Matildas_Bibliothek

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    Cover des Buches Silber - Das erste Buch der Träume (ISBN: 9783596196739)

    Bewertung zu "Silber - Das erste Buch der Träume" von Kerstin Gier

    Silber - Das erste Buch der Träume
    Matildas_Bibliothekvor 9 Monaten
    Ein Hin undher der Gefühle

    Dies war ein Buch, das ich lieben wollte, aber am Ende fühlte ich mich einfach schlecht dabei. Ich hasste dieses Buch nicht, aber es war definitiv nicht so toll, wie ich es mir erhofft hatte. Es gab Dinge, die mir an diesem Buch wirklich gefallen haben, aber es gab auch viele Dinge, die mich verärgert haben. Dieses Buch hat mir nur das Gefühl gegeben, dass ich mich im Konflikt befinde.

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    Cover des Buches Die Säulen der Erde (ISBN: 9783404178124)

    Bewertung zu "Die Säulen der Erde" von Ken Follett

    Die Säulen der Erde
    Matildas_Bibliothekvor einem Jahr
    Cover des Buches Die Nebel von Avalon (ISBN: 9783898971072)

    Bewertung zu "Die Nebel von Avalon" von Marion Zimmer Bradley

    Die Nebel von Avalon
    Matildas_Bibliothekvor einem Jahr
    Liebe, Eifersucht und ein bisschen Magie

    Ich habe die Nebel von Avalon vor vielen Jahren als Teenager gelesen und war damals total fasziniert. Bei einem Umzug fiel mir das Buch jetzt wieder in die Hände und ich war 15 Jahre später noch genauso begeistert von dem Roman wie damals. Marion Zimmer Bradley entführt uns an den Hof von König Arthus in das Britannien des Mittelalters. Die christliche Kirche befindet sich auf dem Siegeszug und verdrängt die alte Religion Britanniens. Die Priesterinnen von Avalon, die die Große Mutter und Göttin verehren, versuchen dieses Los abzuwenden und Arthus an die Religion des alten Volkes zu binden. Gleichzeitig ist es eine wundervolle Nacherzählung der Sage der Tafelrunde mit Liebe, Herzschmerz, Eifersucht und alles, was dazugehört, um einen an die Geschichte zu fesseln. Ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen. Vor allem aber wohl deshalb, weil mich die Schilderungen der Alten Religion und des Glaubens von Avalon fasziniert haben. Wer zwischen den Zeilen lesen kann, der findet neben einem aufregenden Roman auch ein wunderbar spirituelles Buch.

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    Cover des Buches Der Goldene Kompass (ISBN: 9783551583406)

    Bewertung zu "Der Goldene Kompass" von Philip Pullman

    Der Goldene Kompass
    Matildas_Bibliothekvor einem Jahr
    Für mich ein Meilenstein der Fantasy-Literatur

    Viel zu spät wurde ich auf diese fantastische Reihe aufmerksam, nämlich erst als ich zufällig beim Stöbern in der Buchhandlung auf den Prequelband "Über den wilden Fluss" gestoßen bin.
    Nach den ersten 50 Seiten aus eben Diesem hielt ich es jedoch für ratsam, zuerst mit der eigentlichen Trilogie zu beginnen und was soll ich sagen, ich war schon nach den ersten Kapiteln hellauf begeistert.

    "Der Goldene Kompass" öffnet dem Leser die Türen in eine nie dagewesene Fantasywelt, die vor Ideenreichtum nur so strotzt, da wäre zum Beispiel die Tatsache, dass jeder Mensch von einem Deamonen begleitet wird, der untrennbar mit ihm verbunden ist, da wären die Hexen des Nordens, die Panserbjorne - riesige Eisbärensöldner mit selbstgeschmiedeten Rüstungen...und natürlich der geheimnisvolle Staub, der eine noch ungeahnte Rolle spielen wird...und das ist wohlgemerkt nur der erste Band der Trilogie!
    Was hier wie munter zusammengewürfelte Dinge klingt, ergibt insgesamt ein stimmiges und zu keiner Zeit überdrehtes Gesamtbild.
    Es passt Alles gut in die von Pullman erdachte Welt.

