MademoiselleMeow

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches Katzen – Letters of Note (ISBN: 9783453272453)

    Bewertung zu "Katzen – Letters of Note" von Shaun Usher

    Katzen – Letters of Note
    MademoiselleMeowvor 9 Tagen
    Kurzmeinung: Kurzweilig und unterhaltsam. Perfekt für alle Katzenfreunde!
    Hommage an unsere geliebten Begleiter

    Als ausgesprochene Katzenfreundin interessiert mich allerlei Lektüre rund um das elegante Tier. „Katzen – Bemerkenswerte Briefe“ von Shaun Usher aus dessen „Letters of Note“ Reihe durfte da natürlich nicht fehlen. Dieser bringt seit geraumer Zeit Briefsammlungen in Form kleiner, hübscher Bücher zu einem bestimmten Thema heraus. Eine schöne Idee und noch schöner, dass er ausgerechnet der Katze eine eigene Sammlung gewidmet hat.
    Nun darf man das Ganze aber nicht falsch verstehen. Selbstverständlich handelt es sich nicht um Briefe von Katzen (bis auf einen kuriosen Fall) und auch nicht um Briefe an Katzen (bis auf eine Ausnahme), sondern um Briefe über Katzen. Und die stammen auch nicht von irgendwelchen Personen, sondern von berühmten Persönlichkeiten aus der Geschichte. Vor jedem Brief bekommt man eine kleine Biografie zu der jeweiligen Person und die Umstände erläutert, welche zu diesem Brief führten. Die Inhalte dieser Briefe sind größtenteils humorvoll, rührend und ein Loblied an die Katze. Ein paar dagegen fand ich, auch wenn sie lustig gemeint waren, sehr unpassend. Weder möchte ich etwas darüber lesen, dass Katzen für Musik die Schwänze gequetscht werden, noch wie darüber sinniert wird, wie viel Geld man wohl mit einer Katzenfarm und deren Fellen verdienen könnte. Selbstverständlich waren diese Briefe nicht ernstzunehmen, dennoch war höchst empört, solche Gedanken in dem Buch wiederzufinden. Wie kann man über diese edlen Geschöpfe auch nur ein schlechtes Wort verlieren, also wirklich!
    Also, drei oder vier Briefe werden dem eingefleischten Katzen-Fan nicht gefallen, aber es sind dennoch Briefe über Katzen und somit gehören sie wohl irgendwie mit in das Buch. Auch wenn ich sicher bin, man hätte stattdessen auch ein paar andere tolle Exemplare verwenden können.
    Besonders gut hat mir wiederum die Auswahl der berühmten Personen gefallen, die ich einerseits kannte und andererseits nichts. Einige waren mir so sympathisch, dass ich über sie und ihre Katzen ein wenige Recherche betrieben habe. Darunter fanden sich überwiegend Menschen mit künstlerischer Begabung, vor allem Autoren. Aber das gerade die Katzen mögen ist ja allseits bekannt. Ich bin jedenfalls froh über die eine oder andere Neuentdeckung unter den Katzenfreunden.
    Da die positiven Briefe letztendlich überwogen haben, gebe ich mit einem Auge zugedrückt dennoch 5 Sterne. Eine Büchlein, dass man sich gern öfters zu Gemüte führen kann.

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    Cover des Buches Zwei fremde Leben (ISBN: 9783423262552)

    Bewertung zu "Zwei fremde Leben" von Frank Goldammer

    Zwei fremde Leben
    MademoiselleMeowvor 15 Tagen
    Kurzmeinung: Eine düstere Reise in die nicht all zu ferne Vergangenheit
    Die dunkle Seite der DDR

    Ein Baby stirbt kurz nach der Geburt und die junge Mutter hat keine Möglichkeit ihr Kind auch nur einen Moment in die Arme zu schließen. Jahre später erfährt ein Mädchen, dass es adoptiert ist. Was geschah damals wirklich?

    Das Thema hat mich persönlich besonders angesprochen, weil es in meiner Familie so einen Fall gab. Es ist nichts bewiesen, es wurde nichts weiter verfolgt, aber es ist dasselbe Muster und vermutlich vielen Frauen in der DDR genauso passiert.
    Mir gefiel es, wie das Buch die Spannung halten konnte und nicht vor überraschenden Wendungen Halt machte. Am Anfang denkt man noch, man weiß wo die Reise hingeht, aber der Autor entschied sich letztendlich für einen weniger typischen und mehr realistischen Ausgang, ohne dabei das eigentliche Thema außer Acht zu lassen. Das fand ich sehr klug, obwohl es vielleicht nicht zu einem Ende geführt hat, was sich vermutlich einige Leser gewünscht hätten.
    Sprachlich hat mich der Roman auch total mitgenommen. Ich bin zwar nach der Wende geboren, erkannte aber viele Redewendungen und den allgemeinen Ossi-Jargon von meinen Eltern und auch der restlichen Verwandtschaft wieder. Bestimmte Ansichten und Meinungen zur DDR, sowie die Gegebenheiten zu der damaligen Zeit sind mir dadurch ebenfalls ein Begriff und wurden gut in den Roman eingebaut. Ich frage mich, wie das Buch wohl auf Menschen wirkt, die im Westen aufgewachsen sind.
     Die Hauptpersonen fand ich meist authentisch und nahbar, auch wenn mich ein paar Kleinigkeiten gestört haben. Ich fand es z.B. nicht ganz nachvollziehbar, dass Rust am Anfang so messerscharf kombiniert hat bzw. wie er so schnell Schlüsse ziehen konnte. Auch, dass seine Sicht fast ausschließlich 1973 stattfindet, genau wie Claudias Sicht nur 1989. Was die beiden in den Jahren bis zum Ende des Buches getan haben, wird zwar erläutert, jedoch hätte mir dazu auch ein paar eigene Kapitel gefallen, sowie das bei Ricarda der Fall war. Deren Charakter kam mir manchmal ein wenig zu fanatisch daher, doch ich schätze bei ihrer Vergangenheit und Erlebnissen war das auch nur normal. Dennoch möchte ich wegen dieser Kritikpunkte keinen Stern abziehen. Ich fand den Roman höchst interessant, spannend und raffiniert. Für mich eine kleine Überraschung, ich hätte nicht gedacht, dass er mir so gut gefällt. Deswegen gibt es auch wohlverdiente 5 Sterne

