Lucinda_im_Wunderland

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches Zara Nesbit. Blutrabe: Mord, Magie und Mystery (ISBN: B07F6DZTJH)

    Bewertung zu "Zara Nesbit. Blutrabe: Mord, Magie und Mystery" von Ily Romansky

    Zara Nesbit. Blutrabe: Mord, Magie und Mystery
    Lucinda_im_Wunderlandvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: "Blutrabe" ist eine gekonnte Mischung aus einer Kriminalgeschichte und einem schaurigen Fantasyroman.
    Mystery, Mord und Magie

    Das Cover. 

    Mord, Magie und Mystery - wären diese drei Worte in Kombination mit dem Schauplatz England und dem leicht historisch angehauchten nicht gewesen, wäre wohl "Blutrabe" durch mein Raster gefallen. Denn, um ehrlich zu sein, das Cover des Buches ist leider nicht mein Fall, besonders die Farbgebung. Aber wie heißt es so schön? Beurteile ein Buch nie nach seinem Cover. Und auch hier hat sich dieser Ausspruch wieder bewahrheitet.

    Der Stil. 

    Ily Romanskys Schreibstil liest sich sehr flüssig, ist angenehm und passt sehr gut zur Geschichte. Ich bin ja bekennender Fan von Nichtbeschreibungen, besonders bei Charakteren, da meine Fantasie dann besser arbeiten kann. In "Blutrabe" hat die Kombination zwischen Beschreibungen und der Abwesenheit dieser mir viel Freiheit gelassen und ich konnte mich dadurch schnell in die Geschichte vertiefen und mich mit Zara auf die Reise machen.

    Die Charaktere. 

    Zara Nesbit ist eine junge Gouvernante, die aber viel älter wirkt, als sie eigentlich ist. Das mag vielleicht auf den ersten Blick unglaubwürdig erscheinen, aber man muss die Zeit, in der man sich befindet, im Hinterkopf behalten. Die jungen Damen mussten ja zwangsläufig früh erwachsen werden und Zara bildet da keine Ausnahme. Schnell merkt man als Leser, dass Zara ein paar Geheimnisse rund um ihre Vergangenheit hütet. Sie wirkt manchmal etwas distanziert auf den Leser, aber auch dies erklärt sich relativ gut. Glaubhaft wird sie durch Charakterzüge wie leichte Naivität oder Ängstlichkeit, denn diese machen sie menschlich und lassen ihr Alter dann doch durchscheinen.

    Gertie ist Zaras Schützling und die jüngste Tochter des Barons. Ein nettes, kleines Mädchen, das durch ihre - ich nenne es jetzt mal spoilerfrei - gesellschaftliche Normabweichung ein wirklich schweres Los zu tragen hat. In jungen Jahren musste sie schon viel durchstehen, dafür finde ich ihre Stärke erstaunlich. Ein toller Charakter, der mir beim Kennenlernen wirklich Freude bereitete.

    Gabriel ist einer der Söhne des Barons, ein Strahlemann und netter Typ, der kein Wässerchen trüben kann. Er ist so etwas wie Zaras Anker in der Anfangszeit, da er ihr wirkliche Sympathie entgegenbringt.

    Zacharius Wycliff, der Baron selbst, ist ein alter Grantelgreis, wie er im Buche steht. Undurchsichtig, immer schlecht gelaunt und trotzdem finde ich ihn echt klasse.

    Die Dorfgemeinschaft ist wunderbar gezeichnet. Das Misstrauen, der Aberglaube, die Tratscherei - es ist einfach stimmig. Es gibt eine wahnsinnig reiche Dame, die jeden zu kennen scheint und bei der alle Fäden irgendwie zusammenlaufen; einen undurchsichtigen Händler; zwei Pfarrer, die unterschiedlicher nicht sein könnten und mich als Charaktere faszinierten; einen tumben Wirt samt Frau und eine Außenseiterin, die trotzdem irgendwie immer dabei zu sein scheint.

    Das Setting.

    Hinsichtlich der historischen Korrektheit kann ich leider nicht viel sagen, da ich hier einfach zu wenig bewandert bin. Für mich erschien alles soweit stimmig, daher habe ich hier nichts zu beanstanden.
    Die Autorin versteht es, mit wenigen Worten die Landschaft vor dem Auge des Lesers entstehen zu lassen und ihn mit nach Blackby zu nehmen. Ich konnte mit Zara durch die Abtei wandeln, durch den Wald streifen und mir genau vorstellen, was sie dabei gesehen hat.
    Viele Orte besuchen wir nicht in "Blutrabe", die Anzahl ist überschaubar und nah beieinander. Das gefiel mir, da ich so leichter in der Geschichte bleiben konnte.

    Die Geschichte.

    Hier möchte ich gar nicht so viele drüber verlieren. "Blutrabe" kommt anfangs wie ein einfacher, historischer Roman mit ein wenig Fantasy-Einflüssen daher, aber das ändert sich sehr schnell. Die Kombination von Mord, Magie und Mystery verspricht nicht zu viel, im Gegenteil es war wie bei einem Überraschungsei alles mit dabei und das in der richtigen Menge und Mischung. Gerade der Kriminalfall hat es für mich richtig spannend gemacht und in bester Manier bin ich auch wunderbar überrascht worden bei der Lösung und konnte lange mitraten und mitfiebern.
    Trotz aller positiven Dinge möchte ich noch kleinere Kritikpunkte anführen. Im zweiten Teil der Geschichte gab es einen Punkt, an dem auf einmal enorm viel los war. Ich kam bald gar nicht mehr hinterher vor neuen Sachen, ich hätte mir gewünscht, dass es nicht so schnell Schlag auf Schlag kommt. Hinsichtlich der magischen Fähigkeiten bleiben auch einige Fragen offen und ein paar Dinge im Dunklen - hier muss man als Leser dann selbst entscheiden, wie man dazu steht und wie man es findet.

    Das Fazit.

    "Blutrabe" zeigt einmal mehr, dass man Experimente wagen sollte als Leser. Ein Erstlingswerk, im Selbstverlag. Allein die beiden Worte wecken oft Vorurteile, durch die einem dann solche Schätze durch die Lappen gehen. Das wäre für Liebhaber von Kriminal- und Mysteryromanen in diesem Fall wirklich schade, denn trotz kleiner Schwächen ist es ein wirklich gelungenes, fesselndes Lesevergnügen.
    "Blutrabe" ist eine gekonnte Mischung aus einer Kriminalgeschichte im Stil von Agatha Christie und einem schaurigen Fantasyroman vor dem Setting des historischen Englands.

