Kristinas_Buecherwelt

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches Good Enough - Funken in Türkis (ISBN: B07915GW18)

    Bewertung zu "Good Enough - Funken in Türkis" von D. C. Malloy

    Good Enough - Funken in Türkis
    Kristinas_Buecherweltvor 3 Jahren
    Spannende Liebesgesichte mit tollem Buchtitelbezug


    Da der Klappentext recht akkurat ist, gehe ich nicht weiter auf den Inhalt ein, sondern gebe nur meine Leseeindrücke wieder.


    Ich habe im Zuge einer Leserunde hier auf Lovelybooks, ein Rezensionsexemplar erhalten, meine Meinung zum Buch hat das in keinster Weise beeinflusst.


    Der Beginn hat mich sofort abgeholt und dafür gesorgt, nachdem ich eigentlich nur anlesen wollte, dass ich die Geschichte von Brennan und Nick in einem Zug durchgelesen habe. Das Setting war sehr interessant und Brennan ist einfach auch ein Charakter, der den Leser schnell um den Finger wickelt. Die Hauptprotagonisten sind dabei sehr verschieden gezeichnet und unterscheiden sich in ihrer Denk- und Sprachweise ansprechend voneinander.


    Brennan war mir während des Lesens deutlich näher und sein Charakter/ seine Figur erschien mir generell tiefer und verständlicher angelegt. Trotz seiner Fehler, die er auf den ersten Blick begangen hat, ist er ein klassischer Sympathieträger, dem ich als Leser immer das beste gewünscht und mit dem ich mitgelitten habe, wenn es nicht so gekommen ist.


    Mit Nick hatte ich eher mal meine Schwierigkeiten, auch wenn ich ihm zugute halte, dass er an sich eher verschlossen ist und sich nicht wohl damit fühlt, seine Probleme und Gefühle mit anderen zu teilen, sie lieber mit sich selber ausmacht. Dieser Kontrast war durchaus interessant und hat für die ein oder andere explosive Situation gesorgt. 


    Sprachlich war ich positiv von der Geschichte angetan, gerade die schon erwähnte Differenzierung der Charaktere durch die Sprache hat mir wirklich gut gefallen. Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus Brennans und Nicks Perspektive, wobei der personale Erzähler gut und konsequent umgesetzt worden ist. Ebenfalls positiv empfand ich auch die Erzählweise an sich. Als Leser muss man sich hier nicht durch lange Abschnitte von Erklärungen oder Umgebungsbeschreibungen quälen, beides wird natürlich und durch das Erleben der Handelnden eingeführt. Daraus ergibt sich dann auch ein toller Spannungsbogen und insgesamt ein gutes Tempo in der Geschichte.


    Abgesehen von den Schwierigkeiten mit Nick, hatte ich manchmal ein paar Probleme mit einzelnen Übergängen. Das ist natürlich auch die Gefahr der Erzählweise, aber nicht jede Reaktion auf eine Aktion ließ sich selbstverständlich nachvollziehen, gesamt betrachtet, hält sich das aber im Rahmen. 


    Mit Gestaltwandlern bin ich sonst immer noch ein bisschen kritischer, aber mir gefiel die Idee und Umsetzung gut, auch, weil es nicht das übergeordnete Thema des Buches war, der Fokus lag eindeutig auf den Schwierigkeiten, in die sich Brennan hineinmanövriert hat und der Anziehung zwischen ihm und Nick. Beides steht in einem guten Verhältnis zueinander, sodass ich nie das Gefühl hatte, dass ein Thema über- oder untergeordnet worden ist. Im Gegenteil, eigentlich fließt alles gegen Ende wunderbar ineinander.


    Fazit: Eine wirklich spannende Geschichte, die sich flott lesen lässt und sprachlich zu den besseren des Genres gehört. Wem ein bisschen Push and Pull nichts ausmacht, wird an Brennan und Nick seine Freude haben.

