Monika_Brigitte

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches Der Würfelmörder9783548062259

    Bewertung zu "Der Würfelmörder" von Stefan Ahnhem

    Der Würfelmörder
    Monika_Brigittevor 8 Stunden
    Kurzmeinung: Schwedischer Kriminalthriller mit vielen Handlungssträngen; erster Band einer Dilogie & 4. Band einer Reihe– brutal, erschreckend, spannend.
    Alea iacta est

    „Er war über zweihundert Jahre alt, aus weißem Marmor, und hatte die Form eines Ikosaeders: zwanzig gleichseitige Dreiecke-, in der jeweils eine Ziffer eingraviert war. Nur anstelle der Zehn stand ein X.“ (S.74)

    Die Würfel sind gefallen. Wer wird das nächste Opfer sein?

    DER WÜRFELMÖRDER ist der Auftakt einer Dilogie und gleichzeitig der vierte Band der Fabian-Risk-Reihe von Stefan Ahnhem, einem der erfolgreichsten Kriminalautoren Schwedens. Der Ermittler jagt mit der Polizei in Stockholm nach brutalen Killern und blickt dabei in menschliche Abgründe. Im vierten und fünften Teil sind Fabian Risk und sein Team einer Reihe von scheinbar willkürlichen Mordfällen auf der Spur.

    Der Thriller erschien bereits im letzten Jahr, 2019, unter dem Titel „10 Stunden Tod“ im Ullstein Verlag und wurde nun mit dem Erscheinen des fünften Teils „Die Rückkehr des Würfelmörders“ neu designt. Die beiden Teile der Dilogie lassen sich nun sowohl durch die Titel als auch optisch als zusammengehörig erkennen. Die Entscheidung des Verlags kann ich hier durchaus begrüßen, es passt wirklich wie Würfel auf Würfel. Der Originaltitel lautet MOTIV X.

    Inhalt

    Inhaltlich holt Ahnhem weit aus. Im Prolog scheint der Mörder bereits enttarnt, doch schnell wird dem Leser klar: Hier steckt mehr dahinter! Fabian Risk ist schwer beschäftigt mit familiären Problemen, ausgelöst im vorherigen Teil. Die Familienmitglieder sind traumatisiert, jeder geht anders damit um und die Familie bricht auseinander. Fabian ermittelt in seiner Freizeit die Hintergründe eines scheinbar inszenierten Selbstmordes eines Kollegen. Dann häufen sich die Fälle an unterschiedlichen Orten Schwedens – Morde ohne Motiv. Irene Lilja, eine Kollegin von Fabian, erregt ungewollt die Aufmerksamkeit des Rechten Zentrums, als sie den Mord an einem Flüchtlingsjungen untersucht und gerät bei ihren Ermittlungen in die Schusslinie. Molly Wessman wacht eines Morgens auf, schaut auf ihr Handy und entdeckt ein Bild von ihr – schlafend. Wer hat das Foto gemacht? Wie ist derjenige in ihr Apartment gekommen? Im Laufe der Handlung kommen weitere Handlungsstränge hinzu.

    Schreibstil

    Es ist wirklich viel los, in den knapp 90 Kapiteln auf 492 Seiten wechseln die Sichtweiten also durchschnittlich alle 5 Seiten. Dadurch kommt es oft zu Verwirrungen beim Leser. Ich habe mal versucht die Perspektiven aufzählen und kam auf zehn. Wer spricht jetzt?

    Da darf sich der Leser am Anfang nicht abschrecken lassen, das fordert den Kopf, Unaufmerksamkeit wird sofort bestraft. Diese Vorgehensweise ermöglicht einen Rundumblick auf die Geschehnisse. Allerdings stoppt dadurch auch der Lesefluss immer wieder und ich habe aus Frust das Buch immer wieder beiseitegelegt, weil ich lieber bei der Perspektive geblieben wäre, die ich gerade gelesen hatte und bei der es gerade richtig spannend und actionreich wurde. Beispielsweise die Familienprobleme des Fabian Risk konnten mich nicht packen – sowohl die Tochter als auch den Sohn habe ich als nervig empfunden.

    Das ist mein größter Kritikpunkt und gleichzeitig die Stärke dieses Buchs – Ich habe es immer wieder zur Hand genommen. Und das lag an dem ungewöhnlichen und dadurch spannenden Aufbau der unterschiedlichen Charaktere. Der fassettenreichen Schreibstil des Autors ist wirklich beeindruckend.

    Themen

    Trigger!: Es kommt sexualisierte Gewalt vor, unter anderem auch an Kindern.

    Der thematische Schwerpunkt liegt auf Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus sowie psychischer und sexualisierter Gewalt.

    Oft lass ich mit offenem Mund oder angewidertem Gesichtsausdruck. Schon ziemlich zu Beginn hat mich die Art und Weise eines Mordes sehr schockiert und ich suchte mir erstmal ein Kontrastbuch aus dem Schrank um Abstand zu gewinnen. Bei manchen Szenen musste ich auch einfach quer lesen. Dieses Buch ist eines der brutalsten, die ich je gelesen habe neben „Kill“ von Shane Stevens.

    Das Besondere an diesem Thriller ist das Element des ZufallsMorde die unzusammenhängend ohne erkennbares Motiv die Kriminalpolizei vor ein großes Rätsel stellen. Wer macht sowas? Die Vorstellung, kein Täterprofil aufstellen zu können um den Täter zu fassen, jagt mir einen Schauer durch den Körper. Ich bin gespannt darauf, wie der zweite Teil dieses Rätsel löst.

     

    Fazit

    DER WÜRFELMÖRDER von Stefan Ahnhem ist ein schwedischer Kriminalthriller mit vielen Handlungssträngen, thematisch vollgestopft mit sexualisierter Gewalt und Rechtsextremismus. Der Thriller ist brutal, erschreckend und spannend erzählt. Das Motiv des Zufalls wurde interessant eingebaut. Wer an Zahlen Freude hat, sollte sich diesen Thriller mal anschauen.

