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MoMe

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    Cover des Buches Geiger (ISBN: 9783785727379)

    Bewertung zu "Geiger" von Gustaf Skördeman

    Geiger
    MoMevor 3 Tagen
    Kurzmeinung: Ein Thriller, der mich leider nicht gänzlich überzeugen konnte. Die politischen Themen drückten die Spannung empfindlich.
    Eine extrem politisch angehauchte Geschichte mit alternden Agenten

    Optisch war dieses Buch ein richtiger Volltreffer. Der gelbe Buchschnitt leuchtet förmlich und er sieht richtig schick aus. Das Cover ist gut gelungen, auch wenn ich im Nachhinein finde, dass es nicht wirklich zur Geschichte passt. Insgesamt fand ich das Buch visuell schon mal top.

    Auf diese Geschichte hatte ich richtig Lust. Doch schon der Anfang ließ mich ein bisschen ins Wanken geraten. Es hatte den Eindruck, als hätte der Autor ein Stillleben beschrieben. Dann baute er in diesem Kapitel jedoch Spannung auf und es wurde richtig interessant. Gebannt folgte ich den kommenden Ereignissen und musste bald schon ernüchternd feststellen, dass Gustaf Skördeman eine Vielzahl an Figuren gleich zu Beginn ins Spiel brachte. Dabei blieben sie fast durchgängig blass und stellenweise nebulös. Die Personen vom Bundesnachrichtendienst waren zum Beispiel Randfiguren, die irgendwie im Hintergrund agierten, nur um dann irgendwann mal vielleicht für die Handlungen relevant zu werden. Dieser Handlungsstrang war für meinen Geschmack ziemlich unfertig und warf mehr Fragen auf, als er beantwortete.

    Sara Nowak, Protagonistin und Kommissarin bei der Sitte, schrieb sich die Aufklärung des Verbrechens an dem Opfer auf ihre Fahne und stakste selber los, um als einzig fähige Ermittlerin diesen Fall zu lösen. Ursprünglich wurde sie nur zu dem Fall gerufen, weil sie das Opfer und dessen Familie aus ihren Kindertagen persönlich kennt. Doch Sara hatte stets den Eindruck, mit ihren Bemerkungen nicht ernstgenommen zu werden und ermittelte mit erstaunlich viel Freizeit privat weiter.
    Sara war mir sehr unsympathisch und ihre ganze Art ging mir auf die Nerven. Gerade weil Sarah für die Sitte arbeitete und dementsprechend viel Leid seitens der Prostituierten gewohnt war, verstand ich nicht, weshalb sie manchmal völlig empathielos wirkte. Besonders ihrer Mutter gegenüber.
    Saras Hass auf die Freier war so grenzenlos, vor allem, weil sie das Gefühl hatte, dass das schwedische System nichts zum Schutz der Frauen beiträgt, dass sie diese unterschwellige Aggressivität sogar in ihr Privatleben trug. Ich hatte leider oft das Gefühl, dass Sara sich selbst gern leidtat und ihr beinah schon obsessiver Zwang, diesen Mord aufklären zu wollen, war für mich manchmal echt überzogen. Gustaf Skördeman bemühte sich durch Rückblicke in Saras Vergangenheit darum seinen Lesern verständlich zu machen, warum Sara agierte, wie sie es tat. Doch leider tat er dies mit einer unglaublichen Langatmigkeit, dass ich mich stellenweise fast zu Tode langweilte und ich mehrfach am Überlegen war, das Buch zur Seite zu legen.

    Einziger Lichtblick war für mich Agneta, die Frau des Ermordeten. Ihr folgte ich unheimlich gerne. Sie brachte Spannung in das Ganze und ihre Aktionen waren immer unvorhersehbar. Als 70-jährige Frau forderte Agneta Höchstleistungen von ihrem Körper. Bei ihr wusste ich nie wirklich, ob sie Freund oder Feind war, und das war unglaublich spannend. Leider nahmen die Szenen mit ihr im Verlauf des Buches immer weiter ab.

    Stattdessen zeigte die Geschichte, was sie wirklich war: ein Politthriller. Hätte ich das von Beginn an gewusst, ich hätte nicht zu diesem Buch gegriffen. Diese politischen Themen waren mehr als angestaubt und teilweise unendlich schwer zu verstehen. Es ging hauptsächlich um die Geschichte der DDR und den Zusammenhang mit Schweden. Selbstverständlich wurde der Kalte Krieg mit seinen Spionagetätigkeiten und seinen sämtlichen politischen Verwicklungen wieder aufgewärmt und zu einer Suppe verkocht, durch die ich mich oftmals quälen musste. Durch die detailfreudigen Erläuterungen bekam die Spannung immer wieder empfindliche Dämpfer.

    Das Handlungsgerüst war sehr vielfältig und an vielen Stellen auch total unübersichtlich. Gustaf Skördeman baute wahnsinnig viele Handlungsstränge in „Geiger“ parallel auf und oft hatte ich das Gefühl, dass er zu viele Ideen in diesem Thriller vereinen wollte. Hier wäre für meinen Geschmack weniger tatsächlich mehr gewesen. Insgesamt war das alles für mich weder Fisch noch Fleisch.

    Hin und wieder überraschte mich jedoch Gustaf Skördeman indem er Momente einfließen ließ, die völlig unvorhersehbar waren. Da schnellte die Spannung dann richtig hoch, weckte mich aus meinem Dämmerzustand, sodass ich wieder elektrisiert und voll im Buch war. Leider war das im Mittelteil spärlich gesät. Meistens kamen diese Szenen immer dann, wenn ich eigentlich für mich schon beschlossen hatte, das Buch wegzulegen.
    Vielleicht lag es auch am Schreibstil des Autors. Oft hatte ich den Eindruck, dass er sich selber noch nicht gefunden hatte. Manchmal da hatten seine Beschreibungen richtig Pfiff, sie waren knackig auf den Punkt gebracht und richtig fesselnd. Dann jedoch ergoss er sich wiederum in quälenden Details und Wiederholungen. Die richtige Mischung war noch nicht da.
    Doch dann gab es plötzlich einen spürbaren Ruck. Im letzten Drittel ging plötzlich die Post ab. Die Spannung stieg kontinuierlich an, es wurde richtig fesselnd und es entstand ein packendes Katz-und-Maus-Spiel. Hier war ich mitten im Geschehen und hätte gerne noch mehr davon gelesen. Die Handlungen überschlugen sich und kleine Plot Twists sorgten dafür, dass ich aufmerksam blieb.