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    Cover des Buches Mystery und die Regenbogenbrücke (ISBN: 9783750401563)

    Bewertung zu "Mystery und die Regenbogenbrücke" von Sabine Schröder

    Mystery und die Regenbogenbrücke
    MademoiselleMeowvor 16 Tagen
    Kurzmeinung: Eine bewegende Geschichte, die Trost spendet und Hoffnung gibt
    Bis wir uns wiedersehen

    So schön das Zusammenleben mit Haustieren auch ist, so traurig ist es, wenn man sich mit deren Tod auseinandersetzen muss. Auch ich musste schon von vielen Tieren Abschied nehmen, darunter sieben Hamster und einige Wellensittiche von denen mich besonders zwei über einen langen Zeitraum begleitet haben. Nun gibt es zwei Katzen in meinem Leben, von denen aber nur eine bei mir lebt und mir schießen sofort die Tränen in die Augen, wenn ich an deren Tod denke, der ja nun irgendwann einmal eintreten wird. Auch wenn Bubi und Bubi sehr außergewöhnliche, anhängliche und verkuschelte Wellis waren und ich mir deren Tod auch nie vorstellen wollte, bin ich letztendlich tapferer als ich dachte damit umgegangen. Aber Katzen und Hunde sind noch mal ein anderer Schuh. Sie drängen sich noch ein wenig mehr in unserer Leben und fallen durch noch mehr liebenswerte Eigenheiten auf, dass sie zu einer Mischung aus Kind und besten Freund werden. Kurzum, zu einem festen Bestandteil der Familie. Und da ich leider keine Vorzeigefamilie habe, sind mir die Tiere umso wichtiger.
    Natürlich hoffe ich, dass die beiden Fellnasen ein langes Leben haben und mindestens 20 werden und ich tue wirklich alles dafür. Trotzdem möchte ich am Ende kein hemmungslos schluchzendes Etwas sein, das den Katzen auf ihren letzten Atemzügen mehr Angst einjagt, als Trost spendet. Ich musste also einen Weg finden, mich jetzt schon in gewisser Weise darauf vorzubereiten. „Mystery und die Regenbogenbrücke“ kam da wie gerufen. Ich bin kein gläubiger Mensch und sehe viele Dinge realistisch. Aber ich bin auch eine Träumerin, liebe das Mysteriöse und hoffe natürlich, dass es für uns nach dem Tod ein Happy End gibt. Sowieso gelange ich immer mehr zu der Ansicht, dass es wichtig ist, an irgendetwas zu glauben. Das muss ja kein Gott sein. Wie wäre es z.B. mit einem besonderen Ort? Natürlich kenne ich die Geschichte von der Regenbogenbrücke, über die die verstorbenen Tiere gehen, doch weiter habe ich da bisher nicht gedacht. Aber Sabine Schröder hat das getan. Um den Tod ihres geliebten Katers Mystery besser zu verarbeiten, hat sie das Regenbogenland erschaffen. Ein Ort, an dem all unsere verstorbenen Lieblinge auf uns warten, bis wir gemeinsam mit ihnen über die Regenbogenbrücke gehen können. Natürlich sollen sich unsere Tiere während der Wartezeit nicht langweilen und so begleiten wie Mystery und seine neuen Freunde auf dem ein oder anderen Abenteuer durch diese wundersame Zwischenwelt.
    Mir hat das Buch insofern schon jetzt sehr geholfen, da ich vor einigen Jahren von einem kleinen Kater Abschied nehmen musste. Wir hatten ihn gerade einmal 3 Monate, da musste er wegen FIP eingeschläfert werden. Ich war damals nicht dabei, es musste alles so schnell gehen und hinterher hat man sich immer wieder die Frage gestellt, ob man sich nicht lieber noch eine zweite Meinung hätte einholen sollen. Der Gedanke an Daffi und sein so kurzes Leben ohne auch nur einen Sommer war für mich stets so schmerzhaft, dass ich ihn immer verdrängt habe, obwohl ich ihn natürlich nicht vergessen will. Nachdem ich das Buch gelesen hatte, konnte ich mich mit dem Gedanken anfreunden, dass er irgendwo auf uns wartet. Irgendwo, wo die Sonne scheint. Ich muss zugeben, es ist etwas schwer für mich, mich darauf einzulassen, doch ich spüre, dass mir dieser Gedanke gut tut und darum geht es doch.
    Das soll sich nicht nach Kritik anhören, aber ich finde, die Geschichte liest sich wie ein Kinderbuch. Die Bildsprache und die Dialoge passen sehr gut in diese Sparte und ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Buch mit der ganzen Familie gelesen werden kann, wenn z.B. die Familienkatze gestorben ist. Es ist ein sehr kinderfreundliches Buch, aber für manch Erwachsenen dann vielleicht doch zu kindlich. Ich persönlich habe mit Hilfe des Buches einen Weg gefunden mit Verlust umzugehen und fühle mich nun schon etwas besser vorbereitet. Auch wenn ich hoffe, dass ich mich vorerst nicht damit auseinandersetzen muss!
    Ich denke jeder Tierbesitzer, der Angst vor dem Tod seiner Lieblinge hat, sollte sich dieser Thematik annehmen und dieses Buch ist ein guter Begleiter dafür. Diese doch sehr persönliche Geschichte, hat mich so sehr berührt, dass ich gar nicht anders kann, als 5 Sterne zu vergeben.

