieffreundschaften zwischen unverheirateten Männern und Frauen, war damals ein schockierender Skandal. Von den Briefen, die Miranda seit Jahren schreibt, darf keiner wissen – und trotzdem gelangt einer in Umlauf. Ohne hier zu viel verraten zu wollen sorgen die daraus resultierenden Verwicklungen für reichlich Kalamitäten, die männliche Hauptfigur betreffend. Das gibt dem Buch eine gewisse Spritzigkeit, auch wenn das Rätsel bereits zu Beginn gelüftet wird.

    Ich fand die Beschreibung des Lebens in der damaligen Zeit anschaulich und bildhaft, allerdings ging mir Mirandas Mutter gehörig auf die Nerven mit ihrem „Eine Dame tut dies“ und „Eine Dame tut nicht das“…. Gut, Miranda wurde so erzogen, dennoch war sie mir an manchen Stellen etwas zu hölzern. Sie ist eben eine Frau ihrer Zeit und die Konventionen waren streng und boten nicht viel Handlungsspielraum für eine Frau von Stand.

    Schön gemacht war die historische Einordnung, wie der Krieg Englands gegen Napoleon, der den Hintergrund für einige Handlungsfäden bildet. Der Spannungsbogen hält sich konstant bis zum Schluss, wo mit einem ziemlichen Aha-Effekt der Verursacher der Übergriffe auf Miranda und Ryland präsentiert wird. Allerdings hat mich genau dieser Schluss nicht ganz überzeugt und war mir dann doch zu sehr konstruiert.

    Der christliche Bezug des Romans war sehr minimal und erst in der zweiten Hälfte des Buches überhaupt vorhanden.

    Mein Fazit: ein durchaus anständiger Roman einer neuen Autorin, die sich vom Stil her deutlich unterscheidet von anderen Autoren des Regency-Genres – mit spritzigen Ideen und sympathischen Figuren. Eine solide Leseempfehlung!

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    Cover des Buches Winter der Hoffnung (ISBN: 9783651000919)

    Bewertung zu "Winter der Hoffnung" von Peter Prange

    Winter der Hoffnung
    KleinerVampirvor einem Monat
    Kurzmeinung: Großartig erzählte Geschichte zwischen Weltkrieg und Wirtschaftswunder - eine absolute Leseempfehlung!
    Winter der Hoffnung (Unsere wunderbaren Jahre)

    Buchinhalt:

    Deutschland, Winter 1946: der Krieg ist vorbei und die Menschen hungern. Es gibt nicht genügend Heizmaterial, auch die Nahrungsmittel sind knapp – mitten in dieser Trostlosigkeit bangt Fabrikant Wolf um seine Existenz. Auch seine einst wohlhabende Familie leidet Not – nicht zuletzt wegen der drohenden Fabrikschließung durch die britischen Besatzer. In einer Welt zwischen Sägemehlbrot, Steckrübensuppe und Lebensmittelkarten, improvisierten Tanzabenden und dem bald nahenden Weihnachtsfest erleben die beiden Töchter Ulla und Gundel ihre erste Liebe und sind dabei ein Beispiel für die vielen Familien, denen der Zweite Weltkrieg alles genommen hat. Alles, bis auf die Hoffnung….

     

    Persönlicher Eindruck:

    Mit „Winter der Hoffnung“ ist Autor Peter Prange ein wahrer Pageturner gelungen, der den Leser bereits auf der ersten Seite mitnimmt in eine ungewisse Zeit: Deutschland hat den Krieg verloren, ist in Besatzungszonen geteilt und die Bevölkerung leidet unter Hunger und Kälte. Der Hungerwinter 1946 ging in die Geschichtsbücher ein als einer der kältesten in der Geschichte. Am Beispiel der Familie Wolf wird sich wohl jeder Leser irgendwo zurück erinnern an die eigene Vergangenheit, an Erzählungen der Eltern und Großeltern: sei es nun der „Kohlenklau“, Naturalien-Tauschgeschäfte oder Sägemehlbrot – in irgendeiner Form hat jeder von uns Erinnerungen, die aus dieser trostlosen Zeit stammen.

    Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Eduard Wolf, ein Metallwarenfabrikant, und seine Familie. Die Figuren mögen so manchem Leser bekannt sein – Winter der Hoffnung ist als Weihnachtsgeschichte zu Pranges großer Familiensaga Unsere wunderbaren Jahre konzipiert. Doch auch ohne Vorwissen kann man wunderbar in diese Geschichte eintauchen, die auch ganz für sich alleine stehen und gelesen werden kann.

    Die Figuren sind allesamt tiefgängig und mit Profil angelegt, der Roman atmosphärisch dicht und spannend erzählt. Ich konnte das Buch jedenfalls kaum aus der Hand legen, als ich einmal mit dem Lesen begonnen hatte.

    Ulla und Gundel, die beiden Wolf-Töchter stehen im Zentrum der Familiengeschichte: beide erleben ihre erste Liebe, Gundel mit dem Lehrling der elterlichen Firma, Ulla mit dem stadtbekannten Casanova Tommy Weidner, der in einem alten Bahnwaggon lebt. Aber da sind auch noch zahlreiche Nebenfiguren, die einem im Lauf der Zeit ans Herz wachsen und deren Leben glaubhaft und authentisch geschildert wird.

    Der Roman beginnt am ersten Advent und endet am ersten Weihnachtsfeiertag – eine relativ kurze Zeit und doch voller Ereignisse, kleiner Alltäglichkeiten aus der Zeit und Schilderungen aus dem Leben einer deutschen Familie der Nachkriegszeit. Dabei blendet Prange zu keiner Zeit die negativen Aspekte aus, wie die Nazi-Überzeugung des aus russischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrten Fritz Nippert oder die im Untergrund noch immer vorhandenen braunen Seilschaften.

    Ich habe diesen Roman von der ersten bis zur letzten Seite genossen und gebe eine absolute Leseempfehlung mit voller Punktzahl – das ist absolut großartig erzählte Geschichte mit Charme, zwischen Kriegs- und Wirtschaftswunderzeit!

    Kommentare: 8
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    Cover des Buches Das Geheimnis von Belle Island (ISBN: 9783775160520)

    Bewertung zu "Das Geheimnis von Belle Island" von Julie Klassen

    Das Geheimnis von Belle Island
    KleinerVampirvor einem Monat
    Kurzmeinung: Authentische Geschichte aus dem englischen Regency - mit spannender Krimihandlung und natürlich Liebe
    Das Geheimnis von Belle Island

    Buchinhalt:

    Als der Verwalter und Treuhänder von Isabelles Vermögen tot aufgefunden wird, begibt sich der junge, aufstrebende Anwalt Benjamin auf der Suche nach den Hintergründen nach Belle Island, wo die junge Frau mit ihrer Nichte lebt. Die Insel in der Themse ist nur über eine Brücke zu erreichen - die Isabelle aber schon 10 Jahre nicht mehr überquert hat. Als schließlich noch eine Person stirbt, fällt der Verdacht auf Isabelle – obwohl auch noch andere Personen ein Motiv und Gelegenheit zur Tat gehabt hätten. Ist Isabelle wirklich eine Mörderin? Benjamin sucht verzweifelt nach der Wahrheit, denn Isabelle bedeutet ihm schon bald viel mehr....

     

    Persönlicher Eindruck:

    Mit dem Geheimnis von Belle Island ist Julie Klassen erneut ein spannender Regency-Roman gelungen: die Geschichte nimmt den Leser mit ins England des 18. Jahrhunderts. Eine bildhafte Kulisse und authentische Figuren beleben diesen Roman, eine Mischung aus Liebesgeschichte und Kriminalfall. Bis zum Schluss ist unklar, wer nun der Täter bzw. die Täterin sein könnte und man rätselt und kombiniert als Leser auf jeder Seite mit.

