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Livilla

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Livilla hat gelesen…
5 Bücher im Jahr 2026

Cover des Buches Nellys Schleimspur der Rache (ISBN: null)
Buch wurde am
15. Juli beendet
Cover des Buches Der Duft von Koteletts: Eine brutzelige Komödie über Influencer, Food-Hypes und das echte Leben in Köln (ISBN: null)
Buch wurde am
18. Mai beendet
Cover des Buches Die Verwandlung in Julia oder Kafkas Käfer (ISBN: null)
Buch wurde am
26. März beendet
Cover des Buches Der Zauber der Waldelfen (ISBN: null)
Buch wurde am
24. März beendet
Cover des Buches Das amerikanische Kind (ISBN: null)
Buch wurde am
24. März beendet

Rezensionen und Bewertungen

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Cover des Buches Nellys Schleimspur der Rache (ISBN: 9783769371147)

Bewertung zu "Nellys Schleimspur der Rache" von Monika Wirsching

Livilla
Kurzmeinung: Nelly auf Rachefeldzug, ob das klappt? Lasst euch von den Bildern nicht täuschen, hier geht es mitunter hart zur Sache.
Nellys Rachefeldzug

Ein herrlich abgedrehtes, schön bebildertes Lesevergnügen auf  76 Seiten, das tatsächliche Ereignisse mit tierischer Beteiligung aufgreift.  

Zur Protagonistin: Nelly ist eine ganz besondere Weinbergschnecke. Sie ist nämlich viel neugieriger als ihre Artgenossen und obendrein mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet (Sehr praktischen übrigens). Kein Wunder, dass sie sich nach Abenteuern sehnt (und ihr Wunsch soll in Erfüllung gehen. Aber ganz anders als erhofft.) Wenigstens gibt es da Ferdinand, den Vater ihrer Brut.  

Lasst euch durch die Bilder Nellys auf keinen  Fall täuschen (Ich selbst finde die Weinbergschnecke mit ihrem misstrauischen Seitenblick schon sehr niedlich): Denn das, was passiert, als Nelly ihre Brut besuchen will, ist alles andere als schön. Puh. Hier wird es heftig. Selbst durch die Augen einer Schnecke beobachtet. Eine junge Frau fällt einem Verbrechen zum Opfer. Und Nelly wird von der Spurensicherung eingesammelt und weggebracht. 

Ob sie der Blechbüchse, in die sie schnöde gestopft wird, entkommen kann? Ob  der Täter letztlich gefasst wird und Nelly tatsächlich Rache übt … Das müsst ihr schon selbst lesen. 

Aber Achtung: Das ist kein Wohlfühbuch. Hier kriegen wir Menschen einen Spiegel aus Schneckensicht vorgehalten. Und was wir dort zu sehen kriegen, ist alles andere als schmeichelhaft. 

Richtig ist hier, wer über (schwarzen) Humor verfügt und eine ebenso fantastische wie fantasievolle Geschichten abseits des Mainstreams zu schätzen weiß. Ich wünsche Nelly und ihren Freunden viele Leser und bin auf eine Fortsetzung  gespannt.  


Kurzmeinung: Wenn Arne grillt, kann Köln was erleben. Eine schräge Story voller Humor, mit treffenden Spitzen gegen menschliche Gier
Wenn Arne grillt …

 … kann alles mögliche passieren. Arne, alias der Foodinfluencer Carne, lädt ein Video hoch und lässt seine Follower (in nicht so ganz nüchternem Zustand) an einer Liebeserklärung teilhaben. Mit von der Partie sind eine gusseiserne Pfanne, Fleur de Sel, Schweineschmalz und Arnes große Liebe: Ein Kotelett mit perfektem Speckrand. 


Wer rechnet denn schon damit, dass das Video viral gehen könnte? Keiner, am allerwenigsten Arne. Was dann passiert: Das Video wird von Grill-Enthusiasten geteilt und es kommt, wie es kommen muss. Es erreicht eine Influencerin der (veganen) Gegenseite mit 500.000 Followern. Während entfesselte Veganer zur Jagd auf Carne blasen, erhält er ein verlockendes Angebot, das ihm genügend Geld für unzählige Koteletts verspricht. Kann er es ablehnen? Das lest selbst.


