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KleinerVampir

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    Cover des Buches Feste feiern: Mit der Bibel die Feste des Kirchenjahres entdecken (ISBN: 9783438048349)

    Bewertung zu "Feste feiern: Mit der Bibel die Feste des Kirchenjahres entdecken" von Cora Carmack

    Feste feiern: Mit der Bibel die Feste des Kirchenjahres entdecken
    KleinerVampirvor einem Tag
    Kurzmeinung: Aufschlussreiche und prägnante Informationen über bekannte und unbekanntere Feste des Kirchenjahres - ein gelungenes Sachbuch für jedermann.
    Feste feiern: Mit der Bibel die Feste des Kirchenjahres entdecken

    Buchinhalt: 

    Auf 120 Seiten begleitet dieses Buch den Leser durch die Feste des Kirchenjahres. Neben den großen Festen wie Weihnachten und Ostern werden auch eher unbekanntere Feste und Gedenktage wie Quasimodogeniti, der Andreastag oder auch Trinitatis und Michaelis erklärt und erläutert. Anhand der zugehörigen Bibelstellen und Hinweisen auf das Brauchtum entsteht ein interessanter Begleiter durch das gesamte Kirchenjahr – untermalt von modernen, ansprechenden Farbfotos und einem Jahreskreisdiagramm in der vorderen Innenklappe. 


    Persönlicher Eindruck: 

    Wer kennt sich nicht aus mit den großen christlichen Festen wie Weihnachten oder Ostern? Wahrscheinlich wissen die meisten, was da gefeiert wird und welche Bibeltexte dazugehören – aber wie sieht es aus mit Lichtmess, Johannistag oder dem Ewigkeitssonntag? Dieses schöne und ansprechend gestaltete Buch gibt Aufschluss über alle Feste des Kirchenjahres und nimmt dabei Bezug aus evangelische und katholische Feiertage im Jahreskreis.

    Zusammen mit dem Kreisdiagramm im Innendeckel kann sich der Leser auf den Weg durch ein Kirchenjahr machen und die kleinen und großen Geheimnisse der einzelnen Feste ergründen.

    Farblich abgesetzt findet man zu jedem Fest die passenden Bibelbezüge, die aus drei verschiedenen Bibelübersetzungen (Lutherbibel, Gute Nachricht Bibel und Basis Bibel) herangezogen werden. So erhält der Leser neben einem kurzen aber fundierten Überblick über das Brauchtum und die Tradition der einzelnen Feste auch gleich den biblischen Bezug mit Hilfe von eingängigen Texten und des jeweiligen Textverweisen.

    Abgerundet wird das Buch durch moderne, ansprechende und schön ausgewählte Farbabbildungen, mal kleiner, mal ganzsseitig – ein aufschlussreiches und biblisch fundiertes Sachbuch für jedermann.

    Für mich war es eine gelungene Zusammenstellung der christlichen Feste im Kirchenjahr, das Buch eignet sich in meinen Augen auch wunderbar für Konfirmanden- und Religionsunterricht. Nicht überladen sondern auf den Punkt gebracht bringt es auf kleinem Raum alles Wissen, das man als Laie über die christlichen Feiertage wissen muss.

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    Cover des Buches Die Übersetzerin (ISBN: 9783785727560)

    Bewertung zu "Die Übersetzerin" von Jenny Lecoat

    Die Übersetzerin
    KleinerVampirvor einem Tag
    Kurzmeinung: Berührende und spannende Geschichte nach einer wahren Begebenheit. Eine Leseempfehlung, 5 Sterne!
    Die Übersetzerin

    Buchinhalt: 

    Auf der 1940 von Deutschen besetzten Kanalinsel Jersey nimmt die junge Hedy aus einer Not heraus eine Stelle als Übersetzerin im Lager der Nazis an. Was niemand weiß: Hedy ist Jüdin, sie lebt ein Leben ständig in Angst, entdeckt zu werden. Im Lager lernt sie den Wehrmachtsoffizier Kurt kennen, die beiden kommen sich schließlich auch näher. Trotzdem ist es eine verbotene Beziehung – doch Kurt hält auch in Zeiten der Not zu Hedy. Gemeinsam mit Dorothea, einer gemeinsamen Freundin, versuchen sie schließlich, Hedy vor den Suchtrupps der Geheimpolizei zu verstecken... 


    Persönlicher Eindruck: 

    Mit „Die Übersetzerin“ ist Autorin Jenny Lecoat ein bewegender Schicksalsroman aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs gelungen, der historische Begebenheiten, packende Spannung und ergreifende Liebesgeschichte in sich vereint. Der Roman beruht auf einer wahren Geschichte, besagte Hedy Le Brocq gab es wirklich. Es ist eine eindringliche Geschichte um Menschlichkeit in einer unmenschlichen Zeit, in der Werte wie Mitgefühl und Nächstenliebe nicht mehr zu zählen scheinen, um dann viel leuchtender in Erscheinung zu treten.

    Hauptfigur ist unumstritten die 24jährige Jüdin Hedy, die aus Österreich nach England bzw. auf die Kanalinsel Jersey emigriert ist und sich 1940 vom Regen in die Traufe gespült vorfindet. Hedy ist trotz ihrer Jugend eine toughe und starke Frau, die sich ihrem Schicksal und dem, was ihren Eltern widerfahren ist, nicht beugt. Sie hat als Protagonistin Identifikationspotential für den Leser und ihre Handlungsweisen sind nachvollziehbar und authentisch.

