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Mira123

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches Walden9783717525080

    Bewertung zu "Walden" von Henry D. Thoreau

    Walden
    Mira123vor 12 Stunden
    Walden

    Dieses Buch habe ich für die Uni gelesen. Genauer: Für die Leseliste der Amerikanischen Literatur. Die ist, wie schon erwähnt, ziemlich lang, doch bisher war das einer Klassiker von dieser Liste, die mir die meiste Freude gemacht haben.

    Die Freude an diesem Buch beginnt schon bei der Machart. Das Buch hat ein sehr kleines Format, sodass es problemlos in jede meiner Jackentaschen hat, was den Transport natürlich super einfach macht, selbst wenn es nur von einem Zimmer in ein anderes geht. Das Büchlein liegt gut in der Hand, hat ein ansprechendes Cover und ein grünes Lesebändchen, das sich aber leider ziemlich schnell aufgelöst hat, da ich natürlich immer damit rumspielen musste. Besonders überrascht hat mich, dass dieses Buch klimafreundlich sein soll. Doch auf der Rückseite steht "Klimaneutrales Druckprodukt" und "Manesse fördert mit dieser Ausgabe ein Waldschutz-Projekt in Brasilien". Sehr schön, dann brauch ich kein schlechtes Gewissen haben, dass ich ein Papierbuch statt einem eBook gekauft habe! Hoffen wir nur, dass das auch wirklich stimmt und kein schlechter Marketing-Trick ist.

    Diesen Text finde ich überraschend aktuell. Es geht um den Rückzug des Autoren in eine einsame Hütte im Wald. Ja, diese Geschichte berichtet von realen Begebenheiten und nicht von irgendeinem Gedankenexperiment. Bei Thoreau handelt es sich nämlich um einen Autor, der wirklich so lebt, wie er es auch von anderen verlangt. Das hat ihn sogar ins Gefängnis gebracht, wovon er auch in diesem Buch berichtet - weil er sich geweigert hat, die Steuern zu bezahlen, da die für einen Krieg eingesetzt wurden, an den er nicht glaubte. Von ihm kommt der Begriff von "civil disobedience" her, der im Moment von einer von Österreichs Parteien als Argument gebracht wird, warum Anhänger keine Masken tragen sollen. Nun, wenn ihr meint. Blöd irgendwelchen Politikern nachzurennen und ohne zu Denken all das auszuführen, was die euch sagen oder etwas nicht zu tun, weil es minimal unbequem für euch ist, obwohl es Menschenleben retten könnte, ist zwar nicht ganz das, was Thoreau unter dem Begriff versteht, aber okay. Hört bitte wenigstens auf diesen Begriff zu verwenden! Dann muss ich euch auch nicht dauernd korrigieren!
    Ein weiteres wichtiges Thema, das Thoreau hier behandelt, ist der Umweltschutz. Ja, das war auch schon bei ihm ein Problem! Stellenweise beschreibt er das auf eine Art, die mich total überraschte, wenn ich mir das Alter des Texts ins Gedächtnis rief. Das könnte heute genau so auch heute geschrieben und veröffentlicht werden und es würde immer noch zutreffen.

    Thoreaus Philosophie ist sehr spannend, doch vor allem geht es hier in diesem Buch auch um seinen Alltag. Wieviel Geld gibt er während seiner Zeit im Wald aus? Was tut er den lieben langen Tag? Warum hat er sich dazu entschieden, vegetarisch zu leben? Und so weiter und so weiter.

    Mein Fazit? Ein super spannender philosophischer Text, den ich euch mit gutem Gewissen weiterempfehlen kann!

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    Cover des Buches Whitefeather (Legende der Schwingen 1)9783646605952

    Bewertung zu "Whitefeather (Legende der Schwingen 1)" von K.T. Meadows

    Whitefeather (Legende der Schwingen 1)
    Mira123vor 3 Tagen
    Whitefeather - Legende der Schwingen

    So, das erste Challenge-Buch für NetGalley hab ich jetzt offiziell fertig gelesen. Dann kann ja schon nichts mehr schiefgehen, oder? Dann bin ich ja schon fast fertig mit der Challenge! Nein, nein, ein paar Bücher für die Challenge hab ich schon noch vorgesehen. Ein offizielles Challenge-Buch noch, der Rest sind keine Challenge-Bücher, zählen aber trotzdem dazu, wenn ich die Rezi bis zum 14. hochlade. Das sollte sich ausgehen! Wir werden es sehen!

