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MimisLandbuecherei

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    Cover des Buches Die Übersetzerin (ISBN: 9783785727560)

    Bewertung zu "Die Übersetzerin" von Jenny Lecoat

    Die Übersetzerin
    MimisLandbuechereivor 2 Tagen
    Wahre Geschichte - Eine Liebe mit Hindernissen in Kriegszeiten

    Klappentext:

    Jersey, 1940. Als Hedy eine Stelle als Übersetzerin für die deutschen Besatzer der Kanalinsel antritt, weiß niemand, dass die junge Frau Jüdin ist. Während sie durch heimliche Akte des Widerstands versucht, gegen die Nazis aufzubegehren, verliebt sie sich ausgerechnet in den deutschen Wehrmachtssoldaten Kurt, der ihre Gefühle erwidert. Doch Hedys Identität bleibt nicht lange verborgen. Gemeinsam mit Kurt und einer guten Freundin schmiedet Hedy einen mutigen Plan, um ihren Verfolgern zu entkommen ...

    Quelle: Bastei Lübbe

    Meine Meinung zum Buch

    Cover:

    Das Cover finde ich wunderschön. Es ist der Oberkörper einer Frau zu sehen, die Briefumschläge vor Ihrem Bauch festhält. Sie steht entspannt da und an der Kleidung kann man erkennen, in welcher Zeit sie wohl gelebt hat. Ihr Gesicht ist nur halb zu sehen. Der rot geschminkte Mund stellt hier einen Eyecatcher dar. Die Frisur lässt sich nur erahnen, passt aber auch in die Zeit des 2. Weltkrieges. Im Großen und Ganzen ist das Cover in Grautönen anzusiedeln, der Charme vergangener Zeiten ist deutlich zu spüren.

    Inhalt:

    Hedy ist Jüdin und aus Österreich nach Jersey auf die Kanalinseln geflüchtet. Ihre Arbeitgeber verlassen fluchtartig die Inseln, um sich in Sicherheit zu bringen. Von nun an ist Hedy auf sich gestellt. Sie lebt vorerst von ihren spärlichen Ersparnissen. Als sie die Möglichkeit hat sich als Übersetzerin für die Deutschen zu arbeiten, ergreift sie gegen ihre Überzeugung die Gelegenheit, um sich über Wasser halten zu können. Obwohl sie Jüdin ist, wird sie eingestellt. Leute mit guten Englisch- und Deutschkenntnissen sind rar gesät. Auf dem deutschen Stützpunkt trifft sie auf Kurt. Die beiden verlieben sich. Hedy traut sich allerdings nicht ihm zu sagen, dass sie Jüdin ist, befürchtet sie doch, dass er sich von ihr abwenden könnte. Als sich die Lage zuspitzt wird es für Hedy gefährlich, sie muss Kurt alles beichten, sich vor der Verfolgung in Sicherheit bringen und schafft es mit Hilfe von Dorothea, von der sie nie gedacht hätte, dass sie zu ihrer Freundin werden könnte, durch die schwerste Zeit ihres Lebens.

    Schreibstil:

    Leider hat es sehr lange gedauert, bis mich die Geschichte gepackt hat. Fast bis zum Schluss, plätscherte die Story so vor sich hin und ich hatte immer das Gefühl "jetzt geht es in die Tiefe" und schon zwei Sätze später war das ganze schon wieder abgehandelt und es wurde zum nächsten Ereignis weitergeleitet. Auch die Figuren haben mich nicht so richtig überzeugt. Hedy hat für mich eine Art an sich, die ich oft nicht verstehen konnte. Sie ist allem und jedem gegenüber misstrauisch, das ist ja auch absolut nachvollziehbar. Wenn sie dann aber einen wirklich guten Menschen vor sich hat, erkennt sie es nicht, auch wenn sie mit der Nase darauf gestoßen wird und es dauert wirklich unfassbar lange, bis dies zu ihr durchdringt. Manchmal empfand ich sie als leicht überheblich, gerade Dorothea gegenüber, die Hedy immer nur helfen wollte. Die Liebesbeziehung von Kurt und Hedy empfand ich eine ganze Zeit als sehr oberflächlich. Ging es doch immer nur um Körperlichkeit nicht um die Person. Zum Ende hat es die Geschichte geschafft mich doch noch zu packen und ich habe mitgefiebert, wie es für Hedy enden wird.

    Fazit:

    "Die Übersetzerin" ist ein Buch, das auf wahren Ereignissen beruht. Für mich geht die Geschichte nicht weit genug in die Tiefe und hatte einige Strecken. Zum Ende der Geschichte, ist es spannend mitzuverfolgen, wie es der Protagonistin gelingt, sich der Verhaftung zu entziehen und wie es schlussendlich zur Befreiung der Kanalinseln kommt. Auch fand ich den Hintergrund der Geschichte sehr interessant. Von der Rolle der Kanalinseln im 2. Weltkrieg hatte ich bisher noch nie etwas gehört. Es hätte der Geschichte und auch den Charakteren gutgetan, manches zu vertiefen.

    Ich hatte mir so viel mehr von diesem Buch erhofft und kann nun leider nur

    3 Sterne

    vergeben.

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    Cover des Buches Ein Santa zum Verlieben (ISBN: B09J1CTXFL)

    Bewertung zu "Ein Santa zum Verlieben" von Saskia Louis

    Ein Santa zum Verlieben
    MimisLandbuechereivor 8 Tagen
    Weihnachtlich leichte Lovestory

    Klappentext:

    Eine zauberhafte Liebesgeschichte, süßer als heiße Schokolade

     

    Die Übernahme des väterlichen Betriebs ist an sich schon eine große Sache, schließlich will man den Schlitten nicht im Schnee versenken. Wenn es sich dann jedoch um den Job von Santa Claus handelt und die Weihnachtsbriefe aus Deutschland unauffindbar sind, wird es wirklich kompliziert. Immerhin möchte CJ, als Weihnachtsmann auf Probe, keine Fehler machen. Da nützt es ihm auch nichts, dass Merry, die Oberelfe der Werkstatt, zum besorgten Kontrollfreak mutiert und Amor ihn als seinen nächsten Klienten ins Visier nimmt. Für die Liebe hat CJ im Vorweihnachtsstress wirklich keine Zeit … und Noelle, die Weihnachten mehr verabscheut als Schneematsch, ist ohnehin die vollkommen Falsche für ihn. Oder?

    Quelle: dp Verlag

    Meine Gedanken zum Buch:

    Cover

    Die Geschichte ist ursprünglich 2017 erschienen unter dem Titel "Drei Dates mit Santa". Nun wurde der Titel und auch das Cover überarbeitet und ist erneut am 10.11.2021 erschienen. Der neue Titel "Ein Santa zum Verlieben" wird unterstützt von einem sehr schönen neuen Cover.