    Im Zentrum des Geschehens stehen der junge Anwalt Benjamin Booker aus London, sowie die Grundherrin Isabelle Wilder, die zusammen mit ihrer Nichte Rose auf besagter Themseinsel eine Korbflechterei betreibt. Die Figuren sind allesamt plastisch und tiefgängig angelegt, wie bei einem Roman aus dem 18. Jahrhundert auch an manchen Stellen etwas hölzern und für den modernen Leser häufig auch altmodisch in ihrer Einstellung. Aber genau das macht den Charme dieser Geschichte aus.

    Die Liebesgeschichte ist hier gar nicht das zentrale Element – der Roman kommt als solider Krimi daher, die Rolle des Ermittlers übernimmt Benjamin und zusammen mit ihm macht sich der Leser auf die Suche nach dem Täter.

    Bereits nach wenigen Seiten nimmt einen die Geschichte regelrecht gefangen und aufgrund des sich ständig steigernden Spannungsbogens ist es ein Vergnügen, in die Handlung einzutauchen. Der Showdown gegen Ende ist fulminant und die vorangegangenen Wendungen und Ereignisse machen eine Vorhersehbarkeit der Handlung so gut wie unmöglich.

    Was mich ein kleines bisschen gestört hat ist der doch recht rosarote Schluss, der nach langem Hin und Her innerhalb der Krimihandlung fast etwas zu schnell und zu glatt von statten geht. Ansonsten ist man hier wirklich gut aufgehoben.

    Der christliche Aspekt ist dabei sachte und leise in die Handlung eingefügt.

    Mein Fazit: ich kann diesen historischen Roman all denjenigen Lesern empfehlen, die Wert legen auf niveauvolle Geschichten mit spannendem Element. Julie Klassen ist einfach ein Garant für authentisches englisches Regency!

    Kommentare: 4
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    Cover des Buches Die Tochter des Zauberers - Erika Mann und ihre Flucht ins Leben (ISBN: 9783746635811)

    Bewertung zu "Die Tochter des Zauberers - Erika Mann und ihre Flucht ins Leben" von Heidi Rehn

    Die Tochter des Zauberers - Erika Mann und ihre Flucht ins Leben
    KleinerVampirvor einem Monat
    Kurzmeinung: Dünne Handlung und eine unsympathische Hauptfigur - für mich eine Enttäuschung.
    Erika Mann - die Tochter des "Zauberers"

    Buchinhalt:

    New York, 1936: Erika Mann, die Tochter des Nobelpreisträgers Thomas Mann, emigriert aufgrund der politischen Situation Deutschlands in die USA, wo sie mit ihrem Kabarett „Die Pfeffermühle“ das amerikanische Publikum für die politischen Gegebenheiten in Europa sensibilisieren möchte. Im Kreis vieler ebenfalls ausgewanderter Intellektueller sucht sie ihr privates Glück, das sich aber genauso wenig einstellt, wie der Erfolg bei ihrem Kabarettprojekt….

     

    Persönlicher Eindruck:

    Erika Mann ist den meisten bekannt als älteste Tochter von Thomas Mann. Doch was war ihr eigenes, ganz persönliches Leben, ihre Errungenschaft und ihr Vermächtnis? In Gänze wird es dieser biografische Roman wohl nicht einfangen können. Die Handlung beschreibt etwas mehr als ein Jahr in Erika Manns Leben, die Zeit rund um ihre Auswanderung nach Amerika und ihr ehrgeiziges Kabarettprojekt.

    Es ist für mich unsagbar schwer, meinen Leseeindruck wiederzugeben. Einerseits ist die Biografie von Erika Mann nun mal Fakt und die Autorin spielt nur mit diesem „Baukasten“, andererseits geht es nicht ohne eine Gesamtbetrachtung.