Arne findet im Verlauf der Geschichte nicht nur immer neue Gegner (irgendwie stellt er sich oft  und gerne selbst ein Bein und stolpert von einer Katastrophe in die nächste), sondern (glücklicherweise) immer auch mehr oder weniger (un)eigennützige Helfer.


Erstaunlich ist das, was Arne im Verlauf der Handlung Trost und echte Wärme spendet,  zum einem seine gusseiserne Pfanne und zum anderen die Rüsselplatte eines Schweins aus Massentierhaltung. Und es geht Arne so wie Goethes Zauberlehrling, der die Geister, die er rief und die Flut, die er ausgelöst hat, nicht mehr stoppen kann. Schlag auf Schlag steuert die Geschichte auf das große Finale zu. 


Es ist eine herrlich überdrehte, dabei aber sehr konsequente  Geschichte über einen Mann, der das Echte, Bratenfett und eine krosse Fleischkruste liebt und eigentlich nur ein Kotelett braten wollte. 


Hier sind Leser richtig, die Sinn für schrägen Humor, Slapstick und aberwitzige Situationen haben. Dabei ist die Story keineswegs platt oder trivial. Denn den Konsumenten und ihrem Verhalten wird ein Spiegel vorgehalten. Mich hat die Geschichte mit ihren kleinen, treffenden Spitzen bestens unterhalten. 


.

Cover des Buches Die Verwandlung in Julia oder Kafkas Käfer (ISBN: 9783965204447)

Bewertung zu "Die Verwandlung in Julia oder Kafkas Käfer" von Barbara Rath

Livilla
Kurzmeinung: Ein ungewöhnliches, intensives Jugendbuch zum schwierigen Thema Mobbing
Julias Metamorphose

Aus reicher Familie, spitzzüngig, intelligent, wortgewandt und ein bisschen mollig: Julia war nie beliebt im Klassenverband und so wird sie in der 10. Klasse zum idealen Ziel für Mobber wie Nils.  Der würde sie in seiner Vorstellung am liebsten … flachlegen. Gerade deswegen ist er der Schlimmste von allen: Immer vorne dabei, wenn es darum geht, Julia zu demütigen. Bis zu dem Tag, an dem er den Bogen überspannt. Julia rastet aus und ihr Weg führt sie schließlich auf das Schuldach. Sie hat genug von allem: Dem Mobben und ihrem Leben - letztendlich landet sie in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, wo sie, die Sprachmächtige, verstummt, bis die Mauer, die sie um sich errichtet hat, bröckelt… warum, weshalb und was passiert, als Roman dort in ihr Leben tritt, das lest selbst.

Die Perspektive ist auktorial - das hat den Vorteil, dass wir als Leser den Überblick über das haben, was in allen handelnden Personen vorgeht und  wissen, was jeden einzelnen motiviert und bewegt. Einen Nachteil hat diese Perspektive normalerweise: Wir behalten  eine gewisse Distanz zu den Figuren, was bei den schweren Themen wiederum ein Vorteil wäre.

Aber Achtung: Barbara Roth schafft  es meisterhaft, mich mit Julia leiden zu lassen. Wie erfahren im Lauf der Handlung (in Rückblenden) mehr über ihre Kindheit, die Schulzeit und den Druck, der von Seiten der Eltern auf ihr lastet: Insbesondere die Mutter wünscht sich ein perfektes Vorzeigekind. 

Die Kapitel haben eine lesefreundliche (= übersichtliche) Länge. Der Stil ist wunderbar bildhaft und das Buch liest sich flüssig. Barbara Rath nähert sich den Themem feinfühlig und mit viel Verständnis für alle Seiten. 

Eingewoben in die Geschichte sind Bezüge und Zitate aus zwei Werken der Weltliteratur: Franz Kafkas ‚Die Verwandlung‘ und William Shakespeares Drama: ‚Romeo und Julia‘. 