    Kurt, der Wehrmachtsoffizier und männliche Hauptfigur ist anders, als das Gros der Deutschen, die auf Jersey anlanden. Trotz seines Dienstes im deutschen Heer und entgegen eigener Widrigkeiten hält er immer zu Hedy und stellt sein eigenes Wohl hintenan. Für mich war er beim Lesen ein Paradebeispiel an Courage und Menschlichkeit, ein Beispiel dafür, dass es auch solche gab in der unendlichen Masse an Nationalsozialisten der damaligen Zeit.

    Wer mir auch unglaublich gut gefiel, war Dorothea (Dory), die im Laufe der Geschichte zu Hedys bester Freundin wurde. Zunächst erschien sie mir reichlich naiv und auch ein bisschen einfältig, doch in Dory steckte mehr, als man auf den ersten Blick glauben würde. Diese Figur hat in meinen Augen die größte Entwicklung durchgemacht und war maßgeblich für den Weg, den die Geschichte letztendlich einschlug.

    Die Beschreibung des Settings und der historischen Zusammenhänge war sehr gut und tiefgründig recherchiert, ich hatte beim Lesen sofort ein Bild vor Augen und konnte mich immer und überall in der Geschichte einfinden. Natürlich hätte mich das weitere Fortgehen der Personen nach dem Cliffhanger-Schluss noch interessiert, leider ist nach etwas mehr als 300 Seiten schon Schluss.

    Alles in allem ein berührender Historienroman aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs mit einer Liebesgeschichte gegen alle Konventionen der damaligen Zeit – mich hat das Buch sehr bewegt und ich kann es jedem nur empfehlen. Der Roman hatte alles, was ich mir erhofft hatte – dafür gibt’s volle 5 Sterne!

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    Cover des Buches Simple & Clever Cooking (ISBN: 9783710605659)

    Bewertung zu "Simple & Clever Cooking" von Stevan Paul

    Simple & Clever Cooking
    KleinerVampirvor 6 Tagen
    Kurzmeinung: Umfangreiches Veggie-Kochbuch. Für "Simple" aber mit zu viel Zeug, das man normalerweise nicht im Haus hat. Das hat mich leider enttäuscht.
    Weniger ist mehr: Simple & clever Cooking

    Buchinhalt: 

    Vegetarische Gemüseküche, die von sich behauptet, besonders einfach zu sein und mit wenigen Zutaten auszukommen: zahlreiche abwandelbare Gemüserezepte auch für unerfahrene Küchen-Neulinge, dazu Warenkunde und Küchentipps bezüglich Ausstattung und Werkzeugen. 


    Persönlicher Eindruck: 

    Als das Buch zu mir kam, dachte ich als allererstes: Wow, was für ein Wälzer! Das Buch kommt rein optisch als großer Bildband, hochwertig, schwer und nicht 08/15. Sein Versprechen: einfache Rezepte mit wenigen Zutaten, eben „simple und clever“.

    Autor und Koch Stevan Paul will den Leser dazu bringen, seine Küche in ihrer Einfachheit wiederzuentdecken. Wenige, aber hochwertige Zutaten, alle vegetarisch und teilweise sogar vegan, bilden die Grundlage für eine wirklich große Zahl unterschiedlicher kalter und warmer Rezeptideen: vom Salat über Hauptspeisen bis hin zu kalten Snacks für unterwegs ist hier (fast) alles vertreten, was man sich aus der Veggie-Ecke so vorstellen kann. Die Basis für fast alle der vorgestellten Gerichte ist in irgendeiner Form gekochtes Gemüse – und genau da beginnt meine Kritik.

    Weder für Salate (egal wie bunt) noch für Kochgemüse brauche ich ein Rezept. Die hier gezeigten Speisen sind ohne Frage appetitlich und lecker anzusehen – allerdings frage ich mich bei vielem, ob hier ein Kochbuch-Preis von 30 € wirklich gerechtfertigt ist. Wer braucht ein Rezept, um eine Scheibe Brot mit kaltem Kartoffelpüree zu bestreichen oder um Kartoffeln mit Butter oder Kräuterquark zuzubereiten? Da erwarte ich schon ein bisschen mehr, Herr Paul!

    Ein zweiter Kritikpunkt sind die Zutaten in den etwas anspruchsvolleren Rezepten. Das Buch wirbt mit „simple und einfach“, verwendet aber eine Menge Zeug, das ich zumindest nicht im Hause habe. Kochen mit Aonori-Algenpulver, künstlichem Kaviar, Estragon-Essig oder Ahornsirup ist in meinen Augen keine „einfache Küche“.

    Der Hammer kommt dann aber beim Fried Rice: hier sieht Pauls Rezept tatsächlich Glutamat vor. Bitte nicht! Wenn man frisch kocht und das Rezept gut ist, hat doch keiner so einen Geschmacksverstärker nötig!

    Abgerundet wird das Kochbuch durch Rezepte für Übriggebliebenes, Würzpasten und einige wenige Desserts.

