Moni2506

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    Cover des Buches Der nahende Sturm (ISBN: 9782496702576)

    Bewertung zu "Der nahende Sturm" von Ellin Carsta

    Der nahende Sturm
    Moni2506vor 4 Tagen
    Eine unterhaltsame Familiensaga, die auch Potenzial hätte tiefer zu gehen

    „Der nahende Sturm“ ist der sechste Teil der Hansen-Saga von Ellin Carsta, in der es um die Familie Hansen und deren Kaffee- und Kakaokontor in Hamburg geht. Erschienen ist der Roman Mitte Juni bei Tinte und Feder von amazon. 


    Gerade erst hat Familie Hansen die Turbulenzen überstanden, die durch die Diebstähle Richard Hansens ausgelöst wurden, da droht schon das nächste Unheil. Der aus der Familie verstoßene Richard findet eine neue Verbündete in Elisabeth Frederiksen. Diese möchte das Kontor zu Fall bringen und hierfür sind ihr alle Mittel recht. Die Hansens jedoch lassen sich nicht entmutigen und Luise hat gewagte Einfälle, die die Familie vielleicht retten können. 

    In seiner Abwesenheit hat Robert Hansen Hamza die Plantage in Kamerun anvertraut. Dieser ist entschlossen seine Arbeit gut zu machen und das Vertrauen in ihn zu rechtfertigen, doch nicht alle sind hiermit einverstanden. Er hat nicht nur mit der Ablehnung der anderen Plantagenbesitzer zu kämpfen, sondern muss sich darüber hinaus auch mit den Ansichten seines Volkes auseinandersetzen, dass ihn nicht mehr richtig zu akzeptieren scheint. 


    Das Ende des fünften Bandes bot eine spannende Ausgangslage für den sechsten Teil der Hansen-Sage und so habe ich auch diesen gelesen. Die Lesung auf der Barkasse im Dezember in Hamburg hat mir ein bisschen mehr Klarheit gegeben, was ich von dieser Reihe erwarten kann. Es ist eine Reihe, die unterhalten soll und die sich als Familiensaga im klassischen Sinne darstellt und dennoch habe ich mich auch dieses Mal wieder dabei erwischt, dass ich mir mehr wünsche, weil das Potenzial in dieser Reihe steckt, noch tiefer zu gehen. Die Bücher müssten dann allerdings wohl doppelt so lang sein. 

    Das Buch lässt sich gewohnt flott weg lesen und man ist schnell wieder im Geschehen drin. Die Geschichte schließt nahtlos an den Vorgänger an, trotzdem hatte ich diesmal etwas mehr Probleme die Denkweisen der Personen nachzuvollziehen, was an sich eine Stärke der Autorin ist. Man switcht zwischen den Protagonisten und ist dann im Kopf dieser Person dabei und kann deren Verhalten nachvollziehen. Das war diesmal nicht immer der Fall. 

    Besonders gut gefallen haben mir die Abschnitte, in denen es um Hamza und die Plantage in Kamerun geht. Den Konflikt, in dem er sich befindet, konnte ich gut nachvollziehen und fand es toll, wie er die Situation gemeistert hat. Hamza ist wirklich schlau und weiß die Vorurteile ihm gegenüber zu nutzen. Leider waren diese Abschnitte für mich persönlich zu kurz, aber im Rahmen eines Unterhaltungsromanes völlig ausreichend. Die Autorin kratzt hier nur an der Oberfläche des Problems, ich kann mir allerdings gut vorstellen, dass es die Neugier weckt, sich tiefergehend mit dem Thema der Kolonialzeit und Rassismus zu beschäftigen. 

    Die Familie Hansen und Luise war mir ein wenig zu perfekt in diesem Roman, auch wenn daran im weiteren Verlauf ein wenig gekratzt wird, dies erschien mir aber eher halbherzig. Luise, die tüchtige Geschäftsfrau mit bahnbrechenden Einfällen, die Familie und Arbeit gewuppt bekommt und an deren Denkweise man sich bitte ein Beispiel nimmt. Die Familie Hansen, die zusammenhält, egal welche Bedrohungen da kommen. Martha, die ein Gespräch mit ihrem Mann und Luise führt und dann plötzlich wie ausgewechselt ist und sich fragt, warum sie nicht immer schon so gedacht hat. Das war mir alles ein wenig zu einfach, denn gerade mit Martha spricht die Autorin ein sehr wichtiges und immer noch aktuelles Thema an. 

    Man muss dieses Buch allerdings auch als das betrachten, was es ist: Eine Familiensaga und ein Unterhaltungsroman. Diesem Anspruch wird der Roman gerecht. Wir verfolgen die Geschichte der Familien Hansen hautnah mit und es gibt Drama und Intrigen. Die Autorin hat diese Reihe in einer sehr interessanten Zeit angesiedelt, in der vieles im Umbruch war. Das Quellenverzeichnis zeigt, dass sich die Autorin eingehend mit der Zeit beschäftigt hat und man merkt dem gesamten Buch an, dass ihr die Protagonisten dieser Reihe sehr ans Herz gewachsen sind. 


    Fazit: Eine typische Familiensaga, die dem Anspruch eines Unterhaltungsromanes gerecht wird. Man bekommt Drama und Intrigen und es ist ein gutes Buch für zwischendurch, wenn man sich etwas leichtere Lektüre wünscht. Das Buch spricht wichtige Themen an, kratzt allerdings eher an der Oberfläche, was für diese Art Buch vollkommen ok ist. Ich kann mir dennoch nicht helfen und hätte mir mehr gewünscht, denn das Potenzial ist definitiv da.

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    Cover des Buches Das Ting (ISBN: 9783423230063)

    Bewertung zu "Das Ting" von Artur Dziuk

    Das Ting
    Moni2506vor 10 Tagen
    Leider konnte mich die Umsetzung des Themas nicht wirklich überzeugen

    Das Ting“ von Artur Dziuk erzählt die Geschichte eines Start-Ups und seiner vier Gründer, die zusammen eine App entwickeln, die das Leben der Menschen durch Empfehlungen optimieren soll. Erschienen ist der Roman im September 2019 bei dtv bold.


    Vier Menschen die unterschiedlicher nicht sein könnten gründen zusammen ein Start-up. Schon in seiner Studienzeit hatte Linus Landmann die Idee zu einer App, die das Leben jedes einzelnen Menschen verbessern soll. Das Ting soll mit Hilfe von körperbezogenen Daten Empfehlungen geben, wie sich die jeweilige Person beispielsweise besser ernähren oder die eigene Karriere voranbringen kann. Erst Jahre später soll er zusammen mit Adam Strzela, Kasper Strindholm und Niu (Nachname habe ich vergessen) die Chance bekommen seine Idee in die Tat umzusetzen, doch Investoren zu finden ist nicht leicht. Um die Effizienz der App zu testen beschliessen die vier Gründer das Ting zu testen und verpflichten sich dazu alle Empfehlungen des Ting bedingunglos und umgehend umzusetzen. Ein spannendes Experiment beginnt...