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    Cover des Buches Sommer, Sonne, Strandkorb (Sommer, Sonne ... 1) (ISBN: B01NBY6JDE)

    Bewertung zu "Sommer, Sonne, Strandkorb (Sommer, Sonne ... 1)" von E. E. Healing

    Sommer, Sonne, Strandkorb (Sommer, Sonne ... 1)
    Kristinas_Buecherweltvor 3 Jahren
    Nicht mein Fall

    Ich versuche es kurz zu halten: Es war nicht mein Buch. Die permanenten Perspektivwechsel (die immer angekündigt werden) haben es mir schwer gemacht, einen Zugriff auf die Gefühle der Protagonisten zu bekommen. Dazu unterscheiden sich Linus und Malte, trotz erheblichem Altersunterschied, gar nicht voneinander. Das erstreckt sich leider auch auf alle Charaktere. Das wird zusätzlich noch durch unfassbar viele „…“ innerhalb der Sätze untermalt. Warum Sätze (ebenfalls regelmäßig) kursiv unterlegt sind, hat sich mir ebenfalls nicht erschlossen. Mal wird geflüstert, mal geschrien, mal wird nur ein Gedanke untermauert. Diese verwendeten Mittel werden einfach zu häufig und ohne erkennbare Funktion eingesetzt, wodurch ich Sätze oft mehrfach lesen musste, um ihre Bedeutung für den Charakter zu verstehen.

    Ich fand es zu keiner Zeit spannend, traurig, fesselnd oder emotional nachvollziehbar. Gegen Ende entwickelt sich ein gewisser Humor, der mich zumindest ab und an hat schmunzeln lassen.

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    Cover des Buches Die Rache des Sidhe (ISBN: 9783944737348)

    Bewertung zu "Die Rache des Sidhe" von Leann Porter

    Die Rache des Sidhe
    Kristinas_Buecherweltvor 3 Jahren
    Interessante Fantasywelt mit spannenden Inhalten, nur leider zu kurz verpackt

    Mit dem Beginn habe ich mich recht schwer getan, da die Szenen teilweise wie abgeblendet erscheinen und die Protagonisten gefühlsmäßig und auch in ihren Handlungen keineswegs konsequent sind. Mich in die Fantasywelt reinzudenken fiel mir ebenfalls nicht so leicht (die Wegstrecken und Zeiten sind mir selbst am Ende noch unklar), trotzdem gelang es der Autorin meine Neugier darauf zu wecken.

    Ruhepausen gibt es eher nicht, es geschieht immer irgendwo etwas und die Protagonisten müssen sich permanent neuen Gegebenheiten anpassen, weswegen die emotionale Komponente manchmal etwas untergeht. Im Verlauf wird das besser und die aufkommenden Gefühle zueinander zunehmend verständlicher.

    Trotz der Kritik mochte ich das Buch im Wesentlichen. Mein Hauptproblem ist eher, dass es für die Fülle an Handlungen/ Aktionen zu wenig Seiten hat, um alles nahtlos ineinanderfließen zu lassen. Die Welt ist sehr interessant, die Figuren spannend, die Plottwists unerwartet – nur ließt es sich unfertig und aneinandergereiht.

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    Cover des Buches Die Schakkeline ist voll hochbegabt, ey (ISBN: 9783426421338)

    Bewertung zu "Die Schakkeline ist voll hochbegabt, ey" von Sophie Seeberg

    Die Schakkeline ist voll hochbegabt, ey
    Kristinas_Buecherweltvor 3 Jahren
    Emotionale Erzählungen, sprachlich einfach verpackt

    Fazit: Ein interessantes und emotionales Buch, mit tieferen Einblicken in die Welt einer Familienpsychologin. Der Humor ist respektvoll rübergebracht worden und dominiert nicht. Die einzelnen Schicksale stehen im Vordergrund und mit ihnen die Kinder, um die es bei der Arbeit von Sophie Seeberg im Wesentlichen geht.