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    Cover des Buches Ein MORDs-Team - Der Fall Marietta King 1 - Die vergessenen Akten (Bände 1-3) (ISBN: 9783958341593)

    Bewertung zu "Ein MORDs-Team - Der Fall Marietta King 1 - Die vergessenen Akten (Bände 1-3)" von Andreas Suchanek

    Ein MORDs-Team - Der Fall Marietta King 1 - Die vergessenen Akten (Bände 1-3)
    Lucinda_im_Wunderlandvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Spannend, fesselnd und voller Action - von der ersten bis zur letzten Seite!
    Fesselnder All-Age-Krimi!

    Das Cover. 

    Ein Junge, der vor einem alten Haus steht. Wirkt erstmal ziemlich unspektakulär, ist aber durch die Farbgestaltung ein Cover, bei dem man mehr als einmal hinschauen muss. Während der Lektüre merkt man dann, wie gut abgestimmt es wirklich ist - sowohl das Motiv als auch die Stimmung sind genau passend zur Geschichte.

    Der Stil. 

    Dafür fallen mir nur zwei Worte ein: wahnsinnig angenehm. Ich hab selten ein so wunderbar unaufgeregt geschriebenes Jugendbuch in der Hand gehalten, besonders wenn es sich um einen Kriminalroman in dem Bereich handelt. Andreas Suchanek schreibt sehr flüssig, logisch aufgebaut und so, dass man schnell die Charaktere kennenlernt und in die Welt eintauchen kann. Ich hab das erste Drittel des Buches an einem Abend verschlungen und wollte unbedingt weiterlesen, musste mich aber leider dran erinnern, dass ich eventuell auch mal schlafen muss. Prioritäten setzen fällt mir ja immer etwas schwer, wenn es um gute Bücher geht.

    Die Charaktere. 

    Das MORDs-Team.

    Mason ist ein beliebter (und gefühlt immer ausgehungerter) Highschool-Sportler, dem man in letzter Zeit sehr viele Steine in den Weg geschmissen hat. Das hat nicht nur seinem Ego ordentliche Kratzer zugefügt, auch seinem Ansehen. Dennoch hat es ihn auch umgänglicher gemacht und er merkt, was Freundschaft wirklich bedeutet.

    Olivia ist eine Außenseiterin, allein aufgrund ihrer Herkunft. Sie lebt in dem heruntergekommenen Armenviertel der Stadt, etwas, das Spuren bei ihr hinterlassen hat. Olivia ist tough, lässt selten Menschen nahe an sich heran und verschließt gern mal ihre Gefühle. Einzig und allein ihre Leidenschaft zur Fotografie bringt hin und wieder ihr wahres Ich zum Vorschein.

    Randy ist der Nerd in der Runde. Er ist Masons bester Freund und ein Computergenie. In seinen jungen Jahren entwickelt er Apps und arbeitet teilweise mit namhaften Elektronik-Firmen zusammen. Selbst eher schüchtern, ergänzen sich Mason und er als Freunde sehr gut und zeigen eindrucksvoll, dass es eben doch um den Charakter geht.

    Danielle ist hübsch, beliebt und stammt aus einer reichen Familie. Sie gilt als verwöhnt, oberflächlich und desinteressiert an allem, das nicht mit ihr selbst zu tun hat. Doch niemand scheint sie wirklich zu kennen - von der Liebe zu ihrer Großmutter bis hin zu unentdeckten Talenten und einem großen Herz kann sie immer wieder überraschen.

    Klingt stereotyp? Ja, auf den ersten Blick. Andreas Suchanek spielt damit und zeigt dem Leser, dass nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint - auch Menschen nicht.

    Die Familien.

    Die passen recht logischerweise komplett zu ihren Kindern. Konflikte, Drama, Liebe, alles vorhanden, aber wohldosiert. Der Leser erfährt nach und nach etwas vom Leben der Jugendlichen und kommt gerade über die einzelnen Familienmitgliedern sehr nah an die Charaktere ran. Am Ende des ersten Bandes hatte ich schon das Gefühl, als würde ich selbst mit zum Team gehören. Und das ist ein richtig gutes Gefühl.

    Die Bösewichte.

    Ja, die gibt's hier auch, wir sind ja schließlich in einem Kriminalroman. Und ich verrate auch nicht zu viel, wenn ich sage, dass es mehr als einer ist. Auch hier wurde viel Liebe zum Detail bewiesen und viel Geschick im Verschleiern von Spuren.

    Das Setting.

    Der Leser befindet sich schnell in Barrington Cove, der Stadt, in der unsere Charaktere leben und zur Schule gehen. Es scheint eine relativ typische, amerikanische Stadt zu sein. Das Villenviertel der Reichen, Mittelstand, Armenviertel, es ist alles dabei und wird thematisiert, aber nicht überstrapaziert. Ich habe mich sehr schnell zurechtgefunden und hatte wirklich das Gefühl mit Mason durch die Stadt zu skaten oder mit Olivia und ihrer Kamera einzelne Orte zu erkunden.

    Die Geschichte.

    Kriminalromane sind bei mir ja immer so eine Sache - ich bin extrem wählerisch. Mir gefallen fast ausschließlich Detektivgeschichten in England und das am besten nicht in der heutigen Zeit. Daher fällt es mir schwer, mich auf ein anderes Setting einzulassen oder überhaupt nach anderen Büchern in dem Genre zu greifen. Zum Glück habe ich mich hier dazu durchgerungen, denn ich hätte wirklich eine wunderbare Geschichte verpasst.
    Andreas Suchanek verwickelt den Leser schnell in die Fälle und glücklicherweise schafft er es auch, die Spuren so zu verwischen, dass man mit den vier Freunden gemeinsam in Ruhe auf die Suche gehen kann und nicht sofort weiß, worum es wirklich geht.
    Der Fall Marietta King zieht sich als roter Faden durch die Geschichten. Die Lösung dessen ist das übergeordnete Ziel. Dennoch stoßen die Freunde in jedem der Einzelbände auf einen weiteren kleinen Fall, was für zusätzliche Spannung sorgt. Diese Lösung finde ich wunderbar. So hat man immer wieder das Gefühl auch in der Story weiterzukommen.
    Der Auftakt zur Reihe um das MORDs-Team hat mir einige vergnügliche Lesestunden geschenkt und meine Neugierde auf die Folgebände geweckt.

    Das Fazit.

    Ein Jugendkriminalroman, der definitiv etwas für alle Altersklassen ist. Spannend, fesselnd und voller Action - von der ersten bis zur letzten Seite!