     

    Der Würfelmörder| Stefan Ahnhem| übersetzt aus dem Schwedischen von Katrin Frey| 4. Teil einer Reihe| Ullstein Verlag| Juli 2020| 492 Seiten| 10,99€

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    Cover des Buches Wie die Erde um die Sonne9783736305700

    Bewertung zu "Wie die Erde um die Sonne" von Brittainy C. Cherry

    Wie die Erde um die Sonne
    Monika_Brigittevor 10 Stunden
    Kurzmeinung: Eine emotionale Geschichte (thematisiert Verlust, Trauer, Krankheit) mit empfindsam-klangvoller Wortwahl (to much & unrealistisch)
    Das Buchende hat "zu viel Fett und zu wenig Muskeln"

    Teil IV einer unabhängig voneinander lesbaren Reihe

    >>Einen kurzen Moment lang senkte sie den Kopf, bevor sie mich wieder ansah. "Du bist heiß und kalt zugleich, und egal was ich mache, du bleibst mir ein Rätsel. Ich durchschaue dich nicht, Graham Russel. normalerweise bin ich stolz darauf, dass ich in der Lage bin, andere Menschen zu durchschauen, aber du bist anders." << (S. 118-119)

    Puuh! Erstmal durchatmen. Ich habe soeben mein erstes Buch von Brittany C. Cherry zu Ende gelesen. Viele schwärmen von der Autorin - sowohl Kolleginnen wie Anna Todd, Laura Kneidel oder Mona Kasten, als auch Leserinnen und Leser. Nachdem ich es nun beendet habe, bin ich durchaus Zwiegespalten - daher 3 Sterne.

    Erstmal: Worum geht es überhaupt?

    Lucy, unsere Protagonistin, ist eine aufgeweckte junge Frau, die sich zur Natur hingezogen fühlt. Sie ist sehr emotional nah am Wasser gebaut und hat schon einige Schicksalsschläge hinter sich. Eines Tages trifft sie auf Graham Russel, einen Horror & Thriller -Bestsellerautor, in dessen Privatleben so einiges im Argen liegt sowohl familiär als auch beziehungstechnisch. Dazu rückt die Deadline für sein neustes Buch immer näher. Und plötzlich verlässt ihn seine Frau, und er bleibt mit ihrem gemeinsamen neugeborenen Baby zurück. Wird Graham mit der überfordernden Situation allein zurechtkommen oder seinen Stolz hinunterschlucken und die Hilfe, die ihm Lucy anbietet, annehmen?

    Das Positive

    Der Roman beginnt sehr spannend und auch emotional mitnehmend. Lucy erzählt von ihrer Vergangenheit. Trigger: Es geht um eine fiese Krankheit! Dann findet der Leser so langsam in die Geschichte rein und es wird zum Teil sehr humorvoll, was mich gut unterhalten hat. Die Story hat sich organisch fortgesetzt, wurde aber noch emotionaler. Ich habe sogar Tränchen vergossen, so gefühlvoll, wie Cherry die Szenen dargestellt hat. Es ging dabei viel um Trauer und Verlust, aber auch neuer Hoffnung. Die Charaktere, insbesondere die Kontraste zwischen den beiden Protagonisten, haben mir sehr gut gefallen. Sie, die ihren Emotionen freie Bahn lässt und er, der alles hinter einer Maske verbirgt. Die Eigenheiten wurden gut gegenübergestellt. Auch die Nebenfiguren konnten mich überzeugen.

    Das Negative

    Im letzten Drittel wurde die, sonst relativ sparsam verwendete, blumig-kitschige Wortwahl einfach nur unerträglich. Oft wiederholt sie Ellipsen mehrfach, was langweilig ist und den Lesefluss stoppt.

    Bsp.: S.254

    "Wenn Liebe ein Mensch wäre, dann wäre es Lucy." 

    Und der Oberkracher, bei dem ich so die Augen gerollt habe (hier Kotzgeräusche einfügen): S. 307

    "Sollte ich je das Glück haben, auch nur ein Viertel dessen zu fühlen, was ihr habt, werde ich glücklich sterben."

    Der Plot macht nochmal eine (vorhersehbar) Wendung, die aber durchaus an der Stelle passt. Doch leider (und es tut mir wirklich leid!) hat mir der Schreibstil das Ende vermiest und auch die Handlung unrealistisch, ja fast märchengleich, werden lassen. 

    Eine Nebenfigur im Roman würde sagen, das Ende hat "zu viel Fett und zu wenige Muskeln" - zu viel Füllung, die das Starke im Inhalt überdeckt.

    Fazit

    "WIE DIE ERDE UM DIE SONNE" von Brittany C. Cherry ist eine emotionale Geschichte mit empfindsam-klangvoller Wortwahl. Thematisch werden einige Trigger-Themen angesprochen (Krebs, Tod und Trauerbewältigung), aber durch Hoffnungsthemen (Liebe, Kindesglück) werden diese kompensiert und die Story zu einem befriedigenden Ende gebracht.

    Am Anfang dachte ich wirklich, dass mir die Geschichte gefallen könnte, doch ich kann mich abschließend dem Hype um Brittany C. Cherry nicht anschließen. Der empfindsame, schwülstige Schreibstil ist mir persönlich einfach to much. Die Wortwahl hat den Inhalt unrealistisch gemacht - einfach zu schön um wahr zu sein.

    Und entgegen des klangvoll romantischen Schreibstils und des attraktiven Covers war der Roman überraschend leidenschaftslos. Wem also diese Szenen stören, darf sich hier vom Cover nicht abschrecken lassen.


