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Mattder

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches LaPax9783943362480

    Bewertung zu "LaPax" von Linda Kieser

    LaPax
    Mattdervor 4 Stunden
    Kurzmeinung: Utopie statt Dystopie
    Ein Meisterwerk

    Das System ist nicht dafür da, dass man sich mag. Es ist nur dafür da, persönliche Bedürfnisse einzelner Personen zu befriedigen. Wer einsam ist, der spielt in seiner Wohnung oder in seinem Zimmer einfach ein Spiel und merkt dann gar nicht mehr, dass er einsam ist...“

    Wir befinden uns in der nahen Zukunft. Ray lebt mit ihrer Großmutter, der Mutter und den beiden Brüdern Seven und Mini in einem alten Haus. Sie sind Außenseiter der Gesellschaft, die sich das System nennt, denn die drei Kinder wurden noch auf natürlichen Weg geboren. Normalerweise werden Kinder durch künstliche Fortpflanzung geboren und leben in Kinderhäusern.
    Die Großmutter hat noch Erinnerungen an andere Zeiten. Außerdem vermittelt sie ihren Enkeln Fähigkeiten, die im System nicht mehr gefragt sind. Lesen muss keiner mehr können. Bilder dienen der Verständigung.
    Synthetisches Essen und Trinken werden vom System zugeteilt. Arbeit ist Pflicht. Es wird überwacht, dass jeder die geforderte Leistung vollbringt. Die Medizin allerdings ist auf höchsten Stand. In der Freizeit stehen vielfältige Computerspiele zur Verfügung.
    Als ein Kostümfest angesetzt wird, sieht die Großmutter die Chance, die Kinder in eine geheimnisvolle Stadt zu schicken. Dort hat das System keinen Zugriff. Ein Landstreicher hatte ihr davon erzählt. Sie gibt ihnen die Hoffnung mit auf den Weg, zusammenbleiben und in Freiheit leben zu können. Sie kann sie nicht begleiten, weil sie todkrank ist.
    In dem Jugendbuch malt die Autorin anfangs eine düstere Zukunftsprognose. Die Geschichte ist spannend und lässt sich flott lesen.
    Der Schriftstil ist der Zielgruppe angemessen. Deutlich wird, wie allumfassend die Überwachung des Einzelnen ist. Empathie und Freundschaft sind Werte, die nicht gefragt sind. Dafür funktioniert die Manipulation hin zum Egoismus erstklassig.
    Die Flucht der Kinder ist nicht ungefährlich. Doch die Vorbereitung hat sie auf manche Eventualitäten vorbereitet. Spannend wird geschildert, wie sie ihren Weg finden und Schwierigkeiten überwinden. Ab und an wird deutlich, dass der Einfluss des Systems schon erste Spuren hinterlassen hat. Es gibt Momente, wo Ray und Seven ans Aufgeben denken. Mini ist der Jüngste. Er wächst über sich hinaus. Das zeigt sich daran, dass er Unbekannten gegenüber aufgeschlossen ist und seinen Geschwistern die Meinung sagt, wenn sie sich falsch verhalten haben.

    „...Oma ist genial. Sie weiß so viel, wovon du nur träumen kannst. […] Wir hätten nie gelernt, die Aussagen des Systems zu hinterfragen und selbstständig zu denken...“

    Gut wiedergegeben werden die verschiedenen und überraschenden Begegnungen, die sie auf ihren Weg haben. Je näher sie dem vermuteten Ziel kommen, desto schwieriger wird es. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sauberes Wasser im Gebiet des Systems Mangelware ist und dass die Kinder nie gelernt haben, welche natürliche Früchte essbar sind. Sie können nur hoffen, dass die künstliche Nahrung, die sie mit sich führen, so lange wie möglich reicht.
    Die Stadt ihrer Hoffnung ist ein absoluter Gegenentwurf zum System. Mehr möchte ich dazu nicht schreiben.
    Sehr schöne Schwarz-Weiß-Zeichnungen illustrieren die Geschichte.
    Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Ein Zitat, dessen Wahrheit Mini insbesondere erlebt hat, soll meine Rezension abschließen.