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    Cover des Buches Die Grimm-Chroniken - Der Tanz der verlorenen Seelen (ISBN: 9783906829944)

    Bewertung zu "Die Grimm-Chroniken - Der Tanz der verlorenen Seelen" von Maya Shepherd

    Die Grimm-Chroniken - Der Tanz der verlorenen Seelen
    Lucinda_im_Wunderlandvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Modernes Märchen in düsterem Gewand, spannungsgeladen, voller unerwarteter Wendungen und sehr kurzweilig.
    Modernes Märchen in düsterem Gewand

    Nach dem fünften Band, "Der goldene Apfel", der bedeutend ruhiger als seine Vorgänger war, hat Maya Shepherd im sechsten Band alle Register gezogen.

    Das Cover ist gewohnt stimmig, passt zur Reihe und spiegelt Elemente des Inhaltes wieder. Es ist immer wieder eine Freude zu sehen, wie gut hier alles zusammenpasst.

    Maya Shepherds Schreibstil hat sich auch diesmal weiterentwickelt und ist wortgewaltig, bildlich und sehr atmosphärisch. Die Stimmung dieses Bandes hat sich verändert und er wirkt dadurch erwachsener als seine Vorgänger. Ich finde das sehr sympathisch.

    Die Geschichte ist sehr temporeich, voller unerwarteter Wendungen - ich saß teilweise wirklich kopfschüttelnd und komplett erstaunt vor dem Buch - und sehr kurzweilig. Am liebsten hätte ich gleich weitergelesen, denn das Ende traf mich diesmal irgendwie unvorbereitet.

    Mary, von der wir in diesem Band sehr viel erfahren, ist ein vielschichtiger Charakter, dessen Facetten so unterschiedlich sind, dass sie ein bisschen wie der Blick durch ein Kaleidoskop wirkt. Einige ihrer Handlungen sind für mich noch nicht ganz nachvollziehbar, ich hoffe, dass sich das mit den Folgebänden geben wird, obwohl endlich ein zentraler Teil der Vergangenheit Marys aufgedeckt wird - Dorians Geheimnis. Es ist schon ziemlich schwer mich zu überraschen und damit habe ich wahrlich nicht gerechnet.

    Margery wirkt leider neben ihrer Mutter noch ein bisschen blass, obwohl ich ihr Bild in diesem Band schon ein bisschen klarer zeichnen konnte. Ihre Entwicklung interessiert mich sehr, denn ich hoffe, dass sie eine ebenso spannende Persönlichkeit entfaltet.

    Will dagegen habe ich in dieser Folge doch irgendwie vermisst. Er ist zwar immer da, aber gefühlt dann auch nicht. Vermutlich wird sich das aber auch wieder ändern, denn Maya Shepherd lässt ja keinen Stein auf dem anderen.

    Das düstere Gewand, das die Grimm-Chroniken angelegt haben, steht ihnen erstaunlich gut. Auch die Einflechtung weiterer, sehr bekannter Märchen ist mehr als gelungen und lässt mich erwartungsvoll dem Folgeband entgegensehen.

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    Cover des Buches Oberons blutige Fälle (ISBN: 9783608962956)

    Bewertung zu "Oberons blutige Fälle" von Kevin Hearne

    Oberons blutige Fälle
    Lucinda_im_Wunderlandvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Spannende Kriminalfälle, liebenswerte Charaktere und zum Schreien komische Dialoge - absolutes Lesehighlight!
    Spannend, liebenswert und humorvoll

    Das Cover. 

    Das Cover gleicht einem Gemälde. Einem Familienbildnis, das Atticus und Oberon und einen uns bisher unbekannten zweiten Hund zeigt. Der Stil gefällt mir sehr, die drei sind sehr gut getroffen und das Bild, welches sich in meinem Kopf dadurch gebildet hat, stört mich ausnahmsweise nicht im geringsten, auch wenn ich bekanntermaßen ein Verfechter der Nichtbeschreibung von Charakteren bin. Hier passt die Abbildung so gut, dass sie sich wirklich mit meiner Vorstellung gedeckt hat. Außerdem wurden die Figuren so gut eingefangen, dass sich ihre Persönlichkeit auch widerspiegelt, etwas, das ein gutes Gemälde ja auch ausmachen würde.

    Der Stil. 

    Humorvoll, leicht zu lesen und sehr bildhaft. Ich war schnell in der Geschichte angekommen und habe mich dort auch wohlgefühlt. Es ist einfach köstlich als Besucher im Kopf des irischen Wolfshundes zu sein und seine Gedankengänge zu verfolgen. So viel Spaß beim Lesen hatte ich schon eine Weile nicht mehr. Kevin Hearne schafft die Gratwanderung zwischen Humor, Anspielungen auf bekannte Werke aus Literatur und Film sowie einer ordentlichen Portion Sarkasmus wirklich spielend und das ganz ohne albern zu werden. Die Art und Weise, wie die Prise Witz in die beiden Kriminalkurzgeschichten eingeflossen ist, ist wirklich besonders und nie unangenehm.

    Die Charaktere. 

    Oberon.
    Irischer Wolfshund. Liebt sein Herrchen Atticus über alles und ist trotz aller Erlebnisse in der Vergangenheit froh bei ihm zu sein. Durch die mentale Verbindung zu dem Druiden sind seine Gedankengänge und sein ganzes Wesen sehr viel ausgeprägter als bei anderen Hunden und er ist in der Lage mit seinem zweibeinigen Freund telepathisch in Verbindung zu treten.
    Oberon ist sehr genügsam, spielt gern und ist eigentlich immer verfressen. Außerdem glaubt er fest daran, dass Eichhörnchen die Verkörperung des reinen Bösen sind und direkt aus der Hölle kommen.

    Atticus.
    Letzter Druide. Über 2000 Jahre alt mit bewegter Vergangenheit. In der Lage sich durch Zwischenwelten durch unsere Welt zu bewegen, indem er Bäume als Tore benutzt.
    Durch sein sich nicht veränderndes Äußeres dazu gezwungen, sich immer wieder neue Identitäten und abgelegene Wohnorte zu suchen, damit niemandem auffällt, dass mit ihm etwas nicht stimmt.
    Sehr redegewandt. Ist in der Lage seine Gestalt in die diverser Tiere zu verwandeln und kann sich mental mit Tieren und Menschen verknüpfen, einen Einblick in ihre Gedanken erhalten und sie auch bis zu einem gewissen Grad beeinflussen. Sehr praktisch bei aufgebrachten Hunden.
    Ist seinem Hund Oberon sehr zugetan und erträgt Ungerechtigkeit gegenüber Tieren nicht.

