Lia48

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    Cover des Buches Heidi (ISBN: 9783480236374)

    Bewertung zu "Heidi" von Jeanne Willis

    Heidi
    Lia48vor 2 Tagen
    Kurzmeinung: Wohlklingende Texte, wunderschöne Illustrationen & ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Für mich die bisher schönste Heidi-Ausgabe!
    Für mich die bisher schönste Heidi-Ausgabe!

    INHALT:
    Die 5-jährige Heidi wird von ihrer Tante Dete zu ihrem Großvater in die Schweizer Alpen gebracht. Sie soll ab sofort bei ihm leben, da die Tante sich seit dem Tod von Heidis Eltern um das Mädchen gekümmert hat, nun für sich eine Anstellung in Frankfurt gefunden hat. Ihrer Meinung nach, ist nun der Großvater für seine Enkelin zuständig.
    Alle im „Dörfli“ fürchten den alten, mürrischen Alm-Öhi, der sich kaum bei ihnen blicken lässt und mit niemandem ein Wort spricht. Doch Heidi gelingt es tatsächlich, mit ihrer offenen, neugierigen und hilfsbereiten Art, das Herz des alten Mannes zu erweichen.
    Das Mädchen liebt ihre neue Heimat, freundet sich schnell mit dem Ziegenhirten Peter an, mit dem sie ab sofort auf die Alm marschiert und lernt auch dessen Großmutter kennen.
    Doch dann steht eines Tages Tante Dete wieder vor der Tür und möchte, dass Heidi die Berge verlässt und mit ihr nach Frankfurt geht, um dort von nun an der kranken Klara Gesellschaft zu leisten…

     

    MEINUNG:
    Ich weiß noch, wie ich als Kind die alten Heidi-Kassetten meiner Mutter geliebt habe und auch von der Fernsehserie und den Film begeistert war. Und da ich Kinderbuchklassiker bis heute liebe – vor allem wenn sie so schön aufgemacht sind, wie in diesem Buch der Fall – habe ich mich sehr über dieses Exemplar gefreut.

    In dieser Ausgabe lernt man Heidi vor allem als fröhliches, neugieriges, offenes und hilfsbereites Kind kennen und lieben. Beim Lesen, Zuhören und Betrachten kann man sich gut in das Mädchen einfühlen, das sich plötzlich in einer neuen Umgebung befindet, aus dieser herausgerissen wird und in Frankfurt großes Heimweh bekommt. Dies bietet den Kindern die Möglichkeit, Verständnis und Mitgefühl für andere zu entwickeln.

    Auf 96 Seiten wird hier die Geschichte von Heidi mit wohlklingenden Texten und ganz wundervollen Illustrationen erzählt.
    Dabei ist das Buch durchgängig bebildert, enthält viele große Illustrationen und auch ein paar kleinere, die zum Betrachten einladen und den Text harmonisch ergänzen. Es gibt kaum Fremdwörter, doch die Geschichte hat schon eine gewisse Länge und setzt dadurch Pausen oder eine längere Aufmerksamkeitsspanne voraus. Deshalb schließe ich mich der Empfehlung vom Verlag an und würde das Buch bei Kindern ab ca. 4 Jahren einsetzen.

    Meine einzigen zwei kleinen Kritikpunkte sind, dass der Großvater bei der Ankunft von Heidi zwar im Text als etwas mürrisch beschrieben wird, aber auf dem Bild sehr freundlich schaut. Und dass Heidi ihm bei ihrer Ankunft, obwohl sie den Alm-Öhi nicht kennt und er nicht besonders erfreut ist, direkt einen Kuss auf die Wange drückt. Das hat für mich an dieser Stelle nicht ganz gepasst.

    Aber ansonsten liebe ich dieses Buch einfach!
    Einen Pluspunkt gibt es außerdem noch für das gute Preis-Leistungs-Verhältnis.

    FAZIT: Für mich ist dies die bisher schönste Heidi-Ausgabe, die ich in den Händen gehalten habe. Ich mag sowohl die wohlklingenden Texte, als auch die hübschen Illustrationen dieser eher hochwertigen Ausgabe. Von mir gibt es daher eine klare Kinderbuchempfehlung und 4,5-5/5 Sterne!

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    Cover des Buches Was dir bleibt (ISBN: 9783458178781)

    Bewertung zu "Was dir bleibt" von Jocelyne Saucier

    Was dir bleibt
    Lia48vor 3 Tagen
    Kurzmeinung: Gute Idee, Ansätze & Auflösung. Leider erzählte mir der Ich-Erzähler zu ausschweifend und gab zu wenig von sich preis.
    Wenn eine ältere Dame auf Reisen geht...

    (TRIGGERWARNUNG!: Das Buch beinhaltet Themen wie Suizid & Depressionen)


    INHALT:
    Die 76-jährige Gladys ist eines Tages wie vom Erdboden verschluckt. In der kleinen Siedlung Swastika bei Ontario ist man alarmiert, denn den zweihundert Einwohnern entgeht normalerweise nichts. Das Auto von Gladys steht noch da, sie muss also den Zug genommen haben.
    Ja, die ältere Dame befindet sich mittlerweile tatsächlich auf einer Zugreise durch Nordkanada, kommt an den Orten ihrer Kindheit vorbei und trifft die unterschiedlichsten Menschen…
    Seltsam finden es die Freunde und Nachbarn, dass Gladys ihre Tochter allein zurückgelassen hat, die in der Vergangenheit mehrfach versucht hat, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Gladys hat sich stets um sie gekümmert und sich immer schützend vor Lisana gestellt. Doch warum hat sie sie nun allein zurückgelassen?


    MEINUNG:
    Irgendwie hat mich der Klappentext neugierig gemacht. Eine ältere Dame lässt alles stehen und liegen um mit den Zügen durch Nordkanada zu fahren. Warum? Was hat sie vor? Und warum überlässt sie ihre Tochter sich selbst? Ich wurde von Seite zu Seite immer neugieriger, was es mit der Reise von Gladys auf sich hat.