    Wie die Erde um die Sonne| Brittany C. Cherry| übersetzt von Katja Bendels| 4. Teil einer Companien Reihe| LYX Verlag| 2018| 12,90€


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    Cover des Buches So sprach Achill9783455405798

    Bewertung zu "So sprach Achill" von Alessandro Baricco

    So sprach Achill
    Monika_Brigittevor 4 Tagen
    Kurzmeinung: Die Ilias nacherzählt-bewegende Umsetzung! Mit einem Nachwort, das zum Nachdenken bringt-Was ist die Natur des Menschen? Krieg oder Frieden?
    Was liegt in der Natur des Menschen?- Krieg oder Frieden

    "Es will etwas heißen, wenn man in diesen Jahren die Ilias liest. Oder sie >>neu schreibt<<, wie ich es versucht habe. Es sind Kriegsjahre. (...) In der Schule wird sie uns wohl anders erzählt. Aber das ist ihr Kern. Die Ilias ist ein Denkmal für den Krieg. So ergibt sich naturgemäß die Frage: Welchen Sinn hat es, in einer Epoche wie der jetzigen einem Denkmal für den Krieg so viel Raum, Aufmerksamkeit und Zeit zu widmen? (...) Aber das ist eine sehr komplexe Frage, die sich gewiss nicht hier und nicht von mir lösen lässt." (S. 183-184)

    ...Aber der Autor Alessandro Baricco versucht es im Vergleich mit eines der ältesten schriftlich fixierten fiktionalen Werke Europas, der Ilias von Homer aus dem 8 Jahrhundert v Chr.

    Die Ilias beschreibt einen Teil des trojanischen Krieges, welcher vor 3000 Jahren stattfand. In 24 Gesängen berichtet der ominöse Schriftsteller Homer vom Zorn des Achill und wie die Götter sich in den trojanischen Krieg einmischten und vom Olymp aus die Geschicke der Menschen lenken.

    Alessandro Baricco lässt in seiner Adaption die Auftritte der Götter aus (erwähnt sie nur beiläufig), und erklärt seine Herangehensweise im Vorwort. Dadurch schrumpft die Ilias zur reinen Handlung, welche Baricco auf moderne Weise aber sehr passend umschrieb. Er nutzt verschiedene Perspektiven von unterschiedlichen handelnden Personen von Achill über Helena bis hin zu Odysseus und Agamemnon.

    Wer die Geschehnisse des trojanischen Krieges nicht kennt, möchte ich hier nicht spoilern. Also hier eine kurze Zusammenfassung der Vorgeschichte von mir:

    Ein goldener Apfel rollt zu Füßen von Hera (Göttin der Ehe -Zeus Frau), Athene (Göttin der Weisheit & Tochter von Zeus) und Aphrodite (Göttin der Liebe und Leidenschaft). Auf dem Apfel stand in schönen Lettern geschrieben "Für die Schönste". Zeus sollte entscheiden, wem der drei Göttinnen der Apfel zusteht. Verständlicher Weise wollte Zeus diese Entscheidung nicht fällen und bestimmte einen Sterblichen, der wählen sollte. Er bestimmte Paris, einen Sohn des trojanischen Königs Priamos.

    Die Göttinnen versuchten ihn von sich zu überzeugen. Hera versprach Reichtum, Athene Ehre und ewiger Ruhm, aber Aphrodite versprach ihm die Liebe der schönsten Frau der Welt - Helena. Paris gab Aphrodite den goldenen Apfel.

    Doch Helena war die Frau des Menelaos, einem griechischen König, dessen Bruder der reichste und mächtigste (aber auch der brutalste) König unter den Königen Griechenlands war - Agamemnon. Helena verliebte sich in Paris und floh mit ihm nach Troja - und damit nahm das Schicksal seinen Lauf.

    Das Besondere

    Besonders an dieser Nacherzählung der Ilias ist nicht die Erzählung an sich –obwohl diese sehr mitreißend geschrieben ist- sondern die Gedanken und Meinungen des Autors Alessandro Baricco, welche er im Nachwort ausführt. Er versucht eine Erklärung zu finden, wie die Ilias bis heute überlebt hat, obwohl deren Handlung uns heutzutage so fern liegt. Wie kann diese Faszination erklärt werden? Was können wir von Achill, Hektor, Odysseus und vielen weiteren lernen?

    Fazit

    SO SPRACH ACHILL von Alessandro Baricco erzählt die Geschichte der Ilias und des trojanischen Krieges nach. Diese Umsetzung ist bewegend, kurzweilig und mit abwechselnden Perspektiven erzählt! Das Nachwort des Autors regt zum Nachdenken an. Was ist die Natur des Menschen? Krieg oder Frieden? Ein Buch für jeden Interessierten der griechischen Mythologie!

     

    So sprach Achill| Alessandro Baricco| übersetzt von Marianna Schneider| Hoffman und Campe Verlag| 2011| 191 Seiten| 15,00€




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    Cover des Buches Die Räuber9783872910479

    Bewertung zu "Die Räuber" von Friedrich Schiller

    Die Räuber
    Monika_Brigittevor 15 Tagen
    Kurzmeinung: Mein liebstes Werk von Schiller - Die Aufklärung im Kampf mit dem Sturm & Drang- dramatisch, spannend und kein bisschen eingestaubt!
    Familiendrama

    "Nicht Fleisch und Blut, das Herz macht uns zu Vätern und Söhnen." (1. Akt 1. Szene)

    In Schillers Schauspiel "Die Räuber" geht es um Intrigen, Zorn, Rache und das Aufeinandertreffen von Tugend-, Glaubens- & Moralvorstellungen.

    Ein Vater (Maximilian Moor) hat zwei Söhne - Karl und Franz. Als Erstgeborenem möchte der alte Moor seinem Sohn Karl nach seinem Ableben das Gut und den Grafentitel vererben. Doch der jüngere, gewiefte Sohn Franz möchte das um jeden Preis verhindern. Dazu entspinnt er eine Intrige, die Vater und Sohn auseinander bringt.

    Kurzentschlossen und vom Vater verstoßen gründet Karl daraufhin mit seinen Kommilitonen eine Räuberbande - sich selbst als Anführer. Doch nicht jeder aus der Bande akzeptiert die Vormachtstellung Karls.

    Und dann kommt da noch eine Frau mit ins Spiel - kein ordentliches Schauspiel kommt ohne eine Liebesgeschichte aus. Amalia von Edelreich ist dem Karl versprochen, hält sich allerdings im Schloss des alten Grafen (in Franken) auf, während Karl in Leipzig studiert. Franz versucht Amalia für sich zu gewinnen, doch die empfindsame junge Frau scheint dem Karl ganz verfallen zu sein.