    „...Manchmal muss man im Leben das Liebste loslassen, um es auf neue Weise zurückzubekommen...“

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    Cover des Buches Von Huren, Bettlern und Glunterschratzen: Historischer Kriminalroman9798647901002

    Bewertung zu "Von Huren, Bettlern und Glunterschratzen: Historischer Kriminalroman" von Albrecht Sommerfeldt

    Von Huren, Bettlern und Glunterschratzen: Historischer Kriminalroman
    Mattdervor 5 Tagen
    Kurzmeinung: Spannend bis zum Ende
    ein muß für jeden Hamburger

    Klappentext:

    Hamburg 1617, Kirchspiel um St. Jakobi. Dunkle, enge Twieten, die vor Unrat starrten. Ortsfremde Bettler, die aus Angst vor Staupenschlag und Vertreibung nur verstohlen ihre Schüssel aus den Schatten zur Straße hielten. Strichkatzen, die mit gehobenen Röcken versuchten Freier für ein schnelles Geschäft in eine Gasse zu locken. Ärmliche Kammern voll von Hungerleidern und Habenichtsen. ›Glunterschratzen‹, also Hurenkinder, wurden sie im Rotwelsch, der Geheimsprache der Vagabunden und Diebe, abfällig genannt. Abseits der großen Handelshäuser bot das Stadtviertel der ärmlichen Handwerker, Gauner und Landarbeiter nur wenig vom sonstigen Glanz der aufblühenden Hansestadt. Doch dieser Pfuhl aus Dreck und krummen Geschäften war das vertraute Zuhause des knorrigen Veteranen und Tagelöhners Johann Gabelschlag. Eigentlich gingen seine Geschäfte gerade gut genug, dass er sich kaum Sorgen um den anstehenden Winter machte. Wäre da nicht diese beunruhigende Geschichte gewesen, die von Tag zu Tag längere und düstere Schatten warf. Denn wahrlich nicht jeder, den die schmutzigen Gassen verschluckten, wurde vermisst oder gar betrauert.

    Fazit:

    Der Hauptprotagonist Johann Gabelschlag war mir schon sehr früh sehr sympathisch, da er zwar ein harter Kerl seiner Zeit war, der dennoch über ein großes und gerechtes Herz verfügt. Aus Mitleid nimmt er das Strichmädchen Klara mit zu sich nach Hause, damit sie nicht in der Gosse schlafen muss. Als Klara plötzlich verschwindet, erwacht in Johann der Schnüffler Instinkt. Was ist mit Klara geschehen? Ich hatte recht früh einen Verdacht und wurde dann doch ziemlich überrascht. Doch halt, mehr verrate ich nicht, bitte lest das Buch selbst es lohnt sich.

    Johann nutzt alle seine Kontakte in dieser ärmlichen Welt, um das Verschwinden von Klara aufzuklären. Nach und nach kommt er unglaublichen Geschehnissen auf die Spur. Dies geht natürlich nur mit vielen Blessuren, doch Johann hat immer wieder Glück, denn der Allmächtige will ihn einfach nicht. Der Fall wird immer rätselhafter und ich versuchte, mir einen Reim zu machen. Bei der Aufklärung musste ich erst einmal schlucken, doch mir ist bewusst, dass es solche Vorkommnisse tatsächlich gab.

    Schon auf den ersten Seiten beginnt die Spannung und steigert sich bis zum Schluss, so dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Die gesamte Handlung wurde sehr gut beschrieben und ich hatte das Gefühl mit Johann durch diese dunklen, armen Gassen zu ziehen und sah sämtliche Charaktere regelrecht vor mir. Durch den ansprechenden Schreibstil des Autors hatte mein Kopfkino ordentlich zu tun, da es mir ständig die passenden Bilder lieferte. Mich hat das Buch komplett in seinen Bann gezogen. Toll gemacht.

    Die gute Recherche von Albrecht Sommerfeldt macht die Geschichte noch glaubwürdiger und ich bin begeistert vom Ergebnis. Mir lief öfter die Gänsehaut über den Rücken und ich habe mit den Betroffenen gelitten und mich mit Johann aufgeregt. Bin ich froh, nicht in dieser grausamen Zeit und in diesen Verhältnissen zu leben.