    Ob ich die Fortsetzung dieser Reihe lesen werde, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht. Ich muss zugeben, dass mich das Ende dem Buch gegenüber schon ausgesöhnt hat. Da bewies der Autor ganz klar, dass er sehr wohl in der Lage ist, spannende Szenen zu schreiben. Allerdings habe ich so ein bisschen Sorge, dass es sich im Verlauf wieder verwässern könnte. Die endgültige Entscheidung treffe ich wohl erst, wenn der Nachfolger auf dem Markt ist.

    Fazit:
    Ein Thriller, der mich leider nicht gänzlich überzeugen konnte. Recht stark am Anfang flachte er erschreckend schnell ab und raubte sich durch politische Themen immer wieder selbst die Spannung. Zum Ende hin gewann das Ganze noch mal richtig an Fahrt und wurde zu einem fesselnden Leseerlebnis.

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    Cover des Buches Kommissar Pfote 2 - Auf der Spur der Diamanten-Diebin (ISBN: 9783743206540)

    Bewertung zu "Kommissar Pfote 2 - Auf der Spur der Diamanten-Diebin" von Katja Reider

    Kommissar Pfote 2 - Auf der Spur der Diamanten-Diebin
    MoMevor 3 Tagen
    Kurzmeinung: Ein toller & kindergerechter Kriminalfall. Geeignet für kleine Ermittler, die gern selber lesen möchten. Unterhaltung, Spaß und Information.
    Gemeinsam mit Pepper einen Fall zu lösen, macht unheimlich viel Spaß

    Das Wiedersehen mit Pepper und seinem Team war schön. Zu Beginn gab es den schon bekannten Überblick über die wichtigsten Figuren, welche auf der Polizeidienststelle tätig sind. Diese kleine Erinnerung war super und so starteten wir voller Vorfreude in Peppers neustes Abenteuer.

    Polizeihund und Superspürnase Pepper nahm uns wieder mit in seine Welt. Im ersten Kapitel wurde es dann auch so gleich spannend, als wir an der Seite von Pepper durch eine nächtliche Halle schleichen mussten. Total aufregend und gleichzeitig erfuhren wir etwas über die Arbeit von Polizeispürhunden.

    Pepper erzählte die Ereignisse ganz locker, leicht und mit einfachen Worten. Es war überhaupt gar kein Problem, den Ereignissen folgen zu können. Dabei versprühte Pepper auch jede Menge Witz und Charme, der besonders mir oft ein dickes Schmunzeln ins Gesicht zauberte. Der Lesejunior hatte nicht alle kleinen humoristischen Bemerkungen verstanden, was der Geschichte jedoch keinen Abbruch tat. Besonders gut gelungen war die Gestaltung von Pepper. Er verhielt sich wie ein echter Hund, denn viele seiner Gedanken, besonders jene rund um die Leckerlis, fanden hohen Wiedererkennungswert bei uns. Unser Hund ist zwar kein Polizeispürhund, liebt aber Leckerlis mindestens genauso sehr wie Pepper.

    Die Selbstleseempfehlung ab 6 Jahren ist absolut stimmig. Die fünf Kapitel waren von Katja Reider in einer angenehmen Länge gehalten worden. Das Schriftbild war besonders für Leseanfänger ansprechend groß und die Geschichte selbst überforderte nicht.
    Mir gefiel hier besonders gut, dass ein Kind entschieden zur Auflösung des Falles beitrug. So blieb nicht nur Pepper ein intensiver Bezugspunkt zur Geschichte, sondern auch die Zielgruppe wurde direkt durch eine in ihrem Alter gestaltete Figur widergespiegelt.
    In der einen Szenen können sich definitiv Eltern wieder erkennen, die ihren Sprösslingen ganz gerne mal nicht die nötige Aufmerksamkeit beim Zuhören schenken. Die Lösung dieser Situation fand ich persönlich richtig klasse.
    Aufgelockert wurde jede Seite mit Illustrationen von Dirk Hennig. Manchmal waren es nur kleine Bilder, doch selbst diese luden zu kleinen Lesepausen ein.
    Das Verhältnis zwischen Text und Bildern war perfekt für Leseanfänger. Durch viele große Illustrationen und wenig Text blieb die Motivation für das Lesen extrem hoch. Zudem war der Kriminalfall spannend konzipiert worden, sodass der Lesejunior fleißig mit am Ermitteln gewesen ist.

    „Kommissar Pfote 2 – Auf der Spur der Diamanten-Diebin“ wurde besonders schön von Dirk Hennig bildlich in Szene gesetzt. Die einzelnen dargestellten Szenen passten stets zum eben gelesenen. Dabei gab es immer noch kleinere Details zu entdecken, die nicht explizit im Text erwähnt wurden. Pepper war natürlich das Highlight bei den Zeichnungen. Diesen süßen Hund hätten wir auch gern geknuddelt.
    Manchmal verrieten die Bilder schon vorher, in welche Richtung sich die Handlung entwickeln würde. Gerade dem Lesejunior viel das auf, weil er sich oft die Bilder vor dem Lesen angesehen hatte. Mich persönlich hatte das nicht gestört, weil hier die Beobachtungsgabe des jungen Lesers geschult wurde und die Freude groß war, wenn sich die Vermutung bestätigt hatte.

    Am Ende gab es sogar noch ein Minirätsel für den aufmerksamen Leser zum Lösen. Wer es nicht kombinieren kann, muss aber nicht traurig sein. Am Schluss wurde auch dies verständlich erklärt. Wir haben es beide unabhängig voneinander lösen können und waren dabei ganz unterschiedlich herangegangen. Es war witzig, sich am Ende darüber auszutauschen.
    Eine Besonderheit möchte ich hier noch erwähnen. Es ist nicht notwendig, den ersten Band gelesen zu haben. „Kommissar Pfote 2 – Auf der Spur der Diamanten-Diebin“ ist völlig unabhängig lesbar und Peppers Fall in sich abgeschlossen.

    Fazit:
    Gemeinsam mit Pepper einen Fall zu lösen, macht unheimlich viel Spaß. Durch einen leicht verständlichen und dennoch superspannenden Text motiviert dieses Buch zum Lesen. Informationen rund um die Ermittlungsarbeit gratis inklusive.

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    Cover des Buches Franky O. (ISBN: 9783753423203)

    Bewertung zu "Franky O." von Tanja Wagner

    Franky O.
    MoMevor 9 Tagen
    Kurzmeinung: Eine Geschichte mit packender Atmosphäre, die nur so vor hitzigen, leidenschaftlichen und emotionalen Situationen strotze.
    Eine packende Fortsetzung

    Auf Franky und seine bezaubernde Familie traf ich ein paar Jahre nach den dramatischen Ereignissen aus Band zwei wieder. Gleich zu Beginn durfte ich an einer wunderschönen Doppelhochzeit teilnehmen und bei diesem so herrlichen Einstieg deutete noch nichts auf jene Ereignisse hin, die mich später an das Buch fesseln würden.