    Nebencharaktere.
    Wir treffen neben diversen hündischen Charakteren auch auf einige Menschen. Diese werden aber durch Oberons Sichtweise immer leicht am Rande der Geschichte gehalten, was mir ganz gut gefallen hat. Der Fokus liegt dadurch wirklich auf die Gedankenwelt des Wolfshundes und seine Verbindung zu Atticus. Eine gute Wahl und eine Möglichkeit, die Geschichten nicht unnötig in die Länge zu ziehen.

    Das Setting.

    Der Leser befindet sich immer in der Situation alles durch Oberons Augen zu sehen. Daher werden die besuchten Orte, die alle über die USA verstreut liegen, auf eine etwas ungewöhnliche Art und Weise beschrieben - Gerüche spielen eine sehr große Rolle (auch nicht weiter verwunderlich bei einem Hund), Bäume und Hydranten sind bei Weitem interessanter als Gebäude und Sehenswürdigkeiten. Auch von besuchten Häusern erfahren wir eher etwas über die Gärten als die Einrichtung (es sei denn, es handelt sich um den Inhalt von Kühlschränken und Vorratskammern).

    Die Geschichte.

    Kevin Hearne bewegt sich in "Oberons blutige Fälle" irgendwie zwischen Fantasy, Kriminalroman und Humor.
    In zwei relativ kurzen Geschichten begleiten wir den Druiden und seinen Hund bei der Aufklärung von kurzen Kriminalfällen, die es aber dennoch in sich haben. Die Fälle sind gut, solide und logisch konstruiert, man kann als Leser auch selbst ermitteln. Hierbei kommt einem die doch etwas ungewöhnliche Sichtweise des Wolfshundes zugute. Man erfährt Sachen, die man sonst nicht in einem Krimi erfahren würde, wird aber von Dingen abgeschnitten, die man sonst wie selbstverständlich präsentiert bekommt. Eine wunderbare Erfahrung, die eine schöne Abwechslung darstellt.

    Oberon selbst ist ein Protagonist, der mir sehr schnell ans Herz gewachsen ist und den ich wirklich gern noch weitere Male begleiten würde. Ich habe teilweise laut losgelacht, weil es einfach zu lustig war, den Gedankensprüngen des Hundes zu folgen. Kevin Hearne versteht es wirklich die Persönlichkeit von Oberon so glaubhaft darzustellen, dass es nach ein paar Seiten vollkommen logisch erscheint, dass man im Kopf eines Hundes herumwühlt.

    Das Fazit.

    Dieses Buch ist für mich ein absolutes Highlight. Als wären meine Lieblingsdetektive zusammengewürfelt worden und in einem Hundepelz aufgewacht. Spannende Kriminalfälle, liebenswerte Charaktere und zum  Schreien komische Dialoge.

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    Cover des Buches Die Magie der Bücher (Kurzgeschichten) (ISBN: B01M0OUNRT)

    Bewertung zu "Die Magie der Bücher (Kurzgeschichten)" von Nadja Losbohm

    Die Magie der Bücher (Kurzgeschichten)
    Lucinda_im_Wunderlandvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein zauberhaftes Buch voller kleiner, moderner Märchen, die einem das Herz erwärmen.
    Moderne Märchensammlung

    "Die Magie der Bücher" ist eine Anthologie, die vier Kurzgeschichten der Autorin beinhaltet.

    Die Geschichten entführen den Leser in die Welt der Bücher - die Magie fassbar zu machen ist das erklärte Ziel.

    So begibt man sich auf eine märchenhafte Reise in ein Königreich über den Wolken, das im Besitz von Zauberspiegeln ist, die dem Betrachter seine wahre Liebe zeigen. Doch wie das immer so ist mit der Liebe, ist das alles nicht so einfach, wie es sich anhört.

    Danach begibt man sich auf eine Reise, zusammen mit einer Hexe, die den Weg von einem Buch gewiesen bekommt. Manchmal ist ja bekanntlich der Weg das Ziel.

    Zum Schluß geht es auf einen Rundflug in das Land der Glitzervögel, um abschließend mit einer Elfe durch die Luft zu schwirren. Natürlich erkundet man dabei einen der spannendsten Orte der Welt: eine Bibliothek.

    Das Cover. 

    Das Cover ist märchenhaft und spiegelt den Titel der Anthologie wieder. Es ist sehr farbenfroh (zumindest in der Printvariante, eReader sind da ja leider immer etwas zurückhaltend, was das angeht) und lehnt sich so an den Stil des Buches an.

    Der Stil. 

    Die Worte fließen schnell an einem vorüber, denn Nadja Losbohm verfügt über einen sehr leichten, lockeren Schreibstil. Die Art und Weise, wie die Geschichten verfasst sind, erinnert an Märchen oder Geschichten, wie ich sie in meiner Kindheit sehr gern gelesen habe. Die Sprache ist teils lustig, sehr bildhaft und der Leser wird oft direkt angesprochen und so mit in das Geschehen einbezogen.

    Die Charaktere. 

    Die Hauptcharaktere sind die Bücher, auch wenn sie in den Geschichten teils vornehm zurückzutreten scheinen. Sie zeigen alle ihre Seiten und versprühen ihre Magie mit jedem Wort.

    Die Geschichten.

    Die erste Geschichte "Die Zauberspiegel" ist die längste in dieser Sammlung. Sie erinnert an ein Märchen, eine Geschichte, die man ohne weiteres auch Kindern vorlesen könnte. Lustig, ein bisschen Spannung, ein klein wenig Romantik, einen Schuss Phantastik und fertig ist eine kleine, aber feine Wohlfühlgeschichte,

    Die drei folgenden Kurzgeschichten machen ihrem Namen alle Ehre - sie sind wirklich kurz. Dennoch sind sie zauberhaft geschrieben und lassen schöne Bilder im Kopf entstehen. Zu viel kann ich hier leider nicht verraten, da ich mich dann auf sehr dünnes Eis begebe, was die Spoilergefahr angeht.

    Das Fazit.

    Ein zauberhaftes Buch voller kleiner, moderner Märchen, die einem das Herz erwärmen.

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    Cover des Buches Die Hilfskräfte - Die wahren Herren des Dungeons (ISBN: 9783958693548)

    Bewertung zu "Die Hilfskräfte - Die wahren Herren des Dungeons" von Stefan Cernohuby

    Die Hilfskräfte - Die wahren Herren des Dungeons
    Lucinda_im_Wunderlandvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Für alle, die schon immer wissen wollten, wie ein Dungeon funktioniert, oder die auf gute, phantastische Kurzgeschichten stehen, ein Muss!
    Großartige Ideen, vermischt mit viel Humor und grandiosen Figuren.

