LiteraturMonster

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches Schloss der Schatten: Blut ist dicker als Wasser (ISBN: B07KVNTZ7H)

    Bewertung zu "Schloss der Schatten: Blut ist dicker als Wasser" von Jeanette Lagall

    Schloss der Schatten: Blut ist dicker als Wasser
    LiteraturMonstervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein Vampirroman, der mich zwar an die typischen YA-Fantasy-Romance Schinken erinnert dabei aber angenehm erwachsen wirkt.
    Erwachsene Vampir-Romantasy

    Einige Bücher machen es mir wirklich, wirklich schwer eine Rezension zu verfassen. Schloss der Schatten ist definitiv eines davon! Mein Kopf sagt so ziemlich das Gegenteil von meinem Bauch und ich weiß gar nicht so wirklich, wie ich das in Worte fassen soll.

    Wenn ich so über die üblichen Diskussionspunkte einer Rezension nachdenke, fallen mir viele Dinge ein, die ich eigentlich gar nicht an Büchern mag. Fakt ist aber, ich habe den Roman an zwei Tagen durchgelesen und hatte wirklich viel Spaß dabei. Am Ende war ich dann sogar richtig traurig, dass ich nicht gleich mit Band zwei weitermachen konnte.

    Vampirromane sind für mich nach dem Boom der letzten zehn Jahre so eine Sache. Es gab einige, die mein Teenager-Ich begeistern konnten: Twilight, Vampire Academy und (um eine etwas „erwachsenere“ Reihe zu nennen) Cat and Bones. Aber viele, viele Bücher wirkten eher wie ein billiger, schlecht geschriebener Abklatsch und haben mich einfach übersättigt. Man nehme ein normales Mädchen, einen sexy Vampir (hier kann auch ein beliebiges anderes übernatürliches Wesen eingesetzt werden), steckt sie in eine Internatsschule (weil man dann gleich die nervigen Eltern los wird, die eh niemand braucht) AND NOW KISS!

    Was mir daher als erstes beim Schloss der Schatten aufgefallen ist: die Protagonistin ist keine 16 Jahre alt, geht nicht mehr zur Schule und es entsteht kein Drama, weil sie zu unschuldig ist um über Bienchen und Blümchen zu reden.  Dabei will ich die Teenage-Probleme, welche in vielen Young Adult Romanen angesprochen werden, nicht abwerten. Oft habe ich mich selbst darin wiederfinden können. Genauso oft kamen mir viele Probleme aber auch unnötig und viel zu übertrieben vor. Das Schloss der Schatten verzichtet auf überzogenes Drama und vermittelt mir als Leser nicht ständig den Drang die Protagonistin einmal kräftig durchschütteln zu wollen.

    Gleichzeitig habe ich mich zu Beginn etwas an Vampire Diaries erinnert gefühlt. Ein mehr oder weniger netter Bruder und ein böser, der sich ständig einmischt und die ganze Geschichte in eine Dreiecksbeziehung verwandelt. Aber in dieser Hinsicht konnte die Autorin mit dem ein oder anderen Plottwist überraschen und diverse altbekannte Muster aufbrechen. Eine ganz bestimmte Offenbarung hat mich dabei ziemlich aus den Socken gehauen!

    Ein wenig zu lieb waren mir die Vampire aber insgesamt schon und ich hätte mir etwas mehr Biss (haha) gewünscht. Das Vampir-Feeling kam bei mir nicht ganz so an, wie ich mir das gewünscht hätte. Aber Vampire sind Fantasywesen und wie sie sich verhalten, ob sie fließendes Wasser überqueren können oder glitzern, das ist dem Autoren der jeweiligen Geschichte selbst überlassen. Da kann man schlecht argumentieren, dass diese Darstellung nicht realistisch genug ist. Eigentlich ist das nur Geschmack.

    Ebenfalls Geschmackssache ist der Schreibstil. Ich muss zugeben, dass mich dieser nicht vom Hocker gerissen hat. Es gibt da nämlich eine Sache, die ich bei Young Adult, New Adult, Romance, Contemporary und jedem anderen Genre in dem dieses Phänomen auftaucht, einfach gar nicht leiden kann und das sind übermäßig detaillierte Charakterbeschreibungen. Ich muss nicht von jedem Charakter Augen-, Haut- und Haarfarbe wissen. Zumindest will ich diese Information nicht gebündelt am Anfang erhalten, sobald diese Figur zum ersten Mal erscheint. Mein Gedächtnis ist nämlich fürchterlich und ich ich kann mir diese Flut an Informationen einfach nicht merken oder werfe andauernd etwas durcheinander. Abgesehen davon war der Schreibstil aber flüssig und leicht zu lesen. Ich habe die Seite um Seite im Rekordtempo.