    Aber der Reihe nach.
    Wie immer gelang es Tanja Wagner sehr atmosphärische Szenen zu erschaffen. Egal, ob es sich um zwischenmenschliche Beziehungen drehte, die mit reichlich Liebe, Eifersucht, Freund- und Feindschaft gespickt waren oder um hitzige Situationen, die entweder voller Leidenschaft überkochten oder in handfesten Schlägereien ausarteten, immer strotzten die Handlungen vor geballten Leben. Dabei erschuf sie auch Momente, die mich völlig aufs Glatteis lockten, nur um im nächsten Augenblick eine völlig andere Auflösung zu präsentieren. Das mochte ich sehr, denn dies verlieh dem Ganzen eine prickelnde Unvorhersehbarkeit. Auch gefiel mir sehr gut, dass die Hauptcharaktere sich wieder weiterentwickelt hatten.

    Fast nichts geschah so, wie ich es mir ausgemalt hatte. Bis auf eine einzige Vermutung bewahrheitete sich keine andere. Durch den angenehm ineinanderfließenden Genremix entstand eine Geschichte, die ein absolut fesselndes Leseerlebnis bereithielt. Dabei geizte die Autorin nie mit Spannungselementen. Sie waren vielfältig und manchmal wechselten sie sich in rascher Reihenfolge ab, sodass ich gebannt an den Zeilen hing.
    Möglich machte mir dies der sehr anschauliche Schreibstil. Jede Szene wurde mit einer auf den Punkt gebrachten Detailfreude erschaffen, dass sie sich niemals glichen. Besonders sichtbar wurde dies bei den erotischen Szenen. Von stürmisch bis hin zu sehr liebevoll war alles dabei.

    Wie auch schon aus den vorherigen Bänden gewohnt wurde diese Geschichte vom personalen Erzähler geschildert. Ich erlebte innerhalb der einzelnen Kapitel die Gefühls- und Gedankenwelten mehrerer Figuren, sodass ich einen sehr weitläufigen Überblick erhielt. Es erstaunte mich immer wieder, wie gut sich alles zusammenfügte. Nie hatte ich das Gefühl der Überforderung, im Gegenteil. Es war ein Vorteil mehr zu wissen als die einzelnen Figuren, aber eben doch nicht allwissend zu sein. Es war genau die richtige Mischung und dies erzeugte eine immerwährende Grundspannung.

    Besonders schön empfand ich, dass es eine Verschiebung der Randfiguren gab. Alte Wegbegleiter kamen kurzzeitig vor, aber sie machten Platz für neue Charaktere. Diese nahmen mehr Raum ein und brachten diese Geschichte auf ein anderes Level. So wurde es auch nicht langweilig, weil ich nie abschätzen konnte, was diese Personen vorhatten.

    Mit viel Geschick trieb Tanja Wagner die Spannung vor mir her, die immer größer wurde und sich zu einem gigantischen Showdown entwickelte. Mit diesem hatte ich überhaupt nicht gerechnet und auch das Ende ließ mich völlig fassungslos zurück. Egal was ich erwartet hatte, dies war es jedenfalls nicht. Der Cliffhanger war wirklich fies und nun warte ich sehnsüchtig auf Band vier.

    Fazit:
    Eine packende Fortsetzung, die ein absoluter Pageturner ist.

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    Cover des Buches Mein Herzschlag in dir (ISBN: 9782496706161)

    Bewertung zu "Mein Herzschlag in dir" von Mela Wagner

    Mein Herzschlag in dir
    MoMevor 9 Tagen
    Kurzmeinung: „Mein Herzschlag in dir“ hatte so wahnsinnig viele Emotionen im Gepäck, dass ein wahres und gelungenes Gefühlskarussell entstand.
    Dieses Buch war für mich definitiv ein Lesehighlight

    Das Vorwort von Mela Wagner war berührend und regte mich zum Nachdenken an. Gespannt blätterte ich um und befand mich sofort mitten in dem Buch.
    Schon mal was vom Brugada-Syndrom gehört? Nein? Ich auch nicht. Dennoch gelang es der Autorin, mich gleich zu Beginn über das Wichtigste in diesem Zusammenhang aufzuklären, indem sie mir ihre sehr sympathische Protagonistin Ava vorstellte und mich direkt an deren Leben teilhaben ließ.

    Die gesamten Erzählungen übernahmen die Protagonisten selber und ermöglichten es mir, ganz dicht an ihnen dran zu bleiben. Dabei war die Verteilung nicht ganz ausgewogen. Hauptakteurin war die junge Kardiologin Ava, die ein ganz schön großes Paket an Ängsten geschultert hatte.
    Dicht gefolgt von Anton, dem gut aussehenden Adoptivbruder von Lou. Lou, Avas Patientin, war die Letzte im Bunde der Icherzähler und kam nur sehr selten zu Wort. Aber das reichte vollkommen aus, um klar zu machen, wie grundsätzlich unterschiedlich die beiden Frauen waren. Sie waren zwei Extreme: Ava, ängstlich und für alles einen ausgeklügelten Plan zur Hand mit einem durchgetakteten Leben, während Lou absolut draufgängerisch war, ein reiner Adrenalinjunkie und die das Leben mit vollen Zügen genoss.
    Mittendrin Anton, der auch die Spontanität und den Rausch der Geschwindigkeit liebte, jedoch in vielen Situationen den Durchblick und einen kühlen Kopf behielt.
    Dieses Dreiergespann sorgte für mächtig Stimmung in diesem Buch und besonders Lou sprengte mit ihrem Verhalten oft die Situationen, sodass die ohnehin schon packende Atmosphäre regelrecht Feuer fing.

    Mela Wagners Schreibstil war intensiv, flüssig und reich bebildert. Vor allem die Handlungsorte in der Toskana waren so wunderschön beschrieben, dass ich sie mir nicht nur vorstellen, sondern auch die dortige Luft schnuppern konnte. Hinzu kamen Mela Wagners unglaublich feinfühliges Gespür für die unterschiedlichsten emotionalen Momente. Nie driftete es ins Klischeehafte ab oder wurde gefühlsduselig. Stattdessen präsentierte sie mir mit viel Einfühlungsvermögen ein sehr ernstes Thema. Besonders gut gefiel mir, dass sie dafür drei Personen für drei verschiedene Perspektiven ausgewählt hatte.
    Einmal jene, wo der Herzfehler schon sehr früh bekannt war. Welche Konsequenzen und Einschränkung dies für das Leben der betroffenen Person bedeutete, wurde so lebendig erzählt, dass ich froh um meine eigene unbeschwerte Kindheit war.
    Dann jene, wo der Herzfehler erst im Erwachsenenalter diagnostiziert wurde und der Geschmack von einem selbstbestimmten, freiheitlichen Leben auf der Zunge lag.
    Zum Schluss die Perspektive des außenstehenden Familienmitglieds.
    Auf eine unglaublich berührende und lebendige Art wurde mit den unterschiedlichen Blickwinkeln die dazugehörigen Gedanken sowie Gefühle vermittelt. Und ich konnte sie alle verstehen und nachvollziehen.