    Die Hauptfigur in diesem Buch ist Liz! Sie ist eine sympathische junge Frau, die ihr Leben lang darauf hingefiebert hat, endlich ihre Flügel zu bekommen und zum Engel zu werden. Nur dadurch kann sie in eine der Himmelsstädte aufsteigen und die Farbe der Schwingen bestimmt, wohin sie kommt. Und die Farbe wird durch ihren Charakter bestimmt. Weiß steht für Ordnung, Wissen und die Bewahrung von diesem Wissen. Schwarz steht für Mut und Leidenschaft. Für Liz ist dieses Ritual aber Nichts, vor dem sie sich fürchten muss: Sie weiß ganz sicher, dass sie weiße Flügel bekommen wird! Genauso wie ihr Kindheitsfreun Lijan. Und der gemeinsame Freund Fab wird sicher schwarze Flügel bekommen, immerhin hat er es sich zur Aufgabe gemacht, gegen so viele Regeln wie möglich zu verstoßen. Ob das dann auch genauso kommt, wie es die drei vorausahnen? Nun, das werde ich euch hier nicht sagen. Dafür müsst ihr dieses Buch schon selbst lesen!

    In dieser Geschichte tauchen wir ein in die magische Welt der Engel. Diese Welt ist sehr faszinierend, vor allem die Engelsstädte, die wir durch Liz's Augen besser kennen lernen durften, waren spannend. Das hat mir super gut gefallen. Die zwei Städte könnten unterschiedlicher nicht sein. Sie sind an die Charakterzüge, für die die Farbe der Schwingen steht, angepasst. Also die Stadt für die weißen Engel hat eine riesige Bibliothek und die für die schwarzen Engel hat berüchtigte Bars. Sie sind also so, wie ich es erwartet habe - das ist aber nichts Negatives, wirklich nicht.

    Die Geschichte glänzt durch einige ziemlich überraschende Plottwists, mit denen ich überhaupt nicht gerechnet habe. Gerade das Ende: Wow, das hat mich aus der Bahn geworfen! Was zur Hölle war das? Ich brauche den nächsten Teil und zwar jetzt sofort! Bitte, bitte? Ich kann doch nicht bis Juli auf Teil 2 warten!

    Der Schreibstil war wirklich sehr schön! Das Buch konnte mich mitreißen und ließ mich nicht mehr los. Ich las die zweite Hälfte in einem Rutsch durch, für die erste Hälfte brauchte ich etwas länger, weil ich einfach weniger Zeit zum Lesen hatte.

    Mein Fazit? Hat mir super gut gefallen! Mira approves!

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    Cover des Buches Dark Crows9783522654401

    Bewertung zu "Dark Crows" von Nadine Stenglein

    Dark Crows
    Mira123vor 7 Tagen
    Dark Crows [Abgebrochen]

    Es tut mir jedes Mal aufs Neue super leid, wenn ich ein Buch abbreche. Egal wie wenig es mir gefallen hat - da ist ja trotzdem ein Autor oder eine Autorin dahinter, der hofft, dass das Buch halbwegs ankommt. Der Monate, wenn nicht sogar Jahre seines Lebens in dieses Buch investiert hat. Und trotzdem kann ich nicht anders: Auch dieses Buch habe ich nach etwa der Hälfte abgebrochen. Auf Seite 109 war Schluss für mich. Doch warum eigentlich?

    Nun an Cover und Klappentext kann es mal nicht liegen. Beides hat mich sofort auf das Buch aufmerksam gemacht und meine Erwartungen geschürt. Ich hab mich total auf dieses Buch gefreut und mir wirklich viel davon erhofft.

    Das Hauptproblem war für mich die fehlende Spannung. Klar, da sind diese Krähen und die Gestalten und das seltsame Verhalten von Angels Freunden, aber trotzdem wirkte die Handlung auf mich einfach nicht fesselnd. Gerade, wenn ich bedenke, wie spannend man all das hätte darstellen können! Allein vom Grundgerüst der Geschichte her war da so viel Potential, aber das wurde meiner Meinung nach einfach nicht voll ausgeschöpft. So hab ich aber die meiste Zeit einfach nur darauf gewartet, dass endlich mal was passiert. Nicht im Sinne von: Noch etwas seltsames passiert. Aber ich hätte mir gewünscht, dass Angel vielleicht endlich die Initiative ergreift, sich mehr Gedanken macht, die weitergehen als: "Da passiert was seltsames. Vielleicht stimmt was nicht mit mir."