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    Cover des Buches Das Gartenzimmer (ISBN: 9783832183905)

    Bewertung zu "Das Gartenzimmer" von Andreas Schäfer

    Das Gartenzimmer
    MademoiselleMeowvor 19 Tagen
    Kurzmeinung: Ein eher ruhiger Roman, der viel Raum für Interpretationen zulässt
    Ein Haus im Wandel der Zeit

    Ein Haus und seine über hundertjährige Geschichte. Von glanzvollen Zeiten, über das Grauen des Krieges und seine Nachwirkungen, bis hin zu einem Neuanfang.

    Für mich sind alte Häuser immer etwas ganz besonderes. So viel Geschichte, Liebe, Trauer und Schicksale stecken in ihnen. Deswegen liebe ich Romane, deren Schauplatz alte Gemäuer mit einer turbulenten Vergangenheit sind, die dann Stück für Stück vor einem ausgebreitet wird. Daher war ich auch sehr gespannt auf „Das Gartenzimmer“, dessen Titel mir erst jetzt, in diesem Moment, richtig bewusst wird.
    Die Geschichte beginnt mit dem Bau des Hauses. Wir lernen den Architekten Taubert und das Ehepaar Rosen kennen, die wir das gesamte Buch über immer wieder begleiten werden. Viele Jahrzehnte später zieht Familie Lekebusch in das Haus ein und wird auf ganz unterschiedliche Weise von dem außergewöhnlichen Gebäude in seinen Bann gezogen. Warum das Haus auf jeden der Beteiligten eine andere Wirkung erzielt, versucht der Autor auf eine teilweise sehr tiefgründige Weise zu erzählen. Im Großen und Ganzen scheint eine Art Fluch auf dem Haus zu liegen, was vor allem an den Geschehnissen während des zweiten Weltkrieges liegen mag, wobei dessen Einfluss auch schon davor deutlich wurde. Als würde es speziell von der jeweiligen Hausherrin Besitz ergreifen, die sich voller Leidenschaft dem Haus verschreibt. Das mag jetzt alles sehr mystisch klingen, ist es im Buch aber letztendlich gar nicht. Es ist kein Mystery Roman, es ist kein Grusel Roman, es ist ein Buch über ein Haus und seine Bewohner. Und ich persönlich konnte nicht ganz erfassen, ob es hier nun mehr um die Bewohner oder das Haus geht. Es bleibt alles sehr ausgeglichen, sehr leise und sehr zahm. Ja, selbst das fürchterliche Grauen, was sich im Gartenzimmer zugetragen hat und in einer Tat endet, die das Böse im Haus zu manifestieren scheint, kommt recht unspektakulär daher. Nichts von alldem was im Buch geschieht konnte mich fesseln oder schockieren. Vieles wirkte für mich aus dem Zusammenhang gerissen. Ich habe nicht verstanden, was diese oder jene Handlung nun wichtig für die Geschichte macht und die Beziehungen unter den Personen, waren für mich oft nicht greifbar oder nachvollziehbar genug. Ich habe eine Ahnung von der Geschichte bekommen, aber sie hat mich nicht erreicht. Damit meine ich nicht, dass jedes Buch voller Spannung und unvorhersehbaren Wendungen sein muss. Ich mag auch die ruhigen Bücher, doch dieses hier hat mich nicht überzeugen können. Leider fiel es mir auch sehr schwer, mir das Haus trotz umfangreicher Beschreibungen vorzustellen. Denn auch wenn ich alte Häuser mag, habe ich mit Architektur nicht viel am Hut.
    Ich versuche es mal so zu sagen: Neulich kam wieder „Mulholland Drive“ im Fernsehen. Ein Film, der wahnsinnig viele Interpretationen zulässt und zum nachdenken anregt und das war von David Lynch auch sicher so gewollt. Das kann man mögen oder nicht. Ich glaube der Autor hat hier ähnliches bezweckt. Worin der eine keinen Sinn sieht, findet der andere Erklärungen und Hinweise auf Verhaltensweisen und Motive der auftretenden Personen. Es ist nicht so, dass ich gar nichts verstanden habe, ich konnte schon die ein oder anderen Schlüsse ziehen. Aber ich habe das Gefühl, ich habe nicht das herausgefunden und abgeleitet, was ich sollte. Dabei schätze ich mich eigentlich als besonders feinfühlige Person ein, die auch hinter die Fassade blickt. Doch hier wollte mir das nicht gelingen.
     Für mich war es leider kein besonderes Vergnügen das Buch zu lesen. Ich musste mich zwar nicht quälen es zu lesen und einige Kapitel konnten mich auch gut unterhalten, aber überzeugt hat es mich nicht. Das ist meine persönliche Meinung. Es ist kein schlechter Roman, aber einfach nicht mein Stil. So wie der Autor schreibt, das muss man mögen. Sicher finden sich dafür viele Liebhaber, nur zähle ich mich nicht dazu. Vielleicht auch gerade für Architekten ein interessanter Roman! Von mir gibt es leider nur 3 Sterne.

