Maran-Wortsaat

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches Aprikosenküsse (ISBN: 9783442483907)

    Bewertung zu "Aprikosenküsse" von Claudia Winter

    Aprikosenküsse
    Maran-Wortsaatvor 5 Jahren
    Kurzmeinung: Amüsanft und herzerfrischend, sehr liebevoll ausgearbeitete Charaktere, die das Buch für mich zu einem unvergleichlichen Lesegenuss machten.
    In Italien das süße Leben finden ... mit einigen gehörigen Hindernissen!


    Cover:
    Ich empfinde das Cover für diese Geschichte als sehr erfrischend. Das Bild verrät nicht viel über den Inhalt, das übernimmt der herausragende Titel. Das Cover sticht mit seiner hellblauen Farbe hervor und harmoniert hervorragend mit den frischen Aprikosen, in die man am liebsten sofort reinbeißen möchte.
    In einem Buchladen würde dieses Buch mir wahrscheinlich gerade wegen seiner Aufmachung gleich ins Auge stechen.

    Inhalt:
    Nach einigen missglückten Versuchen Fuß in der Welt der Autoren zu fassen, hat die Halbitalienerin Hanna Philipps eine neue Leidenschaft gefunden. Sie beurteilt Gastronomien rund um die ganze Welt und schreibt über ihre Erfahrungen in ihrer Kolumne. Dumm nur, dass ihre letzte Kritik wenig vorteilhaft für das italienische Restaurant einer alten Dame ausfiel, woraufhin diese an einem Herzinfarkt verstirbt.
    Die Klage der Hinterbliebenen droht Hanna den Job zu kosten, doch ihr Chef bietet ihr einen Ausweg an. Sie muss erneut nach Italien und Abbitte leisten. Nicht besonders einfach, denn Hanna gibt nicht gerne klein bei, vor allem nicht, wenn sie sich im Recht fühlt. Als wäre die Klage nicht schlimm genug, sorgt Hannas ureigenstes Problem - ihre Kleptomanie -  außerdem dafür, dass sie in den Besitz einer Urne gelangt ... die zufällig die Asche der Frau beherbergt, die wegen ihrer Kritik starb.

    Charaktere:

    Die Herzstücke der Geschichte sind natürlich Hanna Philipps und der Italiener Fabrizio Camini. Aber auch die Nebencharaktere werden mit so viel Liebe geschildert, dass man sie einfach mögen muss.

    Was Hanna betrifft, lernt man sie zu Beginn als eine Frau kennen, die nichts mehr als ihre Arbeit schätzt. Sie lässt nicht viele Leute an sich heran und merkt dadurch noch nicht einmal, wie sie sich abgrenzt. Ihre Wohnung ist immer noch nicht eingerichtet und sie hat nur eine einzige Freundin, ihre Mitarbeiterin Claire, eine thouge Französin. Die meisten anderen lässt sie links liegen, was ihr eine Aura von Hochnäsigkeit verleihen müsste, dem ist aber nicht so. Hannas Tick, bei Streß etwas einzustecken, hebt sie hervor und verriet mir gleich, dass es bei ihr viel mehr zu entdecken gibt.

    Fabrizio Camini ist kein typischer Macho, aber manchmal ein richtiger Griesgram ... ein junger, sehr heißer Griesgram. Er ist der Erbe der Camini-Ländereien und trägt daher eine große Verantwortung. Seine Nonna herrschte mit strenger Hand über die Familie und deren Besitz, daher fällt es ihm ungemein schwer, ihren plötzlichen Tod zu akzeptieren. Viel mehr noch, als ihre Urne genau unter seiner Aufsicht verloren geht. Er ist nicht der typische Bad Boy, aber durchaus ein Mann, der die guten Seiten des Lebens zu schätzen weiß, Liebe jedoch nie wieder an sich heranlassen will, zu sehr hat er sich einmal daran verbrannt.

    Zu den Nebencharakteren gibt es auch eine Menge zu sagen. Hier haben wir die wortgewandte Französin Claire, die in Notlagen immer für Hanna da ist. Oder Rosa-Maria, die strenge Köchin der Caminis, die nichts mehr liebt als zu kochen und ihre hochromantischen Liebesromane zu lesen. Lucia ist auch das Herz der Camini-Ländereien. Als Fabrizios Schwägerin ist sie eine der wenigen, die sich nicht davor scheuen ihm den Kopf zurechtzustutzen. Über Marco musste ich lange überlegen, was ich schreiben sollte. Er fungiert eindeutig als der Antagonist in dieser Geschichte und doch ist er nicht stereotyp. Auch er hat mehr zu bieten als das.

    Meinung:
    Aprikosenküsse ist der erste von mir gelesen Roman der Autorin. Ich habe mich für ein e-book entschieden, da erstens mein Bücherregal keinen Platz mehr bietet und ich zweitens nicht wirklich wusste, wie die Autorin schrieb. Nun bin ich schlauer, aber kommen wir erst einmal zu dem Inhalt, den es zu bewerten gilt.

    Aufgrund einer Verwicklung von Ereignissen begegnen sich die beiden Hauptcharaktere am Flughafen in Deutschland. Während Fabrizio darauf wartet, dass sein Flug aufgerufen wird, und die Urne mit der Asche seiner Nonna auf einem Sims abgestellt hat, muss Hanna sich in der Nähe durch ein sehr stressiges Gespräch mit ihrem Chef durchquälen. In diesem wird sie informiert, dass ihre harsche Kritik des Camini-Restaurants der alten Besitzerin das Leben gekostet und der Redaktion eine Klage eingebracht hat.
    Wie immer, wenn es ihr zu viel wird, greift Hanna ungesehen nach einem Gegenstand, den sie einstecken kann. Der Diebstahl wirkt sofort und beruhigt sie, nur dumm, dass der Gegenstand, den sie auf den ersten Blick für eine Vase hielt, sich später als Urne herausstellt. 
    Das fand ich toll! Wie oft liest man schon von einer Heldin, die klaut um sich zu beruhigen. Hannas Problem wurde außerdem so liebevoll geschildert, dass man es ihr einfach nicht übel nehmen kann. Vor allem dann nicht, wenn man erfährt, dass sie sich jedes Lokal merkt, aus dem sie etwas entwendet hat und es später wieder zurückschicken lässt.
    Es fühlt sich wie Schicksal an, dass die Urne ausgerechnet in ihre Hände gelangt ist. Notgedrungen macht sie sich also auf den Weg nach Italien, um Nonna wieder mit ihrer Familie zu vereinen.
    Hierbei möchte ich einfügen, dass Claudia Winter die Landschaft und Tradition dieses sagenumworbenen Landes hervorragend rübergebracht und beschrieben hat. Man merkt also die Recherche, die hinter diesem Buch stecken muss, wird aber nicht mit viel zu vielen Fremdwörtern überschüttet.
    Sie hat es auch geschafft Hannas beschwerliche Reise zum Camini-Anwesen so wunderbar und köstlich zu schildern, dass ich mehrmals lauthals lachen, oder die arme Seele bedauern musste, denn Hanna tritt von einem Fettnäpfchen ins nächste.
    Obwohl es sich hierbei um eine Liebesgeschichte handelt, punktet Aprikosenküsse auch deswegen bei mir, weil die beiden sich nicht Hals über Kopf ineinander verlieben. Wenn man schon ihre anfängliche Beziehung beschreiben müsste, dann wäre es die von Hund und Katz. Und genau wie Hund und Katz, die gezwungen sind in einer Wohngemeinschaft miteinander zu leben, so finden auch Hanna und Fabrizio einen Weg miteinander umzugehen.

    Fazit:
    Aufs Lesen macht alleine der Klapptext schon Laune. Selten hatte ich Charaktere vor mir, die so verschroben und doch liebenswert sind. Geschrieben wurde die Geschichte in der Ich-Perspektive. Aus Hannas und aus der Sicht Fabrizios. Die Ich-Perspektive für Aprikosenküsse ist genau das Richtige. Sie ermöglicht dem Leser einen näheren Einblick in das Wesen der beiden Hauptcharaktere. Und diese wurden mit so viel Liebe gestaltet, dass ich das Gefühl hatte, hier wäre der Autorin etwas sehr Gutes gelungen.
    Auch die Story war spannend, denn die Zuneigung zueinander geschah nicht einfach so, sondern enwickelte sich in genau dem passenden Tempo.
    Wenn ich etwas kritisieren müsste, dann wären es drei oder vier Sätze, die so lang und verschachtelt geschrieben wurden, dass ich während des Lesens stockte. Rechtschreibung und Gramatik waren in Ordnung, nur musste ich die besagten Sätze mehrmals lesen, um zu verstehen was gemeint war. Das ist aber wirklich mehr eine Anmerkung, denn eine Kritik. Bei dem Spaß, den ich beim lesen dieses e-books hatte, kann ich getrost darüber hinwegsehen. 

    Für diesen Lesegenuss vergebe ich sehr gerne 5/5 Sterne und eine Kaufempfehlung.