    Generell wurde ich mit der Protagonistin, Angel, einfach nicht warm. Sie hatte vor einiger Zeit eine Nahtoderfahrung bei einem Unfall, bei dem ihre Mutter ums Leben kam und natürlich plagt sie die Erinnerung daran ziemlich. Sie trauert, ist immer noch schockiert und gleichzeitig hat sie mit Schuldgefühlen zu kämpfen, bei denen allerding nicht wirklich klar wird, warum sie die überhaupt hat. Wie gut, dass sie ja noch ihre Freunde hat, die fest zu ihr halten. Einer davon ist Tim, für den sie weit mehr empfindet, als nur Freundschaft. Dass dieses Gefühl nicht auf Gegenseitigkeit beruht, bekommt der Leser aber schon auf den ersten paar Seiten mit, da es schon hier zu einem klärenden Gespräch kommt. Ich weiß nicht, wie sich die Beziehung zwischen den beiden weiterentwickelt, hätte es aber spannender gefunden, wenn das erst gegen Ende des Buches aufgeklärt wird. Auf mich wirkte Angel oft sehr naiv, gerade was das Thema Liebe so angeht. Außerdem kamen ihre Gefühle meiner Meinung nach einfach nicht so richtig rüber. Das Ganze wirkte deswegen oft einfach seicht. Außerdem, auch wenn das nur ein kleiner Punkt ist, trifft Angel oftmals Entscheidungen, die ich wirklich nicht nachvollziehen konnte. Ist es beispielsweise wirklich eine so gute Idee, die jugendliche Protagonistin mit dem Auto zu einer Party fahren zu lassen, bei der sie Alkohol trinken will? Kleiner Tipp: NEIN! Selbst wenn sie sich dann dort eine Mitfahrgelegenheit sucht - warum konnte sie nicht auch gleich mit der herkommen?

    Mein Fazit? Leider fehlte mir bei diesem Buch die Spannung. Auch mit der Protagonistin wurde ich einfach nicht war. Sehr schade, aber leider habe ich die Lektüre abgebrochen. Da verbringe ich meine Zeit lieber mit einem anderen Buch.

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    Cover des Buches Simone de Beauvoir9783492070331

    Bewertung zu "Simone de Beauvoir" von Kate Kirkpatrick

    Simone de Beauvoir
    Mira123vor 10 Tagen
    Simone de Beauvoir

    Heute gibts mal wieder eine Biografie für euch. Ich hab eh erst vor kurzem eine vorgestellt ("Wie die Freiheit schmeckt" von Tamika Campbell). Weils so schön war heute also gleich nochmal eine Rezension. Diese hier beschäftigt sich mit Simone de Beauvoir. Die kannte ich auch schon vor der Lektüre und zwar aus der Uni. Allerdings haben wir uns eigentlich nie ausschließlich auf sie beschränkt, sie wurde nur immer erwähnt, wenn wir über Judith Butler gesprochen haben. Von Beauvoir selbst kannte ich daher nur den Ausspruch: "Man wird nicht als Frau geboren, man wird dazu gemacht." Super spannendes Konzept, das aber zumindest in meinen Lehrveranstaltungen leider immer nur im Zusammenhang mit Butler erklärt wurde.  Das fand ich schade und deswegen habe ich mich entschlossen, jetzt endlich mal eine Biografie über Beauvoir zu lesen.

    Das erste was mir an dieser Biografie aufgefallen ist? Wie wenig ich eigentlich weiß! Ich hatte zum Beispiel gar keine Ahnung, dass Beavoir eine Beziehung zu Sartre hatte oder dass sie auch andere Texte geschrieben hat, als nur den mit dem oben erwähnten Ausspruch. Ich hab noch so, so viel zu lernen und ich werde mir definitiv den ein oder anderen Text von Beauvoir kaufen oder aus der Bücherei holen. Das geht einfach nicht, dass ich da so unwissend bin!
    Der zweite Punkt, der mir besonders ins Auge gestochen ist, ist wie seriös der Text wirkt. Es gibt im gesamten Text über tausend Fußnoten, mit sehr, sehr langem Verzeichnis und allen Quellen am Ende. Da hat die Autorin wirklich sehr wissenschaftlich gearbeitet, sehr brav! Liebe SachbuchautorInnen: So macht man das! So wirkt man auf seine Leser glaubwürdig!