    Der Schreibstil ist eingängig und leicht zu lesen, die bildhafte Beschreibung der Schauplätze hat mir sehr gut gefallen. Man bekommt einen authentischen Einblick in die damalige Zeit, das Leben in den Clubs in Harlem, in den Theatern und in Erikas intellektuelle Kreise. Eine Vielzahl an Weggefährten und Personen schafft eine historische Grundlage, in welche die Biografiehandlung eingebettet ist - durch Wust an Namen allerdings auch eine Distanz zu den Figuren. Ein Glossar gibt es im Buch leider nicht, so ist man als Leser damit fast überfordert. Im Laufe der Handlung legt sich das zumindest ein Stück weit, wenn man die wichtigsten Figuren näher kennen lernt.

    Die Hauptfigur selbst machte es mir nicht leicht. Nach dem Lektüre steht fest: ich mag sie nicht. Das sage ich ganz offen - Erika erscheint mir oberflächlich und an vielen Stellen sogar berechnend, ihr Lebenswandel ist umstritten und ihr Verhalten wichtigtuerisch. Im Laufe der Handlung unterhält sie mehrere Liebschaften zu beiden Geschlechtern, wobei sie sich ihre Gespielen mehr der weniger danach aussucht, ob sie ihr bei ihren Vorhaben nützen. Ist dies vorbei, werden sie genauso schnell auch wieder „abgeschossen“. Mag sein, dass das in der Künstlerbohème dieser Zeit normal war, meine Welt ist es nicht. 

    Von den zahllosen Nebenfiguren erwähnen möchte ich nur ihren Bruder (Klaus), ein unsteter, labiler Charakter mit dem Problem, im Schatten seines berühmten Vaters zu stehen. Drogen und homosexuelle Kontakte, aber auch Erfolglosigkeit als Autor bestimmen sein Dasein. Erika hängt sehr an ihm, die Beziehung der Geschwister ist merkwürdig eng und nicht wirklich normal. Die anderen Nebenfiguren sind mehr oder minder eindimensional und blieben mir dadurch leider nicht längerfristig im Gedächtnis.

    Die politischen Gegebenheiten der Zeit, die die Basis und den Hintergrund für den Roman bilden, werden nicht vertieft, allenfalls angeschnitten. Die Handlung ist durchweg linear und behandelt einen Abschnitt von insgesamt 15 Monaten im Leben der Protagonistin. Leider passiert darin einfach zu wenig, die fast 450 Seiten Buchumfang sind nicht wirklich gerechtfertigt und stellenweise einfach langatmig.

    Erika geht in die USA, plant Kabarett, Kabarett floppt. Davor, danach und dazwischen zahlreiche Affären und Liebschaften mit Männern und Frauen… Das war’s aber auch schon. Schade, für mich war das leider zu wenig.

    Mein Fazit: ein biografischer Roman mit einer mir nicht sonderlich sympathischen Hauptfigur, die mich überhaupt nicht fesseln, berühren oder gar mitreißen konnte. Für mich eine Enttäuschung, die die Erwartungen bezüglich der in der Literatur so hoch gelobten Manns leider gar nicht erfüllen konnte.   

    Kommentare: 3
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    Cover des Buches Ein verzehrendes Geheimnis (ISBN: 9783957346605)

    Bewertung zu "Ein verzehrendes Geheimnis" von Francine Rivers

    Ein verzehrendes Geheimnis
    KleinerVampirvor einem Monat
    Kurzmeinung: Packende Spannung und wichtige Botschaft: ein Buch, das man unbedingt lesen muß!
    Ein verzehrendes Geheimnis

    Buchinhalt:

    Immer, wenn im Tal jemand stirbt, wird der Sühnemann gerufen, der durch eine rituelle Handlung die Sünden des Verstorbenen auf sich nehmen und ihm damit den Weg in die Ewigkeit weisen soll. Die 10jährige Cadi erhascht auf der Beerdigung ihrer Oma einen Blick auf diesen geheimnisvollen Mann, den anzusehen aber verboten ist. Von da an ist sie beseelt von dem Gedanken, den Sühnemann zu finden: er soll ihr die Schuld abnehmen, die sie durch den Tod ihrer kleinen Schwester auf sich geladen hat. Stück für Stück deckt sie ein großes Geheimnis auf, das wie ein Fluch über den Bewohnern des Tals liegt und erkennt, dass es nicht der Sühnemann, sondern ein ganz anderer ist, der Vergebung und Erlösung bedeutet…

     

    Persönlicher Eindruck:

    Ein wirklich atmosphärisch dichtes, spannendes und durchweg nachdenklich machendes Buch, das den Leser auf jeder Seite in Atem hält – ich habe schon einige Bücher von Francine Rivers gelesen aber vergleichbar mit diesem ist keines.