    Die Handlung, zu der ich gar nicht mehr verraten möchte (weniger ist hier mehr), hat auf jeden Fall mein Interesse geweckt.
    In der Geschichte spielen Züge eine große Rolle. Gladys reist mit ihnen durch Nordkanada. Und auch der Ich-Erzähler hegt als Sohn eines Eisenbahners, selbst großes Interesse an den Maschinen. Zwar kann ich diese Begeisterung nicht teilen, aber die Schulzüge in der Geschichte, haben mich sehr fasziniert. Und dieses ständige Rollen der Züge hat eine ganz eigene Atmosphäre bei mir beim Lesen ausgelöst.

    Ich muss zugeben, dass mir die Auflösung sehr gut gefallen hat, weil ich nicht von Anfang an damit gerechnet hatte. Komplett nachvollziehen kann ich Gladys Entscheidung zwar nicht, aber ich kann sie respektieren. Wie sagt man so schön? Außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Maßnahmen…


    All das hätte eine richtig gute Geschichte werden können. Doch leider war da noch der Ich-Erzähler, mit dem ich so meine Probleme hatte…
    Hinter dem Ich-Erzähler verbirgt sich ein von Zügen begeisterter Englischlehrer, der aus irgendeinem Grund Interesse an dem Verschwinden von Gladys zeigt. Er befragt Freunde und Menschen, die mit Gladys zu tun hatten und auch die Zugchefs, um schließlich daraus einen Roman zu schreiben.
    Der namenlose Ich-Erzähler hatte dabei meiner Meinung nach etwas Schwierigkeiten, sich auf die wichtigsten Dinge zu fokussieren. So holt er immer wieder weit aus und kommt manchmal etwas von der Spur ab.
    Immer, wenn ich das Gefühl hatte, endlich mit einer Person von der er berichtet, warmzuwerden, hat er mich wieder von ihr weggeschubst. Das hat mich etwas geärgert. Mit Gladys konnte ich aber trotzdem ein paar Mal mitfühlen.
    Außerdem hätte ich vom Ich-Erzähler erwartet, dass er mehr von sich selbst und seinem Innenleben preisgibt. So konnte ich leider keinen Bezug zu ihm aufbauen.


    FAZIT: Die Ansätze, die Erzählung über die Ausgangslage & auch die Auflösung, haben mir gut gefallen. Vom namenlosen Ich-Erzähler hätte ich mir jedoch gewünscht, dass er weniger ausschweifend erzählt, sich mehr fokussiert und noch mehr von sich selbst preisgibt. Von mir gibt es 3-3,5/5 Sterne.

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    Cover des Buches Wunder der Natur zum Innehalten und Staunen (ISBN: 9783791374475)

    Bewertung zu "Wunder der Natur zum Innehalten und Staunen" von Rachel Williams

    Wunder der Natur zum Innehalten und Staunen
    Lia48vor 6 Tagen
    Kurzmeinung: Kleine & große Wunder der Natur. Das wunderschöne Buch lädt regelrecht zum Innehalten ein und fördert und Wertschätzung und Achtsamkeit.
    Ein wunderschönes Buch, das zum Innehalten und zur Achtsamkeit einlädt

    Schon allein die Aufmachung des Buches (Einband mit haptischer Struktur, glänzende Schrift und Details, hochwertige Verarbeitung) lädt dazu ein, das gute Stück in die Hand zu nehmen.
    Schlägt man es dann auf, begegnen einem faszinierende Naturphänomene aus der Tier- und Pflanzenwelt, aber auch andere Wunder auf naturwissenschaftlicher Basis.
    Diese Vielfalt, die im Buch erkennbar ist, regt regelrecht dazu an, darin zu blättern und an den Stellen zu verweilen, die einen interessieren. Denn man muss hier keine bestimmte Reihenfolge einhalten, da es auf jeder Doppelseite Neues zu entdecken gibt.
    Erst habe ich gedacht, dass es doch schön gewesen wäre, die Naturphänomene nach Art (Tiere, Pflanzen, etc.) oder nach Jahreszeiten zur ordnen. Doch die „wilde“ Mischung hat durchaus ihren Reiz. So ist der Überraschungseffekt viel größer (Was kommt auf der nächsten Seite?). Des Weiteren lädt das Buch durch die thematische Abwechslung noch mehr zum Blättern und Entdecken ein und man kann jederzeit pausieren und ein anderes Mal weiterschauen.

    Im Inhaltsverzeichnis werden 50 „wahre Wunder der Natur“ aufgezählt. Darunter befinden sich zum Beispiel „Eine Biene bestäubt eine Blüte“, „Eine Spinne webt ihr Netz“, „Ein Regenbogen erscheint“, „Eine Kaulquappe wird zum Frosch“, „Blätter wechseln die Farbe und fallen zu Boden“, oder „Eine Wolke entsteht“.
    Anschließend wird jedes Naturwunder auf je einer Doppelseite mit Bildern und passenden Erklärungen, erläutert.
    Die Illustrationen finde ich schön. Sie sind bunt, aber nicht grell.
    Die Erklärungen sind nicht allzu lange, sodass die Bilder etwas mehr im Fokus stehen.
    Besonders gut gefallen mir die Seiten, die Schritt für Schritt verschiedene Entwicklungsstadien aufzeigen: Man sieht, wie sich die Kaulquappen nach und nach zum Frosch entwickeln, man kann nachverfolgen, wie ein Hasenglöckchen über die Monate heranwächst oder wie das Grün der Blätter, im Herbst zu Gelb wird und sich schließlich in Orange und dann in Rot verwandelt.

    Am Ende des Buches befindet sich noch eine kurze Achtsamkeitsübung, die gut mit Kindern durchgeführt werden kann. 

    Für mich hat das Buch etwas Entschleunigendes, dadurch, dass es alltägliche Phänomene genauer unter die Lupe nimmt und zum Innehalten einlädt. Das Aufzeigen der Naturschauspiele macht auf die vielen kleinen und großen Wunder in der Natur aufmerksam und regt dazu an, diese noch mehr wertzuschätzen. Gleichzeitig ermuntert das Buch einen dazu, draußen selbst achtsam zu sein, Augen und Ohren offen zu halten und so die Vielfalt der Natur für sich zu entdecken.