    Den einzigen Kritikpunkt, den ich hier gerne noch anbringen möchte, ist, dass die Biografie stellenweise leider etwas trocken war und sich dadurch auch gezogen hat. Stilitstisch wär da also vielleicht noch Luft nach oben. Allerdings ist das hier halt eine Biografie, also ein Sachbuch. Klar hätte die Autorin das unterhaltsamer gestalten können, dann hätte sie aber an Glaubwürdigkeit eingebüßt. Ich verstehe also, warum sie sich dazu entschieden hat, immer schön sachlich zu bleiben.

    Mein Fazit? Eine verständlich geschriebene Biografie, in der sehr sauber und wissenschaftlich gearbeitet wurde. Jetzt weiß ich sehr viel Neues über eine ziemlich spannende Philosophin, die in der Uni bisher leider oft vernachlässigt wurde. Stellenweise war der Text aber leider etwas trocken.

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    Cover des Buches Die Dinge gechillt geregelt kriegen9783492062213

    Bewertung zu "Die Dinge gechillt geregelt kriegen" von David Allen

    Die Dinge gechillt geregelt kriegen
    Mira123vor 12 Tagen
    Die Dinge gechillt geregelt kriegen

    Ich bin ein großer Fan von Büchern, die mir neue Strategien vorstellen, wie ich möglichst produktiv und organisiert arbeiten und studieren kann. Ob ich die Strategien dann auch umsetze, ist eine andere Frage, aber ist ja egal. Ich finde, solche Bücher sind doch schon ein erster kleiner Schritt in Richtung eines ordentlicheren Lebens.

    Diese Strategie ist eigentlich ziemlich einfach und erinnert vom Grundprinzip sehr an meine To-Do-Listen, die ich sowieso schon immer mache, weil ich sonst halt einfach alles vergessen würde, was noch zu tun ist. Der Autor erklärt das aber um einiges eleganter: Er spricht von "offenen Enden" (das sind die unerfüllten Aufgaben) und davon, dass sich unser Gehirn nur fünf davon merken kann. Und diese offenen Enden halten uns dann in der Nacht wach, weil das Hirn Angst hat, etwas zu vergessen. Und so entsteht dann Stress. Hört sich irgendwie nachvollziehbar an. Auch, dass der Stress geringer wird, wenn man alles aufschreibt, was man sich merken sollte und das dann diszipliniert abarbeitet. Aber wirklich neu ist diese Strategie nicht. Im Gegenteil: Das einzige, was ich an der Strategie noch nicht kannte, ist die 2-Minuten-Regel. Die besagt, dass man alles, das man innerhalb von zwei Minuten erledigen kann, sofort getan werden soll. Finde ich einen guten Ansatz - zwei Minuten sind ja wirklich nicht viel Zeit und trotzdem kann man dadurch viel weiterbringen. Blöd nur, wenn sich diese 2-Minuten-Aufgaben summieren und man dann stundenlang wirklich wichtige Aufgaben vor sich her schiebt. Wie gesagt: Gute Idee, es darf aber dann nicht mehr als eine oder zwei solcher Aufgaben gleichzeitig anfallen.

    Was micht wirklich geärgert hat, war wie schlecht dieses Buch auf meinem Reader funktioniert hat. Das Buch ist leider völlig mit Bildern überladen, die sich weder an den Reader noch an das Programm am Computer anpassen. Diese Bilder haben meinen Reader mehrere Male zum Absturz gebracht und mich dazu gezwungen, die letzten siebzig Seiten nur noch schnell am Computer durchzublättern. Besondern genau arbeiten kann ich da nicht, das ist klar. Solltet ihr also überlegen, dieses Buch als eBook zu kaufen: Tut es nicht. Ihr werdet euch nur ärgern. Vor allem, weil viele dieser Bilder nicht wirklich notwendig waren. Wie eine To-Do-Liste aussehen sollte, kann man doch wirklich auch ohne Bilder zeigen!

    Mein Fazit? Diese Ordnungsstrategie lässt sich leicht erlernen und umsetzen, ist aber nicht wirklich neu. Das Buch an sich ist für viele sicher hilfreich, die eBook-Version ist aber eine absolute Katastrophe.