    Werden die Intrigen des Franz aufgedeckt? Wie entwickelt sich das Machtverhältnis in der Räuberbande während sie weiter brandschatzen und morden? Wer kann das Herz Amalias erobern?

    Friedrich Schiller personifiziert in seinem 1782 uraufgeführten Stück drei literarische Epochen -die Aufklärung, die Empfindsamkeit und den Sturm & Drang. Der rationale, gotteslästerliche Franz verkörpert die Ideale der bürgerlichen Aufklärung. Die junge Amalia besingt ihre Empfindungen zu Karl, welcher voller Tatendrang aber auch Melancholie übersprudelt.

    Das Stück zählt zum späten Sturm & Drang, Schiller schrieb es 1779/80 mit 21 Jahren im letzten Schuljahr.

    Trigger: Es kommen explizite Gewaltdarstellungen vor (Brandstiftung, Vergewaltigung, Mord)

    Fazit

    DIE RÄUBER ist mein liebstes Werk von Schiller, ich las es während des Studiums und war ziemlich überrascht von der Brutalität mit der das Schauspiel aufwartet. Es beschreibt die Aufklärung im Kampf mit dem Sturm & Drang und ist durch seine konstruierte Story dramatisch, spannend und kein bisschen eingestaubt!

     

    Die Räuber| Friedrich von Schiller| Hamburger Lesehefte Verlag| 48. Heft| 1781| 120 Seiten| 1,90€

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    Cover des Buches Die Frauen von Troja - Tochter des Himmels9783442485048

    Bewertung zu "Die Frauen von Troja - Tochter des Himmels" von Emily Hauser

    Die Frauen von Troja - Tochter des Himmels
    Monika_Brigittevor 16 Tagen
    Kurzmeinung: Packendes Finale der Histo-Fantasy- Reihe - thematisiert Familie & Freundschaft - alte Mythen modern erzählt - beeindruckend recherchiert
    Der Kampfgurt der Amazonen als Herkules-Aufgabe

    „Ich würde gern erfahren“, sagt er mit überlauter Stimme, „wie ich ein Gott werden kann.“ Die Seherin holte tief Luft, dass die Höhle erbebt. (…) Sie klingt wie ein Echo der Geister im Tartaros: „Du bist von Zeus auserwählt, als Sohn eines Gottes und Anführer von Menschen über die Helden Griechenlands zu herrschen, doch der Zorn Heras steht dir im Weg. (…) Wenn du sie besänftigen und im Olymp wohnen möchtest: Höre meine Wohnung und gedenke ihrer. Zwölf Arbeiten warten auf dich, die noch kein Mensch vor dir geschafft hat und auch nach dir keiner mehr schaffen wird.“ (S. 14-15)

    Laut Griechischer Mythologie muss Herakles (römisch/lateinisch=Herkules) 12 Aufgaben erledigen, um sich den Göttern würdig zu erweisen. Die Aufgaben bekommt er vom König Eurystheus von Tiryns zugewiesen. Dessen einzige Tochter, Admete, verlangt laut Mythologie den Kampfgurt der Amazonen-Königin Hippolyta als 9. Aufgabe (im Roman 11. bzw. 12. Aufgabe). Daraufhin machte sich Herakles auf den Weg, um mit den Männer-hassenden Amazonen zu verhandeln. Hera, die Göttin der Ehe und Familie, möchte das verhindern, da sie wütend auf Herakles ist. Schließlich ist Herakles ja das Produkt eines Seitensprunges ihres Ehemannes Zeus.

    Die Altphilologin Emily Hauser nahm sich diese beliebte Sage zur Hand und verwandelte sie in eine vielschichtige Geschichte über zwei starke Frauen mit Anbindung zum Trojanischen Krieg (und somit zum ersten Teil der Trilogie).

    Im Mittelpunkt stehen Admete und Hippolyta, abwechselnd in Ich-Perspektive erzählen sie ihre Sicht, anfangend 15 Jahre vor dem Trojanischen Krieg. Admete, Eurystheus Tochter, macht sich mit Herkules und seinem Gefolge auf den Weg nach Amazonen und Skythen aus persönlichen Interesse. Dort treffen sie auf die Königin Hippolyta. Emily Hauser verschmelzt die drei Amazonen-Königinnen Hippolyta, Antioppe und Penthesilea zu einer Figur. Demnach ist der Roman in drei Abschnitte unterteilt -zwischendrin bereichert durch die Sicht der Götter. Die Kulturen der Griechen und der Amazonen treffen aufeinander – unvermeidlich blutig. Beide Frauen sind mit den Kulturen emotional verbunden. Auf welche Seite werden sie sich schlagen?

    Der Schreibstil von Emily Hauser ist gewohnt angepasst an das Setting durch passende Vergleiche. Dieser Teil besticht durch  seine kriegerische Wortwahl. Dazu treten dieses Mal einige neue Vokabeln der Amazonen/Skythen – Sprache auf. (im Anhang übersichtlich aufgelistet, genau wie auftretende Figuren und Schauplätze)

    Meine Meinung

    Die Geschichte ist in sich stimmig. Besonders hat mir der gefallen, dass ein Bogen zum ersten Teil geschlagen wird. So bekommt die Trilogie ihre übergeordnete Grundstory, die als Rahmenhandlung perfekt passt. Da bekam ich sofort Lust, den ersten Teil noch einmal zu lesen. Diesen habe ich schon vor einem Jahr gelesen und nur noch wage im Kopf. Sinnvoller wäre es daher, die drei Teile in kürzerem Abstand zu lesen. Dazu muss ich ausdrücklich raten.

    Was mich bei diesem Teil gestört hat, ist u.a. die Verschmelzung der drei Amazonen-Königinnen zu einer. Obwohl Frau Hauser ihre Beweggründe ausführlich und nachvollziehbar im Anhang erläutert, kam mir die Umsetzung doch recht gedrängt vor das Leben einer Person. Zum Beispiel die Vorstellung, dass die Königin zwei Mal in ihrem Leben von Griechen entführt wird.