    Es zeigt eine winterliche Landschaft und ein eingeschneites kleines Haus mit beleuchteten Fenstern. Vor dem Haus steht ein rotes Schild mit der Aufschrift "Poststelle Himmelspfort". Ein Schlitten mit roten Postsäcken macht das Bild komplett.  Im Hintergrund sind verschneite Tannen und Berge zu sehen und am Nachthimmel leuchten die Sterne. Es schneit. Der Titel ist in geschwungenen Buchstaben im oberen Teil des Covers eingefügt. Ein Rentiersilhouette und einige Ornamente schmücken den Titel.

    Ein wirklich sehr schönes, weihnachtliches Cover, das Lust macht die Geschichte zu lesen.

    Inhalt

    Noelle, genannt Elly arbeitet seit einigen Jahren in der Postfiliale von Himmelpfort. Weihnachten ist ihr ein Graus. Als weiblicher Grinch macht sie gute Miene zum Weihnachtspektakel ist aber froh, wenn sie abends dem Trubel entkommen kann. Die Massen an Post für den Weihnachtsmann, nimmt sie an sich und verwahrt sie zu Hause.

    CJ ist der attraktive Sohn des Weihnachtsmannes und soll diesen vertreten, damit Santa seinen Urlaub auf Bali genießen kann. Er muss bei dieser Gelegenheit beweisen, dass er bereit ist, die Aufgaben seines Vaters endgültig zu übernehmen. Während der Weihnachtsplanung fällt ihm auf, dass die Briefe aus Deutschland fehlen und er beschließt sich darum zu kümmern. In der Postfiliale von Himmelpfort trifft er auf Elly, die ihm gegenüber eher feindlich gesinnt ist und ihm natürlich nicht abnimmt, dass er der Weihnachtsmann ist. Als Elly die Weihnachtspost nicht aushändigen will, schlägt er ihr einen Handel vor: Wenn er es während drei Treffen schafft, sie vom Zauber der Weihnacht zu überzeugen, muss sie ihm die Briefe geben. Elly lässt sich darauf ein.

    Merry, die Chefelfe soll CJ zur Hand gehen und übernimmt einen großen Teil der weihnachtlichen Vorbereitungen. Als sie erfährt, dass CJ sich neben der ganzen Arbeit mit einer Frau treffen will, beginnt sie die Treffen zu sabotieren. Schließlich ist für Herzduselei keine Zeit, Weihnachten muss vorbereitet werden.

    Amor, ist ein hightech orientierter Geselle der mit Smartphone und Liebes-App die perfekten Paare findet. Das letzte Perfect-Match für dieses Jahr sind CJ und Elly. Er feuert seinen Liebespfeil auf die beiden ab, wird aber währenddessen durch die Chefelfe gestört und weiß nicht genau, ob er richtig getroffen hat. Also muss er, um sicher zu gehen, die beiden beobachten. Dabei kommt ihm Merry immer wieder in die Quere und es entsteht ein Wettstreit zwischen den beiden.

    Merry will verhindern und Amor sicher gehen, dass CJ und Elly sich verlieben.

    Schreibstil:

    Drei Dates mit Santa ist eine weihnachtssüße Liebesgeschichte. Die vier Autorinnen haben es gut geschafft, sich abzustimmen. Der witzige, moderne und flüssige Schreibstil macht es leicht in die Geschichte zu finden. Die Kabbeleien zwischen Elly und CJ und der Wettstreit zwischen Merry und Amor haben mich oft zum Schmunzeln gebracht. Den modernen Amor fand ich sehr erfrischend und amüsant. Tradition und moderne Elemente wurden meist gekonnt kombiniert und verbreiten ein besinnliches Lesevergnügen. Das Thema ist zwar nicht neu, aber durch den modernen Stil wundervoll umgesetzt. Nur eine Kleinigkeit hat mich gestört: In der Geschichte wird immer wieder der Nussknacker-Vorfall erwähnt, leider wird aber nicht aufgeklärt worum es hierbei geht. Hier hätte ich mir eine Aufklärung gewünscht.

    Wer eine schöne, weihnachtlich leichte Liebesgeschichte für die winterliche Jahreszeit sucht, macht mit diesem Buch sicherlich alles richtig.

    4 Sterne.

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    Cover des Buches Red River Lane (ISBN: 9783969667880)

    Bewertung zu "Red River Lane" von Jennifer Ebbinghaus

    Red River Lane
    MimisLandbuechereivor 15 Tagen
    Geschichtensammlung für einen sehr guten Zweck

    Klappentext:

    Am 31. Oktober 2021 hört man um Punkt achtzehn Uhr nur eines in der Red River Lane: die
    Sirene, die alle zehn Jahre am selben Tag die zwölfstündige Ausgangssperre verkündet. Was
    man danach hört, ist ungewiss. Doch sowohl der dreizehnjährige Ricky Hicks als auch der
    gestandene Sheriff des Ortes wissen, dass in dieser Nacht nichts mit rechten Dingen zugeht.
    Denn in Bleak Pine fragt man an Halloween nicht nach Süßem oder Saurem. Es gibt nur
    eines, zwischen dem man sich entscheiden muss: Gutes oder Böses.

    Was wählst du?

    Zehn Autoren und Autorinnen arbeiteten ein Jahr an der Horroranthologie “Red River Lane”,
    in der aus unterschiedlichen Perspektiven das Geheimnis um die Straße und deren
    Bewohner gelüftet wird. Anders als bei anderen Anthologien, bauen diese Geschichten wie
    Kapitel aufeinander auf und ergeben nur in der entsprechenden Reihenfolge Sinn. (Sämtliche
    Gewinne kommen unserem Spendenpartner zugute und helfen bei der Bekämpfung gegen
     Blutkrebs.)

    Meine Meinung zum Buch:

    Cover: 

    Ein sehr schönes Cover, dass mir sehr gut gefallen hat. Es zeigt einige beleuchtete Häuser. Im Hintergrund sind die dunklen Silhouetten der Bäume des nahegelegenen Waldes angedeutet und im Vordergrund spiegelt sich der Fluss. Der Titel ist in schwarz und rot eingefügt, einige Blutschlieren gesellen sich dekorativ dazu und laufen in den Fluss. Alles in allem ist das Cover sehr dunkel gehalten. Dies passt wunderbar zur gruseligen Botschaft und hat mir sehr gut gefallen. 

     Inhalt:

    In der Red River Lane wird an Halloween alle 10 Jahre eine Ausgangssperre verhängt. Die Einwohner sollen durch diese Maßnahme vor dem Schrecklichen geschützt werden, dass dann umherzieht. Das Buch ist in 10 Geschichten aufgeteilt, die alle aufeinander aufbauen. 

