MikkaG

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    Cover des Buches Mein Rätseljahr 2021 (ISBN: 9783772449864)

    Bewertung zu "Mein Rätseljahr 2021" von frechverlag

    Mein Rätseljahr 2021
    MikkaGvor 19 Stunden
    Kurzmeinung: Genau der richtige Wochenplaner für mich als Rätselfan!
    Termine und Training für die grauen Zellen

    Wer mich kennt, weiß: ich liebe Rätsel aller Art! Ich kann stundenlang knobeln und rätseln… Außerdem bin ich jemand, die ohne ihre Planer komplett verloren wäre – ein Genie beherrscht das Chaos, na klar, aber nicht ohne meine Planer! Daher scheint dieser Planer hier wie auf mich zugeschnitten.


    Ob er meine Erwartungen erfüllt und wie der Planer aufgebaut ist, das möchte ich euch jetzt hier vorstellen.


    Erstmal: wie alltagstauglich ist der Planer? Damit meine ich: kann ich ihn in meine Handtasche stopfen oder auch mal aus Versehen auf den Boden fallen lassen, ohne dass er sich direkt abnutzt, knickt oder groß Schaden nimmt?


    Der Taschenkalender ist mit 14.6 x 19.5 cm klein genug für die Handtasche und auch sehr stabil. Es ist ein Hardcover, und die Deckel sind so dick und robust, dass man schon sehr viel Kraft aufwenden müsste, um sie zu knicken oder zu biegen.


    Unbeabsichtigt habe ich eben einen anderen Alltagstest durchgeführt: mein Tee ist übergeschwappt und ein paar Tropen sind auf den Planer gespritzt. Ich habe mir direkt meine Kamera geschnappt, ein Beweisfoto gemacht und danach den Tee abgewischt – und das hinterließ überhaupt keine Flecken oder Verfärbungen, dabei ist schwarzer Tee eigentlich sehr färbend.


    Wie ist der Planer aufgebaut?


    Der Wochenplaner fängt mit einer Doppelseite an, auf der man seine Jahresziele eintragen kann. Danach kommt eine Doppelseite mit der Jahresübersicht.


    Hier muss ich ein wenig Kritik äußern: die Felder sind so klein, dass ich auch mit einem recht dünnem Stift nur ein Schlagwort pro Tag eintragen kann. Vielleicht wäre es besser gewesen, der Jahresübersicht zwei Doppelseiten zu geben, von Januar bis Juni und von Juli bis Dezember, und damit die Größe der Felder zu verdoppeln? Aber ein Schlagwort reicht eigentlich auch, denn man kann dann ja mehr dazu in den Wochenübersichten schreiben.


    Wann kommen denn jetzt die Rätsel?


    Auf die Jahresübersicht folgt eine Doppelseite für Geburtstage, und dann kommen ein paar Seiten, auf denen die verschiedenen Rätselarten erklärt werden. Hier wird es interessant: es sind 15 verschiedene Rätseltypen (Worträtsel, Zahlenrätsel, Quizfragen etc.), so dass es genug Abwechslung gibt.


    Danach geht es dann los mit den Wochenübersichten. Jede Woche belegt eine Doppelseite: links die Wochenplanung, rechts drei Rätsel. Ganz am Ende des Planers gibt es dazu Lösungsseiten. Die Rätsel variieren von recht leicht bis zu richtig knobelig – perfekt.


    Wie praktikabel ist der Planer als Planer und nicht als Rätselbuch?


    Jede Wochenübersicht hat etwa eine DIN-A5-Seite Platz, ich würde sagen, man kann etwa drei Zeilen pro Tag unterbringen, vier bei kleinerer Schrift. Mir reicht das vollkommen aus! Notfalls kann man sicher noch ein paar Notizen zwischen die Rätsel auf der gegenüberliegenden Seite schreiben.


    Fazit


    Das ist genau der richtige Wochenplaner für mich als Rätselfan! Jede Woche belegt eine Doppelseite: links die Übersicht der Wochentage und rechts drei Rätsel verschiedenster Art. (Es gibt 15 verschiedene Rätseltypen.) Dazu kommt, dass der Planer als Hardcover mit stabilen Deckeln so ziemlich unkaputtbar ist, und ich habe unfreiwillig ausgetestet, dass man auch Tee aufs Cover kleckern und ohne Flecken abwischen kann…


    Die ganze Rezension auf meinem Blog:

    https://wordpress.mikkaliest.de/rezension-mein-raetseljahr-2021/

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    Cover des Buches Every Day For Future - das Bullet Journal (ISBN: 9783772444913)

    Bewertung zu "Every Day For Future - das Bullet Journal" von Josephine Jones

    Every Day For Future - das Bullet Journal
    MikkaGvor 2 Tagen
    Kurzmeinung: Perfekt, wenn man Bullet Journal ohne Vorkenntnisse nutzen möchte und sich für Nachhaltigkeit interessiert.
    Praktisch und mit vielen guten Anregungen

    Da ich a) noch einen neuen Planer brauchte, b) ein Fan von Bullet Journaling bin und c) mich bemühe, nachhaltiger zu leben, ist dieses Buch wie für mich gemacht! Der Planer ist übrigens undatiert (man trägt die Daten selber ein), so dass man jederzeit damit anfangen kann – für mich perfekt.⠀



    Noch ein Pluspunkt: der Planer ist sehr stabil. Die Deckel sind so dick, dass sie sich kein bisschen biegen oder knicken können, und halten sicher auch genug aus, um den Planer in der Handtasche zu transportieren. Außerdem finde ich den Stil von Illustratorin Josephine Schwan-Jones (kurz Josy Jones), die die Kalenderseiten und Illustrationen für dieses Bullet Journal gestaltet hat, optisch sehr ansprechend und dabei nahe dran am klassischen Bullet-Journal-Feeling.⠀



    Aber was ist Bullet Journaling überhaupt?⠀



    Erfinder Ryder Carroll sieht vor, dass man nur zwei Dinge dafür braucht: ein leeres Notizbuch und einen Stift. Man erstellt sich als Inhaltsverzeichnis eine schlichte Index-Seite ganz am Anfang, dann das sogenannte Future Log, in das man zukünftige Termine einträgt, und wahlweise Monats-, Wochen- und Tagesübersichten. Man hakt ab, was man erledigt hat oder verschiebt es auf einen anderen Termin, das ist alles ganz dynamisch und individuell.⠀



    In meiner aktuellen Monatsübersicht steht zum Beispiel: “☐ 29/10 Rezension Every Day for Future”. Anfang der Woche habe ich es in die Wochenübersicht übertragen und heute Morgen in die Tagesübersicht. Sollte ich es heute wider Erwartens nicht schaffen, werde ich das entsprechende Kästchen einfach nicht als erledigt abhaken, sondern mit einem Pfeil als verschoben markieren und zu einem anderen Termin in die Übersichten eintragen.⠀



    So schlicht das Prinzip ist, so genial ist es auch: es bietet genau das, was man braucht, nicht mehr und nicht weniger. Alles ist immer im Fluss.⠀



    “Every Day for Future” ist ein Bullet Journal ohne nötige Vorkenntnisse oder Mühe.⠀