    Ich gebe offen zu: ich habe mir mehr versprochen und war sehr enttäuscht ob der doch recht gleichförmigen Gemüsespeisen. Als Vegetarier hat man dann doch noch ein paar höhere Ansprüche – für das meiste aus dem Buch bräuchte ich kein Rezept, das bekäme ich auch so hin.

    Ein Lichtblick: Stevan Paul kocht nur in wenigen Rezepten mit der Körnchenfraktion rund um Bulgur & Co. (zum Glück) und nur einmal mit Tofu (das mag hier gar keiner). Immerhin.

    Alles in allem überzeugt mich dieses „weniger ist mehr“ nicht wirklich, das Buch ist in meinen Augen viel zu teuer für den Inhalt, den es bietet. Zudem zu viele exotische Zutaten, die man nicht in jeder Küche findet – zumindest nicht in meiner.

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    Cover des Buches Modehaus der Hoffnung (ISBN: 9783423263023)

    Bewertung zu "Modehaus der Hoffnung" von Marlene Averbeck

    Modehaus der Hoffnung
    KleinerVampirvor 7 Tagen
    Kurzmeinung: Spannender, vielschichtiger zweiter Teil der Kaufhausdynastie - hat mich wunderbar unterhalten!
    Modehaus der Hoffnung (Das Lichtenstein, Band 02)

    Buchinhalt: 

    Berlin, Ende der 1920er Jahre: das Kaufhaus Lichtenstein steht in der Blüte seiner Jahre, die Freundschaftsbande zwischen Hedi, Thea und Ella sind stetig gewachsen. Doch mit der Weltwirtschaftskrise gerät das Warenhaus in Schieflage und auch privat kriselt es in so mancher Beziehung. Als dann noch Ludwig Lichtenstein aus München wiederkehrt und die Geschäftsleitung aus den Händen von Jacob und an sich reißen will, steht die Familie vor einer wichtigen Entscheidung, denn Ludwig ist ein glühender Verehrer von Adolf Hitler und will im Lichtenstein die Braunhemden der Nazis nähen lassen. Ein Großteil der jüdischen Mitarbeiter kündigt und das Warenhaus steht vor einer schwerwiegenden Zäsur… 


    Persönlicher Eindruck: 

    Im zweiten Teil ihrer Lichtenstein-Trilogie nimmt Autorin Averbeck ihre Leser mit in die schillernden 20er Jahre in Berlin, einer Zeit der Auf- und Umbruchs, der Ausschweifung und eines neu aufkommenden Lebensgefühls. Zentrum der Geschichte ist erneut das Warenhaus Lichtenstein, in dem alle einzelnen Fäden zusammenlaufen, die die Figuren untereinander verbinden.

    Die drei Hauptpersonen, das ehemalige Ladenmädchen und jetzige Vorführdame Hedi, die Näherin Thea und die Schauspielerin Ella, stehen im Mittelpunkt der Handlung: alle drei haben eine große Entwicklung durchlaufen und sehen sich mit Höhen und Tiefen in ihrem Leben konfrontiert. Während Hedis Ehe mit Konfektionär Hannes auf der Kippe steht und Ella sehr unter ihrem kontrollsüchtigen Ehemann Gustav leidet, versucht Thea zwischen den Beteiligten zu vermitteln und fungiert als eine Art emotionaler Kitt für die Freundinnen. Doch auch Thea hat Probleme: ihr Sohn Carl, einst unfreiwillig gezeugt von Juniorchef Ludwig, gerät bedauerlicherweise zunehmend in dessen Fokus.

    Die Spannungen zwischen den beiden ungleichen Brüdern Jacob und Ludwig erzeugen eine spannende Grundstimmung, die für den weiteren Verlauf der Geschichte wichtig und einnehmend wird. Der Spannungsbogen steigert sich bis zu einem fulminanten (Zwischen-)Schluss, in dem die eine, schwerwiegende Frage beantwortet wird: wird das Lichtenstein auf Ludwigs Pakt mit der NSDAP einsteigen und fortan Braunhemden für die SA produzieren und verkaufen? Dabei ist bis kurz vor dem Ende dieses zweiten Bandes nicht klar, wie dieser Konflikt wohl entschieden wird und man mag gar nicht mehr mit dem Lesen aufhören.

    Gut gefallen hat mir, dass ich trotz großer Personenzahl nie Schwierigkeiten hatte, die einzelnen Figuren und ihre Beziehungen untereinander zu verorten und einzuordnen. Ein Personenregister am Beginn erleichtert nach längerer Lesepause seit Band 1 den Wiedereinstieg – außerdem verfügt der Roman über ein umfangreiches Glossar mit wichtigen Begriffen aus der Kaufhaus- und Modewelt.

    Der historische Kontext ist hervorragend recherchiert, historische und politische Umbrüche und Begebenheiten sowie eine Verflechtung von realen und fiktiven Personen und Institutionen machen den Roman zu einem ausgezeichneten Lesegenuss.

    Ein wahrer Pageturner, den man gelesen haben muss – ich kann es kaum erwarten, im nächsten Jahr endlich in Band drei einsteigen zu können!