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    Cover des Buches Skylark - Der eiserne Wald (ISBN: 9783453268227)

    Bewertung zu "Skylark - Der eiserne Wald" von Meagan Spooner

    Skylark - Der eiserne Wald
    Maran-Wortsaatvor 6 Jahren
    Kurzmeinung: Eine außergewöhnliche Welt mit einem neuartigem Magiekonzept und einem Ende, wie man es nicht erwartet!
    Du bist nicht das was du glaubst ... aber auch nicht das, was die anderen von dir dachten!


    Cover:
    Das Cover zeigt ein Mädchen, das mit festem Blick nach vorne sieht. Im Hintergrund erkennt man die Bäume, die den eisernen Wald darstellen. Was mir besonders gefällt sind die Lichter, oder Sterne, die das Cover zieren. Sie vermitteln einem das Gefühl in eine magische Welt voranzuschreiten, was ich für dieses Buch als sehr passend empfand.

    Inhalt:
    Ein schrecklicher Krieg hat die einstige Weltordnung hinweggefegt. Heutzutage überlebt man nur in der technischen Stadt und damit dieses Überleben gewährleistet wird, ist die Ernte erforderlich.
    Ihr ganzes Leben lang wurde der jungen Lark das eingetrichtert. Man lebte um geerntet zu werden, denn indem man seine magischen Ressourcen hergab, beschützte man seine Familie und die Stadt. Viele Jahre lang wurde Lark nicht zur Ernte aufgerufen, weswegen sie unter dem Spott und der Häme der anderen litt. Als es dann doch geschieht und sie zum Institut gebracht wird, erfährt Lark, dass nichts was sie zu kennen glaubte, tatsächlich so ist. Um am Leben zu bleiben muss sie die Flucht in den von allen gefürchteten eisernen Wald wagen.

    Die Welt:
    Bei dieser Rezension habe ich eine neue Rubrik eingefügt, einfach aus dem Grund, weil ich die Welt, die die Autorin Meagan Spooner erschaffen hat, so neuartig und raffiniert finde.
    Vor einigen Jahrhunderten gab es eine Katastrophe magischen Ursprungs. Aufgrund dessen wurden die Menschen dazu gezwungen sich von der Außenwelt abzuschotten. In einer mechanischen Stadt führen sie ihr Leben weiter, immerzu in Furcht, dass die schützenden Mauern eines Tages aufhören zu existieren.
    Nun möchte ich nicht zu viel von der Geschichte verraten, aber das Konzept der Welt außerhalb hat mich so fasziniert, dass ich mich nicht zurückhalten kann. Es wird ja bereits erwähnt, dass Lark in den eisernen Wald flieht. Dabei entdeckt sie die unbekannte Außenwelt mit jedem Tag neu. Es ist eine völlig schockierende Erfahrung, den gewaltigen Sternenhimmel über sich zu sehen, oder Regen auf der Haut zu spüren. Umso faszinierender wurden die Blasen beschrieben, auf die die junge Lark trifft. Jene enthalten Magie und können einen Ort über Jahrhunderte hinweg konservieren, oder eine längst vergangene Erinnerung abspielen. Der Umgebung wurde in diesem Buch besondere Aufmerksamkeit gewidmet, aber ich hatte nie das Gefühl gelangweilt zu werden. Vielmehr nahm ich es als eine Entdeckungsreise wahr, bei der ich auf jeder Seite auf etwas neuartiges stoßen konnte.
    Nun, da ich das Buch zu ende gelesen habe, kann ich immer noch nicht sagen, ob es sich um eine magische Welt oder um unsere Erde in der Zukunft handelt, aber ich empfand das nicht als schlimm. Vielmehr hatte ich Menschen aus unserer Zeit vor Augen, die mit Magie ausgestattet waren und in einer Steampunkartigen Stadt lebten. Also ein ganzes Gemisch an verschiedenen Genres, aber toll eingesetzt.

    Die Ressource:
    Auch ganz wichtig in diesem Buch ist die Ressource. Im Grunde genommen ist es einfache Magie, aber was die Autorin damit gemacht hat, war einfach toll. Die Stadt, in der Lark geboren wurde, stellte ich mir alt und verrostet vor, aber auch mit einem Touch Steampunk. Alles wurde mit der Ressource verbunden und angetrieben. Maschinen schützen die Menschen von der Außenwelt und geben ihnen Nahrung. Damit diese Maschinen funktionieren, müssen sie mit Magie aufgeladen werden. Jeder Bewohner der Stadt trägt diese in sich. Im Kindesalter werden sie in das Institut gebracht, wo ihnen die Magie abgezapft wird. Nach diesem Vorgang hat das Kind keine magischen Fähigkeiten mehr. Es gibt Gerüchte und Legenden von Erneuerbaren. Diese Menschen sind in der Lage die Magie immer wieder neu zu produzieren, daher sind sie für das Institut so wichtig.

    Charaktere:
    Lark ist für mich der typische Teenager, der von den anderen nicht akzeptiert wird. Weil sie mit sechzehn Jahren immer noch nicht geerntet wurde, muss sie den Hohn der anderen Kinder erdulden. Aus diesem Grund ist sie zuerst überglücklich, als man sie für die Ernte abholt.
    Ihren Charakter kann ich schwer einschätzen, ich empfand sie als überraschend normal, aber nicht im langweiligen oder negativen Sinn. Viel zu oft gibt es Hauptcharaktere, die so schwach sind, dass sie andauernd von anderen gerettet werden müssen. Oder sie sind so mächtig, dass sie den Feind mit einem Gummiball und ihrem Atem niederstrecken. Nicht so Lark, sie trägt beides, Stärke und Schwäche in sich, das machte sie mir sehr sympathisch.

    Oren wird von Lark immer der wilde Junge genannt. In der Außenwelt weiß er hervorragend wie man überlebt. Aus einem unerklärlichen Grund hat er ein Auge auf Lark geworfen und hilft ihr bei ihrer Reise zum eisernen Wald, wo er nur kann. Dies stößt tatsächlich gegen seine Überlebensprinzipien. Wer nicht stark genug ist, hat es nicht verdient zu leben, so lautet seine Devise.
    Anfangs sehr mürrisch, lernt man Oren im Verlauf der Geschichte auch von einer anderen Seite kennen. Aber das größte Geheimnis über Oren müsst ihr selbst herauslesen!

    Nun könnte ich noch über Kris schreiben, derjenige, der sich zu Beginn als Larks Verbündeter im Institut herausstellt, doch viel interessanter finde ich das Objekt, welches von Kris programmiert wurde. Zuerst als mechanischer Kobold ohne Namen beschrieben, erhielt er von Lark den Namen Nix. 
    Nix ist ein Jagdkobold des Instituts und darauf programmiert worden Lark einzufangen und zurückzubringen. Während eines Angriffs schaffte Lark es jedoch, den kleinen Kobold dort zu treffen, wo er seine Befehle erhält. Aufgrund dessen verändern sich seine Persönlichkeit und seine Stimme. Trotz seines mechanischen Wesens und der Tatsache, dass er nur durch Magie überleben kann, entwickelt er sich im Verlauf der Geschichte zu einer eigenständigen Persönlichkeit. Besonders am Ende des Buches kam das sehr gelungen zur Geltung.

    Meinung:
    Meine Meinung zu diesem Buch kann man bereits schon jetzt aus dieser Rezension herauslesen. In letzter Zeit hatte ich großes Glück mit meinen Buchempfehlungen. Auf den ersten Blick klang die Inhaltsangabe zwar interessant, aber dass mich das Buch so begeistern würde, hätte ich nie erwartet. 
    Wie man herauslesen konnte, fand ich den Aufbau der Welt, die Magie, aber auch die Charaktere einfach nur toll. Die Geschichte wird nie langweilig und man bekommt immer wieder etwas neues serviert. Bildlich hatte ich Larks Reise durch die Außenwelt klar vor Augen, aber auch die mechanische Stadt konnte ich mir gut vorstellen.
    Was mich am Ende tatsächlich erwartete, hätte ich nie in Erwägung gezogen. Es war jenseits meiner Vorstellungskraft und hat mich positiv getroffen.  Der Begriff Überrascht klingt hierbei viel zu milde.
    Kritiken an dem Buch habe ich keine, ich empfand alles als passend, nichts hat gestört.

    Fazit:

    Sehr guter Schreibstil, der Kopfkino pur im Gehirn fabriziert. Eine fantastische Welt, neu und außergewöhnlich, ausgereifte Charaktere und eine Geschichte, die mich neugierig auf den Folgeband macht. Ich kann gar nicht genug betonen, wie gut mir das Buch gefallen hat. Wie außergewöhnlich ich den Konzept der Magieblasen finde oder das Ende, das ich so nie erwartet hätte.
    Der erste Band dieser Reihe von Meagan Spooner erhält von mir eine deutliche Leseempfehlung mit beiden nach oben aufgerichteten Daumen. Eigentlich müsste das jetzt nicht mehr erwähnt werden, aber ich tu´s doch:
    5/5 für diese tolle Geschichte!

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    Cover des Buches Arkadien erwacht (ISBN: 9783492267885)

    Bewertung zu "Arkadien erwacht" von Kai Meyer

    Arkadien erwacht
    Maran-Wortsaatvor 6 Jahren
    Kurzmeinung: Ich hätte nie erwartet, dass die Themen Mafia und Fantasy zusammen passen, aber ich wurde begeistert!
    Was für eine Mischung!