    „Mein Herzschlag in dir“ hatte keinerlei Längen oder Momente, wo es unrealistisch wirkte. Stattdessen trieb Mela Wagner die Geschichte rasch voran, sorgte für jede Menge ergreifender Momente und brachte doch Humor ins Ganze.
    Besonders geliebt habe ich die Gespräche unterschiedlichster Natur. Von hitzigen Dialogen über tiefsinnigen Unterhaltungen bis hin zu lockerleichten Konservationen. Dieses Buch war einfach wundervoll.
    Diese Geschichte lebte von ihren Charakteren. Sie alle waren mit viel Detailliebe ausgearbeitet worden und waren authentisch gezeichnet. So war es auch kaum verwunderlich, dass mir ebenso die Nebenfiguren ans Herz wuchsen. Besonders interessant fand ich einen mysteriösen Mann. Leider erfuhr ich nie wirklich, wer er genau war.

    Die Mischung aus Drama, Liebes- und Freundschaftsroman war lebensbejahend. Trotz oder gerade wegen vieler Momente, in denen Selbstzweifel, Leid und verschiedenster Arten von Ängsten vorkamen, war dieser Roman nie schwer. Er wärmte mir das Herz und zeigte gleichzeitig, dass Träume gelebt werden und sich Sehnsüchte erfüllen können.
    Lediglich das Ende war mir eine Spur zu melodramatisch. Der Cliffhanger war extrem fies und ich muss sagen, dass es mich schon gestört hatte. Mitten auf dem Gipfel der Spannung endete der erste Teil. Es dauerte eine Weile, bis ich gefühlsmäßig wieder in der Realität ankam. Ich war echt fassungslos über das Ende und bin mir nicht sicher, ob ich das positiv meine.

    Einen kleinen weiteren Kritikpunkt muss ich an dieser Stelle leider noch loswerden. Meiner Meinung nach wird das Cover der Geschichte überhaupt nicht gerecht. Ich finde es so nichtssagend. Den Kern dieses wundervollen Buches trifft es irgendwie nicht. Auch passen diese zwei Menschen für meinen Geschmack nicht zu den Figuren, die ich so im Kopf hatte.

    Fazit: „Mein Herzschlag in dir“ ist eine wirklich sehr berührende Geschichte. Sie wurde mit viel Herzenswärme geschrieben und versprühte trotz des ernsten Themas eine positive Lebensfreude. Volle Leseempfehlung!

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    Cover des Buches Kommissar Gennat und die Tote im Reisekorb (ISBN: 9783962010645)

    Bewertung zu "Kommissar Gennat und die Tote im Reisekorb" von Regina Stürickow

    Kommissar Gennat und die Tote im Reisekorb
    MoMevor 13 Tagen
    Kurzmeinung: Ein Krimi, der gänzlich ohne dramaturgische Effekte auskam. Dieser zum Teil fiktiver Roman war spannend & eine tolle Reise zurück nach 1916.
    Ein Krimi, der auf wahren Begebenheiten beruht

    „Kommissar Gennat und die Tote im Reisekorb“ fußt auf einem Fall, der die Berliner Öffentlichkeit 1916 tatsächlich bewegt hatte. Dementsprechend neugierig war ich auf die Umsetzung dieses Kriminalfalles, denn hierbei handelte es sich nicht um ein klassisches True Crime Buch, da es auch einige fiktive Handlungsstränge gab.

    Gleich mit der ersten Seite begann Regina Stürickow den Lokalkolorit der Berliner Arbeiterklasse einzufangen und beschrieb eindrucksvoll dessen soziale Zustände. 1916 war wahrlich keine einfache Zeit für die Menschen und dies wurde authentisch vermittelt.
    Die Unterschiede in den Gesellschaftsschichten stellte die Autorin gekonnt dar, indem sie in so manchen Dialogen auch die typische „Berliner Schnauze“ einflocht. So viel es mir relativ leicht, bei der Anzahl an vorkommenden Figuren den Überblick zu behalten. 

    Obwohl das Buch „Kommissar Gennat und die Tote im Reisekorb“ heißt, war der gute Ermittler nicht der eigentliche Hauptakteur. Im Wesentlichen begleitete ich die fiktive Person Max Kaminski. Ein junger Journalist, aufgrund eines Herzleidens wehruntauglich und der nun die Chance erhielt, gemeinsam mit dem allseits bekannten Kommissar zu ermitteln.
    Mir war Max sehr sympathisch. Ein bodenständiger und sehr hartnäckiger Mann, der gute Ideen und Ermittlungsansätze hatte. Sie stießen aber sehr häufig nicht auf Ernst Gennats Zustimmung, was mir persönlich gefiel. Denn so erhielt ich einen Blick auf dessen Einstellung zur Ermittlungsarbeit und wie er an solche Fälle heranzugehen pflegte. Außerdem gelang es dadurch Regina Stürickow ein interessantes Porträt des berühmten Ernst Gennat zu zeichnen.

    Kommissar Ernst Gennat nahm ich als eine Persönlichkeit wahr, der ziemlich durchsetzungsstark gewesen ist, aber gerne auch mal für einen kurzen Moment die Fassung verlor. Erstaunlich schnell fand er aber zu seinem angenehmen und freundlichen Wesen zurück. Ein gern gesehener Mensch, nicht nur von mir als Leser, sondern auch von den Menschen, die ihm tatsächlich begegnet waren.
    Wilde Spekulationen, wie sie Max gerne zum Besten gab, waren definitiv nichts für den Kommissar, der nur Fakten sehen wollte. Dennoch entwickelten die beiden Figuren eine schöne gemeinsame Dynamik und es war spannend zu erleben, wie Max und dessen Frau Lizzy dazu beitrugen, den Fall Richtung Aufklärung zu treiben.

    Obwohl die Geschichte relativ ruhig und ohne große Effekthascherei erzählt wurde, baute sich eine gute Spannung auf, welche sich bis zum Ende immer weiter steigerte. Durch den verständlichen und flüssigen Schreibstil gelang es Regina Stürickow leicht, mir ihr sauber recherchiertes historisches Wissen zu vermitteln und gönnte mir einen interessanten, authentischen und lebendigen Blick auf die Denk- und Lebensweise der Bevölkerung um 1916.

