Knigaljub

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches Covid-19: Was in der Krise zählt. Über Philosophie in Echtzeit9783150140536

    Bewertung zu "Covid-19: Was in der Krise zählt. Über Philosophie in Echtzeit" von Nikil Mukerji

    Covid-19: Was in der Krise zählt. Über Philosophie in Echtzeit
    Knigaljubvor 2 Tagen
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    Cover des Buches Frankenstein9783717523703

    Bewertung zu "Frankenstein" von Mary Shelley

    Frankenstein
    Knigaljubvor 4 Tagen
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    Cover des Buches Russland von oben9783455004779

    Bewertung zu "Russland von oben" von Freddie Röckenhaus

    Russland von oben
    Knigaljubvor einem Monat
    Kurzmeinung: Nostalgisch anmutende Fotos, mir fehlten tw. Beschriftungen, zu viele Tippfehler, aber insg. empfehlenswert f. Welt- u.Russlandinteressierte
    Nicht perfekt, aber schön und stimmungsvoll

    Hach, wie mein Fernweh und meine Reiselust geweckt wurden durch diese wunderbare literarische Tour durch Russland, dieses riesige, vielfältige Land. Genau das, was ein Bildband bestenfalls bewirkt, schafft also auch Röckenhaus mit dem 2018 bei Hoffmann & Campe erschienenen „Russland von oben“. Bewusst verzichtet der Autor auf politische Stellungnahmen, lässt stattdessen die Weltlage für eine Weile in den Hintergrund treten und das größte Land der Erde aus der Distanz für sich wirken.



    „Bei einem Land wie Russland, das von unseren Nachrichten, Zeitungen und vom rastlosen Internet meist nur noch im Nahkampf-Modus beschrieben wird, tut das Abheben gut.“ (S. 10)

    Russland ist mehr als Kreml, Ermitage und sibirische Weite. Eine Fläche, die elf Zeitzonen umfasst, lässt sich eben nicht in einem Satz fassen. Ein Land, von dessen westlichstem Zipfel an der Ostsee es bis zur Beringstraße im äußersten Osten 7000 Kilometer Luftlinie sind, hat mehr zu bieten als schneekalte Winter und Zwiebelturmkirchen. Selbst, wenn einem diese Selbstverständlichkeiten bewusst sind, kann man aus diesem Bildband eine Menge mitnehmen. Von der kleinsten Wüste der Welt über die unendliche Weite des Wolgadeltas, abgelegene und schwer erreichbare Orte wie Kosch-Agatsch oder Bowanenkowo bis hin zu mysteriösen Türmen in Inguschetien, Polarlichtern im hohen Norden und dem Baikalsee, dem wasserreichsten See der Erde, gibt es so viel zu entdecken. So viel, das ich nun unbedingt gern mal mit eigenen Augen sehen würde. Dafür lohnt es sich, diesen Bildband von vorne bis hinten und mehrmals durchzublättern, durch seine Texte dazuzulernen und sich in seine Aufnahmen fallen zu lassen.


    So viel also dazu, dass dieser 240 Seiten umfassende Bildband für Russland-, Welt- und Reise-Interessierte durchaus eine Bereicherung darstellt.


    Was allerdings die Qualität der Aufnahmen betrifft, so bin ich zwar kein Experte, aber hatte manchmal den Eindruck, dass entweder ältere Aufnahmen herangezogen wurden, ein Nostalgie-Filter über das Fotografierte gesetzt wurde oder die Auflösung einfach nicht so herausragend hoch war wie ich das aus anderen Bildbänden kenne. Das kann eventuell auch an der Entfernung liegen, aus der die Aufnahmen gemacht wurden. Letztlich brauchte ich eine Weile, um mich an diesen besonderen „Ton“ des Bildbandes zu gewöhnen.
    Woran ich mich hingegen nie ganz gewöhnen werde, ist, wenn Aufnahmen sich über die ganze Seite erstrecken und sich das Buch aufgrund der Bindung in der Mitte nicht ganz öffnen lässt, sodass die Bilder darin "verschwinden". Das war hier leider auch manchmal der Fall.


