Literatur-Universum

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    Cover des Buches Die guten Tage (ISBN: 9783552059115)

    Bewertung zu "Die guten Tage" von Marko Dinic

    Die guten Tage
    Literatur-Universumvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Wenn Bilder sprechen ...
    Das Streben nach dem Verlorenen

    Die Melodie eines Lebens ist eine Verknüpfung aus einzelnen Schritten der Vergangenheit und mutigen Schritten in die Gegenwart. Zu wem wird man, an einem Ort, an dem man ein Niemand ist? Und was passiert mit dem Menschen, der man einmal war? Ist es die Seltenheit, die uns verändert, weil sie uns aus der Trägheit des Alltags entführt? Dem Ich-Erzähler bleiben die Fragen zunächst erspart. Denn er muss schnell handeln. Flucht oder Niederlage? Er flieht. Von Belgrad nach Wien. Im ersten Moment erlebt er es als Befreiungsschlag. Doch sein zurückgelassenes Leben ist ihm auch zehn Jahre nach der Flucht als Panoramabild präsent. Stets bereit ihm den Spiegel der Vergangenheit vorzuhalten, um ihn nicht vergessen zu lassen. Kann man durch die Abwendung vom alten Leben, die Melodie des neuen Lebens so konzipieren, dass sie nicht mehr mit dem ursprünglichen Leben zu vergleichen ist?

    Der Autor Marko Dinic beschäftigt sich mit der Frage der Identität, der Heimat, der Familie, der Entfremdung und den Verlusten. In einer sprachgewaltigen Erzählung schildert sein Ich-Erzähler seine Erinnerungen an den Krieg und an seinen Vater und kombiniert sie mit der Gegenwart. Für ihn steht zehn Jahre nach der Flucht fest: Er muss zurück – er muss die Vergangenheit besuchen, um in der Gegenwart anzukommen. Fabelhaft und gekonnt erschafft der Autor zwei Erzählzeiten: die Geschichte des jungen Erwachsenen, der in Wien lebt und die Perspektive des 18-jährigen Ich-Erzählers von vor zehn Jahren. An diesem 18-Jährigen werden die Zeichen der Zeit exemplifiziert: die Kriegs Folgen des Nato-Krieges, die Zukunftslosigkeit des Landes und der Bruch in den Familien. Die authentische Traurigkeit findet man erst dann, wenn sich Tränen einer Jugend kausal in Problemen Erwachsener verankern. Der erwachsene Ich-Erzähler hingegen versucht, sich der Geschichte aus einer neuen Perspektive zu nähern. Stets im Kampf mit der Einsamkeit und dem Bewahren der Töne des Konzertes seines Lebens. Um nicht zu vergessen. Um nicht zu kapitulieren.

    In Wien versucht der Ich-Erzähler vergeblich Fuß zu fassen. Um seiner Muttersprache zu entkommen, bewirbt er sich als Kellner in traditionellen Cafès. Obwohl er als Bauarbeiter mehr verdienen könnte. Doch dort würde er auf Zeitgenossen treffen – auf Gastarbeiter. Sein Neuanfang impliziert jedoch einen Entfremdungsprozess: Über Jahre hinweg meldet er sich nicht bei seiner Familie und bei seinen Freunden. Er zeigt eine Reaktion auf die Vätergeneration, die eine idyllische Tradition ruiniert hat. Für den Ich-Erzähler war von Anfang an klar: entweder er bleibt im Belgrader Treibsand und versinkt mit ihnen, oder er versucht zu fliehen und sich ein neues Leben aufzubauen. Die Flucht gelingt ihm – die Distanzierung von der Vergangenheit stellt sich jedoch als schwierig dar – weil sie ihn in Form von Erinnerungen immer wieder zurückzuholen versucht.

    Nach zehn Jahren erhält er einen Anruf. Seine geliebte Großmutter ist gestorben. Jene Frau, die ihm die Flucht ermöglicht hatte. Jene letzte Verbindungsantenne zu einer partiell schönen Vergangenheit. Mit ihrem Tod ist seine Vergangenheit wieder auf der Überholspur. Erinnerungen bilden Schleifen um die Gegenwartserscheinungen. Es begreift, dass er zurückmuss – zurück zu dem Vater, den er hasst: „... Und beide hatten wir dieselben Augen, Großmutters Augen, ich und mein ganz persönliches Monster, von Generation zu Generation weitergegeben, diese verhängnisvollen Augen, die mich immer und überall an ihn erinnerten – ein widerwärtig marodierender Zustand der Welt.“
    Seine Rückkehr stellt sich als ein Streben nach dem Verlorenen dar. Doch was er dort wiederfindet, ist viel mehr, als er sich je hätte vorstellen können.