    Insgesamt war das Buch schlüssig und nachvollziehbar aufgebaut worden. Meiner Meinung nach gab es am Anfang einen kleinen Logikfehler. Da er aber im weiteren Verkauf keine weitere Bedeutung mehr erhielt, konnte ich darüber locker hinwegsehen. Zudem gefiel mir sehr die detaillierte Ausarbeitung der deutschen Geschichte zu Zeiten des Ersten Weltkrieges, der dort vorherrschenden Missstände und der Ermittlungsarbeit der damaligen Polizeibehörde.
    Das Ende war sehr gelungen und der Fall wurde vernünftig und ohne Hast aufgeklärt. Dennoch löste es einen Gänsehautschauer aus, denn die Brutalität des wahren Lebens war wirklich grausam. 

    Fazit:
    Ein ruhiger, dennoch spannend geschriebener Krimi, der auf einem authentischen Fall beruht und die damaligen Verhältnisse lebendig widerspiegelt. Interessant, historisch beeindruckend und auf seine eigene Art erschreckend brutal.

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    Cover des Buches Ghostwalker (ISBN: 9783522506885)

    Bewertung zu "Ghostwalker" von Rainer Wekwerth

    Ghostwalker
    MoMevor 16 Tagen
    Kurzmeinung: Diese actiongeladene Geschichte brachte jede Menge Cliffhanger + überraschende Wendungen mit, sodass dieses Buch eine reine Suchtquelle war.
    Eine spannungsgeladene und actionreiche Science-Fiction Geschichte

    Schon heute kennen wir vor allem die Gamer Szene, die virtuelle Realität. Also eine computergenerierte Wirklichkeit mit Bild und oftmals auch mit Ton. Daher fiel mir auch der Schritt nicht schwer, mir vorzustellen, dass in unserer 26-jährigen Zukunft sogenannte “Ghostwalker” von Firmen beauftragt werden, damit diese in der virtuellen Welt wichtige Daten transportieren, damit diese vor Hackern geschützt sind.

    Hatte ich vielleicht die Befürchtung, nicht gut in die Geschichte hineinzufinden, wurde ich sofort eines Besseren belehrt. Rainer Wekwerths Schreibstil war supereinnehmend. Durch seine lockere, verständliche und sehr lebendige Art zu schreiben war ich sofort mitten im Geschehen und lernte als erstes Jonas bei einem Auftrag als Ghostwalker kennen. So verstand ich recht schnell, was genau so ein Job ausmacht und auch welche Risiken sowie Gefahren dieser birgt.
    Jonas empfand ich für sein Alter schon relativ reif. Aber das musste er auch sein, nachdem sein Vater plötzlich verstarb und seine Mutter in ihrer Trauer sich nicht mehr um den Jungen kümmerte, bis sie eines Tages spurlos verschwand. Sein Spagat zwischen Schule und der Sicherung des eigenen Lebensunterhaltes ohne das auflog, dass er ohne Erziehungsberechtigten für sich sorgte, fand ich wirklich beeindruckend. Insgesamt war Jonas ein sehr ausgefeilter Charakter mit viel Tiefe. Seine Gedanken und Emotionen waren stets schlüssig und mehr als einmal hätte ich diesen tapferen Protagonisten zu gern in die Arme geschlossen.

    Blue hingegen war ein bisschen tougher als Jonas. Sie war in der „Ghostwalker“ Szene schon eine kleine Legende, als ich sie im Buch kennenlernen durfte. Ihre teilweise abgebrühte Art fiel mir manchmal ein bisschen schwer mit ihrem Alter in Einklang zu bringen, aber sie hatte deutlich mehr Erfahrung als Jonas in diesem Job und auch damit, im Leben auf sich allein gestellt zu sein.

    Der personale Erzähler ließ mich immer über die Schultern von Jonas und Blue schauen, teilte mir ihre Gedanken und Emotionen mit und brachte mich ganz nach an die Ereignisse. Sehr zu schätzen wusste ich, dass Rainer Wekwerth die Betrachtungsweisen nicht innerhalb der Kapitel mischte. Entweder ich begleitete Jonas oder Blue. Dies war sehr angenehm, da ich mich so voll und ganz auf den aktuellen Protagonisten konzentrieren konnte.

    Mir gefiel der Aufbau der Geschichte. Die Erzählungen wechselten von der virtuellen zwischen der realen Welt hin und her. Den Überblick über den aktuellen Ort des Geschehens zu behalten war nicht schwer, da dieser stets zu Beginn eines Kapitels angegeben wurde.
    Die Schauplätze waren ausgefeilt und gefielen mir extrem gut.
    In der realen Welt spielten sich die Szenen hauptsächlich in Hamburg ab. Jedoch war die Stadt relativ heruntergekommen und nicht mehr mit der heutigen Handelsmetropole zu vergleichen. Ich empfand dies als besonders interessant, da der Autor politische sowie wirtschaftliche Verläufe integrierte, die zum Verfall der Stadt beigetragen hatten.
    Die virtuellen Welten waren ebenfalls toll ausgearbeitet. Sie waren wie die Realität angelegt, hatten allerdings spannende Skills zu bieten. So konnten die Avatare unterschiedliche Aussehen haben, von Fantasiegestalten bis hin zu animierten menschlichen Figuren. Außerdem konnten die Ghostwalker ihr Aussehen nach Belieben mithilfe unterschiedlichster Kleidungen, Ausrüstungen und Waffen verändern. Besondere Superkräfte besaßen aber nur die Systemoperatoren, was dem Ganzen einen noch realistischeren Touch verlieh. Auch als Nicht-Gamerin hatte ich keinerlei Probleme, den technischen Details dieser virtuellen Realitäten zu folgen. Rainer Wekwerth erklärte dies so simple und logisch, dass ich nie das Gefühl hatte, einem Bereich nicht mehr folgen zu können.

    Die Kapitel hatten alle eine angenehme Länge und waren echte Pageturner. Kleine Cliffhanger sorgten dafür, dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Ständig wollte ich wissen, wie sich alles weiterentwickeln würde. Die Spannung blieb dabei stets auf einem sehr hohen Level und wurde vor allem durch Geheimnisse sowie mysteriöse Ereignisse angeheizt. Plot Twists fesselten zusätzlich meine Aufmerksamkeit. Auch mit Action geizte der Autor nicht, aber sie war absolut passend und stimmig zur Storyline.
    Obwohl es auch jede Menge Adrenalin peitschende Sequenzen gab, welche auch sehr anschaulich und mitunter bedrohlich beschrieben wurden, war dieses Buch perfekt auf jugendliche Leser abgestimmt. Mit Leseempfehlung ab 13 Jahren gehe ich absolut konform, denke aber auch, dass es auch „jüngere“ Leser gut weg suchten können. Schon heute spielen sie ja viele Games, die viel brutaler sein dürften als dieses Buch.