    - Sie hatte immer geglaubt, dass Böse Siziliens zu kennen -

    Inhalt:
    Als Tochter eines verstorbenen Mafiamitgliedes hatte Rosa geglaubt zu wissen, was sie in der Heimat ihres Vaters, Sizilien, erwaten würde. Umgeben von ihrer Tante Florinda Alcantara, ihrer Schwester Zoe und Unmengen von Geheimnissen trifft sie auf Alessandro. Der Junge hinterließ während des Fluges nach Sizilien einen bleibenden Eindruck, nun erfährt Rosa, das er der künftige Anführer der Mafia-Familie Carnevare ist, die mit den Alcantaras sei Langem im Zwist liegen. Aber nicht nur die Verstrickungen mit der sizilianischen Mafia machen Rosa ihr neues Leben in einem neuen Land schwer. Beide Familien scheinen ein schwerwiegendes Geheimnis zu hüten, dass die Geschicke von Rosa und Alesandro bestimmen wird.



    Cover:
    Das Cover an sich finde ich wunderschön vom Stil her mit der silbergrünen Schlange auf diesem Schwarzweiß-Foto. Auf der anderen Seite hätte ich etwas spektakuläreres erwartet, das die besondere Mischung dieser Geschichte beim Betrachten des Covers rüberbringt.



    Meinung:

    Sizilien könnte ihr helfen wieder auf die Beine zu kommen. Das denkt sich die siebzehnjährige Rosa und erklärt sich einverstanden, in die Heimat ihres Vaters überzusiedeln. Sich einzuleben sollte ihr nicht schwerfallen, immerhin lebt ihre ältere Schwester Zoe bereits seit einigen Jahren dort.

    Noch während des Fluges begegnet Rosa dem gleichaltrigen Alessandro, nichtwissend, dass eine alte Fehde aus ihnen beiden Feinde macht.



    Geheimnisse, Romantik, Mystik. Vom Klapptext zu schließen hatte ich eine Liebesgeschichte erwartet, was ich jedoch zu lesen bekam, übertraf alles. Ich bin, was die Mafia betrifft, nicht gerade gut informiert. Klar, ich kenne Filme wie den Paten, aber niemals zuvor hatte ich erwartet dieses Thema gerade in dem Bereich Fantasy vorzufinden. Ich wurde überrascht und zwar positiv, muss ich betonen.

    Nach und nach wurde ich in die Familien Alcantara und Carnevare eingeführt. Die brisante Mischung aus Krimi und Fantasy nahm mich gefangen und machte es mir schwer das Buch aus der Hand zu legen. Gerade auch deswegen, weil die Informatioen durchdacht mit Spannung an den Leser weitergegeben wurden.

    Rosas Leben und Vorgeschichte standen im Vordergrund, aber gerade das machte ihr sprödes Wesen für mich verständlich. Zu ihr möchte ich später im Bereich "Charaktere" noch mehr schreiben. Vorerst sei gesagt, dass diese junge Frau kein hilfloses Girlie ist, das sich auf ihren Hosenboden setzt und darauf wartet von einem Prinzen gerettet zu werden.

    Was die Fantasy in diesem Buch betrifft, so wird man auch hier Stück für Stück in die richtige Richtung gelockt. Zu Beginn überwiegt der "Krimianteil" bei weitem die Fantasy, was ich jedoch nicht als belastend empfand, da die Geschichte zu spannend war.


    Charaktere:

    Rosa Alcantara, siebzehn Jahre jung, aber mit der Erfahrung eines leidvollen Lebens, hat sich entschlossen in Sizilien zu leben. Der schreckliche Vorfall von vor einem Jahr nagt immer noch an ihr und sie hofft, in Sizilien wieder zu sich selbst finden zu können.

    Rosa an sich kommt launisch rüber. Sie ist ein sehr komplexer Charakter. Zum Beispiel bestiehlt sie jemandem, behält die Beute aber niemals für sich.  Ihre Zunge ist sehr spitz und sie scheut sich nicht die Wahrheit zu sagen, auch wenn diese zur Konfronation führt. Einen solchen spröden und kratzbürstigen Charakter zu mögen, ist nicht immer leicht, aber ich war beeindruckt von Rosa. Sie ist stark und kämpft für sich selber, lässt sich außerdem von niemandem etwas sagen.



    Alessandro Carnevare ist von der Idee besessen, dass sein Onkel seine Mutter ermordet hat. Aus diesem Grund setzt er alles in Bewegung um der nächste Capi der Familie Carnevare zu werden und über seinen Onkel zu richten. Dieser eine Wunsch und der Durst nach Rache leitet ihn voran. Auch wenn ich zugeben muss, dass seine Gefühle für Rosa da und echt sind, so hatte ich nicht das Gefühl, dass Rosa seinen Rachedrang vertreiben könnte. Obwohl ich Alessandro mochte, hatte ich immer das Gefühl, dass er etwas zurückhält.


    Fazit:

    Durchgehend spannend und flüssig geschrieben, las sich der erste Band der Trilogie. Nicht einen Moment empfand ich das Buch als langweilig. Die Charaktere waren gut durchdacht und besonders Rosa gefiel mir sehr. Jeder Leser sollte sich auch überlegen, ob er nicht doch lieber gleich alle drei Bücher kaufen sollte, denn ich habe nun den ersten Band fertig und muss noch auf die Lieferung für die nächsten beiden warten.


    Ich habe lange überlegt, ob dieses Buch in die "Hall of Fame" kommen soll. Nicht, weil es nicht gut genug ist, sondern weil das letzte Buch dort mich wirklich sehr berührt hat und ich nach dem Prinzip vorgehe, dass nur ein besseres Buch diesen Platz einnehmen kann. Aber ich habe mich dafür entschieden! Der Grund: Die Mischung von "Arkadien erwacht" hat mich so begeistert, dass es direkt zu meinen Lieblingsbüchern zählt. Ich dachte immer, Mafia- und Krimibüchern würden nach dem gleichen Prinzip verlaufen und wären staubig und verschroben, aber hier ist der beste Beweis, nicht vorschnell zu urteilen.

    (Der Begriff "Hall of Fame" bezieht sich auf eine Sparte in meinem Blog, in der es nur die besten Bücher schaffen)

    Aus diesem Grund kann ich nicht anders, als das Buch mit 5/5 und einem WOW! zu bewerten.

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    Cover des Buches Spinnenkuss (ISBN: 9783492269407)

    Bewertung zu "Spinnenkuss" von Jennifer Estep

    Spinnenkuss
    Maran-Wortsaatvor 6 Jahren
    Ein faszinierender Hauptcharakter!


    Inhalt:

    Im Verborgenen lauern, mit der tödlichen Geduld einer Jägerin. Kalt und erbarmungslos sein, wenn es die Situation erfordert. Diese Eigenschaften kann Gin Blanco ihr Eigen nennen, denn sie ist die berüchtigte Spinne. Eine Attentäterin ohnegleichen.
    Und diese Fertigkeiten, das hat sie sich geschworen, werden diejenigen zu spüren bekommen, die ihr eine Falle gestellt und ihren Mentor gequält und getötet haben. Nun richtet sich ihre ganze Wut auf die Drahtzieher. Um diese zu fangen, ist sie sogar bereit, sich  mit dem Polizisten Donovan Caine einzulassen. Einem Mann, der sie seit Jahren jagt und zur Strecke bringen will.

    Cover:

    Düstere Farben, eine Frau mit ernstem Blick und dazu noch das mysteriöse Symbol. Das Cover zu "Spinnenkuss" finde ich passend und durchaus gelungen.

    Meinung:

    Einige Bücher stechen durch ihre Geschichten hervor, andere durch die Reaktionen, die sie in den Lesern hervorrufen. Manche strotzen vor vielfältigen Charakteren, die den Wunsch erwecken, mehr von ihnen zu erfahren. Spinnenkuss gehört für mich definitiv zu den Büchern, die aus der Masse hervorstechen.
    Die Geschichte mag ähnlich sein wie viele andere. Eine Heldin, die einen geliebten Menschen verloren hat und sich rächen will. Herausragend an diesem Buch sind mit Sicherheit die Charaktere. Beim Lesen dachte ich die ganze Zeit nur: Wow!
    Es gibt Geschichten mit beinharten Protagonisten, dennoch handeln sie in manchen Situationen wider ihrer Natur. Bei Gin Blanco hatte ich niemals dieses Gefühl. Der Mord an ihrer Familie, hat aus dem jungen Mädchen eine eiskalte Frau erschaffen, die weiß, dass man nichts in der Welt umsonst bekommen kann. Alles hat seinen Preis! Sogar ein Moment der Unvorsichtigkeit kann ein Leben kosten. Dementsprechend lebt und handelt sie.
    Was ich  bei Büchern besonders gerne lese, sind spannende Elemente, die mich immerzu bei Laune halten, aber auch Gefühle. Ein Buch ohne Liebe ist nichts für mich. Nun mag das mit einem Charakter, wie Gin Blanco ihn besitzt, nicht leicht zu vereinbaren sein. Wegen ihrer Persönlichkeit ist es schwer zu glauben, sie würde sich mir nichts, dir nichts verlieben. Die Autorin hat dieses Kunststück tatsächlich gemeistert. Sie benutzte für Gin nicht vordergründig Liebe, sondern sexuelle Erregung. Beim Lesen hatte ich deswegen nicht ein einziges Mal das Gefühl, dass der Charakter aus der Rolle fällt.
    Ebenfalls ausgefallen sind die magischen Elemente in Spinnenkuss. Ich fand es interessant über eine Auftragsmörderin zu lesen, die über das Element Stein verfügt, sich jedoch weitesgehend davon distanziert, diese magischen Kräfte zu benutzen. Gin bevorzugt ihre körperliche Stärke und ihre Sinne bei ihren Aufträgen. Auch sehr auffallend wurden die Runen beschrieben, die mit diesen Elementstärken in Verbindung traten. Dies machte die Welt um Gin so facettenreich.