Fazit: Ein Highlight, ein fesselndes Jugendbuch zu  bedrückenden Themen, das den Leser mitnimmt und mit einem leisen Lächeln zurücklässt, weil es trotz allem Mut macht.  

Cover des Buches Der Zauber der Waldelfen (ISBN: 9783968140315)

Bewertung zu "Der Zauber der Waldelfen" von Anja Schenk

Livilla
Kurzmeinung: Mit niedlichen Elfen durch das Jahr
Wer tummelt sich denn da …

In jeder Jahreszeit erwacht eine andere Elfe aus tiefem Schlummer und erlebt kindgerechte Abenteuer mit tierischen Waldbewohnern.

Aber wenn die anderen schlafen, woher kennen die kleinen Elfen einander? Auch dieses Geheimnis wird gelüftet.

Eine wunderbare, fantasievolle Geschichte der Autorin Anja Schenk mit ganz bezaubernden Illustrationen von Dorothee Eva Herrmann.

Mein Fazit: Ein Buch zum Vorlesen, Liebhaben und Selbstlesen. (Es ist übrigens auch bei Antolin zu finden.)


Cover des Buches Das amerikanische Kind (ISBN: 9783759733184)

Bewertung zu "Das amerikanische Kind" von Claudia Fischer

Livilla
Kurzmeinung: Im Wilden Westen - Jackie, die Heldin, wächst zu einer starken Frau heran, die ihren Weg finden muss - spannend und emotional
Viel mehr als nur Rache

Jacqueline, kurz Jackie, ist die jüngste Tochter einer französischen Einwandererfamilie und der erste und einzige Sprößling, der in Amerika geboren ist, daher ist sie das amerikanische Kind.


Die Hoffnungen der Familie auf ein besseres Leben werden bei einemÜberfall zerstört. Alle bis auf das amerikanische Kind werden hingemeuchelt und Jackie, die alles mitansieht und sich die Gesichter der Verbrecher einprägt, wird schwer traumatisiert.


Maneyes, ein indianischer Scout, hilft ihr, die erste Zeit zu überstehen und er weist ihr später in Denver den Weg, wie sie weiterleben und ihre Albträume bezwingen kann. Denn Jackies Auftrag ist Rache.


Sie verbringt ruhige Jahre in einer Pflegefamilie und begegnet dem jungen Goldgräber Ben und dessen Freund Jesse. Jackie könnte

ein ruhiges Leben führen, aber die Vethangenheit lässt sie nicht los: Sie wählt ihren eigenen Weg: Gemeinsam mit Ben und Jesse geht sie Hinweisen und Spuren nach und die drei müssen feststellen, dsss sie einen mächtigen Gegner haben.


Dieses Buch greift eine große Spannbreite von Themen auf. Es geht nicht nur plump um Rache und Selbstjustiz, sondern um Werte wie Freundschaft, Familie, Zusammenhalt, Respekt, Selbstbestimmung, Verbundenheit mit der Natur und den Kreislauf des Lebens. ebenso groß ist die Palette an Emotionen, die wir beim Lesen durchleben.


Die Figuren sind fein ausgearbeitet und berühren: wir fiebern und leiden mit der Heldin mit, die an den Schwierigkeiten wächst, mitunter sogar stur an ihrem Auftrag festhält, gelegentlich wütend wird und mitcihren kleinen Schwächen umso liebenswerter ist.


Ebenso wie der Inhalt überzeugen Cover und Aufmachung: Das Buch ist sehr hochwertig und ansprechend gestaltet. In der Reihe um das amerikanische Kind sind drei Bücher erschienen. Der Band ist in sich abgeschlossen, ich freue mich aber sehr auf die Fortsetzung.


Wer den Wilden Westen und / oder eine starke Heldin mag, der ist hier richtig. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung.