    Besonders schön abgerundet wurde diese Geschichte von dem tollen Umschlag. Wenn das Buch im Licht gekippt wird, funkelt das Bild und der Eindruck von fließenden Datenströmen entsteht. Auch das Innenlayout war perfekt dazu abgestimmt. Allerdings taucht das Innenlayout nicht in der eBook Version auf, sondern nur in der gedruckten Form. Ein bisschen schade, denn die abgebildeten Binärcodes verstärkten optisch die Geschichte.
    Was dich erwartet:
    Eine spannungsgeladene und actionreiche Science-Fiction Geschichte, in der sich die Menschen nicht nur real über die Welt bewegen, sondern sie auch virtuell besuchen. Mit entsprechenden Risiken und Gefahren, denn auch die Mafia hat ein Wörtchen mitzureden.

    Fazit:
    Ein rasant unterhaltsames Jugendbuch mit jeder Menge Action, fesselnden Charakteren und einer faszinierenden Geschichte, welche die virtuelle mit der realen Welt gekonnt verknüpfte. Absolute Leseempfehlung!

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    Cover des Buches Die Erfindung von Mittelerde (ISBN: 9783806242607)

    Bewertung zu "Die Erfindung von Mittelerde" von John Garth

    Die Erfindung von Mittelerde
    MoMevor 20 Tagen
    Kurzmeinung: Ein fundiertes Werk über die Inspirationsquellen von J. R. R. Tolkien unter Berücksichtigungen von belegbaren Vermutungen sowie Fakten.
    Ein absolutes Muss für jeden Tolkien-Fan

    Das Erste, was ich gemacht habe als ich “Die Erfindung von Mittelerde. Was Tolkien zu Mordor, Bruchtal und Hobbingen inspirierte” in der Hand hielt, war darin zu blättern. Schon optisch war dieses Buch ein absoluter Hingucker. Zahlreiche Bilder, darunter Gemälde, Fotografien und diverse Illustrationen sowie Karten und Infokästen luden schon zum Verweilen ein.

    Aber auch der Aufbau des Werkes war wohldurchdacht und nach Themen sortiert. Am Anfang erfuhr ich viel über Tolkiens Kindheit und die Orte, an denen er aufwuchs. Welche Schicksalsschläge ihn trafen und wie sie ihn auch veränderten. So lag der erste Fokus hauptsächlich auf England. In nachfolgenden Abschnitten ging Garth zuerst auf die Natur selber ein. Dazu gab es Beschreibungen und Darstellungen spezifischer geografischer Gegebenheiten, wie beispielsweise von Gewässern, Bergen, Wäldern und vieles mehr. Danach folgten die Einflüsse des Menschen auf die Natur. Immer im Kontext zu Tolkiens Leben und seinem Schaffen an seinen Geschichten. Denn schon in der Einleitung klärte Garth mich auf, dass Tolkien mit Mittelerde keineswegs einen anderen Planeten erschaffen hatte, sondern es unsere Erde ist, die sich darin widerspiegelt.

    Mir gefiel sehr gut, dass sich Garth bei diesem Buch nicht nur auf jene Orte bezog, die Tolkien auch tatsächlich kannte. Nein, er nahm auch jene auf, welche Tolkien nur von Hörensagen oder in geschriebener Form begegnet waren. Dabei glänzte Garth mit seinen sauberen Recherchen und belegte seine Vermutungen mit unterschiedlichsten Quellen und unumstößlichen Fakten. Auch ging er auf die große Tolkien-Community und deren Vorstellungen zu weiteren Inspirationsquellen ein. Er nahm diese Vorschläge genauer unter die Lupe, setzte sich auch mit ihnen auseinander und bewertete sie im Hinblick auf seine eigenen Theorien. Zudem brachte er alles in Einklang mit den Geschichten, die Tolkien erschuf.

    Vom Schreibstil her fiel mir das Lesen manchmal recht schwer. Es erforderte oft eine sehr hohe Konzentration, da John Garth eine lebendige Biografie von Tolkien gestaltete. Er erzählte also nicht nur von dessen Leben, sondern wie sich Tolkiens Eindrücke, Erlebnisse und Empfindungen mit seiner Fantasie verschmolzen und daraus faszinierende Werke entstanden. So gab es dann mittendrin reichlich Zitate, Gedichte und allerlei Querverweise. Es war auf jeden Fall interessant zu lesen und an manchen Stellen war sogar Spannung spürbar. Dennoch blieb es natürlich ein Sachbuch, was eben hier und da auch ziemlich deutlich wurde. Jedoch kam der klugdurchdachte Buchaufbau zum Tragen. Die zu Beginn erwähnten Bilder, Grafiken und Karten lockerten jede Seite auf und so gab es auch außerhalb von Texten jede Menge zu bestaunen und zu entdecken. Mein geschichtsliebendes Herz wurde hier auf jeden Fall angesprochen. Vor allem die Bezüge zu politischer und teilweise auch wirtschaftlicher Situation zu Tolkiens Lebzeiten waren spannend erfasst und gut in das Gesamtwerk eingebettet worden.

    Da es sich hier um Sekundärliteratur rund um Tolkiens Werke handelte, könnte das Buch Nicht-Fans vor so manche Herausforderung stellen. Auch mir gelang es nicht immer nahtlos folgen zu können, eben weil ich nicht alle Werke des Schriftstellers kenne und mir dadurch natürlich auch Bezüge nichts sagten. Trotzdem war es total lesenswert, denn durch die schiere Masse an Informationen war auch für Unwissende jede Menge Informatives und Unterhaltsames dabei.
    Vor allem aber verschaffte mir dieses Werk einen spannenden Überblick über jene Themen, die die Tolkien Gemeinschaft und Forschung beschäftigt. Was wiederum meine Neugierde auf jene Werke Tolkiens weckte, die ich noch gar nicht gelesen habe.

    Fazit:
    Ein absolutes Muss für jeden Tolkien-Fan. Aber auch geeignet für jene Leser, die sich für die Person Tolkien und Hintergründe zu seinen Geschichten interessieren. Ganz ohne Kenntnisse über J. R. R. Tolkiens Werke kann dieses Buch aber auch zu einer echten Herausforderung werden.