    Was Geschmackssache sein dürfte, ist, dass nicht jedes Bild mit einer Beschriftung versehen ist. Manchmal erschließt sich beispielsweise erst aus dem Text auf der nächsten Seite, was sich auf der Doppelseite davor befindet. Dadurch können manche Aufnahmen ganz für sich wirken, aber eine Erklärung zu jeder einzelnen Aufnahme hätte ich persönlich bevorzugt, zumal auf einer Seite ja auch manchmal mehrere Fotos versammelt sind.


    Fast am meisten hat mich aber gestört, dass die Texte manchmal voller Tippfehler sind – und zwar in so gehäufter Form, dass sich bei mir der Verdacht erhärtete, dieses Buch sei durch gar kein Lektorat gegangen, bevor es gedruckt wurde. Hier bleibt zu hoffen, dass das nur in der mir vorliegenden ersten Auflage so war und mittlerweile oder spätestens beim Druck neuer Auflagen behoben worden ist/wird. Für 32 Euro dürfte man auch bei einem Bildband bei den Texten etwas mehr Sorgfalt erwarten, finde ich.



    Fazit:
    Insgesamt eine wunderbare und empfehlenswerte literarische Reise durch ein wunderbar vielfältiges und interessantes Land aus einer idealen Perspektive, auch wenn ich mich an die Farbe der Aufnahmen etwas gewöhnen musste, hier und da eine Beschriftung vermisste und über die Anzahl an Tippfehlern nicht schweigend hinwegsehen kann.

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    Cover des Buches Gott, hilf dem Kind9783498045319

    Bewertung zu "Gott, hilf dem Kind" von Toni Morrison

    Gott, hilf dem Kind
    Knigaljubvor einem Monat
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    Cover des Buches Stoner9783423143950

    Bewertung zu "Stoner" von John Williams

    Stoner
    Knigaljubvor 2 Monaten
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    Cover des Buches Marzahn, mon amour: Geschichten einer FußpflegerinB07VB9V87D

    Bewertung zu "Marzahn, mon amour: Geschichten einer Fußpflegerin" von Katja Oskamp

    Marzahn, mon amour: Geschichten einer Fußpflegerin
    Knigaljubvor 2 Monaten
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    Cover des Buches Die Genialität der Schweine9783453605190

    Bewertung zu "Die Genialität der Schweine" von Matt Whyman

    Die Genialität der Schweine
    Knigaljubvor 2 Monaten
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    Cover des Buches Fünf Tage im Mai9783608962642

    Bewertung zu "Fünf Tage im Mai" von Elisabeth R. Hager

    Fünf Tage im Mai
    Knigaljubvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Eine nette, österreichische Coming-of-Age-Geschichte, die vor allem vom liebenswerten Urgroßvater getragen wird. Gute Autorenlesung!
    Österreichischer Charme und ein unvergesslicher Urgroßvater

    Auf eine unaufgeregte, sprachlich überzeugende Art erzählt Elisabeth Hager in diesem Roman vom Aufwachsen und Leben in Tirol, von der ersten Liebe, Schuld, Heimat und der tiefen Verbindung zu einem ganz besonderen Urgroßvater.
    Die Autorin schafft es dabei, den österreichischen Schauplatz wirklich zum Leben zu erwecken - ich war zum Beispiel das erste Mal bei einer Erstkommunion und konnte mich an der einen oder anderen österreichischen Ausdrucksweise erfreuen. Ganz besonders gemocht habe ich den Dialekt des alten Tat'ka. Was sein regelmäßig ausgerufenes "Freitei Freitei" eigentlich genau bedeutet (oder wie man es schreibt), weiß ich zwar immer noch nicht, aber ich habe es geliebt! Fans der österreichischen (Aus-)Sprache sei an dieser Stelle das von der Autorin selbst gelesene Hörbuch empfohlen.