    Zuallererst für alle die, die noch nie in einem Rollenspiel, in einem Buch oder Film einen Dungeon betreten haben - hierbei handelt es sich um meist eine Ansammlung von Höhlen und Tunneln jedweder Art, an deren Ende ein Schatz in irgendeiner Form zum Einsammeln liegt. Klingt einfach. Wären da nicht die ganzen Fallen und hübschen, niedlichen Tierchen, die den Weg des Abenteurers kreuzen.

    Habt ihr euch schon mal gefragt, warum in einem Dungeon immer zuverlässig die Lichter brennen? Oder warum da immer alles so sauber ist, als wäre da noch nie jemand drin gestorben? Oder warum die Fallen eigentlich immer funktionieren oder wer die Tierchen verschiedenster Art füttert, wenn da mal kein Held in der Nähe ist, den man fressen könnte? Oder warum Dungeons irgendwie auch immer gleich wirken?

    Wenn diese oder andere Fragen euch schon mal durch den Kopf geschossen sind, dann seid ihr bei "Die Hilfskräfte. Die wahren Herren des Dungeons." genau richtig.

    Der Leser wird durch 14 Geschichten in den Backstage-Bereich der Dungeons geführt und schaut den Hilfskräften bei der Arbeit über die Schulter.

    Die erste Geschichte "Schicht im Schacht" von Tom Orgel ist die Vorbereitung auf das, was man erwarten kann und der Einblick in diese verborgene Welt hinter den Mauern.
    Darauf folgt auch gleich die "Kerkerordnung" von Christian von Aster, die sich von den anderen dadurch abhebt, dass sie eben keine typische Kurzgeschichte ist, sondern ein Regelwerk, das die Abläufe und Gesetze näher bringt.

    Einer ähnlichen Logik folgt auch die Aneinanderreihung der folgenden Geschichten.
    Der Leser begleitet einen Fackelkobold in "Verdammte Personalabteilung", die Züchterin von diversen Dungeon-Kreaturen in "Portaphagus Multipunctatus" oder auch jemanden, der die Hinterlassenschaften der Tierchen beseitigen muss in "Exkrementator".
    Man bekommt Einblicke auf die Organisation, die alle Dungeons gleichermaßen überwacht, die I.D.O. In den meisten Geschichten kommen die Charaktere zwangsläufig auf die eine oder andere Art mit der I.D.O. in Berührung.
    Abschließend bekommt man in "Kopfsache" mal nicht nur Einblick in den Kopf einer Hilfskraft, sondern auch in den einer der Kreaturen.


    Das Cover. 

    Mopp, Schraubenschlüssel, Knochen. Gehalten von nicht wirklich menschlich aussehen Händen. Das Cover gibt einen guten Ausblick auf das, was den Leser zwischen den Buchdeckeln erwarten wird. Passend zum Stil des Buches, ebenso wie der Titel und die Gestaltung.

    Der Stil. 

    Der Schreibstil der Autoren ist logischerweise ziemlich unterschiedlich (wäre ja schlimm, wenn nicht). Einige Namen sagten mir vor der Lektüre schon etwas, andere waren mir auch gänzlich unbekannt. Insgesamt war ich wirklich angetan von dem Stil, der jede einzelne Geschichte durchzog. Kurz, knackig und der Humor an der richtigen Stelle.

    Leider muss ich hier eine Anmerkung machen, die aber nichts mit den Geschichten an sich zu tun hat - als Leser muss man über wirklich viele Rechtschreibfehler hinweg schauen. Nichts gegen Flüchtigkeits- oder gelegentliche Tippfehler. Das alles kann passieren. Aber hier treten die Fehler teilweise wirklich im Rudel auf. Mir persönlich hat es den Lesespaß etwas verhagelt und ich habe dadurch wirklich sehr lange gebraucht um das Buch durchzubekommen, trotz der wirklich großartigen Ideen.

    Die Charaktere. 

    So vielfältig wie die Geschichten und ihre Aufgaben. Kobolde, Skelette, Zombies, Helden, Magier, Krieger, Elfen, Drachen, Menschen, alles, was das Herz begehrt, bekommt man hier auch. Eine wundervolle Ansammlung von vielen Charakteren und Persönlichkeiten, dass es eine wahre Wonne ist und Abwechslung garantiert wird.

    Das Setting.

    Wie der Name schon sagt, befinden wir uns immer im Dungeon. Ob das immer der selbe ist oder nicht, das bleibt der Fantasie des Lesers überlassen. Durch die unterschiedlichen Sichtweisen der Autoren erhält man auch immer wieder andere Einblicke auf die Umgebung, was es für mich sehr spannend gemacht hat, da es ja quasi wie eine Führung durch die abgesperrten Personalbereiche ist. Sonst sieht man ja immer nur die mehr oder minder öffentlich zugänglichen Bereiche in den Spielen, den Filmen oder in seinem eigenen Kopfkino.

    Die Geschichten.

    Zu den Geschichten selbst habe ich ja schon einiges geschrieben, also noch ein bisschen mehr Info zum Drumherum.
    Besonders herausheben möchte ich, dass die Geschichten alle irgendwie zusammenhängen. Die I.D.O. und manche Begebenheiten finden sich immer wieder, etwas, das mir richtig gut gefallen hat. Außerdem lässt sich selbst bei der Reihenfolge ein doch relativ logischer Aufbau erkennen. Man schreitet immer weiter in den Hintergrund des Dungeons vor und wird in die Thematik nicht hineingeworfen. Daher ist die Anthologie nicht nur für Rollenspiel-Fans geeignet, man braucht nicht wirklich Vorwissen, um dem Verlauf folgen zu können.

    Das Fazit.

    Großartige Ideen, vermischt mit viel Humor und grandiosen Figuren. Für alle, die schon immer wissen wollten, wie ein Dungeon funktioniert, oder die einfach auf gute, phantastische Kurzgeschichten stehen, ein absolutes Muss.

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    Cover des Buches Das Geheimnis der Grays (ISBN: 9783608962994)

    Bewertung zu "Das Geheimnis der Grays" von Anne Meredith

    Das Geheimnis der Grays
    Lucinda_im_Wunderlandvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein wahres Schmuckstück unter den Kriminalromanen, für einen gemütlichen, aber dennoch spannenden Leseabend!
    Ein wahres Schmuckstück

    Das Cover. 