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    Cover des Buches Sein wahrer Gefährte (Divergent Species 1) (ISBN: B072M78JL7)

    Bewertung zu "Sein wahrer Gefährte (Divergent Species 1)" von Elizabeth Monvey

    Sein wahrer Gefährte (Divergent Species 1)
    Kristinas_Buecherweltvor 4 Jahren
    Ganz angenehme Wandlergeschichte

    Inzwischen lese ich tatsächlich häufiger Wandlergeschichten und so langsam fangen sie an mir Spaß zu machen.

    Diese gefiel mir ebenfalls gut, nur kann man bei dem Umfang der Geschichte keine große, inhaltliche Tiefe und weitgehende Charakterentwicklungen erwarten. Trotzdem ist alles noch recht stimmig zusammengebracht worden.

    Ajays Gefühle nachzuvollziehen fällt nicht immer leicht, die Wechsel zwischen Verständnis für Henry, Distanz, Wut und doch wieder Anziehung sind mitunter zu abrupt und folgen keinen erkennbaren Gründen. Genug Grundlage gibt es dafür schon, gerade wenn man die Zeit der Gefangenschaft mit bedenkt, allerdings wird diese nicht oder unzureichend mit seinen Emotionen verknüpft.

    Henry erschien mir etwas eingängiger, die Motivation hinter seinem Handeln ist jedenfalls deutlicher aufgezeigt worden.

    Unbedingt berücksichtigen sollte man, dass hier eine sehr komplexe Handlung auf wenigen Seiten untergebracht worden ist. Genaue Lebensumstände, von was die Hauptprotagonisten am Ende ihr Leben bestreiten, wie sich Wandler und Menschen in die Welt integrieren, wer was von wem weiß: das alles ist sehr vage gehalten und das meiste davon bleibt vorerst unbeantwortet. Dies ist natürlich erst einmal nur Teil 1, dennoch ist es für das Verständnis nicht unbedingt förderlich, dass so viel im Dunkeln bleibt.

    Nichtsdestotrotz ist das eine vor allem flüssig erzählte Geschichte, der ich hoch anrechne, dass sie den Versuch einer detaillierten, wissenschaftlichen Erklärung unternimmt. Den Fantasyanteil darf man dabei nicht vergessen, aber hier hat sich die Autorin wirklich um eine passende Lösung bemüht, was mir sehr gut gefallen hat.

    Fazit: Eine nette Geschichte für zwischendurch, die man aufgrund der fehlenden Teile noch nicht allzu tief hinterfragen kann. Die Protagonisten nehmen den Leser gut durch die Handlung mit und Lust auf die Nachfolgebände machen diverse Andeutungen im Buch auch.

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    Cover des Buches Oh Boy! Hot as Hell (ISBN: B073MK6V44)

    Bewertung zu "Oh Boy! Hot as Hell" von Kay Monroe

    Oh Boy! Hot as Hell
    Kristinas_Buecherweltvor 4 Jahren
    Mac und Torey sind zurück - süß, verliebt und auch mal verzweifelt - wie mein Leseeindruck

    Mit Erwartungen ist das immer so eine Sache. Ich muss gleich vorweg gestehen, dass ich diese, aufgrund des ersten Teils, recht hoch angesetzt habe und in ihnen dann nicht ganz bestätigt worden bin.

    Besondere Probleme hat mir vor allem der Beginn gemacht. Mir ist klar, dass zu dem vorigen Band eine Brücke geschlagen werden musste, aber für mich war das zu viel erzählte Information auf zu wenigen Seiten. Ehe ich im Buch und dann letztlich in der Gegenwart der Handlung angelangt war, hat es zu lange gedauert, um mich mitreißen zu können. Ich habe mich tatsächlich reinarbeiten müssen.

    Als ebenfalls schwierig empfand ich die Thematik des ersten Buchdrittels, denn beständiger Grundtenor war (und bleibt unterschwellig auch) die unendliche emotionale und körperliche Liebe von Mac und Torey. Darüber hinaus gibt es zunächst nicht viel und darum hatte das für mich einen recht wiederholenden Charakter.