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    Cover des Buches Wie die Freiheit schmeckt9783827014030

    Bewertung zu "Wie die Freiheit schmeckt" von Tamika Campbell

    Wie die Freiheit schmeckt
    Mira123vor 15 Tagen
    Wie die Freiheit schmeckt

    Biografien sind für mich immer sehr schwierig zu rezensieren, vor allem, wenn die Person, die die Biografie behandelt, noch am Leben ist und meine Rezension lesen könnte. Auch bin ich mir immer unsicher, was genau ich kommentieren und rezensieren sollte und darf und was nicht. Ich kann hier ja schlecht von einer sympathischen oder einer unsympathischen Protagonistin sprechen, denn gerade mit letzterem würde ich ja echte Menschen angreifen. Versuchen wir es trotzdem, eine Rezension zu schreiben. Immerhin ist das ja ein Rezensionsexemplar, irgendeine Art der Meinung muss also her.

    Campbell konzentriert sich bei diesem Buch vor allem auf ihre Kindheit in der Sekte. Das verstehe ich, darüber kann man ja viel erzählen. Doch darüber zu sprechen, stelle ich mir wirklich schwer vor. Immerhin standen dort Missbrauch jeder Art an der Tagesordnung und das seit Campbells frühester Kindheit. Sie beschrieb die Gehirnwäsche, der sie unterzogen wurde und befasst sich mit den abstrusen Theorien, an die die Sekte glaubt. Das war vor allem für mich sehr hilfreich, da ich vor diesem Buch noch nie etwas von dieser Sekte gehört habe. Die scheint einen ziemlichen Medienrummel ausgelöst zu haben - doch da war ich wohl einfach noch zu jung, um mich heute daran erinnern zu können.

    [Spoilergefahr im nächsten Absatz!]
    Was die Autorin auch sehr gut zeigt, ist, dass ihr Leben nicht einfach normal und angenehm wird, sobald sie die Sekte verlassen konnte. Weiterhin steht Missbrauch für sie auf der Tagesordnung. Feste Bezugspersonen, denen sie vertrauen kann, hat sie lange nicht. Von ihrer Tante, bei der sie zuerst unterkommt, wird sie maßlos überfordert und bekommt kaum Verständnis dafür, dass sie halt nicht sofort ein fröhliches, "ganz normales" Mädchen sein kann. Also sieht sie keinen anderen Ausweg, als zurück zu ihrer Mutter zu gehen, die zwar immer noch Sektenmitglied ist, aber sie gerne wieder bei sich aufnimmt. Doch nur unter einer Bedingung: Die junge Campbell wird zur Prostitution gezwungen. Doch auch hier findet ihr Leidensweg noch kein Ende, denn Campbell wird später von ihrer Mutter auch noch ins Heim abgeschoben. Erst als Erwachsene schafft sie es, nach Deutschland zu übersiedeln und sich dort ein neues Leben aufzubauen.

    Das hört sich jetzt alles sehr düster an. Auf jeden Fall nicht wie etwas, das man gerne liest. Doch das ist falsch. So blöd es sich anhört: Über weite Stellen glänzt Campbell mit einem überraschend unterhaltsamen Schreibstil, dem man es anmerkt, dass sei eine Comedienne ist.

    Was ich schade fand, war, dass sie ihre Kindheit zwar sehr ausführlich erzählt, aber über ihr Leben als Erwachsene viel weniger erzählt. Dabei gäbe es über ihre Karriere als Comedienne sicher auch noch vieles zu sagen. Schade, dass das nur so kurz abgehandelt wurde.

    Mein Fazit? Eine sehr ergreifende Biografie, die mir sehr gut gefallen hat. Trotzdem gäbe es da aber noch Luft nach oben. Gerade was ihr Lebens als Comedienne betrifft, hätte ich mir einen ausführlicheren Bericht gewünscht.

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    Cover des Buches Die Abenteuer des Huckleberry Finn (Anaconda Jugendbuchklassiker)9783730691267

    Bewertung zu "Die Abenteuer des Huckleberry Finn (Anaconda Jugendbuchklassiker)" von Mark Twain

    Die Abenteuer des Huckleberry Finn (Anaconda Jugendbuchklassiker)
    Mira123vor 16 Tagen
    Huckleberry Finn

    "Tom Sawyer" hat mich durch meine gesamte Kindheit begleitet. Ich habe dieses Buch geliebt. In Tom Sawyers Welt waren einfach immer und überall Abenteuer zu finden. Nicht weil Sawyers Welt so gefährlich oder so spektakulär ist, sondern weil er die Gabe dazu hatte, aus (fast) jeder Situation etwas Spannendes zu machen. "Huckleberry Finn" hatte ich ebenfalls in meinem Regal, doch ich konnte mich nie dazu überwinden, dieses Buch anzufangen. Ich fand die Figur schon bei Tom Sawyer nicht so spannend, warum sollte ich dann ein ganzes Buch über ihn lesen? Nun, weil dieses Buch auf meiner Leseliste für Amerikanische Literatur steht, deswegen. Leider (oder Gott sei Dank) hatte ich hier keine Wahl mehr, ich musste diesen Roman endlich lesen.