    Der Beginn ist zunächst morbide, düster und beklemmend. Mitten in dieser bedrückenden Stimmung: ein 10jähriges Mädchen, das eben erst seine Oma verloren hat, die einzige Person, die das Mädchen wirklich verstanden und geliebt hat. Cadi ist geistig recht reif für ihr Alter und führt den Leser in der Ich-Perspektive durch ihre Gedanken, ihre Hoffnungen und die Welt um sich herum.

    Wir befinden uns in der Mitte des 19. Jahrhunderts, irgendwo in den Appalachen: Schottische Einwanderer haben das abgeschiedene Tal besiedelt und leben einen Brauch, der in Schottland und Wales seinen Ursprung hat: den Sühnemann. Wann immer eine Person stirbt, wird dieser von der Gesellschaft ausgestoßene und maskierte Mann gerufen, damit er bei einem rituellen Mahl von Brot und Wein die Sünden des Verstorbenen auf sich nimmt. Ich hatte zuvor noch nichts von diesem Brauch gehört und dementsprechend fremd und archaisch mutete er mir auch an. Ich konnte mir zunächst keinen Reim darauf machen, wie das Ganze zu einer christlichen Autorin passen sollte.

    Wer an der Geschichte dran bleibt und sich vom beklemmenden Beginn nicht abschrecken lässt, vor dem breitet sich eine tiefgründige, zum Nachdenken anregende Geschichte aus. Cadi und der gleichaltrige Fagan ergründen das Geheimnis um den Sühnemann, der im Grunde ein armer Tropf ist, dem man ebenso übel mitgespielt hat, wie den meisten im Dorf. Als schließlich ein Wanderprediger im Tal auftaucht, eröffnet sich eine Erkenntnis: es ist nicht ein Sühnemann, der den Menschen Heil und Erlösung bringen kann, es ist die Botschaft von Jesus Christus.

    Bis es allerdings soweit ist, dass diese zu den Bewohnern getragen werden kann, kommen viele dunkle Geheimnisse ans Licht, die alle miteinander zusammenhängen und das Klima im Tal und die Menschen dort seit Jahren vergiften.

    Die christliche Botschaft des Romans ist stark ausgeprägt aber keinesfalls aufdringlich, ein zentraler Punkt dabei sind Schuld und Vergebung, Glaube und Erlösung.

    Der Spannungsbogen steigert sich kontinuierlich über die ganze Handlung, die in einem packenden Showdown mündet. Selten habe ich ein so fesselndes Buch gelesen, bei dem die Spannung bis zum Schluss nicht nachlässt und den Leser derart an die Seiten bindet.

    Mein Fazit: ein Buch mit einem bewegenden Plot, der bis zum Schluss viel Stoff zum Nachdenken und Reflektieren bietet, dazu authentische Figuren und eine plastische Beschreibung des Settings, unerwarteten Wendungen und letztendlich einer großen Botschaft. Eine absolute Leseempfehlung!