    Ich bin sehr zwiegespalten bei diesem Buch, denn das Thema, das in diesem Buch aufgegriffen wird, finde ich total spannend, aber die Umsetzung des Ganzen fand ich teilweise sehr langweilig, so dass ich zwischenzeitlich an abbrechen gedacht habe und letztendlich das letzte Drittel des Buches mehr oder weniger überflogen habe.
    Der Schreibstil lies sich gut lesen, hat sich für mich aber zu sehr in den ganzen Ausführungen zu den Gedankengängen der einzelnen Personen verloren. Für die Art der Geschichte, die der Autor sich entschlossen hat zu erzählen, sind diese wichtig, aber für mich hätten diese dennoch kürzer ausfallen können. Ich habe glaube ich einfach eine andere Art von Geschichte erwartet und bin daher etwas enttäuscht.
    Das gesamte Buch ist sehr auf unsere Leistungsgesellschaft ausgerichtet, die ständig nach Selbstoptimierung verlangt. In diesem Punkt hat der Roman definitiv einen Nerv getroffen. Karrieremenschen können das was geschildert wird, vielleicht noch mehr nachvollziehen als ich. Ich habe noch nie den Drang verspürt, dass ich 16 Stunden am Tag arbeiten möchte und wirklich alles dem Ziel unterordne, reich und erfolgreich zu werden. Wahrscheinlich treibt es das Buch in dieser Hinsicht auf die Spitze und prangert eben das auch in gewisser Weise an.
    Die vier Gründer des Start-ups könnten unterschiedlicher nicht sein. Linus fällt zusammen mit Adam ein großer Anteil an der Idee zum Ting zu. Er selbst nimmt sich als Looser wahr, der keinen Job bekommt, es aber endlich schaffen muss. Adam ist ein Arschloch vor dem Herren, der rücksichtslos alles zu seinem Vorteil nutzt und seine Herkunft leugnet. Kasper möchte sich aus dem Schatten seines erfolgreichen Vaters befreien und etwas Eigenes auf die Beine stellen und Niu ist das Mastermind hinter der Programmierung, die schlecht mit Veränderungen umgehen kann und daher strikte Routinen befolgt.
    Als sie sich entschließen, allen Empfehlungen des Ting bedingungslos zu folgen, hat dies sehr unterschiedliche Auswirkungen. Die Entwicklung des Ting habe ich sehr gerne mitverfolgt. Wie werden die Daten gesammelt, wie werden diese in Relation gesetzt und wie gibt das Ting die Empfehlungen an den Anwender weiter. Wir erleben in diesem Buch unterschiedliche Entwicklungsstufen der App und mit jeder Stufe steigert sich der Gruselfaktor.
    Das Buch regt auf jeden Fall zum Nachdenken an. Auch darüber, ob man so viele Daten über sich preisgeben möchte, obwohl das eher im Hintergrund läuft. Eher noch fragt man sich, was braucht man wirklich zum glücklich sein. Möchte man ein perfekter Mensch sein, der sich gesund ernährt, nur mit den Menschen befreundet ist, die einen voran bringen und der die Karriere vor alles andere stellt? Das sind alles interessante Fragen, aber es wird eben auch bis ins kleinste Detail nachverfolgt und das für alle vier Personen.
    Ich hatte echte Schwierigkeiten mich mit so manchen Dingen zu identifizieren und das Buch hatte für mich keinen wirklichen Sympathieträger. Gerade alles was mit dem Start-up gründen zu tun hatte. Nichts davon erschien mir wirklich erstrebenswert oder auch das Assessment-Center, das am Anfang des Buches beschrieben wird, war mir sehr suspekt. Keine Ahnung, ob das übertrieben ist oder ob es das in manchen Branchen wirklich gibt.

    Fazit: Eine spannende Idee, die interessante Fragen aufwirft, mich in ihrer Umsetzung allerdings nicht wirklich abholen konnte. So wirklich weiß ich nicht, wem ich dieses Buch empfehlen soll. Man sollte es wohl mögen, wenn eine Geschichte eher ruhiger daher kommt und nicht groß von Spannung getragen wird.

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    Cover des Buches Dream Again (ISBN: 9783736311879)

    Bewertung zu "Dream Again" von Mona Kasten

    Dream Again
    Moni2506vor 18 Tagen
    Eine nette Geschichte für zwischendurch

    „Dream Again“ von Mona Kasten ist der fünfte Teil der Again-Reihe und erzählt die Geschichte von Blake Andrews und Jude Livingston. Erschienen ist der Roman im März 2020 bei LYX.

    Nachdem Jude Livingston in L.A. gescheitert und ihr großer Traum von einer Schauspielkarriere geplatzt ist, gibt es nur noch einen Ort, wo sie hin kann. Sie zieht zu ihrem Bruder Ezra nach Woodshill, der in einer WG mit seinen Basketballkollegen wohnt. Einer davon ist ihr Ex-Freund Blake Andrews, dem sie das Herz gebrochen hat. Dieser hat ihr die Trennung nie verziehen und lässt sie deutlich spüren, dass sie nicht in Woodshill erwünscht ist. Doch mit der Zeit bröckelt seine Fassade und die Anziehungskraft zwischen den beiden ist immer noch da. Wäre da nicht Judes Vergangenheit, die wie ein Schatten über den beiden schwebt.