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    Cover des Buches Die siehst du! (ISBN: 9783440165270)

    Bewertung zu "Die siehst du!" von Michael Schmolz

    Die siehst du!
    MademoiselleMeowvor einem Monat
    Kurzmeinung: Kurz und knackig - Ein Ratgeber nach meinem Geschmack
    Wer piept denn da?

    Auch wenn Katzen meine Nummer 1 sind, ich hatte auch schon immer ein großes Herz für Vögel. Mein erstes Haustier war ein Wellensittich und ich hatte auch über viele Jahre welche. Eulen liebe ich am meisten und Geflügel essen ist für mich ein Tabu, weil ich das Federvieh so sehr mag. Kurzum, immer wenn ich irgendwo einen Vogel sehe, zaubert das ein Lächeln auf mein Gesicht. Sei es eine kleine Meise im Gebüsch oder der Grünspecht auf der Wiese. Meine Wohnung befindet sich in einem Gebiet, wo viele Bäume wachsen und so kommt es immer wieder zu Sichtungen von gefiederten Besuchern. So bin ich nach wie vor ganz aus dem Häuschen, dass ein leuchtend gelber Pirol in die Nachbarschaft gezogen ist. Weil sich aber auch immer wieder Vögel hie tummeln, die ich nicht auf Anhieb benennen kann, macht sich ein Ratgeber nicht schlecht.
     Mit „Die siehst du!“ bekommt man ein übersichtliches Handbuch über heimische Vögel, geordnet nach den Gebieten wo sie zu finden sind. Dabei wird auch auf das sogenannte „Birding“ eingegangen. Ein Hobby, bei dem man sich mit Kamera und Fernglas gezielt auf die Suche nach nach Vögeln macht. Ganz so weit muss man aber nicht gehen, denn zur Not hat ja fast jeder stets eine Handykamera dabei, mit der man einen Schnappschuss von seinen Entdeckungen machen kann.

    Besonders hilfreich sind auch die kleinen Portraits zu den jeweiligen Vögeln. Egal ob Gesang, Flugverhalten oder individuelle Eigenheiten, hiermit lassen sich die manchmal ganz ähnlichen Vögel gut erkennen und unterscheiden.

    Die Texte sind kurz gefasst und bestechen mit einer sympathisch lockeren Schreibweise. Das gefiel mir sehr gut! Viele solcher Bücher sind oft zu wissenschaftlich und trocken, was mitunter die Lesefreude drücken kann und schnell langweilig wird. Aber das erste was man bei beispielsweise Schwanzmeisen denkt ist nun man, dass sie so süß sind. Das kann man dann auch mal ganz ehrlich so in einen Ratgeber schreiben. Fand ich super!

    Ich würde sagen das Buch richtet sich vor allem an alle, die Vögel mögen, diese gerne beobachten und ein wenig mehr über sie erfahren möchten. Nicht unbedingt für Hobby- oder gar richtige Ornithologen. Ich glaube, die wollen es dann schon etwas genauer wissen. Für jemanden wie mich aber genau das richtige Buch, um meinen Horizont über die Piepmätze in meiner Umgebung noch etwas zu erweitern. Ich war äußerst positiv überrascht, 5 Sterne.

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    Cover des Buches Der Zirkusbrand (ISBN: 9783644025516)

    Bewertung zu "Der Zirkusbrand" von Stewart O'Nan

    Der Zirkusbrand
    MademoiselleMeowvor einem Monat
    Kurzmeinung: Bewegende Wiedergabe der Geschehnisse rund um den größten Zirkusbrand der amerikanischen Geschichte.
    Der Tag, an dem die Clowns weinten