    Die 10 Jahre sind mal wieder um, die Rad River Lane wird gesperrt. Einige der Straßenbewohner halten sich nicht an die Ausgangssperre und werden von Dingen heimgesucht, die nur an Halloween passieren können, oder steckt doch etwas anderes dahinter als die Schrecken der Nacht? 

    Schreibstil:

    Alle Autoren kommen nicht aus dem Horrorgenre und haben sich bei vielen der Geschichten, an Altbekanntem orientiert. Das große Gruseln hat bei mir nicht stattgefunden, trotzdem finde ich die Idee sehr gut. Der Schreibstil aller hier Schreibenden ist leichtgängig und macht es einfach durch die Geschichten zu huschen. Es gab nur zwei Geschichten, die mich ein wenig mehr gecatcht haben: "Milchshake rot gesprenkelt" und "Hand in Hand" haben mir einen ganz leichten Schauer verpasst. 

    Gruselig war es zwar nicht wirklich, trotzdem ist die Red River Lane ein schönes Leseerlebnis. Ich habe das Buch direkt bei der Herausgeberin Jennifer Ebbinghaus gekauft. Hier wurde sich richtig viel überlegt und Mühe gegeben. Im Buch gab es zu einzelnen Geschichten Zugaben, wie z.B. Entlassungspapiere oder eine Einladung, die sich auf die jeweiligen Geschichten bezogen. Auf Seite 270 ist im Buch ein QR-Code abgedruckt, der eingescannt werden kann und einen zu einem weiteren, zur Geschichte passenden Schriftstück, weiterleitet. Als Leser:in kann man hier also aktiv werden, das hat mir sehr gut gefallen. Wenn das Buch allerdings im Buchhandel gekauft wird, fehlen bis auf den QR-Code die netten Zugaben, was das Leseerlebnis ein wenig dämpfen könnte. 

    Fazit:

    Die Red River Lane ist eine Geschichtensammlung, die aufeinander aufbaut, sich ergänzt und am Ende zu einem großen Ganzen zusammenschmilzt. Gegruselt habe ich mich leider nicht so sehr, trotzdem hat das Lesen Spaß gemacht. Ich gebe dem Buch 3 Sterne und einen Extra-Stern für die tolle Hilfsaktion, die dahintersteht. Für Menschen, die in dem Bereich sehr dünnhäutig sind, ist bestimmt auch das Gruseln inbegriffen. 

    4 Sterne

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    Cover des Buches Klugscheißer Supreme (ISBN: B09CLJF438)

    Bewertung zu "Klugscheißer Supreme" von Thorsten Steffens

    Klugscheißer Supreme
    MimisLandbuechereivor 15 Tagen
    Einfach mal wieder herzhaft lachen....

    Klappentext:

    Ein Klugscheißer als angehender Lehrer – kann das gutgehen? Ein irre komischer Roman um Lehrer, und welche, die es werden wollen – für alle Fans von Tommy Jaud und Fack ju Göhte

     

    »Nahrungsbeschaffungsmaßnahme f.; Gen. –; Pl. –n; der Besuch eines Verkaufsstandes mit Esswaren, um eine anschließende stundenlange Zusammenkunft aller verfügbaren Lehrkräfte zum illustren Erfahrungsaustausch auszuhalten«

     

    Klugscheißer Timo Seidel hat nach vier Jahren sein Lehramtsstudium beendet. Doch nun steht ihm die schwerste aller Prüfungen bevor: das von allen Seiten gefürchtete Referendariat. Schmerzlich stellt Timo fest, dass er sich trotz Berufserfahrung wieder einmal den Respekt des Kollegiums, der Schulleitung und vor allem der Schülerschaft hart erkämpfen muss. Da sind für einen Klugscheißer wie Timo natürlich Pleiten, Pech und Pannen vorprogrammiert …

    Quelle: Piper Humorvoll

    Meine Meinung zum Buch

    Cover:

    Diesmal kommt der Klugscheißer in orange daher und passt wunderbar zu den Vorgängerbänden. Wieder ziert eine Illustration das Cover. Es zeigt einen Mann in schwarzem Anzug mit roter Krawatte der in den Himmel zeigt. Der Titel ist in geschwungener Schrift im oberen Teil des Covers mittig in weiß eingefügt. Der Autorenname sowie der Verlag sind in schwarz gehalten. Wie bereits bei den anderen Bänden, ist diese Art von Cover nicht mein Geschmack, der Inhalt dafür aber umso mehr....

    Inhalt:

    Timo ist im Referendariat angekommen. Dieses soll er an Martin-Luther-King-Realschule absolvieren. Hier trifft er auf esoterisch angehauchte, bierernste, völlig verpeilte oder dauernd lästernde und auch schadenfrohe Lehrerkollegen und muss sich ergänzend dazu auch noch mit einem weiteren Referendar herumschlagen, der sich als das Maß aller Dinge sieht und sich nicht scheut, mal schnell Timo die Schuld für das eigene Versagen in die Schuhe zu schieben. Außerdem muss er auch noch die 8e unterrichten, die sich so gar nicht auf ihn einstellen will und ihm von Tag 1 das Leben schwer macht. Auch privat läuft es alles andere als rund. Wird er es schaffen, das Referendariat erfolgreich zu beenden? Zum Glück hat er seine gute Freundin Hannah, auf die er sich immer verlassen kann...

    Schreibstil:

    Thorsten Steffens Humor ist einfach nur klasse. Auch der Dritte Teil der Klugscheißer-Reihe hat mir wieder richtig viel Spaß gemacht. Nachdem Timo für mich im zweiten Teil, ein wenig seines Charmes eingebüßt hatte, hat der Protagonist im dritten Teil zur vollen "Timo-Seidel-Charme-Offensive" ausgeholt. Jedes Kapitel hat mir ein Lächeln verpasst und oft habe ich sogar laut lachen müssen. Die typischen Begriffserklärungen sind auch in diesem Band zu finden und wirklich herrlich.

     Al|les|wis|so|lo|ge m.; Gen. - n; Pl. -n; (der offizielle, nicht beleidigende und selbst gewählte Ausdruck für Besserwisser)

    oder

    Rot|stift|be|zirk m.; Gen. -s; Pl. -e; (lustige Umschreibung für) Lehrerzimmer

    Locker und leicht und mit knackigen Kapiteln, schafft es Thorsten Steffens, dass es auf keiner Seite langweilig wird. Schade, es ist der letzte Band, der sich um das oft chaotische Leben des Timo Seidel dreht, aber nun scheint er ja auch endlich angekommen zu sein. Mich würde ja noch interessieren wie der Timo sich so als Vater macht und wie er später die Lehrer seiner Kinder erlebt, das wäre doch sicher auch lustig mitzuerleben...