    Es nimmt einem Arbeit ab, ohne das System weniger dynamisch zu machen: die typischen grundlegenden Bullet-Jounal-Seiten, wie die Index-Seite und die verschiedenen Übersichten, sind alle schon vorgegeben, in einem Stil, der charmant handgeschrieben und handgezeichnet aussieht. Man kann den Planer also direkt als Kalender benutzen, ohne das Geringste über Bullet Journaling zu wissen.⠀



    Aber es enthält auch genug leere Seiten (alle mit dezenten optischen Rahmen oder Illustrationen verschönt), dass man seine eigenen Übersichten, Informationen, Texte, Tracker, Grafiken etc. einbringen kann, wenn man das möchte.⠀



    Track your life:⠀



    Außerdem gibt es einige Seiten mit Vorlagen für sogenannte Tracker verschiedenster Art, die meist zum Thema Nachhaltigkeit passen. So kann ich damit zum Beispiel dokumentieren, wie oft ich selbst gekocht habe, statt mir unterwegs was zu kaufen oder kommen zu lassen und damit auch Müll zu verursachen, oder wie oft ich Wäsche am Ständer statt im Trockner trocknen lassen habe.⠀



    Oft gibt es dazu ergänzende Informationen und Tipps. Zum Beispiel folgt auf einen Tracker, mit dem man festhalten kann, wie oft man selbstgemachte oder herkömmliche Putzmittel verwendet hat, ein Rezept für Allzweckreiniger aus Zitrusfrüchten und Essig. Auch Rezepte für Kosmetik folgen ein paar Seiten später!⠀



    Schön sind auch die vielen anderen Anregungen, wie man das eigene Leben nachhaltiger gestalten kann. Mir gefiel zum Beispiel der Vorschlag, immer eine Tüte dabeizuhaben, wenn man das Haus verlässt, und hier und dort Müll aufzusammeln, der einem ins Auge fällt und der Umwelt und Tierwelt belastet.⠀



    Fazit⠀



    Dieser Planer ist perfekt, wenn man das dynamische und dabei einfache Kalendersystem des Bullet Journals ohne Vorkenntnisse oder Mühe nutzen möchte und sich vielleicht auch dafür interessiert, das eigene Leben nachhaltiger zu gestalten.⠀



    Einige der Tipps befolge ich zwar ohnehin schon, wie zum Beispiel, saisonales Obst und Gemüse aus der Region zu kaufen, aber es war auch viel dabei, dass ich jetzt versuche, umzusetzen. Zum Beispiel kaufe ich beim nächsten Einkauf ein halbes Kilo Zitronen und eine große Flasche günstigen Essig, um daraus Allzweckreiniger zu machen. (Bzw. ich lasse kaufen, ich bin gerade in Quarantäne.)⠀



    Ein kleines Manko: die Seiten des Buches sind nicht durchnummeriert, was für ein Bullet Journal unpraktisch ist, da man auf der Index-Seite einträgt, welches Thema auf welcher Seite zu finden ist. Aber es hat nicht lange gedauert, das handschriftlich selber nachzuholen.




    Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Buchblog:


    https://wordpress.mikkaliest.de/rezension-every-day-for-future-das-bulletjournal/

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    Cover des Buches Aus der Zuckerfabrik (ISBN: 9783446267503)

    Bewertung zu "Aus der Zuckerfabrik" von Dorothee Elmiger

    Aus der Zuckerfabrik
    MikkaGvor 17 Tagen
    Kurzmeinung: Bricht Genregrenzen mit wunderbar kraftvoller Sprache auf. Daher hat es die Nominierung für den Deutschen Buchpreis sicher verdient – aber.
    Ich habe Hunger, so liebe mich doch.

    Noch nie habe ich einem Buchpreis-Buch so ratlos gegenüber gestanden. ⠀

    Es ist kein Roman, es ist kein Sachbuch, es ist kein Gedichtband, es ist kein Essay… Die Autorin selber bezeichnet es als Recherchetagebuch, und genau so liest es sich auch: wie ein Stapel zerfledderter Notizhefte, eine unsortierte Zettelsammlung, man kann die Kaffeeflecken förmlich sehen. Das ist nicht abwertend gemeint und kann sicherlich funktionieren – es ist auf jeden Fall unverbraucht und gewagt! –, aber ich bin letztlich daran gescheitert.⠀

    In einem Kapitel schildert die Autorin, wie sie ihre Aufzeichnungen und Materialien durchblättert und keinen Pfad durchs Chaos sieht, sondern nur den Ausgangspunkt, mit dem alles begann und alles in Verbindung steht: eine Auktion im Jahr 1986, bei der der Auktionator – “Prediger einer vulgären Messe” – zwei traditionelle afrikanische Frauenfigürchen mit abfälligen Worten verkaufte.⠀

    “Dann sind diese alten N—- auch weg da”⠀

    (Zitat)⠀

    Dort, wo alles anfing, verortet Dorothee Elmiger ihren “hypothetischen Speicher”, in dem sie gedanklich alles Wissen ablegt, das sie im Laufe ihrer Recherche zusammengetragen hat:⠀

    “Es gibt an diesem Ort keine feststehende Ordnung: Mit jedem Gang durch das Chaos, über die Ananasfelder von Monte Plata, durch die Pariser Vorstädte oder den längst vergessenen Garten eines Sanatoriums, über die sizilianischen Berge, vorbei an den russischen Bädern von Philadelphia zu den Ufern des Swan River in Australien, scheinen die Dinge in neue Verhältnisse zueinander zu treten.”⠀

    (Zitat)⠀

    Dorothee Elmiger häuft eine Unmenge an Themen, Fakten und Querverweisen an, die Quellenangaben nehmen für ein (semi)belletristisches Werk erstaunlich viele Seiten ein. Das wird von keinem Handlungsbogen, keiner leitenden Erzählerin zusammengehalten – das erzählende Ich taucht zwar häufig auf, aber ihre Wege durchs Buch sind verschlungen und rätselhaft.⠀

    Zugegeben: sie verstreut mehrfach wiederkehrende Bilder, Metaphern und ganze Szenen wie Hänsel seine Brotkrumen. Man kann sich daran entlanghangeln, sich so nach und nach selber sein Hexenhäuschen erbauen – genug Zucker dafür gibt es auf jeden Fall, denn der wird wiederholt eingebracht, mit all seinem geschichtlichen Ballast und seinen immer noch problematischen Konsequenzen.⠀

    Bilder, Metaphern und Satzfragmente werden in stets neue Zusammenhänge gestellt, zerlegt und anders wieder zusammengesetzt. Das ist zweifellos interessant, aber es kam mir unfertig vor – mehr als einmal beschlich mich das Gefühl, ich habe es hier nur mit dem ersten Entwurf eines Romans zu tun, der aus dem gesammelten Material erst noch entstehen soll und den ich dann durchaus gerne lesen würde.⠀

    “In diesem Moment trete ich vor oder meine ich es nur, ich ziehe eine Birne aus meiner Manteltasche und biete sie ihm an. Die Frucht schimmert im Licht der Straßenlaternen. Mehr habe ich nicht, flüstere ich, es ist eine gute Birne, nimm sie endlich.”⠀