    Mit den eingeflochtenen Rotwelsch-Ausdrücken hatte ich anfangs meine Probleme, doch ich fand mich schnell zurecht, da die Worte im Anhang erklärt werden. Rotwelsch ist eine Gangster Sprache und wurde nur im Geheimen verwendet. In dieser Geschichte war sie nötig und verleiht ihr den passenden Charme.

    Ich könnte noch viel mehr schreiben, doch ich will euch die Spannung erhalten. Für mich war dieses Buch ein Highlight für das ich voller Überzeugung eine Leseempfehlung gebe. Ich warte jetzt voller Spannung auf weitere Werke von Albrecht Sommerfeldt.

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    Cover des Buches Dr. Rodolfo, Anwalt der Tiere, verklagt den Menschen9783961035014

    Bewertung zu "Dr. Rodolfo, Anwalt der Tiere, verklagt den Menschen" von Jürgen Zwilling

    Dr. Rodolfo, Anwalt der Tiere, verklagt den Menschen
    Mattdervor 12 Tagen
    Kurzmeinung: Ein wunderbarer Appell an die Menschheit umdenken zu
    Mensch gegen Tier

    Wieder ein Buch von Jürgen Zwilling, welches doch recht schockierend geschrieben ist. In diesem Buch macht er uns wieder ganz klar wie Tiere von den meisten Menschen bzw. auch untereinander behandelt werden. Gleich am Anfang startet er mit einer Katze welche , mal wieder wie so oft , als Geschenk unter dem Weihnachtsbaum liegt. Nur leider hat die Familie vergessen das sie ja in den Ferien fortfahren. Niemand da , für die Katze. Also wird sie ausgesetzt. Dort wird sie von ihresgleichen vergewaltigt. Aber zum Glück kommen alle doch noch in eine liebevolle Familie. Eindrucksvoll zeigt uns Jürgen Zwilling wie es in der Natur durch Mensch und Tier zu geht. Die Kapitel fangen immer gleich an. Die Tiere kommen in die kanzlei , schildern Dr. Rudolfo ihr Leid und er stellt Anzeige gegen die entsprechende Behörde.
    Viele Kapitel treiben auch ganz schön die Tränen in die Augen. Ich kann dieses Buch nur jeden empfehlen.
    Ich durfte das Buch innerhalb einer Leserunde mitlesen.

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    Cover des Buches Ich muss mit auf Klassenfahrt - meine Tochter kann sonst nicht schlafen!9783548377940

    Bewertung zu "Ich muss mit auf Klassenfahrt - meine Tochter kann sonst nicht schlafen!" von Lena Greiner

    Ich muss mit auf Klassenfahrt - meine Tochter kann sonst nicht schlafen!
    Mattdervor 15 Tagen
    Kurzmeinung: Recht unterhaltsame Anekdoten
    Ein Buch zum schmunzeln

    Klasse Buch, aber mehrmals richtig Lachen müssen, was es doch für Eltern gibt also nee einfach nur schön.

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    Cover des Buches Sieh nichts Böses9783548613192

    Bewertung zu "Sieh nichts Böses" von Inge Löhnig

    Sieh nichts Böses
    Mattdervor 21 Tagen
    Kurzmeinung: Ein wirklich empfehlenswertes Buch
    Sehr fesselnd

    Ich kann mich nur wiederholen. Auch dieseFall ist sehr spannend und - so denke ich - auch sehr realistisch. Krimis mit Kommissar Dühnfort zählen zu meinen Favoriten.
    Er ist trotz seines schweren Berufes Mensch geblieben. Daumen hoch für Inge Löhnig.

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    Cover des Buches Missing. New York9783945386750

    Bewertung zu "Missing. New York" von Don Winslow

    Missing. New York
    Mattdervor 22 Tagen
    Kurzmeinung: Richtig gut
    Gib niemals auf!

    Innerhalb kürzester Zeit verschwinden zwei kleine Mädchen auf spurlose Weise. Polizist Frank Decker schwört sich, nicht locker zu lassen, bis er die Mädchen gefunden hat - tot oder lebendig. Ein Wettlauf gegen die Zeit.
    Dafür ist der ehemalige Irak-Soldat bereit, auch seine bereits nicht mehr glückliche Ehe aufs Spiel zu setzen.