    Fazit:

    Was habe ich mal wieder gelacht! Es war einfach wunderbar in die Geschichte um Timo Seidel abzutauchen und den Alltag auszusperren. Wieder einmal ist mir aufgefallen: Das Lachen kommt bei all den Verpflichtungen die ihren Platz brauchen, einfach immer zu kurz. Also in diesem Sinne: Schnappt Euch den Klugscheißer und freut euch an dem tollen Humor von Thorsten Steffens!

    5 Sterne und eine Leseempfehlung

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    Cover des Buches Montags bei Monica (ISBN: 9783442206285)

    Bewertung zu "Montags bei Monica" von Clare Pooley

    Montags bei Monica
    MimisLandbuechereivor 16 Tagen
    Wundervolle Lesezeit

    Klappentext:

     Julian ist es leid, seine Einsamkeit vor anderen zu verstecken. Der exzentrische alte Herr schreibt sich seine wahren Gefühle von der Seele und lässt das Notizheft in einem kleinen Café liegen. Dort findet es Monica, die Besitzerin. Gerührt von Julians Geschichte, beschließt sie, ihn aufzuspüren, um ihm zu helfen. Und sie hält ihre eigenen Sorgen und Wünsche in dem Büchlein fest, ohne zu ahnen, welch heilende Kraft in diesen kleinen Geständnissen liegt: Als das Notizbuch weiterwandert, wird aus den sechs Findern ein Kreis von Freunden. Monicas Café wird dabei ihr zweites Zuhause, und auf Monica selbst wartet dort das ganz große Glück …

    Quelle: Goldmann Verlag

    Meine Meinung zum Buch:

    Cover:

     Das Cover konnte mich wirklich begeistern. Es ist wunderschön gestaltet und zeigt eine Café-Kulisse mit einer weiß-beige-roten Markise. Eine Frau mit Hund an einem Bistrotisch vor dem Café. Ein Mann mit grünem Heft im Café, ein weißhaariger Mann auf dem Fahrrad, der an dem Café vorbeiradelt und eine dösende Katze auf der Markise. Der Titel ist sozusagen als Firmenschild über dem Café angebracht und strahlt in sattem rot. Der Grundton des Covers ist angelehnt an den Hauptakteur des Romans, das grüne Schreibheft, das alles ins Rollen bringt. Für mich ein absolut gelungenes Cover, das auf die Geschichte wunderbar aufmerksam macht und die Neugierde schürt.

    Inhalt:

    Julian, ein alternder Maler, schreibt sich seine Einsamkeit von der Seele und bringt damit so einiges ins Rollen. Nach dem Tod seiner Frau Mary hat er sich zurückgezogen und kommt mit dem Alleinsein nur schwerlich zurecht. Das hellgrüne Heft, in das er seine Gedanken schreibt, legt er auf einen Tisch in Monikas Café und hofft, dass es den richtigen Menschen findet. Monika ist es dann, die das Heft in die Finger bekommt und von Julians Not erfährt. Kurzentschlossen denkt sie sich etwas aus, um den alten Herrn aus seiner Einsamkeit zu befreien.

    Das Heft wandert im Laufe der Geschichte durch das Leben von 6 Personen, die nach außen alle ein schönes Leben führen. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt allerdings, dass der Schein trügt.

    Monika wirkt nach außen, wie die Frau die sich den Traum vom eigenen Café erfüllt hat. Eine gute Geschäftsfrau, die alles im Griff hat. Ein Blick hinter die Fassade offenbart eine Frau, die nur schlecht die Kontrolle abgeben mag und unter Selbstzweifeln leidet. Ihr Wunsch nach Geborgenheit, einem Mann, der sie liebt und einer eigenen kleinen Familie ist groß und doch fällt es ihr schwer, einen Mann in ihr Leben zu lassen.

    Hazard ist erfolgreicher Aktienbroker und ein absoluter Frauenmagnet. Er ist witzig und ein "Hans Dampf in alles Gassen". Wenn er allerdings morgens aufwacht, weiß er oft nicht, wer neben ihm liegt und das Dröhnen in seinem Kopf kündigt die Notwendigkeit an, sich die nächste Line bzw. sich schnell einen ersten Drink zu gönnen.

    Riley ist Australier und hat sich auf den Weg gemacht die Welt zu erkunden. In seinem ländlich geprägten Umfeld, hatte er das Gefühl, dass er ausbrechen muss, stellt aber schnell fest, wie sehr ihm sein zu Hause fehlt. Als er Monika kennenlernt, hält es ihn allerdings länger in London als geplant.

    Alice lebt nach Außen den Traum aller Mütter. Tolle Beziehung, wundervolles Leben als Mami, ein Leben in Luxus und einfach nur perfekt. Ihr Instagram-Account hat unzählige Follower, die sie anhimmeln, aber nicht wissen, wie unendlich müde Alice ist und wie schwer es ihr fällt, sich um ihre kleine Tochter zu kümmern. Immer mehr hat sie das Gefühl eine schlechte Mutter, Haus- und Ehefrau zu sein und putscht sich mit Alkohol auf, um überhaupt den Alltag zu schaffen. Ihr Mann flüchtet aus der Beziehung, hat er sich doch die ganze Sache ganz anders vorgestellt und hadert mit seinem Leben. Er möchte lieber wieder sein altes, unbeschwertes Leben zurück. Er lässt Alice mit allem allein und macht ihr noch Vorwürfe.

    Lizzy ist eine aufopfernde Kinderbetreuerin in einer Einrichtung für suchtkranke Mütter. Gleichzeitig steckt sie nur zu gern ihre Nase in die Angelegenheiten anderer Menschen und kenn ihre Neugierde einfach nicht im Zaum halten.  Als sie Alice Geschichte liest, eilt sie ihr zu Hilfe und deckt auch sonst noch das ein oder andere Geheimnis auf.

    Schreibstil:

    Clare Pooley hat einen sehr schönen und weichen Schreibstil, der einen von der ersten Seite an mitnimmt. Ich war bei jedem Charakter gespannt, wie sich alles entwickeln wird und es ist mir schwergefallen, das Buch aus der Hand zu legen. Die Personen haben Ecken und Kanten und sind alles andere als perfekt. Sie strahlen so viel Ehrlichkeit aus, obwohl doch jeder von ihnen seine Geheimnisse hat. Es gab die ein oder andere Überraschung, die ich so nicht erwartet hatte, Freunde wurden vor den Kopf gestoßen, Fehler gemacht, Fehler verziehen und erneut Fehler gemacht. Am Ende habe ich bitterliche Tränen vergossen und gehofft, dass das Buch auch mal in meine Hände gerät.

    Fazit:

    Projekt Aufrichtigkeit ist etwas, was wir alle hin und wieder und wenn auch nur für uns, in Angriff nehmen sollten. Ist in unserem Leben wirklich alles so, wie wir es uns wünschen. Wo können wir etwas ändern und es für uns in eine Richtung lenken, die uns ein wenig glücklicher macht.