    Die Story hat mich gepackt. Das lag allerdings weniger an dem actionreichen Teil der Geschichte. Denn auch wenn immer wieder verschiedene Komplotte angeteasert werden, hatten diese in meinen Augen kaum Einfluss auf den Verlauf der Geschichte. (Da dies aber nur der erste Band einer Reihe ist, gehe ich davon aus, dass sich da noch einiges ändert.)  Dafür hat mich die Hintergrundgeschichte um David und Raoul brennend interessiert und auch Auricas „Alltag“ zwischen all ihren eigenartigen Kollegen fand ich sehr unterhaltsam. Die Stärken lagen in meinen Augen aber besonders in den intimeren Szenen. Das meine ich jetzt nicht nur bezogen auf Erotik, sondern auch emotional. Allerdings fand ich gerade die erotischen Passagen sehr gut umgesetzt. Sie waren sexy, aber nicht nicht zu aufdringlich oder übertrieben und vor allem waren sie nicht der Fokus der Geschichte, sondern haben einfach ihren Teil zum Gesamtwerkt beigetragen. Bei anderen Büchern finde ich es immer ziemlich ätzend, wenn man das Gefühl hat, die ganze Story ist nur eine lose Rahmenhandlung, damit man zwei Charaktere miteinander fummeln lassen kann.

    Ich könnte wahrscheinlich noch ewig weiter schreiben und viele kleine Aspekte aufzählen, die mir mehr oder weniger gefallen haben. Und wenn ich ganz nüchtern eine Liste mit allen Punkten aufschreiben würde, die ich eigentlich an Geschichten, Charakteren, Schreibstilen, etc. nicht mag, würden da sicherlich so einige Kleinigkeiten zusammenkommen. Aber tatsächlich hat das alles beim Lesen überhaupt keine Rolle gespielt. Ich hatte einfach Spaß. Oft ist die Hauptmotivation dafür ein Buch schnell durch zu lesen , dass ich dann darüber schreiben kann (in der Hinsicht hat mir das Bloggen vielleicht nicht allzu gut getan). Diesmal war es eindeutig das Buch, dass mich nicht losgelassen hat.

    Kurz & Knapp

    Das Schloss der Schatten ist ein Vampirroman, der mich zwar an die YA-Fantasy-Romance Schinken erinnert, die ich früher verschlungen habe, dabei aber etwas erwachsener wirkt. Vielleicht war es genau diese Mischung aus Nostalgie und erwachsen sein, die mich so begeistert hat. Auch wenn es einige kleine Aspekte gab, die mir nicht hundertprozentig gefallen haben, konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. In den letzten Jahren passiert es sehr selten, dass ich ein Buch so schnell verschlinge und es war ein tolles Gefühl, sich endlich mal wieder einfach mitreißen zu lassen. Insgesamt hätte ich mir ein bisschen mehr Pepp gewünscht, mehr Action und zwielichtigere Charaktere. Aber auch so war mir nie langweilig beim Lesen und ich freue mich auf Band 2.

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    Cover des Buches Die Merle Trilogie (ISBN: 9783785539286)

    Bewertung zu "Die Merle Trilogie" von Kai Meyer

    Die Merle Trilogie
    LiteraturMonstervor 2 Jahren
    Cover des Buches Timeless - Retter der verlorenen Zeit (ISBN: 9783570174470)

    Bewertung zu "Timeless - Retter der verlorenen Zeit" von Armand Baltazar

    Timeless - Retter der verlorenen Zeit
    LiteraturMonstervor 2 Jahren
    Cover des Buches Eonvár – Zwischen den Welten (ISBN: 9783946955047)

    Bewertung zu "Eonvár – Zwischen den Welten" von Rupin Kat

    Eonvár – Zwischen den Welten
    LiteraturMonstervor 2 Jahren
    Cover des Buches Arkadien erwacht (ISBN: 9783492267885)

    Bewertung zu "Arkadien erwacht" von Kai Meyer

    Arkadien erwacht
    LiteraturMonstervor 2 Jahren
    Cover des Buches Arkadien brennt (ISBN: 9783492267892)

    Bewertung zu "Arkadien brennt" von Kai Meyer

    Arkadien brennt
    LiteraturMonstervor 2 Jahren
    Cover des Buches One Dark Throne (ISBN: 9781509807734)