    (Zitat)⠀

    Der Hunger ist ohne Frage ein Leitmotiv: in diesem Buch wird ständig gegessen, mehr oder weniger lustvoll, oft obsessiv und unkontrolliert – kaum ein Kapitel, in dem niemand isst oder nicht zumindest etwas zum Essen erwähnt wird. Doch die andere Seite der Medaille bleibt ebenfalls nicht unerwähnt, vor allem in Gestalt von Ellen West, einer berühmten Patientin des Schweizer Psychiaters Ludwig Binswanger. Sie litt an Depressionen, massiven Essstörungen und daraus folgendem kritischen Untergewicht, bis sie sich schlussendlich das Leben nahm.⠀

    Mit dem buchstäblichen Hunger geht der Hunger im übertragenen Sinne einher – die Gier in jedweder Form, die hier wie der Ursprung aller menschlichen Emotionen erscheint. Liebe und Obsession, Macht und Ohnmacht, Ausbeutung und Kapital, alles hat dort seinen Ursprung und wird von Dorothee Elmiger auch thematisiert. Der Zucker wird zum Inbegriff dieser Gier.⠀

    C., von dem die Erzählerin besessen ist, verspürt nur selten Hunger, was einen deutlich sexuellen Unterton hat. Ich habe Hunger, denkt sie, so liebe mich doch. J’ai faim, j’ai faim, j’ai faim…⠀

    ‘Gatekeeping’ wäre ein zu harter Ausdruck – aber…⠀

    Ganze Passagen in Englisch und Französisch werden nicht übersetzt, auch sonst wird eine gewisse Bildung erwartet. Es wird gar kein Versuch unternommen, diejenigen Lesenden abzuholen, deren Wissen nicht dem umfassenden der Autorin entspricht; ganz selbstverständlich wird davon ausgegangen, dass dies oder jenes einfach bekannt ist.⠀

    Es gibt unzählige Verweise auf die unterschiedlichsten Themen, ein übergreifendes Ordnungsprinzip blieb mir indes verborgen.⠀

    Zum literarischen Personal des Buches gesellen sich zahlreiche Menschen aus unserer Realität, die zum Fundus der Allgemeinbildung gehören: Karl Marx wird mit dem gleichen beiläufigen Schwung in den Text geworfen wie Klaus Kinski, Deborah Levy, George Orwell, John Berryman, Chantal Akerman, Werner Bruni, Friedrich Dürrenmatt, Vaslav Nijinsky und viele etceteras.⠀

    Fazit:⠀

    Eine Handlung gibt es nicht, soll es laut Autorin auch gar nicht geben. Man blickt in ihre Gedankenwelt wie durch ein Kaleidoskop, sieht die Motive in bunten Fragmenten, in Textsplittern, die sich wieder und wieder ineinander spiegeln:⠀

    “DIE EROBERUNG DER NATUR ODER DER JUNGFRAU⠀

    DAS GEWALTSAME VORDRINGEN IN NEUE GEBIETE (ÜBERSEE)⠀

    DER HUNGER ALS VERFASSUNG*⠀

    DIE LIEBE usw.”⠀

    (Zitat)⠀

    Das Buch ist sicher experimentell und mutig, es bricht Genregrenzen auf, schert sich scheinbar nicht um Erwartungen und Konventionen. Die Sprache ist dabei kraftvoll und wartet mit zahlreichen wunderbaren, ausdrucksstarken Passagen auf. Daher hat es die Nominierung für den Deutschen Buchpreis sicher verdient.⠀

    Aber es las sich für mich persönlich auch sehr anstrengend und ermüdend. Letztendlich obliegt es meines Erachtens den Lesenden, sich nicht nur eine ganz eigene Bedeutung, sondern vor allem erstmal eine Struktur zu erschließen.⠀


    Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Buchblog:⠀

    https://wordpress.mikkaliest.de/rezension-dorothee-elmiger-aus-der-zuckerfabrik/

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    Cover des Buches Kalmann (ISBN: 9783257071382)

    Bewertung zu "Kalmann" von Joachim B. Schmidt

    Kalmann
    MikkaGvor 21 Tagen
    Kurzmeinung: Berührend, spannend, humorvoll: das Porträt eines Lebens mit Behinderung, das auf ungewöhnliche Art und Weise ‘funktioniert’.
    »Unter einem Eisbär kann es sehr dunkel sein.«

    Der Kriminalfall ist in meinen Augen zwar der Aufhänger der Geschichte, der Roman brilliert indes vor allem in der Darstellung seines Helden und dessen Umfelds. Ich mag Geschichten, die eigentlich Psychogramme von kleinen Städten oder isolierten Orten sind – da zeigt sich die menschliche Natur glasklar.⠀

    „Wir wissen überhaupt sehr wenig. Und ich finde das ganz tröstlich, denn ich weiß ja auch nicht viel über die Welt, und wer so tut, als hätte er auf alle Fragen eine Antwort, hat einen Schaden und mehr nicht.“⠀

    (Zitat)⠀

    Dass Kalmann eine geistige Behinderung hat, scheint offensichtlich, wirkt er doch wie ein kleiner Junge im Körper eines Erwachsenen. Der Autor steckt ihn jedoch nie in Schubladen oder beschönigt, welche Schwierigkeiten sich im Umgang mit ihm ergeben: wenn der Frust zu groß wird und Kalmann sich nicht mehr zu helfen weiß, explodiert er.⠀

    Aber da er niemandem schaden will, schlägt und boxt er sich selbst, zertrümmert seine eigenen Habseligkeiten – nur rausrausRAUS mit der Wut. Im Umgang mit anderen Menschen ist er normalerweise friedlich und freundlich.⠀

    Als Leser:in schüttelt man vielleicht mit dem Kopf, weil diesem ewigen Kind erlaubt wird, mit einer geladenen Waffe herumzulaufen und die schwere Arbeit eines Haifängers zu verrichten, aber das ist das Leben, das Kalmann sich wünscht. Hier erfährt er Anerkennung – er verdient gutes Geld mit seinem Gammelhai! –, hier beherrscht er Dinge besser als alle anderen. In einem Heim oder einer Behindertenwerkstatt würde er hingegen möglicherweise verkümmern.⠀

    Die Menschen von Raufarhövn wissen ihren ‘Sheriff’ zu nehmen; es gibt wohl niemandem im Ort, der ihn nicht kennt und als Faktotum ansieht. Natürlich gibt es vereinzelt Vorurteile und Ablehnung, aber seine Marotten und Eigenheiten werden von den meisten Mitbürgern einfach akzeptiert. Deswegen klappt das, deswegen kann Kalmann alleine leben und sein eigenes Geld verdienen.⠀

    Wie sagt man so schön? Um ein Kind aufzuziehen, braucht es ein ganzes Dorf – und um einem Kalmann ein weithin selbstbstimmtes Leben zu ermöglichen, auch.⠀