    Das Buch verspricht eine wundervolle Lesezeit und jeder der gern hinter die Kulissen schaut und ein wenig die gleiche Neugierde in sich trägt wie Lizzy sollte es lesen.

    5 Sterne

     

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    Cover des Buches Ein Cottage in Cornwall (ISBN: 9783426308554)

    Bewertung zu "Ein Cottage in Cornwall" von Elisabeth Kabatek

    Ein Cottage in Cornwall
    MimisLandbuechereivor einem Monat
    Tolle Geschichte für verregnete Herbsttage...

    Klappentext:

    Margarete hat endlich die Liebe ihres Lebens gefunden! Okay, mit 50, und in Cornwall statt im heimischen Stuttgart. Aber der Biofarmer Chris im idyllischen Port Piran ist ein echter Hauptgewinn. Das scheint leider auch seiner Noch-nicht-ex-Frau plötzlich klar zu werden. Sie mischt die neue Beziehung genauso auf wie Margaretes schwäbische Mutter. /Währenddessen verliebt sich Maggies englische Freundin, die Expunkerin Lori im zarten Alter von 61 zum ersten Mal. Zwei Frauen, zwei Freundinnen – und beide müssen um ihr Glück kämpfen...

     

    Quelle: Droemer Knaur Verlag

     

    Meine Meinung zum Buch:

    Cover:

    Vor blauem Hintergrund ist ein Cottage und ein Schaf im unteren Coverbereich eingefügt. Im oberen Bereich ist eine Dublette/Sprechblase eingefügt, in der sich der Titel in schwarz und der Autorinnenname in rot befindet. An der Dublette baumeln ein Paar gezeichnete Socken stellvertretend für die Nationalfahne Großbritanniens. Das Cover trifft nicht so wirklich meinen Geschmack, passt allerdings gut zum Vorgängerband, so dass sich hier ein harmonisches Gesamtbild ergibt. 

     

    Inhalt:

     

    Margaret ist 50 und kommt aus Stuttgart. Sie hat sich in den Engländer Chris, einen Biobauern, verliebt. Kurzerhand ist sie zu ihm nach England gezogen und sieht sich nun einer ungewissen Zukunft gegenüber. Ist es wirklich etwas für sie, das Landleben - das Leben auf einem Bauernhof, oder sollte sie doch lieber wieder nach Stuttgart zurückgehen? Neben ihren Zweifeln, macht ihr auch noch ihre Mutter das Leben schwer und auch die gutaussehende Noch-nicht-Ex-Frau von Chris stellt ein großes Problem dar. Unermüdlich versucht Maggie, wie sie liebevoll von den Einheimischen genannt wird, ihren Weg in Cornwall zu finden und alle Hindernisse zu überwinden, was sich nicht immer als einfach herausstellt. Kann sie ihren Weg finden, oder wird sie aufgeben?

     

    Lori ist mit über 60 noch nie mit einem Mann ausgegangen und sie hat es auch nicht vor. Als Liam sich in ihrem Cottage einmietet, kann sie ihre eigenen Reaktionen nicht deuten. Mit schweißnassen Händen und wackeligen Knien hatte es die Ex-Punkerin noch nie zu tun. Eifrig damit beschäftigt alle Menschen in ihrem Umfeld auf Abstand zu halten, kann sie sich doch nicht gegen die sich entwickelnden Gefühle zur Wehr setzen. Wird sie mit Liam ausgehen, oder versteckt sie sich weiter in der kleinen Küche ihres Honeysuckle Cottage? 

     

    Schreibstil:

     

    Anfangs hatte ich das Gefühl nicht in die Geschichte hineinzufinden, dies hat die ersten 30 - 40 Seiten angehalten, sich dann aber immer mehr verflüchtigt und mit jeder weiteren Seite wurde es dann ein schönes und rundes Lesevergnügen. Vielleicht lag es daran, dass ich den Vorgängerband nicht gelesen habe und die Figuren noch nicht kannte. 

     

    Trotzdem kann das Buch auch ohne Kenntnis der vorherigen Bände gelesen werden. 

     

    Die Geschichte wird aus der Sicht von Margarete und Lori erzählt, dies ermöglicht dem Leser einen schönen und oft auch humorvollen Blick auf die Gedankengänge der beiden Protagonistinnen. 

     

    Mit Margarete und Lori trifft man zwei Frauen, die sich durch unglaubliche Charakterzüge auszeichnen. Die Deutsche und die Britin sind so unterschiedlich und passen doch so wunderbar zusammen. Gerade die Gegensätze sind es, die Spaß und die Geschichte spannend machen. 

    An vielen Stellen wirken sie leicht überzeichnet, was aber überhaupt nicht stört, sondern der Geschichte eine ungeahnte Dynamik verleiht. Lori, so knurrig und negativ und doch auf ihre Weise liebenswert und die herzensgute (mit Abstrichen bei ihrer Mutter) Margarete, die versucht ihr Leben neu zu ordnen, alle Hindernisse aus dem Weg zu räumen und dabei schon das ein oder andere Mal an Ihre Grenzen und die Grenzen ihres geliebten Chris stößt. 

     

    Die Geschichte nimmt leise Fahrt auf und Elisabeth Kabatek versteht es, einen an die Hand zu nehmen und bis zum großen Drama und weiter bis zu einem tollen Ende zu führen. Der leichte und gut zu lesende Schreibstil hat dafür gesorgt, dass sich die Geschichte für mich nach den Anfangsschwierigkeiten zu einem Pageturner gemausert hat und ich das Buch innerhalb kürzester Zeit gelesen hatte. 

     

    Auch die Lachmuskeln kommen nicht zu kurz, wenn Margarete mal im Schlamm landet.

     

    Fazit:

     

    Ein Cottage in Cornwall hat mich zum Lachen und zum Weinen gebracht und ist eine wundervolle Geschichte für einen verregneten Tag im Herbst. Es geht um Liebe, Zweifel, Verlust und Schmerz und darum, dass man auch mit über 50 nie aufgeben und auch noch einmal Neues wagen sollte. Es lohnt sich immer…genau wie diese Geschichte!

     

    4 Sterne

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    Cover des Buches Berlin Monster - Nachts sind alle Mörder grau (ISBN: 9783404184187)

    Bewertung zu "Berlin Monster - Nachts sind alle Mörder grau" von Kim Rabe

    Berlin Monster - Nachts sind alle Mörder grau
    MimisLandbuechereivor 2 Monaten
    Monstermäßig spannendes Lesehighlight...