    Charaktere:

    Gin Blanco, als Kind verlor sie ihre ganze Familie an einen Feuerelementar. Bis heute wurde dieser nicht gefunden und Gin trägt immer noch die Narbe an ihrer Hand, die sie in dieser Nacht durch Folter erhalten hat.
    Vor diesem Charakter ziehe ich den Hut, wie dieses Sprichtwort schön sagt. Er ist so vielfältig und komplex. Gin findet nichts Schlimmes daran für Geld zu töten, dennoch hält sie sich an besondere Regeln. Genau das hat mir imponiert. Sie tötet keine Kinder und in manche Situationen wirkt sie fast wie ein normaler Mensch, dennoch ist beim Lesen immer dieses unterschwellige Gefühl da. Als Leser vergisst man niemals, wie gefährlich Gin sein kann.  Aus einer langen Reihe von Büchern, die ich gelesen habe, kann ich sagen, dass besonders dieser Charakter das Buch so einmalig macht.


    Donovan Caine, ein Polizist und Saubermann. Schon seit Jahren ist er auf Gin Blancos Spur. Als er sie endlich trifft, rettet sie ihm das Leben. Nichts ist Schlimmer für ihn, als in der Schuld einer Frau zu stehen, die seinen Partner getötet hat. Dennoch ist er gezwungen mit ihr zusammen zu arbeiten, um die Korruption in seinem Department aufzudecken.
    Um ehrlich zu sagen, war ich von diesem Charakter etwas enttäuscht. Donovan wurde gut beschrieben und ich empfand ihn auch als attraktiv, trotzdem war er mir irgendwie zu glatt. Er passte zu gut in einer Schublade und wirkte dadurch leicht fade. Für einen Hauptcharakter darf das nicht der Fall sein. Die Anziehungskraft zu Gin wurde glaubwürdig beschrieben, aber er hatte keinen Hintergrund. Es wurde nichts über seine Familie erzählt oder warum er so sehr versucht, ein guter Polizist zu sein.

    Fletscher Sohn, Finn, stach im Gegensatz zu Donovan hervor. Die Beziehung zwischen ihm und Gin ist besonders, sie sind wie Bruder und Schwester. Finn wird als ein Mann beschrieben, der eine besondere Vorliebe für Frauen und Geld hat. Ich fand ihn immerzu interessant und sehr vielseitig. Die Gespräche zwischen den beiden waren manchmal sentimental und manchmal urkomisch. Man spürte sofort ihreVerbundenheit.

    Fazit:

    Spinnenkuss ist der erste Teil der Elemental Assassin-Reihe. Sprachlich empfand ich das Buch als sehr ausgereift. Die Geschichte schreitet spannend voran und obwohl der erste Band in sich abgeschlossen ist, erfährt der Leser am Ende, dass die Geschichte weitergehen wird. Das hielt die Spannung oben und erweckte in mir den Wunsch, mit dem nächsten Band fortzufahren.
    Besonders fasziniert hat mich der Hauptcharakter Gin Blanco. Ich kann ohne Reue behaupten, dass ich lange nicht mehr über einen so komplexen Charakter gelesen habe. Gin Blanco und ihre Geschichte sind es wert 5/5 Punkte zu bekommen.

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    Cover des Buches Im Land des Regengottes (ISBN: 9783746629186)

    Bewertung zu "Im Land des Regengottes" von Gina Mayer

    Im Land des Regengottes
    Maran-Wortsaatvor 6 Jahren
    Der Beginn eines Abenteuers in einem wundersamen Land


    Inhalt:

    Ein einfaches Leben als Dienstmagd? Als die junge Henrietta dies hört, kann sie es immer noch nicht fassen. Ihre Ersparnisse, mit denen sie eine Ausbildung zur Lehrerin machen wollte, wurden in Notzeiten von ihrer Mutter aufgebraucht. Nur eine Anstellung als Dienstmagd kann die beiden Frauen über Wasser halten, doch Henrietta will mehr!
    Als ihre Mutter den Heiratsantrag eines Missionars erhält, setzt die junge Frau alles daran, dass dieser angenommen wird. Ein Leben in Afrika, dem wundersamen Land, erscheint ihr aufregender als die einfache Zukunft in der Kohlstraße. Dies kennzeichnet den Beginn einer langen Reise.

    Cover:

    Das Cover mit den rötlichen Farben an sich finde ich gelungen, man merkt auf Anhieb von welchem Land die Geschichte handelt, nur den Titel finde ich weniger passend. Bei dem Begriff "Regengott" denke ich eher an einen Indostamm im Amazonas oder an Indianer, weniger an Afrika.

    Meinung:

    Nie und nimmer gibt die junge Henrietta sich mit dem Schicksal ab, eine einfach Dienstmagd zu sein, träumt sich doch seit Ewigkeiten davon eine Schulung als Lehrerin beginnen zu dürfen. Sogar ihr weltoffener Vater ermunterte sie stets dazu nach Wissen zu streben. Das Schicksal meint es jedoch schlecht mit ihr, alle Ersparnisse sind aufgebraucht, es bleibt kein Geld mehr für eine Schulung zur Lehrerin, dennoch weigert sie sich vehement ihren Traum gehen zu lassen.
    Die Kohlstrasse in Wuppertal mit ihren Eigenheiten stellt den Beginn der Erzählung dar. Man wird in das Leben der zwei Frauen eingeführt. Henriettas Mutter arbeitet hart um sie beide nach dem Tod des Vaters über Wasser zu halten. Nun soll auch Henrietta auf einem Bauernhof Dienste leisten. Als die Mutter über einen Priester den Heiratsantrag eines Missionars aus Deutsch-Südwest erhält, drängt Henrietta regelrecht auf die Heirat. Wenn nicht in Deutschland, aber in Afrika wird sie ihren Traum erreichen können und eine Lehrerin werden. Sie behauptet sogar, von einem Stallknecht belästigt zu werden, damit sie dem Schicksal als Dienstmagd entgeht.
    Natürlich ist die Angst der Mutter dementsprechend groß, so dass sie sich gezwungen sieht, den Heiratsantrag anzunehmen und die Reise in die Fremde anzutreten.
    Afrika ist vollkommen anders als die junge Henrietta sich das vorgestellt hat. Ihr neuer Stiefvater entpuppt sich als das vollkommene Gegenteil ihres verstorbenen Vaters. In Bildung sieht er regelrechte Rebellion, die eine Frau niemals begehen darf. Zudem scheint der Gesundheitszustand ihrer Mutter immer schlechter zu werden. Sogar die Einheimischen sind anders, als sie sich vorgestellt hat. Der einheimische Petrus, der stets die unpassendste Kleidung trägt, scheint ein Geheimnis zu verbergen, gibt er doch vor die deutsche Sprache nicht zu verstehen, obwohl er es tut.

    Charaktere:

    Den Hauptcharakter Henrietta empfand ich als durch und durch selbstsüchtig, in einigen Situationen sogar als niederträchtig. Noch nicht einmal die Gefühle ihrer Mutter bedenkt sie, als sie lügt und behauptet von einem Stallknecht belästigt zu werden. Ihr ist es sogar egal, dass ihre Mutter einen Fremden heiraten muss, um den vermeintlichen "Belästiger" in Wuppertal zurücklassen zu können. Dieses Verhalten ändert sich noch nicht einmal, als die beiden auf dem Schiff sind und es der Mutter vollkommen schlecht geht. Anstatt sich um sie zu kümmern, hält Henrietta sich öfters an Deck auf. Mag dies natürlich dem Charakter eines "Teenagers" entsprechen, so sorgte dieses Verhalten dafür, dass ich Henrietta in der ersten Hälfte des Buches überhaupt nicht leiden konnte. Für andere Leser mag das natürlich anders sein, Teenager sind nunmal selbstsüchtig, bei mir hat es lange gedauert, bis ich Henrietta vergeben konnte.

    Petrus ist ein Einheimischer und arbeitet als Ochsentreiber in der Mission von Henriettas neuem Stiefvater. Er ist schlau, verbirgt diese Eigenschaft jedoch vor jedem. Auf hartem Weg hat Petrus lernen müssen, dass ein intelligenter Schwarzer nicht gerne gesehen wird. Um dies zu verbergen, kleidet er sich sogar in den lachhafsten Trachten und gibt vor, die deutsche Sprache nicht sprechen zu können. Als Henrietta aus der Mission flieht, hilft er ihr, obwohl er dadurch seine Stellung verliert.