    Marko Dinic lebt seit 10 Jahren in Österreich und studierte in Salzburg Germanistik und jüdische Kulturgeschichte. Nach zahlreichen Publikationen von Lyrik und Prosa in Zeitschriften präsentiert er mit „Die guten Tage“ seinen ersten Roman. Er gehört zur jungen Generation der Autoren und wurde 1988 geboren. Sein erstes großes Werk ist große Literaturkunst. Sprachliche Großleistung trifft auf erzählerische Feinkunst und manifestiert eine Spannung und ein vielfältiges nostalgisches Panorama. Eine großartige Hommage an die Literatur. Der Roman ist nicht nur eine Geschichte eines Krieges, sondern beschäftigt sich auch mit den Nachfolgen und zeichnet elegant eine zerrüttete Familiengeschichte nach. Dinic zeigt zudem einen Weg des Lebens, in dem sich im Laufe der Zeit, die Melodie der Ziele verändert. Und wie der Mut des Aufbruchs zu einer Suche zu sich selbst werden kann.

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    Cover des Buches Die Suche (ISBN: 9783764504427)

    Bewertung zu "Die Suche" von Charlotte Link

    Die Suche
    Literatur-Universumvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Absoluter Nervenkitzel
    Mädchenfänger

    Eines Tages wachst du auf und dein Leben ist nicht mehr dasselbe. Als Hannah verschwindet, bricht für ihren Vater, Ryan, die Welt zusammen. Für ihn ist sofort klar, wer für die Entführung seiner Tochter verantwortlich ist. Doch diese Entführung war erst der Anfang. Es kommt alles noch viel schlimmer. Der zweite Fall für Kate Linville und Caleb Hale.

    Die Geschichte setzt mit der Hannah-Entführung, vier Jahre zuvor, ein und wird nie aufgeklärt. Als eine Leiche gefunden wird und ein weiteres Mädchen verschwindet, herrscht für Caleb Hale Alarmstufe rot. Hängt die Entführung mit dem Mord zusammen? Und was ist mit Hannah – lässt sich ihre Geschichte mit den beiden neuen verknüpfen? Aber wieso hat der Mörder so lange gewartet? Es scheint das Typische Labyrinth ohne Ausgang zu sein. Und da wäre noch der Alkohol, der ihn an der Zungenspitze kitzelt und aus der Bahn zu werfen versucht.

    Durch puren Zufall landet auch Kate in diesen Fall. Sie bezieht vorläufig eine Wohnung in Scarborough, weil ihr Elternhaus von ihren Mietern verwüstet wurde. Aus dieser Wohnung wird das Mädchen Amelie entführt und zieht Kate hinein in den Fall. Doch eigentlich ist es ihr strikt verboten, sich in fremde Fälle einzumischen. Und da ist noch diese alte Geschichte mit Caleb Hale. Darf sie es überhaupt riskieren Nachforschungen zu betreiben? Sie lässt sich zumindest verführen – und stößt auf Indizien, die ihr Leben für immer verändern werden.

    Charlotte Link beweist wieder einmal absolute Unterhaltungsqualität. Die Affinität zum Nervenkitzel ist der Autorin anzumerken und quasi in die Wiege gelegt worden. Sie baut, wie üblich, sehr viele Figuren ein und konstruiert um sie herum eine unfassbar spannende Geschichte. Figuren, die absolut konträr sind und zusammengefügt werden und dadurch einen novellistischen Erzählstrang projizieren. Es ist eine absolute Meisterleistung wie sie scheinbar unabhängige Geschichten miteinander verknüpft und langsam die Puzzleteile sich ineinanderfügen. Nachdem ihr letzter Thriller, Die Entscheidung, etwas schwächelte, ist ihr neues Werk ein absolutes Lesevergnügen. Dieser Thriller darf in keiner Thriller-Bibliothek fehlen.

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    Cover des Buches Willow in Deutschland (ISBN: 9783453271838)

    Bewertung zu "Willow in Deutschland" von Stefan Rensch

    Willow in Deutschland
    Literatur-Universumvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Lustige Idee, viele gute Ansätze, aber die Schreibtechnik erinnert an eine Wegbeschreibung ohne Ziel
    Vom Sinn des Weltalls

    Was ist das, dieses Ding, was die Menschen „Leben“ nennen? Wieso unterscheiden sich die Menschen von Schweinen? Sie haben doch beide kein Fell. Und warum reden Haustiere nicht? Willow will die Menschen verstehen, dafür ist er als junger Außerirdischer ein Jahr lang in Deutschland unterwegs.