    Kommentare: 2
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    Cover des Buches Liebesglück mit Hindernissen (ISBN: 9783957345806)

    Bewertung zu "Liebesglück mit Hindernissen" von Regina Jennings

    Liebesglück mit Hindernissen
    KleinerVampirvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Herzerwärmend! Muß man gelesen haben!
    Liebesglück mit Hindernissen

    Buchinhalt:

    Als „Schöne Lola Bell“ ist Luisa als Sängerin die Attraktion des Cat-Eye-Saloons. Doch als sie ihren Job verliert, weiß sie nicht, wo sie in Zukunft hin soll. Ihr kleiner Bruder dient in der US-Kavallerie und so macht sich Louisa auf ins Fort – in der Hoffnung, dort Arbeit zu finden. Dort wird sie fälschlicherweise für die erwartete Lehrerin für die beiden Töchter des Kommandanten gehalten. Luisa spielt mit, verstrickt sich aber immer mehr in das, was niemand wissen darf - denn Major Adams bedeutet schon bald viel mehr für Louisa, als nur ihr Arbeitgeber zu sein…

     

    Persönlicher Eindruck:

    Was für eine berührende, atmosphärische und mitreißende Westerngeschichte! Ich habe es wirklich sehr genossen, dieses Buch zu lesen… liebevoll ausgearbeitete Charaktere und ein gut durchdachter Plot mit allerlei Verstrickungen und gekonnten Wendungen machen das Lesen hier zu einem absoluten Vergnügen.

    Louisa ist eine starke Persönlichkeit, die nach dem Tod der Mutter ihr Leben selbst in die Hand nimmt. In einem Etablissement mit zweifelhaftem Ruf geboren, versucht sie mit dem einzigen, was sie an Talenten besitzt, ihr Leben zu bestreiten: Dank ihrer schönen Stimme ist der Cat-Eye-Saloon jeden Tag voll. Doch als sie eines Tages vom Besitzer vor die Tür gesetzt wird, scheint alles über ihr zusammenzubrechen. Dennoch macht sie sich auf, irgendwo anders Fuß zu fassen – wo niemand von ihrer Vergangenheit weiß. Genau das ist Louisas großes Geheimnis, das sie fast erdrückt. Trotzdem gibt sie alles, um ihren neuen Job als Lehrerin gut zu machen.

    Major Adams hingegen ist das Paradebild eines Mannes. Postenkommandant des Forts an der Grenze zu den Indianergebieten, ein Prachtkerl wie einst John Wayne in seinen Kavalleriewestern. Er weiß nichts von Louisas Vergangenheit und stellt sie ein – auch ohne Referenzen. Stück für Stück bedeutet Louisa ihm mehr und mehr, zumal sich seine Töchter blendend mit ihrer Lehrerin verstehen und Louisa immer mehr die Lücke ausfüllt, die seine verstorbene Frau hinterlassen hat.

    Die Rahmenhandlung, in die die Geschichte eingewoben ist, ist stimmig und gut recherchiert. Man fühlt sich beim Lesen sofort in die weite Prärie versetzt, in der der Westen noch wild und die Männer noch Raubeine waren. Das Leben der Indianer in ihren Reservationen und das der Siedler den kleinen Städten im Grenzland finden ebenso Erwähnung wie die Einstellung der Menschen im 19. Jahrhundert zu „Berufen“ wie dem von Louisa. Als ehemalige Sängerin ist sie nicht tragbar und wenn das herauskommt, ist Major Adams‘ Ruf ruiniert.

    Denkste! Adams sieht hinter die Fassade. Auch als das Kartenhaus in sich zusammenstürzt, hält er zu der Frau, die er liebt – nicht zuletzt deshalb, weil er gläubiger Christ ist und sich auf Gottes Führung und Zuspruch verlässt.

    Der christliche Aspekt des Romans ist angenehm und unaufdringlich in die Geschichte eingewoben und spricht Themen an wie Vergebung und die grenzenlose Liebe, die Gott seinen Kindern entgegen bringt, ungeachtet ihrer Herkunft und ihrer persönlichen Schuld.

    Schade, dass nach etwas mehr als 400 Seiten schon wieder Schluss ist. Diese herzerwärmende Geschichte kann ich jedem wärmstens ans Herz legen!