    Vom Verlag wird das Buch für Kinder ab 4 Jahre empfohlen – eine Einschätzung, die ich teile. Auch für Kindertageseinrichtungen finde ich es durch die kurzen Kapitel, sehr gut geeignet!

    FAZIT: Ein wunderschönes Buch, in dem es viele kleine und große Wunder in der Natur zu entdecken gibt. Außerdem lädt es zum Innehalten ein und fördert unsere Wertschätzung und Achtsamkeit der Natur gegenüber. Von mir gibt es eine klare Buchempfehlung und ganze 5/5 Sterne!

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    Cover des Buches Immer montags beste Freunde (ISBN: 9783641166601)

    Bewertung zu "Immer montags beste Freunde" von Laura Schroff

    Immer montags beste Freunde
    Lia48vor 5 Tagen
    Kurzmeinung: Ein Buch, welches ich noch lange in Erinnerung behalten werde. Traurig, aber sehr bewegend!
    Traurige, bewegende Geschichte über dysfunktionale Familien & eine besondere Freundschaft

    „Und, was hat dir am besten am Zuhause meiner Schwester gefallen?“, erkundigte ich mich auf der Heimfahrt.
    „Der große Tisch“, antwortete er wie aus der Pistole geschossen.
    „Der Tisch? Der im Esszimmer?“
    „Ja“, nickte er. Ich fand’s toll, dass alle am Tisch saßen und miteinander redeten."
     

    INHALT:
    New York 1986: Laura, beruflich erfolgreich, 35 Jahre alt und Single, hetzt zu Fuß durch die Straßen zur Arbeit. Erst als sie bereits an ihm vorbeigeschritten ist, wird ihr bewusst, dass dort, in der Nähe des Broadways, ein bettelndes Kind steht. Einer Eingebung folgend, dreht sie um und geht auf den Jungen zu. Er heißt Maurice, ist sechs Jahre alt, dünn, schmutzig und hat großen Hunger.
    Laura lädt ihn in ein Fast-Food-Restaurant ein und ahnt noch nicht, dass dies der Beginn einer langjährigen Freundschaft sein wird…

    Sie wohnen nur zwei Blocks voneinander entfernt. Laura in einem hübschen Appartement und Maurice in einem Sozialbau im Elendsviertel von Brooklyn („Unsere Welten wurden lediglich durch eine einzige Straße getrennt.“).
    Doch eines haben sie gemeinsam: Beide stammen sie aus einem Elternhaus, in dem es sehr viel Gewalt, Wut und Alkohol- bzw. Drogensucht gab bzw. immer noch gibt...

    MEINUNG:
    Dies ist ein Buch, das betroffen macht. Und wenn man sich bewusst macht, dass es auf wahren Begebenheiten beruht, dann bewegt es einen umso mehr...
    Mit zwei Jahren musste Maurice der Magen ausgepumpt werden, da er vor Hunger im Müll gewühlt und Rattenkot gegessen hatte.
    Zum sechsten Geburtstag bekommt er von der Großmutter seinen ersten Joint geschenkt.
    Die Eltern lassen sich häufig über Monate nicht blicken, der Vater macht sich schließlich ganz aus dem Staub. Die Mutter erkennt er irgendwann kaum wieder - durch die Drogen sind ihr die Zähne ausgefallen.
    "Mit seinen sechs Jahren ist ihm bereits klar, dass er es vielleicht nicht schafft, wenn sich nicht bald etwas ändert."
    Da trifft Maurice auf Laura. Von jetzt an jeden Montag. Noch nie hat er zuvor jemanden mit einem richtigen Job kennengelernt. Er weiß nicht, wie man mit Messer & Gabel isst oder dass man sich die Nase putzt. Und Laura beschließt ihm sowohl das, als auch viele weitere alltägliche Dinge beizubringen, und ihm die schönen Dinge im Leben zu zeigen. Er soll begreifen, was ihn alles erwarten kann, wenn er sich aus dem Sumpf von Kriminalität, Drogen und Gewalt befreit.
    So wie sie damals, als sie sich mit 16 endlich getraut hat, sich gegenüber dem gewalttätigen Vater zu wehren. Dieser war, wenn er trank, ein anderer Mensch, der mit Möbeln um sich warf und auf die Mutter losging...
    Neben der Freundschaft zwischen Laura und Maurice, die mich sehr bewegen konnte, geht es im Buch viel um Alkohol- bzw. Drogenabhängigkeit, Gewalt, Kriminalität, Krankheit und Tod. Dadurch ist es ein eher trauriges Buch. Es schmerzt regelrecht zu lesen, wie junge Menschen in ihren dysfunktionalen Familien leiden müssen. Gleichzeitig gibt es einem aber auch ein Stück Hoffnung und macht Mut, dass man es schaffen kann, aus all dem herauszukommen.
    Laura habe ich sehr dafür bewundert, wie sie sich einem fremden Kind annimmt und ihm ab sofort eine so große Stütze ist. Der Part über sie, macht einen recht großen Anteil im Buch aus, was man vielleicht vorher wissen sollte, um nicht enttäuscht zu werden. Ich fand das aber nicht störend. So lernt man als Leser Laura näher kennen und kann immer besser erahnen, warum es ihr so wichtig ist, für Maurice da zu sein.
    Lediglich bei den Beschreibungen über Maurice und seinen Alltag zu Hause, hat mir anfangs die Authentizität gefehlt (vielleicht deshalb, da die Autorin diese Situation nicht selbst miterlebt hat und Maurice im Nachhinein an seine ersten Jahre weniger detailreiche Erinnerungen haben wird). Dies hat sich glücklicherweise bald geändert und ich fand die Geschichte von Seite zu Seite immer eindrücklicher und bewegender und ich habe sehr mit Laura und Maurice richtig mitgefiebert.
    Für mich ist dies ein Buch, welches ich noch sehr lange in Erinnerung behalten werde...


    FAZIT: Eine etwas traurige, aber sehr bewegende Geschichte über dysfunktionale Familien & eine ganz besondere Freundschaft. Ein Buch, welches ich noch lange in Erinnerung behalten werde. Wen das anspricht, dem möchte ich das Buch gerne ans Herz legen! 4,5/5 Sterne!