    Klappentext:

    Privatdetektivin Lucy hat sich auf übernatürliche Fälle spezialisiert. Und von denen gibt es so einige in Berlin, wo es von übersinnlichen Phänomenen nur so wimmelt. Denn vor dreißig Jahren ließ die Strahlung einer Bombe den Aberglauben der Menschen lebendig werden. Heute brüten Dschinns in Kreuzberger Shisha-Cafés, Feen tanzen in Friedrichshainer Clubs, und Hipster-Kobolde sind die Herren der Kneipen von Neukölln. Während Lucy eine Fee aufspüren soll, erschüttert eine Mordserie die Stadt. Hat ihr Verschwinden etwas damit zu tun? Immer tiefer taucht Lucy in den Fall ein, und bald schwebt nicht nur sie in Gefahr, sondern auch jene, die ihr am nächsten stehen ...

     

    Quelle: Bastei Lübbe Verlag

     

    Meine Meinung zum Buch

    Cover

    Ein düsteres in Graublau gehaltenes Cover mit der Berliner Skyline und dem Berliner Fernsehturm als Eyecatcher. Raben fliegen über den nächtlichen Stadthimmel und ein Sturm braut sich zusammen. Der Titel fügt sich rostfarben in das Bild ein. Das M von Monster ist mit einer Wehrwolf-Silhouette, das R mit einer Flaschengeist-Silhouette verziert. Ein filigraner Rahmen umfasst den Titel, dieser ist in der unteren linken Ecke mit einer Pixie und rechts mit einem Einhornkopf ergänzt. Alles ebenfalls rostfarben. Der Name der Autorin ist mittig am oberen Rand des Covers in Weiß eingefügt.

     

    Das Cover gefällt mir sehr gut, es spiegelt das düstere Setting des Romans wider und passt wie die Faust aufs Auge.

     

    Inhalt

     

    Lucy Wayne ist Privatdetektivin. Die ehemalige Polizistin hat sich nach einem dramatischen Vorfall selbst aus dem Polizeidienst entlassen und verdient nun ihre Brötchen mehr schlecht als recht mit der Aufklärung übernatürlicher Fälle. Nach einem fehlgeschlagenen Experiment haben sich alle Wesen, die der Fantasie der Menschen entsprungen sind, manifestiert. Da sind Pixies, Harpyien, Butzemänner, Trolle, Osterhasen, das Kasperle und noch viele mehr unterwegs, haben sich integriert, gehen arbeiten, haben Wohnungen oder leben in der ZONE. So richtig können sich die Menschen nicht mit der Anwesenheit der übernatürlichen Wesen anfreunden. Obwohl sich die Manifestation nun zum 30. Mal jährt sind Konflikte an der Tagesordnung. Lucy wurde durch die Strahlung zu einem Stif-Scanner und kann diese aufgrund ihrer Strahlung sofort erkennen. Sie wird nun von einer Stif beauftragt deren beste Freundin, die Faerie Lia, zu finden. Der Auftrag stellt sich schnell als schwieriger heraus als gedacht und ist augenscheinlich mit einigen Morden verknüpft, die einem Werwolf zugeschrieben werden. Da Werwölfe allerdings schon lange als ausgerottet gelten, kann Lucy diese Theorie nicht ganz teilen. Bei ihren Ermittlungen stößt sie auf viele Ungereimtheiten, jeder scheint irgendwie Dreck am Stecken zu haben und auch Lia ist kein Unschuldslamm. Lebt Lia noch und ist sie auf der Flucht, oder ist sie dem Werwolf-Mörder zum Opfer gefallen. Während den Ermittlungen gerät nicht nur Lucy in Gefahr. Durch ihre egoistische und nur auf den Fall ausgelegte Vorgehensweise, bringt sie auch die Wesen in Gefahr, die zu ihrer Familie geworden sind.  

     

    Lieblingszitat

    Und dann beginnt sie zu singen, mit solch dunkler, wütender Stimme, dass mir ein Schauer über den Rücken rinnt. "Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten, sie fliegen vorbei wie nächtliche Schatten."

    Seite 252

     

    Schreibstil

     

    Durch die Erzählperspektive in der Ich-Form sehen wir die Ereignisse mit Lucys Augen.

     

    Kim Rabe erzeugt durch ihren bildhaften Schreibstil eine so klare Vorstellung der Personen und Orte, dass man fast glaubt mit Ihr durch die Straßen Berlins zu laufen.

     

    Die Protagonistin Lucy Wayne ist eine sture, egoistische Frau mit einem eisernen Willen und vielen Ecken und Kanten. Gleichzeitig blitzt immer wieder ihre Verletzlichkeit, ihre Liebe zu allen Wesen um sie herum und vor allem ihren Vertrauten auf. Sie ist knallharte Ermittlerin, verliebtes Mädchen und gute Freundin. Da sie aber immer wieder übers Ziel hinausschießt und bei ihren Ermittlungen alles andere vergisst, geraten die Dinge in ihrem Leben oft ins Wanken und mit jedem Mal ist es schwerer, alles wieder in Ordnung zu bringen. Für Sie ist Stillstand nicht auszuhalten und so zieht sie rastlos durch die Straßen Berlins, fast immer mit der Kippe im Mundwinkel.

     

    Alle Figuren des Buches sind wunderbar angelegt, gut durchdacht und glaubhaft dargestellt.

     

    Die Geschichte spielt in einem Berlin, das den Mauerfall nicht erlebt hat, dafür aber durch eine Explosion von übernatürlichen Wesen bevölkert wurde. Als Leser wird man durch dunkle Gassen, verruchte Clubs und elitäre Einrichtungen gescheucht und obwohl die Geschichte die Spannung eher langsam aufbaut, macht jede Seite Spaß und man bekommt nicht genug von diesem absolut filmreifen Schreibstil. Berliner Flair zum Greifen nah und wer in Berlin lebt, oder schon einmal dort zu Besuch war, kennt viele der Orte durch die Lucy bei ihren Ermittlungen streift.

     

     

    Fazit

    "Berlin Monster - Nachts sind alle Mörder grau" von Kim Rabe ist ein Krimi der besonderen Art. Fantasy gepaart mit durchdachtem Thriller/Krimi. Bis zum Schluss bleibt es spannend und war für mich ein absolutes Lesehighlight.

    5 Sterne

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    Cover des Buches Alles wird gut (ISBN: 9783442759347)

    Bewertung zu "Alles wird gut" von Nina Lykke

    Alles wird gut
    MimisLandbuechereivor 2 Monaten
    Unverblümter Blick auf menschliche Verhaltensmuster

    Klappentext

    Wie konnte es so weit kommen? Elin – Mitte 50, Allgemeinärztin seit 20 Jahren und genauso lange verheiratet mit Aksel – ist kurzerhand in ihre Praxis gezogen. Während Aksel jede freie Minute mit Skilanglauf verbringt, schickt Elin eines Abends schon leicht angeschickert eine Nachricht an ihren Jugendfreund Bjørn – der antwortet prompt. Elin fühlt sich das erste Mal seit Langem wieder richtig lebendig. Aus Alltagsresignation wird erwartungsvolle Aufbruchsstimmung. Doch eine langjährige Ehe und das gutsituierte Leben im Reihenhaus lassen sich nicht so leicht abschütteln. Das ist die Ausgangssituation des vielfach ausgezeichneten Romans, der mit entlarvender Ehrlichkeit das Beziehungsleben der modernen Großstädter in mittleren Jahren unter die Lupe nimmt.