    In dem Zusammenhang hat mir persönlich die Darstellung des Theseus missfallen. Er wird in diesem Roman sehr boshaft dargestellt, wohingegen historische Quellen den Charakter anders darstellen. Und weder er noch Herkules zum Schluss noch einmal Erwähnung finden.

    Des Weiteren wird hier die eigentliche 12. Aufgabe des Herkules, in den Hades hinabzusteigen und den Höllenhund Kerberos zu entführen, völlig übersehen und die eigentlich gewaltige Leistung der Aufgaben abgemildert.

    Aufgrund dieser persönlichen Empfindung vergebe ich 4 von 5 Sternen. Das sollte aber niemanden vom Lesen abhalten! Jeder von uns ist unterschiedlich tief mit der Sagenwelt der Antike vertraut und die Überlieferungen widersprechen sich oft. Daher ist dieser Histo-Fantasy- Roman trotz meiner negativen Kritik zu empfehlen, ich hatte viel Spaß mit dieser Adaption.

    Ich mag diese Trilogie sehr und würde mich über weitere Adaptionen der Sagenwelt des Altertums von dieser Autorin freuen! :)

    Fazit

    DIE TOCHTER DES HIMMELS von Emily Hauser ist das packende Finale der Histo-Fantasy- Reihe „Die Frauen von Troja“. Es thematisiert im Besonderen die Familie & die Freundschaft. Alte Mythen modern und ansprechend zu erzählen ist eine Herausforderung, die sich die Autorin gekonnt stellt. Sie hat beeindruckend recherchiert, insbesondere auf dem Gebiet der Amazonen und Skythen – deren Sprache, Riten, und Werkzeuge studiert. Der Abschluss der Trilogie ist zufriedenstellend, wenn auch nicht ganz dem gängigen Erzählungen der griechischen Antike entsprechend. Gerne mehr von der Autorin!

     

    DIE FRAUEN VON TROJA-DIE TOCHTER DES HIMMELS| Emily Hauser| 3. Teil einer Trilogie| übersetzt von Sonja Hauser| Wilhelm Goldmann Verlag| 2019| 430 (385) Seiten| 12,00€

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    Cover des Buches Die Frauen von Troja - Tochter des Meeres9783442485031

    Bewertung zu "Die Frauen von Troja - Tochter des Meeres" von Emily Hauser

    Die Frauen von Troja - Tochter des Meeres
    Monika_Brigittevor 22 Tagen
    Kurzmeinung: Eine spannende und sehr gut konstruierte Version der Sage vom Goldenen Vlies mit einer starken Frauenfigur im Mittelpunkt - top!
    Das Goldene Vlies als Beweis der Herrschaft

    „Die Entscheidungsfreiheit ist die Macht, die stärker ist als das Schicksal“, erklärt Iris. „Die Entscheidung, sich die Welt untertan zu machen – nicht weil die Schicksalsgöttinnen das so beschlossen haben, nicht weil die Götter es so wollen, sondern weil man selbst es möchte.“ (S.364)

    Der zweite Teil von Emily Hausers Trilogie über „Die Frauen von Troja“ basiert auf dem Mythos des goldenen Vlieses von Kolchis. In den Mittelpunkt der Handlung stellt die promovierte Historikerin für Altphilologie eine unscheinbare Figur der griechischen Mythologie – Atalante. Eine junge selbstbewusste Frau, die schneller laufen kann als jeder andere und verbotenerweise jagen geht. Eines Tages erfährt sie, dass ihre Eltern gar nicht ihre leiblichen Eltern sind. Als Baby sei sie im Winter im Pelion-Gebirge ausgesetzt worden. Einem Hinweis auf ihre Herkunft folgend reist sie nach Pegasä und trifft dort auf den Königssohn Jason. Dieser Jason muss laut einer Prophezeiung das goldene Vlies vom Ende der Welt holen, um seinen Thronanspruch geltend zu machen. Wie Atalantes Schicksal und Jasons laut der Autorin zusammenhängen, erfährst du in diesem Roman.

    Schreibstil

    Der Roman besteht aus zwei Handlungssträngen. Einerseits erfährt der Leser die Geschichte Atalantes aus der Ich-Perspektive und andererseits die Sicht der Götter vom Olymp aus. Die Wortwahl von Emily Hauser passt in das Setting der griechischen Mythologie, die Vergleiche sind stimmig und entführen den Leser in die fantastische Welt der Mythologie. Sie baut durch die doppelte Sicht viel Spannung auf, ich habe den Roman in kürzester Zeit gelesen.

    Umsetzung der Sage

    Emily Hauser hat sehr gut recherchiert (Literaturhinweise und –angaben sind im Anhang untergebracht) und ihre Geschichte auf die passenden Eckdaten der Sage gestützt und minimal abgeleitet bzw. den Schwerpunkt anders gesetzt. Man darf keine Nacherzählung von Jasons Abenteuern mit den Argonauten oder seine Beziehung zur Magierin Medea erwarten. Sie wird nur am Rande erwähnt und hätte meiner Meinung nach einen Einzelband verdient (Also Frau Hauser: Gerne mehr!). Der Fokus liegt auf der selbstbewussten Atlante und ihrem Schicksal.

     Fazit

    TOCHTER DES MEERES von Emily Hauser ist eine spannende und sehr gut konstruierte Version der Sage vom Goldenen Vlies mit einer starken Frauenfigur im Mittelpunkt. Der zweite Teil hat mir sogar besser gefallen als die Nacherzählung des Trojanischen Pferds aus dem ersten Teil. Falls du dich nur im Mindesten für die griechische Mythologie interessierst, empfehle ich dir diesen kurzweiligen Roman!