Cover des Buches Trance (ISBN: 9783910587199)

Bewertung zu "Trance" von Konrad K.L. Rippmann

Livilla
Kurzmeinung: Ein spannender Abenteuerroman mit einem ungewöhnlichen Setting - wer sich für Vodou interessiert ist hiet auch richtig
Cric-Crac - und die Seiten fliegen nur so dahin

Luis Carbo hat korsische Wurzeln und einen Teil seiner Kindheit in Marseille verbracht . Er ist mit einer etwas unterkühlten Ärztin verheiratet. Mit ihr und seiner Tochter Alva lebt er in Haiti. Dort leitet der Ethnologe ein  Forschungsprojekt bezüglich der Mittel, die während  der Rituale des Vodou  verwendet werden. Doch die Nachricht vom Tod seines übermächtigen Vaters bringt Luis geordnetes Leben in Aufruhr.  Als ältester Sohn erbt er zwei Tagebücher, eine Taschenuhr und einen kryptischen Brief seines Vaters, der sich kurz vor seinem Tod untypisch verhalten hat.  

Er will die Angelegenheit am liebsten auf sich beruhen lassen. Doch er wird von Albträumen aus seiner Kindheit geplagt, die ihn extrem verstören und belasten. Seine Frau schlägt ihm vor, das Problem mit Vodou anzugehen, da Psychotherapeuten auf Haiti Mangelware sind. Luis zögert, willigt ein und was dann passiert (Den Ablauf und die Geschehnisse während des Rituals schildert Konrad Rippmann sehr lebhaft und eindringlich) ändert sein Leben. Wie sich herausstellt, ist die Erbschaft, die er gemacht hat, eine Art Schatz und ein sehr heißes Eisen. 

Im ersten Band der Cric-Crac Trilogie lernen wir die Protagonisten kennen und erfahren, dass so ziemlich alle Hauptfiguren ihre Geheimnisse mit sich herumschleppen. Auch Luis hat eins, das er bewahren will. Er ist ein eher zögerlicher Mensch, der eher gegen seinen Willen in einen Strudel gerissen wird, den er nicht entkommt. Ganz  besonders haben mir die sinnlichen Schilderungen Haitis gefallen. Mir hat sich - eingebettet in spannende Geschichten - eine exotische Welt mit fremden Bräuchen aufgetan. Das lebhafte Treiben auf der Straße, die Vegetation und die Häuser, alles konnte ich mir bildhaft vorstellen.

In Haiti werden Geschichten im Freundes- oder Familienkreis übrigens auf eine ganz besondere Weise erzählt. Diese Tradition flicht Konrad Rippmann hier wunderbar in die Geschichte ein: Jemand sagt ‚Cric‘, einer aus der Rund antwortet mit ‚Crac‘ und erzählt die Geschichte. Auf die Art erfahren wir, was es mit der Uhr und der Tänzerin auf sich hat - und auch, was im zweiten Tagebuch steht. Nun muss ich leider auf Band 2 warten. 










Cover des Buches Bernsteinzeit: Biographischer Roman (ISBN: B0BSRGCW8H)

Bewertung zu "Bernsteinzeit: Biographischer Roman" von Jana Zenker

Livilla
Kurzmeinung: beeindruckend, ergreifend, traurig und lebensbejahend zugleich - eine unvergessliche Biografie /Autobiografie
Bernszeinzeit - Hannes Biografie

Jana Zenker hat in diesem biografischen / teils autobiografischem Roman nicht nur ihrer Mutter ein Denkmal gesetzt, sie erinnert auch an das Schicksal von Kriegsopfern, die allzu oft vergessen worden sind und werden: verwaiste Kinder.

Verlassen, allein, ihrer Familie und Wurzeln beraubt, auf die Gnade anderer angewiesen, eine Last, verflogt, verlaust, verhungert und gebrochen …  Die nicht sprechen, aber ihre schrecklichen Erinnerungen eingebrannt haben. Die meisten Menschen haben nicht geholfen, ließen ihre Verachtung auf diese Kinder herunterprasseln. Einige halfen, weil es ihnen ein Herzensbedürfnis war und andere halfen notgedrungen, weil sie mit jemand verheiratet waren, der helfen wollte. So traurig für Hanna, die nie erfahren wird, wer ihre biologischen Eltern waren.