    Ein paar abgelegene Häuser mitten im Nirgendwo, nächtliches Schneegestöber, ein eingemummter Mensch auf dem Weg und im Vordergrund ein Gegenstand von dem Blut tropft. Einfach, ausdrucksvoll und passend zum Inhalt. Ein wunderbares Cover für eine weihnachtliche Kriminalgeschichte.
    Hervorheben möchte ich noch die Haptik des Buches. Von der Größe her wie ein Taschenbuch, in einem leicht biegsamen Leineneinband und mit Lesebändchen.

    Der Stil. 

    Das Original stammt aus England im Jahre 1933 und wurde nun erstmals ins Deutsche übersetzt. Daher ist der Stil der Geschichte eher altmodisch. Wer die Romane von Agatha Christie kennt, weiß, was ich damit meine. Die Autoren der damaligen Zeit setzten auf Kriminalromane, die ihre Spannung auf psychologischer Ebene verbreiten und nicht für möglichst blutige und grausame Darstellungen bekannt sind. Einer der Gründe, warum ich diese Art Krimi bevorzuge. Mir macht es einfach mehr Freude.

    Die Charaktere. 

    Das Familienoberhaupt.
    Adrian Gray. Mit allen denkbar schlechten Eigenschaften gesegnet. Dennoch haben seine sechs Kinder ihn größtenteils geliebt und seine Mutter war ihm auch noch zugetan. Er legte Wert auf einen nach Außen hin undurchdringbaren Familienzusammenhalt und war stolz auf die Kinder, die es in seinen Augen zu etwas gebracht haben.

    Die Kinder.
    Sechs an der Zahl, könnten die Kinder Adrian Grays unterschiedlicher kaum sein.
    Der Älteste ist ein erfolgreicher Politiker in der Hauptstadt und hat eine Frau geheiratet, die ihn nicht liebt und die er nur als Vorzeigeweibchen ansieht. Leider sind die beiden kinderlos, was für ihn eine Schmach darstellt. Mit Geld versuchen sie diesen Makel wieder wettzumachen und weiter in der Gesellschaft aufzusteigen, doch leider sind auch die größten Goldgruben irgendwann erschöpft...
    Eine Tochter blieb komplett unverheiratet und führt ihrem Vater Adrian den Haushalt. Nicht ganz uneigennützig, wie man sich denken kann...schließlich ist King's Poplars ein stattliches Anwesen.
    Die andere Tochter, ein emotionales Wesen, hat gut geheiratet, nach dem Tod ihres neugeborenen Kindes, an dem ihrer Meinung nach der Vater des Jungen Schuld trägt, kann sie ihren Mann nicht mehr ertragen. Dieser zahlt für ihr Schweigen und schickte sie zu ihrem Vater Adrian zurück.
    Die dritte Tochter ist mit einem Investmentbanker verheiratet, der für die Finanzen ihres Vaters Adrian zuständig ist. Ein gutes Leben zu haben, ist alles, was für sie zählt und sie möchte ihre beiden Söhne in die obersten Gesellschaftsschichten bekommen. Was ihr Mann dafür anstellt, ist ihr egal.
    Außerdem gibt es da noch einen Anwalt. Dieser fällt bei seinen Geschwistern komplett aus der Art, da er, seine Frau und seine beiden Töchter komplett zufrieden mit ihrem Leben sind. Sie wollen weder Massen an Geld noch an Ansehen, so wie ihre Verwandten.
    Der jüngste Sproß der Familie Gray ist Künstler. Verkannter Künstler, um genau zu sein. Nach einer stürmischen Jugendzeit in Paris, kam er mit einer Frau und einem Kind nach England zurück. Nun fristet er sein Leben als Bauzeichner, haust unter seiner Würde und muss haufenweise Mäuler stopfen.

    Die Nebenfiguren.
    Sind wirklich nur nebenbei im Bilde. Einzig und allein die Mutter Adrian Grays und den zuständigen Inspector lernt der Leser etwas näher kennen.

    Das Setting.

    King's Poplars, das Landhaus der Grays, ist der Ort, an dem sich die meiste Handlung abspielt. Ein typisch altes Anwesen, ebenso englisch wie leicht gruselig, strahlt es eine Kälte aus, die zur Beziehung der Familienmitglieder untereinander vollkommen passt.

    Die Geschichte.

    Zugegebenermaßen habe ich am Anfang wirklich eine Zeit lang gebraucht, um in die Geschichte zu kommen. Die Autorin Anne Meredith stellt zuerst die Familie, deren Anhänge, die jeweilige Lebenssituation und die Beziehungen untereinander vor. Ich habe mich gefragt, ob das so wirklich notwendig ist - im Nachhinein kann ich das nur bestätigen. Durch diese vermeintlich ausufernde Familienbeschreibung am Anfang kann die eigentliche Geschichte komplett fließen und man benötigt als Leser keine Erklärungen mehr. Mal was anderes, aber sehr angenehm.

    Ich denke, dass ich nicht zu viel verrate, sondern manche Leser sich vielleicht aus diesem Grund für das Buch entscheiden: Anne Meredith lässt nicht nur von außen zusehen, man findet sich im Kopf des Täters wieder. Und nicht nur in seinem. Dadurch ist dieser Kriminalroman, obwohl er wahrlich unaufgeregt daher kommt, abwechslungsreich und erlangt eine Spannung, die mich das Buch kaum aus der Hand legen ließ.

    Der Fall ist logisch, gut konstruiert und auf erschreckende Weise sehr nachvollziehbar.

    Das Fazit.

    Ein wahres Schmuckstück unter den Kriminalromanen. Das richtige Buch, um sich in der Weihnachtszeit einen gemütlichen, aber dennoch spannenden Leseabend zu verschaffen!

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    Cover des Buches Das Haus der geheimnisvollen Uhren (ISBN: 9783453271937)

    Bewertung zu "Das Haus der geheimnisvollen Uhren" von John Bellairs

    Das Haus der geheimnisvollen Uhren
    Lucinda_im_Wunderlandvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Mysteriös, phantastisch und ein Klassiker - das perfekte Buch für lange Herbst- und Winternächte für die ganze Familie!
    Kinderbuchklassiker für die ganze Familie

    Das Cover. 

    Das neue Gewand des Kinderbuchklassikers "Das Geheimnis der Zauberuhr" ist an die Verfilmung mit Jack Black angelehnt. Wir sehen den kleinen Lewis vor dem alten Haus seines Onkels. Außerdem noch einiges an Halloween-Deko und wunderbar warmen Lichtern. Mir gefällt das Cover sehr, mal abgesehen davon, dass es wirklich gut zum Inhalt passt, mag ich einfach die Stimmung, die hier zum Leser transportiert wird.

    Der Stil. 