     

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    Cover des Buches Das Wunder von R. (ISBN: 9783948230159)

    Bewertung zu "Das Wunder von R." von Francesca Cavallo

    Das Wunder von R.
    Lia48vor 8 Tagen
    Kurzmeinung: Zauberhafte Geschichte für die Weihnachtszeit, die dazu ermuntert, auch fremden Menschen gegenüber freundlich statt ablehnend zu begegnen.
    Zauberhafte Geschichte für mehr Toleranz & Offenheit

    INHALT:
    Nach einer langen Reise, kommt die fünfköpfige Familie Greco-Aiden am 22. Dezember in der Stadt R. an. Die Familie, bestehend aus Isabella, Dominique und ihren drei Kindern Manuel, Camila und Shonda, musste ihrer fernen Heimat den Rücken kehren, da der dortige Präsident beschlossen hatte, dass Familien mit zwei Mamas und Kindern illegal sind. Sonst wären die Mütter im Gefängnis und die Kinder im Waisenhaus gelandet.
    Im neuen Zuhause angekommen, muss die Familie schnell feststellen, dass die Stadt R. zwar schön und sehr sicher ist, dass aber alle Erwachsenen den Kontakt mit Fremden vermeiden und sehr unfreundlich und abweisend reagieren.
    Doch glücklicherweise gibt es da noch die Kinder von R., die über eigene Kommunikationswege verfügen.
    Als dann noch der Weihnachtsmann und seine Elfen dringend ihre Unterstützung benötigen, ist ganz schön was los. Schaffen sie es rechtzeitig, zusammen das Weihnachtsfest zu retten?

    MEINUNG:
    Sehr traurig sind die Umstände, unter denen die Familie ihr Heimatland verlassen musste, nur weil ihre Familienform dort nicht akzeptiert wird. Hier kommt Mitgefühl beim Leser auf, denn wer möchte schon sein Zuhause verlassen, nur weil anderen das Zusammenleben der Familie nicht passt!?
    In R. werden Fremde von den Erwachsenen eher als Böse, statt als eine Chance oder Bereicherung gesehen. Auch dabei kann man sich gut in die ausgeschlossene Familie hineinversetzen und spüren, wie wichtig es ist, anderen mit Offenheit statt Ablehnung zu begegnen.
    Der Autorin gelingt es, diese eher schwierigen Themen der Stigmatisierung in unserer Gesellschaft kindgerecht aufzugreifen. Hut ab dafür!
    Im Vorwort beschreibt die Autorin ihre wichtige Intention, die hinter diesem Buch steckt: Sie wollte, dass es auch eine Weihnachtsgeschichte gibt, die nicht dem klassischen Familienbild (Mutter, Vater, Kind) entspricht. Denn: Alle Kinder sollen sich willkommen fühlen! So haben die Protagonisten im Buch zwei Mütter, andere Kinder haben zwei Väter und wieder andere haben nur ein Elternteil oder Mutter und Vater.
    Des Weiteren haben die Menschen auf den Illustrationen verschiedene Hautfarben, ohne dass dies extra erwähnt wird.
    Wunderbar, denn so kann Vielfalt in unseren Köpfen zur Normalität werden!

    Auf der Rückseite des Buches steht, dass es sich hierbei um eine moderne Weihnachtsgeschichte handelt, „die nicht vergisst, worum es an Weihnachten geht – die Macht der Liebe und den kindlichen Glauben daran, dass alles gut wird.“
    Ich muss zugeben, dass ich mit der Bezeichnung „Weihnachtsgeschichte“ bei manchen Büchern leichte Schwierigkeiten habe. Weihnachtlich ist die Geschichte für mich. Aber bei einer „Weihnachtsgeschichte“ erwarte ich (das darf jeder anders sehen) eher noch einen zumindest kleinen Bezug zum Ursprung von Weihnachten – also, warum es gefeiert wird (vom Christentum: das Fest von der Geburt von Jesus).
    Da dieses Buch auf Vielfalt ausgerichtet ist, hätte ich mir erhofft, dass z.B. aufgezeigt wird, wie verschieden Familien Weihnachten verbringen können.
    In "Das Wunder von R." wird Weihnachten als ein Fest der Liebe, Freundschaft, Familie und Gemeinschaft gefeiert. Zusätzlich kann das bestimmt ein geeigneter Titel für die Weihnachtszeit sein. Trotzdem finde ich es wichtig, dass bei Kindern für das Allgemeinwissen thematisiert wird, warum und wie unterschiedlich teilweise ein Fest gefeiert wird.

    Als kleinen Kritikpunkt hätte ich noch zu ergänzen, dass mir die Kinder im Vergleich zur Geschichte und im Vergleich zu anderen Illustrationen, auf manchen der Bilder etwas zu alt wirken und sich zum Teil nicht immer auf den ersten Blick von den Erwachsenen unterscheiden lassen.
    Sonst gefallen mir die Bilder aber gut und die Stimmungen und Empfindungen der Leute, sind gut zu erkennen.

    Davon abgesehen, handelt es sich insgesamt aber wirklich um eine schöne, zauberhafte Geschichte, die die Fantasie der Kinder anregt und sich bestens dazu eignet, um es sich damit in der Weihnachtszeit gemütlich zu machen.

    Vom Verlag wird das Buch ab 8 Jahre empfohlen – eine Einschätzung, die ich in etwa teile. Durch die große Schrift und die Unterteilung in 18 kleinere Kapitel, könnte das Buch aber auch für Erstleser zum Selberlesen gut geeignet sein.

    FAZIT: FAZIT: Eine zauberhafte Geschichte für die Weihnachtszeit, die dazu ermuntert, auch fremden Menschen gegenüber freundlich statt ablehnend zu begegnen und Offenheit für Neues an den Tag zu legen. 4/5⭐️! 

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    Cover des Buches Frida (ISBN: 9783442315598)

    Bewertung zu "Frida" von Maren Gottschalk

    Frida
    Lia48vor 15 Tagen
    Kurzmeinung: Dieses wundervolle Buch hat meine Faszination für diese starke, außergewöhnliche und inspirierende Frau definitiv geweckt!
    Eine starke, außergewöhnliche & inspirierende Frau!