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    Cover des Buches Oktoberfest 1900 - Träume und Wagnis (ISBN: 9783810500571)

    Bewertung zu "Oktoberfest 1900 - Träume und Wagnis" von Petra Grill

    Oktoberfest 1900 - Träume und Wagnis
    KleinerVampirvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein mitreißender Roman vor der Kulisse des wohl bekanntesten Volksfestes der Welt
    Oktoberfest anno 1900

    Buchinhalt:

    München zur Jahrhundertwende: Während sich die Münchener Brauereien und Wirtschaften auf das bevorstehende Oktoberfest vorbereiten, fängt Colina eine Stelle als Gesellschafterin der reichen Brauerstochter Clara an. Was niemand wissen darf: eigentlich ist sie nur ein armes Schankmädchen. Durch einen Zwischenfall muss sie in ihre alte Stellung zurückkehren und während für die einen Bierseligkeit und das bunte Treiben des Festes im Vordergrund steht, muss Colina um ihren Platz im Leben kämpfen – gegen gesellschaftliche Konventionen, missgünstige Wirte und schließlich auch gegen ihren brutalen Ehemann….

     

    Persönlicher Eindruck:

    Vor der Kulisse des wohl berühmtesten Volksfestes der Welt erlebt der Leser eine wunderbare Geschichte um zwei vordergründig unterschiedliche junge Frauen, die beide ihren Mann stehen müssen: einerseits die einfache Kellnerin Colina, die mit einem ledigen Kind ihrem brutalen Ehemann schutzlos ausgeliefert ist und andererseits die reiche und verwöhnte Clara, Tochter eines Brauereimagnaten, der sich als „Zugereister“ einen Platz als Wies’n-Festwirt erkämpfen will.

    Toll recherchiert und absolut authentisch nimmt der Roman den Leser mit in die Zeit der bajuwarischen Jahrhundertwende. Es ist eine Zeit des Aufbruchs, bei der sich neue Ideen und alte Konventionen vermischen und ein neuer Zeitgeist sich so langsam seinen Weg bahnt.

    Als Frau hatte man zu dieser Zeit keinerlei Rechte. Arbeit war nur in begrenztem Maße und auch nur in gesellschaftlich geächteten Bereichen möglich – so muss Colina viel Schlimmes über sich ergehen lassen, um ein paar Mark zusammenzukratzen und diese an ihren kleinen Sohn zu schicken, der bei Bekannten in Preußen lebt. Aber Colina ist eine starke Frau, die sich nicht unterkriegen lässt und ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt, um die Situation von sich und ihren Leidensgenossinnen zu verbessern: eine wirklich tolle Protagonistin!

    Die Atmosphäre der Geschichte ist dicht und bildhaft – bereits auf den ersten Seiten wird man mitten ins Geschehen gesaugt und taucht in eine längst vergangene Welt ein. Sowohl Haupt- als auch Nebenfiguren sind plastisch und tiefgängig, so mochte ich beispielsweise besonders den jungen Gendarm Lorenz Aulehner, der sich im Laufe des Geschehens zur dritten Hauptfigur mausert.

    Neben dem Schicksal der beiden Frauen wartet der Roman noch mit allerlei Morden und anderen kriminellen Machenschaften auf, die nach und nach aufgelöst werden. Es wurde nie langweilig und die Spannung steigerte sich bis zum Ende. Familiengeheimnisse, Schicksale und Intrigen geben sich ebenso die Klinke in die Hand wie Dramatik und Liebe. In diesem Roman ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei.

    Die hervorragende Hintergrundrecherche lässt den Leser teilhaben am Münchener Flair wie den schillernden Künstlerkommunen in Schwabing oder auch an dem traditionellen Kocherlball, bei dem die Bediensteten sich heimlich im Englischen Garten zum Tanz treffen, an der alten Wies’n, wie sie längst vergangen ist und an der Wende zu dem, was die großen Volksfeste von heute begründet. Ich war sehr gerne Gast bei den Wirtsfamilien und konnte das Buch kaum aus der Hand legen, hatte ich einmal mit Lesen angefangen. Die zahlreichen Dialektstellen haben mir dabei besonders gefallen, da sie der Geschichte zusätzliche Authentizität verleihen.