    Das gute ist, je weiter die Handlung voranschreitet, desto fesselnder und spannender wird es auch durch die diversen Probleme der Protagonisten. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass die verschiedenen Handlungsstränge dann auch Dramatik in den Verlauf bringen. Am Ende war ich emotional absolut involviert und habe mit den beiden mitgelitten und mitgefiebert.

    Fazit: Aus diesen Gründen bin ich letztlich etwas zwiegespalten, denn einen ersten Leseeindruck (positiv wie negativ) streife ich nicht so schnell ab. Ich bevorzuge persönlich lieber Geschichten, die mich sofort abholen und in das Geschehen werfen und deren Verwicklungen mit dem Fortlauf der Handlung verknüpft werden. Trotzdem hat sie mir am Ende wirklich gut gefallen und ich habe mich sehr gefreut wieder von Mac und Torey lesen zu können, da sie mein Lieblingspairing der Autorin sind.

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    Cover des Buches Willst du ein Eis? (ISBN: B01DSTIQLE)

    Bewertung zu "Willst du ein Eis?" von Karo Stein

    Willst du ein Eis?
    Kristinas_Buecherweltvor 4 Jahren
    Emotionale Geschichte über ein Coming out

    In die Geschichte von Tobi und Markus stürzt man als Leser hinein, genau wie Tobi in Markus bei seinem Einkauf. Seine verwirrenden Gefühle und diese erste Liebe mitzuerleben, hat etwas sehr Schönes und fast Unschuldiges.

    Im Großen und Ganzen hat mir die Geschichte gut gefallen. Gerade Tobis Ängste sind gut ausgearbeitet worden, die Fragen die er sich stellt, sind alle nachvollziehbar und auch die Tatsache, dass er sich leicht beeinflussen und verunsichern lässt, scheint mir nur zu natürlich. Auch Markus agiert in weiten Teilen verständlich, allerdings gibt es ein paar Punkte, mit denen ich nicht so viel anfangen konnte.

    Bei Tobi hätte ich durchaus erwartet, dass er sich bei der Erkundung seiner Sexualität, die ihm ja sozusagen vor die Füße gefallen ist, deutlich entdeckungsfreudiger gezeigt hätte. Ich habe zugegebenermaßen ein kleines Problem damit gehabt, dass für ihn (und seine beste Freundin Dani) von vorn herein feststeht, dass er den (Zitat!) "weiblichen" Part in der Beziehung einnimmt. In diese Richtung gibt es keine Neugier, nicht einmal ein Gedanke daran? Das war für mich leider nicht nachvollziehbar, weil darauf auch nicht eingegangen wird. Das ist einfach so.

    Markus hat mir ein bisschen Schwierigkeiten mit seiner Vergangenheit gemacht. Seine Reaktion auf den Vorfall, der vorläufig zur Eskalation führt, erklärt sich durch die vergangenen Probleme nicht. Oder zumindest erklärt sich mir das nicht und ich kann keine Brücke dahin schlagen. Der Kontrast zwischen dieser absoluten Begeisterung für Tobi und der völligen Distanziertheit ist ohne Erklärung zu groß.

    Und letztlich bleibt die Situation mit Tobis bestem Freund nicht nur offen, sie fällt quasi am Ende vom Tisch.

    Diese Dinge lassen mich etwas ambivalent zurück, weil sie einen nicht unerheblichen Anteil an der Handlung oder der Entwicklung dieser haben.

    Mangelnde Emotionalität kann ich allerdings nicht beklagen, die schwierigen und traurigen Passagen sind so umgesetzt worden, dass ich sehr nahe an den Protagonisten dran war. Das Miterleben ist intensiv und mitunter sehr traurig.

    Dazu ist die Geschichte sprachlich sehr ansprechend, sie liest sich flüssig weg und hat eine angenehme und leicht zu folgende Spannungskurve.