    „Im großen Krankensaal klumpen sich die Hoffnungen und Albträume von zwanzig Frauen in der Nacht zu einer dicken Wolke zusammen, die über ihren Betten wabert. In einer dieser Nächte geschieht es, dass sie in ihrem Herzen ein kleines Feuer entzündet. Es ist nur eine winzige Flamme, aber sie wird nie wieder verlöschen, solange sie lebt. Viva la vida. Es lebe das Leben. Und das Leben beginnt morgen.“

    INHALT:
    Auf ihrer Reise nach New York und Paris gelingt Frida Kahlo 1938/1939 endlich der Durchbruch als eigenständige Künstlerin. Ihre Bilder hängen sowohl in den Galerien von Mexiko als auch in New York und Paris. Bisher stand Frida stets im Schatten ihres Mannes Diego Rivera, der als Maler in Mexiko große Berühmtheit erlangte. Doch ihre Ehe steht kurz vor dem Aus.
    In New York trifft Frida auf den Fotografen Nickolas Muray, mit dem sie zuvor eine Affäre hatte. Sie spüren beide, dass sie mehr füreinander empfinden.
    Frida erinnert sich an zurückliegende Ereignisse ihres Lebens. An die Zeit, als sie mit sechs Jahren an Kinderlähmung erkrankte und lange liegen musste; an den schlimmen Busunfall mit der Eisenstange in ihrem Körper, seit dem sie unter chronischen Schmerzen leidet und mit einem verkürzten Bein zurechtkommen muss.
    Gleichzeitig begibt sich Frida aber auch auf die Suche nach ihrer Zukunft. Dabei trifft sie auf Künstler wie Picasso, Kandinsky oder Miró, lässt sich auf die ein oder andere Affäre ein und versucht sich, mit ihren Schmerzen zu arrangieren und das Leben und den Moment zu genießen.“ Viva la vida!“

    MEINUNG:
    Wenn ich mir vorstelle, dass ich dieses wundervolle Buch beinahe nicht gelesen hätte, weil ich nicht unbedingt ein Freund davon bin, von den zahlreichen Affären einer Person zu lesen… Da wäre mir ganz schön etwas entgangen!
    Auch wenn besagte Thematik in Fridas Leben eine größere Rolle spielt, so handelt das Buch von noch so vielem mehr. Ich habe Seiten an Frida und ihrem Leben kennengelernt, die ich sehr spannend, faszinierend und inspirierend zugleich fand.
    Bereits nach wenigen Seiten war ich sehr angetan davon, wie atmosphärisch und sinnlich die Autorin Maren Gottschalk von Kahlo und deren Leben erzählt. Man bekommt beim Lesen das Gefühl, dass Frida alles regelrecht aufsaugt, was sie in ihrer Umgebung wahrnimmt. So werden auch Orte des Geschehens, Gemälde, oder Kleidungsstile immer wieder detailreich beschrieben und man spürt als Leser regelrecht, welch feine Beobachtungsgabe Frida besitzen muss.
    Ihre Erscheinung wird als so exotisch beschrieben (Kunstvolle Frisuren mit Blumen und Bänder im Haar, mit wehenden Röcken, bunten Farben, wilden Mustern, dazu Ketten, Tücher, Ohrringe und ihre Monobraue), dass sie an einer Stelle sogar von Kindern gefragt wird, wo denn der Zirkus sei, in dem sie auftreten würde.
    Als Leser lernt man Frida als eine sehr starke, selbstbewusste und leidenschaftliche Person kennen, die Lebensfreude ausstrahlt und gerne sagt, was sie denkt.
    Oder, sie malt es.
    Mit den Folgen ihres Unfalls und den täglichen Schmerzen, hat Frida immer wieder zu kämpfen. Dadurch wurde ihr die Möglichkeit genommen, die Schule zu beenden und zu studieren. Mit den Männern läuft es auch nicht immer rund. Frida hat an manchen Themen zu knabbern, doch schließlich findet sie einen Weg, ihr Inneres auf die Leinwände zu übertragen („Deine Bilder sind voller Schmerz und Schönheit. Sie sind wahr!“).
    Ich liebe es ja, wenn Kunst in Romanen eine große Rolle spielt. Und Fridas Malerei, ihre Kreativität, ihre Höhen und Tiefen – all das hat Maren Gottschalk so wunderbar bildlich und emotional geschildert, dass ich regelrecht in Fridas Welt versunken bin. Bzgl. Fridas gesundheitlicher Situation konnte ich mich mit meinen chronischen Schmerzen zudem sehr gut einfühlen. So beschreibt die Autorin sehr passend, wie die Schmerzen, wie eine Schlange, bei der kleinsten Bewegung, die man macht, zubeißen kann.

    FAZIT: Dieses Buch hat meine Faszination für diese starke, außergewöhnliche und inspirierende Frau definitiv geweckt! Frida Kahlo ist wohl eine der wenigen berühmten Personen, die ich wirklich gerne einmal persönlich kennengelernt hätte…
    Und die Autorin Maren Gottschalk hat mich mit vielen wundervollen Sätzen, immer wieder aufs Neue verzaubert und zum Nachdenken angeregt. Hätte ich jedes Mal Textmarker eingesetzt, dann wäre das Buch jetzt so bunt wie Frida! Klare 5/5 Sterne und eine dicke Leseempfehlung für dieses Buch-Highlight!

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    Cover des Buches Oliver Twist (ISBN: 9783957283306)

    Bewertung zu "Oliver Twist" von Lev Kaplan

    Oliver Twist
    Lia48vor 24 Tagen
    Kurzmeinung: Die eindrucksvolle Bebilderung macht das Buch für mich besonders, weshalb ich es gerne Jugendlichen und Erwachsenen ans Herz legen möchte!
    Lesenswerter Klassiker in wunderschönem Gewand!