    Durch einen Zufall bin ich auf dieses Buch gestoßen. Eigentlich hatte ich nach einem Hotelbrand gesucht, über den ich mal gelesen hatte. Stattdessen fand ich einen langen Bericht zu dem verheerenden Zirkusfeuer in Hartford 1944. Den Artikel hatte man im Rahmen der Veröffentlichung von „Der Zirkusbrand“ von Stewart O‘Nan gebracht und weil mich die Geschichte gleichermaßen schockierte und bewegte, beschloss ich das Buch auf meine Liste zu setzen.
    „Der Zirkusbrand“ ist kein Roman, sondern ein Sachbuch. Dennoch ließt es sich zuweilen wie einer, wenn Zeugen und Opfer des Brandes detailliert von den Geschehnissen und Nachwirkungen jenen Tages berichten. Das mag nicht zuletzt daran liegen, dass der Autor normalerweise Romane schreibt, sich aber in diesem Fall nicht dafür entschieden hat. Der Grund? „Weil die Wahrheit oft seltsamer ist als jeder Roman.“ so wie er es im Vorwort schreibt. Und das stimmt. Lässt man das Grauen des Feuers beiseite, bleiben immer noch genug Ungereimtheiten und Rätsel, die bis heute nicht gelöst wurden. Wer braucht da schon einen Roman.
    Natürlich habe ich mich vor dem Kauf gefragt, warum ich das eigentlich lesen will. Immerhin geht es hier um ein tragisches Unglück, dem vor allem viele Kinder zum Opfer gefallen sind. Wer will das schon bis ins kleinste Detail lesen? Letztendlich ist es doch aber die Frage nach dem Warum, die uns dazu antreibt, solche Bücher zu lesen. Außerdem haben mich die lobenden Kritiken davon überzeugt, dass der Autor hier mit dem nötigen Feingefühl vorgegangen ist und so war ich doch sehr gespannt auf das als „Meisterwerk“ betitelte Buch.
    Aber schon gleich am Anfang rutschte mir das Herz in die Hose, als es zunächst um einen Brand ging, der sich zwei Jahr zuvor im selben Zirkus ereignete und einen Großteil der Tiere betraf. Allein davon zu lesen, hat mir schon das Herz gebrochen. Ein Ereignis was jedoch wichtig war war, für das was noch kommen sollte.
    Der Tag rund um den titelgebenden Brand wird aus so vielen Sichtweisen und in so vielen noch so kleinen, scheinbar unbedeutenden Details beschrieben, dass man förmlich in die Geschichte hineingezogen wird. Plötzlich ist man mittendrin, an diesem heißen Junitag. Man spürt die Hitze, riecht die stickige Zirkusluft, hört die fröhliche Musik. Und während man fast ein Teil des unbeschwerten Publikums ist, das doch nur einen schönen Nachmittag mit seinen Kindern und Enkelkindern verbringen wollte, wird man dieses schrecklich beklemmende Gefühl nicht los. Denn man weiß ja schon, was passieren wird. Wie das alles enden wird. Ich habe schon viele Bücher gelesen, deren Autoren Orte und Gefühle fantastisch beschreiben konnten, doch keinem ist es bisher so gut gelungen wie Stewart O‘Nan. In dem Fall ist es natürlich geradezu unheimlich wie sich der Ort des Vergnügens in eine Hölle auf Erden verwandelt und ja, auch die Momente in dem brennenden Zelt wo mehr und mehr die Panik Überhand nimmt, wird brutal realistisch wiedergegeben. Die längste Zeit, in der ich das Buch am Stück gelesen habe, betrug 1 ½ Stunden und ich habe mich den ganzen restlichen Tag mies gefühlt. Ich empfehle daher allen sensibleren Personen, sich das Buch gut einzuteilen, weil es arg auf das Gemüt schlagen kann. Das betrifft vor allem die Passagen, in denen es direkt um den Brand und die Tage danach geht. Wenn sich das Grauen in schlimmen Verletzungen und bis zur Unkenntlichkeit verbrannten Menschen widerspiegelt, wird einem erst einmal richtig klar, was so ein Feuer alles anrichten kann und wie vielfältig die Formen von Verwundeten sein können.
    Das Buch begleitet nach dem Brand Retter, Überlebende und Hinterbliebene, sowie die Ermittler, die das ganze aufklären sollen. Man erhält einen wahnsinnig echten und emotionalen Einblick aus ganz verschiedenen Perspektiven und staunt, wie unterschiedlich und ja, auch tapfer die mit am schwersten Betroffenen mit der Situation umgehen. Bis Mitte der 90er Jahre behandelt das Buch die Nachwirkungen des Brandes, der bis heute nicht vergessen ist. Zumindest in Hartford oder vielleicht noch in Connecticut und Amerika im Ganzen. Im Rest der Welt scheint das Unglück nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen zu haben. Nicht mal einen deutschen Wikipedia Artikel gibt es dazu. Deswegen finde ich diese schonungslose Zusammenfassung als Buch umso wichtiger. Natürlich gab es gerade zu der damaligen Zeit noch viel schwerere Unglücke mit mehr Toten. Der Krieg, Tote bei Theater- oder Schulbränden mit weitaus größeren Opferzahlen als 167, die im Vergleich zu den Tausenden Besuchern an jenen Tag vergleichsweise gering wirken. Wie kann es sein, dass uns eine Tragödie wie ein Zirkusbrand näher geht. Vielleicht, weil man im Krieg mit vielen Toten rechnet. Aber bei einem Zirkusbesuch? An einem Ort des Vergnügens wirkt ein solches Unglück umso tragischer.
    So schlimm es teilweise zu lesen war, so hinterließen die letzten Seiten bei mir trotzdem ein wenig Abschiedsschmerz, wie man es manchmal von Büchern kennt. Man hat die Beteiligten durch Vorfreude, Schmerz und Genesung, insgesamt durch sehr emotionale Momente begleitet, dass man bestürzt auf das Jahr 1944 zurückblickt. 76 Jahre. Das ist schon so lange her, dass viele der Überlebenden bereits tot sind, deren Schicksale einen so bewegt haben.
     Für mich ist „Der Zirkusbrand“ ein beeindruckendes Werk der Literatur. Etwas ganz anderes, als das was ich sonst lese. Ein Buch, wo man von Anfang an weiß, dass es kein Happy End gibt und das einem doch immer wieder zum weiterlesen antreibt. Sicher würde ich das Buch irgendwann auch noch einmal lesen, aber es ist nun mal nichts, was man sich ständig zu Gemüte führen kann. Auf jeden Fall werde ich mir die Romane des Autors jetzt mal genauer ansehen, ohne dessen Schreibstil es mit Sicherheit kein so gutes Buch geworden wäre.