    Fazit:

    Im Land des Regengottes las sich spannend und flüssig. Die Sprach- und Ausdrucksweise wirkte auf mich, als würde sie genau dieser Zeit entstammen. Dies machte es umso wirklicher für mich und verdient großes Lob.
    Tiefgehende Probleme hatte ich dafür mit dem weiblichen Hauptcharakter. Ich mochte Henrietta auf Anhieb nicht. Es ist nicht leicht, so etwas zu schreiben, vor allem, weil ihr selbstsüchtiges Verhalten wirklich einem Teenager entspricht. Aber zu behaupten, sie würde von einem Mann belästigt werden, damit ihre Mutter einen Fremden in Afrika heiratet, und das nur um keine Dienstmag zu werden, machte es mir sehr schwer, mit ihr warm zu werden. Ich muss auch gestehen, dass ich ihr das sogar nachtrug, nachdem sie endlich eingesehen hat, wie falsch ihr Verhalten gewesen war.
    Die Probleme der Deutschen mit den Einheimischen wurden gut rübergebracht, dennoch hatte ich immerzu das Gefühl, es hätte noch besser sein können. Bei einigen Szenen hätte ich ergriffener sein und ich hätte eine enge Kehle bekommen müssen. Genauso erging es mir mit der Liebesbeziehung zwischen Henrietta und Petrus. Natürlich gab es wunderschöne Momente, die wirklich schön geschrieben waren, aber ich habe die Verzweiflung vermisst, die mit dem Wissen einhergeht, dass eine solche Liebe niemals gestattet sein wird.
    Meine Fazit für das Buch lautet lesenswert, auch wenn es um einiges "tiefgehender" hätte sein können.  Diese Bewertung entspricht meiner eigenen Meinung und ja, die meisten Minuspunkte sind dem Hauptcharakter Henrietta zu verdanken. Daher kann ein anderer Leser gerade das, was mir nicht gefallen hat, umso besser finden.
    Im Land des Regengottes erhält 3/5 Herzen von mir.

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    Cover des Buches Böses Herz (ISBN: 9783764504540)

    Bewertung zu "Böses Herz" von Sandra Brown

    Böses Herz
    Maran-Wortsaatvor 6 Jahren
    Spannend bis zum Schluss


    Autor:

    Sandra Brown spezialisierte sich bereits auf mehreren Gebieten, bevor sie sich ernsthaft dem Schreiben widmete. Sie war Schauspielerin, Journalistin und Model. Mit ihrem Buch "Trügerischer Spiegel" schaffte sie den Durchbruch und kann sich seitdem einer großen Fangemeinde rühmen.

    Inhalt:

    Als Honors kleine Tochter ihr verrät, dass ein Mann in ihrem Garten schläft, glaubt die junge Witwe zunächst an einen Streich. Tatsächlich jedoch hält sich niemand anderes als Lee Coburn auf ihrem Grundstück auf. Dem von der Polizei gesuchten Mann wird ein brutaler Mehrfachmord nachgesagt.
    Von einem Tag auf den anderen zerbricht Honors heile Welt, denn Coburn schwört, dass der Unfalltod ihres Mannes vor zwei Jahren kein Unfall war. Nun ist ihr Leben und das ihrer Tochter in Gefahr und nur Lee Coburn scheint sie retten zu können, doch kann sie ihm auch vertrauen?

    Cover:

    Das Cover ist sehr einfach, wirkt hell und auf eigentümliche Weise rein, gerade wegen dem blutroten Blatt, welches inmitten des Bildes prangt. Mit einem Blick kann man das Genre gut assoziieren, war zumindest in meinem Fall so. Das Weiß für Honor und ihre Tochter und Rot für Coburn.

    Meinung:

    Honor ist einfach nur entsetzt. Sieben Menschen soll Lee Coburn gnadenlos exekutiert haben. Nun sitzt er in ihrer Küche und isst die Cupcakes, die sie für ihre kleine Tochter Emily gebacken hat. Ein Blick auf diesen Mann und sie weiß, er würde nicht zögern einer Bedrohung den Garaus zu machen. Aber, wieso erkundigt er sich so drängend nach ihrem verstorbenen Mann Eddie? Und was sucht er?

    Das ist der Beginn von "Böses Herz". Man ahnt bereits nach wenigen Seiten, dass mit einem Mann wie Lee Coburn nicht zu spaßen ist. Besonders Honor ist voller Angst, möchte sie ihre kleine Tochter um jeden Preis vor diesem Mörder beschützen. Als Leser kann man sich gut in Honor hineinversetzen und die Angst spüren, die sie vor diesem Mann hat. Auf der anderen Seite bekommt man auch die Möglichkeit einen Blick auf die Antagonisten zu werfen.
    Ganz besonders gefallen haben mir die verschiedenen Charaktere des Buches. Nichts erscheint Stereotypisch. Man wird  nach und nach in die Geschichte hineingeführt, beinahe, als müsste der Leser mit den Helden das Rätsel dieser Geschichte lösen.
    Es ist schwer eine Rezension zu schreiben ohne allzuviel von der Geschichte zu verraten, hängt doch in diesem Buch alles damit zusammen, was Lee Coburn sucht und ihn antreibt.

    Charaktere:

    Ich empfand Honors Charakter als jemanden, der in der Vergangenheit gefangen ist und nicht für einen Neubeginn loslassen kann. Zu Anfang eingeschüchtert, setzte sich die junge Mutter aber nach und nach durch und gewinnt immer mehr an Selbstvertrauen.

    Lee Coburn war mir lange Zeit ein Rätsel. Ich wusste nicht was ich von ihm halten sollte. Natürlich ist sofort ersichtlich, dass mit jemandem wie ihm nicht zu spaßen ist. Er strahlt eine Aura der Unnahbarkeit und der Gefahr aus, weswegen man lange im Dunkeln tappt und nicht weiß, für welche Seite er eigentlich arbeitet. Genau das fand ich so erfrischend an diesem Charakter.

    Zu den "Bösen" gibt es auch einiges zu schreiben. In diesem Buch beschränkt sich diese Rolle nicht nur auf eine Person, dennoch fand ich es nicht zu überladen. Ein Handlanger hat mich besonders beeindruckt, ein Siebzehnjähriger, der von der Welt zu einem gnadenlosen Mörder geformt wurde.
    Aber auch der Drahtzieher hinter dem Ganzen hielt noch einige Überraschungen für mich parat. Ich kann ehrlich behaupten, dass ich bis zum Schluss nicht wusste, wer der Bookkeeper eigentlich ist. Man rätselt zwar herum und stellt auch einige Vermutungen an, aber im Endeffekt kommt man der wahren Person hinter dieser Bezeichnnung nicht einmal nahe. Das hat mir sehr gut gefallen.

    Fazit:

    Der Schreibstil  der Autorin ist flüssig, mit spannnden und erotisch knisternden Momenten an den richtigen Stellen. Hier wird Krimi mit tiefen Gefühlen vermischt, ohne sich Klischees zu bedienen. Wer hier ein Rotz-und-Wasser-Happy-End erwartet, ist an der falschen Stelle, aber genau das macht dieses Buch aus. Die Reaktionen der Protagonisten sind auf ihren Eigenschaften aufgebaut und fügen sich nahtlos in die Geschichte ein. Gerade deswegen steht dem Leser frei, das Ende nach seinen eigenen Vorstellungen zu interpretieren.
    Dies ist das erste Buch der Autorin, das ich gelesen habe, aber mit Sicherheit nicht das Letzte.
    Wegen der gelungenen Krimigeschichte, die immer spannend bliebt und der überraschenden Wende, bekommt dieses Buch von mir 5/5.

    Mein Dank geht zudem an den Blanvalet-Verlag für das Rezensionsexemplar.

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    Cover des Buches Der Duft der Pfirsichblüte (ISBN: 9783746626727)

    Bewertung zu "Der Duft der Pfirsichblüte" von Dagmar Trodler

    Der Duft der Pfirsichblüte
    Maran-Wortsaatvor 7 Jahren
    Schwache Pflanzen gehen nicht immer ein!


    Inhalt:

    Das Londoner Leben im Jahr 1812 ist nicht leicht. Die Kontinentalblockade Napoleons bringt die Menschen zum hungern. Harte Strafen sind an der Tagesordnung. Selbst Bagatelldelikte werden mit dem Tod geahndet.
    Die 16jährige Penelope glaubt an ein Wunder, hat sie doch letztlich ihrer Mutter Mary zu verdanken in einem reichen Haushalt arbeiten zu dürfen, wo sie im Gegensatz zu ihren anderen Freundinnen mit Nahrung versorgt wird.Doch dann ereilt die Tochter des reichen Hauses eine Tragödie und nur Mary kann helfen, denn sie ist eine Engelsmacherin, die Schwangerschaften beendet. Unwissend, dass sie dadurch ihr Schicksal besiegelt, bringt Penelope die Dame zu ihrer Mutter und wird von den Wachen erwischt. Auf diese Tat gibt es nur eine Strafe: Tod durch den Galgen oder die Deportation ins weit entfernte Australien.

    Cover:

    Das Cover mit seinen zarten Farben finde ich gut gelungen, dennoch sollte man sich davon nicht zu dem Inhalt verleiten lassen. Obwohl es sanft und beruhigend wirkt, so ist die Geschichte alles andere als das. Liebe kommt in dem Buch vor, aber es ist keine reine Liebesgeschichte, was ich hingegen als Vorteil empfand.