    Dennoch muss ich sagen, dass ich an den Stellen, die eigentlich sehr bewegend waren, emotional etwas distanziert geblieben bin. Das Erzählte fand ich zwar ganz schön und oft gut formuliert, aber es hat mich nicht überwältigt. Ob meine sich in Grenzen haltende Betroffenheit etwas mit meiner mangelnden Identifikation mit Ort und Sprache zu tun hat, mit der Art der Lesung oder doch an dem Erzählten selbst lag, kann ich nicht genau sagen. Vor allem manche Anekdote aus dem Leben von Illy, in dem ihr Urgroßvater natürlich nicht immer und überall präsent war, fand ich irgendwie banal, zwischendurch ertappte ich mich dabei, dass ich endlich mal wieder zu Tat'ka wollte, denn das waren für mich die stärksten und liebevollsten Szenen des Romans. Ein bisschen mehr davon und ein bisschen weniger Coming-of-Age von Illy und dann hätte mich das Ende vielleicht auch emotional mehr gekriegt... So war es insgesamt eine nette Geschichte, die ich mir gern von der Autorin vorlesen lassen habe.

    Fazit:

    Wenn man dialektal geprägte "Heimatromane" und liebevoll charakterisierte ältere Protagonisten mag, lohnt es sich, sich "Fünf Tage im Mai" mal genauer anzuschauen. Mir hat's - auch, wenn es mich emotional nicht umgehauen hat - ganz gut gefallen.

    Kommentare: 1
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    Cover des Buches Das Tor9783453320468

    Bewertung zu "Das Tor" von Basma Abdel Aziz

    Das Tor
    Knigaljubvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Distanziert und sprunghaft geschrieben, wenig fesselnd. Aber dass es übersetzt wurde, feiere ich!
    Ob es an der ägyptischen Zensur liegt, dass der Roman so kryptisch und unbefriedigend bleibt?

    Das Beste gleich vorweg: „Das Tor“ ist von der ägyptischen Menschenrechtlerin Basma Abdel Aziz geschrieben worden und regt zur Beschäftigung mit dem arabischen Frühling im Allgemeinen sowie der Politik und jüngsten Geschichte Ägyptens im Speziellen an. Und allein dafür, dass das Werk einer arabischen, mit der Zensur ihres Landes kämpfenden Autorin – wenn es denn schon mal ins Deutsche übersetzt wird – auch zahlreich gelesen wird, würde ich es hier gern bewerben. Aber: Weder sprachlich noch inhaltlich konnte es mich besonders überzeugen.

    Dass man hier vor allem im Mikrokosmos „Warteschlange“ (wie aus dem Originaltitel bereits ersichtlich) unterwegs ist, ist an sich schon erwähnenswert, denn manch einem könnte das zu handlungsarm sein. Ich hatte mich ehrlich gesagt eher darauf gefreut, bietet diese Konzentration auf einen Handlungsort doch die Möglichkeit psychologisch interessanter Erkundungen. Allein: An solchen interessanten Erkundungen mangelt es. Auch die eine sehr eindringliche Szene, aus der vermutlich die therapeutische Erfahrung der Autorin mit Trauma-Patienten spricht, kann über diesen Gesamteindruck nicht hinwegtrösten. Bestenfalls sporadisch erhalten wir Einblicke in die Gedankengänge einiger Figuren, die meisten Beweg- und Hintergründe von Figuren bleiben schleierhaft, ihre Persönlichkeiten blass und sie dadurch austauschbar.