    Die wichtigste Frage ist meiner Meinung nach: Hat mir Huck genauso gut gefallen wie Tom damals? Nein, leider nicht. Ist dieses Buch schlecht? Nope, definitiv nicht.

    In diesem Buch lernen wir, wie es der Titel schon vermuten lässt, Huck ein bisschen näher kennen. Wir begegnen seinem Vater, der Alkoholiker und gewalttätig ist. Außerdem treffen wir Jim, einen geflohenen Sklaven. Jim spielt eine wirklich wichtige Rolle, immerhin begleitet er Huck das ganze Buch über. Er kümmert sich um ihn und passt auf ihn auf, trotzdem wird er von Huck oft eher stiefmütterlich behandelt. Ist ja "nur" ein Sklave und ein entflohener noch dazu!
    Was mich an Huck gestört hat, war, wie leicht beeinflussbar er doch ist. Klar, er ist noch ein Kind und sein Umfeld hat nicht wirklich dazu beigetragen, dass er ein gesundes Selbstbewusstsein entwickelt, gerade was seine geistigen Fähigkeiten angeht. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass da vielleicht eine Entwicklung stattfindet. Leider war dem nicht wirklich so. Bis zur letzten Seite lies er sich von allen anderen Figuren herumschubsen und wehrte sich selbst dann nicht, wenn er eindeutig recht hatte.

    Den Schreibstil fand ich total spannend. Mark Twain arbeitet in seinem Text mit Dialekten. Es ist nicht so schlimm wie in "The Scarlett Letter" oder in "Uncle Tom's Cabin", aber trotzdem noch auffallend. Die Figuren und besonders Huck reden und erzählen einfach, wie man es vielleicht in einer Doku Soap erwarten würde. Worte werden verschluckt und abgekürzt, wenn etwas falsch ausgesprochen wird, wird das durch einen scheinbaren Rechtschreibfehler verdeutlicht, es wird gegen die Syntax verstoßen und die Grammatik wird verletzt. Für Menschen wie mich, die Englisch erst in der Schule gelernt haben, ist das schwierig, aber einfacher, als bei vielen anderen Büchern, bei denen ich über das gleiche Problem geklagt habe.

    Mein Fazit? Hat Spaß gemacht, auch wenn mir persönlich "Tom Sawyer" etwas besser gefällt. Ich war überrascht darüber, dieses Buch auf meiner Leseliste zu finden.

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    Cover des Buches Onkel Toms Hütte9783764151201

    Bewertung zu "Onkel Toms Hütte" von Harriet Beecher-Stowe

    Onkel Toms Hütte
    Mira123vor 17 Tagen
    Onkel Toms Hütte

    So sieht also ein Buch aus, das einen Krieg gestartet hat. Eigentlich ganz unschuldig. Zumindest heißt es immer, dass "Uncle Tom's Cabin" den Civil War in Amerika ausgelöst hat. Das hat uns ein Professor im letzten Semester erzählt und seitdem wollte ich dieses Buch lesen. In meiner Hauptschulbücherei hatten wir eine Bilderbuchversion dieses Klassikers, deswegen dachte ich sicher bis zum Anfang meines Studiums, dass dieser Roman nur was für Kinder ist. Ist es aber nicht, wirklich nicht. Dieses Buch ist ein Pulverfass, das eben auch zu diesem Bürgerkrieg geführt hat und eigentlich eine sehr gute Pflichtlektüre für Schulen wäre. Aber erst ab der Oberstufe!

    Ja, das Buch hat seine Fehler und da ist Kritik, wie ich sie bisher oft gelesen habe, auch gerechtfertigt. Tom ist ein Heiliger und lässt alles, wirklich alles über sich ergehen, ohne sich zu wehren oder zu beschweren. Die Beschreibung des Sklaven ist aus heutiger Sicht nicht in Ordnung. Und über das Ende lässt sich ehrlich streiten. Allerdings haben wir heute gut reden. Wenn dieses Buch eines schafft, dann zu zeigen, wie grauenhaft und barbarisch Sklaverei ist. Die Autorin nimmt in ihrem Text kein Blatt vor den Mund und beschreibt jede Art von Gewalt, nicht nur die, die Tom direkt betrifft.