    Ab und zu muss es auch bei mir mal etwas mit Herzschmerz sein und nach den zwei vorangegangen Büchern brauchte ich unbedingt eine kleine Auszeit, bei der man einfach nur das Buch genießen kann ohne groß nachzudenken. Letzteres habe ich auf jeden Fall bekommen.
    Der Schreibstil von Mona Kasten lässt sich nach wie vor super lesen und Woodshill kommt so charmant herüber wie eh und je. Eine kleine Stadt, in der alle irgendwie miteinander befreundet sind und gegenseitig füreinander da sind. Woodshill ist irgendwie immer ein Stück heile Welt, die fast schon zu perfekt ist.
    Es gab einige schöne und romantische Szenen, insgesamt hat mir das Buch aber zu lange gebraucht und ist nie wirklich in Gange gekommen. Oftmals plätscherte die Geschichte so vor sich hin und es wurden immer wieder die selben Gedanken durchgekaut. Blake und Jude hatten ein paar sehr schöne Szenen zum wohlfühlen, aber insgesamt hat mich deren Geschichte nicht wirklich gepackt.
    Beim schreiben dieser Rezension merke ich, dass sich da eher so einige Nebencharaktere in mein Herz geschlichen haben. Ezra fand ich toll, weil er unwiderruflich für seine Schwester da ist, auch wenn sie nicht mit allen Einzelheiten rausrückt. Die Eltern der beiden haben mich so manches mal zum Schmunzeln gebracht. Die Freundschaft zwischen Scott und Jude fand ich toll und er war mir grundsätzlich sehr sympathisch.
    Zu Jude kann ich irgendwie gar nicht viel sagen. Ich fand sie nicht doof oder so, aber sie ist für mich irgendwie recht blass geblieben und das mag typisch für diese Art Bücher sein, aber sie hat mir ein bisschen zu sehr das Drama in dieser Geschichte hnausgezögert. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich zum Thema Schauspielen keine besondere Verbindung habe.
    Blake mochte ich wieder gerne und es tat mir leid ihn so gebrochen zu sehen. Ich fand es toll seine verletzliche Seite zu sehen und habe seinen Weg mit der Reha nach seinem Kreuzbandriss gerne verfolgt. So einige Male hat er seine Playboyseite raushängen lassen, aber man hat schnell gemerkt, dass das nicht wirklich er ist.
    Und ab jetzt fällt es mir schon schwer, noch irgendwas über das Buch zu schreiben. Ich hätte gerne mehr von Everly gesehen und auch die WG von Ezra bleibt ansonsten eher blass. Es ist keine schlechte Geschichte, aber ich habe das Gefühl, dass diese auch sehr schnell wieder aus meinem Gedächtnis verschwinden wird. Kopf abschalten und einfach lesen ist gut möglich, aber das genießen ist für mich etwas auf der Strecke geblieben.
    Immerhin habe ich auch was kleines gelernt, auch wenn es hierzu der Google-Suche bedurfte. Ich weiß jetzt, dass Bergamotte eine Zitruspflanze ist.

    Fazit: Ein Buch das einige schöne Szenen hatte, aber insgesamt zu sehr vor sich hinplätschert und leider wohl auch nicht lange im Gedächtnis bleiben wird. Wenn ihr Fans von langsamen Liebesgeschichten seid, dann könnte dieses Buch genau das richtige für euch sein. Allgemein gibt es nur eine bedingte Leseempfehlung von mir.

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    Cover des Buches Im Lautlosen (ISBN: 9781542095969)

    Bewertung zu "Im Lautlosen" von Melanie Metzenthin

    Im Lautlosen
    Moni2506vor 24 Tagen
    Toller historischer Roman. Absolute Leseempfehlung

    Melanie Metzenthin greift in „Im Lautlosen“ als Thema die Euthanasie an Menschen mit Behinderung zur NS-Zeit auf. Erschienen ist der Roman im Juli 2017 bei Tinte & Feder.

    Hamburg, 1926: Richard und Paula begegnen sich zum ersten Mal in einer Vorlesung an der erst vor wenigen Jahren gegründeten Universität Hamburg. Beide studieren Medizin und schnell ist klar, dass beide sich zueinander hingezogen fühlen. Sie heiraten und bekommen Zwillinge. Während Emilia hören kann, wird bei Georg recht schnell festgestellt, dass er gehörlos ist. Als die Nationalsozialisten immer mehr an Macht gewinnen, wird dies zum Problem, denn diese erlassen Gesetze, die die Rechte von Menschen mit Behinderung stark einschränken und im weiteren Verlauf sogar zur Tötung führen. Richard, der mittlerweile als Arzt arbeitet, kann sich hiermit nicht arrangieren und so fängt er an seine Patienten vor der Euthanasie zu schützen und bringt somit nicht nur sich, sondern auch seine Familie in Gefahr.

    Bei Büchern zur NS-Zeit weiß ich immer schon vorher, dass diese mich emotional sehr berühren werden und dieses Buch macht da keine Ausnahme. Ich habe schon einige Romane zu dieser Zeit gelesen und dennoch gibt es immer wieder schreckliche Dinge aus dieser Zeit, die ich noch nicht wusste. Ich finde es wichtig, sich in unregelmäßigen Abständen mit diesem Thema zu konfrontieren, denn es darf wirklich niemals vergessen werden, was für schlimme Sachen zu dieser Zeit passiert sind. 

    Der Schreibstil der Autorin war sehr angenehm für mich zu lesen. Man kann zügig lesen und kommt gut in der Geschichte voran. Ich fand die Perspektive gut gewählt. Paula und Richard sind das Zentrum dieser Geschichte und man erlebt die Geschichte, wie sie sich für die Bevölkerung ereignet hat, die sich teilweise nur aufgrund von Gerüchten und Beobachtungen zusammenreimen konnte, was da im Hintergrund alles passiert.

    Die Geschichte fängt noch vor der Machtergreifung an. Deutschland hat große Fortschritte gemacht. Es wird nicht mehr nur der obersten Schicht gestattet zu studieren, sondern auch Richard als Tischlergeselle sowie Paula als Frau können Medizin studieren. Man erlebt mit wie sich die Stimmung im Land schleichend ändert und dabei bleiben so einige Parallelen zur heutigen politischen Situation nicht aus. Das hat mir so manches Mal Gänsehaut verursacht, wenn ein Nazi seine menschenverachtenden Ansichten so frei geäußert hat oder auch wie gute Ideen wie die Arbeiterwohlfahrt durch die Übernahme durch die NSDAP ad absurdum geführt wurden.

    Der Roman zeigt sehr gut, warum sich die Menschen dennoch vom Nationalsozialismus haben blenden lassen. Es zeigt aber auch das Dilemma der Personen, die nicht hinter der Politik der Nationalsozialisten standen, diese aber wiederum ausführen mussten oder sich eben einen Weg suchen mussten, wie sie das Gesetz umgehen können. Hier ist Richard als Arzt in einer Nerven- und Heilanstalt in einer Schlüsselrolle. Man erlebt im Zeitraffer wie sich die Gesetzeslage immer mehr verschärft und es immer schwieriger wird, etwas zu tun, ohne selbst in Gefahr zu geraten und ich habe großen Respekt vor allen, die das gemacht haben.

    Die Themen in diesem Buch sind so vielfältig. Die Euthanasie und Behandlung von Menschen mit Behinderung steht ganz klar im Vordergrund, durch die Personenzusammensetzung wird aber auch die Situation der Juden gezeigt. Wir erfahren etwas über das Leben in einem Feld- sowie Hauptlazarett im zweiten Weltkrieg. Wir erleben Bombennächte in Hamburg mit und was getan wurde, um den Gegner zu verwirren und wie sich die Rolle der Frau in dieser Zeit verändert hat. Das Buch endet nicht direkt mit dem Ende des Krieges, sondern es wird gezeigt, was danach passierte und das eben nicht direkt alles wieder gut war, sondern die Besatzung der Briten einiges an Entbehrungen mit sich brachte. Ich habe wieder viel Neues an Wissen für mich mitgenommen, was mir so nicht bewusst war.