Hautnah erleben wir Ihr Schicksal und die Hungerzeit nach dem Krieg mit - die Härten, kleine Freuden, das Leben …

Immer wieder zwischendurch gibt es Szenenwechsel mit Einschüben in die Gegenwart, zu Hanna als pflegebedürftige alte Frau, zu Mutter und Tochter, zur schweren Zeit des Abschiednehmens. Auch hier gibt es viel Stoff zum Nachdenken: der Umgang mit alten Menschen  im Heim, dazu Corona …

Wie furchtbar traurig und gleichzeitig von Freude am Leben durchdrungen ist dieses Buch. Malerisch, poetisch, sensibel … danke dafür!

Cover des Buches Das Erbe der Silverstones (ISBN: B0BLVLC7PT)

Bewertung zu "Das Erbe der Silverstones" von Sabine Strick

Livilla
Kurzmeinung: Exotische Kulissen, ein Luxushotel-Imperium, eine Liebesgeschichte und ein Familiengeheimnis bieten spannenden Lesestoff
Liebe, Luxus und ein paar Schattenseiten

Sabine Stricks Roman ‚Das Erbe der Silverstones‘ glänzt da, wo es um die Welt von Luxus(hotels) und exotische Schauplätze geht.

Mit der bodenständigen Heldin Stephanie, die kaum weiß, wie ihr geschieht, versinke ich in den Vorzügen von Luxus und Reichtum, spüre aber auch die Last des goldenen Käfigs und der Erwartungen, mit denen Micael tagtäglich zu kämpfen hat. Neben seiner Schwester Claudia ist er einer der Erben der Hotelier-Familie Silverstone. Auch 28 Jahre nach einer Entführung, der er als Fünfjähriger ausgesetzt war, leidet Micael noch unter den Folgen und an Albträumen. Er konnte fliehen, sein Zwillingsbruder Rafael nicht. Dessen Schicksal ist ungeklärt . Doch die Entführung ist nicht Micaels einziges Trauma.

Wunderschön wird die sich anbahnende Beziehung und die aufkeimende Liebe geschildert, die Faszination, die Stephanie auf den stellvertretenden Hotelmanager ausübt - sie ist Ende Dreißig und sieben Jahre älter als der gut aussehende Halb-Brasilianer, Halb-Engländer Micael (Michael). Die geschiedene Stephanie, Autorin und Mutter einer siebzehnjährigen Tochter, bittet in einem der Hotels der Familie Silverstone um ein Interview zu Recherchezwecken für einen Roman und lernt auf die Art Micael kennen, der hinter der Rezeption steht. Stephanie hält ihn anfangs für einen Angestellten des Luxushotels - das Missverständnis wird schnell geklärt. Hier wechseln humorvolle Dialoge mit ernsten Szenen. Schön fies auch die Komplikationen, die entstehen, weil seine reiche Familie die unpassende Stephanie ablehnt. Michael und Stephanie sind glaubwürdige und sehr sympathische Hauptfiguren, deren Handlungsweisen und Probleme ich sehr gut nachvollziehen konnte.

Das Aufklären des Geheimnisses geschieht eher nebenbei - die Leser bekommen teils Hinweise, teils helfen Zufälle bei der Klärung. Meine Gedanken gingen allerdings wegen Micaels Onkel Jorge in eine komplett andere Richtung, was die Auflösung betrifft. Die tatsächlich Wendung finde ich überraschend - jedenfalls ist sie in ihren Folgen vom Verursacher von Anfang an absolut nicht durchdacht. Aber da will ich nicht spoilern.

Wer mit einer äußerst sympathischen Heldin in die (durchaus nicht heile) Welt der Reichen, in Luxus und zu märchenhaft exotischen Schauplätzen abtauchen möchte, der ist hier richtig. Der Schreibstil ist wunderbar locker und leicht, ab und zu wechselt die Sicht, aber das macht den Roman nur interessanter.

Ob und welche Komplikationen das Schicksal für Stephanie und Micael bereit hält, wie sich die Beziehung zwischen ihr und dem Jüngeren entwickelt und was mit Rafael geschehen ist - das müsst ihr schon selbst lesen. Ich habe das Buch regelrecht verschlungen.