    Fazit: Ein wunderbares Sittengemälde aus der Zeit, mit tollen, sympathischen Figuren, humorvollen, lustigen und auch traurigen Aspekten, die sich letztendlich zu einem großen, stimmigen Ganzen zusammenfügen. Eine absolute Leseempfehlung!

    Kommentare: 3
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    Cover des Buches Die Stille des Abends (ISBN: 9783765507403)

    Bewertung zu "Die Stille des Abends" von Lynn H. Blackburn

    Die Stille des Abends
    KleinerVampirvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Im Vergleich zu Teil 1 nur mäßig spannend, schade
    Die Stille des Abends (Lake Porter-Reihe, 02)

    Buchinhalt:

    Aus dem See wird eine Leiche nebst Auto geborgen, auf ihrem Bauch steht eine seltsame Nachricht: „Ich wurde ermordet!“ Adam Campbell und sein Team machen sich auf die Suche nach den Zusammenhängen. Währenddessen wird auf Computerspezialistin Sabrina Fleming ein Anschlag verübt – was hat sie mit dem Mord zu tun? Als dann rauskommt, dass sie die Ermordete kennt und auch der Campbell-Clan seine Finger im Spiel haben muss, wird die Luft für die Ermittler zunehmend dünner….

     

    Persönlicher Eindruck:

    „Die Stille des Abends“ ist der zweite Teil der Lake-Porter-Reihe, eine christliche Serie aus dem Genre „Spannung und Romantik“. Jeder Teil kann solo gelesen werden, die Haupthandlung ist in sich geschlossen. Nachdem mich der erste Teil sehr begeistert hatte, war ich mehr als gespannt – und auch ein wenig enttäuscht. Leider kann Teil 2 daran nicht anknüpfen, trotz vielversprechender Handlung und einem Wiedersehen mit sympathischen Figuren.

    Es fällt mir schwer, hier eine Bewertung abzugeben. Einerseits hat der Plot Potential und ist vielversprechend – andererseits passiert auf weiten Strecken so gut wie nichts und die Handlung eiert nur um Adams Beziehung mit Sabrina herum, von der beide sich nicht mal sicher sind, ob sie überhaupt eine Beziehung haben. Das zog sich dann wie Kaugummi, wobei zwischendrin immer wieder Passagen sind, die Spannung und Nervenkitzel aufwarten. Aber sollte es bei einem Krimi nicht anders herum sein? Sollten nicht die spannenden Momente, die packenden Jagden nach dem mutmaßlichen Täter und die Krimihandlung überwiegen? Hier war es leider nicht so und das ist schade.

    Hauptfiguren sind diesmal der Ermittler Adam Campbell, der aus einer stinkreichen Familie entstammt und Sabrina Fleming, die Computerforensikerin. Man trifft alte Bekannte aus Teil 1 wieder und die Anzahl der handelnden Figuren ist überschaubar und deren Verflechtungen untereinander verständlich.

    Es geht um Mord, Mordanschläge und Geldwäsche, um Menschenhandel und dunkle Familiengeheimnisse – darum ist es gerade so enttäuschend, dass der rote Faden nicht konstant noch gehalten wird, sich geschweige denn steigert. Es kam mir auf weiten Strecken so vor, als würde die Krimihandlung künstlich aufgebläht durch den „Romantik“-Teil (der noch nicht mal wirklich romantisch war, das ganz nebenbei). Bei allem Verständnis: 400 Seiten hätte es beileibe nicht dazu gebraucht.

    Der christliche Bezug ist vorhanden, wenn auch nur minimal; viel Stoff zum Nachdenken gab‘s diesmal nicht.

    Alles in allem enttäuschte mich dieser zweite Teil ziemlich und ich hoffe, der dritte wird wieder besser. Selbstverständlich gebe ich dem Ganzen noch eine Chance – wenngleich ich die vorliegende Geschichte in Teil 2 auch nur als mittelmäßigen Krimi-Romantik-Roman mit mäßiger Spannung bewerten kann.

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    • 16.05.1975

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