    Meinung:

    Die junge Penelope kann nicht glauben, dass sie wirklich mit ihrer Mutter verurteilt wurde, nach Australien verschifft zu werden.
    Als sie sich auf See in den jungen Iren Liam verliebt, wird sie zudem auch noch schwanger und bekommt während der Überfahrt ihre Tochter Lilly. Harte Schicksalsschläge ereilen sie immer wieder. Sie wird von ihrer Mutter und ihrem Kind getrennt, landet in einem fremden Land und ist zum ersten Mal auf sich alleine gestellt. Dennoch schafft Penny es, sich immer wieder aufzuraffen. Gerade das fand ich besonders schön. Schwache Planzen gehen eben nicht immer ein.
    Bisher hatte ich noch nie einen Roman dieser Art gelesen. Ich habe schon historische Romane im Regal stehen, allerdings befand sich noch nie ein Buch über einen Gefangenentransport über See nach Australien darunter. Was mir bei diesem Buch besonders gut gefallen hat, war der Einblick in das damalige Leben. Hautnah erlebte man mit, wie sich der tägliche Überlebenskampf darstellte. Die harte Arbeit der Häkelei raubte den Frauen wegen des schlechten Lichtes oftmals das Augenlicht. Weil wegen der Blockade kaum Lebensmittel eingeschifft werden konnten, verhungerte man, oder man stahl, wurde erwischt und starb durch den Strang.
    Die Lebensweise und die Art sich auszudrücken war zu dieser Zeit recht derb, besonders in dem Viertel, in dem die Hauptprotagonistinnen leben. Auch die Zustände im Gefängnis und auf dem Schiff wurden glaubhaft rübergebracht. Schmutz, Krankheiten und ein durchdringender Gestank, der alles überdeckt und die Menschen weniger wie Menschen und vielmehr wie Tiere wirken lässt.
    Diese Geschichte ist hart und wird auch hart niedergeschrieben.

    Charaktere:

    Penelope McFadden, sechzehn Jahre jung und Spitzenhäklerin, ist die Hauptprotagonistin des Buches. Im Gegensatz zu ihrer Mutter Mary wird sie als willensschwach dargestellt, weswegen Mary voller Sorge um sie ist. Trotz des Viertels in dem sie lebt, bewahrt sie sich sehr lange ihre Unschuld, ist aber naiv genug, um von anderen benutzt und missbraucht zu werden.

    Mary McFadden, dieser Charakter war eine Wucht. Pennys Mutter hat viel durchlitten. Verlor sie Pennys Vater an  Botany Bay, weil er auch ein verurteilter Strafgefangener war, so schaffte sie es die ganze Zeit sich und ihr Kind zu versorgen. Mary ist eine harte Frau, die nach der Devise lebt: Meine Tochter und ich kommen immer an erster Stelle. Mitleid mit anderen kann man sich nicht erlauben, wenn man am Verhungern ist. Nur wer Herz und Geist stählt, kann in diesen Zeiten überleben. Das versucht sie ihrer Tochter zu vermitteln, was jedoch hoffnungslos scheint, denn Penelope ist aus einem ganz anderen Holz geschnitzt.

    Liam. Zu Liam habe ich einiges zu sagen, was jedoch am wichtigsten ist: Ich bin aus ihm nicht schlau geworden. Das erste Mal, wenn man von ihm liest, sich die Art vorstellt, wie begehrlich er Penny ansieht, bekommt man rasendes Herzklopfen, Gänsehaut und einen wässrigen Mund. Ich weiß nicht ob es daran liegt, dass er Penelope immer wieder bittet seine Frau zu werden. Man ist sich sicher, dass er sie begehrt und im Verlauf der Geschichte gibt es auch immer wieder Situationen in denen ersichtlich wird, dass er sie liebt. Troztdem zeigt Liam auch seine dunkle Seite und die hat es faustdick hinter den Ohren. Er ist ein Rebell, der sich nicht davor scheut um sich zu schlagen, selbst wenn er jene trifft, die ihm wichtig sind. Deswegen, auch wenn er es gesagt hat, am Ende des Buches wusste ich nicht, ob er Penny liebt oder nicht. Das hat jetzt nichts damit zu tun, dass er nicht gut genug beschrieben wurde, sondern weil er eine sehr undurchsichtige Person ist. Sein Charakter hat genau zu der Geschichte gepasst.

    Bernhard Kreuz ist einer der Ärzte auf dem Deporationsschiff. Er ist rücksichtsvoll und man merkt ihm an, wie sehr er die Zustände auf dem Schiff verachtet. Immer wieder ist er derjenige, der sich für die Gefangenen einsetzt. Und immer wieder ist er derjenige, der versucht Penny zu beschützen.

    Fazit:

    Ich habe jetzt einige Inhaltsangaben zu diesem Buch gelesen, dennoch muss ich sagen, empfand ich die Liebesnacht zwischen Penny und Liam nicht als Vergewaltigung. Was ich jedoch bestätigen kann ist, dass Liam ein teuflischer Verführer ist. Die Art, wie er beschrieben wird, wie er Penny ansieht, bescherte nicht nur ihr weiche Knie. Kein Wunder also, dass sie nachgibt und  ihm ihre Unschuld schenkt. 
    Was ich als zweites las, Bernhard Kreuz wird als junger Arzt beschrieben. Er ist rundlich, besitzt schütteres, angegrautes Haar, ich konnte ihn mir nicht als jung vorstellen. Und obwohl er nicht dem Aussehen eines teuflischen Verführers entspricht wie Liam, so besitzt er andere Qualitäten. Seine freundlichen Worte und seine sanften Gesten umsorgen Penelope wie eine zärtliche Decke.
    Diese beiden Männer nehmen immer wieder einen wichtigen Part in ihrem Leben ein und ich als Leserin war gespannt zu erfahren, wer sich letztendlich als würdig erweisen würde, ihr Herz zu erobern.
    Trotz der anfänglichen Längen hat die Geschichte um Penelope mich begeistert und mir eine neue Sichtweise auf die Lebensumstände dieser Zeit und auf Australien ermöglicht. 
    Deswegen vergebe ich für dieses Buch 5/5 und möchte mich ganz herzlich beim Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken

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    Cover des Buches Nacht (ISBN: 9783453524279)

    Bewertung zu "Nacht" von Anne Bishop

    Nacht
    Maran-Wortsaatvor 7 Jahren
    Schwacher Bösewicht schwächt das Buch!


    Inhalt:

    Sie hatten immer auf ihn herabgeblickt und ihn nie gewürdigt. Jetzt lachten sie sogar über ihn. Aber ihnen würde das Lachen vergehen! Auf sie alle wartete eine Überraschung, die an Bosheit nicht übertroffen werden konnte. Und dann würden sie alle sterben. All diejenige, die sich so hoch auf ihren Thron wähnten. Die Mitglieder des ersten Kreises, der Sadist und sein eyrischer Halbbruder und alle anderen, die sich besser glaubten.

    Meinung:

    Mitglieder des Blutes lebten in gruseligen Häusern voller Spinnweben. Als Jaenelle von den Gerüchten hört, welche die gewöhnlichen Bürger im Umlauf bringen, fasst sie den Plan, ein Spukhaus zu erschaffen. Dies mag eine dunkle humorvolle Art sein mit den Gerüchten umzugehen, doch gerade dadurch ermöglicht sie einem neuen Feind, Surreal und ihren Begleiter Rainier in eine tödliche Falle zu locken.

    Ich habe mich sehr über dieses Buch gefreut. Im Vorfeld wusste ich, dass die Geschichte sich um ein Spukhaus drehen würde und, dass ein neuer Gegner hinter dem Vorhang wartete. Weil ich die Welt von Anne Bishop liebe, freute ich mich auf ein neues Abenteuer. 
    Im Vergleich zu den anderen Büchern, muss ich jedoch sagen, dass die Geschichte ungewohnt behäbig voranschreitet. Man bekommt einen Einblick in das Eheleben von Jaenelle und Dameon und was sich bei den anderen Charakteren ereignet. Weil ich die Persönlichkeiten der Geschichte so gerne mag, habe ich mich darüber gefreut, aber für andere Leser könnte es zu langsam sein.
    Spannend wurde es natürlich, als Surreal mit Rainier und einigen Landenkindern in dem falschen Spukhaus gelockt werden und einen Ausweg finden müssen. Dabei dürfen sie ihre Macht nicht benutzen, denn jedes Mal, wenn sie das tun, wird einer von dreißig Ausgängen verschlossen und am Ende werden sie von dem Haus verschlungen.
    Auf ihrer Suche nach der Freiheit werden sie von tödlichen Zaubern attackiert. Hinter jeder Tür und jedem Fenster kann der Tod lauern. Ohne ihre Kraft einsetzen zu können, sind sie extrem verletzlich, außerdem müssen sie einige Kinder beschützen, die mit ihnen in die Falle gelockt wurden.