    Fazit: Eine süße Geschichte über das Coming out, die verwirrenden Gefühle darüber und eine glaubhaften Liebe.

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    Cover des Buches Der Morgen, den ich fürchte (ISBN: B072QV675W)

    Bewertung zu "Der Morgen, den ich fürchte" von Eliza Bauer

    Der Morgen, den ich fürchte
    Kristinas_Buecherweltvor 4 Jahren
    Berührend und besonders

    Es fällt mir noch schwer, die richtigen Worte zu finden, denn die Geschichte von David und Adam hat mich total berührt. Was auch maßgeblich an der sehr geschickten Umsetzung der Erzählung liegt.

    Zunächst folgt der Leser David durch das Haus und bald schon auch durch seine Gedanken, zu dem Punkt, an dem er Adam kennen und später auch lieben gelernt hat. Das Ganze ist behutsam und vorsichtig aufgebaut worden und genauso entwickeln sich auch Davids Gefühle. Ich lese selten Bücher, die mich mit so wenig "Drumherum" derart fesseln können. Dabei bilden die menschlichen Gefühle, Ängste und Entwicklungen natürlich sehr viel Raum, um Spannung entstehen zu lassen. Und das war hier für mich definitiv der Fall. Der Druck, der auf David lastet, seine Befürchtungen und dann die stückweise Befreiung, haben mich ganz tief in die Geschichte versinken lassen.

    Dazu ist auch die gesamte Handlung sehr gut durchdacht worden. Die Unterschiede von Vergangenheit und Gegenwart werden sachte aufgezeigt und trotzdem verlieren die Protagonisten nicht ihr Gesicht. Es gibt eine kleinere Unstimmigkeit im Gesprächsverlauf (zum Ende hin), über die man aber locker hinweglesen kann. Die Sprache gefiel mir im Ganzen ebenfalls gut, sie passt zu David und ließ mich durch das Geschichtchen durchrutschen.

    Ein Bonuspünktchen gibt es dafür, dass der Buchtitel zum Ende auf eine sehr spezielle Weise aufgefasst wird. Das rundet die Handlung wunderbar ab.

    Fazit: Eine sehr emotionale und menschlich packende Geschichte, die sensibel und empathisch umgesetzt worden ist. Die Stimmung schwankt zwischen Hoffnung, Melancholie und dem Gefühl, dass die Liebe zwischen David und Adam etwas ganz Besonderes ist. Sie hat mich jedenfalls zu Tränen gerührt.

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    Cover des Buches Lord of Roses (ISBN: B072TNXMXM)

    Bewertung zu "Lord of Roses" von Alice Camden

    Lord of Roses
    Kristinas_Buecherweltvor 4 Jahren
    Romantisch und stachelig - wie Rosen eben so sind

    Henry und Alec haben mir wirklich Spaß gemacht. Trotzdem sie so unterschiedlich sind, ergänzen sie sich gut und darum muss man sich nicht wundern, wie dieses Pairing - trotz "Standesunterschied" - zustande kommt.

    Im Detail:
    Henrys zurückgezogenes Wesen ist für mich sehr gut dargestellt worden. Dieses Verhalten ist nicht nur Selbstschutz, sondern über sechs Jahre hinweg zu einem Teil von ihm geworden. Dass er mit dieser Gewohnheit nicht sofort bricht, ist absolut nachvollziehbar. Der Konflikt, zwischen dem was er möchte und dem, was er glaubt haben zu können, unterstützt das noch dazu.

    Alec ist zwar auf den ersten Blick offener, bei genauerer Betrachtung kann man aber erkennen, dass er sich auf einer anderen Ebene ebenso zurücknimmt, um die Sorgen für seine Familie so klein wie möglich zu halten. Dieses, mit sich selbst ausmachen, ist beiden also bekannt und vielleicht ergibt sich beim Lesen auch deshalb dieses stimmige Gefühl - denn auch ohne Butlerausbildung trifft Alec genau Henrys Nerv und kann ihn dadurch wieder zurück ins Leben führen.