    Es ist ein Tagebuch, welches Willow feinsäuberlich führt. Er schreibt jeden Tag, was er alles erlebt hat. Manchmal sind es aufregende, neue Sachen und manchmal nur Träumereien und Ausruhphasen. Neugierig versucht er den Körper, Geist und das Hirn der Menschen zu erforschen. Er verzweifelt am Essverhalten der Menschen – bei dem eingepackten Fleisch muss er an Leichenteile denken. Außerdem sinniert er darüber, wie man Eier essen könne, wenn sie aus dem Hintern von jemanden produziert werden.

    Willow steckt im Körper eines mäßig gutaussehenden Mannes in den 40ern. Seine merkwürdige Art fällt seinen Mitmenschen sehr rasch auf. Zunächst wird er von vielen ignoriert und beschimpft. Mit der Zeit lernt er jedoch die Zeichen und Verhalten der Menschen immer besser kennen. Seine Unterhaltungen und Interpretationen werden so immer schlüssiger. Er beschäftigt sich schließlich mit dem Thema Arbeit. Und bemerkt, dass viele Menschen negativ und unglücklich auf diese reagieren. Nachdem er selbst eine Arbeit findet, versucht er sich nebenbei auch als Deutsch-Rap Manager. Dort unterstützt er zwei Künstler. Einer davon bedient sich ausschließlich mit Zitaten von dem Philosophen Martin Heidegger. Viele irrwitzige Passagen und Eskapaden sind hiermit vorprogrammiert.


    Der Autor Stefan Rensch versucht auf witzige Art und Weiße die normalen Dinge des Lebens zu hinterfragen. Manches Mal gelingt es ihm. Sehr oft greift er jedoch daneben und füttert den Inhalt des Buches mit äußerst langweiligen Phrasen. Jeder Monat wird begonnen mit Bildern von Willow und seinen Highlights des Monats. Eine nette Idee, die den Inhalt jedoch wenig vorantreiben kann. Die Idee und viele Ansatzpunkte sind äußerst gelungen. Dennoch schafft es der Autor nicht, fesselnd und spannend zu erzählen. Es liest sich oftmals wie eine Wegbeschreibung ohne Ziel. Die Kernbotschaft hängt in der Luft. Zum Schluss bleibt zumindest die Erkenntnis, dass sich das Buch in knappen zwei Stunden durchlesen lässt. 

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    Cover des Buches NSA - Nationales Sicherheits-Amt (ISBN: 9783785726259)

    Bewertung zu "NSA - Nationales Sicherheits-Amt" von Andreas Eschbach

    NSA - Nationales Sicherheits-Amt
    Literatur-Universumvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Wie viele Tote mehr hätte ein Überwachungssystem, wie wir es heute kennen, in Zeiten des Holocaust gebracht?
    Was wäre wenn ... ?!

    Wir schreiben das Jahr 1942. Die Welt steckt im Krieg. Die Juden wittern bereits früh die Gefahr und flüchten oder verstecken sich. Doch sie sind nirgendwo sicher. Computerprogramme machen es möglich, sie überall zu finden. Wie hätte die Welt ausgesehen, wenn das Deutsche Reich bereits über die Möglichkeiten der Überwachungssysteme von heute in Besitz gewesen wäre? Wenn es bereits mobile Telefone gegeben hätte? Bargeldloses Zahlen, um immer über jede Aktivität und jeden Aufenthaltsort der Menschen Bescheid zu wissen. Mit dieser und weiteren Fragen beschäftigt sich das neue Buch von Andreas Eschbach.

    Helene ist 21 und begeistere Programmiererin. Sie arbeitet für das Nationale-Sicherheits-Amt – NSA. Während sich die Welt mitten im Krieg befindet, entwickelt sie ein Programm mit, wie man auffällige Menschen herausfiltern kann. Ohne ihr Wissen zielt das Programm jedoch darauf ab, versteckte Juden ausfindig zu machen. Als sie ihre große Liebe Arthur trifft und ihn ebenfalls versteckt halten muss, versteht sie erst, in was sie da hineingeraten ist. Es beginnt ein Kampf gegen ein System und ein perfides Reich. Aber wie kann man alleine diesen Kampf ausfechten? Und irgendwann stellt sich ihr auch die Frage, ob sie es will. Bis eines Tages ein neuer Mann in ihr Leben gelangt, der alles verändert.

    Eugen Lettke ist 28 und hatte bislang wenig Erfolge bei Frauen. Um dem Krieg zu entgehen, hat er bei der NSA als Analyst angeheuert und nutzt die Möglichkeiten seines neuen Arbeitgebers, um sich an seiner Vergangenheit zu rächen. 4 Frauen. 4 Frauen, die ihn damals verhöhnt hatten und die dafür nun büßen müssen. Er lernt in kürzester Zeit, wie er Menschen aufspüren kann und beginnt sein infernalisches Spiel.

