MAD-Moiselle

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    Cover des Buches Tagebuch einer furchtbar langweiligen Ehefrau (ISBN: 9783847900641)

    Bewertung zu "Tagebuch einer furchtbar langweiligen Ehefrau" von Marie-Renée Lavoie

    Tagebuch einer furchtbar langweiligen Ehefrau
    MAD-Moisellevor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Wie der Titel schon sagt: langweilig
    Langweilig

    Buchbesprechung zu »Tagebuch einer furchtbar langweiligen Ehefrau« von Marie-Renée Lavoie

    Diesen Frauenroman habe ich im Rahmen einer Leserunde als E-Book auf Lesejury gewonnen. Die 256-seitige Taschenbuchausgabe mit der EAN 9783847900641 kostet 18.00 € (inkl. MwSt.) und erschien am 28. August 2020 bei Eichborn. Übersetzt aus dem französischen Kanadisch von Christiane Landgrebe.

    Die 48-jährige Diane wird von ihrem Mann verlassen. Sie sei ihm zu langweilig geworden. Und er habe übrigens eine neue, natürlich ein paar Jahre jüngere, Freundin. Diane macht sich auf die Suche nach ihrem Selbstvertrauen und erlebt Zusammenbrüche in Umkleidekabinen, kleine Rachen an der Geliebten sowie der ewig vorwurfsvollen (Ex-)Schwiegermutter, Weißweinpartys am frühen Nachmittag und Zerstörungsorgien im ehemals trauten Heim.


    Meinung

    Wie der Titel schon ankündigt, handelt es sich hierbei um einen Frauenroman. Um genauer zu sein, um einen furchtbar langweiliges Buch. Der Schreibstil ist ansatzweise humorvoll, konnte mich aber leider nicht unterhalten. Das Cover und die Leseprobe waren das Interessanteste an der Geschichte, dann flachte die Handlung ab. Selbst nach reiflicher Überlegung habe ich keine Kernaussage oder Botschaft für mich herausfiltern können. Nicht nur die Protagonistin, auch die Handlung ist tatsächlich furchtbar langweilig. Diane ist nach der Trennung von ihrem Ehemann irgendwie durch den Wind, aber das macht sie nicht unbedingt sympathischer. Die Kapitel sind zusammenhangslose Anekdoten. Einen zweiten Teil werde ich mir nicht antun.


    Fazit

    Das Buch kann man sich getrost sparen.


    • Leseprobe: http://www.bic-media.com/mobile/mobileWidget-jqm1.4.html?buyButton=no&showExtraShopButton=false&fullscreen=yes&isbn=9783847900641


    © 09/2020 MAD-Moiselle 🌼 Alle Angaben sind ohne Gewähr.


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    Cover des Buches TOXISCHE BEZIEHUNGEN ERKENNEN: Sich von Narzissten und anderen ungesunden Partnern befreien (ISBN: 9798656617871)

    Bewertung zu "TOXISCHE BEZIEHUNGEN ERKENNEN: Sich von Narzissten und anderen ungesunden Partnern befreien" von Lea Schäfer

    TOXISCHE BEZIEHUNGEN ERKENNEN: Sich von Narzissten und anderen ungesunden Partnern befreien
    MAD-Moisellevor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Ein gut verständlicher Ratgeber für den Laien, der gerade in einer Krise steckt und keine Lust auf ein Psychologiestudium hat.
    Für den Einstieg nicht schlecht

    Buchbesprechung zu »Toxische Beziehungen erkennen« von Lea Schäfer


    Ich habe dieses "Buch" im Rahmen einer Leserunde als PDF-Datei erhalten. Zum Layout möchte ich mich nicht äußern, außer dass der Text noch einmal eine Rechtschreibprüfung benötigt, aber das hat jetzt keinen Einfluss auf meine Bewertung, weil ich mich als Vorab-Testleserin betrachte. Das Cover finde ich dagegen sehr passend, ansprechend und zielgruppengerecht.