    Mit den Personen im Buch habe ich mitgefiebert. Paula und Richard habe ich als Eltern bewundert, wie sie mit der Gehörlosigkeit ihres Sohnes umgehen. Ich konnte die Naivität von Paula bei manchen Themen gut nachvollziehen, aber auch die Verbitterung von Richard, der sich sehr für Politik interessiert. Ich habe die Freundschaft zwischen Richard und seinen besten Freund Fritz bewundert. Mit Georg habe ich unvorstellbare Ängste ausgestanden, dass er durch seine Gehörlosigkeit zu einem Opfer des Nationalsozialismus wird. Ich habe mich über jeden gefreut, der gerettet werden konnte und war am Boden zerstört über jeden, dem dieses Glück nicht vergönnt war.

    Ich könnte noch viel mehr zu diesem tollen Buch schreiben. Das Nachwort zeigt, dass hier gut recherchiert wurde. Die Autorin trennt hier Fiktion von Wahrheit und zeigt auf, wie sie die fiktive Geschichte von Paula und Richard mit echten Fakten verwoben hat. Ich finde, das ist Melanie Metzenthin wunderbar gelungen. Die kleineren Freiheiten, die sie sich herausgenommen hat, sind alle mehr als vertretbar.


    Fazit: Ein historischer Roman, der mit der Euthanasie an Menschen mit Behinderung ein sehr wichtiges Thema aufgreift und das Dilemma der Personen zeigt, die diese Menschen retten wollten. Darüber hinaus hat mich der Roman sehr berührt und ist sehr gut recherchiert. Hierfür gibt es eine unbedingte Leseempfehlung an alle, denn das was in der NS-Zeit passiert ist, muss in Erinnerung bleiben und darf sich auf keinen Fall wiederholen.

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    Cover des Buches Cyber Trips (ISBN: 9783732587988)

    Bewertung zu "Cyber Trips" von Marie Graßhoff

    Cyber Trips
    Moni2506vor einem Monat
    Ein sehr starker zweiter Teil. Einfach nur wow!

    Mit „Cyber Trips“ ist der zweite Band aus Marie Grashoffs „Neon Birds“-Welt erschienen. Der Kampf der Menschheit gegen eine scheinbar unbesiegbare künstliche Intelligenz geht in die nächste Runde. Der Roman ist im Mai 2020 bei Bastei Lübbe erschienen.

    Im beginnenden 22. Jahrhundert kämpft die Welt schon seit Jahrzehnten gegen eine immer besser werdende künstliche Intelligenz, die sich KAMI nennt. Millionen wurden bereits infiziert und wurden so ihres freien Willens beraubt. Das Militär kennt nur eine Antwort: Kämpfen und die Ausbreitung mit allen Mitteln verhindern. Doch Andra, die Kämpferin aus dem Yuna-Dorf, hat einen anderen Plan: Sie möchte mit KAMI reden, weil sie glaubt, dass KAMI ein Bewusstsein hat.

    Wow, wow, wow, was für ein zweiter Teil einer Reihe. Normalerweise bin ich recht entspannt, was das Warten auf weitere Teile angeht, aber hier würde ich am Liebsten sofort weiterlesen. 

    Zu Beginn gibt es eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse aus dem ersten Teil. Diese ist sehr gut gelungen und sorgt dafür, dass man direkt wieder in der Geschichte drin ist. Begeistert bin ich immer wieder von den philosophischen Kapiteln, in denen uns KAMIs Sichtweise näher gebracht wird, aber auch in den anderen Kapiteln gelingt es der Autorin neben den Ereignissen die Gefühle der Protagonisten gut herauszustellen. Das Buch in der Bahn zu lesen, ohne komische Blicke auf sich zu ziehen, war teilweise echt schwierig, so sehr habe ich das, was im Buch passiert, gefühlt.

    Der Spannungsbogen steigert sich über das Buch ins Unermessliche. Ich fand alle Handlungsstränge interessant. Zwischendrin gibt es ein paar ruhigere Kapitel, in denen man kurz verschnaufen kann. Viele neue Informationen kommen hinzu. Das Verständnis für die Personen und KAMI steigt. Im Finale dieses Buches kratzt Marie Grasshoff allerdings sehr hart an der Grenze zum Informationsoverload. So viel passiert gleichzeitig, so viel wird enthüllt, so viele Gefühle. Mir hat das super gefallen, aber ich brauchte ein bisschen bis das alles in meinem Gehirn angekommen war.

    An der Reihe an sich gefällt mir der Kontrast, der erschaffen wurde. Die Menschheit lebt in einem Militärstaat, der dafür gesorgt hat, dass die Menschen versorgt sind und nachhaltig leben. Dinge, die für uns heute noch normal erscheinen, sind in dieser Zeit verpönt und werden nicht mehr genutzt. Und obwohl wir uns in so vielen Dinge weiter entwickelt haben, haben wir es natürlich dennoch geschafft, etwas zu erschaffen, dass uns in unserer Existenz bedroht. Was wäre der Mensch auch ohne eine wirkliche Bedrohung? Das wäre ja irgendwie langweilig.

    Man merkt der Reihe deutlich an, dass sich Zeit genommen worden ist, für das Worldbuilding. Hierzu tragen insbesondere die Militärakten bei, die immer wieder eingestreut werden. Es wirkt alles in sich schlüssig und durchdacht und gleichzeitig ist alles auch so komplex. Man wird zum Nachdenken angeregt. Das würde man nicht hinbekommen, wenn man hierauf weniger Wert gelegt hätte und die Autorin hat dies in der Leserunde bestätigt.

    Bei den Charakteren habe ich immer noch keinen eindeutigen Favoriten. Ich mag sie alle irgendwie und jeder hatte starke Szenen in diesem Buch. Andra gefällt mir sehr in ihrer Denkweise und dass sie bereit ist einen anderen Weg zu gehen als der Rest der Menschheit. Sie möchte mit KAMI reden, was einiges an Mut erfordert. Okijens Kampf mit der Welt um ihn herum ist in diesem Teil sehr gut dargestellt und man erfährt mehr dazu, warum das so ist. Luke, der für die Menschen kämpft, die ihm was bedeuten, auch wenn es aussichtslos erscheint. Flover, der sich von Luke mitreißen lässt, auch wenn alles in ihm danach verlangt, einfach aufzugeben. KAMI, die eigentlich der Gegner ist, deren Gedanken man im gewissen Rahmen dennoch nachvollziehen kann.

    Dieser Band hatte neben vielen Gefühlen und Action einige Überraschungen zu bieten, die ich so nicht erwartet habe. Es wurden einige Fragen beantwortet, die mich sehr interessiert haben, aber auch viele neue erschaffen. Ich bin sehr gespannt darauf, wie die Geschichte zu einem Ende geführt wird und ob meine Fragen in ausreichendem Maße beantwortet werden. Gerade bei den Personen, die diesen Militärstaat geschaffen haben, gibt es noch einiges, wozu ich gerne mehr wissen möchte.