     

    DIE FRAUEN VON TROJA –TOCHTER DES MEERES| Emily Hauser| 2. (unabhängiger) Teil einer Trilogie| Wilhelm Goldmann Verlag|2019|424 (394) Seiten|12,00€

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    Cover des Buches Gone Girl - Das perfekte Opfer9783596520725

    Bewertung zu "Gone Girl - Das perfekte Opfer" von Gillian Flynn

    Gone Girl - Das perfekte Opfer
    Monika_Brigittevor 22 Tagen
    Kurzmeinung: Psychogramm einer Ehe -ein Lügenspiel, überraschende Wendungen & Mindfuck-Momente -Flynns Meisterwerk, ein filmreifes Schauspiel -6 von 5^^
    Psychogramm einer Ehe


    Woran denkst du, Amy? Die Frage, die ich in unserer Ehe am häufigsten gestellt habe, wenn auch nicht laut und nicht der Person, die mir hätte antworten können. Vermutlich hängen solche Fragen wie Gewitterwolken über unserer Ehe: Woran denkst du? Wer bist du? Was haben wir einander angetan? Was werden wir noch tun? (S.9)

    Vergleichen Sie nicht - dieses Buch ist unvergleichlich! - steht groß auf dem Umschlag von "GONE GIRL - Das perfekte Opfer". Ich würde gerne mal ein paar Vergleiche wagen- nicht mit anderen Büchern und Geschichten, denn dieser Weltbestseller ist wirklich in allem einzigartig, sondern mit der Inszenierung von David Fincher, Regisseur von gefeierten Filmen wie „Sieben“ und „Fight Club“.


    Ben Affleck spielt im 2014 erschienenen Thriller den Protagonisten Nick Dunne. Am fünften Hochzeitstag verschwindet dessen Frau Amy (Rosamund Pike) spurlos. Das Bild einer glücklichen Musterehe fängt an, unter dem Druck von Polizei und Presse, zu bröckeln. Nick verstrickt sich in Lügen und Ungereimtheiten. Es stellt sich daraufhin die naheliegende Frage: Hat Nick seine Ehefrau umgebracht?


    Aber nicht immer entspricht das Naheliegende der Wahrheit, oder?


    Der Plot ist voller Überraschungen, zu keiner Zeit, weiß der Leser, wie der Roman oder der Film ausgeht. In der Erzählweise unterscheiden sich der Roman und seine Inszenierung deutlich. Im 571-Seiten-starken Roman wird die Beziehung zwischen den Protagonisten Amy und Nick geschickt konstruiert, mit Insidern und Spielen.


    Der Roman teilt sich in drei Abschnitte. Der erste zeichnet sich aus durch die Beschreibung der Ehebeziehung, ein Bild wird Stück für Stück gezeichnet. Hier schleichen sich Längen ein, die zugegebenermaßen schon nerven können. Allerdings lohnt es sich weiterzulesen. Flynn überrascht mit Cliffhangern und spielt mit den Lesern, die sich nicht sicher sein können, welche Aussagen der Protagonisten der Wahrheit entsprechen.


    Durch Auslassungen im Beschreiben der ehelichen Beziehung und schnelle Szenenschnitte agiert der Film hier kurzweiliger. Folglich werden die Gedanken der Protagonisten nicht so ausführlich beschrieben, wie es für das Verständnis der Handlungen notwendig wäre. Nur im Roman gelingt ein Nachvollziehen der Protagonisten.


    Andererseits besticht der Film durch ausdrucksstarke Bilder und die schauspielerische Leistung. Insbesondere  die Leistung von Rosamund Pike und Neil Patrick Harris möchte ich hierbei lobend erwähnen.


    Der Schreibstil von Gillian Flynn ist wie von der Autorin gewöhnt – wo Gillian Flynn draufsteht, ist auch genau das drin, was ich erwarte. Ein gonzo-feministischer Stil, der seines gleichen sucht. Doch es lässt sich auch ein Unterschied zu den ersten zwei Romanen („Cry Baby“ und „Dark Places“) der US-amerikanischen Schriftstellerin erkennen. Gillian Flynn hat ihre Konstruktionen erweitert, schafft es mit unspektakulären Details ein komplexeres Gesamtbild heraufzubeschwören, welches in sich so stimmig ist, dass man sich als Leser schlicht und einfach fragen MUSS, wie man sich so einen Geschichte ausdenken lassen kann.


     


    Fazit


    GONE GIRL – DAS PERFEKTE OPFER von Gillian Flynn ist zu recht ein Welt-Bestseller. Ein unerreichbares Konstrukt, ein Psychogramm einer Ehe, ein Lügenspiel mit überraschende Wendungen & Mindfuck-Momenten - Flynns Meisterwerk besticht durch Authentizität, Geistreichtum und psychologischem Wahnsinn. Der Leser wird zum Nachdenken animiert. Kennst du die Person, die du liebst, wirklich? „Who truly stuck the knife in first?“ David Finchers filmische Adaption ist in seiner schnelllebigen, szenischen, bildgewaltigen Darstellung gelungen, lässt aber Lücken im Verständnis der Charaktere aufkommen – welche in der Buchvorlage zufriedenstellend geschlossen werden.


    Wenn es bewertungstechnisch erlaubt wäre, würde ich diesem Roman (einer meiner liebsten Autorinnen) 6 von 5 Sternen geben! Mit ihrem ersten Buch „Cry Baby“ hat sie mich überrascht, mit ihrem Zweiten „Dark Places“ völlig perplex gemacht und nun mit ihrem erfolgreichsten Roman fassungslos zurückgelassen. Mir egal, ob G.R.R. Martin die letzten zwei Bücher seiner „Das Lied von Eis und Feuer“-Reihe je fertig schreiben, oder, ob Harry Potter jemals ein Sequel bekommen wird, ich möchte eine vierten Roman von Gillian Flynn lesen :D #justafangirlmoment


     


    GONE GIRL. DAS PERFEKTE OPFER| Gillian Flynn| S. Fischer Verlag GmbH| 2013| 571 Seiten

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    Cover des Buches Die geliehene Zeit9783426518106

    Bewertung zu "Die geliehene Zeit" von Diana Gabaldon

    Die geliehene Zeit
    Monika_Brigittevor 25 Tagen
    Kurzmeinung: Abgebrochen auf Seite 344: Handlung konnte nicht packen, langschweifend erzählt, unmoralische Protagonistin.
    Schwangere Protagonistin trinkt starken Whiskey

    Er stand auf und kramte im Schrank. "Ich glaube aber, ich habe hier eine Flasche." So war es in der Tat, einen schönen alten Whiskey. Ohne Rücksicht auf das Protokoll zog er den Korken mit den Zähnen heraus und senkte den Pegelstand des Inhaltes um gute drei Zentimeter, dann reichte er mir die Flasche. Ich folgte seinem Beispiel ohne Zögern. (S. 342)

    Und es war nicht die einzige Flasche an diesem Abend für den jungen Jamie und die schwangere Protagonistin. Keine Hundert Seiten zuvor haben sich die beiden im Bett noch über Namen für das ungeborene Kind unterhalten.