    "Das Haus der geheimnisvollen Uhren" wurde erstmals in den siebziger Jahren veröffentlicht. Der Stil ist dementsprechend nicht vollkommen modern, aber das macht überhaupt nichts. Dieses Kinderbuch ist irgendwie zeitlos, die Schreibweise kindgerecht, aber dennoch so, dass alle Altersklassen an dem Buch Spaß haben können. Der Stil ist sehr dicht, sehr atmosphärisch und hilft dem Leser, schnell in die Geschichte eintauchen zu können. Durch die leichte Sprache eignet sich das Buch sowohl zum Vorlesen als auch zum selber lesen.

    Die Charaktere. 

    Lewis Barnavelt.
    Unser kleiner Protagonist, ist ein unsicherer Junge, etwas moppelig, etwas unbliebt und dadurch immer der Außenseiter gewesen. Er würde gern einfach mal dazu gehören und versucht dadurch anders zu sein, als er eigentlich ist. Im Laufe der Geschichte kommt immer mehr seiner Persönlichkeit zu Tage und er macht eine wirklich große Entwicklung durch. Nach einem Unfall bei dem seine Eltern tödlich verunglückten ist er Waise und dadurch noch unsicherer als vorher.

    Jonathan van Olden Barnavelt
    Der Onkel von Lewis und sein neuer Vormund. Er ist groß, beleibt, mit rotem Haar und Bart gesegnet und sehr exzentrisch, wohnt in einem ebenso kuriosen Haus. Jonathan gewinnt seinen Neffen in Rekordzeit sehr lieb und scheint immer mehr zu wissen, als er zugibt. Außerdem scheint er neben seiner wirklich seltsamen Vorliebe für Uhren auch noch ein Geheimnis zu hüten.

    Florence Zimmermann
    Die Nachbarin von Onkel Jonathan und eine alte Freundin des Exzentrikers. Was daran liegen könnte, dass sie ebenso seltsam ist. Dennoch tritt das in den Hintergrund, da Mrs. Zimmermann großartige Kekse backt und grundsätzlich Kakao auf Lager hat und beides großzügig an Besucher verteilt.

    Das Setting.

    Barnavelt's Folly, das alte Haus von Onkel Jonathan, ist ein wunderbar mysteriöser Ort, der mich fasziniert hat. Durch die Beschreibungen hat man das Gefühl, dass man selbst dort ist, das Ticken der Uhren hört, das Knistern der Kamine und den Geruch von Keksen und Kakao in der Nase hat. Einfach wunderbar und es macht Lust darauf mit Lewis durch das Haus zu streifen und dessen Geheimnisse zu ergründen. Das Haus hat einen sehr wichtigen Stellenwert in der Geschichte, die anderen Orte treten etwas in den Hintergrund. Dennoch lernt der Leser zusammen mit Lewis viel von der Stadt New Zebeedee. Die Schule, die Straßen, die Lewis entlang geht, die Nachbarschaft. Ich habe das Gefühl, selbst ein bisschen dabei gewesen zu sein, sehr gemocht.

    Die Geschichte.

    Die Geschichte an sich nimmt ziemlich schnell Fahrt auf, aber das war bei dem relativ geringen Umfang von etwas über 200 Seiten auch zu erwarten. Lewis selbst ist zwar die Hauptfigur, aber auch Onkel Jonathan und Mrs. Zimmermann nehmen sehr viel Raum ein, etwas, das vielleicht ungewöhnlich erscheint, aber dem Buch wirklich zu Gute kommt. Alles spielt wunderbar zusammen und zaubert richtig schöne Bilder im Kopf. Für ein Kinderbuch ist es relativ erwachsen, aber dennoch kindgerecht. Diese Mischung machte es für mich sehr interessant.
    Lewis Abenteuer ist spannend, an manchen Stellen gruselig und immer mysteriös. Man fiebert als Leser mit den Figuren mit und möchte das Geheimnis um die geheimnisvolle Uhr genauso dringend lösen. Ich war schnell mitten in der Geschichte und wollte da auch gar nicht mehr weg.

    Das Fazit.

    Mysteriös, phantastisch und ein Klassiker - das perfekte Buch für lange Herbst- und Winternächte für die ganze Familie!

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    Cover des Buches Hazel Wood (ISBN: 9783791500850)

    Bewertung zu "Hazel Wood" von Melissa Albert

    Hazel Wood
    Lucinda_im_Wunderlandvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: "Hazel Wood“ ist ein grausames Märchen, das absolut süchtig macht!
    Düster, phantastisch und mit Suchtfaktor

    „Hazel Wood“ hat mich fasziniert, seit es auf Englisch rauskam und fristete seitdem sein Dasein auf meiner Wunschliste. Nun habe ich es endlich in Deutsch gelesen und ich kann gleich vorab sagen – ich bin verliebt. Hin und weg. Denn hier habe ich ein Buch in der Hand gehalten, das mich in meine Jugend zurückversetzt hat. Ein wunderschönes und seltenes Gefühl. Es hat mich an all die Bücher erinnert, die ich bis spät in die Nacht gelesen habe, egal, ob am nächsten Tag Schule war oder nicht. Ich wusste augenscheinlich schon früher nicht, wie ich meine Prioritäten setzen muss (oder ich wusste es, ich glaube, über diesen Fakt kann man sich durchaus streiten).

    Das Cover von „Hazel Wood“ ist der englischen Variante ähnlich, was ich gut finde, denn inzwischen ist das ja eher de Ausnahme. Es hat einen leichten Glitzereffekt, nur am Rande erwähnt. Farblich gehe ich zwar nicht ganz mit dem Designer konform, aber das ist Geschmacksache. Und – auch unter seinem Schutzumschlag ist dieses Buch hübsch.

    Melissa Alberts Schreibstil ist für mich sehr angenehm. Die Worte tröpfelten nur so in mein Gehirn und haben sich schnell und gut weggelesen. Auch die Mischung zwischen jugendlich angehauchter Sprache und teilweise sehr poetischer Wortwahl hat mir Freude bereitet. Was mir bei der Autorin besonders gut gefallen hat, ist ihr Hang zum Nichtbeschreiben. Eine wahre Wonne. Weder die Figuren noch die Umgebung wurde bis ins Detail von ihr aufgebaut, nein, sie hat der Vorstellungskraft des Leser eine fast weiße Leinwand gelassen. Beste Voraussetzungen für ein Jugendbuch. Womit wir bei meinem einzigen Kritikpunkt wären. Im Buchhandel und vom Verlag wird dieses Buch in die Ecke Fantasy-Jugendbuch ab 12/14 Jahre eingeordnet (ich nutze hier absichtlich die 12 Jahre mit, denn im Buchhandel ist die Kategorisierung einfach oft so). Mit einem kompetenten Buchhändler in Reichweite – definitiv möglich. Ohne – nein, bitte nicht. Der Klappentext fasst nicht annähernd, was da auf einen zukommt.