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    Cover des Buches Scheuersand & Schnürkorsett. Wie Frauen lebten und litten (ISBN: 9783957990280)

    Bewertung zu "Scheuersand & Schnürkorsett. Wie Frauen lebten und litten" von Sandra Lembke

    Scheuersand & Schnürkorsett. Wie Frauen lebten und litten
    MademoiselleMeowvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Als man nicht nur viel Asche für die neueste Kosmetik, sondern sie auch in der Kosmetik brauchte
    Die Ursprünge der Aktivkohle und andere unbequeme Wahrheiten

    Modebegeistert war ich schon immer, weswegen ich meine erste Ausbildung auch im Bereich Modedesign absolviert habe. Auch wenn mir die zwei Jahre sehr Spaß gemacht haben, so war ich doch relativ enttäuscht und habe bei weitem nicht so viel dazugelernt, wie ich es mir erhofft hatte. Gerade was Kostümgeschichte angeht. In den letzten Jahren habe ich mich dem Thema wieder etwas mehr angenähert und beschlossen, das ganze nun selbst in die Hand zu nehmen. Universität? Pff, Selbststudium! Zahlreiche Mode- und Vintage Youtuber sind da eine große Hilfe und als erst neulich die allgemeine Frage aufkam, wie man sein Wissen über Kostümgeschichte erweitern kann, gab Karolina Zebrowksa den Tipp, sich doch besser zu jeder Epoche extra ein Buch zu kaufen, da derzeit kein Lexikon existiert, dass sich jeder Epoche ausreichend widmet. Da habe ich mich natürlich sofort auf die Suche gemacht und zu meiner ersten Errungenschaft zählte „Scheuersand und Schnürkorsett“. Hier werden allerdings nicht nur die Kleidung in der Zeit zwischen 1850 und 1918 behandelt, sondern auch Kosmetik, Haushalt und Kochen. Da historische Fakten zu diesen Themen ebenfalls sehr interessieren, dachte ich damit einen guten Fang gemacht zu haben.
     Und man erfährt auch viel wissenswertes. Untermalt werden werden die Seiten von allerlei Illustrationen und neckischen Gedichten rund um Schönheit und Co.. Zumeist handelt es sich bei den Abbildungen um Werbeanzeigen, wohingegen ich lieber ein paar mehr Bilder zu Kostümen und Schönheitsmittelchen gesehen hätte, die zwar beschrieben werden, man sich diese aber oft nur schwer vorstellen kann. Zudem testet die Autorin einige der recherchierten Kosmetik- und Haushaltstipps, was ganz unterhaltsam ist, meiner Meinung nach aber ein wenig halbherzig durchgeführt wird und man es da eigentlich auch hätte sein lassen können. Was mich aber am meisten geärgert hat, war, dass die Autorin sich sehr oft auf ihre Heimat Neustrelitz bezieht. Nun heißt das Buch aber nicht „Wie Frauen lebten und litten in Neustrelitz“. Ich hätte mir gewünscht, sie hätte sich allgemein auf die Zeit zwischen 1850 bis 1918 bezogen und nicht immer wieder prominente Beispiele aus Neustrelitz herangezogen. Z.B. geht es im Kapitel über das Theaterleben vorwiegend um das Neustrelitzer Hoftheater und dessen damals auftretende Künstler. Viel lieber hätte ich noch ein wenig mehr über das Theater und das Leben der Schauspieler allgemein erfahren. Das wird hier auch angerissen, aber was diese Opernsängerin 1907 dort so getrieben hat, war mir eigentlich ziemlich egal. So ist es leider bei vielen Kapiteln. Es scheint mir, als habe die Autorin zu den jeweiligen Kapiteln nicht genug Informationen herantragen können und füllte diese Lücken dann eben mit Fallbeispielen aus Neustrelitz. Ich finde Beispiele super! So kann man sich vieles besser vorstellen. Ich hätte es aber besser gefunden, sie hätte sich dabei nicht nur auf eine Stadt bezogen. Natürlich ist das praktisch, weil man so ja innerhalb der eigenen Stadt und Familie forschen kann. Ich finde da hat sie es sich ein bisschen zu einfach gemacht.

    Ich hatte ehrlich gesagt etwas mehr erwartet. So konnte ich mein Wissen um einige interessante Informationen erweitern, aber ich habe das Gefühl, dass dieses Buch nur die Spitze des Eisbergs umfasst und ich mindestens noch ein Buch zu jener Ära lesen muss.

    Trotz meiner Kritik hat mich das Buch dennoch gut unterhalten und ich vergebe 4 Sterne.


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    Cover des Buches Die verlorene Frau (ISBN: 9783453272897)

    Bewertung zu "Die verlorene Frau" von Emily Gunnis

    Die verlorene Frau
    MademoiselleMeowvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Fesselnder Roman, dessen düsterer Grundton einem aber irgendwann gewaltig auf die Stimmung schlägt.
    Die Schatten der Vergangeheit

    Emily Gunnis‘ erster Roman „Das Haus der Verlassenen“ wurde mir bereits empfohlen und steht auch schon auf meiner Liste. Trotzdem ist es erst einmal ihr zweites Werk „Die verlorene Frau“ geworden.
     In diesem geht es um Jessie, eine traumatisierte Frau, die mit ihrer neugeborenen Tochter fluchtartig das Krankenhaus verlassen hat und spurlos verschwunden ist. Die Zeit drängt, denn Jessie ist von der Geburt körperlich und psychisch schwer angeschlagen und ihr Kind benötigt lebensnotwendige Medikamente. Doch was hat die junge Mutter dazu getrieben sich und ihr Kind in äußerste Gefahr zu bringen? Der Schlüssel zur Antwort liegt in der tragischen Vergangenheit ihrer Mutter, einer düsteren Mordnacht und die Umstände, welche zu dieser führten.