    Diese zwei unterschiedlichen Figuren treffen letztendlich aufeinander und stoßen auf etwas, was die ganze Welt verändern wird. Eine neue Revolution. Es stößt großes Interesse auf. Eines Tages lädt der Führer Persönlich – Adolf Hitler – Eugen ein, um ihn persönlich zu danken. Und ab diesem Moment wird nichts mehr so sein, wie es einmal war.

    Andreas Eschbach hat ein sehr interessantes Szenario geschaffen. Sein Thema ist am Puls der Zeit. Längst befinden wir uns in einer Zeit, in der wir wenig Freiheit genießen. Überwachungen, Datendiebstähle, Paybackpunkte, Deutschlandkarte, Online-Banking, Cloud, Facebook etc. Beinahe alles wird online verwaltet. Jede unserer Aktionen könnte mit Leichtigkeit nachverfolgt werden. Was wir essen, wie wir es essen, wo wir es essen. Was wir lesen, was wir in der Freizeit gerne machen etc. Aber was wäre passiert, wenn all diese Dinge bereits zu Zeiten Adolf Hitlers möglich gewesen wären? Wenn das Reich über diese grenzenlosen Möglichkeiten besessen hätte? Wie würde die Welt heute aussehen? Ein sehr spannender Roman, der auf über 700 Seiten große Spannung bietet. Die Figuren wirken extrem lebendig und man kann sie sich als Menschen unserer Gesellschaft sehr leicht vorstellen. Hier beweist der Autor seine große Klasse. Dieses Buch schreit nach einer Verfilmung! 

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    Cover des Buches Das schönste Mädchen der Welt (ISBN: 9783764506421)

    Bewertung zu "Das schönste Mädchen der Welt" von Michel Birbæk

    Das schönste Mädchen der Welt
    Literatur-Universumvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: typisch nostalgisch und lebensecht. Figuren, die nicht das Leben manifestieren, sondern das Leben sind. Klassisch - Fantastisch!
    Literarischer Soundrack des Lebens

    Leo hatte alles und an einem bestimmten Moment im Leben verlor er alles wieder. Bandtour, Auftritte und eine Freundin, Stella, die seine Musik lebt, spiegelten sein Leben. Zudem verfolgte er Liveauftritte von großen Musikern. Und auch von DEM Musiker - Prince. 1988 in der Westfallenhalle potenziert er das Bühnenerlebnis für jeden Zuschauer und verändert Leben. Auch Leos. Diesen Moment wird er niemals vergessen. Diese Zeit wird ihn für immer prägen. Das weiß er. Was er nicht weiß, ist, dass sie ihn durch Höhen und Tiefen führen wird. 28 Jahre später ist nichts mehr so wie es einmal war.

    Der Ich-Erzähler Leo Palmer betreibt nun ein Tonstudio mit seinem Freund Harry. Ehemals der beste Toningenieur Europas. Ton produzieren sie zwar, jedoch keinen musikalischen, sondern Hörbücher. Für die Miete reicht es immer knapp. Seit fünf Jahren ist Leo Single und seit 20 Jahren geschieden. Mit Tinder sucht er sich seine potenziellen Freundinnen. Erfolgsversprechend ist es nicht, aber es ist der Ausgleich zu seinem tristen Leben. Nach einer äußerst erfolgreichen Karriere hat er nie mehr Fuß gefasst. Eines Tages trifft er sich mit einem Tinder-Date und lernt eine Frau kennen, die im selben Restaurant ihr Gespräch mithört. Was eine ominöse Begegnung zunächst manifestiert, weitet sich in ein brisantes Kennenlernen aus. Sie ist die schönste Frau, die er seit Stella kennengelernt hat - und die Klügste. Er scheint wieder auf der Welle des Erfolges zu reiten. Bis die Nachricht eintrifft, dass Prince gestorben ist - und mit dieser holt ihn auch seine Vergangenheit ein und verändert wieder die Grundfeste seines Lebens.