    Besonders die Beziehung zwischen Kalmann und seinem dementen Großvater wird sehr rührend beschrieben. Der forderte Kalmann von Anfang an, wollte gar nichts davon hören, der ‘beschränkte’ Junge könne dieses oder jenes nicht. Er brachte seinem Enkel alles bei, was man als Haifänger beherrschen muss.⠀

    Kalmann begreift auf intellektueller Ebene vielleicht nicht vollends, was mit seinem Großvater nicht stimmt, aber er macht das auf emotionaler Ebene locker wett. Er gibt sich alle Mühe, mit ihm zu sprechen und seine Wünsche zu erraten, und wenn alles nicht mehr hilft, packt Kalmann den von seinem Opa geliebten Gammelhai aus – natürlich selbst gefangen und gepökelt. Der Gestank der ekligen Delikatesse reißt den alten Mann ohne Fehl für ein Weilchen aus seinem geistigen Nebel.⠀

    Kalmanns bester Freund Nói ist ein 19-jähriger Junge, den er im Internet kennengelernt hat, und der im Livestrem immer sein Gesicht verbirgt. Als Leser:in kann man aus einem Nebensatz schließen, dass Nóis Gesicht möglicherweise entstellt ist, was aber nicht aufgeklärt wird.⠀

    Nói ist alles, was Kalmann nicht ist: sarkastisch, hochintelligent, mit einem bösen Humor ausgestattet. Aber er hat auch Vorurteile, die Kalmann unbehaglich im Kopf hin- und herwälzt.⠀

    Kalmanns Art und Weise, Dinge zu beschreiben, ist sehr erfrischend: seine Gedanken sind einfach, er trifft den Nagel aber oft genau auf den Kopf! Trotz seiner intellektuellen Behinderung denkt er nach über die Dinge, die er hört und sieht, und zieht daraus seine eigenen Schlüsse. Da geht es durchaus auch um Themen wie Überfischung, Klimawandel und Rassismus! Das ist überwiegend glaubhaft geschrieben, da kann man sich dann richtig einfühlen in seine Gedankenwelt – aber nicht immer.⠀

    Seine Gedanken sind meist kindlich und schlicht, dann denkt man sich: ja, so ist er, der Kalmann. Und dann gibt es wieder Passagen, in denen er sich meiner Meinung nach sprachlich zu gewählt ausdrückt oder inhaltlich zu komplex. Er kann in Gedanken ganze Unterhaltungen Wort für Wort noch mal abspulen, auch wenn er sie höchstwahrscheinlich nicht hundertprozentig verstanden hat.⠀

    Zum Teil merkt er sogar ausdrücklich an, dass er nicht verstanden hat, was er gerade erzählt! In manchen Szenen überspannt das den Bogen. Beim Lesen gelang es mir dann nicht mehr, die Geschichte einfach als wahr anzunehmen, obwohl sie unwahrscheinlich klang – aber sie hat mir dennoch immer noch gut gefallen.⠀

    Der Humor ist bei Büchern wie diesem eine heikle Sache – er wäre allzu einfach und billig, über Kallmann zu lachen, weil er Dinge nicht versteht oder sich anders verhält, als es der Norm entspricht. Aber dem Autor gelingt es gut, dem Leser das Gefühl zu geben, *mit* Kalmann zu lachen und nicht *über* ihn, und ich musste einige Male schmunzeln.⠀

    Der Humor funktioniert hier auch deshalb so gut, weil der Autor die Balance beherrscht. Die Geschichte durchläuft die volle Bandbreite: Spannung, Melancholie, Freude, Trauer, Hoffnung, auch Gesellschaftskritik…⠀

    Auch wenn die zwischenmenschlichen Beziehungen in Raufarhövn für mich interessanter sind als der Kriminalfall, möchte ich damit nicht behaupten, der sei nicht spannend! Es gibt mehrere Wendungen, die nicht nur für Kalmann rätselhaft sind, und mehr als eine Person muss ihr Leben lassen…⠀

    Kalmann denkt vielleicht nicht so schnell wie andere, aber er ist der selbsternannte Sheriff des kleinen Örtchens Raufarhöfn und außerdem der beste Haifänger. Als er eine Blutlache im Schnee findet, ist es mit der Beschaulichkeit vorbei und Kalmann muss feststellen, dass es unter einem Eisbären sehr dunkel sein kann.⠀

    Für den Leser sind Kalmanns intellektuelle Defizite offensichtlich, er wächst einem gerade wegen seiner einfachen Art ans Herz. Der Autor nennt diese Defizite nie beim Wort, beschreibt seinen Helden jedoch sehr sensibel. Er malt das berührende Porträt eines Leben mit Behinderung, das auf ungewöhnliche Art und Weise ‘funktioniert’.⠀

    Über lange Passagen ist Kalmanns Perspektive glaubhaft, in manchen Szenen drückt er sich meines Erachtens jedoch zu gewählt oder zu kompliziert aus, um noch schlüssig zu wirken. Das kleine Manko gibt Abzüge in der B-Note, davon abgesehen gefiel mir das Buch sehr gut – ein Drama mit viel Humor und originellen Spannungselementen.⠀


    Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Buchblog:

    https://wordpress.mikkaliest.de/rezension-joachim-b-schmidt-kalmann/

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    Cover des Buches Serpentinen (ISBN: 9783546100038)

    Bewertung zu "Serpentinen" von Bov Bjerg

    Serpentinen
    MikkaGvor einem Monat
    Kurzmeinung: Mir fehlt etwas – der letzte Schritt, der die Distanz zum Leser geschlossen hätte, vielleicht.
    »Um was geht es? Um was geht es!«

    Handlung:⠀

    Der Ich-Erzähler fährt mit seinem kleinen Sohn in die Schwäbische Alb, wo er selbst aufgewachsen ist. Er will dem Jungen zeigen, wo seine Wurzeln liegen – doch ist dies keineswegs eine Geschichte voller warmherziger Erinnerungen. Denn die Familie wird seit Generationen geplagt von einem schwarzen Fluch: Depressionen und psychische Erkrankungen, die die Betroffenen letztendlich zum Äußersten führen. Die Erzählung verläuft stets auf zwei Bedeutungsebenen, denn wie der Junge die Reise erlebt und wie der Vater insgeheim mit seinen Dämonen kämpft, könnte konträrer kaum sein.