    Der Krimi ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend; der Krimi hat in Frank Decker einen Hauptcharakter, der sehr authentisch vom Autor entwickelt wurde.
    Kurzum: für Krimifans ein MUSS

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    Cover des Buches Die Terranauten9783446253865

    Bewertung zu "Die Terranauten" von T. C. Boyle

    Die Terranauten
    Mattdervor 24 Tagen
    Kurzmeinung: Interessanter Plot
    Ein intensiver Roman, der packend die hässlichen Seiten der menschlichen Natur zeigt

    wunderbar wortgewaltig, ein guter Spannungsbogen und das Lieblingsthema von Boyle: extreme Umwelt und die Auswirkungen auf die betroffenen Menschen. Ähnlich wie in "Freund der Erde" und in seinem letzten Roman " Wenn das Schlachten vorbei ist". Leider nicht mehr so witzig, sarkastisch und bösartig im besten Sinne wie in Boyles früheren Romanen, sei es Welville oder Rivenrock oder Dr. Sex.  Aber trotzdem sehr unterhaltsam!!

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    Cover des Buches Die drei Dimensionen der Freiheit9783641257460

    Bewertung zu "Die drei Dimensionen der Freiheit" von Billy Bragg

    Die drei Dimensionen der Freiheit
    Mattdervor einem Monat
    Kurzmeinung: Lob für dieses Büchlein
    Man kann es erstaunlich kurz machen!

    Man kann es erstaunlich kurz machen, wenn man sich wie Billy Bragg chronologisch an der Abfolge der politischen Ereignisse orientiert. Schlüssig, klar gegliedert und mit einer Perspektive!
    Bemerkenswert finde ich, wie unaufgeregt der Autor die Zusammenhänge benennt, wenn man bedenkt, das da das linke Herz eines emotionalen Künstlers schlägt - aber genau diese eher un-emotionale Klarheit braucht es für einen zielführenden Dialog. Als Lehrer würde ich das Buch sofort zum Bestandteil meines Unterrichts machen! Knackiger kann man nicht erklären, warum unsere westlichen Demokratien in so schlechtem Zustand sind!

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    Cover des Buches Die Königin der Schatten - Verflucht9783453319585

    Bewertung zu "Die Königin der Schatten - Verflucht" von Erika Johansen

    Die Königin der Schatten - Verflucht
    Mattdervor einem Monat
    Kurzmeinung: Gelungene Fortsetzung
    Super ! Auf jeden Fall zu empfehlen !

    Im Ganzen fand ich den ersten Teil viel spannender, richtig spannend fand ich es erst ab der Mitte der Geschichte

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    Cover des Buches Die Königin der Schatten9783453319417

    Bewertung zu "Die Königin der Schatten" von Erika Johansen

    Die Königin der Schatten
    Mattdervor einem Monat
    Kurzmeinung: Tolles Buch, nur der Weltentwurf hat der Krone einen Zacken rausgebrochen. Schade!
    Nicht perfekt, aber dennoch richtig gut