    Seit vielen Jahren warte ich nun bereits auf ein Buch von Birbaek. "Die beste zum Schluss" war sein letzter Roman und hat mich faszinierend durch meine Jugendzeit geführt. Nach diesem Roman habe ich auch seine restlichen vier Romane "Was mich fertig macht, ist nicht das Leben, sondern die Tage dazwischen", "Wenn das Leben ein Strand ist, sind Frauen das Mehr", "Beziehungswaise", "Nele & Paul" gelesen und wurde zu einem Birbaek-Fan. Es hat mich sehr gefreut, dass er ein neues Buch geschrieben hat. Ohne den Inhalt zu kennen, habe ich es sofort vorbestellt.
    Die Geschichte ist, typisch Birbaek, nostalgisch aufgebaut. Das narrative Erzählen über Beziehungen und Höhen und Tiefen des Lebens beherrscht der Autor exzellent. Seine Figuren sind "lebensecht". Wenn man zwischen Fiktion und Leben beim Lesen nicht mehr unterscheiden kann, ist es ein Zeichen von Genialität.
    Was mir nicht gefallen hat, ist die überaus explizite Schilderung der musikalischen Aktivitäten. Diese breite Anekdote über Prince und die ständig wiederholende Darstellung seiner Attribute. Weniger wäre hier tatsächlich mehr gewesen. Zeitweise hat es letztendlich gelangweilt.
    Aber Prince hat Michel Birbaek wieder zum Schreiben gebracht - und die Ich-Figur Leo Palmer zum Nachdenken - also kann man über diese Sequenzen auch die Augen zudrücken.
    Ansonsten ein großes Lesevergnügen! 

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    Cover des Buches Percy Jackson erzählt: Griechische Göttersagen (ISBN: 9783551556615)

    Bewertung zu "Percy Jackson erzählt: Griechische Göttersagen" von Rick Riordan

    Percy Jackson erzählt: Griechische Göttersagen
    Literatur-Universumvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Antike Bildung für Jung und Alt
    Imposantes Werk - geeignet für jung und alt

    Selten hat ein Jugendbuch so viel geschichtlichen Hintergrund mit solch einer Leichtigkeit verbinden können. Die griechische Mythologie ist nicht nur interessant, wegen der vielen lustigen und ästhetischen Geschichten, sondern auch, weil sie unser heutiges Wissen über viele Elemente der Welt bereichert hat.
    Dieses Buch frischt das Wissen für die Erwachsenen auf und stimuliert es und potenziert es mit Sicherheit, während es für die Jugend als ein phänomenales Werk für antike Kultur und Geschichte dient.
    Es ist sehr zu empfehlen und natürlich auch zu berücksichtigen, dass viele Dinge infantil aus der Sicht von Percy Jackson beschrieben werden und die Geschichten eine Innovation und Ideenanalogie seiner Abenteuer verknüpft.

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    Cover des Buches Hatten wir nicht mal Sex in den 80ern? (ISBN: 9783453271371)

    Bewertung zu "Hatten wir nicht mal Sex in den 80ern?" von Timo Blunck

    Hatten wir nicht mal Sex in den 80ern?
    Literatur-Universumvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Enttäuschend
    Eine wilde Odyssee

    Über 100 Frauengeschichten, Schlägereien, wilde Partys, Drogen-Nächte und eine Reise um den gesamten Globus. Schröder hat epische Kapitel für seinen Lebenslauf kreiert. Wenn man sich am Ende des Lebens an die Highlights erinnern soll, die das Leben ausgemacht haben, kann Schröder ein bibeldickes Buch manifestieren. Aber er ist nicht stolz auf sein Leben. Vielmehr bereut er die Odyssee seiner Lebenstortur. Nachdem er betrunken und high zusammenbricht, zwingt ihn seine Schwester Esther dazu, sich in Therapie zu begeben. Dr. Schulz bekommt seine gesamte Lebensgeschichte zu hören und wird von der Geschichte so stark angezogen, dass sie jegliches Zeitgefühl verliert.

    Wer ist dieser Schröder? Nach der Lektüre kann man diese Frage sehr leicht beantworten. Es ist eine Figur, die über 50 ist und erfolgreich durch viele Länder mit seiner Band tourte. Zusammen mit seinem imaginären Begleiter Knirpsi, der ihm immer wieder suggeriert, was er tun und denken soll. Er fungiert als dunkle Seite in seinem Hirn. Bereits früh wollte Schröder nicht so sein wie seine hochgebildeten Eltern. Seine Distanz zu seinem Vater, der Uni-Professor ist, führt ihn zu einem Draufgängerleben. Erste Sexerfahrungen erlebt er daher erst mit seiner Flucht. Die daraus evozierte erste Liebe ist zum Scheitern verurteilt. Über Jahre hinweg lernt er das Leben der Randgesellschaft kennen. Aus diesen Erfahrungen entwickelt er ein eigenes Bild von der perfekten Frau. Statt süß, intelligent, hübsch und sozial, entscheidet er sich für verrucht, geil, extrovertiert und abenteuerlustig.

    Timo Blunck war selbst erfolgreicher Bassist einer Band und projiziert seine Erfahrungen auf den Inhalt dieses Buches. Es wirkt selten verstellt und solidarisiert sich mit einer Authentizität der Texte. Besonderes Augenmerk legt er dabei auf die 80er Jahre, die für ihn besinnungslose Sexorgien implizieren.