    Kritik:

     
    Der Antagonist


    Auch wenn ich das ungern zugebe, so ist der Autor Jarvis Jenkell für mich der schlimmste Bösewicht der ganze Reihe und damit meine ich jetzt nicht seinen Charakter betreffend, denn das wäre etwas Positives. Natürlich ist er ein Fiesling, der sich nicht davor scheut Leute für seine Ziele zu töten. Im Endeffekt empfand ich ihn jedoch als schlichtweg doof. Er ist auch die größte Schwäche dieser Geschichte. Es müssen ja haufenweise Gerüchte im Umlauf sein, was Janelles, Daemons und Lucivars Macht betrifft. Noch dazu muss er von Saetan, dem Höllenfürsten, wissen. All diese Personen tragen die dunkelsten Juwelen, die es gibt. Und er will sich an sie rächen? Was lässt ihn glauben, das schaffen zu können?
    Ja, ich habe erfahren, dass er als "Landen" aufwuchs. Als eine gewöhnlicher Mann ohne ein Juwel. Schließlich brachte er der Dunkelheit sein Opfer dar und erhielt ein Juwel. Der Leser bleibt im Unklaren welche Farbe es überhaupt hat. Außerdem schafft er es, zwei schwarze Witwen und einen Krieger mit dunklen Juwelen zu töten. Wie das vonstatten geht, erfährt der Leser nicht.
    Jarvis Jenkell ist die Maus, die sich im Gemäuer des tödlichen Hauses verbirgt und dem Sterben zuschaut, zusätzlich dazu, schreibt er sich Notizen für seinen nächsten Roman. Etwas anderes macht er nicht. Ich empfand ihn weder als gefährlich, noch als klug und gewitzt. Er war einfach nur ein Neidhammel, der sich rächen wollte, mir aber zu schwach dafür vorkam.

    Fazit:

    Natürlich liest man als Fan gerne über das Alltagsleben der Protagonisten, aber ich hätte mir von Anfang an diese Spannung gewünscht, die sich in der letzten Hälfte des Buches aufbaute. 
    Das schlimmste Desaster jedoch war der Bösewicht. Keine Glaubwürdigkeit hinter seinen bösartigen Taten. Mit nichts konnte er belegen, dass er seinen Plan schaffen würde. Das einzige was er in dem Buch tat, war zuschauen und sich Notizen zu machen. Bisher bekamen die ganzen vorherigen Bücher dieser Reihe meistens fünf Punkte von mir, aber Jarvis Jenkell schafft es als Einziger das Buch am tiefsten runter zu ziehen.

    So leid es mir tut und auch wenn ich diese Reihe liebe, ich kann diesem Buch nur 3/5 Punkten geben.

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    Cover des Buches Monument 14 (ISBN: 9783453411630)

    Bewertung zu "Monument 14" von Emmy Laybourne

    Monument 14
    Maran-Wortsaatvor 7 Jahren
    Du bist in diesem Gebäude gefangen, aber draußen erwartet dich der Tod...

    Inhalt:

    Dich erwartet ein ganz normaler Schultag und du bist wieder einmal spät dran. Dir bleibt nur noch Zeit aus dem Haus zu rennen um den Schulbus zu erwischen. Deine Mutter ruft dir etwas hinterher, aber du läufst weiter. Es gibt keine liebevolle Antwort, oder eine Umarmung. Es wird nie wieder eine geben.
    Der Bus bringt dich und die anderen Kinder nicht in die Schule, sondern er fährt dich durch eine neu entstandene Hölle, in der die Welt, die du kanntest, vollkommen aus den Fugen gerät.

    Cover:

    Das Cover des Buches ist in dunklen Farben gehalten, die Farbe Grün sticht deutlich daraus hervor, was ich mit der chemischen Bedrohung in Verbindung brachte. Die Personen auf dem Cover stellen die großen Kids dar, aber mir fehlen dennoch die anderen wichtigen Aspekte des Buches darin, die kleinen Kinder. Auch wenn ich es nicht schlecht finde, so gefällt mir das Bild in der englischen Ausgabe wesentlich besser, denn darin wird man mit einem Blick mit dem Schrecken konfrontiert, der über alle hereinbricht.

    Meinung:

    Auf dieses Buch bin ich aufgrund einer Rezension gestoßen. Es klingt mir nach einem Endzeitroman und weil ich diese liebe, wanderte es sofort auf meine Wunschliste.
    In Monument 14 geht es um 14 Kinder, die eine plötzlich ausbrechende Naturkatastrophe überleben. Aufgrund eines Tsunamis regnen ungewöhnlich große Hagelkörner auf den fahrenden Schulbus hinab, in dem sich Dean und die älteren Schüler befinden. Ihr Bus gerät ins Schleudern und kippt in der Nähe eines Einkaufszentrums um. Der andere Schulbus mit den kleineren Kindern, der hinter ihnen gefahren war, schafft es in das sichere Innere des Gebäudes. Danach rettet die Fahrerin dieses Busses die wenigen Überlebenden und bringt sie in Sicherheit.
    Die Kinder versammeln sich im Einkaufszentrum und werden von der einzigen Erwachsenen, der Busfahrerin, angewiesen, sich darin zu verbarrikadieren und zu warten, während sie Hilfe holen geht.
    Den tödlichen Hagelkörnern folgt ein Erdbeben der Stärke 8,2, dennoch bleibt das Einkaufszentrum intakt. Aus den Nachrichten erfahren die Kids, dass man die Kontrolle über eine Chemiefabrik verloren hat, die sich in unmittelbarer Nähe der Stadt befindet. Eine chemisch angereicherte Wolke thront über ihnen. Jede Berührung mit der giftigen Luft führt zu unterschiedlichen Symptomen. Ein halbes Jahr lang wird das Einatmen dieser Luft zur tödlichen Bedrohung für jeden Menschen. Niemand kann gefahrlos nach draußen gehen.
    Was ich ganz besonders gut finde, ist die Art und Weise wie die Menschen auf diese chemische Bedrohung reagieren. Es ist von den Blutgruppen abhängig, ich kann mich jetzt nicht genau erinnern, welche Blutgrupp für welche Symptome sorgt. Menschen mit einer Blutgruppe verallen in tosender Raserei und wollen alles töten was ihnen vor den Augen kommt. Dean, Astrid und einige der kleineren Kinder gehören dazu. Menschen der anderen Blutgruppe bekommen blutige Blässchen und sterben an Organversagen, sollten sie die giftige Luft zu lange einatmen. Die andere Gruppe leidet an Halluzinationen. Die letzte Blutgruppe ist die einzige, die gefahrlos nach draußen gehen könnte, doch ihre Schäden sind schwerwiegender, denn sie werden impotent, oder unfruchtbar.
    Genau diese Mischung machte aus diesem Buch etwas besonderes. Die Kids sind in dem Einkaufszentrum gefangen und dennoch ermöglicht dieses ihnen ein sicheres Überleben, denn sie haben alles was sie dazu brauchen direkt vor Ort.
    Und genau hier nimmt die Geschichte ihren Lauf.
    Man muss immerzu bedenken, dass es sich um Kinder handelt. Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, aber ich glaube, die meisten von den Größeren sind so 16, 17 Jahre alt. Dennoch sind sie verantwortlich für die kleineren Kinder.
    Machtkämpfe und die alltäglichen Probleme an der Schule sind in diesem Gebäude ebenso an der Tagesordnung. Es gibt die Rowdies, die die Schwächeren traktieren, dann wieder gibt es diejenigen, die über sich hinauswachsen, um die Schwächeren zu beschützen.
    Als ganz großes Problem werden die Menschen dargestellt, die sich außerhalb des Einkaufszentrums befinden und jede Möglichkeit suchen, ins Innere zu dringen.

    Charaktere:

    Die Charaktere dieses Buches sind vollkommen unterschiedlich. Dean als der ruhige Typ, erzählt die Geschichte aus seiner Sicht. Er schreibt lieber mit einem Stift auf Papier, als die modernen Tablets zu benutzen. Außerdem ist er schon seit Langem in die junge Astrid verliebt. Sein Bruder Alex ist ein Technikfreak. Sein Wissen und sein Können gereicht der Gruppe oftmals zum Vorteil.

    Ganz besonders interessant fand ich Niko. Der Junge rettete Dean das Leben und weist ansonsten alle Charaktereigenschaften auf, die ein guter Anführer haben muss. Seine Ausbildung als Pfadfinder ist in einem Notall wie diesem ganz besonders nützlich. Er sorgt sich um die Kleinen und ist bereit alles von sich zu geben um sie zu beschützen.

    Der anfängliche Anführer Jake, Schulschönling, Quaterback und Astrids Freund, weist diese Merkmale ebenfalls auf, doch wenn es hart auf hart kommt, zieht er sich zurück und überlässt die anderen sich selbst. Durch willentlich eingenommene Tabletten versinkt er sehr oft im drogenähnlichen Zustand und scheint die Augen vor der Wirklichkeit verschließen zu wollen.

    Ebenfalls sehr interessant fand ich die junge Josie. Weil sie hautnah erleben musste, wie ihre Freundin von den großen Hagelkörnern erschlagen wurde, bleibt sie sehr lange in einem schockähnlichen Zustand, doch als die Situation zu eskalieren droht, erwacht sie wieder und übernimmt die Verantwortung über die Kleinen. Trotz ihrer sechzehn Jahre ist sie die Mutter der Gruppe.

