Ein herrlich abgedrehtes, schön bebildertes Lesevergnügen auf 76 Seiten, das tatsächliche Ereignisse mit tierischer Beteiligung aufgreift.
Zur Protagonistin: Nelly ist eine ganz besondere Weinbergschnecke. Sie ist nämlich viel neugieriger als ihre Artgenossen und obendrein mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet (Sehr praktischen übrigens). Kein Wunder, dass sie sich nach Abenteuern sehnt (und ihr Wunsch soll in Erfüllung gehen. Aber ganz anders als erhofft.) Wenigstens gibt es da Ferdinand, den Vater ihrer Brut.
Lasst euch durch die Bilder Nellys auf keinen Fall täuschen (Ich selbst finde die Weinbergschnecke mit ihrem misstrauischen Seitenblick schon sehr niedlich): Denn das, was passiert, als Nelly ihre Brut besuchen will, ist alles andere als schön. Puh. Hier wird es heftig. Selbst durch die Augen einer Schnecke beobachtet. Eine junge Frau fällt einem Verbrechen zum Opfer. Und Nelly wird von der Spurensicherung eingesammelt und weggebracht.
Ob sie der Blechbüchse, in die sie schnöde gestopft wird, entkommen kann? Ob der Täter letztlich gefasst wird und Nelly tatsächlich Rache übt … Das müsst ihr schon selbst lesen.
Aber Achtung: Das ist kein Wohlfühbuch. Hier kriegen wir Menschen einen Spiegel aus Schneckensicht vorgehalten. Und was wir dort zu sehen kriegen, ist alles andere als schmeichelhaft.
Richtig ist hier, wer über (schwarzen) Humor verfügt und eine ebenso fantastische wie fantasievolle Geschichten abseits des Mainstreams zu schätzen weiß. Ich wünsche Nelly und ihren Freunden viele Leser und bin auf eine Fortsetzung gespannt.




