    Die Geschichte dreht sich neben zahlreichen Abenteuern, Sexorgien und Sexlüsten auch um die Erfahrungen der Liebe. Schröder erschafft sich das Bild seiner perfekten Frau in Sophia, die es meisterhaft versteht sein Leben in ein Dramastück zu verwandeln. Sie bringt ihn in die kuriosesten Situationen und drängt ihn ständig zu Entscheidungen, die verlustgeprägt sind. Während er in Sehnsucht verfällt und die Liebe zu einer Reise macht, die ständig auf ihren Lebenswegen flaniert, beschäftigt sie sich ständig auch mit anderen Männern.

    Der Schreibstil des Autors ist sehr prägnant. Sein Ich-Erzähler wirkt ständig authentisch und man kann sich äußerst schnell mit ihm identifizieren. Leider verliert sich das Buch mit ansteigender Seitenzahl in Banalität. Schröder verliert viel Sympathie, weil er Entscheidungen wie ein kleiner Schuljunge trifft. Das Buch beleuchtet ständig neue Zeitepochen und selbst diese verlieren mit zunehmenden Fortschreiten des Buches an Bildhaftigkeit und Emotion. Mühsam quält man sich letztendlich bis zum Schluss.
    Marcel Reich-Ranicki forderte daraufhin oftmals 200 Seiten weniger. Diese hätten diesem Buch tatsächlich deutlich mehr Strahlkraft verliehen.

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    Cover des Buches Das Leben des Vernon Subutex 2 (ISBN: 9783462050981)

    Bewertung zu "Das Leben des Vernon Subutex 2" von Virginie Despentes

    Das Leben des Vernon Subutex 2
    Literatur-Universumvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Der Verlorene kehrt wieder zurück ins Gefundene
    Die Unsichtbaren

    Vernon Subutex steht kurz vor dem Tod und ist dennoch zufrieden. Nach der Flucht vor der Schlägerei, in der sein Freund Xavier schwer verletzt wurde, schläft er auf einer Parkbank im Norden Frankreichs. Er erkrankt. In diesen Höllenstunden begegnet er Charles einem Alkoholiker. Zunächst wird er von diesem beschimpft. Als er merkt, dass Vernon sich nicht wert, bringt er ihm Aspirin und Orangen. Vernon überlebt und gibt den Anstoß für die neue Geschichte. Der gesamte Roman schwingt in dieser Showeinlage: zwischen überleben und erleben. Kratzt immer am Rande des Wahnsinns.

    Die Geschichte knüpft an, wo sie aufgehört hatte. Die Suche nach der Kassette von Alex Bleach geht weiter. Dieselben Protagonisten tanzen auf der Bühne der Entdeckungsfreude und Vergangenheitsbewältigung. Zudem stoßen weitere Bettler, Verlierer und Traumtänzer in die Welt der Unsichtbaren. Anhand der Figurenkonstellation versucht Virginie Despentes die Ketten der Gesellschaftsschicht zu sprengen. Die, um die es normalerweise nie geht, spielen die übergeordnete Rolle. Ihre Leben werden reflektiert. Sie versucht den Glanz der Welt zu verbergen und den Schimmel am Horizont zum Leuchten zu bringen.

    Ähnlich wie im ersten Teil sind die Figuren vulgär, gesellschaftskritisch und brutal. Wir bekommen einen tiefen Blick in ihre Leben. Zunächst ist man äußerst verwirrt, weil so viele Figuren in das Feld geworfen werden, dass man nicht weiß, was sie in der Geschichte bewegen sollen. Am Ende jedes Kapitels löst sich die Frage jedoch auf und die Verknüpfung wird einem äußerst schnell deutlich.

    Man sollte definitiv den ersten Teil lesen, bevor man sich in dieses Werk stürzt. Zwar gibt es zu Beginn eine kurze Figurenerläuterung, diese ist jedoch für eine Orientierung gut, aber nicht genug. Insbesondere wird das Leben von Vernon Subutex einfach viel zu marginal behandelt. Im ersten Teil bekam man eine äußerst intelligente Sichtweise seines Lebens präsentiert. Im zweiten Teil scheint er nur eine Randfigur zu sein. Viele Figuren übertrumpfen ihn. Ohne den ersten Teil würde man die Geschichte nicht verstehen. Vor allem nicht, wieso das Buch "Das Leben des Vernon Subutex" heißt.

    Ansonsten ist es wieder ein hervorragendes Buch. Die Sprache die Despentes verwendet ist ausgezeichnet. Die Stilmittel, die Originalität, die Detailtreue und poetische Intelligenz entwerfen ein hochliterarisches Werk ohne das Spannungsfeld außer Acht zu lassen und das ist ein Können, welches man unbedingt würdigen muss.