    Was ich nicht wusste, ist, dass dieses Buch nicht nur von Tom handelt. Klar, Tom ist eine wichtige Figur und nach ihm ist ja auch der Roman benannt, aber er ist nicht der einzige Protagonist. Mindestens genauso wichtig ist die kleine Familie, die geflohen ist, nachdem sich herausstellt, dass der kleine Sohn gleichzeitig mit Tom verkauft werden soll. Der Junge ist erst vier, wenn überhaupt! Kein Wunder, dass sich die Mutter den Jungen krallt und wegrennt, bevor es zu spät ist!

    Probleme hatte ich stellenweise mit der Art, wie die einzelnen Figuren sprechen. Die Autorin arbeitet viel mit Dialekten und das war dann für mich doch eher schwierig zu verstehen. Leichter fiel mir das Verständnis nur, wenn ich mir den Text laut vorlas, aber das kann man halt auch nicht in jeder Situation tun.

    Mich hat dieses Buch dazu gebracht, Rotz und Wasser zu heulen. Irgendwie wurde ich während der Lektüre mega emotional. Werd ich auch jetzt noch, wenn ich nur daran denke. Wisst ihr, wie schwer es ist, sich Notizen für die Uni zu machen, wenn man gleichzeitig aufpassen muss, dass ja keine Tränen auf den Unterlagen landen? Sehr schwer, das kann ich euch sagen! Ich kann auch gar nicht so genau sagen, warum mich der Text so aufgewühlt hat. Es war einfach so.

    Mein Fazit? Ein sehr aufwühlendes Buch, das ich euch sehr ans Herz legen möchte! Lest es, ich kann es euch wirklich weiterempfehlen.

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    Cover des Buches Miss Maxwells kurioses Zeitarchiv9783734162084

    Bewertung zu "Miss Maxwells kurioses Zeitarchiv" von Jodi Taylor

    Miss Maxwells kurioses Zeitarchiv
    Mira123vor 18 Tagen
    Miss Maxwells kurioses Zeitarchiv

    Ich bin mir wirklich nicht sicher, ob dieses Buch den Approved-Stempel auf meinem Blog verdient hat oder lieber doch nicht. Dieser Roman hat mir wirklich gut gefallen. Aber ob das für diese Auszeichnung reicht? Nun, wir werden sehen.

    Madeleine Maxwell - die eigentlich immer nur Maxwell oder Max genannt wird - hat Archäologie studiert. Und leider sind da die Arbeitsplätze für Absolventen ungefähr so begrenzt wie bei der Literaturwissenschaft. (Juhu!) Bedeutet im Klartext: Als sie ein Angebot vom St. Mary's bekommt, sagt sie sofort zu. Egal wie schräg es sich anhört, egal, dass man sie vor den Gefahren warnt: Alles ist besser als noch einen weiteren Tag in einem Museum zu verbringen! Also stürzt sie sich in dieses Abenteuer. Und das hat es in sich: Zeitreisen durchführen, um in der Vergangenheit nachzusehen, wie es denn wirklich war.
    Max ist eine absolut großartige Protagonistin. Sie erzählt ihre Protagonistin mit einem unglaublichen Humor, wegen dem ich mich einfach nur wohlgefühlt habe. Ich habe unzählige Abschnitte markiert und hab dutzende Male sogar laut losgelacht. Gefallen hat mir auch, dass Max ungefähr in meinem Alter sein müsste. Vielleicht ein bisschen älter. Aber trotzdem konnte ich mich dadurch um einiges beser mit ihr identifizieren, als mit den Hauptfiguren in vielen Jugendromanen. Ich glaube, das ist ein Zeichen dafür, dass ich langsam aber sicher erwachsen werde...

    Die Geschichte fand ich total faszinierend, auch wenn ich mich dazu zwingen musste, die Handlung nicht physikalisch zu analysieren. Eine kleine Schwäche ist mir aufgefallen und zwar kommt es immer wieder zu Zeitsprüngen, sodass ich am Ende des Buchs total überrascht war, dass mehrere Jahre vergangen sein sollen. Ja, gerade bei der Ausbildung war es wohl gut sie verkürzt darzustellen. Aber wenn die nächsten Teile der Reihe ebenfalls so einen langen Zeitabschnitt überbrücken, wird es wohl nicht wirklich viele Teile geben können, denn auch Zeitreisende müssen wohl irgendwann in Pension gehen.