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    Cover des Buches Bevor ich mein Herz in deine Hände lege (ISBN: 9783963622182)

    Bewertung zu "Bevor ich mein Herz in deine Hände lege" von Jody Hedlund

    Bevor ich mein Herz in deine Hände lege
    KleinerVampirvor 13 Tagen
    Kurzmeinung: Zweiter Teil der Reihe mit liebevoll gestalteter Geschichte und spannender Handlung. Absolut verdiente Leseempfehlung!
    Bevor ich mein Herz in Deine Hände lege (Brautschiff Saga 02)

    Buchinhalt: 

    Mit einem sogenannten Brautschiff kommt die junge Arabella im 19. Jahrhundert von England nach Kanada, auf der Flucht vor einer Zwangsheirat in der Alten Welt. In British Columbia hat sie sofort zwei Verehrer: den selbstgefälligen Marineleutnant Drummond und den hart arbeitenden Bäcker Pete. Von diesem ist Arabella zunächst wenig angetan, bewegte sie sich doch bislang in betuchten Kreisen. Als sie dann aber ein vom Stamm zurückgelassenes, krankes Indianerkind findet, kommen sie und Pete sich bei dessen Pflege näher und Arabella lernt, dass innere Werte und ein guter Charakter mehr zählen, als sozialer Status… 


    Persönlicher Eindruck: 

    Jody Hedlund ist immer ein Garant für spannende, warmherzige Geschichten mit christlichen Grundtönen, ich kenne schon viele ihrer Romane. Im zweiten Teil ihrer Brautschiff-Saga lernt der Leser diesmal die betuchtere Gruppe der Frauen kennen, die in der Neuen Welt eine Zukunft und einen Ehemann suchen.

    Hauptfigur ist Arabella, eine junge Frau aus wohlhabenden Verhältnissen, die vor einer erzwungenen Ehe mit einem brutalen Mann aus England flieht. Die Narben an ihrem Körper erinnern sie täglich an die schlimmen Erlebnisse, dennoch sucht sie ihrem Zukünftigen zunächst unter den wohlhabenden Männern von Victoria und unter den Offizieren. Eine Beziehung mit einem Mann aus einem niederen Stand kann sie sich zunächst nicht vorstellen.

    Die beiden Männer in der Dreiecksgeschichte sind zum einen der Marineleutnant Drummond und der Bäcker Pete, zwei völlig unterschiedliche Charaktere. Drummond ist selbstgefällig und rücksichtslos, er trägt Schuld daran, dass zahlreiche Indianerstämme in der Pockenepidemie ausgerottet wurden und entwickelt sich im Laufe der Handlung zum Bösewicht schlechthin. Bäcker Pete hingegen ist warmherzig, schwer arbeitend und hat einen guten Charakter. Er lebt Arabella christliche Tugenden wie Nächstenliebe, Gottvertrauen und das Zurückstellen des eigenen Wohls vor und gerät dabei unter Drummonds Vorherrschaft mächtig unter Druck.

    Arabella ist lange schwer von Begriff, was ihre Beziehung zu den beiden Verehrern anbelangt: ich hätte sie an manchen Stellen am liebsten geschüttelt. Wie sie das Indianerkind pflegt und nach und nach selbständig wird und aus ihrem Standesdünkel herauswächst, war authentisch und berührend erzählt, mir hat ihre Entwicklung über die Handlung hinweg sehr gefallen.

    Der Schreibstil ist eingängig, liebevoll und berührend, ich habe das ganze Buch tatsächlich in einem Rutsch gelesen und würde am liebsten beim dritten Band weiter machen. Von der Handlung her gesehen kann das Buch gut für sich alleine stehen und ohne Vorkenntnisse gelesen werden, es tauchen aber viele Figuren, die die Leser bereits aus Band 1 kennen, wieder auf und machen das Leseerlebnis dadurch zu einem Wiedersehen mit lieb gewonnenen Figuren.

    Ein wirklich herzerwärmender, spannender Roman mit christlichen Werten und liebevoll gezeichneten Figuren, den ich wärmstens weiter empfehle. Hervorragende Literatur, für mich ein Meisterwerk!

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    Cover des Buches Das Haus der Düfte (ISBN: 9783471360408)

    Bewertung zu "Das Haus der Düfte" von Pauline Lambert

    Das Haus der Düfte
    KleinerVampirvor 14 Tagen
    Kurzmeinung: Spannende Familiensaga rund um die Parfümherstellung im Frankreich, vielschichtig und mitreißend. Hat mir sehr gefallen!
    Das Haus der Düfte

    Buchinhalt: 

    Seit frühester Jugend hat Anouk nur einen Wunsch: Parfumeurin zu werden. Als sie in den 50er Jahren mit ihrer Mutter in Paris ankommt, umweht das Mädchen ein verführerischer Duft und sie kann nicht sagen, woher er kommt. Das unbekannte Parfüm begleitet Anouk fortan, auch als sie mit 20 Jahren nach Grasse reist, um bei der berühmten Parfümdynastie Girard eine Ausbildung zu beginne. Dort gerät Anouk zwischen die Fronten einer jahrzehntealten Familienfehde zwischen den Girards und den Bonnets – und ahnt nicht, dass ihr eigenes Leben damit enger verbunden ist, als sie sich vorstellen kann…. 