    Meinung

    Von der Thematik und der Struktur her, finde ich den Ratgeber gar nicht mal schlecht. Die Autorin erklärt in kurzen, sehr übersichtlichen und gut verständlichen Kapiteln, was uns daran hindert, eine harmonische und gleichberechtigte Partnerschaft führen zu lassen. Jedes Kapitel wird noch einmal mit einem Fazit abgeschlossen. Auch findet man einen Selbsttest und eine Checkliste, um sich und seine Beziehung zu hinterfragen. Als Sachbuch für den Laien, der kein Psychologiestudium absolviert und keine Lust auf weit ausufernde psychologische Belehrungen hat, weil er sich gerade mitten in einer Krise befindet, ist dieses Sachbuch ideal, denn es öffnet einem nicht nur die Augen, man kann die aufgeführten Fallbeispiele nämlich gleichzeitig als schwachen Trost verstehen, nach dem Motto: Aha, anderen geht es also auch nicht besser als mir!

    Mir hat das Buch jedenfalls dabei geholfen, noch einmal über mich und über meine gegenwärtige Situation nachzudenken. Wer bereits die eine oder andere Beziehung hinter sich gelassen hat, wird sich in diesem Buch selbst begegnen und merken, dass nicht immer nur sein Gegenüber der alleinige Buhmann ist und die Schuld trägt. Tja, das Leben ist halt nicht immer einfach. Man sollte das Buch aber auf gar keinen Fall als das Amen in der Kirche betrachten, es macht eher deutlich, dass die meisten Beziehungen zerbrechen, weil wir alle kleine Narzissten sind.


    Fazit

    Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist akzeptabel, darum vergebe ich 3.5 von 5 Sternen und bedanke mich ganz herzlich dafür, dass ich es lesen durfte.


    © 09/2020 MAD-Moiselle  🌼  Alle Angaben sind ohne Gewähr.

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    Cover des Buches Wortgefecht und Zahlenzauber (ISBN: 9783981598902)

    Bewertung zu "Wortgefecht und Zahlenzauber" von Doris Kahl

    Wortgefecht und Zahlenzauber
    MAD-Moisellevor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Originelles Mitbringsel oder als Geschenkidee - macht Laune!
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    Cover des Buches Das zweitbeste Leben (ISBN: 9783716027837)

    Bewertung zu "Das zweitbeste Leben" von Tayari Jones

    Das zweitbeste Leben
    MAD-Moisellevor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Kann ich nichts mit anfangen
    Bigamie oder Bigotterie?

    Buchbesprechung zu »Das zweitbeste Leben« von Tayari Jones


    Diesen Roman habe ich im Rahmen einer Leserunde auf LOVELYBOOKS gewonnen. Die gebundene, 347-seitige Ausgabe mit der EAN 978-3-716-02783-7 kostet 22.00 € und erschien am 24. Juli 2020 im Arche Literatur Verlag. Übersetzt aus dem Amerikanischen von Britt Somann-Jung.

    Mit der Eröffnungszeile »Mein Vater, James Witherspoon, ist ein Bigamist«, enthüllt Tayari Jones eine atemberaubende Geschichte über die Täuschung eines Mannes, die Komplizenschaft einer Familie und die in der Mitte gefangenen Teenager. Im Mittelpunkt stehen die beiden Mädchen, deren Leben auf dem Spiel steht, und wie die besten Schriftsteller porträtiert Jones die Zerbrechlichkeit ihrer Charaktere mit roher Authentizität, wenn sie Liebe suchen, Aufmerksamkeit fordern und versuchen, sich als Frauen vorzustellen. Der Roman spielt in den 1980er Jahren in einem bürgerlichen Viertel in Atlanta und dreht sich um James Witherspoons Familien: Die öffentliche und die geheime. Wenn sich die Töchter jeder Familie treffen und eine Freundschaft schließen, weiß nur eine von ihnen, dass sie Schwestern sind. Es ist eine Beziehung, die explodieren soll, wenn Geheimnisse enthüllt und Illusionen zerstört werden. Während Jones die Hintergrundgeschichten ihrer reichen und fehlerhaften Charaktere erforscht, offenbart sie auch die Freude und die Zerstörung, die sie einander ins Leben gebracht haben.


    Meinung

    Wie bereits an meiner Bewerbung unschwer zu erkennen ist, reagiere ich auf das Thema Bigamie sehr allergisch, darum hatte es mich gewundert, dass ich den Roman lesen durfte. Das Cover finde ich ansprechend. Zwei Silver Birds auf blutrotem Hintergrund. Einer der Vögel sitzt beobachtend auf einem Ast und ein weiterer breitet seine Flügel aus und entfaltet sich. 