    Zum Schluss möchte ich noch die tolle Aufmachung des Buches erwähnen, auch wenn ich vorab nur das ebook hatte. Die Überschriften passen immer sehr gut zu den Kapiteln, zu Beginn gibt es von jedem Charakter ein Bild und neben den Militärakten findet man zwischendrin Illustrationen zu einigen Szenen des Buches, die ich sehr gelungen finde. Die Illustrationen kann man sich gerne auch schon vorab auf der instagram-Seite von Marie Grasshoff anschauen.


    Fazit: Ein grandioser zweiter Teil, der mich noch mehr von dieser Reihe überzeugt hat und zu keinem Zeitpunkt schwächelt. Viele Fragen wurden beantwortet, neue erschaffen und der Spannungsbogen ist gut gelungen. Es wurde eine spannende Ausgangslage für das Finale dieser Reihe erschaffen. Ich möchte diese Reihe wirklich allen sehr ans Herz legen. Wenn euch der Klappentext anspricht, dann probiert diese Reihe aus, auch wenn euch das Label Science-Fiction vielleicht abschrecken mag. Es lohnt sich definitiv. Ich habe schon lange keine Reihe mehr gelesen, die mich so begeistern kann.

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    Cover des Buches As Old as Time: A Twisted Tale (ISBN: 9781484707289)

    Bewertung zu "As Old as Time: A Twisted Tale" von Liz Braswell

    As Old as Time: A Twisted Tale
    Moni2506vor 2 Monaten
    Empfehlenswert, wenn ihr düstere Disney Geschichten lesen wollt

    „As Old as Time“ von Liz Braswell ist der 2. Roman aus Disneys „A Twisted Tale“-Reihe. Hier wird „Die Schöne und das Biest“ neu erzählt mit der Prämisse, dass Belles Mutter die Zauberin war, die den Prinzen in ein Biest verwandelt.

    Belle lebt in einem kleinen langweiligen Ort in Frankreich. Sie möchte aus dieser Welt ausbrechen und Abenteuer erleben, doch ihre Mutter ist vor langer Zeit verschwunden und ihr Vater wartet immer noch auf ihre Rückkehr. Um sich über Wasser zu halten, erfindet er Dinge, die er auf Märkten vorstellt. Auf einem dieser Ausflüge kommt er vom Weg ab und landet im Schloss des Biestes. Wie im Film bietet sich Belle als Ersatzgefangene an, doch das Biest kann sie nicht davon abhalten, die Rose zu berühren. Als dies geschieht, erhält sie Erinnerungen an ihre Mutter zurück und erfährt, dass diese das Schloss verzaubert hat. Um den Zauber doch noch zu brechen, schließt sie sich mit dem Biest zusammen, um ihre Mutter zu finden.

    Ich mag die Prämisse dieses Buches, hätte mir aber tatsächlich eine ganz andere Geschichte darunter vorgestellt als ich sie letzten Endes bekommen habe. Die Autorin hat sich hier etwas sehr Interessantes ausgedacht, dass thematisch her nah am Film ist, aber doch auch ganz anders.

    Ich habe das Buch auf Englisch gelesen. Im Großen und Ganzen war es gut verständlich, aber manchmal hatte ich mit dem Satzbau etwas Probleme und musste den ein oder anderen Satz nochmals lesen. So sehr uns die Kommata und seine Regeln im Deutschen nerven, so gut strukturieren sie doch einen Satz, habe ich diesmal festgestellt.

    Für mich hat die Geschichte sehr lange gebraucht bis sie richtig in die Gänge kam. Erst das letzte Viertel des Buches wird richtig spannend. Ich fand es interessant mehr zur Vergangenheit von Belles Eltern zu erfahren, auch wenn mir hier Einiges sehr undurchsichtig erschien. Die Teile der Geschichte, die so sind wie im Film, konnten mich nicht wirklich überzeugen. Wenn man die Geschichte als Buch liest, merkt man doch sehr, wie viel von der Fröhlichkeit und den Liedern im Film abhängt. Man verbindet ein sehr bestimmtes Gefühl mit Disney-Filmen und den bekommt man hier definitiv nicht.

    Die Idee in dem Buch finde ich dennoch toll, auch wenn sie dem Ganzen eine deutlich düstere Richtung gibt. Wir befinden uns in der echten Welt und zwar im Frankreich im Zeitalter der Aufklärung und es gibt hier ein Dorf in dem die sogenannten les charmantes zusammen mit den les naturels leben. Die charmantes werden immer mehr ausgegrenzt und letzten Endes auch verfolgt. Immer mehr von ihnen verschwinden oder fliehen und in Belles Dorf viele Jahre später erinnert sich niemand mehr daran, dass es les charmantes überhaupt mal gab.

    Das Konzept des Buches eröffnet einem neue Sichtweisen auf die Geschichte, was ich sehr interessant fand. Gut gefallen hat mir, wie dies immer wieder mit Elementen aus dem Film verbunden wurde und dieses dann in eine etwas andere Richtung gelenkt wurde. Der Roman spricht ein wichtiges Thema an und kann so zum Nachdenken und Hinterfragen anregen. Es ist nicht für kleine Kinder geeignet, sondern spricht als Zielgruppe denke ich eher Jugendliche an.

    Mit den Personen im Buch habe ich mitgefiebert, insbesondere mit Belle und Maurice, ihrem Vater. Belle kommt hier anfangs sehr perfekt rüber, aber auch sie kann in dieser Geschichte noch etwas dazulernen. Das Biest hat durch diesen Roman einige Facetten hinzugewonnen. Dadurch, dass man auch etwas über seine Eltern und seine Erziehung erfährt, versteht man das Verhalten des Biestes besser. Lumière sowie seinen besten Kumpel, die kleine Standuhr, Miss Potts und den kleinen Tassilo habe ich als genauso sympathisch empfunden wie im Film, aber auch hier erfahren wir mehr über deren Vergangenheit.


    Fazit: Eine Buch, das mit seiner Idee besticht, aber leider deutlich zu lange braucht, um richtig in Gang zu kommen. Empfehlenswert für alle, die düstere Versionen der bekannten Disney-Klassiker lesen möchten. Wer die fröhliche Leichtigkeit der Filme erwartet, ist bei dieser Reihe an der falschen Adresse.

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    Cover des Buches Die Magie der tausend Welten - Die Schöpferin (ISBN: 9783764532017)

    Bewertung zu "Die Magie der tausend Welten - Die Schöpferin" von Trudi Canavan

    Die Magie der tausend Welten - Die Schöpferin
    Moni2506vor 2 Monaten
    Ein guter Abschluss für diese tolle Reihe

    „Maker‘s Curse“ ist der finale Band der Reihe „Millenium‘s Rule“ von Trudi Canavan. Die Geschichte rund um Rielle, Tyen und Qall findet mit einem starken finalen Gegner ein Ende. Das Buch wird auf englisch am 21.05.2020 bei Orbit von Little, Brown book group erscheinen. In Deutschland muss man sich einen Monat länger gedulden. Hier erscheint der Roman unter dem Titel „Die Schöpferin“ bei penhaligon.