    INHALT:
    Eine Frau, von der niemand weiß, woher sie kommt, bringt in einem Armenhaus ein Kind zur Welt. Oliver Twist kämpft sich ins Leben, während seine Mutter stirbt.
    So wächst der Junge ohne Eltern unter Hunger und Prügel bis zu seinem neunten Lebensjahr im Armenhaus heran.
    Ein Leichenbestatter möchte ihn unter seine Fittiche nehmen. Doch Oliver muss dort viel Häme, Spott, Hunger und Misshandlung erfahren.
    Schließlich schleicht er sich davon und begibt sich auf den Weg nach London, in der Hoffnung, dass ihn dort niemand findet. Doch in der Großstadt gerät er in die Hände von Taschendieben, die ihn nicht so schnell gehen lassen wollen…

    MEINUNG:
    Ich muss zugeben, dies war das erste Mal, dass ich „Oliver Twist“ gelesen habe. Ausschnitte einer Verfilmung hatte ich als Kind mal gesehen, habe sie jedoch nur mehr als vage im Hinterkopf behalten. So hatte ich fälschlicherweise die Erwartung gehabt, dass es sich bei dem Buch um ein Werk für Kinder handelt. Dem würde ich, nachdem ich es nun gelesen habe, eher widersprechen. Die hier von Carl Kolb übersetzte und von Janika Krichtel bearbeitete Fassung beinhaltet stolze 360 Seiten in nicht unbedingt einfacher Ausdrucksweise. Ich habe den Anfang der Geschichte mit anderen Ausgaben verglichen – mir als Erwachsene gefällt die hiesige, die weniger Schachtelsätze besitzt als andere, recht gut. Doch wie für viele Klassiker typisch, beinhaltet auch diese Ausgabe eine eher anspruchsvolle und zum Teil altertümliche Sprache. Dadurch benötigt man beim Lesen Pausen, die sich zwar durch die in 54 Kapitel unterteilte Geschichte einerseits leicht vollziehen lassen, einen andererseits aber aus dem Lesefluss bringen können. So hatte ich nach jeder Unterbrechung Schwierigkeiten, die jeweiligen Namen zuzuordnen. Ich denke jedoch, jetzt, da ich die Geschichte kenne, würde ich mich damit viel einfacher tun, wenn ich das Buch noch einmal lesen würde.
    Auch bei der Handlung hatte ich nicht unbedingt das Gefühl, ein Kinderbuch zu lesen. Zumindest gibt es Mord & Totschlag und immer wieder wird Leuten mit dem Galgen gedroht.
    Der Verlag empfiehlt das Buch für Kinder ab 10 Jahre – ich denke, bei Kindern sollte man hier individuell schauen, ob es wirklich passt.
    Gerne möchte ich das Buch jedoch Jugendlichen und Erwachsenen empfehlen, die sich an einen Klassiker heranwagen wollen. Durch die hochwertige Aufmachung eignet sich das Buch auch toll als besonderes Geschenk und wird sicherlich gerne in die Hand genommen!
    Das große Highlight sind für mich bei dieser bebilderten Ausgabe die detailreichen, düsteren, eher dunkel gehaltenen aber gleichzeitig wunderschönen Illustrationen von Lev Kaplan. Sie wirken bedrückend, bewegen und unterstützen die Atmosphäre des Buches hervorragend, in dem es viel um Armut, Misshandlung, Leid und Kriminalität geht.
    Insgesamt ist mir Oliver sehr ans Herz gewachsen und ich konnte viel Mitgefühl für ihn entwickeln. Trotzdem war er mir vor allem gegen Ende etwas zu passiv, während um ihn herum so viel geschehen ist.
    Auch andere Figuren hätten meiner Meinung nach noch mehr Ecken und Kanten vertragen können. Gut & Böse war mir hier etwas zu schwarz-weiß dargestellt.
    Zwar gab es für mich im Mittelteil ein paar Längen, doch das erste und das letzte Drittel der Geschichte, fand ich sehr spannend.
    Insgesamt habe ich das Buch gerne gelesen und ich hoffe sehr, dass es auch bei anderen Lesern noch auf Begeisterung treffen wird!

    FAZIT: Vielleicht bin ich von Dickens Figuren nicht restlos begeistert, trotzdem finde ich die Geschichte interessant und habe ihren Verlauf gerne verfolgt. Zudem bin ich erfreut darüber, dass ich den Klassiker in dieser wunderschönen Ausgabe kennenlernen durfte. Die eindrucksvolle Bebilderung macht das Buch für mich besonders, weshalb ich es gerne Jugendlichen und Erwachsenen ans Herz legen möchte! 4,5/5 Sterne

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    Cover des Buches Es war einmal in Italien (ISBN: 9783404183432)

    Bewertung zu "Es war einmal in Italien" von Luca Di Fulvio

    Es war einmal in Italien
    Lia48vor einem Monat
    Kurzmeinung: Spannendes Leseerlebnis, welches einen nach Rom auf die Straßen, zu Revolutionären, und in den Zirkus führt. Für Di Fulvio-Fans ein Muss!
    Für Fans von Luca Di Fulvio ein klares Muss!

    INHALT:
    Italien, 1870: Die Kinder und Jugendlichen im Waisenhaus sind mager und verwahrlost, statt mit Namen, werden sie mit Nummern angesprochen. Der 16-jährige Pietro kann sein Glück kaum fassen, als ausgerechnet er von einer Gräfin adoptiert wird. Denn die meisten wollen lieber kräftige Kinder, die sie bei der Feldarbeit einsetzen können.
    Pietro fällt es schwer, sich an die neue Umgebung und an das gute Benehmen zu gewöhnen. Doch schon kurz darauf befindet er sich gemeinsam mit der Contessa auf der Flucht in den Kirchenstaat Rom. Und schneller als gedacht landen beide in großen Schwierigkeiten…

    Die 15-jährige Marta ist, seit sie denken kann, mit dem Zirkus Callari unterwegs durch Italien. Doch sie fühlt sich nicht so recht zugehörig und entdeckt auch kein großes Talent, mit dem sie bei der Arbeit im Zirkus Callari etwas beisteuern könnte. Als sie erfährt, woher sie eigentlich stammt, steigt ihr politisches Interesse an der bevorstehenden Revolution: Rom soll statt weiterhin zur Kirche zu gehören, endlich zum Herzstück Italiens werden!