Cover des Buches Fridas Tote (ISBN: 9783948592851)

Bewertung zu "Fridas Tote" von Nena Siara

Livilla
Kurzmeinung: Eine un- und außergewöhnliche Hommage an Frida Kahlo
Frida breitet ihre Flügel aus

Was für eine Wahnsinnsidee: Die mexikanische Künstlerin Frida Kahlo wiedergeboren als Eule! Und das in einem Park in Kronberg. Wie das?

„In Deutschland wiedergeboren zu sein, hatte etwas von back to the roots …“

Frida Kahlos Vater stammte aus Pforzheim - und so steckt Frida nach einer Begegnung mit dem Tod, der ihr drei Wahlmöglichkeiten lässt, bald schon in etwas sehr Engem fest.

Die wiedergeborene Frida muss sich die Freiheit mühsam erkämpfen, die sie schon sehr bald zu genießen lernt. Ihr Leben als Eule beginnt (Dank der Ich-Perspektive sind wir hautnah dabei) und wartet unter anderem mit dem jungen Eulerich Carlos auf: Er bringt ebenfalls Erinnerungen an sein vorheriges Leben als Torero mit (Dios mios, er hat aber auch einige Stiermorde abzubüßen) - und nicht nur das: Kronberg und sein Park haben noch mehr zu bieten - und zwar eine Tote.

Übrigens haben wir Leser nicht nur an Fridas neuem Eulen(Künstlerinnen)-Leben teil, wir bekommen eine weitere Ich-Perspektive und mit ihr einen handfesten Skandal serviert: Eine Lehrerin (Mitte dreißig) treibt es mit einem (zu ihrer Rechtfertigung muss gesagt werden) ehemaligen Schüler, der ungefähr halb so alt ist wie sie.

Wenig später liegt eine weibliche Leiche im Park, mit der diverse Tiere und eine der Toten übelwollende Hundebesitzerin (Feingeister überspringen die Szene am besten) nicht eben freundlich umgehen. Wie kam die arme Frau zu Tode, fragen sich Frida, Carlos und das besserwisserische Steinkauzkind Wilson.

Werden Frida und Co herausfinden, was passiert ist - und wieso flattert den Eulen ständig ein todesmutiger Schmetterling vor der Nase herum? Das müsst ihr schon selbst lesen. Euch erwartet eine bunte Mischung: Teils tiefgründig, aber auch amüsant, mal ist der Humor fein, mal schwarz …

Ein kleiner (Schmunzel)Bonus sind übrigens auch die Namen aller Beteiligten.

Wenn ihr über eine gute Portion schwarzen Humor verfügt oder auch Fans der im echten Leben schmerzgepeinigten Frida Kahlo seid, hier darf sie ihre Schwingen ausbreiten und fliegen.

Kurzmeinung: Eiin gelungener Kurzkrimi mit wunderbatem Lokalkolorit
Die goldene Bade-Ente

Wenn der pensionierte Oberkommissar Schäfer und das Ehepaar Bromstetter es gleich mit einer ganzen Badeenten-Horde zu tun kriegen, kann das nur mit dem Auffinden einer Leiche enden …  

Auch den zehnten Band von Mona Fricks Bade-Entenreihe (der gut auch als Einzelband lesbar ist) habe ich wieder mit großem Vergnügen und in einem Rutsch verschlungen. 

Vom Inhalt will ich nicht allzu viel verraten - nur so viel: Dieses Mal spielen nicht nur Enten, sondern auch Schwäne eine Rolle. 

Wie immer hat auch dieser kurze Band einen kleinen Nachteil - das Lesevergnügen ist viel zu schnell vorbei - und es heißt wieder auf den nächsten Band warten … 

Über mich

Ich bin mit vier Brüdern großgeworden (mit denen ich mich manchmal hinter Sofas und Sesseln versteckt habe, um abends heimlich Fernsehen mitzuschauen), war in der Schule jahrelang in einer Jungenklasse, habe jetzt selbst vier Kinder und lebe mit meinem Mann bei Regensburg. Ich lese viel, schreibe, zeichne und male (inzwischen am Computer, alles andere nimmt so viel Platz weg).

Lieblingsgenres

Fantasy, Historische Romane, Comics, Jugendbücher, Science-Fiction

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