    Persönlicher Eindruck: 

    Pauline Lamberts Buch „Das Haus der Düfte“ entführt den Leser nach Frankreich, in die berühmte Parfümstadt Grasse, zwischen Lavendel- und Rosenfelder. Man hat förmlich all die Wohlgerüche in der Nase, die Hauptfigur Anouk riecht, ein Mädchen mit dem sogenannten absoluten Geruchssinn. Jeder Duft, jedes Parfüm, das Anouks Nase einmal gestreift hat, bleibt mit allen Einzelbestandteilen für immer in Anouks Gedächtnis – also die beste Voraussetzung für die junge Frau, als Parfumeurin groß heraus zu kommen.

    Die Autorin schafft es vortrefflich, ihre Leser mitzureißen und mitzunehmen in eine Familiengeschichte, die über mehrere Generationen reicht und Grundlage für eine vielschichtige Handlung bietet. Der Plot erstreckt sich über vier Generationen und auch ohne Stammbaum oder Personenregister hatte ich keinerlei Probleme, dem Geschehen immer und überall zu folgen.

    Anouk als Hauptfigur hat Identifikationspotential, sie weiß, was sie will und hat einen guten Charakter; der Leser begleitet sie und andere Hauptpersonen in angenehmer Art und Weise. Ich mochte das Buch fast nicht mehr aus der Hand legen, als ich einmal mit dem Lesen begonnen hatte: die Geschichte nimmt einen dermaßen gefangen, so dass man immer weiter und weiter lesen möchte.

    Zwei Familien bestimmen das Geschehen rund um die Parfümstadt Grasse in Südfrankreich: zum einen die Girards, eine große und weit über die Grenzen Frankreich hinaus bekannte Parfüm-Manufaktur, aus der die edelsten Düfte sogar die russische Zarin einst beglückten. Gegründet von Florence und Horace Girard erwarb sich die einst kleine Firma im Laufe der Zeit Weltruf.

    Zum anderen die Familie Bonnet, ihrerseits Lavendelbauern und Destilleure, von denen Girard zu Beginn ihre Ingredienzen beziehen. Durch einen Streit der beiden Patriarchen entsteht fortan eine Familienfehde, die Jahrzehnte dauern sollte.

    Diese Zusammenhänge und Anouks Verstrickungen und Vergangenheit (von der sie nichts weiß) steiger den Spannungsbogen kontinuierlich und sorgen für zahlreiche in sich stimmige Aha-Effekte.

    Ich wusste vorher wenig über die Parfümherstellung, über all die Öle und Stoffe, die einen Duft so einzigartig machen. Durch die hervorragende Recherche der Autorin, sowohl Fachliches als auch die Örtlichkeiten betreffend, rollte sich vor mir eine Familiensaga auf, die mich absolut begeistert hat.

    Mein Fazit: ein Buch, das an keiner Stelle enttäuscht und das man wirklich gelesen haben muss: eine absolute Leseempfehlung, 5 Sterne!

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    Cover des Buches Die Mädchenbibel (ISBN: 9783579062150)

    Bewertung zu "Die Mädchenbibel" von Martina Steinkühler

    Die Mädchenbibel
    KleinerVampirvor 17 Tagen
    Kurzmeinung: Nacherzählung vieler Bibelgeschichten aus Frauensicht – mit Schwerpunkt Altes Testament. Spannend und mit fiktiven Bestandteilen. Lesenswert
    Die Mädchenbibel

    Buchinhalt: 

    Aus der Sicht der weiblichen (Neben-)Figuren erzählt Autorin Steinkühler hier zahlreiche biblische Geschichten des Alten und Neuen Testaments neu – und aus Frauensicht. Wer waren die Mütter, Schwestern, Ehefrauen und Mägde der biblischen Helden? Was dachten sie und welchen Einfluss hatten sie auf Abraham, Isaak, Jakob, Moses, Johannes den Täufer und schließlich Jesus selbst? Ein spannender Einblick in die Welt der Bibel! 


    Persönlicher Eindruck: 

    Es ist ein interessanter Ansatz, den die Autorin hier verwirklicht: aus der Sicht der Frauen, die untrennbar zu den biblischen Männerfiguren gehörten, aber nur spärlich oder gar nicht genannt wurden, erzählt sie bekannte und unbekanntere Bibelgeschichten nach, mit ganz eigenen Schwerpunkten und Überlegungen. Wer waren die Frauen und Mädchen, die Mütter, Schwestern, Mägde und Gefährtinnen von Abraham, Moses & Co? Wie erlebten sie die Ereignisse, von denen Altes und Neues Testament erzählen?

    Spannend und tiefgängig erzählen teils fiktive Frauengestalten von den Anfängen des Volkes Israel, von Abrahams Aufbruch in das Land der Verheißung, von Moses‘ Auszug aus der Knechtschaft Ägyptens aber auch von eher unbekannteren Geschichten rund um Simson, dessen Stärke in seinem Haar gelegen war,  von der Richterzeit oder den Tagen von Midian.

    Der Schwerpunkt der einzelnen Geschichten liegt hier eindeutig auf dem Alten Testament, das Neue Testament kam in meinen Augen leider etwas zu kurz. Die Geschichte Jesu ist nur eine Momentaufnahme, das gefiel mir jetzt nicht so gut. Auch hatte ich etwas Probleme mit der Vorstellung, dass Jesus in dieser Nacherzählung mehrere Schwestern gehabt haben soll – vieles ist trotz großem und recht genauem Bibelbezug dann eben doch schriftstellerische Freiheit und Fiktion der Autorin.