    Für mich ist das nicht tugendhaft und absolut unvertretbar mit den medizinischen Erkenntnissen unserer Zeit. Andere würden jetzt dagegen halten und meinen, dass Menschen im 18. Jahrhundert (in welchem dieser zweite Teil einer Reihe spielt) noch nicht über die Folgen von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft bescheid wussten. Denjenigen möchte ich zwei stichhaltige Gegenargumente liefern:


    1. Die Protagonistin Claire ist durch einen Zufall vom Jahr 1946 ins Jahr 1743 gereist. Sie verfügt also über das Wissen, dass Alkohol in der Schwangerschaft zu Missbildungen am Fötus führt. Könnte eine kleine Wahrscheinlichkeit bestehen, dass sie es doch nicht wissen könnte? NEIN! Denn sie ist ausgebildete Krankenschwester/Unfallärztin. Sie muss es wissen.

    2. Einen Blick auf die Historie: Ja, im Mittelalter haben auch Schwangere leichtes Bier und verdünnten Wein getrunken. Dem Wasser konnte damals schlicht und einfach nicht vertraut werden. Das kann ich nachvollziehen! Aber Whiskey? Hochprozentiger Whiskey!?


    Ich habe schon vor der besagten Stelle gehadert, ob ich noch weiterlesen möchte. Die Handlung kam nicht voran, die Protagonisten haben mich genervt, mir wurde von der Story kein Mehrwert geliefert. Ich konnte nicht einmal bei den gezwungen komischen Stellen, schmunzeln, geschweige denn lachen. Ich bin einfach nur enttäuscht. Für mich ist die Reihe hiermit beendet. Wer über solche Stellen hinwegsehen kann, gut. Tu dir keinen Zwang an, lies es, hab Spaß. Ich kann es aber nicht empfehlen, da hier unreflektiert Tugenden verletzt werden und die Moral völlig missachtet wird.

    Fazit: 

    Abgebrochen auf Seite 344: Handlung konnte nicht packen, langschweifend erzählt, unmoralische Protagonistin.

    Outlander. Die geliehene Zeit| Diana Gabaldon| 2. Teil einer Reihe| übersetzt von Barbara Schnell| Droemer Knaur Verlag| 2015| 1224 Seiten| 14,99€

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    Cover des Buches Outlander – Feuer und Stein: RomanB00R5C2YAU

    Bewertung zu "Outlander – Feuer und Stein: Roman" von Diana Gabaldon

    Outlander – Feuer und Stein: Roman
    Monika_Brigittevor 25 Tagen
    Kurzmeinung: Zeitreise-Historie-Liebes-Roman; Schauplatz: Schottland 18. Jhd. - schönes Setting, vielfältige Charaktere, etwas langatmig
    Zeitreise durch den Steinkreis

    "Menschen verschwinden jeden Tag. (…) Viele der Verschollenen werden irgendwann gefunden, tot oder lebendig. Es gibt schließlich Erklärungen für solche Fälle. Normalerweise." (S. 9)

    Claire (Ärztin) und ihr Ehemann Frank Randall (Historiker) machen, nach dem sie sich durch den 2. Weltkrieg sechs Jahre nicht gesehen haben, ihre zweiten Flitterwochen in den schottischen Highlands. Ihr Ehemann ist auf Spurensuche seiner Vorfahren, während sich Claire die Umgebung anschaut. Auf einer ihrer Touren kommt sie zu einem Steinkreis. Sie hört ein seltsames Rauschen, schreckliche Schreie - und bricht zusammen. Sie wacht wieder auf und trifft auf eine Gruppe Männer in Highländer-Montur. Einer von ihnen, Jamie Fraser, hat es ihr angetan. Er hilft ihr, sich in der Zeit zurechtzufinden. Es stellt sich heraus, dass Claire ins Jahr 1743 gereist ist.  Wie kommt sie zurück? Wie geht sie mit den Gefahren des 18. Jahrhunderts um?- Kurz vor dem Jakubiter-Aufstand 1745.

    Der historische Roman handelt von der schottischen Geschichte in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts (wichtige Ereignisse werden in der Klappbroschur aufgeführt), Liebe, Leidenschaft, Aberglaube/Mythen/Sagen, aber auch Gewalt, Mord und Vergewaltigung (Also, Achtung! Trigger).

    Der Roman ist in Ich-Perspektive von Claire geschrieben. Für den historischen  Hintergrund ist eine Zeitliste eingefügt. In der Neuauflage gibt es ein Interview und mehrere Anmerkungen der Autorin.

    Diana Gabaldon hat einen der historischen Zeit angemessenen Schreibstil, der aber verständlich ist. Es werden mitunter veraltete/ selten verwendete Wörter benutzt wie pittoresk, frappierend, sardonisch, mäandern, jovial, prosaisch. 

    Ich fand den Roman historisch interessant dargestellt, gut recherchiert, zeitweise spannend, aber auch langatmig. Gerade zum Ende hin verlor sich die Spannung deutlich. Der Roman kann als Einzelroman gelesen werden, ist allerdings der Auftakt einer Reihe.

    Fazit

    "Outlander. Feuer und Stein" von Diana Gabaldon ist ein Zeitreise-Historie-Liebes-Roman. Die Schottischen Highlands des 18. Jhd. sind der Schauplatz des 1991 erschienenen Romans. Das schönes Setting, die vielfältige Charaktere und die überraschende Handlung machen diesen Roman aus. Der Roman hat seine Längen, ist aber spannend aufgebaut.