    Was mir manchmal schwer gefallen ist, waren die zum Teil etwas sprunghaften Gedankengänge. Manche Überleitungen lesen sich dadurch etwas holprig und es gab ein paar Stellen, an denen ich zurück gelesen habe, um den Verlauf wieder einordnen zu können.

    Die medizinischen Aspekte sind recht oberflächlich gehalten worden, was aber auch zu der Verdrängung von Henry passt, der sich nicht wirklich damit auseinander setzen möchte. Neurologische Erkrankungen verständlich und fachlich richtig darzustellen, ist definitiv nicht so einfach und zumindest sind die Symptome und das Wesen der Erkrankungen im Großen und Ganzen nachvollziehbar.

    Die dramatischere Entwicklung zum Ende hin fand ich sehr gut gelungen. Sie machen aus dem ansonsten sehr süßen und romantischen Buch, eine Geschichte mit Herzklopfen und Spannung.

    Das Ende an sich erschien mir etwas dick aufgetragen und erzählt. Das fand ich etwas schade, aber es ist auch verkraft- und vertretbar.

    Fazit: Eine stimmige Romanze, mit Witz und Charme, aber auch nachdenklichen und spannenden Momenten, die schon einmal das Wasser in die Augen treiben können.

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    Cover des Buches Es geschah nebenan (ISBN: 9783453645103)

    Bewertung zu "Es geschah nebenan" von Joyce Egginton

    Es geschah nebenan
    Kristinas_Buecherweltvor 4 Jahren
    Mitreißend und erschütternd

    Was mich so nachhaltig an das Buch gebunden hat, war nicht nur die Thematik, sondern auch die Art und Weise wie es aufgebaut ist. Es beginnt mit dem entscheidenden und letzten Mord an Tami Lynne, für den Marybeth am Ende auch verurteilt wird. Wir lernen sie, genau wie ihre neue Freundin Cynthia, neu kennen und arbeiten uns von der Schale, bis nahe zum Kern vor. Das fesselt von der ersten bis zur letzten Buchseite und lässt einen auch danach nicht so ohne weiteres los.

    Das Buch ist in vier große Abschnitte gegliedert und folgerichtig aufgebaut. Das erleichtert das Verstehen dieser Tragödie und bildet den roten Faden, der den Leser auch sicher durch die vielen Interviews von Freunden, Bekannten, Arbeitskollegen, den Behördenmitarbeitern, der Polizei und dem medizinischen Personal führt. Anhand dieser kurzen Aufzählung wird schon deutlich, dass sich die Autorin große Mühe bei der Betrachtung des Ganzen gegeben hat. Ihr kam es definitiv nicht darauf an abzuurteilen, sondern die Umgebung zu erfassen, in der neun Kinder ihr Leben ließen.

    Auch wenn die Autorin über die meiste Zeit sehr sachlich bleibt, sind die Gespräche mit den Betroffenen stark emotional geprägt, was an mir nicht vorbei ging. Manches Mal muss man sich auch selber dazu anhalten, nicht alles gleich als Fakt aufzufassen – denn am Ende gab es nicht nur die realistische Beschreibung von Marybeth, sondern auch eine menge Tratsch und Klatsch, worauf die Autorin an wenigen Stellen auch hinweist.

    Insgesamt gelingt es ihr gut, dieses soziale Gefüge an den Leser zu bringen. Mithilfe der Ärzte und den Autopsieberichten, zeichnet sie ein recht genaues Bild von den Taten. Was nicht im einzelnen beschrieben ist, setzt sich in der eigenen Fantasie mühelos zusammen. Daher stimme ich absolut darin überein, dass kein Krimi spannender und aufwühlender sein könnte, als dieser Bericht. Denn auch wenn das Ergebnis, die Verurteilung von Marybeth, bereits feststeht, ist es so aufgebaut, dass man sich in die jeweils aktuellen Geschehnisse hineinversetzt und wie ‚live‘ miterlebt. Durch diesen Erzählstil und die tadellos eingefügten Augenzeugenberichte, kommt man gar nicht umhin, dieselben Emotionen zu durchleben, wie die Personen zur damaligen Zeit.