    Andererseits: gerade die weitergehenden Gedanken, wie man als Frau das Ganze in der damaligen Zeit wohl sah, macht das Buch zu einem spannenden und interessanten Werk, das man nur schwer wieder aus der Hand legen kann, hat man einmal mit dem Lesen begonnen. Die Beschreibung der Lebensverhältnisse der biblischen Zeit wurde authentisch und tiefgängig vermittelt, das tägliche Leben der Menschen und die Stellung der Frau deutlich und anschaulich.

    Textverweise zu den zugrunde liegenden Bibelstellen wurden an vielen Stellen vorgenommen, im Glossar des Anhangs sind alle Bibelbezüge zum Nachlesen genannt.

    Schön fand ich die wenigen aber sehr ansprechenden Illustrationen und die moderne Textgestaltung, die die einzelnen Kapitel mit Hilfe von fettgedruckten zentralen Sätzen der Botschaft nochmal in kleinere Abschnitte gliedert.  So eignet sich das Buch prima zum selber lesen, für Lesekreise und Jugendarbeit – wobei ich eindeutig betone, dass es (obwohl für eine Zielgruppe ab 12 Jahren geschrieben) sich auch wunderbar für den erwachsenen Leser eignet und nie langweilig wird.

    Mein Fazit: eine spannende und interessante Nacherzählung bekannter Bibelstellen, angereichert mit fiktionalen Bestandteilen aus der Feder der Autorin – mit viel Stoff für anschließende Gespräche, zum Reflektieren und als Anstoß, das Buch der Bücher mal wieder ausführlicher zur Hand zu nehmen. Eine Leseempfehlung für alle Altersgruppen!

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    Cover des Buches Besser machen! (ISBN: 9783863343064)

    Bewertung zu "Besser machen!" von Sven Plöger

    Besser machen!
    KleinerVampirvor 21 Tagen
    Kurzmeinung: Dialog zur Klimakrise, leider ohne neue Erkenntnisse und nur wenig Ausführliches zu Wetter und Klima. Ich hatte etwas anders erwartet.
    Besser machen!: Hoffnungsvolle Entwicklungen und Initiativen für eine lebenswerte Zukunft

    Buchinhalt: 

    In einem lockeren Dialog beleuchten Diplom-Meteorologe Sven Plöger und World Vision-Chef Waffenschmidt die Probleme des Klimawandels, dessen Auswirkungen auf die Welt und das Thema Entwicklungshilfe. Die alles umspannende Frage lautet: Wie lässt sich die Welt und somit die Zukunft aller besser machen? 


    Persönlicher Eindruck: 

    Sven Plöger ist mir (und sicher vielen anderen Lesern) bestens bekannt als Diplom-Meteorologe und ARD-Wetterfrosch. Sein Wissen über Wetterphänomene und Klimawandel ist allseits bekannt, als Wetter-Zugpferd ist Plöger gerne gesehener Gast in Talkshows und Wissensmagazinen. Daher war ich gespannt auf seinen Blick auf die Wetterphänomene, die mit dem nicht mehr zu leugnenden Klimawandel einhergehen und erhoffte mir tiefergehende Einblicke in das Thema Meteorologie und das, was wir als Einzelne tun können.

    Weit gefehlt! Zusammen mit Christoph Waffenschmidt, dem Deutschland-Chef der Hilfsorganisation World Vision entfaltet dieses Buch einen Dialog mit Schwerpunkt Entwicklungshilfe und Dritte Welt, die heute ja „Eine Welt“ genannt wird und die hier als primär Betroffene des Klimawandels präsentiert wird. Erst ziemlich gegen Ende kommt die westliche Welt zur Betrachtung hinzu.

    Plöger ist dabei nur mehr oder weniger das prominente Zugpferd, da dessen Gesicht der breiten Masse bekannt ist – leider ist der Wettermann in meinen Augen hier nur ein schmückendes Beiwerk. Schade, aber als zukünftiger Leser sollte man das wissen beim Kauf der vorliegenden Debatte zweier Herren, die eigentlich nur den einen wirklich zu Wort kommen lässt.

    Der Dialog zwischen Plöger und Waffenschmidt ist recht locker, er liest sich leicht und ohne große Schwierigkeiten. Themen sind dabei die Situation mehrerer afrikanischer Länder, die globalen Flüchtlingsströme, weltweite Ernährung, Corona-Pandemie und Nachhaltigkeit. In separaten Infoboxen vermittelt das Buch interessante Fakten zu im Text genannten Fachausdrücken, Organisationen und Schlagwörtern.

    So weit, so gut. Doch es gibt auch Kritik von meiner Seite:

    Punkt 1) Wozu das viele Larifari? Was interessieren mich die Sitzsäcke der beiden Gesprächspartner, ihre Schokobonbons, ihr gemeinsamer Grillabend? Natürlich versucht das Buch, eine angenehme Atmosphäre zu schaffen, bei der der Leser das Gefühl haben soll, dabei zu sein. Für mich war diese Pseudo-Coolness aber eher deplatziert und zu konstruiert-bemüht. Ein solches Buch muss mit Fachwissen glänzen, um überzeigend zu wirken!