    Die Welten scheinen sich vom Kampf gegen den Raen zu erholen. Rielle hilft den Restorers die geschwächten Welten wiederherzustellen, immer darauf bedacht sich nicht in die Politik der Welten einzumischen. Dies überlässt sie lieber Baluka. Tyen hingegen hat sich dem Lehren verschrieben. Er hat eine Gruppe begabter Schüler um sich geschart und lehrt sie alles was er weiß, inklusive mechanischer Magie. Doch Liftre ist hiervon weniger begeistert und bedroht die Welten, in denen er sich niederlässt.

    Doch dann beginnt sich eine neue Bedrohung abzuzeichnen. Welten werden zerstört und ihrer Magie beraubt. Rielle, Tyen und Qall müssen sich gemeinsam dieser Bedrohung stellen.

    Ich liebe die Welt, die die Autorin in dieser Reihe erschaffen hat. Sie bietet unendliche Möglichkeiten und wenn man möchte, könnte man glaube ich auch ihre bisherigen Bücher in „Die Magie der tausend Welten“ unterbringen. Jede Welt hat seine eigenen Gesellschaften, Gepflogenheiten, Sprachen und Völker, obwohl sich einige Muster natürlich ähneln, aber es gibt eben auch nichts was es nicht gibt. 

    Die Sprache von Trudi Canavan sorgt dafür, dass man sich überall gut zurecht findet und sich alles gut vorstellen kann. Eine Sache, die mir grundsätzlich sehr an der Autorin gefällt, ist, dass Magie wie etwas Natürliches wirkt. Man braucht keine Zaubersprüche, sondern Verständnis für die Welt um einen herum und so haben unterschiedliche Magier auch unterschiedliche Fähigkeiten. Die Magier der einzelnen Welten haben sich daran angepasst, ob ihnen viel oder wenig Magie zur Verfügung steht und es gibt schwächere und stärkere Magier.

    Was oftmals bei Trudi Canavan bemängelt wird, ist die lange Vorlaufzeit bis die Geschichte endlich in Schwung kommt. Das ist auch hier so, aber für mich ist es eher ein Vorteil. Ich liebe es die unterschiedlichen Welten zu beobachten, die Entwicklungen der einzelnen Charaktere zu sehen und Zeit dafür zu haben, um über die Möglichkeiten der erschaffenen Welt zu sinnieren. Denn viel Luft zum Atmen bleibt einem nicht mehr wirklich als die wahre Bedrohung sich beginnt abzuzeichnen. Die zweite Hälfte des Buches war so spannend und man hat so viel neuen Input bekommen, auch wie die Welt vor der Geschichte aus dieser Reihe war. Ich glaube, in dieser Hinsicht habe ich immer noch nicht alles erfasst und ich würde defintiv weitere Geschichten aus dieser Welt lesen.

    Die Geschichte dieser Reihe wird mit diesem Band zu einem guten Abschluss gebracht, auch wenn einige kleinere Stränge nicht aufgelöst wurden. Die wichtigsten Handlungsstränge wurden gut zusammengebracht, auch wenn das Ende für mich ein wenig abrupt kam. Die Autorin hat das Ende aber auch in gewisser Weise offen gelassen, so dass sie eine weitere Reihe in dieser Welt ansiedeln könnte. 

    Sehr gefallen hat mir die Entwicklung der Charaktere. Ich habe mit Tyen, Qall und Rielle zu jeder Zeit mitgefiebert. Jeder von ihnen hatte sein Päckchen zu tragen und musste seinen Beitrag zur Rettung der Welten beitragen, was nicht immer nur leichte Entscheidungen mit sich gebracht hat. Charaktere, die wir in einem Teil dieser Reihe als Böse kennen gelernt haben, müssen nicht unbedingt auf dieser Seite bleiben. Es gibt nicht nur schwarz und weiß, sondern Umstände, die die Person zu der ein oder anderen Entscheidung gezwungen oder verleitet haben. Das fand ich sehr schön.


    Fazit: Wieder mal eine sehr gelungene Reihe von Trudi Canavan, die alles zusammenbringt, was die Autorin ausmacht. Man verfolgt gerne die Reise der einzelnen Charaktere, erkundet deren Welt und wird am Ende mit sehr viel Spannung belohnt. Eine große Leseempfehlung an alle, die Fantasy mögen, in der Magie wie etwas Natürliches wirkt und die unendlich viele Möglichkeiten zu schätzen wissen.

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    Cover des Buches Leben (ISBN: 9783453439634)

    Bewertung zu "Leben" von Uwe Laub

    Leben
    Moni2506vor 2 Monaten
    Gute Recherche und spannendes Thema, aber in der Umsetzung eher mittelmäßig

    Mit „Leben“ legt Uwe Laub seinen nächsten Wissenschaftsthriller vor, der mit dem Thema Artensterben ein aktuelles Thema aufgreift. Erschienen ist der Roman im April 2020 bei Heyne.

    Mark Brenner fliegt im Auftrag seines Geldgebers in den Kruger Nationalpark nach Südafrika, um der plötzlichen Schließung auf den Grund zu gehen. Dort wird er mit einem beispiellosen Artensterben konfrontiert, dass nicht nur eine, sondern viele der im Park lebenden Tiere betrifft. Und auch in Deutschland wird er fündig. Fledermäuse auf der schwäbischen Alb fallen tot von der Höhlendecke. Doch was hat es mit diesem ominösen Sterben auf sich? Hängt die geheimnisvolle neue Krankheit, die immer mehr Menschen befällt, mit dem Tiersterben zusammen? Fabian Nowack ist einer der Betroffenen. Er wird Teil einer Studie und stößt dort auf Informationen, die das Aussterben der Menschen zur Folge haben könnten.

    Schon wieder insgesamt ein eher durchwachsenes Buch, wo mir die Bewertung schwer fällt, denn es gibt Dinge die fand ich richtig gut und es gibt Dinge, die waren eher weniger gut.

    Der Schreibstil hat mir insgesamt gut gefallen und dieser lässt einen gut durchs Buch kommen. Ein Thriller, der nicht das Präsens als Mittel der Wahl nutzt, um noch näher dran zu sein. Es war alles gut verständlich geschildert und die wissenschaftlichen Erklärungen sind gut vereinfacht worden. Das Buch wirkte in dieser Hinsicht auch nicht überladen auf mich und hat eine gute Balance zwischen Unterhaltung und dem wissenschaftlichen Aspekt gefunden. Der Aufbau mit kürzeren und längeren Kapiteln hat mir gut gefallen.