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    Cover des Buches Die Optimierer (ISBN: 9783404208876)

    Bewertung zu "Die Optimierer" von Theresa Hannig

    Die Optimierer
    Literatur-Universumvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Das Leben unserer Zukunft?
    Äußerst realistische Zukunftstendenzen

    Was wären wir für Menschen, wenn wir uns kennen würden, ohne uns kennenlernen zu müssen? Wäre Freundschaft eine Utopie? Wäre die Liebe plastisch? Oder wären wir zufrieden, weil wir die Makel bereits im Voraus kennen würden und so nicht verletzbar wären und keine Angst vor einer schmerzhaften Trennung haben müssten. Sind Erfahrungen jedoch nicht jene, die uns erst als Menschen ausweisen? Theresa Hannig hat ein Buch geschrieben, welches vorausdenkt. Es manifestiert eine erstrebenswerte Welt, welche am Puls der Zeit zu liegen scheint, die jedoch auch viele Fragen an die Gesellschaft und ihr technifizierendes Zukunftsdenken stellt.

    Es gibt nur mehr synthetisches Fleisch. Eine Kommunikationslinse im linken Auge zeigt alle Informationen, die man für das Leben wissen muss und autorisiert alle Personen, die einem über den Weg laufen. Automatisierte Autos, die keine Lenker benötigen und Roboter im Alltag, die alles regeln sind die Eckpfeiler des neuen Staates: Bundesrepublik Europa. Samson Freitag ist ein sehr zufriedener Bürger. Er lebt in München und arbeitet als Lebensberater. Es ist das Jahr 2052. In diesem soll sich einiges für ihn ergeben: eine Beförderung steht im Raum und außerdem bereitet er einen Heiratsantrag für seine Freundin Melanie vor, mit der er laut der Software zu 86 % zusammenpasst. Für die Beförderung fehlen ihm ein paar Sozialpunkte. Diese sammelt man, wenn man gutes für den Staat tut oder Korrekturvermerke an den Staat weiterleitet. Er hat stolze 980 Punkte und ist somit ein angesehener Bürger.

    Das Prinzip des Staates ist einfach: jeder, der gebraucht wird, wird unterstützt. Sollte jemand jedoch nicht die Kriterien erfüllen, die der Wirtschaft nützlich sind, kommt er in die Kontemplation. Das bedeutet er wird ausgegliedert aus der Gesellschaft. Man bekommt ein Grundeinkommen und muss nie mehr etwas tun. Samson stört das nicht. So funktioniert das und er empfindet das als fair. Nur die Guten und Klugen können einen Staat aufrechterhalten. Außerdem schottet sich die Bundesrepublik Europa von allen anderen Staaten der Welt durch einen Zaun ab. Keiner darf in diese famose Welt. Für eine noch perfektere Ausgestaltung wird eine Konstellation von Berufsrobotern in den Arbeitsbereichen eingeführt, die alles überwachen. Sie sind fehlerlos. Menschen jedoch neigen zu Fehlern.

    Die Elegien gegen diese Überwachungswelt werden strengstens überwacht und bestraft. Erst als Samson von seiner Freundin verlassen wird, weil er versessen ist ein optimaler Bürger zu werden und dem System blind folgt, beginnt sein Leben eine Drehung zu bekommen. Er entdeckt einen mysteriösen Fehler im System der Lebensberatung und begeht selbst einen Fehler, der ihn in eine Gefahr bringt, die sein ganzes Leben verändert.

    Theresa Hannig hat sich an ein Thema herangewagt, welches sich explizit mit Zukunftsvisionen beschäftigt, die unserer Zivilisation nicht fremd sind. Edward Snowden öffnete der Welt die Augen, doch sie hielt sie verschlossen. Diese ablehnende Haltung gegen das Offensichtliche suggeriert eine äußerst folgende Gesellschaft, die ein System blindlinks akzeptiert. Deswegen sind Szenarien wie dieses Buch sie aufzeigt keine Unwahrscheinlichkeit. Sie erzeugen Bilder, die zum Nachdenken bewegen. Die Sprache im Buch ist eine äußerst prägnante, die auch mit sehr kurzen Kapiteln umzäunt wird. Was dem Buch fehlt, ist die Strahlkraft in den Figuren. Sie scheinen mir zu mechanisch und „robotisiert“. Die Hauptfigur Samson ist trotz aller Umstände nicht in der Lage eine Humanität zu gewinnen. Diese lieblose Ausgestaltung der Figur und die Machtlosigkeit einer Entwicklungstendenz, stumpfen das Buch etwas ab. Ansonsten ist es ein sehr zu empfehlendes Buch mit großem Potenzial und Visionen.