    Punkt 2): Ein Kapitel des Buches zur Nachhaltigkeit und energetischer Gebäudesanierung geht so weit, dass es Kaltfallenlassen von Häusern in der Abwesenheit der Bewohner als energetisch sinnvoll beschreibt. Das ist nicht richtig. Gerade bei älteren Häusern ist der Energieaufwand, ein kalt gefallenes Haus wieder warm zu kriegen, deutlich höher, als durchgehendes Heizen.

    Punkt 3): Die viel gelobte Wärmepumpe. Sie ist eben nicht überall sinnvoll. Energetisch und finanziell lohnt sie sich nur bei Neubauten mit dementsprechend konzipierter Isolierung, die Isolierung älterer Häuser funktioniert anders, Wärmepumpen können hier energetisch und finanziell nicht sinnvoll betrieben werden. Davon kein Wort in vorliegendem Buch.

    Punkt 4): Letztendlich fehlt mir ein Stück weit auch eine kritische, differenzierte Betrachtungsweise. Ja, der Klimawandel findet statt, und ja, wir alle müssen unsere Gewohnheiten ändern. Aber kein Kleinprojekt, kein Land kann die Welt im Alleingang retten. Wenn die großen Industrienationen und die Schwellenländer nicht zusammen an einem Strang ziehen, ist jedes noch so gut gemeinte und durchaus löbliche Kleinprojekt nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

    Mein Fazit: Im Grunde bietet das Buch viele Allgemeinplätze, aber keine wirklich neuen Erkenntnisse. Der Wegweiser in eine lebenswerte Zukunft bot für mich zu wenig konkrete Maßnahmen für mich als Individuum. Dass Plöger letztendlich mehr oder weniger nur als Sprachrohr für Waffenschmidts Organisation fungierte, hat mich ehrlich gesagt enttäuscht.

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    Cover des Buches Das Lied der Grünen Insel (ISBN: 9783957347770)

    Bewertung zu "Das Lied der Grünen Insel" von Kristy Cambron

    Das Lied der Grünen Insel
    KleinerVampirvor 20 Tagen
    Kurzmeinung: Relativ zäher Roman mit 3 Zeitlinien, der sich mit Irland und der Unabhängigkeit dreier Frauen beschäftigt. Bin nicht so begeistert...
    Das Lied der Grünen Insel

    Buchinhalt: 

    Drei Frauengeschichten – drei Schicksale: Während in der Gegenwart Laine Forrester einen Neuanfang in ihrem Leben wagt und mit ihrer besten Freundin Ellie nach Irland aufbricht, um deren Vergangenheit aufzurollen, strebt die junge Issy im Jahre 1916 nach Unabhängigkeit von vorhandenen Konventionen. Issys Leidenschaft ist die Fotografie, obwohl es als Frau in dem Metier mehr als schwer ist, Fuß zu fassen, zumal der Erste Weltkrieg seine Schatten auch auf Irland wirft. Maeve hingegen findet sich mitten in der irischen Rebellion von 1798 wieder. Einer Zeit, in der Irland mehr als je zuvor und danach nach Unabhängigkeit strebte…. 


    Persönlicher Eindruck: 

    Auf drei Zeitebenen erzählt Autorin Cambron von drei ganz unterschiedlichen Frauenfiguren, die eine Tatsache vereinen, trotz der Jahrhunderte, die die drei trennen: alle streben nach Unabhängigkeit, einem Neuanfang und sind konfrontiert mit ihrem eigenen Schicksal, als auch mit dem der Gegend, in der sie sich befinden.

    Allgegenwärtiger Schauplatz ist Irland, die „Grüne Insel“, die über die Jahrhunderte mehr als einmal nach Unabhängigkeit und Selbstbestimmung strebte. Ein kleiner Ort innerhalb der drei zunächst getrennten Handlungen, der immer wieder auftaucht, ist ein Pub, der die Zeiten scheinbar überdauert und von seinen Besitzern seit 300 Jahren weiter geführt wurde. Interessant fand ich die Beschreibung, dass Frauen früher nicht in Pubs gehen durften und es sogenannte Klausen gab, abgegrenzte Bereiche, die Männern vorbehalten waren und in denen nicht nur Bier getrunken sondern auch Geschäfte abgewickelt wurden. Scheinbar trennt in einem echten irischen Pub diese Tradition auch heute noch die Geschlechter.

    Gerade in der ältesten der drei Geschichten erfährt man als Leser viel über den Unabhängigkeitskampf der Iren, die irische Freiheitsarmee ist Dreh- und Angelpunkt des Plots. Mittendrin steckt Eoin, den Protagonistin Maeve in ihrem Schloss versteckt und der mehr zu sein scheint, als er vorgibt.

    Die mittlere Geschichte rund um Issy fand ich nicht ganz so interessant, aus dem Plot im Ersten Weltkrieg hätte man mehr machen können und ich glaube auch nicht, dass man als weibliche Fotografin (heute würde man vielleicht Fotojournalistin sagen) solch ein Exot war, wie hier beschrieben. Frauen hatten damals schon mehr Rechte, als noch im 18. Jahrhundert – allerdings weiß ich nicht, ob Irland dem Kontinent da eventuell noch hinterherhinkt.