    Im Grunde kreist das Buch um ein moralisches Dilemma, dem der Protagonist Tarik ausgesetzt ist. Dessen Dramatik wird aber nicht richtig spürbar, weil im Roman eher erzählt als gezeigt wird.
    Das bewährte Erzählprinzip „Show, don’t tell“ wird oftmals also geradezu ins Gegenteil verkehrt – etwa, wenn sprachliche Äußerungen der Figuren in indirekter Rede wiedergegeben werden. Und als ob das nicht schon genügend emotionale Distanz erzeugt, springt die Erzählinstanz häufig von einer Figur zur nächsten, sodass das Erzählte den Charakter einer Aufzählung erhält.

    Hammoud verriegelte und verschloss das Café, dann schrie er laut in sein Mobiltelefon, […]: Er werde seine Arbeit erst wieder aufnehmen, wenn Ruhe eingekehrt wäre und die Gefechte aufgehört hätten. […] Die Kleinbusfahrer überbrachten am laufenden Band die neuesten Meldungen, die sie während ihrer Fahrten aufschnappten. Das war nicht einfach, […].
    Die meisten Fahrer versorgten die Wartenden während der Ereignisse aus einem Gemeinschaftsgefühl heraus mit Neuigkeiten, […]. Der Soldat, der dort Dienst tat, hatte sich daran gewöhnt […].
    Menschen, die Zeugen der zweiten Schändlichen Ereignisse geworden waren, berichteten vom Kampf […] (S. 114f.)

    Es sind, so glaube ich mittlerweile ergründet zu haben, diese Aufzählungen in Kombination mit den relativ vielen indirekten Reden sowie – wie Marten Hahn in der Besprechung für Deutschlandfunkkultur treffend aufzeigt – manche Substantivkette und das ein oder andere schiefe Bild, die die Lektüre des eigentlich recht schlicht geschriebenen Buches anstrengend werden lassen.
    Dabei könnte man dem Roman wohlwollend zugutehalten, dass gerade die Undurchsichtigkeit und Distanz dazu beitragen, dass der Leser ein ähnliches Gefühl wie die Figuren des Romans entwickeln kann: „Wem kann ich trauen?“ und „Was geht hier eigentlich genau vor?“ sind nur zwei von vielen Fragen, auf die keine konkrete Antwort gegeben wird. Auch, dass eine Figur einen von der Regierung unterstützten religiösen Eifer entwickelt, ist interessant, reiht sich letztlich aber auch nur in die Reihe der aufgezählten Begebenheiten ein. Insgesamt bleibt das meiste also auf einer dokumentarisch anmutenden und nur sehr andeutungsvollen Erzählebene. Auch so etwas kann ein Gefühl der Beklemmung hervorrufen, aber die meiste Zeit verursachte es bei mir leider eher einen Kampf mit meinen herabfallenden Augenlidern. Die paar Szenen, in denen ich richtig „da“ war, kann ich an einer Hand abzählen. Und das Ende – ja, das riss mir zwar die Augen nochmal auf – aber bleibt, obwohl es das Erzählte zu einem echt guten Abschluss bringt, auch wirklich ziemlich offen.

     

    Fazit:
    Interpretationsoffen und symbolhaft, aber die Lust zur Ausdeutung schwand mit jeder Seite, weil es mich insgesamt – aufgrund der distanzierten, dokumentarischen Erzählweise – kaum fesseln konnte. Dennoch erfreulich, dass diese arabische Dystopie übersetzt und so der ägyptischen Menschenrechtsaktivistin Basma Abdel Aziz auch bei uns Gehör verliehen wurde.

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    Cover des Buches Die Eleganz des Igels9783423253130

    Bewertung zu "Die Eleganz des Igels" von Muriel Barbery

    Die Eleganz des Igels
    Knigaljubvor 2 Monaten
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    Über mich

    Bewertung: 5* - Lieblingsbuch/hervorragend, 4* - sehr gut, 3* - gut/lesenswert, 2* - gefiel mir nicht so gut/okay, 1* - Flop

    Lieblingsgenres

    Sachbücher, Romane, Fantasy, Klassiker

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