    Die Figuren sind nicht perfekt und teilweise wirken sie recht unsympathisch. Doch sie wollen auch gar nichts anderes und genau das hat mich berührt.
    Alice, die Protagonistin, ist schwierig, wütend, distanziert, aufbrausend und manchmal wirklich anstrengend.
    Ella, ihre Mutter, ist undurchsichtig, flatterhaft, fast genauso schwierig wie ihre Tochter und hat sich nur ein bisschen besser unter Kontrolle.
    Althea, die Großmutter, wird entweder vergöttert oder verabscheut.
    Auch die anderen Charaktere sind allesamt undurchsichtig, sprunghaft und bewegen sich zwischen allen möglichen verfügbaren Schubladen.
    Die Figuren überschreiten Grenzen, sie sind oft irgendwo zwischen Wahn- und Irrsinn und tanzen auf der Linie dazwischen. Und sie machen es großartig.

    Auf die Geschichte von „Hazel Wood“ muss man sich als Leser komplett einlassen. Dieses Buch ist nichts für nebenbei. Und nichts für schwache Nerven. Was als leicht verwunschenes Märchen anfängt und wie eine Alice im Wunderland Adaption erscheint, entwickelt sich zu etwas Unerwartetem. Gerechnet habe ich zumindest nicht damit. Ich wurde in einen dunklen Sog gezogen, der mich nicht mehr los lassen wollte. Unbedingt wollte ich alles über die Geschichte von Alice und Hazel Wood erfahren. Es wird gruselig, brutal und grausam. Die Darstellung und die Figuren können böse und hinterhältig sein. Wer hier Moral und Wertvorstellungen erwartet, verabschiedet euch davon.

    „Hazel Wood“ ist ein grausames Märchen, das einen das Blut in den Adern gefrieren lassen will. Es beschert Gänsehaut, ein mulmiges Gefühl in der Magengegend und macht absolut süchtig.


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    Cover des Buches Gork der Schreckliche (ISBN: 9783608962680)

    Bewertung zu "Gork der Schreckliche" von Gabe Hudson

    Gork der Schreckliche
    Lucinda_im_Wunderlandvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Bizarrer Fantasy-SciFi-Mix mit schrägem Humor und wahnsinnig viel Herz.
    Bizarrer Fantasy-SciFi-Mix mit schrägem Humor und wahnsinnig viel Herz.

    "Gork, der Schreckliche" hatte mich schon mit dem Cover. Als ich dieses in der Verlagsvorschau sah, wusste ich, dass ich es unbedingt lesen musste. Auch die Zusammenfassung klang wahnsinnig vielversprechend.

    Das Cover des Buches sticht sofort in Auge. Die Farbgebung ist für einen High-Fantasy Roman eventuell etwas ungewöhnlich, gerade der gelbe Hintergrund wirkt im ersten Moment etwas fehl am Platz. Im Nachhinein finde ich, dass es aber ganz gut zum Inhalt passt, besonders zur Persönlichkeit der Hauptfigur. Besonders da das Genre irgendwie auch Ansichtssache ist.

    Der Schreibstil von Gabe Hudson ist, gelinde gesagt, gewöhnungsbedürftig. Und sein Humor noch mehr. Ungefähr die ersten 50 Seiten haben mir wahnsinnig gut gefallen, auf denen erzählt Gork von seiner Vergangenheit. Danach springt die Geschichte in die Gegenwart. Ab diesem Zeitpunkt war irgendwie mein Lesefluss gestört und ich habe eine Weile gebraucht, um wieder reinzukommen. Dann lief es aber wie am Schnürchen und ich kam schnell voran.

    Gork ist ein sympathischer Protagonist. Gut, er ist ein Drache, aber das ist ja in diesem Moment kein Thema. Er ist großherzig, bizarr und wahnsinnig menschlich. Manchmal könnte man vergessen, dass er eben kein Mensch ist. Wenn da nicht seine Wortwahl wäre. Die ist teilweise gewöhnungsbedürftig und an einzelnen Stellen nahezu ordinär und pubertär. Ich könnte mir vorstellen, dass genau hier ein Problem für viele Leser liegen wird. Besonders, wenn man aufgrund der ersten Seiten, das Buch lesen will und den Schreibstil für gut befunden hat. Die Leser erleben die gesamte Geschichte aus Gorks Perspektive. Wir nehmen sehr viel von seinen Gedanken und seiner Persönlichkeit wahr. Dadurch wirkt alles etwas in die Länge gezogen, da Gorks Gedankenwelt von Wiederholungen, Sprüngen und einigen Wirrungen geprägt ist. Man muss sich darauf einlassen und auf eine Reise in das Innenleben eines Drachen. Allein das ist ja eigentlich schon Grund genug, dass das alles etwas verwirrend ist.

    Die anderen Figuren spielen zwar eine Rolle, aber ich habe irgendwie immer das Gefühl, dass sie hinter Gork verschwinden. Wahrscheinlich weil der Drache die ganze Zeit so präsent ist.
    Der Leser lernt über das Buch hinweg viele Charaktere kennen - von anderen Kadetten, Gorks bester Freundin (die im Übrigen wirklich großartig ist), seinem Opa, diversen Professoren an der Akademie und, um meine liebste Figur nicht zu vergessen, die künstliche Intelligenz von Gorks Raumschiff. Die Nebenfiguren machen den Roman erst richtig lesenswert. In die Persönlichkeit dieser wurde viel Arbeit gesteckt, auch wenn man viel zwischen den Zeilen lesen muss.

    Am Anfang habe ich ja schon das Genre angesprochen. High Fantasy ist hier wirklich weit gefasst, denn die Science Fiction Elemente stehen schon ziemlich im Vordergrund. Und den humoristischen Anteil darf ich hier auch nicht unter den Tisch fallen lassen. Auch andere Elemente finden sich hier wieder: von der klassischen Heldenreise über Coming-of-Age bis hin zur typischen Liebesgeschichte ist alles vertreten. Ob man dies überladen findet, ist im Endeffekt einfach nur Geschmacksache.

    Jeder, der sich gern auf Experimente einlässt, besonders hinsichtlich Genre und Sprache, ist mit diesem Buch wirklich gut bedient. Besonders Hudsons Wortwahl kann, nach einiger Eingewöhnungsphase, wirklich Spaß machen.

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