    Die Gegenwartsgeschichte gibt meiner Meinung nach am meisten her, Laine und ihre krebskranke Freundin Ellie sowie die mysteriöse Erbschaft der Familie in Irland hätten für sich allein gestellt schon einen spannenden Roman geben können.

    Wo wir dann auch beim Problem wären: der Roman liest sich trotz aller interessanten historischen Details sehr zäh und aufgrund der vielen fremd klingenden Namen und Familienclans bleiben die Figuren weitestgehend blass und eindimensional. Ich hatte vielfach nicht das Gefühl, zu wissen, wie die alle zusammengehören – ein dickes Minus für eine Geschichte, die mit zwei oder nur einer Zeitlinie in meinen Augen wesentlich besser gefahren wäre. Ich finde nicht, dass es dem Roman guttut, so viele Epochen zu beleuchten, dafür sind die 400 Seiten einfach zu kurz, um drei Geschichten mit Tiefgang auszustatten, so dass sie auch länger im Gedächtnis bleiben.

    Der christliche Aspekt des Romans war so gut wie nicht vorhanden, für einen Roman aus einem christlichen Verlag empfand ich den Glaubensbezug hier als zu gering.

    Alles in allem ein Roman, den man lesen kann, wenn man sich für die Geschichte Irlands interessiert, der aber nicht lange im Gedächtnis nachhallt und sich während es Lesens leider zieht und zieht. Wirklich begeistert war ich ehrlich gesagt nicht.

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    Cover des Buches Der schwarze Winter (ISBN: 9783749901548)

    Bewertung zu "Der schwarze Winter" von Clara Lindemann

    Der schwarze Winter
    KleinerVampirvor einem Monat
    Kurzmeinung: Zwei Schwestern im kriegszerstörten Hamburg der Nachkriegszeit: authentische Erzählung aus dem Hungerwinter 1946
    Der schwarze Winter

    Buchinhalt: 

    Deutschland im Hungerwinter 1946: die beiden aus Danzig vertriebenen Schwestern Silke und Rosemarie fliehen von dem Bauernhof, dem sie zugeteilt wurden und den prekären Lebensumständen dort, geprägt von den Übergriffen des Bauern und dem allgegenwärtigen Hunger. Die beiden Mädchen verschlägt es in das zerbombte Hamburg, wo sie Fuß fassen und sich über den Schwarzmarkt am Leben erhalten. Zusammen mit dem „schiefen Hannes“, einem Friseur und Schwarzmarkthändler, eröffnen sie schließlich eine Bar für die englischen Besatzer…. 


    Persönlicher Eindruck: 

    Mit „Der schwarze Winter“ gelingt Autorin Lindemann ein bildgewaltiger Einblick ins kriegszerstörte Nachkriegsdeutschland, in jenen Winter 1946, der als Hungerwinter in die Geschichte einging und zahllosen Menschen das Leben kostete.

    Die beiden Hauptfiguren dabei sind die Schwestern Silke und Rosemarie, zwei aus Danzig vertriebene junge Frauen, die beispielhaft für so viele Vertriebene aus den ehemaligen Ostgebieten stehen. Von den Einheimischen als „elendes Flüchtlingspack“ beschimpft arbeiten die beiden Frauen unter katastrophalen Lebensbedingungen auf einem Bauernhof.

    Silke und Rosemarie bringen allein durch ihre Lebensgeschichte ein authentisches Stück deutscher Geschichte in diesen Roman mit. Besonders durch ihre übereilte Flucht von dem Hof und ihren Neuanfang im zerstörten Hamburg entsteht ein Spannungsbogen, der den Leser nur so durch die Seiten des Romans fliegen lässt. Hier fand ich besonders packend, wie die Autorin das Leben zwischen Notunterkunft und Schwarzmarkt beschreibt. Auch die männlichen Hauptfiguren wie der Friseur Hans oder der Schwarzhändler Tönnes empfand ich als authentisch und lebensecht.

    Ein bisschen gefehlt hat mir allerdings im Lauf der Handlung die Tiefe bezüglich des historischen Kontextes. Nach einer Weile geht einem beim Lesen nämlich das Thema Weltkrieg und Kriegselend weitgehend ab, die Kulisse des Nachkriegs-Hamburg wurde zunehmend nur noch eine Randerscheinung. Einige Fragen bleiben auch nach dem Lesen: warum muss Tönnes überhaupt aufs Land zum „hamstern“, wenn er in seiner Unterkunft ein so reichhaltiges Warenlager und anscheinend alles hat, was man braucht?

    Die Geschichte um die Bar, die die beiden Schwestern im Auftrag ihres Freundes Hans führen, fand ich spannend, ebenso das mehr als packende Drama um Rosemarie zwischen Ehrbarkeit und Rotlichtviertel. Besonders spannend wird es im letzten Drittel, in dem ein Kriminalfall die Handlung dominiert und für Gänsehautmomente sorgt.

    Mich hat das Buch auf jeden Fall gut unterhalten und sorgte mehr als einmal für packende Spannung, auch wenn ich mir an einigen Stellen noch mehr historischen Bezug und Tiefgang gewünscht hätte. Alles in allem ein lesenswerter historischer Roman mit sympathischen Protagonisten, den ich gerne weiter empfehle.

     

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    • 16.05.1975

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