    Die 2014 erschienene Serie kommt sehr nah an den Roman heran.

    Outlander. Feuer und Stein| Diana Gabaldon| übersetzt von Barbara Schnell| Droemer-Knaur Verlag| 2015| 1135 Seiten| 14,99€


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    Cover des Buches Die Tribute von Panem X9783789120022

    Bewertung zu "Die Tribute von Panem X" von Suzanne Collins

    Die Tribute von Panem X
    Monika_Brigittevor einem Monat
    Kurzmeinung: Packender Pageturner, vielschichtige Charaktere, intelligentes Grundkonzept - Prequel: Nachkriegs-Panem vor 64 Jahren -Wie alles begann...
    Hungerspiele - wortwörtlich: Wie alles begann...

    "Was, glauben Sie, Coriolanus, ist Sinn und Zweck der Hungerspiele?" "Die Distrikte für ihre Rebellion zu bestrafen", antwortete Coriolanus ohne Zögern. "Schon, aber eine Bestrafung könnte ja auf unzählige Arten erfolgen. Warum also die Hungerspiele?" Coriolanus öffnete den Mund, zögerte dann aber. Warum die Hungerspiel? Warum nicht einfach Bomben abwerfen oder die Lebensmittelzufuhr kappen oder öffentliche Hinrichtungen auf den Stufen der Gerichtsgebäude in den Distrikten veranstalten? (S. 78/88)

    Der 18-jährige Coriolanus Snow lebt mit seiner Großmutter und seiner Cousine im Kapitol, das Essen reicht kaum, die meisten Habseligkeiten der einstmals mächtigen und reichen Familie Snow sind verkauft, im Krieg mussten sie schwere Verluste hinnehmen. Es ist die Zeit der 10. Hungerspiele, anlässlich dessen erstmals Mentoren an die Seite der 24 Tribute gestellt werden. Die besten Schüler des Kapitols, Coriolanus und seine Klassenkammeraden, sollen diese prestigeträchtige Aufgabe übernehmen. Für das Preisgeld, welches der Mentor mit dem siegenden Tribut erhält, könnte sich Coriolanus das Studium finanzieren. Andernfalls kann er seine Karriere an den Nagel hängen und die Familie Snow ist dem Spott ausgesetzt. Und ausgerechnet jetzt, wo sich Coriolanus Hoffnung auf das Preisgeld macht, bekommt er das kümmerliche weibliche Tribut aus Distrikt 12 zugewiesen...Wie soll er da gewinnen?

    Snow, der Antagonist der berühmten "Die Tribute von Panem"-Trilogie steht nun im Vordergrund des Prequels -64 Jahre vor der Trilogie, 10 Jahre nach Kriegsende. Neben kleinen Anspielungen auf die Trilogie darf man aber nicht mit der Erwartungshaltung an diese Geschichte gehen, eine zweite Liebesgeschichte wie die von Katniss und Peeta zu bekommen. „The ballad of songbirds and snakes“ (der Titel im englischen Original) ist eine eigenständige Erzählung. Es wird ein realistisches Bild von einem Land nach dem Krieg gezeichnet, Entbehrungen, Mangel, aber auch Hoffnung auf die Zukunft. Allem voran natürlich wird der Beginn der „hungergames“ erläutert. Mitunter sind Szenen dabei, die ich eher in die Erwachsenen-Fantasy einordnen würde, anstatt in die Jugendbuch Abteilung, daher empfehle ich den Roman ab 16 Jahren.

    Wer sich während des Lesens der Trilogie immer gefragt hat, warum und wie die „Hungerspiele“ entstanden sind, wird in diesem Prequel die Antworten darauf sowie auf weitere Fragen rund um die Anfänge erhalten. Die Autorin hat philosophische Ansichten u. a. der Aufklärung geschickt in den Roman integriert, wodurch die Hungerspiele und das Konzept Panems erklärt werden. Vorangestellt sind Zitate von Locke, Hobbes, Rousseau, Wordsworth und Mary Shelley.

    Suzanne Collins schreibt spannend, mit Cliffhangern an fast allen Kapitelenden, sodass der Leser immer weiter lesen möchte und in die Geschichte hineingezogen wird. Der gesamte Fantasy-Roman ist in auktorialer Sicht geschrieben, wobei viel Wert auf der Gedanken- und Gefühlswelt von Coriolanus liegt. Es ist sehr interessant, zu erfahren wie der Coriolanus Snow zu dem wurde, den wir aus der Trilogie kennen. So mancher „Aha“- und „Oho“- Moment wird sich einstellen und jeder Leser darf gespannt auf Überraschungsmomente sein.

    Fazit

    DIE TRIBUTE VON PANEM X –DAS LIED VON VOGEL UND SCHLANGE von Suzanna Collins ist ein packender Pageturner mit vielschichtigen Charakteren. Die Autorin hat ein intelligentes Grundkonzept erschaffen, das u.a. auf Erkenntnissen der Aufklärung basiert. Diese Dystopie ist ein Prequel und zeigt das Nachkriegs-Panem 10 Jahre nach dem Aufstand der Distrikte – 64 Jahre vor der Trilogie mit Katniss, Peeta und Gale. Als Fan der Trilogie bin ich nicht enttäuscht, es ist sogar Raum für die eine oder andere Fantheorie über die Zeit zwischen der Handlung von X und der Trilogie. Viel Spaß beim Lesen - Möge das Glück stets mit euch sein – Lasset die Spiele erneut beginnen!

    P.S.:

    Ich empfehle, zuvor die Trilogie gelesen oder sich die vier Kinofilme angeschaut zu haben, auch wenn dieser Roman eine eigenständige Erzählung ist. Es ist und bleibt ein Prequel.

     

    Die Tribute von Panem X. Das Lied von Vogel und Schlange| Suzanne Collins| übersetzt ins Deutsche von Sylke Hachmeister und Peter Klöss| Verlag Friedrich Oetinger| 2020| 604 Seiten

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