    MEINUNG:
    Dies ist eins der wenigen Bücher, das mich bereits ab der ersten Seite gepackt hat. Wie soll man auch kein Mitgefühl aufbringen, wenn ein armer, verwahrloster Waisenjunge, der bisher noch nie eine Familie hatte, plötzlich eines Tages von einer Gräfin adoptiert wird!?
    Wieder einmal beschreibt Luca Di Fulvio alles sehr bildlich, sodass vor meinen Augen vom Anfang bis zum Ende ein eindrucksvoller Film ablief.
    Die Handlung empfand ich überwiegend als packend und trotz der über 700 Seiten, gab es für mich kaum Längen.
    Durch die unterschiedlichen Figuren wirkt die Geschichte sehr lebendig. Besonders die Entwicklung von Pietro hat mir gut gefallen.
    Insgesamt steht vor allem das politische Geschehen im Vordergrund. Daneben begegnet man zudem Themen wie Armut und Liebe und schnuppert ein bisschen Zirkus-Atmosphäre.
    Erstaunlich fand ich, wie harmonisch es dem Autor hier gelingt, die einzelnen Handlungsstränge zu einer runden Geschichte zu verweben.

    Von Luca Di Fulvio kannte ich bereits zwei Bücher. „Das Kind, das nachts die Sonne fand“ war großartig! Lediglich die Szenen mit detailreich beschriebener (sexueller) Gewalt und vulgärer Sprache hätten da meinetwegen nicht sein müssen. Bei „Als das Leben unsere Träume fand“ war mir das leider definitiv zu viel – weniger wäre hier mehr gewesen.
    In „Es war einmal in Italien“ hat der Autor zum Glück wieder weniger davon Gebrauch gemacht, was mich wirklich sehr gefreut hat! Es gibt zwar auch hier ein paar wenige solcher Stellen, aber diese lassen sich auch flüchtig überfliegen.
    Mein einziger kleiner Kritikpunkt ist diesmal, dass ich am Anfang das Denken und Handeln von Pietro und Marta als nicht ganz altersentsprechend empfunden habe (ein Problem, welches ich als gelernte Erzieherin bei Kinderperspektiven leider häufiger habe). Doch zum Glück hat sich dieser Eindruck nicht lange gehalten und ich konnte die Figuren gespannt durch das Buch begleiten.

     FAZIT:
    Für mich war dies ein spannendes Leseerlebnis, welches mich nach Rom auf die Straßen, zu Revolutionären, und in den Zirkus Callari geführt hat. Das Buch empfehle ich gerne weiter – für Fans von Luca Di Fulvio ein klares Muss! 4,5/5 Sterne!

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    Cover des Buches Der unsichtbare Junge (ISBN: 9783948230142)

    Bewertung zu "Der unsichtbare Junge" von Trudy Ludwig

    Der unsichtbare Junge
    Lia48vor einem Monat
    Kurzmeinung: Macht introvertierten und ausgegrenzten Kindern Mut. Ein rundum gelungenes Bilderbuch - toller Inhalt, wunderschöne Bebilderung!
    Macht introvertierten/ ausgegrenzten Kindern Mut

    „Alle Kinder lachen. Nur Ben lacht nicht. Er sitzt auf seinem Platz und überlegt, was schlimmer ist – ausgelacht zu werden oder sich unsichtbar zu fühlen?“

    INHALT:
    Ben ist so unscheinbar, dass er im Alltag und in der Schule kaum wahrgenommen wird. Schließlich gibt es da andere Kinder, die die ganze Aufmerksamkeit der Lehrerin auf sich ziehen. Wie zum Beispiel Jonathan, der sehr laut spricht, oder Sophie, die schimpft, wenn sie etwas nicht bekommt.
    Beim Völkerball in der Pause wird Ben ausgeschlossen.
    Als die Kinder sich in der Mittagspause über eine vergangene Geburtstagsfeier unterhalten, kann Ben nicht mitreden. Er war nicht eingeladen.
    Dabei hätte Ben so gerne jemanden zum Spielen.
    Als eines Tages Yoshi, ein neuer Mitschüler in die Klasse kommt, und mit Stäbchen ein den anderen Schülern unbekanntes Gericht verspeist, wird er anfangs ausgelacht. Nur Ben ist freundlich zu ihm.
    Und als sie schließlich zusammen ein Schulprojekt machen, überrascht Ben mit einer ganz neuen Seite von sich…

    MEINUNG: 
    Als Leser*in / Betrachter*in des Buches bekommt man Mitleid mit Ben, der von den anderen Kindern ausgeschlossen wird und abseits allein steht. Das ist für niemanden schön. Denn auch Ben möchte so gerne Freunde haben!
    Manche Kinder kennen die Situation vielleicht selbst oder können sich durch die Geschichte gut in Ben hineinversetzen und Mitgefühl entwickeln. Möglicherweise sind sie selbst eher introvertiert und werden deshalb weniger beachtet oder sie werden aus einem ganz anderen Grund ausgeschlossen. Vielleicht aber kennen auch sie jemanden, der immer allein abseits von der Gruppe steht und ausgeschlossen wird. Ich denke, in solchen Situationen kann man das Bilderbuch sehr gut einsetzen. Es macht Mut, schafft Zuversicht und zeigt, dass man durch Offenheit und Freundlichkeit Freunde und Anschluss finden, bzw. andere integrieren kann und dass man dabei vielleicht ganz neue Seiten an der anderen Person kennenlernen kann.
    Im Anschluss des Buches gibt es eine Doppelseite mit verschiedenen Fragen, die man gut einsetzen kann, um mit Kindern noch weiter über das Buch zu sprechen. Die sind meiner Meinung nach sehr passend ausgewählt, regen zum Nachdenken an und können gut zur Vertiefung der Thematik verwendet werden.