    Die Kleinen sind, wie kleine Kinder sein sollten. Sie weinen und rufen oft nach ihrer Mutter. Dennoch fand ich auch bei ihnen sehr viele besondere Charakterzüge. Den allwissenden Bengel oder die rotzfreche Göre.

    Was ich damit ausdrücken will, jeder Charakter dieser Geschichte ist glaubhaft und wird, nach seinen Vor- und Nachzügen, dargestellt.

    Fazit:

    Monument 14 ist ein ganz besonderes Buch. Obwohl die Geschichte lediglich in einem Einkaufszentrum spielt, ist sie nie langweilig. Dafür sorgen die unterschiedlichen Charaktere und die äußerlichen Begebenheiten. Die Kinder haben es nicht nur mit einer Naturkatastrophe zu tun, zudem werden sie von einer chemischen Wolke bedroht. Diese Umstände verwandeln jeden einzigen Menschen außerhalb des Einkaufszentrums in einen bedrohlichen Feind. Sie können niemandem trauen, nur einander.
    Erst am Ende des Buches erfuhr ich, dass es noch einen weiteren Teil gab. Trilogien und Reihen scheinen derzeit in Mode zu seinen, bei diesem Buch hier bereue ich es nicht, denn es besitzt ein spannendes Ende, das den Leser gespannt auf den zweiten Band warten lässt.

    Aufgrund des Lesevergnügens vergebe ich für Monument 14 begeisterte 5/5

    Außerdem möchte ich mich ganz herzlich bei dem Verlag für das gelieferte Rezensionsexemplar bedanken.

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    Cover des Buches Mit zwanzig hat man kein Kleid für eine Beerdigung (ISBN: 9783423249997)

    Bewertung zu "Mit zwanzig hat man kein Kleid für eine Beerdigung" von Valentina D'Urbano

    Mit zwanzig hat man kein Kleid für eine Beerdigung
    Maran-Wortsaatvor 7 Jahren
    Dieses Buch geht unter die Haut


    Inhalt:

    La Fortezza, das Leben in diesem Viertel formt dich wie Wachs. Entweder gehst du gestärkt daraus hervor, oder du gehst unter.
    Die junge Bea und ihr Freund Alfredo wachsen in La Fortezza auf. Obwohl ihrer beider Leben von Armut gekennzeichnet ist, so verlaufen ihre Lebenswege vollkommen anders. Bea besitzt eine liebevolle Familie, während Alfredo tagtäglich von seinem alkoholabhängigen Vater verprügelt wird. Dennoch verbindet diese beiden Kinder eine Freundschaft, die über jede Prüfungen hinauswächst, die ihnen das Leben in diesem harten Viertel abverlangt.

    Cover:

    Das Cover an sich verrät einiges über den Inhalt der Geschichte. Es ist düster, wirkt verregnet und ist noch dazu in Schwarzweiß gehalten. Das schwarze Kleid und die barfüßigen Beine interpretierte ich als Zeichen der Armut und der Trauer, noch dazu der verlorene Gesichtsausdruck der Frau. Alles wirkt passend für diese Geschichte. Dennoch muss ich sagen, auch wenn mir das Cover gut gefällt, geködert hat mich der Titel des Buches. Er ist unüblich lang und ein richtiger Eyecatcher.

    Charaktere:

    Die Charaktere, die die Autorin erschaffen hat, sind unbeschreiblich gut gelungen. Jedes Wort wirkt real, jede Tat glaubhaft, die Beziehung untereinander entsprechen den Umständen. Selten gingen mir Protagonisten so stark unter die Haut wie in diesem Buch.

    Beatrice, auch Bea genannt, ist der Hauptcharakter des Buches. Geformt von dem harten Leben in diesem Viertel, ist sie ebenfalls hart geworden. Sie ist egoistisch, gibt nichts leichtfertig her und besitzt dennoch eine Stärke, die sie denjenigen zuteil kommen lässt, die sie liebt. Ich empfand sie als große Stütze Alfredos, aber in vielen Situationen auch als jemanden, der viel mehr fordert, als er gibt.

    Alfredo ist der mittelälteste Sohn des Säufers, der im Wohnblock über Beas Familie wohnt. Als er mit sieben Jahren fast von seinem Vater totgeprügelt wurde, nimmt Beas Mutter sich seiner an. Alfredo wird zum Teil ihrer Familie, er schläft manchmal nächtelang mit Bea und ihrem kleinen Bruder Franceso in einem Bett. Diese Nähe schweißt sie zusammen, durch Liebe, aber auch durch Zorn. Alfredo empfand ich in der Geschichte als den schwächeren Part. Während Bea diejenige ist, die hasst, ist er jemand, der liebt. Noch nicht einmal als er in der Lage ist sich zu wehren, tut er seinem grausamen Vater etwas an.
    Die Situation der beiden wird immer verworrener je älter sie werden und die Beziehung sich zwischen ihnen verändert. Aber während Bea den Prüfungen des Lebens standhält, droht Alfredo unter ihnen zu zerbrechen.


    La Fortezza:

    Wow! Das Viertel, in dem die Geschichte spielt, ist mit solch einer brutalen Klarheit gekennzeichnet, dass man es förmlich vor Augen hat. Für Menschen, die ein solches Leben nicht kennen, mag es wie eine ausgedachte Geschichte erscheinen und doch verspürt man ein sachtes Ziehen in der Magengegend, eine stumme Mahnung, dass solche Viertel nicht der Phantasie angehören. Denn das Leben schreibt Geschichte!

    Meinung:

    Ich hatte die Geschichte binnen zweier Tage durch, hätte ich nicht ein Kleinkind zuhause, ich hätte das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Zu Beginn war ich skeptisch. Die Inhaltsangabe verrät einiges, der Leser weiß also sofort, dass es für Alfredo und Bea nicht gut ausgehen wird, denn das Buch nimmt seinen Anfang mit Alfredos Beerdigung. Natürlich fragte ich mich da, ob die Geschichte mich dennoch fesseln konnte. Und ja, das ist diesem Buch durchaus gelungen. Ich war so gefangen  in der Welt von Bea, in ihrer Erinnerung über ihre Kindheit mit Alfredo, dass ich die meiste Zeit vergass, was am Ende geschehen würde.
    Ich würde gerne den Begriff bittersüß verwenden um die Beziehung der Beiden zu beschreiben, tatsache jedoch ist, dass kaum etwas in La Fortezza süß ist. Die Autorin verwendet eine Art dies zu umschreiben, ich kenne den genauen Wortlaut nicht mehr, aber aus meiner Erinnerung heraus, klingt es ist in etwa so:
    "Die Menschen in La Fortezza werden schnell erwachsen, bekommen schnell Kinder, denen sie das gleiche hoffnungslose Leben hinterlassen und sie sterben schnell."
    Wenn man bisher keine Ahnung von diesem Leben hatte, so ist man dadurch schlauer. Man bekommt Einsicht in dem Wirken der Kinder. Die Treffen an bestimmten Orten des Viertels, die ungewollte Schwangerschaft, die von einer Engelsmacherin beendet wird. Das Kiffen in den Hinterhöfen und noch Schlimmeres. Menschen, die verhaftet werden, oder Menschen, die unter diesem Leben zerbrechen.
    Nicht selten fand ich mich mit einem dicken Kloss in der Kehle wieder oder spürte Tränen, die mir in die Augen drangen. Ich litt mit den beiden förmlich mit, wissend, wie schnell man auf das Ende zuraste. Und wissend, was das für eine Ende sein würde.
    Irgendwie hoffte man doch, man hoffte man hätte mehr Zeit. Man hoffte, alles würde sich zum Guten ändern, nicht was den Tod betrifft. Alfredo stirbt, das ist gewiss, aber an der Art, wie das Buch zu ende geht.

    Kritik:

    Ich muss sagen, zu diesem Buch habe ich so gut wie keine Kritik. Vielleicht lediglich eine kleine Anmerkung. Die ganze Zeit über erwartete ich, dass zwischen den beiden mal etwas passieren würde. Sie lieben sich, sie sind eifersüchtig und man merkt als Leser, dass sie nicht ohneeinander können. Allerdings wurde in dem ganzen Buch nicht ein einziges Mal geschrieben, dass sie miteinander schliefen. Bei einem Drama erwarte ich nicht unbedingt ellenlange Sexszenen, aber wenn man am Ende erfährt, dass es dennoch Liebesszenen gegeben haben musste, dann hätte ich mir als Leser gewünscht, etwas davon zu erfahren. Sogar wenn es nur eine winzig kleine Umschreibung gewesen wäre. Dies am Ende wie aus heiterem Himmel zu erfahren, hat mir nicht so ganz gefallen.

    Fazit:

    "Mit zwanzig hat man kein Kleid für eine Beerdigung" ist Drama pur. Dem Leser sollte klar sein, dass er sich auf eine Geschichte einlässt, die tief unter die Haut geht. Tränen und eine enge Kehle gehören zu diesem Buch mit dazu und dennoch bleibt man am Ende staunend zurück, denn trotz der großen Traurigkeit kann man nicht anders, als zu erkennen, wie ergreifend diese Geschichte geschrieben worden ist. Aus diesem Grund erhält dieses Buch von mir 5/5 und ein Wow!

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