    »Um was geht es? Um was geht es!«⠀

    Um was es geht, das ist ein Spiel zwischen Vater und Sohn. Es geht um die Serpentinen. Es geht um die Serpentinen. Es geht um die SER-PEN-TI-NEN. Es geht darum, sich in die Kurve zu legen. »Um was geht es?« Wieder und wieder verlangt der Junge eine Antwort, die letztlich ohne Bedeutung ist – ein Ritual, in dem es nur um die Verbindung geht, um das Gefühl der Kameradschaft.⠀

    Für ihn ist die Reise ein großes Abenteuer, ein spannender Roadtrip. Er freut sich über die Aufmerksamkeit des Vaters, reicht ihm Bierdosen ans Steuer. »Wir machen ganz schön viel zusammen« sagt er glücklich. Er ahnt nicht, dass die Mutter schon die Polizei gerufen hat. Dass der Vater ihm nachts das Kissen aufs Gesicht legt, wenn er schläft. Dass der versucht, sich zu wappnen für den erweiterten Suizid – oder dafür, eben doch weiterzuleben, leben zu lassen.⠀

    »Um was geht es?«⠀

    Es geht um die Familiengeschichte, die Nazivergangenheit, die Vertreibung der sudetendeutschen Ahnen. Es geht um drei Generationen von Selbstmördern. Es geht um vaterlose Söhne, die zu ‘Scheißvätern’ werden, die den fatalen Zyklus fortführen. Die Rückblicke sind durchdrungen von familiärer und gesellschaftlicher Gewalt, Armut und Alkoholismus, Variationen der Ausgrenzung und Fremdheit.⠀

    Und immer wieder senkt sich ein grauer Schleier über die Psyche – seit drei Generationen der finale Vorhang für den jeweiligen Patriarchen. Auch der Protagonist leidet an lähmenden Depressionen, die ihn in äußerster Konsequenz hierher geführt haben: zu den Serpentinen, zu seiner Vergangenheit, vielleicht zu seinem Tod.⠀

    Das liest sich über lange Passagen wie ein dunkler Fiebertraum, aus dem es kein Erwachen gibt – das bedrückende Panorama einer Depression ohne Wiederkehr. Man steht am Scheideweg, der Leser wie der Protagonist, und hat doch das Gefühl, es könne nur in die eine unheilvolle Richtung gehen.⠀

    Die Vorbelastung ist in jedweder Hinsicht vernichtend. Der Erzähler kämpft gegen seine Depression an, lässt sich jedoch immer mehr von ihr auf Abwege leiten – sie verdreht seine Gedanken, lässt den möglichen Kindsmord wie eine logische Konsequenz der Liebe erscheinen.⠀

    Und dennoch: um was geht es?⠀

    Die Bedrückung, die ich beim Lesen empfand, blieb meist distanziert. Die Geschehnisse erschienen mir in vielen Passagen geradezu exemplarisch – abgenutzte Vorzeigebilder psychischer und familiärer Verstrickungen, das A bis Z der Dysfunktion. Die Charaktere wandern durch diese Szenen wie Statisten, losgelöst von aller Konsequenz.⠀

    Selbst wenn mein Verstand urteilte “Das ist schrecklich!”, hatte ich noch das Gefühl, dass die Erzählung an der Oberfläche trieb und ich die wahre Hölle nur erahnen konnte, weit unten am tiefen Grund. Mir fehlte sozusagen der Sog, der mich nach unten gezogen hätte, damit ich das Ertrinken (üb)erleben und begreifen kann.⠀

    Dabei kann der Schreibstil durchaus Atmosphäre aufbauen und hat großartige Momente, durch deren Lupe auf einmal alles glasklar erscheint – nur sind diese in meinen Augen zu rar gesät. Vieles ist zu nüchtern, zu verkopft, zu konstruiert. ⠀

    Im Endeffekt verharrt der Erzähler in der Opferrolle. Er zählt all das Schreckliche auf, das ihm und anderen geschehen ist, spielt es immer wieder durch. Ihm ist bewusst, dass er aufgrund seiner Depression in Gefahr steht, sich und/oder seinem Sohn etwas anzutun. Aber er macht das mit sich selbst aus, er sucht keine Hilfe – und er sieht nicht, wie unverantwortlich das ist.⠀

    Auf jede Passage, in der sich emotionaler Fortschritt erahnen lässt, folgen mehrere, in denen er den Fortschritt zunichte macht und sich nur umso sturer an sein Leid klammert. Als Leserin hörte ich irgendwann auf, mitzuleiden, denn ich sah darin keinen Sinn mehr. Um was geht es? Um was geht es!⠀

    Fazit⠀

    “Serpentinen” beschreibt das düstere Psychogramm einer Familie, die seit Generationen gefangen ist in einem Kreislauf von Schuld und Gewalt. Der Protagonist, dessen Urgroßvater, Großvater und Vater alle durch Suizid gestorben sind, begibt sich mit seinem kleinen Sohn auf eine Reise an die Plätze seiner Kindheit – im Hinterkopf den Gedanken, der Zyklus ließe sich möglicherweise endlich durchbrechen, indem Vater UND Sohn sterben.⠀

    Die Grundidee ist aus psychologischer Sicht gesehen ohne Zweifel interessant. Die Familiengeschichte wartet mit einer Vielzahl von Themen auf (möglicherweise zu viele!), die auch für sich genommen alle schon genug Potential für einen Roman böten, und der Schreibstil hat seinen ganz eigenen, oft großartigen Klang.⠀

    Dennoch fehlt mir da etwas – der letzte Schritt, der die Distanz zum Leser geschlossen hätte, vielleicht. Ich nahm den Schmerz und die Tragik zur Kenntnis, hatte indes das Gefühl, als ränne mir die wahre Bedeutung durch die Finger. Der Protagonist macht sein Leid zum Lebensinhalt, und mir bleibt letztendlich nur die Erinnerung an ein ungewöhnliches Gedankenspiel.⠀

    ⠀⠀

    Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Buchblog:

    https://wordpress.mikkaliest.de/rezension-bov-bjerg-serpentinen/

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    Cover des Buches Happy Herbst (ISBN: 9783747402092)

    Bewertung zu "Happy Herbst" von Clarissa Hagenmeyer

    Happy Herbst
    MikkaGvor einem Monat
    Kurzmeinung: Anleitungen für Herbstliche Motive, geeignet für Künstler:innen jeder Erfahrungsstufe.
    Alles darf aufs Blatt

    Das Schöne an Clarissas Methode ist, dass immer die Freude am Malen im Mittelpunkt steht, die kreative Selbstverwirklichung, die Entspannung. Perfektionismus hat hier keinen Platz – auch Menschen, die gerade erst damit anfangen, sich künstlerisch auszudrücken, können direkt ohne Schwellenangst loslegen.⠀

    Man braucht sich als Anfänger auch nicht in Unkosten stürzen: ein Bleistift, ein Radierer, preisgünstige Schulwasserfarben und -malblöcke, ein guter Pinsel, ein kleiner Pack Buntstifte und ein schwarzer und weißer Fineliner tun es erstmal. Man kann dann später immer noch “upgraden”! Ich würde aber empfehlen, beim Papier direkt mit einer Papierstärke von 250 g oder 300 g anzufangen.⠀

    Für Künstler:innen, die bereits Erfahrung haben, die vielleicht sogar schon lange malen, ist das Buch keineswegs verschenkte Liebesmüh, im Gegenteil! Für mich ist die “Happy Painting”-Methode vor allem ein wertvolles Werkzeug, um mich von meinem Selbstzweifeln zu lösen, um mal aufzuhören, jeden Pinselstrich kritisch zu hinterfragen.⠀

    Ich male schon länger regelmäßig nach dieser Methode. Manchmal ist es für mich eine Art Gaumenreiniger zwischen zwei schwierigen Projekten, manchmal einfach eine Art und Weise, spielerisch mit meinem inneren Kind in Kontakt zu treten. Hier darf ich kritzeln und mit bunten Farben spielen, das ist sehr erholsam und macht einfach Spaß.⠀