    Ich fand das Buch durchweg spannend und die Geschichte konnte mich weitestgehend überraschen. Auch wenn man sich gegen Ende die eine oder andere Sache schon denken konnte und ich einen ganz bestimmten Twist am Schluss völlig überflüssig fand. Gerade dazu fand ich die Dialoge sehr plump, obwohl das davor nicht der Fall war. Da hat die Qualität am Schluss etwas gelitten.
    Was mich aber irgendwann sehr gestört hat, war der durchweg düstere Grundton des Romans. Ich bin wirklich die Letzte, die gerne seichte Liebesromane liest und eine guter Schuss Dramatik ist für mich ein Muss. Aber hier war es mir einfach zu viel. Auch dass hier gleich vier Charaktere mit schweren psychischen Problemen zu kämpfen hatten, fand ich too much. Sicher hat man damit einen roten Faden durch den Roman geschaffen, aber man kann es auch übertreiben.
    Letztendlich hat mich „Die verlorene Frau“ aber überzeugt, weil ich es immer nicht erwarten konnte weiterzulesen und ich das Buch somit auch schnell durch hatte. Spannungstechnisch ein super Roman! Aber eben auch sehr traurig. Ein paar heitere Momente, mal abgesehen vom Schluss, hätten hier gut getan.
     Deswegen gibt es von mir einen Punkt Abzug und somit 4 von 5 Sternen.

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    Cover des Buches Die Schattenschwester (ISBN: 9783442313969)

    Bewertung zu "Die Schattenschwester" von Lucinda Riley

    Die Schattenschwester
    MademoiselleMeowvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Für mich der bisher beste Roman der Reihe. Genau richtig für alle die alte englische Familien mit ihren Geheimnissen lieben.
    Stille Wasser sind tief

    Mein Start in Lucinda Rileys „Sieben Schwestern“ Reihe war etwas holprig. Aber nachdem mich der erste Band nicht so richtig überzeugen und der zweite dann etwas aufholen konnte, war nun endlich „Die Schattenschwester“ dran. Auf diese Schwester freute ich mich schon von Anfang an am meisten. Mit der stillen Star konnte ich mich bisher am ehesten identifizieren und England als Handlungsort ist für mich sowieso immer ein Pluspunkt. Zudem findet die Vergangenheit vorwiegend Anfang des 20. Jahrhunderts statt, eine Zeit, dich ich zumindest optisch als sehr ansprechend und romantisch empfinde. So gesehen hatte der dritte Band bei mir von Anfang an gute Karten. Doch konnte er auch halten was er versprach?

    Zunächst startet das Buch da, wo auch die Vorgänger ihren Anfang nahmen, nämlich bei Pa Salt‘s Tod und für die Schwestern hinterlassenen Briefe mit den Hinweisen zu ihrer Herkunft. Während CeCe ihren Brief sofort geöffnet hat, hadert Star zuerst damit. Am Ende ist es der Wille etwas an ihrem Leben zu ändern und die Hoffnung dass der Brief ihr dabei helfen kann, diesen auch zu öffnen. Die Hinweise führen sie zu einem Buchladen und damit in die Arme des exzentrischen Besitzers und seiner ungewöhnlichen Familie.
    1909 lernen wir unangepasste Flora McNichol kennen, die sich, anders als ihre Altersgenossen, kein Leben an der Seite eines wohlhabenden Mannes wünscht. Stattdessen widmet sie ihre Zeit lieber der Natur und Tiere. Als ihre Familie in finanzielle Nöte gerät, muss Flora jedoch ihr geliebtes Zuhause verlassen und sich fortan in der feinen Gesellschaft Londons zurechtfinden. Zwischen schillernden Festen und Verehrern versucht Flora ihr Bestes sich anzupassen, nicht ahnend, was es mit ihrer wahren Herkunft auf sich hat.

    Insgesamt mochte ich Star sehr. Ich kann mir vorstellen, dass einige ein Problem mit einem so stillen und eher passiven Charakter haben, aber ich fand das gerade deshalb gut, weil es sich so vom Stereotyp des Hauptprotagonisten abhebt. Star ist jemand der eine Weile braucht, mit sich hadert und deren Entwicklung nur langsam vorangeht. Im echten Leben ist es oft genauso. Ein bisschen schade, dass man das nicht bis zum Ende durchgezogen hat, als sie sich dann von einer bestimmten Person „breitschlagen“ lässt. Manch einer mag da sagen, das hat sie gebraucht. Ich empfand das Verhalten dieser anderen Person als übrgriffig und alles andere als romantisch. Hier hätte es mir besser gefallen, man hätte diese Beziehung noch etwas in der Schwebe gelassen und erst im letzten Teil den nächsten Schritt gehen lassen. Sowieso haben meine Sympathien für Star gegen Ende etwas abgenommen, denn so dominant und anhänglich Cece auch war, so abgespeist zu werden fand ich gemein. Ein richtiges Original dagegen war Orlando, dessen Auftreten und Dialoge ich immer sehr genossen habe. Für seinen Bruder Maus konnte mich aber auch am Schluss nicht erwärmen. Seine positive Entwicklung kam mir zu spät und konnte mich auch nicht überzeugen.
    Mein allerliebster Charakter im Buch war aber Flora. Und nicht nur sie, sondern ihre ganze Storyline war für mich das Beste am Buch. Wenn ich ehrlich bin, konnte ich mich mit mir ihr noch mehr identifizieren als mit Star. Flora war weder ein stilles Mäuschen, noch ein aufbrausendes Partygirl ihrer Zeit. Sie war eine Frau, die die Natur, Tiere und ihre Unabhängigkeit liebte und sich später doch eingestehen musste, dass es ganz ohne Gesellschaft doch nicht geht. Trotzdem ist sie sich immer treu geblieben. Auch ihre Liebesgeschichte fand ich toll aufgebaut. Hier hat man den Charakter genug Zeit gegeben sich zu entfalten, ohne dass es dabei übereilt wirkte. Und anders als in „Die Sturmschwester“ wurde der Vergangenheitspart ohne abrupte Zeitsprünge zu einem Runden Ende gebracht.
    Die historischen Personen und Ereignisse die eingebaut wurden, fand ich stimmig und nicht ganz so unrealistisch wie beim Vorgänger.
    Auch wenn das Buch nicht ohne Fehler war, hat es mir von den bisherigen Teilen doch am besten gefallen und habe es auch wesentlich schneller fertig gelesen. Und wenn es ein Buch schafft, mich durchweg gut zu unterhalten, dann gibt es von mir auch trotz kleiner Fehler 5 Sterne.
    Nun bin ich doch sehr gespannt auf CeCe‘s Geschichte, obwohl sie einer der Schwestern war, auf die ich mich weniger gefreut habe.