    Objektiv betrachtet möchte ich erwähnen, dass die Autorin ihr Handwerk versteht. Stilistisch und vom Aufbau her ist ihr ein Roman gelungen, der sich gut lesen lässt und zum Nachdenken anregen soll, vielleicht löst er bei dem einen oder anderen Leser Sympathie und tiefe Gefühle aus, aber mich hat die Story subjektiv betrachtet nicht im Geringsten erreicht. Bei mir hat sie lediglich ein Kopfschütteln ausgelöst und darum bin ich auch nicht bereit, mir den Roman mit aller Gewalt schönzureden.

    Möglicherweise neige ich auch dazu, mehr in die Geschichte hineinzuinterpretieren als der Autorin lieb ist. Und wenn ich dann auch noch Arche-Verlag lese, dann denke ich mir halt so meinen Teil. Und dieser Teil ist nicht angenehm. Ich frage mich nämlich, ob Tayari Jones das Thema Rassismus auf den Schultern der beiden Schwestern austrägt. Dana, die das zweitbeste Leben hinnehmen, sich verstecken, ihren Vater mit Sir anreden muss und sich keine Widerworte erlauben darf, steht stellvertretend für die Unterdrückten der zweiten Klasse.

    Sowohl James, Danas Mutter als auch ihr Onkel verhalten sich in meinen Augen unmoralisch, fast schon asozial und kriminell. Das Thema Rassismus wurde hier sehr elegant verwoben. Dana muss auf der ganzen Linie zurückstecken. Eine Szene hat mich besonders stutzig gemacht: Die Frauen wollen genauso glatte Haare haben wie die weißen Amerikaner. Am liebsten möchten sie ihre Herkunft leugnen. Afroamerikaner mit heller Haut und glatten Haaren sind bessere Afroamerikaner. Michael Jackson war dann wohl der Beste von allen. Einige Leser werden nun Verständnis für die Protagonisten aufbringen, weil wir Deutschen können ja immer alles ganz genau nachvollziehen, uns in die Figuren hineinversetzen und mit ihnen fühlen. Aber seien wir doch mal ehrlich - was sich der Mister Witherspoon da erlaubt, das geht doch auf keine Kuhhaut! Führt sich auf wie ein masochistischer Patriarch. Das ist blanker Narzissmus. Eine rücksichtslose, unverantwortliche Zumutung. Und die Mutter duldet das? Was für eine Frechheit, die gehört genauso weggesperrt wie der James. Aber was soll man von einer Frau, die sich mit 14 Jahren schwängern lässt, auch anderes erwarten?

    Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass sich das Thema Bigamie im übertragen Sinne auf Bigotterie bezieht. Der Mann tanzt auf zwei Hochzeiten. Ein Spagat, der nur sehr schwer zu bewältigen ist.


    Fazit

    Ich konnte für Danas Standpunkt und Neugierde überhaupt kein Verständnis aufbringen. An ihrer Stelle hätte ich viel früher rebelliert und meinen Vater mit dem Gesäß nicht mehr angeschaut. Ein gequirlter, an den Haaren herbeigezogener Blödsinn. Von mir gibt es keine Leseempfehlung, aber das ist auch nicht notwendig, denn die US-amerikanische Talkshow-Moderatorin Oprah Gail Winfrey hat bereits angekündigt, diesen Roman verfilmen zu wollen. Bevor man mich ausbuht und mit faulen Eiern bewirft, vergebe ich 3 von 5 möglichen Sternen: Zwei für die beiden Vögel auf dem Cover und einen für die gelungene Übersetzung. 


    Gut zu wissen!

    Im Original erschien das Buch bereits 2011 und wird nun auf Deutsch nachgereicht, nachdem Tayari Jones 2018 mit ihrem sowohl von Oprah Winfrey als auch von Barack Obama gepriesenen vierten Roman In guten wie in schlechten Zeiten der Durchbruch gelungen war. Tayari Jones wurde 1970 in Atlanta geboren und studierte Englisch in Iowa, Georgia und Arizona. 2019 wurde sie mit dem Women's Prize for Fiction (bei Anmeldung für den Newsletter kann man dort ein mit 6 Büchern gefülltes Buchpaket gewinnen!) ausgezeichnet.