    Bewertung zu "One Dark Throne" von Kendare Blake

    One Dark Throne
    LiteraturMonstervor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein doofes Ende für eine wirklich tolle Buchreihe.
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    Cover des Buches Die Vegetarierin (ISBN: 9783351036539)

    Bewertung zu "Die Vegetarierin" von Han Kang

    Die Vegetarierin
    LiteraturMonstervor 3 Jahren
    Cover des Buches Three Dark Crowns (ISBN: 9780062385437)

    Bewertung zu "Three Dark Crowns" von Kendare Blake

    Three Dark Crowns
    LiteraturMonstervor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Spannend, Düster und Schockierend, eines meiner Lesehighlights dieses Jahr!
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    Cover des Buches Machtlos (Ebby Scarborough, Band 1) (ISBN: 9781549894824)

    Bewertung zu "Machtlos (Ebby Scarborough, Band 1)" von Yvie Eckhardt

    Machtlos (Ebby Scarborough, Band 1)
    LiteraturMonstervor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Schönes Buch, aber leider mit zu wenig Tiefgang.
    Schnelle Kost für Zwischendurch

    Ich weiß gar nicht so genau, wo ich anfangen soll. Vielleicht mit der Frage, warum das Buch nicht doppelt so dick ist? Potential hätte es auf jeden Fall und eigentlich wäre es auch nötig gewesen, die Geschichte etwas aufzufächern. Man wird ziemlich schnell ins Geschehen geworfen und lernt auf den ersten Seiten schon fast alle relevanten Charaktere kennen. Was kein Problem ist, da es nicht allzu viele sind. Trotzdem habe ich die drei Cousinen Sam, Ashley und Jess am Anfang jedes Mal verwechselt. Dadurch, dass das Buch so actionreich beginnt, bleibt keine Zeit, die verschiedenen Figuren in Ruhe kennen zu lernen. Und auch im Verlauf der Geschichte kommt die Charakterentwicklung mir etwas zu kurz.
    Dafür ist es natürlich von Anfang an Spannend. Für langweilige Passagen ist in dem Roman einfach kein Platz. Aber auch die Geschichte hätte ich mir etwas ausführlicher gewünscht. Es werden einige Andeutungen gemacht, die aber nie genau erklärt werden. Dabei gäbe es doch z.B. über die Hexengesellschaft bestimmt noch einiges zu erzählen. Es gibt zwar noch mindestens einen weiteren Teil, in dem bestimmt vieles erklärt wird, aber auch im ersten Teil hätte ich mir als Leser gewünscht ein paar Infos zu bekommen. Das hätte die Geschichte ausgeschmückt und irgendwie runder wirken lassen. Ich hatte ein bisschen das Gefühl, dass man von einer Romance Szene zur nächsten springt und die Rahmenhandlung ein wenig schnell abgehandelt wird.
    Rechtschreibung und Schreibstil - ein oft sehr heikles Thema bei Selfpublishern. Aber hier kann ich fast gar nicht meckern. Die Rechtschreibung ist sehr gut und der Schreibstil der Autorin gefällt mir auch. Das Buch ließ sich angenehm flüssig lesen. Lediglich einige Phrasen, die sehr oft wiederholt wurden, störten mich nach einiger Zeit. So kommt es sehr, sehr oft vor, dass jemand "schmerzerfüllt das Gesicht verzieht" oder "zusammenzuckt". Ein bisschen mehr Variation in der Präsentation der Emotionen der Charaktere wäre schön gewesen.
    Am Ende hab ich das Buch in zwei Zügen komplett durch gelesen. Fängt man einmal an, will man es auch gar nicht aus der Hand legen, da ständig etwas passiert was den Leser auf Trab hält. Auf den letzten Seiten habe ich auch wirklich mitgefiebert. Trotzdem ließ mich das Buch am Ende ein bisschen unbefriedigt zurück, da es mir an vielen Stellen nicht genug in die Tiefe ging. Es fehlte einfach der Feinschliff.
    Ich denke aber, dass man das Buch gut und gerne mal eben und zwischendurch gut lesen kann und etwaige Kritikpunkte, die ich bei diesem Erstlingswerk hatte, sich nicht durch alle Folgeromane ziehen müssen. Bei Sarah J. Maas hatte ich im ersten Band ihrer Throne of Glass Reihe eine ähnliche Meinung (siehe meine Charakteranalyse von Celaena), in ihren Folgebänden hat sich das jedoch stark gebessert. Also: Augen offen halten! :)

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