    Ich besitze mehrere von Clarissas Büchern, und auch dieses hier bietet wieder eine grundlegende Einleitung in die vier Schritte der “Happy Painting”-Methode sowie eine Vielzahl von schönen herbstlichen Motiven, die man je nach Belieben einfach abmalen oder als Inspiration verwenden kann. Es gibt auch ein paar Halloweenmotive!⠀

    Fazit⠀

    “Happy Herbst” enthält Anleitungen für Herbstliche Motive, geeignet für Künstler:innen jeder Erfahrungsstufe. Denn hier geht es vor allem um den Spaß und die Freude am künstlerischen Spiel.⠀

    Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Buchblog:

    https://wordpress.mikkaliest.de/rezension-clarissa-hagenmeyer-happy-herbst/

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    Cover des Buches Mind Games (ISBN: 9783442490516)

    Bewertung zu "Mind Games" von Leona Deakin

    Mind Games
    MikkaGvor einem Monat
    Kurzmeinung: Ein interessanter Auftakt für eine neue Thriller-Reihe – wenn auch mit leichten Schwächen in der Auflösung.
    Langweilt dich dein Leben? Bist du bereit, deine Natur zu entfesseln?

    Originalität / Einfallsreichtum⠀

    ---⠀

    Neu ist die Idee erstmal nicht. Ein rätselhaftes Spiel, bei dem Teilnehmer sich aus den verschiedensten Gründen freiwillig in Gefahr begeben? Kennt man schon. Aber hier erfährt dieses bekannte Thema eine interessante Variation: jemand wählt gezielt Psychopathen aus und lädt sie zu dem Spiel ein – als Teilnehmer, wohlgemerkt, nicht als Gegner.⠀

    Gut gelungen ist die Aufteilung der Handlung in verschiedene Blöcke aus der Sicht verschiedener Psychopathen, so dass man die vermeintliche Normalität durch deren Augen sieht. Andere Menschen werden zu reinen Spielfiguren, Skrupel werden abgelegt wie abgenutzte Kleidungsstücke. Das ist faszinierend – und beunruhigend, wenn man bedenkt, dass laut Statistik vier Prozent der Bevölkerung Psychopathen sind. (Allerdings werden längst nicht alle zu Mördern.)⠀

    Erfreulich fand ich, dass die Autorin darauf verzichtet, das Thema Psychopathie als Aufhänger für möglichst schockierende, detaillierte Morde zu benutzen – darum geht es hier nicht. Psychopathen mögen eklatante Defizite in Empathie und sozialer Intelligenz aufweisen, doch sie sind nicht unbedingt geborene Killer. Es gibt Todesfälle in “Mind Games”, ja, aber die Handlung ist subtiler als eine reine ‘Schlachtplatte’.⠀

    Charaktere⠀

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    Im Mittelpunkt stehen meines Erachtens vor allem drei Charaktere: die 14-jährige Seraphine Walker, Kriminalpsychologin Dr. Augusta Bloom und Ex-Spion Marcus Jameson.⠀

    Seraphine:⠀

    ---⠀

    Seraphines Gedanken verraten schnell, dass sie hochintelligent ist und die Welt nicht so sieht wie ihre Altersgenoss*innen. Sie ist sich immerzu der Notwendigkeit bewusst, “Normalität” vorzutäuschen, sich ihrer Umgebung anzupassen.⠀

    Mein allererster Gedanke war, sie sei womöglich Asperger-Autistin, da diese oft Meister darin sind, neurotypisches Verhalten zu simulieren – doch ich habe das schnell revidiert zu “vielleicht Psychopathin”. Allerdings habe ich das immer wieder hinterfragt, denn Seraphine wird so vielschichtig beschrieben, dass ich sie nicht zu schnell in eine Schublade stecken wollte. Es gibt im Laufe der Geschichte auch ein paar Wendungen, die den Leser dazu einladen, seine Eindrücke zu überdenken. Ob Seraphine letztendlich in die Schublade “Psychopathin” gehört, das lasse ich hier natürlich offen.⠀

    Augusta und Marcus:⠀

    ---⠀

    Augusta und Marcus ergeben ein sehr effektives Ermittlerduo, gerade weil sie sehr unterschiedliche Erfahrungswelten und Expertisen mitbringen. Ich fühlte mich davon sehr angetan, weil sie meines Erachtens weder in Klischees noch in übersteigert unrealistisches Superheldentum verfallen.⠀

    Beide sind komplexe Charaktere mit differenzierten Stärken und Schwächen, und besonders Augusta hat auch ihre abgründigen Seiten.⠀

    Spannung⠀

    ---⠀

    Die Geschichte macht schnell neugierig, so dass sich schon Spannung aufbaut, bevor überhaupt etwas passiert ist – mal abgesehen von der schon erwähnten eiskalt berechnenden 14-Jährigen, die einem Pädophilen mit angespitztem Bleistift die Halsschlagader aufsticht.⠀

    War es Notwehr? Rache für eine Freundin, die von dem Mann missbraucht wurde? Lust am Töten? Der Anfang setzt auf jeden Fall schon mal ein Ausrufezeichen hinter die Erwartungen des Lesers, und für mich wurden diese Erwartungen auch erfüllt.⠀

    Logik / Schlüssigkeit⠀

    ---⠀

    Die großen Wendungen gegen Ende des Buches habe ich schon ein Weilchen kommen sehen, das hat der Spannung für mich jedoch keinen Abbruch getan; ich wollte dennoch wissen, wie sich die verschiedenen Handlungsstränge zusammensetzen.⠀

    Vorbehaltlos glücklich bin ich mit der Auflösung allerdings nicht, nicht alles fand ich hundertprozentig glaubhaft – aber ich vermute, dass das ein oder andere wahrscheinlich im nächsten Band noch mal aufgegriffen wird. (Im englischen Original ist der schon erschienen.) Dennoch fand ich das Buch im Großen und Ganzen spannend und geschickt konstruiert.⠀

    Schreibstil⠀

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    Der Schreibstil liest sich flüssig und unterhaltsam, der Sprachrhythmus treibt die Spannung in den Schlüsselszenen noch weiter auf die Spitze.⠀

    Fazit⠀

    ---⠀

    “Mind Games” greift ein im Thriller-Genre bekanntes Thema auf: verschiedene Menschen werden scheinbar wahllos zu einem perfiden, riskanten Spiel eingeladen, bei dem sie miteinander konkurrieren. Der Twist: alle Teilnehmer wurden ausgesucht, weil sie psychopathische Tendenzen zeigen…⠀

    Nein, das läuft NICHT auf eine reine Kollektion schockierender, blutiger Gräueltaten hinaus, auch wenn die Vermutung naheliegt! Leona Deakin verfällt keineswegs dem Klischee, dass Psychopathen immer Serienmörder à la Hannibal Lecter, Dexter und Konsorten sind – hier geht es um Macht und Prestige, da ist sorgsam dosierter Mord nur eines der vielen Werkzeuge, die einem geschickten Psychopathen zur Verfügung stehen.⠀

    In meinen Augen ist der Autorin hier ein interessanter Auftakt für eine neue Thriller-Reihe gelungen – wenn auch mit leichten Schwächen in der letztendlichen Auflösung dieses ersten Bandes.⠀

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    Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Buchblog:

    https://wordpress.mikkaliest.de/rezension-leona-deakin-mind-games/

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    Cover des Buches Escape Room. Der Schatten des Raben. Der neue Escape-Room-Thriller von Eva Eich (ISBN: 9783845839554)

    Bewertung zu "Escape Room. Der Schatten des Raben. Der neue Escape-Room-Thriller von Eva Eich" von Eva Eich

    Escape Room. Der Schatten des Raben. Der neue Escape-Room-Thriller von Eva Eich
    MikkaGvor einem Monat
    Kurzmeinung: Das Buch ist sicher für Jugendliche und Einsteiger ins Escape-Genre geeignet, aber “Rätsel-Veteranen” werden auch ihren Spaß daran haben.
    Interessante Rätsel nicht nur für Escape-Einsteiger!