    © 08/2020 MAD-Moiselle  🌼  Alle Angaben sind ohne Gewähr.



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    Cover des Buches Die Dornen des Bösen (ISBN: 9783492502955)

    Bewertung zu "Die Dornen des Bösen" von Astrid Korten

    Die Dornen des Bösen
    MAD-Moisellevor 5 Monaten
    Cover des Buches Das Mündel des Hofmedicus (ISBN: 9783839226957)

    Bewertung zu "Das Mündel des Hofmedicus" von Jutta Weber-Bock

    Das Mündel des Hofmedicus
    MAD-Moisellevor 5 Monaten
    Cover des Buches Im Westen ist Amerika (ISBN: 9783347056077)

    Bewertung zu "Im Westen ist Amerika" von Dirk Möller

    Im Westen ist Amerika
    MAD-Moisellevor 5 Monaten
    Cover des Buches Der Turm aus Licht (ISBN: 9783958625716)

    Bewertung zu "Der Turm aus Licht" von Astrid Fritz

    Der Turm aus Licht
    MAD-Moisellevor 5 Monaten
    Cover des Buches Die Verwandelten (ISBN: 9783835336056)

    Bewertung zu "Die Verwandelten" von Thomas Brussig

    Die Verwandelten
    MAD-Moisellevor 5 Monaten
    Cover des Buches Das Buch Ana (ISBN: 9783442759033)

    Bewertung zu "Das Buch Ana" von Sue Monk Kidd

    Das Buch Ana
    MAD-Moisellevor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Hinter jedem erfolgreichen Mann steht auch immer eine intelligente Frau ...
    Hinter jedem erfolgreichen Mann steht auch immer eine intelligente Frau

    Buchbesprechung zu »Das Buch Ana« von Sue Monk Kidd


    Diesen historischen Wälzer habe ich im Rahmen einer Buchverlosung als Testleserin bei Random-House gewonnen. Die gebundene, 576-seitige Ausgabe mit der EAN 978-3-442-75903-3 kostet in Deutschland 22.00 € inkl. MwSt. und erscheint am 17. August 2020 bei btb. Auch erhältlich als E-Book oder Hörbuch. Übersetzt aus dem Amerikanischen von Judith Schwaab.

    Es ist die fiktive Lebensgeschichte von Ana, der Gefährtin Jesu. Die Erzählung setzt im Jahr 16 nach Christus ein, in dem von den Römern besetzten Galiläa. Dort wächst Ana in einer wohlhabenden jüdischen Familie auf. Sie ist ein kluges Mädchen mit rebellischem Geist und messerscharfem Verstand. Ana lernt Lesen und Schreiben, studiert die Thora und beginnt heimlich die Geschichten der vergessenen Frauen der Heiligen Schrift aufzuzeichnen: Eva, Sarah, Rebecca, Rachel und Ruth. Als Ana vierzehn ist, soll sie an einen alten Witwer verheiratet werden, doch sie lernt auf dem Wochenmarkt einen jungen, attraktiven Mann mit dunklen Locken, einer großen Nase und wunderschönen braunen Augen kennen.


    Thema

    Unterdrückung der Frau. Jesus als Mensch bekommt eine Frau an seine  Seite gestellt, die ihm auf Augenhöhe begegnet. Beide ergänzen sich in ihrem spirituellen Sehnen nach Liebe und Weitsicht.


    Meinung

    Das Titelbild erinnert an eine leere apokryphe Schriftrolle, sodass der Leser gleich auf eine biblische Geschichte eingestimmt wird. Für die elegante Umschlaggestaltung ist die in München ansässige Werbeagentur Semper-Smile verantwortlich. Die Charaktere und der Schreibstil harmonieren miteinander. Besonders gelungen finde ich, dass die Geschichte aus Sicht von Ana erzählt wird. Ob Jesus verheiratet war oder nicht, darüber lässt sich spekulieren, diese Idee ist nicht neu und überrascht mich daher nicht, denn sie wurde bereits mehrfach aufgegriffen. So verarbeitet Mel Gibson dieses Thema in seinem Film Die Passion Christi, Dan Brown in Sakrileg und die Religionshistorikerin Karen L. King von der renommierten Harvard-Universität setzt diesem Verwirrspiel noch einen drauf und präsentierte im Jahre 2012 ein Stück Papyrus aus dem 4. Jahrhundert, auf dem in koptischer Schrift zu lesen ist: »Jesus sagte zu ihnen: Meine Ehefrau (...)«.