    Das Thema des Buches ist top aktuell und spannend. Es geht ums Artensterben und dass wir uns gerade am Anfang des 6. Massenaussterbens befinden, dass sich in diesem Buch massiv beschleunigt. Ein Szenario, dass ich als durchaus realistisch empfinde und das der Autor mit einigen interessanten Fakten unterstützt. Dass das Buch während des Lockdowns auf Grund von Corona herausgekommen ist, mag Zufall sein, aber es ergeben sich doch einige erschreckende Parallelen zu unserer aktuellen Lage.

    Der Aufbau ist insgesamt gut gewählt, auch wenn es für mich gedauert hat, bis es richtig spannend wurde. Die ersten Szenen sind eindringlich und erschreckend, aber ab dann wird es erstmal sehr undurchsichtig und man weiß nicht, wie die einzelnen Teile der Geschichte zusammengehören. Das hat es für mich etwas langatmig gemacht, weil tatsächlich auch erst zur Hälfte hin sich langsam ein Bild zusammensetzt. Das hätte für mich schon eher einsetzen können. Zum eher durchwachsenen Eindruck beigetragen haben ab dann die teilweise doch sehr vorhersehbaren und unlogischen Entwicklungen. Es gab Situationen, wo man sich dachte, dass muss die Person doch jetzt checken und entsprechend handeln. Schade finde ich auch, dass ein Handlungsstrang vollkommen aus dem Fokus geraten ist und auch zum Ende hin nicht mehr aufgelöst wird.

    Der Personenmix in diesem Buch war gut. Ich hatte Personen, bei denen ich mitgefiebert habe und Personen, die mir unsympathisch waren. Wie Fabian Nowack in diese ganze Geschichte reingeraten ist, erschien mir teilweise ein bisschen willkürlich, aber es ist irgendwie auch typisch für diese Geschichten, dass ein Typ von nebenan mitten in die Verschwörung gerät. Die anderen Personen haben für mich besser ins Gesamtkonzept gepasst. Wir haben eine Biologin, den geldgierigen Pharmaboss, den fanatischen Visionär und noch einige mehr.

    Gut dargestellt empfand ich die Entwicklung der Pandemie. Im ersten Teil des Buches gibt es vor jedem Kapitel Ausschnitte aus unterschiedlichen Medien, die unterschiedliche Sichtweisen auf die Situation zeigen. Zu den Medien gehört das Handelsblatt, BBC News, BILD, Twitter und ich musste da so manches Mal bei schmunzeln, weil ich es so passend fand.

    Das gesamte Buch über hatte ich das Gefühl, dass hier ein Thema angesprochen wird, das dem Autor am Herzen liegt und mit dem sich dieser ausführlich beschäftigt hat. Das Nachwort am Ende bestätigt dies und gibt einen Überblick darüber, was wirklich Fakt ist und wo es ins Fiktive übergeht.


    Fazit: Ein Wissenschaftsthriller mit spannendem Thema, das gut recherchiert wurde und aktueller nicht sein könnte. Gerade zum Ende hin sehr spannend, aber die teils vorhersehbaren und teils unlogischen Entwicklungen trüben den Lesespaß. Empfehlenswert für alle, die über die ein oder andere Ungereimtheit hinwegsehen können und wissenschaftliche Themen mögen.

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    Cover des Buches Vengeful - Die Rache ist mein (ISBN: 9783596705023)

    Bewertung zu "Vengeful - Die Rache ist mein" von V. E. Schwab

    Vengeful - Die Rache ist mein
    Moni2506vor 2 Monaten
    Der zweite Teil setzt auf Altbewährtes und kann dadurch nur mittelmäßig überzeugen

    „Vengeful - Die Rache ist mein“ von V. E. Schwab ist der zweite Teil der Villains-Reihe. Auch diesmal spielen die ExtraOrdinären Eli Ever und Victor Vale eine wichtige Rolle, aber auch neue EOs betreten die Bühne. Erschienen ist der Roman im April 2020 bei Fischer Tor.


    Marcella Riggins wollte immer mächtig sein. Um dies zu erreichen hat sie in ihrer Jugend den Mafiosi Marcus Riggins geheiratet. Der jedoch bringt sie nach 12 Jahren Ehe um. Noch während sie stirbt schwört sie Rache und da dies in Kombination mit einem unbedingten Überlebenswillen dazu führt, dass man ein ExtraOrdinärer wird, wacht sie mit außergewöhnlichen Fähigkeiten wieder auf. Darauf bedacht nie wieder im Schatten irgendeiner Person zu stehen, sorgt sie für einige Furore und bringt schließlich auch Eli Ever und Victor Vale auf den Plan. Die Konsequenzen, die dies mit sich bringt, hat sie allerdings nicht bedacht.


    Dies ist wieder ein sehr zwiespältiges Buch, zu dem mir die Rezension zu schreiben, sehr schwer fällt. Der erste Band konnte mich mit seinem Konzept überzeugen und hatte durch seine düstere Atmosphäre etwas Besonderes, das irgendwie neu war. In diesem Buch setzt die Autorin auf das gleiche Rezept und das war mir irgendwie zu wenig.
    Am Schreibstil kann man nichts aussetzen. Dieser konnte mich ins Geschehen ziehen und ich konnte mir alles gut vorstellen. Ich habe mich allerdings immer wieder dabei ertappt, dass ich mir dachte, hier würde mir ein 2 bis 3stündiger Film besser gefallen. Es sind einige Szenen dabei, die mir visuell als Filmerlebnis und mit komprimierterer Geschichte einfach besser gefallen hätten.
    Der Roman hat wieder mehrere Zeitebenen, die zum Ende hin immer näher an das Jetzt rücken. Hier werden unterschiedliche Aspekte beleuchtet. Es gibt einen Handlungsstrang, der sich mit Marcella Riggings und ihrer Vergangenheit beschäftigt. Wir haben die Geschichte rund um Victor Vale, der in diesem Band ein Problem lösen muss. Es gibt eine Organisation namens EON, die Jagd auf ExtraOrdinäre macht und auch in die Vergangenheit von Eli Ever erhalten wir einen neuen Einblick.
    Die Autorin setzt hierbei auf Vieles, das sich bewährt hat und mir hat irgendwie was Neues gefehlt. Es gibt einige Schocker im Buch, weswegen man auf keinen Fall zartbesaitet sein sollte, aber das erwartet man nach dem ersten Band auch. Für mich hat die Geschichte stellenweise vor sich hingeplätschert und ich hatte einfach nicht den Drang, dass ich unbedingt weiterlesen muss. Das Ende ist offen und deutet ein weiteres Buch an, was ich vielleicht nicht lesen werde. Das kommt sehr drauf an, ob mich der Klappentext überzeugen kann. Darüber hinaus konnte mich die Auflösung einiger Stränge nicht überzeugen. Ich fand es teilweise zu leicht gelöst, was die Spannung aus dem Ganzen genommen hat.
    Jeder Charakter in diesem Buch ist ambivalent, was diese Reihe gerade interessant macht, was aber dazu führt, dass man nicht wirklich eine Identifikationsfigur hat. Es ist ein Buch, was genau mit diesem Konzept spielt und ich fand es spannend, die Motive der einzelnen Figuren zu hinterfragen. Man begleitet die Personen und findet Dinge, die man gut an ihnen findet, aber dann machen ebenjene Personen Dinge, die nicht in Ordnung sind. Andererseits passieren auch Sachen, die man selbst seinem schlimmsten Feind nicht wünschen würde und irgendwie fühlt man mit jeder Person so ein bisschen mit und kann deren Verhalten nachvollziehen, aber andererseits fragt man sich auch, was das über einen selber aussagt.