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    Cover des Buches Dying Rose – Rosalia & The Beast (ISBN: 9783961112272)

    Bewertung zu "Dying Rose – Rosalia & The Beast" von Laura Winter

    Dying Rose – Rosalia & The Beast
    MoMevor 22 Tagen
    Kurzmeinung: Der Schreibstil war schön lebendig, bildgewaltig und an den richtigen Stellen mit einer guten Portion Humor versehen. Tolle Märchenadaption
    Eine schöne moderne Märchenadaption

    In diese Geschichte bin ich so schnell hineingesogen worden, dass ich mich augenblicklich wohlgefühlt habe. Der Schreibstil entfalte beinahe sofort seine volle Wirkung und erschuf eine atmosphärische Umgebung, die in der heutigen Zeit spielte.
    Besonders faszinierend empfand ich die Verarbeitung der Kernpunkte aus dem Märchen „Die Schöne und das Biest“. Die Art der Adaption gefiel mir außerordentlich gut und ich war gespannt, wie sich das Ganze zum Ende hin auflösen würde.

    Das Cover war in meinen Augen ansprechend gestaltet worden, wobei mir nicht ganz klar war, was genau die Frau auf dem Cover symbolisieren soll. Für meinen Geschmack fügte sich dies nicht zu einhundert Prozent in das Buch ein. Dafür war das Innenlayout wunderschön. Es passte super zur Adaption des Ursprungsmärchens und war dann wiederrum stimmig zu Teilen des Covers.

    Die Charaktere gefielen mir sehr. Sie waren unterschiedlich in ihren Eigenheiten und mit viel Tiefe ausgebaut worden. Besonders abscheulich war für mich ganz klar Rosalias Vater. Sein Verhalten stieß mir sauer auf und ich hätte diesem Menschen am liebsten meine Meinung gegeigt.

    Rosalia mochte ich gern. Auf Anhieb war sie mir mit ihren Träumen und Zielen sympathisch, außerdem war sie herrlich schön bodenständig. Es machte mich traurig, ihre Schuldgefühle mitzuerleben und hätte ihr nur zu gern gesagt, dass sie sich diese gar nicht zu machen braucht. Ihre Naivität in manchen Bereichen machte sie mit ihrer Neugier wieder wett. Mir gefiel es, dass sie im Gegensatz zu Vincent ihren eigenen Weg noch finden musste. Ihre Entwicklung war daher um einiges mannigfaltiger als die vom „Biest“.

    Vincent als „Biest“ war mir ein kleines bisschen zu lasch. Für meinen Geschmack hatte er zu früh hinter seine Fassade blicken lassen. Hier hätte das Ganze ein bisschen mehr Pfeffer vertragen können. Dennoch war Vincent durch sein launisches Verhalten in mancherlei Hinsicht ein undurchschaubarer Charakter und sorgte immer wieder für jede Menge Spannung und Unvorhersehbarkeit. Mich faszinierte er sehr und ein bisschen bedauerte ich es, dass ich seine Sichtweise am wenigsten zu lesen bekam.

    Beide Protagonisten erzählten ihre Gefühls-und Gedankenwelt sowie Erlebnisse selber, sodass ich ganz nah an den Charakteren dran war. Die Art, wie die beiden miteinander umgingen, mochte ich sehr. Vor allem die zweideutigen Wortspiele und Aktionen brachten richtig Pepp in die Handlungen. Dies verlieh der Geschichte viel Dynamik und sorgte ständig für Überraschungen im weiteren Verlauf.

    Ein bisschen hatte ich Angst, dass die Story in Klischees abdriften würde, aber dies geschah zum Glück nicht. Stattdessen gab es verblüffende Wendungen und jede Menge vielfältige Emotionen. Ich mochte die Leichtigkeit der Geschichte und die stellenweise doch sehr ernsten sowie tiefgründigen Töne. Eins sollte bei „Dying Rose – Rosalia & The Beast“ jedoch nicht vergessen werden, es war ein modernes Märchen und damit ereigneten sich auch Geschehnisse, die so vermutlich im realen Leben nicht stattfinden würden. Aber dies machte in meinen Augen auch den Charme des Buches aus.

    Es gab hier reichliche prickelnde Szenen, wobei der Fokus nicht auf der Vereinigung an sich lag. Viel mehr waren es erotische kleine Spielchen, die ich als Ouvertüre bezeichnen würde. Es war wirklich wie bei einem Musikstück, ihr Geplänkel miteinander machte neugierig und schürte Spannung auf den Moment, wo sie sich aneinander vollendend begegnen würden.

    Der Showdown am Ende des Buches war unglaublich und völlig unvorhergesehen. Ich habe wie gebannt an den Zeilen gehangen und das letzte Drittel des Buches musste ich einfach in einem Rutsch lesen. Der Ausklang der Geschichte war mir ein bisschen zu abgehackt, hier hätte es dem Buch gutgetan, noch ein paar mehr Seiten einfließen zu lassen. Für mich war das Ganze nicht rund genug, aber das ist Kritik auf höchstem Niveau.

    Fazit:
    Eine Märchenadaption, die mich total begeistern konnte. Lebhafte Figuren, ein packendes Handlungsgerüst sowie jede Menge verschiedenster Emotionen sorgten für ein märchenhaftes Lese- und Liebesabenteuer.


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    Cover des Buches Tuning für Ihr Unternehmen (ISBN: 9783746096100)

    Bewertung zu "Tuning für Ihr Unternehmen" von Dr. Nicole M. Hermann

    Tuning für Ihr Unternehmen
    MoMevor 22 Tagen
    Kurzmeinung: Für mich als Laie war das Buch interessant. Es bot mir eine leicht verständliche Einführung in das Gebiet der Unternehmensstrukturen.
    Ein interessanter Einblick in die Welt der Holding

    Da ich keine Expertin auf dem Gebiet der Unternehmensstrukturen bin, würde ich mir an dieser Stelle nicht anmaßen, den Inhalt fachlich bewerten zu wollen. Stattdessen betrachte ich das Werk als nicht Fachfrau und beleuchte den Nutzen für mich.

    Die fünf einzelnen Kapitel waren übersichtlich gestaltet worden, was es mir ermöglichte, dem sachlichen Inhalt gut zu folgen. Dazu trug selbstverständlich auch der Schreibstil bei, der einfach und verständlich gehalten worden war. Fachliche Begrifflichkeiten wurden stets sofort erklärt, sodass ich hier Wissenslücken füllen konnte und insgesamt mit den Ausführungen Schritt halten konnte.

    Der Aufbau des Buches war für mein Gefühl logisch konzipiert. Es startete mit einer Erklärung zur erlaubten Vorteilnahme und wie es sich positiv auswirkt, wenn sie dem Unternehmer bekannt ist.
    Im weiteren Verlauf werden verschiedene Rechtsformen beleuchtet. Hier gefiel mir sehr gut, dass Vor- sowie Nachteile erwähnt wurden und es übersichtlich gegliedert worden ist.