    Den Schreibstil fand ich gerade wegen dem Humor, der immer mitschwang, absolut köstlich! Mehr gibt es dazu eigentlich gar nicht zu sagen. Dieses Buch wird euch auf jeden Fall immer wieder mal in meiner Buchzitate-Reihe begegnen.

    Mein Fazit? Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob ich den Approved-Stempel auf meinem Blog jetzt wirklich verleihen soll oder nicht. Tja, machen wir es wie die Römer: In dubio pro reo! Im Zweifel für den Angeklagten!

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    Cover des Buches Ich mach da nicht mehr mit9783833871146

    Bewertung zu "Ich mach da nicht mehr mit" von Attila Albert

    Ich mach da nicht mehr mit
    Mira123vor 19 Tagen
    Ich mach da nicht mehr mit

    Dieses Buch behandelt ein schwieriges Thema, mit dem wir wohl alle hin und wieder Probleme haben. Einfach mal "Nein!" sagen. Egal ob es sich dabei um die Kollegin handelt, die schon wieder ihre Arbeit an dich abgibt, um den Chef, der dich einfach nicht ernstnimmt, die Mutter, die schon wieder Babyfotos gepostet hat oder der Bruder, der sich ständig Geld leiht und es nie zurückzahlt. Alles schwierige Situationen. Für mich gerade die, die die Familie oder die Arbeit betreffen. Wahrscheinlich liegt es in der Natur des Menschen, dass wir gemocht werden wollen. Und manche Menschen beherrschen die Kunst perfekt, das auszunutzen. Wie man mit solchen Leuten umgeht, lernt man in diesem Buch. Und das auf nur knapp über hundert Seiten.

    Die einzelnen Kapitel sind immer gleich aufgebaut. Zuerst wird ein Fallbeispiel ganz kurz beschrieben. Dann geht der Autor auf das gleiche Fallbeispiel nochmal ausführlicher ein und stellt dabei gleichzeitig Strategien vor, mit denen man auf solche Situationen reagieren könnte. Wie kann man also beispielsweise diesem einen Bekannten, der immer Links über Facebook mit jedem teilt, klar machen, dass dich das gar nicht interessiert? Oder den endlich erwachsenen Kindern, dass sie doch jetzt bitte endlich ausziehen mögen?

    Ich hab es mir immer zur Aufgabe gemacht, jede einzelne Situation genau durchzudenken, bevor ich die Vorschläge des Autoren lese. Wie würde ich reagieren? Nun, meistens wäre ich wohl genau wie die Betroffenen in den Fallbeispielen total überfordert mit der Situation und hätte keine Ahnung, wie ich da jetzt reagieren soll. Erst nachdem ich ordentlich darüber nachgedacht habe, hab ich weitergelesen. Und ich war wirklich überrascht von den Lösungsvorschlägen. Sie sind alle eigentlich ziemlich simpel. Klar braucht es trotzdem Mut, diese Ideen umzusetzen, aber es ist schon mal sehr hilfreich, die Strategien im Kopf zu haben. Wärt ihr zum Beispiel je auf die Idee gekommen, dass man ständig jammernde Familienmitglieder, dadurch zum Handeln bewegt, indem man ihnen einfach bei allem zustimmt ("Ja, das ist wirklich schrecklich!"), aber keine Verbesserungsvorschläge macht, sondern stattdessen vorgibt, selber nicht zu wissen, was da jetzt zu tun ist? Nun, gerade den ersten Teil dieser Strategie stelle ich mir sehr hilfreich vor, denn wer will schon Jammern, wenn das die einzige Reaktion des Gegenübers ist?

    Eine weitere Überraschung des Buches ist der Humor des Autors. Ich musste an vielen Stellen laut lachen, auch wenn das Buch ja eigentlich von einem ernsten Thema handelt. Doch der Autor hatte ja (laut dem Vorwort) genau das zum Ziel: Auf eine unterhaltsame Art Strategien gegen nervige Menschen vorgehen.

    Das einzige, das mich gestört hat, war die häufige Nennung von Marken. Das wäre für den Inhalt nicht notwendig gewesen und wirkte stellenweise fast wie Product Placement. Ob es das wirklich ist, kann ich nicht beurteilen, aber das hat meinen Lesefluss doch immer wieder unterbrochen.

    Mein Fazit? Ein unterhaltsamer Ratgeber mit kleineren Schwächen.

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