    Die Hauptprotagonistin in der Geschichte ist die junge Lyra, die in einem College aufgewachsen ist und alsbald durch den namensgebenden goldenen Kompass in ein Abenteuer verstrickt wird, das seines gleichen sucht.
    Viel mehr möchte ich garnicht verraten, nur soviel, es lohnt sich dieses Abenteuer mit ihr zu erleben.
    Philip Pullmans Schreibstil ist einfach wunderbar, wodurch sich die Geschichte ohne Längen und allzu komplizierte Sätze gut und flüssig lesen lässt.
    Dabei entstand für mich jedoch zu keiner Zeit der Eindruck ich würde eine Kindergeschichte lesen, für die ich eigentlich zu alt bin, ich persönlich würde das Buch aufgrund der doch komplexen und teilweise ernsten (ab und an auch etwas brutalen) Handlung eher als Erwachsenenbuch einordnen.

    Alles in allem ist "Der goldene Kompass" mit seiner stimmigen, etwas anderen Welt, den tollen Protagonisten und Pullmans angenehmer Erzählweise für mich ein "must read" für jeden Fantasyfreund, gerade weil es auch mal unkonventionelle Wege geht.

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    Cover des Buches Träger des Feuers: Band I - Die Wiedergeburt (ISBN: B07KX528B6)

    Bewertung zu "Träger des Feuers: Band I - Die Wiedergeburt" von Harry N. Bockman

    Träger des Feuers: Band I - Die Wiedergeburt
    Matildas_Bibliothekvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein Buch wie für die Zielgruppe gemacht. Unblutig, mitreißend, abenteuerlich, rätselhaft und humorvoll zugleich. Ein echter Tipp!
    Ein tolles Debüt!

    Fin, der Hauptdarsteller des Buches, ist kein gewöhnlicher Junge, aber als Heranwachsender, der bald für sich selbst sorgen muss, ist er mit denselben Fragen und Problemen beschäftigt wie andere Jungen in seinem Alter auch. Welchen Beruf soll ich erlernen? Wo werde ich leben?

    Diese Entscheidung muss Fin jedoch gar nicht treffen, denn alles in seinem Leben gerät aus den Fugen. Seltsame Ereignisse geschehen in seinem Dorf, die ihn schließlich dazu zwingen, seine Heimat, Familie und Freunde zu verlassen.

    Stück für Stück setzen sich die einzelnen Ereignisse der Geschichte wie Puzzlestücke zusammen sowohl für den Leser als auch für Fin. Werden einige Fragen aufgelöst, tauchen bereits neue Rätsel auf. Der Autor schafft es so, stets den Spannungsbogen zu halten. Es bleibt einem nichts anderes übrig, man MUSS einfach weiterlesen.

    Dabei ist Fin auf seinem Weg nicht allein. Immer wieder retten ihn Menschen und der wundervolle Zuxu, mein absoluter Favorit in dieser Geschichte, aus gefährlichen Situationen und geben Fin Mut weiterzugehen. Die einzelnen Figuren des Buches sind sehr liebevoll beschrieben, auch wenn sie nur kurz auftauchen. Das lässt hoffen, das freche Affen oder emanzipierte Erzmädchen, die beim Lesen ein Schmunzeln auf das Gesicht zaubern, auch im nächsten Band wieder auftauchen. Die verschiedenen Orte der Reise sind sehr detailreich und phantasievoll ausgearbeitet.

    Zu einem spannenden Buch gehören natürlich irgendwie ein paar ordentliche Kämpfe oder Schlachten. Der Autor erzählt diese Teile jedoch ohne seitenlanges Gemetzel oder übertriebene bluttriefende Details. Manchmal reicht es eben, nur die Geräusche eines fernen Kampfes zu erwähnen, um das "Kopfkino" beim Leser in Gang zu setzen.

    Die Reise, auf die wir Fin begleiten, ist auch die Reise seines Erwachsenwerdens, voller schöner und abenteuerlicher Momente. Eine Geschichte von Verliebtsein, Verzweiflung, Hoffnung, Mut und Stärke – für Erwachsene und Jugendliche.

    Lieber Autor: Ich freue mich auf Band 2, weil ich wissen will, wie die Geschichte mit Fin und den Göttern weitergeht. Frei nach dem Film mit Jack Nicholson und Morgan Freeman "Das Beste kommt zum Schluss".

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    Cover des Buches Die Novizin (ISBN: 9783442243952)

    Bewertung zu "Die Novizin" von Trudi Canavan

    Die Novizin
    Matildas_Bibliothekvor einem Jahr
    Sehr gut!

    Obwohl auch im zweiten Buch der Magiertrilogie "die Novizin" von Trudi Canavan einiges rund um Sonea passiert was einen in Atem hält, obwohl die Art und Anwendung von Magie, die hier beschrieben wird, wunderschön und gut vorstellbar ist, weist dieses Buch doch einige Längen auf.