    Dieses Bilderbuch ist mir vor allem durch seinen interessant wirkenden Titel und durch die wunderschöne Optik ins Auge gesprungen. Der „unsichtbare“ Ben wurde in Schwarz-Weiß gehalten, was in einem tollen Kontrast zu den anderen, eher farbenfrohen Illustrationen steht.
    Mit der Zeit und mit dem Auftauchen vom neuen Mitschüler Yoshi, nehmen die schwarz-weißen Bilder von Ben immer mehr Farbe an. Bis er schließlich von allen gesehen, respektiert und in die Gemeinschaft integriert wird. Dies wird durch die Illustrationen und deren Farben toll dargestellt!
    Die Bilder haben sehr weiche Konturen und gefallen mir ausgesprochen gut – die Kinder sehen zum Teil zuckersüß aus! Auch die Emotionen von Ben und seinen Mitschüler*innen kann man an den Illustrationen sehr gut erkennen, was der Geschichte eine gewisse Lebendigkeit verleiht.

    Im Vorwort erklärt der Verlag, dass er sich bei der Übersetzung von diesem Bilderbuch dazu entschlossen hat, das Gender*Sternchen zu verwenden. Damit wird als Stolperstein die Thematik der Inklusion nochmals unterstrichen. Es soll Normalität werden, alle anzusprechen und so auch alle sichtbar zu machen.
    In der Praxis tue ich mich mit dem Gender*Sternchen manchmal noch etwas schwer. Aber ich finde es toll, dass der Verlag das in diesem Kinderbuch so handhabt. Je öfter wir das so lesen, desto vertrauter und „normaler“ wird es für uns sicherlich auch werden!

    Der Verlag empfiehlt das Buch für Kinder ab 6 Jahre – eine Einschätzung, die ich teile. Ich kann es mir aber auch bei fitten 5-Jährigen sowie am Anfang der Grundschulzeit vorstellen.

    FAZIT: Ein Bilderbuch, bei dem für mich rundum alles passt – toller Inhalt und eine wunderschöne Bebilderung! Von mir gibt es ganze 5/5 Sterne und eine klare Buchempfehlung!

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    Cover des Buches Was meine Eltern von mir lernen können (ISBN: 9783356019957)

    Bewertung zu "Was meine Eltern von mir lernen können" von Mathias Jeschke

    Was meine Eltern von mir lernen können
    Lia48vor einem Monat
    Kurzmeinung: Tolles Bilderbuch übers Streiten, Entschuldigen und wieder Vertragen. Sowohl inhaltlich, als auch optisch gefällt mir das richtig gut!
    Toll illustriertes Bilderbuch übers Streiten, Entschuldigen & Vertragen.

    „Um sich immer nur zu streiten, dafür ist das Leben viel zu schade!“

    Streitende Eltern können einem Kind durchaus Angst machen. Wenn sie sich gegenseitig anschreien, Papa abends weg geht und Mama weinend auf dem Sofa sitzt, dann hängt schon mal der Haussegen schief.
    Dabei streiten Kinder auch, verwenden Schimpfwörter, rangeln miteinander, brüllen einander an, machen Gegenstände kaputt oder strecken sich gegenseitig die Zunge heraus. So wie auch die Protagonistin in diesem Bilderbuch. Sie streitet sich fast jeden Tag mit Moritz. Meistens vertragen sie sich danach auch wieder, entschuldigen sich beieinander oder kitzeln sich so lange an den Füßen, bis der Streit vergessen ist. Wenn das mal gar nicht klappen will, so gibt es immer noch Frau Maiwald, bei der man sich Hilfe holen kann. Dann besprechen sie alle miteinander, was geschehen ist, und wie sie nun damit umgehen wollen.
    Erst als die namenlose Ich-Erzählerin damit droht, zu Frau Maiwald zu ziehen, wird ihren Eltern bewusst, wie sehr ihr Kind unter der Situation leidet.
    Es scheint so, als wäre die Protagonistin in dieser Hinsicht den Eltern etwas voraus, weshalb sie die Sache mit ihren streitenden Eltern selbst in die Hand nimmt. Schließlich weiß sie ganz genau, was man da tun kann, um sich wieder zu vertragen…

    Streiten gehört zum Leben dazu. Jüngere Kinder streiten sich noch recht häufig, doch sie lernen dabei einiges, wie z.B. Konfliktlösung, Kompromisse finden, mit anderen teilen, sich in andere hineinzuversetzen, die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen, aber diese auch mal zurückstellen zu können.
    In diesem Bilderbuch wird gezeigt, dass es normal ist, dass gestritten wird (egal ob bei Kindern oder Erwachsenen), dass man sich auf viele Arten aber auch wieder vertragen kann. Den Kindern werden dabei sicherlich einige der aufgezeigten Situationen aus ihrem eigenen Alltag bekannt vorkommen. Möglicherweise bekommen sie noch die ein oder andere Idee mit an die Hand, bzgl. der eigenen Bewältigung von Konflikten. Wenn man mal gar nicht weiterkommt, so darf man sich auch von einer außenstehenden Person Hilfe suchen – eine wichtige Botschaft!

    Das Besondere an dem Buch sind für mich die Illustrationen. Die ab und zu schwarzen Bildhintergründe, und lange Schatten verstärken das Gefühlsleben der Protagonistin während dem Streit ihrer Eltern. Insgesamt sind in dem Bilderbuch vor allem die Emotionen sehr ausdrucksstark gezeichnet. Da werden Zungen herausgestreckt, Ohren zugehalten, Tränen vergossen, miteinander gerangelt, mit weiten Mündern gebrüllt, aber auch umarmt, entschuldigt und gemeinsam gelacht.

    Die Texte sind eher kurz gehalten, die Bilder haben wenige Details, sodass man sich automatisch auf den Inhalt und die Gefühlswelten der Personen konzentriert, was dadurch umso mehr wirken kann.

    Der Verlag empfiehlt das Buch ab 5 Jahren, ich persönlich würde es auch schon bei den 4-Jährigen einsetzen.

    FAZIT: Ein gaaanz tolles Bilderbuch übers Streiten, Entschuldigen und wieder Vertragen. Sowohl inhaltlich, als auch optisch gefällt mir das richtig gut! Das Buch lässt sich zu Hause, aber sicherlich auch wunderbar in der Kita einsetzen. Ganze 5/5 Sterne!

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