    Fazit: Ein Buch mit interessanten Charakteren und altbewährtem Rezept, das beim zweiten Mal nur mittelmäßig überzeugen kann. Gezielte Schocker werden gesetzt, die allerdings nicht ihre volle Wirkung entfalten können. Empfehlenswert für Personen, die Band 1 bereits kennen und die vom diesem absolut umgehauen worden sind; für alle anderen gibt es nur eine bedingte Leseempfehlung.

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    Cover des Buches Der mutige Weg (ISBN: 9782496702316)

    Bewertung zu "Der mutige Weg" von Ellin Carsta

    Der mutige Weg
    Moni2506vor 2 Monaten
    Familiensaga mit Intrigen und spannenden Schauplätzen

    „Der mutige Weg“ ist der mittlerweile 5. Band der erfolgreichen Hansen-Saga von Ellin Carsta und mutig ist der Weg, den die Familie Hansen in diesem Teil einschlagen muss. Tiefgreifende Veränderungen stehen an. Erschienen ist der Roman Ende März 2020 bei Tinte & Feder.

    Therese hat sich dazu entschieden mit ihren Kindern nach Kamerun zu gehen und dort das Leben an der Seite ihres Schwagers Robert Hansen zu verbringen. Kaum in Kamerun angekommen, wird die Plantage vor eine große Herausforderung gestellt.

    Luise versucht hingegen ihr Leben als Mutter und Geschäftsfrau unter einen Hut zu bringen. Nicht immer einfach, denn sie liebt ihre Tochter über alles. Umso geschockter ist sie, als sie erneut Unregelmäßigkeiten im Kontor entdeckt. Kann sie die Sache aufklären und ist ihr Cousin Richard möglicherweise involviert?

    Und auch in Wien ist nicht alles so rosig wie es scheint. Georg hat sich seinen Platz in der Familie Hansen zurückerobert, ist aber dennoch nicht glücklich. Zu sehr plagt ihn die heimische Situation mit seiner Frau, die tagein tagaus schlechte Stimmung verbreitet und auch die Rückkehr ins hanseatische Kontor hat ihm beruflich nicht das gebracht, was er sich erhofft hat.


    Wie man sieht ist wieder Einiges bei der Familie Hansen los und selbst Dinge, die sich zum Guten gewendet haben, können sich auch schnell wieder ins Gegenteil verkehren.

    Sehr gut gelungen ist Ellin Carsta wieder einmal, dass man von allen Charakteren die Beweggründe nachvollziehen kann, auch wenn man diese nicht teilt. Ich finde, das ist eine ganz große Stärke der Autorin. So manche Person möchte man schütteln und in die richtige Richtung drängen, aber meist lässt das der grundsätzliche Charakter ebenjener Person dann doch irgendwie nicht zu.

    Ich habe insbesondere wieder sehr mit Luise, Therese und Robert mitgefiebert. Luise ist eine bewundernswerte junge Frau, die die Mutterrolle allein nicht ausfüllen kann und die konstant im Zwiespalt mit ihrer Entscheidung im Kontor zu arbeiten lebt. Das hat sie für mich sehr menschlich gemacht und man hat die Liebe zu ihrer Tochter immer gespürt.

    Therese ist an sich so ein positiver Mensch, von dem sich jeder, glaube ich, eine Scheibe abschneiden kann, weil es manche Sachen einfacher macht. Mit ihrem Umzug nach Kamerun macht sie einen gewagten Schritt, doch ihre Art führt dazu, dass das Beste daraus erwächst.

    Robert lässt sich nur zu gerne von dieser Art anstecken und ich bewundere ihn dafür, dass er hart anpacken kann, wenn es nötig ist. Zusammenhalt und Respekt ist für ihn wichtig und dies lebt er so auch vor.

    Der Schreibstil der Autorin ist wieder einmal toll zu lesen. Ich konnte mir das Kontor, Hamburg, Kamerun und all die anderen Orte im Buch wunderbar vorstellen. Ich mag es, dass es niemals zu ausschweifend wird, aber dennoch ein richtiger Film im Kopf entsteht.

    Die Handlungsstränge sind interessant, dennoch konnten mich nicht alle für sich einnehmen. Insbesondere mit Marthas Handlungsstrang konnte ich nicht so wirklich etwas anfangen und dieser kam mir auch ein wenig überflüssig vor. Die Handlung in Wien hatte positive sowie negative Seiten. Gut gefallen hingegen hat mir wieder Kamerun. Es hätte den Rahmen des Romanes wahrscheinlich wirklich gesprengt, dennoch hätte ich mir hier auch ein bisschen mehr zu den Schattenseiten der Kolonialisierung gewünscht. Die Ausführungen zu der Plantage und dem Anbau des Kakaos fand ich hingegen sehr interessant.

    Von der Spannung her zog der Roman im letzten Drittel auf jeden Fall enorm an und verspricht viel Konfliktpotenzial für Teil sechs, der im Juni erscheinen soll. Gerade das Ende hat mir viel Lust gemacht, die Reihe weiterzuverfolgen, aber ich merke, ich muss bei Romanen wie diesen auch immer in der rechten Stimmung sein.

    Im Nachwort erzählt die Autorin etwas zu den historischen Hintergründen, die in den Roman eingeflossen sind, aber eben auch, dass dies eine Reihe sein soll, die unterhalten soll und das schafft sie auf jeden Fall. Mir ist es dadurch manchmal einfach ein bisschen zu seicht und ich würde mir einen stärkeren historischen Bezug wünschen, aber ich kann eben auch mal zur Abwechslung diese Art der Erzählung genießen, wenn ich darauf eingestellt bin.


    Fazit: Eine Familiensaga, wo der Name Programm ist und ein fünfter Teil, in dem wieder Einiges passiert, bei dem aber nicht alle Handlungsstränge zu überzeugen wissen. Ich persönlich würde einen stärkeren historischen Bezug befürworten. Daher meine Leseempfehlung an alle, die Familiensagas lieben, bei denen die Familie im Vordergrund steht und die die typischen Intrigen sowie Auf und Abs mögen.

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