    Im dritten Kapitel kam das Buch zu seinem eigentlichen Kernthema: der Holding. Spannend war hier für mich, dass es unterschiedliche Arten von Holdings gibt. Nach dem kurzen Exkurs wurde auf die Erscheinungsformen der Holding eingegangen. Auch hier in kurzen und knapp gehalten Absätzen.

    Anschließend befasste sich Dr. Nicole M. Hermann damit, wie ein Unternehmer mit einer Holding erfolgreich werden kann. Sehr gut gefallen hatten mir hier die zahlreichen Infoboxen. Von Praxistipps bis hin zu wichtigen Achtungshinweisen wurde hier viel auf wichtige Informationen geachtet und aufgebaut.

    Im letzten Kapitel wurde es dann konkret. Macht es Sinn, eine eigene Holding zu gründen, wie sehen die nächsten Schritte aus und einiges mehr. Für mich eine interessante Zusammenfassung des vorherig gelesenen.

    Aufgelockert und unterfüttert wurde der Text mit Tabellen und Grafiken. Sie verdeutlichten das zuvor gelesene und gaben einen kompakteren Überblick. Was mir jedoch fehlte waren noch greifbare Beispiele. Sie hätten sicherlich mehr verdeutlichen können und wären damit praxisnaher. So war manches für meinen Geschmack zu knapp abgehandelt. Ein detaillierterer Blick hätte mit Sicherheit nicht geschadet.

    Fazit:
    Ein interessanter Einblick in die Welt der Holding und den Möglichkeiten, die diese Unternehmensform bieten kann. Für Einsteiger eine leichte und informative Lektüre.

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    Cover des Buches Die Wächter der blauen Rose (ISBN: 9783967410853)

    Bewertung zu "Die Wächter der blauen Rose" von M. J. Martens

    Die Wächter der blauen Rose
    MoMevor 22 Tagen
    Kurzmeinung: Liebhaber von Romantsy, die auch eine ordentliche Portion Brutalität nicht scheuen, werden hier unterhaltsame Lesestunden finden.
    Eine romantisch abenteuerlich fantastische Geschichte

    Um ehrlich zu sein, war ich anfänglich schon ziemlich skeptisch, ob mir die Geschichte gefallen würde. Doch die Autorin erleichterte mir den Einstieg mithilfe ihres lockerleicht flüssigen Schreibstils ungemein. Sie zeichnete eine düstere, von großer Armut gezeichnete Welt, in der ich der Hauptfigur Severin begegnete. Ein Charakter, der gleich zu Beginn unterschiedliche Emotionen in mir wachrief. Mit seinen fast siebzehn Jahren war er kein Kind mehr, aber auch noch kein richtiger Erwachsener. Severins Schicksal berührte mich zutiefst, denn von seinem saufenden und prügelnden Vater hatte er nichts zu erwarten. Ständig musste er hart schuften und hatte nicht einmal genug zu essen, um seinen Hunger zu stillen. Hier regte sich Mitleid in mir für diesen armen Jungen, gleichzeitig aber bestaunte ich schon hier seine sehr reifen Gedanken. Auch charakterlich mochte ich ihn sehr, denn er hatte das Herz am rechten Fleck. Seine Loyalität gegenüber seinem besten Freund war unerschütterlich und tief, genauso wie sein Mut. Den er gut gebrauchen konnte, denn um seiner Armut zu entfliehen, wollte er vieles in Kauf nehmen.

    Erzählt wurden die Ereignisse hauptsächlich von Severin aus der ich-Perspektive. So war alles noch viel eindrücklicher, sein Leiden viel plastischer, gleichzeitig war die Sicht auf die Dinge sehr begrenzt. Einen etwas größeren Blickwinkel erlaubte mir jedoch eine zusätzliche Figur. Ajun, der oberste Wächter. Auch er kam hin und wieder selber zu Wort, sodass ich ein bisschen mehr über die Strukturen innerhalb der Wächter und ihrer Verbindung zur Königin Amara erfahren konnte. Charakterlich war er ein wenig wankelmütig und ich konnte ihn lange Zeit nicht richtig einschätzen. Sein guter Kern war zwar spürbar, aber gleichzeitig vernebelte Verblendung seine Urteilskraft. Jedoch wurde das Warum dieses Verhaltens sehr anschaulich dargestellt, sodass ich ihn sogar verstehen konnte. Insgesamt war Ajun eine sehr interessante Figur, die für meinen Geschmack ruhig ein bisschen mehr Präsenz hätte haben können.

    M. J. Martens Weltenaufbau hatte mir gut gefallen. Ein bisschen hatte ich beim Lesen das Mittelalter vor Augen, obwohl wir uns hier ganz klar im Fantasybereich mit reichlich Werwölfen und ihren Feinden, den Vampiren befanden. Sehr zu meiner Freude war das Auftreten der Vampire sehr überschaubar, sodass ich keine Probleme mit ihnen hatte. Sie spielten eher eine Randrolle, das Hauptaugenmerk lag ganz klar auf Severins Entwicklung sowohl auf körperlicher, als auch auf geistiger Ebene.

    Rückblickend betrachtet hatte diese Geschichte in bestimmten Bereichen den Charme eines Märchens. Hier ging es um Gut und Böse, um Schein und Sein, Freundschaft und Feindschaft, aber natürlich auch Liebe. Gerade am Ende hatte ich so das Gefühl, dass mir hier auch eine Moral präsentiert worden ist.
    Das Finale war unheimlich spannend, wurde für mich jedoch ein bisschen zu fix abgehandelt. Gut gefallen hatte mir hingehen, dass das Ende realistisch gewesen ist, wenn auch vorhersehbar.

    Insgesamt war der Handlungsablauf immer zügig, es kamen keine Längen auf und sie brachten vielfältige Spannungen in die einzelnen Szenen. Auch wenn die Wendungen nicht immer überraschend für mich kamen, war ich doch ganz in dieser Geschichte versunken.
    Die Mischung aus wilden Kämpfen, hartem Überleben und sogar erotischen Sequenzen war ausgewogen. Die Umsetzung gefiel mir, während die Auseinandersetzungen häufig sehr detailfreudig an blutiger Brutalität waren, wechselte es bei den Liebesszenen zwischen ausführlich bis hin zu leichten Andeutungen ab. Dies war schon besonders, denn es kam auf die Figuren an, sodass die Beziehung und auch das Wesen der Charaktere sich auch in diesen Beschreibungen widerspiegelten.

    Fazit:
    Ein aufregendes, bisweilen blutiges Fantasyabenteuer, welches für spannende Lesestunden sorgte.

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