    Zur Zeit Jesu war für einen frommen Rabbiner die Ehe etwas ganz Normales. Der jüdische Religionsphilosoph Schalom Ben-Chorin (1913-1999) ging deshalb davon aus, dass Jesus selbstverständlich verheiratet war. Im 1. Buch Mose 2, 24 wird geboten, Männer sollten heiraten und Kinder zeugen. Wäre Jesus ledig geblieben, dann wäre dies in der damaligen Zeit so ungewöhnlich gewesen, dass in den Evangelien darauf hingewiesen worden wäre. Auch entspricht die Rolle der Mutter Jesu in der im Neuen Testament geschilderten Hochzeit zu Kana genau der Rolle einer damaligen Mutter des Bräutigams. Wird in Johannes 2 etwa seine eigene Hochzeit beschrieben? [Quelle: Sonntagsblatt]


    Aus diesen Gründen halte ich den Roman keinesfalls für provokant. Zudem weist Ana viele Wesensmerkmale auf, die uns bereits von Maria Magdalena bekannt sind, die fälschlicherweise immer wieder als Dirne dargestellt wird, obwohl sie aus einem reichen, jüdischen Elternhaus stammte und gebildet war.

    Aber kommen wir nun zur Geschichte: Die Autorin verleiht der klugen und aufmüpfigen Ana eine Stimme, lässt sie zur Hauptfigur avancieren, während Jesus zum Nebendarsteller degradiert wird. Wie das halt so ist, steht doch hinter jedem erfolgreichen Mann bekanntlich immer eine starke Frau. Und diese lässt die Autorin in diesem Roman zu Worte kommen. Der Originaltitel The Book of Longings (Das Buch der Sehnsüchte) bezieht sich auf die totgeschwiegenen Sehnsüchte der unterdrückten Frauen von damals. Und heute.

    Anas Bestrebungen, sich zu bilden und zu emanzipieren, werden von ihrem Vater heimlich unterstützt, was ihre Umgebung verhindern will. Nur Tante Yaltha, die wegen eines Mordverdachts aus Alexandria flüchten muss, unterstützt Anas Wunsch. Im Alter von 14 soll das Mädchen mit einem alten Witwer zwangsverheiratet werden. Dessen plötzlicher Tod rettet sie vor diesem Schicksal. Ana verliebt sich in Jesus, doch ihr Vater will sie wegen ihres schlechten Leumundes als Konkubine an Herodes verkaufen. Ana gibt ihren Status auf und heiratet mit 18 Jahren den ärmlichen Jesus von Nazareth. Bald darauf muss sie nach Alexandria fliehen, wo es ihr gelingt, eine Stellung als Schreiberin in der dortigen Bibliothek zu erhalten. Sie verfasst eine umfangreiche Geschichte über die von der patriarchalischen Gesellschaft kaum gewürdigten Frauen. Als sich die Ereignisse um Jesus und ihren Stiefbruder Judas zuspitzen, begibt sie sich unter Lebensgefahr nach Nazareth. Jesus wird verraten und gekreuzigt. Daraufhin kehrt Ana nach Alexandria zurück und setzt ihr Leben als Forscherin fort. Eine Geschichte, die an Aktualität niemals einbüßen wird. Hat sich die Unterdrückung der Frau doch noch bis ins frühe 20. Jahrhundert bemerkbar gemacht.


    Fazit

    Die Autorin lässt das Leben im biblischen Galiläa auferstehen. Ihr ist ein Roman gelungen, der von der ersten Seite an fesselt und berührt. Auf faszinierend unterhaltsame Weise verbindet Sue Monk Kidd gut recherchiertes Bibelwissen und fiktive Geschichte. Bildgewaltig und lebendig schildert sie damalige Geschehnisse und verleiht ihnen Authentizität. Der Roman hat mich beeindruckt, darum vergebe ich 5 Sterne und eine Leseempfehlung.


    Gut zu wissen!

    Der Name Ana leitet sich von dem hebräischen Vornamen Channah ab und bedeutet so viel wie die Anmutige, die Begnadete oder die Liebreizende.



    © 08/2020 MAD-Moiselle  🌼  Alle Angaben sind ohne Gewähr.


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