    Was mir persönlich gut gefallen hat ist die Tatsache, dass Marybeth auch psychologisch beleuchtet wird und sie nicht nur als Monster in Erscheinung tritt. Die fehlende psychologische Behandlung nach dem Tod ihres Vaters und des dritten Kindes, hat nach Einschätzung aller Experten, eine folgenschwere Kettenreaktion ausgelöst. Der Selbsthass, die Minderwertigkeitskomplexe und die angedeutete traumatische Kindheit von ihr, werden soweit möglich mit bedacht und ergeben am Ende ein stimmiges Bild von der Person Marybeth Tinning. Etwas schwierig ist sicherlich die Tatsache, dass Marybeth selber nichts zu diesem Buch beigetragen hat und auch ihre Mutter, die durchaus vom gestörten (und evtl. vom Missbrauch zerstörten) Verhältnis zum Vater hätte berichten können, sich bedeckt hielt. Klar wird nur, dass sie eine sehr ambivalente Beziehung zu ihren Eltern und insbesondere zu ihrem Vater hatte. Die Möglichkeit, dass sie mit ihrem einzigen Schwangerschaftsabbruch, dass Kind ihres Vaters wegmachen ließ (damals noch illegal), wird vorsichtig in Erwägung gezogen, eine handfeste Aussage gibt es dazu nicht.

    Sehr gut dargestellt ist auch das Versagen des ganzen Systems und im Nachhinein kann man wirklich nicht sagen, was hätte anders laufen müssen, damit Marybeth ihre Kinder nicht hätte umbringen können. Angefangen vom Ehemann, dem Krankenhauspersonal/ der Ärzteschaft, der Missbrauchsstelle für Kinder über die Polizei/ Staatsanwaltschaft über die Familie/ Verwandte und Bekannte – einfach alle haben zu wenig miteinander kommuniziert und die Fälle immer losgelöst voneinander betrachtet. Auch sehr wichtig fand ich die Anmerkung der Autorin, dass Marybeth nie ernst genommen worden ist. Ihre auffälligen Verhaltensweisen haben die meisten mal genervt und mal gutmütig ungeduldig zur Kenntnis genommen, dass ein tiefliegendes Problem dahinter steckte, hat niemand sehen können/ wollen. Und obwohl man heute in psychologischer Sicht schon sehr viel weiter ist als zu jener Zeit, geschieht das noch viel zu oft. Daher kann man auch diese tragische Geschichte wieder als mahnendes Beispiel dafür nehmen, dass es sich lohnt genauer hinzusehen und nicht selbstverständlich die einfachste Lösung anzunehmen, nur weil es bequemer ist. In diesem Fall, hätte es vielen Kindern das Leben gerettet.

    Am Ende des Buches war ich, wie die Geschworenen, sehr ausgelaugt und geschafft. Trotz des Urteils stellt sich keine wirkliche Erleichterung ein. Wie könnte sie auch, wenn am Ende so viele Babys betrauert werden müssen. Als Leser kommt man zu dicht an die Abläufe heran, als dass es möglich wäre, sich dieser Dramatik zu entziehen. Dieses Buch übertrifft nicht den Horror-Roman weil es besonders grausam ist, sondern weil es real ist. Und sich das bewusst zu machen, ist Horror genug.

    Joyce Egginton gelingt ein sehr vielschichtiges und bemüht alle Aspekte beleuchtendes Buch, was die Geschehnisse der 14 Jahre nicht nur zusammenfasst, sondern auch die Missstände der damaligen Zeit toll aufarbeitet.

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