    Sonea ist nun also Novizin in der Gilde und wohnt bei ihrem Mentor Rothen. Alles könnte schön und entspannt sein, währe da nicht Regin, ein Mitnovize, der alle anderen Jahrgangsschüler um sich schart und Sonea das Leben schwer macht, wo er nur kann.

    Hier verstehe ich die allgemeine Lethargie aller anderen Magier nicht. Anfangs wird das vielleicht belächelt und nicht geglaubt, doch spätestens nach einem magischen Angriff Regins und seiner Bande sollte allen klar sein, das hier oberstes Mobbing statt findet.
    Weder Rothen (ja war das nicht anfangs der Grund, warum er ihr Mentor werden wollte?) noch Lorlen (als Administrator sollte er jawohl Regins Mentor gut zurecht weisen können, oder?) sehen sich imstande, IRGENDETWAS zu tun, was ihre Situation verbessert.

    Akkarin findet heraus, das Sonea, Rothen und Lorlen um sein Geheimnis wissen und nimmt Sonea als Geisel. Offiziell wird er ihr Mentor.

    Als Regin heraus findet, das sie Angst vor Akkarin hat, quält er sie noch schlimmer und hat diesmal viele Schüler auf seiner Seite, da alle eifersüchtig auf ihre neue Stellung sind.

    In diesem Buch sind viele Seiten von Hoffnungslosigkeit.
    Durch Regin und keiner kann etwas ändern und nochmehr durch Akkarin und keiner kann etwas ändern. Das, so glaube ich, macht diese manchmal gefühlten Längen.

    Mein persönlicher Held wird eingeführt, es ist Dorrien, Rothens Sohn. Er lebt als Heiler weiter weg in einem Dorf.
    Zweimal kommt er zu Besuch.
    Beim ersten Mal kommen er und Sonea sich näher und er zeigt ihr, wie sie sich gegen Regin zur wehr setzen kann.
    Beim zweiten Mal muss Sonea ihn auf Abstand halten, weil sie da schon Akkarins Geisel ist und er nichts merken soll. Dennoch hilft er ihr wieder, was zu einem super Feuerwerk Ende des Buches führt.

    Sie fordert Regin zum Zweikampf. Dieser Kampf, die beschriebene Magie, haben es in sich.

    Als zweiten Handlungsstrang gibt es Dannyl, der Botschafter von Elyne geworden ist und im verschwiegenem Akkarins Reise nachvollzieht, nach hoher Magie sucht. Lorlen hofft so, Hinweise zu finden, wie Akkarin zu besiegen ist.

    Fazit:
    Dieses Buch ist nicht ganz so toll wie die Rebellin, durch die gefühlten Längen. Als wiedergutmachung gibts dafür richtig viel und tolle Magie

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    Cover des Buches Der Name des Windes (ISBN: 9783608938159)

    Bewertung zu "Der Name des Windes" von Patrick Rothfuss

    Der Name des Windes
    Matildas_Bibliothekvor einem Jahr
    Ein Muss für jeden Fantasy-fan!

    Wer nach einem Buch sucht, das einen wieder richtig in den Bann zieht und das einfach nicht aus der Hand legen kann ist hier genau richtig!
    Meiner Meinung nach handelt es sich bei der Königsmörder-Chronik ( und damit beziehe ich mich auf alle momentan erschienen Teile!) um eines DER Topbuchreihen der letzen Jahre!

    Über die Story möchte ich hier an der Stelle keine weiteren Erklärungen mehr abliefern. Das haben andere vor mir schon sehr ausführlich und ansprechend getan.
    Wer meint, es hier mit einem typischen Fantasyroman zu tun zu haben irrt sich gewaltig.
    "Zauberei" wird hier beispielsweise in einer ganz neuen Art und Weise aufgegriffen und erklärt (so dass alleine das Wort Zauberei auch nicht dazu passt :D).
    Es bleibt mir nur zu sagen, dass einen der Hauptcharater Kvpothe in den Bann ziehen wird.
    Man kann zusammen mit Ihm in eine vollkommen neue Welt abtauchen.
    Hierbei ist besonders interessant, dass sich der Hauptprotagonist auch mal mit wirklich menschlichen Problemen herumschlagen muss. Sei es Geldmangel oder die reine Problematik, einfach nicht mehr weiter zu wissen.
    Mit Kvothe hat Patrick Rothfuss einen Charakter geschaffen, den man einerseits schnell liebgewinnt und versteht und aus dem man doch andererseits manchmal einfach nicht schlau wird.
    Wie ein bester Freund begleitet man Ihn und steht ihm sowohl in Guten auch als in Schlechten Tagen beiseite.
    Der Rotschopf ist eindeutig mit einem hohen Maß an Intelligenz gesegnet und begeht doch immer wieder Fehler, sei es nun aus reiner Unwissenheit oder aus purer Selbstüberschätzung.
    Obwohl man ihn manchmal am liebsten einfach mal einen Lehrreichen Schlag auf dem Hinterkopf verpassen möchte entfremdet er sich doch nicht von einem.
    Als ich bei dem aktuell letzen Teil angekommen war hatte ich richtig das Gefühl, mich von einem lieb gewonnenen Freund verabschieden zu müssen als ich das Buch beiseite legte.
    Auch sein Umfeld ist nicht einfach schwarz oder weiß. Es gibt immer wieder düstere Abschnitte, aber ebenso Momente von strahlender Helligkeit.
    Zu Rohtfusses Erzählstil braucht man an dieser Stelle wohl ebenfalls nichts mehr hinzuzufügen. Dieses Talent wurde schon des Öfteren gelobt und wird diesem Lob auch mehr als gerecht!
    Ich habe selten eine so fesselnde Gesichte mit solch realistischen Protagonisten kennen gelernt!