    Es hat etwas gedauert, aber nun habe auch ich mich von den überwiegend positiven Rezensionen zum Lesen von "Die Königin der Schatten" verleiten lassen - und jetzt bin ich süchtig. Die Auftakt hat es mir angetan (Band 2 liegt schon griffbereit), was dem atmosphärischen Erzählstil der Autorin, dem fantastischen mittelalterlich-anmutenden Setting, den komplexen, abwechslungsreichen Figuren und dem zugrundeliegenden Plot, der bisher noch alles offen lässt, zu verdanken ist. Kurzum: Das Gesamtpaket ist einfach gelungen. Anfangs hat mich die Story ein klitzekleines bisschen an Sophie Jordans "Königreich der Schatten" erinnert, von dem ich leider nicht besonders überzeugt war. Aber nach nur wenigen Seiten war klar, dass Erika Johansen einen ganz anderen Weg beschreitet - zum Glück!
    Ich finde, eine Geschichte steht und fällt (mal abgesehen vom Plot) mit ihren Figuren. Hier hat Johansen ein gutes Gespür bewiesen, denn sie liefert sehr vielschichtige und damit interessante Charaktere, allen voran Kelsea. Zunächst einmal war es erfrischend für mich, mal keine umwerfende Schönheit als Protagonistin zu haben, sondern eine optisch unscheinbare junge Frau. Dafür hat sie andere Qualitäten: Sie ist ein faszinierender Mix aus kindlich-jugendlicher Unerfahrenheit, Naivität und Übermut sowie majestätischer Erhabenheit und entsprechendem Durchsetzungsvermögen. Sie ist nicht gerade auf den Kopf, geschweige denn auf den Mund gefallen, hat Feuer und beweist Kampfesgeist und Rückgrat. Die Weitsicht fehlt ihr allerdings zuweilen, denn gleich ihre erste Aktion als (noch ungekrönte) Königin ist zwar unglaublich human und zeigt ihren einfühlsamen, gütigen Charakter, aber sie ist auch recht unbedacht, wie sie schon bald feststellen wird. Sie hat es zwar damit geschafft, das Volk für sich einzunehmen, aber die Konsequenzen, die ihr Handeln auf Dauer nach sich ziehen wird, sind von katastrophalem Ausmaß. Es wird sich zeigen, ob ihre Entscheidung so klug war und ob und wie sie sich und ihre Untertanen aus der Misere befreien kann. Für mich ist aber schon jetzt klar, dass sie das Potenzial zu einer wahren Herrscherin und echten Heldin hat.
    Auch von Mace, dem Anführer ihrer Eskorte, bin ich ein absoluter Fan, wenngleich es ein wenig länger gedauert hat, bis er mein Herz erweichen konnte. Er ist wortkarg, grummlig und nicht besonders humorvoll, aber scharfsinnig und wachsam und verteidigt Kelsea mit seinem Leben. Er ist wie der Vater, den sie nie hatte (und vielleicht ist er das ja auch - wer weiß?!). Auch die übrigen Soldaten, beispielsweise Kelseas Leibwache Pen, finde ich soweit vielversprechend.
    Neben Kelseas Perspektive gibt es noch die der Roten Königin, die ich - unnötig es zu sagen - nicht ausstehen kann, aber bei der es mich gleichzeitig interessiert, was es mit ihr auf sich hat, sowie des Torwächters Javel. Bei ihm bin ich besonders gespannt, welche Rolle er noch spielen wird. Die Rote Königin ist übrigens nicht die Einzige, die eine Bedrohung für Kelsea darstellt, denn sie hat sich schon jetzt ein paar widerliche, blutrünstige Feinde gemacht. Ich denke, sowohl die omnipräsente Lebensgefahr (bisweilen geht es ziemlich blutig zu) als auch die diversen Überraschungsmomente haben erheblich dazu beigetragen, dass ich voll und ganz auf den Roman fokussiert war. Ich muss allerdings zugeben, dass mir der Anfang weniger zugesagt hat, aber das Durchhalten hat sich wirklich gelohnt, weil es, nachdem einmal Bewegung in die Handlung gekommen ist, fast immer etwas für Kelsea zu tun gab. Wenn sie sich nicht gerade um Komplotte gegen sie sorgen muss, muss sie sich eine Strategie zurecht legen, um das wirtschaftlich zugrunde gerichtete Land wieder zum Erblühen zu bringen. In der Hinsicht gab es noch nicht allzu viel zu erfahren, aber die Grundsteine sind schon gelegt.
    Zum Schluss sei noch erwähnt: Es gibt keine Liebesgeschichte - zumindest noch nicht. Somit lenkt auch nichts vom Wesentlichen (der Besteigung des Throns und der Vernichtung der Roten Königin) ab. Ich gebe zwar gerne zu, dass ich es ganz gerne mag, wenn ein bisschen Romantik und Herzschmerz enthalten sind, aber sie sollten - gerade in solchen Geschichten - eine untergeordnete Rolle spielen. Die rührenden Loyalitätsbeweise ihrer Garde, speziell die von Mace, waren für mich hier vollkommen ausreichend. Wer braucht da schon Liebesbekundungen?!

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    • männlich
    • 02.12.1984

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