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    Cover des Buches Tyll (ISBN: 9783498035679)

    Bewertung zu "Tyll" von Daniel Kehlmann

    Tyll
    Literatur-Universumvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: eines der besten Bücher dieses Jahres
    Eine allzu vergessene Zeit

    Tyll hat alles verloren und doch die Vernunft behalten. Es klingt vielleicht grotesk einen Schausteller und Unheilbringer als vernünftig zu bezeichnen, doch scheint er der klügste Kopf einer verdummenden Gesellschaft zu sein. Es ist die Zeit des Dreißigjährigen Krieges und die Zeit der Mythen, Sagen und gehirnlosen Menschen. Die Reichen werfen Gerüchte in die Welt und die dumme Bevölkerung tobt und schlägt sich die Köpfe ab. Ein Drittel der Bevölkerung stirbt in der Zeit von 1618-1648. Aber was macht Tyll Ulenspiegel eigentlich in dieser Zeit? War er nicht bereits im 14. Jahrhundert geboren worden (zumindest die historische Figur, die in Analogie gestellt wird Till Eulenspiegel)? Das stimmt, aber es ist die Genialität, die diesen Roman ausmacht.

    Als Tylls Vater, Claus, zum Müller wurde und die Mühle seines Schwiegervaters übernahm, liebte ihn seine Frau Agnata, die froh war, dass sie nicht den versprochenen, hässlichen Nachbarn heiraten musste. Mit den Jahren beschäftigte sich Claus nur noch mit Büchern. Da es zu dieser Zeit beinahe unmöglich war an Bücher zu kommen und es nur den Reichen und Adeligen vorbehalten war, musste er sie sich stehlen. Er führte viele Experimente durch und sinnierte über die Rätsel der Welt. In der Welt des 17. Jahrhunderts war dies jedoch extrem gefährlich. Er gehörte zum niederen Stand und somit hatte er nicht zu rätseln. So kam er unter Verdacht ein Hexer zu sein. Tyll erkannte die Gefahr und flüchtete von zu Hause. Es begann die Zeit der Flucht und der Abenteuer.

    Daniel Kehlmann ist einer der bedeutendsten und intellektuellsten deutschen Schriftsteller. Er hat vor allem mit "Die Vermessung der Welt" Kultstatus erreicht und dieses Buch ist sogar noch besser. Man bekommt hier keine lineare Geschichte geliefert. Wirre Zeitsprünge und viele Handlungsorte passieren die Geschehnisse, doch bekommt man nie das Gefühl, dass man sich auf einem verwirrten Handlungsablauf befindet. Vielmehr möchte man immer mehr von den Figuren erfahren und das ist die Kunst dieses Autors. Jede Figur enthält so viel Energie und eigene Identität, sodass man sich keine Figur fortwünscht, sondern immer mehr Inhalte.

    Wo auch immer Tyll auftaucht, ist das Unheil nicht weit. Die Leute bewundern seine Schauspielkunst und er gewinnt an so viel Berühmtheit, dass sogar der Kaiser ihn als Hofnarren haben möchte. Implizit zeigt er der Bevölkerung, wie dumm und hirnlos sie die Dinge auf der Welt geschehen lassen. Mit einfachen Mitteln hetzt er sie auf und lässt sie verwirrt zurück. Aber die Kunstfertigkeit besteht auch darin, dass er es auch mit den großen der Szene aufnimmt. Er lässt den Intellektuellsten Zeitgenossen Athanasius Kircher verstummen. Begleitet Friedrich, den ehemaligen König von Böhmen bis zu seinem nahtlosen Ende und begegnet immer wieder seiner Frau Elizabeth, der Enkelin von Maria Stuart, die ebenfalls all ihren Ruhm verliert.Aber Tyll ist auch ein Wegbereiter. Sieht Dinge in den Menschen, die sonst niemand sieht. So auch bei seiner "Schwester" Nele. Er zieht sie aus dem Dreck. Er bringt ihr Dinge bei und hält sie von ihren Wegen nicht ab. Alleine die Geschichte um Nele ist so herzhaft, dass es wert ist, dieses Buch zu lesen.Außerdem ist Tyll ein Mensch des Lebens. Während um ihn herum die Menschen tot umfallen, will er nur leben. Er will nicht sterben. Und zwar NIE sterben. Er weiß es gibt den Tod. Aber er sucht ihn nicht und will ihn nicht.

    Dieses Buch ist ein wahres Meisterwerk und für mich das qualitativ beste Buch dieses Jahres. Es verkörpert eine allzu vergessene Zeit und führt uns in die narrenhafte Zeit der Menschheit. Außerdem gebärt sie eine Figur, die seinesgleichen sucht. Eine Figur, die uns das Leben theatralisch vorführt und doch so erscheinen lässt, als wäre unser Leben ein Theater und nicht die Bühne auf der sie tanzt.

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