    Zum Abschluss bleibt nur noch zu sagen : Wer nicht in diese wunderbare Story eintauchen möchte ist selbst Schuld und ist im Leben um ein eindeutig lesenswertes Meisterwerk ärmer!

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    Cover des Buches Die Stadt der Träumenden Bücher (ISBN: 9783492246880)

    Bewertung zu "Die Stadt der Träumenden Bücher" von Walter Moers

    Die Stadt der Träumenden Bücher
    Matildas_Bibliothekvor einem Jahr
    Ein wahrer literarischer Leckerbissen

    Der Autor und Protagonist der Geschichte reist mit einem geheimnisvollen Manuskript in die Stadt der Bücher, wo sich alles – wirklich alles – um diese Schriftgüter dreht: Architektur, Kunst, Ernährung, Hobbies – es erscheint verrückt, wer NICHT auf irgendeine Art und Weise sein Brot mit dem Begutachten, Verfassen, Verlegen, Drucken, Handeln, Experimentieren von Büchern verdient. Um hinter das Geheimnis seines Manuskriptes zu gelangen, gerät Mythenmetz immer tiefer in die Geschichte der Stadt hinein und landet schließlich in den Katakomben: dem Labyrinth der Träumenden Bücher. Wer denkt, Bücher können nicht gefährlich sein, irrt. Auf jede nur denkbare Art greifen sie Mythenmetz an. Knapp entrinnt der Dichter mehrmals dem Tode, bis er schließlich Freundschaft mit den Buchlingen schließt, die unterirdisch in einer Grotte leben und sich vom Lesen ernähren. So erweitert der Dichter seinen Kenntnisstand dank diesen wandelnden Literaturlexika, die jeden von ihnen verinnerlichten Autor auch in ihrem Charakter nachahmen. Natürlich währt die angenehme Gesellschaft der Buchlinge nicht lange, denn mordlustige Bücherjäger überfallen die Grotte. Mythenmetz flieht. Schließlich gelangt er an sein Ziel: er findet den Verfasser des Manuskripts. Doch entrinnt er mehrmals dem Tode, bevor er mit geballtem Wissen diesen Roman daheim in seinem sicheren Haus verfassen kann.

    Aufgrund der leicht zugänglichen, einfachen Sprache liest sich der Text flüssig, ohne banal zu werden. Der Autor glänzt nicht nur mit seiner Phantasie und einer in sich geschlossenen Handlung, die an Spannung nichts einbüßt, sondern lässt viel Platz zum Rätseln. Uns bekannte Künstler werden verschlüsselt in die Handlung integriert und kritische Bemerkungen lassen erkennen, wie realitätsnah der Roman eigentlich platziert ist. Sowohl Ratschläge für einen guten Roman, Kritik am kommerziellen Buchmarkt, als auch moralische Aphorismen fehlen nicht. Hat man die Rätsel schließlich entschlüsselt, lassen sich persönliche Vorlieben des Autors erahnen, wobei sich stets viel Spielraum zum Interpretieren findet. Summa summarum: Eine schönere Huldigung kann das „Lesen“ schlichtweg nicht erhalten.