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    Cover des Buches Das Erbe der Altendiecks (ISBN: 9783499276088)

    Bewertung zu "Das Erbe der Altendiecks" von Hendrik Lambertus

    Das Erbe der Altendiecks
    MademoiselleMeowvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ein gelungener historischer Roman bei dem allerdings die Nähe zu den Charakteren auf der Strecke bleibt
    Eine Familie im Wandel der Zeit

    Historische Romane lese ich gern, denn ich interessiere mich auch sehr für Geschichte. Nur bewege ich mich bei Romanen da meist in der Zeit ab 1850 und „Das Erbe der Altendiecks“ führt einen noch ein wenig weiter zurück in die Vergangenheit. Das war schon eine kleine Herausforderung für mich, aber Barock und Rokoko sind mir zwei der liebsten Epochen und so war ich sehr froh über die eine oder andere neue Erkenntnis. Ein weiteres beliebtes Thema sind bei mir Familiengeschichten. Vorwiegend die mit einer düsteren Vergangenheit. Aber das ist hier mal nicht der Fall.

    Wir begleiten die Uhrmacher Familie Altendieck durch mehrere Generationen, durch Höhen und Tiefen, durch Glück und Trauer. Eine Figur, die uns dabei von Anfang bis Ende begleitet, ist Gesche Altendieck. Ein willensstarker und zielstrebiger Charakter, vor allem in einer Zeit, wo beruflicher Erfolg bei Frauen noch in den Sternen stand. Eine bemerkenswerte Frau zu der man aufsehen kann, die aber im Laufe der Geschichte durch ihre verbissene Art zumindest bei mir allerlei Sympathiepunkte einbüßt. Das sich Frauen mit eigenen Willen nicht immer stur und egoistisch erweisen, zeigt eine Figur die gegen Ende in Erscheinung tritt und trotz ihrer vergleichsweise wenigen Parts eine meiner Lieblingsfiguren im Buch war.

    Mit dem Bezug zu den verschiedenen Charakteren im Buch ist es ein wenig schwierig. Ich für meinen Teil fand die Altendiecks vor dem ersten großen Zeitsprung am besten aufgebaut. Hier habe ich am meisten mitgefiebert und mich am besten unterhalten gefühlt. Nach dem ersten Zeitsprung hat man mit Nicolaus zwar einen sympathischen Hauptprotagonisten, doch die Story ringsherum konnte mich nicht fesseln und gerade als sich einige andere Figuren, die vorher einfach nur genervt haben zum besseren entwickeln, gibt es direkt den nächsten Zeitsprung, der zugleich das Ende einläutet. Die Konstellation der Familie Altendieck mit der wir es nun zu tun haben, mochte ich wesentlich mehr, aber der Plot rund um die politischen Gruppierungen zu jener Zeit konnten mein Interesse nicht wecken. Glücklicherweise gibt es hier aber relativ zügig einen Schwenk zum eigentlichen Herz der Geschichte: Dem Uhrmacherhandwerk. Das bleibt gerade in der Mitte des Buches etwas auf der Strecke, obwohl es auch nur authentisch ist, dass nicht jedes Familienmitglied die gleiche Leidenschaft für das Familienunternehmen hegt.

    Was mir an dem Buch gefallen hat, ist die Bandbreite an unterschiedlichen Charakteren, die historischen Fakten und Anfang wie Ende.
    Was mir nicht gefiel war die Entwicklung einiger Charakter und die teils doch großen Zeitsprünge. Da blieb leider viel auf der Strecke. Mir gefiel es überhaupt nicht, wie ich aus einen für mich interessanten Erzählstrang herausgerissen wurde und danach nur Bruchstückhaft erzählt bekam, was in den vergangen Jahren alles so passiert ist. Ehrlich gesagt, dachte ich bei dem Untertitel „Eine Uhrmacher Saga“ dass es sich um den Auftakt einer Reihe handelt. Sozusagen ein Buch für jede Generation. Das hätte ich viel besser gefunden.

    Ich tue mich ein bisschen schwer mit der Bewertung. Ich honoriere den Autor für den großartigen Einbau historischer Ereignisse und stellenweise hat mir das Buch auch wirklich gut gefallen. Aber ich habe mich zwischendurch auch immer wieder zwingen müssen weiterzulesen, was auch daran lag, dass mir zu einigen Personen einfach der Draht gefehlt hat und es mir zu sehr vom eigentlichen Thema abdriftete.
     Ich vergebe daher ganz knapp 3 Sterne. Ein gutes Buch, aber nicht ganz das was ich mir vorgestellt hatte.

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    • 07.01.1991

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