     

    Quelle: btb-Verlag

     

    Meine Meinung zum Buch

    Cover

    Das Cover gefällt mir persönlich sehr gut. Auf cremefarbenen Hintergrund ist der Titel in Rot in ein Aquarell-Blumenbukett eingefasst. Alles ist leicht in sich verschoben, was sicherlich auf die verschobene und durcheinandergeratene Welt der Protagonistin hinweist. Der Name der Autorin fügt sich in einfachen schwarzen Buchstaben am oberen Rand gut ein. 

     

    Inhalt:

    Elin ist Mitte 50 und Ärztin. Ihr Leben ist festgefahren und in ihrer Ehe ist sie schon lange nicht mehr glücklich. Ihr Mann Aksel interessiert sich hauptsächlich für seinen Sport und Elin hat begonnen sich ihrem Sofa, Serien und dem Alkohol als Freizeitausgleich zu widmen. Als sie versehentlich ihrer alten Jugendliebe Bjørn über Facebook eine Freundschaftsanfrage sendet, nimmt das Schicksal seinen Lauf.  NEIN sagen war noch nie Elins Stärke und so schliddert sie ungebremst in eine Affäre mit Bjørn, der sie nie vergessen und sich immer gefragt hat, wie sein Leben wohl verlaufen wäre, wenn er mit Elin zusammengeblieben wäre. 

     

    Soweit die Grundgeschichte. Eigentlich nichts Außergewöhnliches! Allerdings wird die Geschichte verpackt in Elins bissige Ansichten zu ihren Patienten, ihrem Mann Aksel, Freunden, Gesellschaft und schließlich zu sich selbst. Im gedanklichen Gespräch mit ihrem Praxisskelett Tore analysiert Elin den Verlauf ihres Lebens und wie es dazu kommen konnte, dass sie sich immer für alles verantwortlich gefühlt hat, alles übernommen hat um schlussendlich in einer Sackgasse voller Überforderungen zu landen. Die Konsequenz daraus ist Einsamkeit, Frust und die Flucht in Süchte. 

    Schreibstil:

    Die Autorin schildert das Leben ihrer Protagonistin Elin mit psychologischer Tiefe und ohne ein Blatt vor dem Mund/Stift zu nehmen. Es werden Ausdünstungen und Körperöffnungen offen angesprochen und menschliches Verhalten unverblümt beleuchtet. Dies ist sicher nicht für jedermann angenehm. Die bissige Sicht auf das Leben und Beziehungen hat mir sehr gut gefallen, allerdings hat sich für mein Empfinden alles ein wenig zu lange hingezogen.  Schön fand ich, dass Elin sich nicht unterkriegen lässt, immer weiter macht und versucht den Sinn in allem zu finden. 

     

    Fazit:

    Ich habe mich wirklich gut unterhalten gefühlt und musste das ein oder andere Mal wirklich schmunzeln über den unverblümten und oft passenden Blick auf menschliche Verhaltensmuster.  

     

    4 Sterne

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    Cover des Buches Im Tal der silbernen Pferde (ISBN: 9783969669648)

    Bewertung zu "Im Tal der silbernen Pferde" von Christiane Lind

    Im Tal der silbernen Pferde
    MimisLandbuechereivor 3 Monaten
    Auf ins australische Abenteuer...

    Klappentext: 

    »Es kommt nicht auf die Abstammung an, es kommt auf das Herz an.«
    Australien, 1920. Voller Hoffnung reist Florence, Tochter einer Weißen und eines Ureinwohners, nach Brisbane, um dort ihr Glück zu finden. Aber der Mann, an den sie ihr Herz verliert, erweist sich als Betrüger. Schlimmer noch: ihrer Heimat Amber's Joy droht der Bankrott. Florence fasst einen verzweifelten Plan, der sie in das geheimnisumwitterte Tal der silbernen Pferde führt.
    Hundert Jahre später bietet Franziska, der Amber’s Joy gehört, den Wildpferden Queenslands Rettung vor dem Tod. Da meldet sich ein angeblicher Erbe und fordert, dass sie die Farm verkauft. Franziska begibt sich auf die Spur von Florence und entdeckt ein lange gehütetes Geheimnis.
     Eine dramatische Familiengeschichte für Australienfans und Pferdemädchen vor der traumhaften Kulisse Queenslands.

    Quelle: Christiane Lind

     

    Meine Meinung zum Buch: 

    Cover: 

    Wieder ein sehr atmosphärisches Cover, dass sich gut in die Reihe einpasst. Ein Tal in Australien über dem die brennende Sonne hinter den Bergen versinkt und die im Vordergrund stehende Akazie leicht leuchten lässt. Titel sowie Autorenname sind in Creme gehalten und fügen sich gut in das Orangerot des Covers ein. Im Hintergrund des Titels erkennt man eine angedeutete Zeichnung einer australischen Eidechse. 

    Inhalt: 

    Australien 1920

    Florence ist die Tochter von Victoria und Billy, die im ersten Band der Australien-Reihe die Hauptrolle spielen. Florence ist unglücklich, ja richtig erbost über ihre Eltern, die sie in eine Welt geboren haben, wo Kinder von Weißen und Ureinwohnern, nirgendwo hingehören. Als Weiße wird sie nicht akzeptiert und auch die Ureinwohner sehen in ihr keine von ihnen. Während ihre Mutter in Trauer um ihren verstorbenen Mann versinkt, will Florence dem Leben auf der Farm Amber's Joy entfliehen und in Brisbane endlich selbstbestimmt leben. Die große Stadt flößt ihr zwar Angst ein, trotzdem stellt sie sich dem Unbekannten und erlebt mit ihrer Cousine Lilli schöne Tage. Als sie dann noch einen Mann kennenlernt, dem es egal zu sein scheint, dass sie von den Ureinwohnern abstammt, scheint ihr Glück perfekt. Als Florence dann herausfindet, dass dieser Mann ihr nur etwas vorgemacht hat und die Farm und das Kaufhaus ihrer Familie vor dem Bankrott stehen, trifft Florence eine Entscheidung, die ihr alle Kraft abverlangt, die sie aufbringen kann, um das Erbe Ihrer Vorfahren zu retten. 