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    Cover des Buches Krabat (ISBN: 9783522202275)

    Bewertung zu "Krabat" von Otfried Preußler

    Krabat
    Matildas_Bibliothekvor einem Jahr
    Ein deutscher Klassiker zum Eintauchen

    Zuerst einmal: Wie ungemein erfrischend es doch ist, einen Text mit kleinen regionalen Eigenheiten in der Sprache zu lesen! Statt des ewigen Einheitshochdeutschs findet man in Krabat eine Umgangssprache (regional und eventuell auch historisch eingefärbt?), die perfekt getroffen ist: Hier und da eigene Wörter und abgewandelte Wortbedeutungen, ohne jedoch das Lesen für den Unkundigen zu erschweren. Krabat und die meisten anderen Figuren sprechen Wendisch (Sorbisch), aus dem auf den Buchseiten das oben geschilderte Deutsch wird.

    Ein Weiteres, dass mir überaus positiv aufgefallen ist, ist die elegante Einbindung des Geschehens in den historischen Rahmen durch zufällige Begegnungen mit zB Armeerekrutierern für die sächsische Armee im Krieg gegen die Schweden, und den Ausflug des Meisters an den Hof des Kurfürsten, und schließlich seine Erzählung von Krieg gegen die Türken. Durch diese kleinen, den Erzählfluss in keinster Weise behindernden Episoden wird der Welt, in der Krabat lebt, eine Art lebendige Tapete als Hintergrund gegeben, auf der die Haupthandlung stimmig eingebettet ist: als ein Teil einer großen, atmenden Welt. Man vergleiche hierzu die weiße Fläche, auf der Tintenherz spielt - außerhalb der Geschichte gibt es dort gar nichts, was bei mir zu einer sehr sterilen Atmosphäre und Vorstellungswelt geführt hat.

    Darüber hinaus für gelungen halte ich die Anspielungen auf die Geheimnisse hinter der Geschichte, die zum Ende teilweise aufgeklärt werden. Aber nicht alles wird enthüllt - was nun jeden Neumond dort im toten Mahlgang gemahlen wird, es wird nicht aufgelöst. Auch nicht, was die Intentionen des Meisters beim Kurfürsten waren. Von diesem sehr guten Umgang mit Wissen, und wieviel davon dem Leser vorenthalten, enthüllt, und angedeutet wird, kann sich so mancher Autor etwas abkucken. Auch mit der Zauberei wird vortrefflich umgegangen. Es gibt keinen simplen Zauber, der Menschen tot umfallen lässt wie bei Harry Potter, und es gibt auch keine Feuerbälle und Explosionen. Die Zauberei in Krabat ist eher subtil, es sei denn, der Meister lässt es krachen.

    Krabat ist gut und zielstrebig geschrieben oder gut lektoriert, oder beides. Es finden sich keine Handlungsstränge, die von der Haupthandlung allzuweit und unnötig verzweigen, und jede Episode hat eine fassbare Bedeutung für das Gesamtbild. Bei sehr vielen Anekdoten und kleineren Geschehnissen bemerkt man eine Relevanz für die Haupthandlung. Der Aufbau von Vertrauen und Abneigung zwischen Krabat und den anderen Gesellen, die (wenn auch oft im Dunkel gelassenen) Aktivitäten des Meisters, alles führt mit viel Zug zum Ende der Geschichte - Preußler hat einen starken Zug zum Tor, würde man im Fußball sagen.

    Wie wir auch gleich beim Ende wären - ein anderer Rezensent sagte, das Ende käme ihm sehr kkurz und hingeklatscht vor. Als sich mir beim Lesen das Ende näherte, war auch ich erstaunt, dass nur noch so wenige Seiten übrig waren, die große Konfrontation dennoch ausstand. Und dennoch: Das Ende ist vorzüglich geschrieben. Kein großer Kampf, nach dessen Ende beim Ausröcheln der letzten Worte des Bösewichts alles in Flammen aufgeht und die Guten sich gerade noch retten können. Sondern: auf eine unaufdringliche, unpathetische Weise gewinnt das Gute die Überhand über die Tricks des Bösen, und ohne langes Zutun, ohne langes schmalziges Gerede, mit einem einzigen Satz aus dem Mund des Mädchens, das Krabats (und ihr eigenes) Leben rettet, endet die Geschichte, während der Meister seine unausweichliche Strafe auf den ungeschriebenen, ungedruckten Seiten trifft.

    Alles in allem: ein angenehm zielstrebiges, gut geschriebenes und unterhaltsames Buch, von dem ich froh bin, es gelesen zu haben.

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    Cover des Buches Sternenschimmer (ISBN: 9783522502788)

    Bewertung zu "Sternenschimmer" von Kim Winter

    Sternenschimmer
    Matildas_Bibliothekvor einem Jahr

    Über mich

    • weiblich
    • 14.10.1999

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    Historische Romane, Fantasy, Jugendbücher

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