    Du weißt noch nicht, wie so ein Escape-Buch funktioniert?⠀

    Je zwei Seiten sind verbunden, so dass man sie erstmal nicht öffnen kann, aber an der Seite perforiert, so das sie sich einfach auftrennen lassen. Aber geh jetzt um Himmels Willen NICHT hin und trenn sie alle auf! Blätter ruhig durch diese noch ungeöffneten Doppelseiten und schau dir die Bilder auf den nicht mit Text bedruckten Zwischenseiten an, aber ansonsten: Finger weg, noch nicht pfuschen!⠀

    Jedes Kapitel nimmt eine dieser Doppelseiten ein und endet mit einem Rätsel, das sich auf ein Bild oder etwas im Text beziehen kann. Es gibt immer mehrere Antwortmöglichkeiten, die jeweils mit einem kleinen Bildausschnitt verbunden sind.⠀

    Woher weißt du also, ob du mit deiner Antwort richtig liegst?⠀

    Nur der mit der richtigen Antwort verknüpfte Bildausschnitt findet sich tatsächlich auf einer der Zwischenseiten wieder. Hat man sich also für eine Antwort entschieden, kann diesen Ausschnitt aber nirgendwo entdecken, dann lag man falsch und muss noch mal über die Lösung nachdenken. Aber wenn man das Bild auf einer Zwischenseite findet, dann kann man die entsprechende Doppelseite auftrennen und weiterlesen.⠀

    Wie schwierig sind die Rätsel denn?⠀

    Beim ersten Rätsel des Buches habe ich zuerst zu kompliziert gedacht und verschiedene komplexe Lösungsstrategien ausprobiert – nur um dann plötzlich zu erkennen, dass es eigentlich ganz einfach war… Die Lösungen sind mehr oder weniger schwierig, manche sind tatsächlich recht knifflig, aber man fährt gut damit, immer erstmal mit den einfachen Ideen anzufangen!⠀

    Ich würde sagen, die Rätsel sind meist einfach bis mittelschwer.⠀

    Das Buch ist sicher auch für Jugendliche und Einsteiger ins Escape-Genre geeignet, aber “Rätsel-Veteranen” werden ebenfalls ihren Spaß daran haben – mich hat es sehr gut unterhalten! Witzig fand ich, dass die Rätsel oft passend zum Thema Schule (denn da spielt die Geschichte ja) gestaltet sind, so dass man ein paar Brocken Schulwissen noch mal auspacken kann.⠀

    Wie interessant ist die Geschichte an sich?⠀

    Die Geschichte ist spannend und hat vor allem ganz viel Atmosphäre! Auch die Charaktere sind gut und ansprechend geschrieben, so dass man schon bald seinen Favoriten die Daumen drückt. Dadurch ist das Buch nicht nur was für Rätsel-Fans, sondern auch Leser, die klassische Krimis mögen.⠀


    Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Buchblog:

    https://wordpress.mikkaliest.de/rezension-eva-eich-escape-room-der-schatten-des-raben/


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    Cover des Buches Sooo Cute - Der supersüße Zeichenkurs (ISBN: 9783772447136)

    Bewertung zu "Sooo Cute - Der supersüße Zeichenkurs" von Tanja Geier

    Sooo Cute - Der supersüße Zeichenkurs
    MikkaGvor einem Monat
    Kurzmeinung: Das Buch hat in meinen Augen für Künstler und angehende Künstler aller Erfahrungsstufen etwa zu bieten und macht einfach gute Laune!
    Malen ist mein Yoga!

    Malen ist ein großartiges Hobby: es entspannt, regt die Fantasie an und macht einfach Spaß. Es gibt inzwischen viele Ressourcen für Künstler oder werdende Künstler, in denen jeder etwas für seinen Level an Übung finden kann. Dieses Buch ist so eine Ressource!⠀

    Es enthält in jedem Kapitel eine Menge Motive und Fingerübungen für verschiedene Schwierigkeits- bzw. Erfahrungsstufen. Man braucht erstmal auch nichts außer einem Stift und Papier, und wenn es bunt werden soll, reichen einfache Buntstifte oder Schulwasserfarben. ⠀

    Hier ist Einiges dabei für absolute Neulinge: mit (1) Buntstift markierte Bilder, die wirklich jeder ganz einfach und schnell nachzeichnen kann. Wer noch gar keine Erfahrung hat, kann erstmal zur Eingewöhnung mit diesen Bildern üben.⠀

    Die mit (2) Buntstiften sind dann schon etwas detaillierter oder ein klein wenig schwieriger, aber meines Erachtens sollten auch die für niemanden ein Problem darstellen, der schon ein paar Motive mit (1) Buntstift gemeistert hat oder sich zutraut.⠀

    Die Motive mit (3) Buntstiften sind für Anfänger vielleicht schon eine kleine Herausforderung. Manche sind einfach schon recht detailliert, andere gehen von der Schattierung her mehr in Richtung Realismus. Für jemanden, der schon ein bisschen malt oder zeichnet, sind sie aber sicher nicht allzu schwierig.⠀

    Ist das Buch nicht zu langweilig für Leute, die KEINE Anfänger sind?⠀

    Ich zeichne und male sehr viel, um nicht zu sagen: IMMER. Fand ich das Buch langweilig? NEIN! Erstens ist es manchmal einfach schön, zur Entspannung was Einfaches zu zeichnen bzw. zu malen, und zweitens kann man die Motive ja auch abwandeln oder nur als Inspiration nehmen und was Eigenes draus machen.⠀

    Das Buch hat in meinen Augen für Künstler und angehende Künstler aller Erfahrungsstufen etwa zu bieten und macht einfach gute Laune!

    Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Buchblog:

    https://wordpress.mikkaliest.de/rezension-tanja-geier-der-supersuesse-zeichenkurs/

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    Cover des Buches Ich an meiner Seite (ISBN: 9783552059887)

    Bewertung zu "Ich an meiner Seite" von Birgit Birnbacher

    Ich an meiner Seite
    MikkaGvor einem Monat
    Kurzmeinung: Lohnende Denkanstöße, eine interessante Sozialstudie, lebendige Charaktere und auch eine sehr unterhaltsame Geschichte mit feinem Humor.
    Das Ich und die Hauptfigur

    Man merkt, dass Birgit Birnbacher als Soziologin weiß, wovon sie spricht, wenn sie über diesen jungen Mann schreibt, der eigentlich kein schlechter Kerl und doch auf die schiefe Bahn geraten ist. Er ist kein Mörder, kein Vergewaltiger, von ihm geht keine Bedrohung aus, und daher ist man als Leser:in bereit, ihm erstmal einen moralischen Kredit einzuräumen.⠀

    Irgendwie muss Arthur nach 26 Monaten Gefängnisaufenthalt zurückkehren ins Leben, daher nimmt er die Hilfe eines Resozialisierungsheims in Anspruch, trottet brav zu seinen Therapiestunden – und die sind unkonventionell, um nicht zu sagen sonderbar. Eine “Hauptfigur” soll Arthur sich ausdenken: eine idealisierte Version seiner selbst, die sich überstülpen lässt wie eine Maske und in deren eingeübte Verhaltensmuster er sich in schwierigen Situationen flüchten kann.⠀

    “Also träumen Sie erst mal einen Entwurf von sich. Nicht, wer wir sein wollen, ist entscheidend, sondern wen wir darstellen können. Verstehen Sie den Unterschied?”⠀

    Das soll Arthur Struktur geben, aber er ist intelligent genug, um zu wissen: schon die grundlegendsten Dinge, wie das Finden eines Jobs oder einer Wohnung werden in Zukunft aufgrund seiner Vorstrafen zur Sisyphosarbeit werden, Hauptfigur hin oder her. Man kann ihm eine gesunde Skepsis nicht verübeln, durch die er zum Schluss kommt:⠀

    “Schon bald habe ich das Gefühl gehabt, dass kein Glanzbild mich heil hier rausbringen wird, sondern einzig ich an meiner Seite.”⠀

    Arthurs Hintergrundgeschichte klingt, als sei sie anfällig für Klischees:⠀

    Der Vater ist früh verschwunden, schon davor war die Kindheit in der Arbeitersiedlung nicht allzu rosig für das stille Kind. Durch den neuen Lebensgefährten von Mutter Marianne wird “Georg sagt” zum neuen Diktat und die bisherige Struktur zum nur brüchig verbundenen Patchwork.⠀

    Der ersehnte gesellschaftliche Aufstieg verschlägt die Stieffamilie nach Andalusien, wo Marianne ein luxuriöses Hospiz leitet, so dass der Hochglanz-Tod für Arthur und seinen Bruder Klaus zum Alltag wird. Irgendwann flüchtet auch Klaus aus der Familie, Arthur findet neue Freunde und verstrickt sich in ein pubertäres Liebesdreieck. Dann geschieht ein tragisches Unglück, das sein Leben fortan überschattet.⠀

    Es wäre einfach, den Finger auf einen Punkt zu legen und zu sagen: Aha, hier liegen also die Ursachen für seinen späteren Abstieg! Nichts davon wird indes als Rechtfertigung oder schnöde 08/15-Erklärung für Arthurs Verhalten benutzt.⠀

    Die Autorin beschönigt Arthurs Lage und auch seine Schuld daran nicht, zeichnet ihn aber weder als bemitleidenswertes Opfer noch als mustergültig reformierten Heimkehrer, der sich wie Phönix aus der Asche erhebt. Sie sieht davon ab, die Erzählung zum moralinsauren Trauerspiel oder zum Klamauk verkommen zu lassen, sondern erzählt ruhig, durchaus mit Humor aber immer glaubhaft.⠀

    Der Schreibstil passt wunderbar zu dieser Mischung aus Sozialkritik, persönlicher (Anti-)Heldenreise und Unterhaltung. In letzter Zeit habe ich viele Romane mit lyrischer oder irgendwie außergewöhnlicher Sprache gelesen. Hier ist die Sprache an sich relativ nüchtern, schnörkellos und auf den Punkt, aber trotzdem überhaupt nicht langweilig oder emotional flach. Der Stil ist in seiner Klarheit eine willkommene Abwechslung – die Sprache nimmt sich zurück, dadurch kann man sich auf die Geschichte konzentrieren.⠀

    Mit knackigen Dialogen springen einem die Charaktere auch ohne poetische Metaphern geradezu aus dem Text entgegen. Besonders die Nebencharaktere wie die alte Schauspielerin Grazetta oder der Therapeut Konstantin Vogl, genannt “Börd”, sind großartig. Sie katapultieren sich direkt ins Langzeitgedächtnis des Lesers, weil sie so glaubhaft sind und dennoch so originell, mit Ecken und Kanten. Daneben verblasst der stille, zurückhaltende Arthur manchmal fast ein bisschen.⠀

    Schubladen sucht man hier vergebens. Frau Birnbacher entsagt der Klischees oder des Sozialkitsches. Da kann ein Therapeut auch mal ein desillusionierter Alkoholiker sein, der frauenfeindliche Sprüche raushaut und einem dennoch ans Herz wächst, und die Menschen, die Arthur eigentlich den Weg bahnen sollten, können straucheln oder sogar scheitern.⠀

    Die Autorin schreibt stets mit großer Empathie. Humor existiert nie ohne den gelegentlichen Bruch, so dass die vielen Facetten der menschlichen Natur durch die Risse sichtbar werden.⠀

    Die schillernde Grazetta schwindet vor Arthurs Augen immer mehr dahin und bleibt doch unbeirrt Grande Dame und loyale Freundin. Leichter Witz und ernste Themen wie Krankheit, Sucht, Alter oder Tod schließen sich gegenseitig niemals aus – so ist halt das Leben. Auch was Arthur im Gefängnis erlebt, ist schrecklich, und das wird weder für den Schockfaktor ausgeschlachtet noch heruntergespielt.⠀

    Das Ende verzichtet auf erzwungen klare Lösungen, als Leser:in muss man sich wie Artur mit leiser Hoffnung zufrieden geben.⠀

    “Er denkt: schön eigentlich. Immer wieder geschieht etwas, und der Mensch macht weiter.”⠀

    Fazit⠀

    Ich musste den Roman ein paar Tage sacken lassen – aus irgendeinem Grund fühlte ich mich nicht hundertprozentig begeistert, obwohl mir die einzelnen Elemente der Geschichte doch sehr gefielen. Vielleicht hätte ihm in manchen Passagen etwas mehr Struktur gutgetan, vielleicht verblasste Protagonist Arthur manchmal zu sehr neben den Charakteren Grazetta und Börd.⠀

    Dennoch ist das Meckern auf hohem Niveau! Das Buch bietet viele lohnende Denkanstöße, eine interessante Sozialstudie, lebendige Charaktere und auch eine sehr unterhaltsame Geschichte mit feinem Humor. Daher kam ich zu dem Schluss, dass es die Longlist-Nominierung für den Deutschen Buchpreis in meinen Augen durchaus verdient hat.


    Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Buchblog:

    https://wordpress.mikkaliest.de/rezension-birgit-birnbacher-ich-an-meiner-seite/

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