    Australien in der Gegenwart

    Franziska ist dem Leser aus dem zweiten Band der Australiensaga bekannt. Sie hat die Farm Amber's Joy von ihrer Großtante Ella geerbt, obwohl die beiden Frauen sich nur kurz kannten. Als sich ein Unbekannter mit Erbansprüchen an sie wendet, bricht für die junge Frau eine Welt zusammen. Der Verkauf der Farm schwebt als drohendes Unheil über allen Bewohnern, Mitarbeitern und den Ureinwohnern, die auf dem Land von Ambers Joy eine Zuflucht gefunden haben. Außerdem hatte Franziska vor australische Wildpferde auf der Farm unterzubringen, um diese vor dem sicheren Tod zu retten. Die Brumbies sollen auf Anordnung der Behörden abgeschossen werden. Um das drohende Unheil abzuwenden, macht sich die junge Frau gemeinsam mit ihren Freunden auf die Suche nach Beweisen dafür, dass der angebliche Erbe keinen Anspruch auf die Farm hat. Dabei kommt sie der unglaublichen Geschichte von Florence auf die Spur und erlangt gleichzeitig endlich Klarheit darüber, was sie sich für ihr eigenes Leben wünscht. 

    Schreibstil:

    Christiane Lind ist es wieder gelungen mich mit ihrem wundervollen Schreibstil zu fesseln. Obwohl ich anfangs leichte Schwierigkeiten hatte, in die Geschichte hineinzufinden, hat sich dies mit jeder Seite mehr und mehr verflüchtigt, bis ich am Ende mit Tränen in den Augen das Buch zugeklappt habe. Die Frauen in dieser Geschichte sind liebenswerte Kämpfernaturen, denen man sofort helfend zu Seite stehen möchte. Sie wachsen einem bei jeden gelesenen Wort mehr ans Herz und eine Trennung am Ende der Geschichte ist schmerzhaft. Das Setting ist atemberaubend und so detailreich beschrieben, dass dieses bei mir Fernweh auslöst. Wer immer schon mal nach Australien reisen wollte, bekommt hier einen schönen Eindruck von Flora und Fauna, von Weite und Freiheit. 

    Trotz der schönen Umgebung bleibt es bei Christiane Lind nicht aus, dass auch die kritischen Seiten des Landes zur Sprache kommen. Gerade die Passagen der Vergangenheit liefern spannende Einblicke in die Denk- und Lebensweise der Menschen und womit sie zu kämpfen hatten. 

    Unbedingt erwähnt werden muss natürlich die Katzenmutter, die sich mit ihren Kitten bei Franziska einnistet und mit ihrem eigenwilligen Charakter dafür sorgt, dass das Markenzeichen der Autorin auch in diesem Buch zur Geltung kommt. Katzen dürfen bei Frau Lind eben nicht fehlen!

    Fazit:

    Ich habe meine Reise nach Australien auch dieses Mal sehr genossen. Die Geschichte vereint Historisches mit Gegenwart, Liebe und Drama und eine Menge Familiengeheimnisse und ich kann sie jedem der diese Mischung mag nur ans Herz legen. Also macht Euch auf die Reise nach Australien und stürzt Euch mit Florence und Franziska ins Abenteuer...

    Die Geschichte kann sicher unabhängig von den beiden Vorgängerbänden gelesen werden, aber dann verpasst ihr etwas....

    5 Sterne

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    Cover des Buches Broken (ISBN: 9783749902873)

    Bewertung zu "Broken" von Don Winslow

    Broken
    MimisLandbuechereivor 3 Monaten
    Krimihighlight

    Klappentext:

    Sechs packende Geschichten voller Verbrechen und Korruption, Schuld und Gerechtigkeit, Verlust und Verrat, Rache und Vergebung von Bestsellerautor Don Winslow. In Broken schickt er einige seiner beliebtesten Charaktere wie Ben, Chon und O aus »Zeit des Zorns« in eine Welt voller Schwerverbrecher und Kleinkrimineller, besessener Polizisten, denen Job und Leben zusetzen, Privatdetektive, Kopfgeldjäger und Flüchtiger. Doch auch das aktuelle politische Klima in den USA findet sich thematisch wieder, als ein texanischer Grenzschützer sein Handeln aufgrund der unhaltbaren Zustände in den Sammellagern hinterfragen muss.

     So schafft Don Winslow mit Menschenkenntnis, Action und Humor eine Sammlung von Geschichten, die zu den Klassikern der Kriminalliteratur zählen wird.

    Quelle: Harper Collins

     

    Meine Meinung zum Buch: 

    Cover:

    Das Cover zeigt einen Sonnenuntergang zwischen der Skyline einer großen City. Ein einfaches Cover, das leider nicht so ganz meinen Geschmack trifft.

    Inhalt: 

    Zitat:

    Die Welt bricht jeden, und manch einer ist nachher da stärker, wo er gebrochen wurde. 

    Ernest Hemingway: In einem anderen Land - 

    Eingangszitat auf Seite 11 

    Don Winslow vereint in "Broken" sechs Kriminalgeschichten, die es absolut lohnt zu lesen. Dies war mein erstes Buch des Autors und ich kann versichern, es wird nicht das Letzte gewesen sein.
      

    1.) Broken

    Ein Polizist nimmt blutige Rache.

    2.) Crime 101

    Ein Juwelendieb der seine Beutezüge ausschließlich entlang des Highways 101 verübt kommt in Schwierigkeiten. 

    3.) The San Diego Zoo

    Ein Schimpanse mit einem Revolver und ein Polizist mit Zielen. 

    4.) Sunset

     Kopfgeldjäger jagt Surflegende

    5.) Paradise

    Fröhlicher Grasanbau auf der hawaiianischen Insel Kauai. Ben, Chen und O bekommen schnell Ärger mit den einheimischen Verbrechern...

    6.) The last Ride

    Ein Mann verliert den Glauben an das System und nimmt die Dinge selbst in die Hand. Diese mitreißende Geschichte spielt in einem Lager an der Mexikanischen Grenze und stellt die Politik der USA eindringlich in Frage. 

    Alle sechs Storys sind der absolute Krimiknaller. 

    Schreibstil: 

    Don Winslow schreibt packend und schafft es jede der Geschichten mit Spannung zu füllen. Seine Figuren sind alle extreme Persönlichkeiten und beschreiten teilweise einen groben und brutalen, blutigen Weg. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen und habe alle 6 Geschichten genossen. 

    Fazit: 

    Broken war mein erstes Buch von Don Winslow, wird aber mit Sicherheit nicht mein letztes gewesen sein. Für Krimi-Fans absolut zu empfehlen. 

    5 Sterne

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    Liebesromane, Jugendbücher, Sachbücher, Biografien, Historische Romane, Fantasy, Krimis und Thriller, Romane, Humor

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