Mueli77

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches Punisher: Soviet: Russische Sünden (ISBN: 9783741619151)

    Bewertung zu "Punisher: Soviet: Russische Sünden" von Garth Ennis

    Punisher: Soviet: Russische Sünden
    Mueli77vor 23 Tagen
    Ennis' lang erwartete Rückkehr

    Konstantin Pronchenko, ein russischer „Geschäftsmann“ wie man sagen könnte, bekommt Besuch von Frank Castle, alias dem Punisher. Nach und nach werden einige seiner „Geschäftszweige“ lahmgelegt. Dumm nur, das Frank damit überhaupt nichts zu tun hat und offenbar jemand Neues hinter diesen Racheaktionen steckt. Jemand Neues, den Frank kurz darauf kennenlernt. Valery Stepanovich ist der Mann, der noch eine offene Rechnung mit Pronchenko hat, und nachdem er Frank erklärt, weshalb er dies tut, schließen sich die beiden zu einem tödlichen Duo zusammen …


    Nach seinem grandiosen Run hinterließ Garth Ennis 2009  einen runderneuerten, düsteren und dennoch glaubhaften Antihelden, mit einer komplexen Vergangenheit, der sogar als Vorlage für einen erfolgreichen Kinofilm, sowie eine nicht minder erfolgreiche Netflix-Serie diente. Seitdem haben sich viele Fans und Kritiker eine Rückkehr von Ennis zum Punisher gewünscht. Mit der nun vorliegenden Miniserie erfüllt sich jener Wunsch und das Ergebnis ist ein neues Abenteuer, welches nahtlos an die früheren Arbeiten Ennis' anschließt. Erneut erweitert Ennis das Leben Punishers um einige sehr interessante Facetten, charakterisiert in ein weiteres Mal als einem Mann mit einem großen Herz für Menschen die Hilfe brauchen und alles verpackt in einem Ennis-typischen Meisterwerk, welches nur oberflächlich mit viel Gewalt und Hass daherkommt.


    Für die Zeichnungen in diesem Band ist niemand anderes, als Jacen Burrows verantwortlich, mit dem Ennis bereits an „Crossed“ zusammengearbeitet hat. Burrows ist dabei der perfekte Künstler um die Angst, die Trauer, den Hass und die Verzweiflung in die Gesichter aller Beteiligten Protagonisten. Aber auch die eher negativen Darstellungen weiß Burrows zu Papier zu bringen und dabei wird es teils sehr explizit, weshalb Panini auf der Rückseite des Bandes eine Leseempfehlung ab 18 Jahren ausspricht. Fans und Kenner von Burrows Arbeit wissen somit, was sie in diesem Band erwartet und alle anderen sollten lieber vorher einen Blick riskieren, denn dieser Band ist nichts für zarte Nerven.


    Zehn Jahre hat es gedauert, bis Ennis nach Hause zurückgekehrt ist und er hat dem Punisher eines der schönsten Geschenke gemacht. Ein neues Abenteuer, eines mit Herz und dem typischen Ennis-Punisher und allem, was dazu gehört. Diese Rückkehr von Ennis ist wahrhaft eine fulminante.

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    Cover des Buches Batman: Kreatur der Nacht (ISBN: 9783741609794)

    Bewertung zu "Batman: Kreatur der Nacht" von Kurt Busiek

    Batman: Kreatur der Nacht
    Mueli77vor 23 Tagen
    Eine klassische Batman-Story ohne klassischen Batman

    Der junge Bruce Wainwright liebt Batman über alles. Er vergöttert die Comics, er hat das Alte Ego Bruce Waynes zu seinem Idol auserkoren. Doch Batman ist nur eine Fantasie, eine Comic-Legende. Zwar hat auch er einen „Alfred“, seinen Onkel Alton Frederick. Und eigentlich könnte Bruces Leben richtig schön sein, wenn da nicht der verhängnisvolle Moment wäre, in dem seine Eltern während eines Einbruchs ermordet werden. Seit diesem Moment manifestiert sich immer wieder eine Art „Batman“, der Bruce aus vielen verschiedenen schwierigen Situationen heraushilft. Doch woher kommt dieser Batman und was ist seine Aufgabe?


    Kurt Busiek hat sich den Mythos Batman genommen und eine neue Geschichte verfasst, die grundsätzlich ohne den klassischen Batman auskommt, und dennoch alles beinhaltet, was man von einer Batman-Story erwartet. Ein Helfer und Vertrauter der Familie mit dem Namen Alfred, ein Polizist namens Gordon und ein „Robin“ der Hilfe benötigt, weil seine Eltern ebenfalls ermordet wurden. Das Ergebnis ist eine faszinierende Story ohne Batman, die aber kaum klassischer sein könnte. Eine andere Sicht auf den Mythos des Mitternachtsdetektivs, eine mögliche Erzählung, wie sie vielleicht sogar wirklich passieren könnte. Die trotz alles mysteriösen Elemente realer ist, als viele frühere Batman-Erzählungen.


    Wer wäre besser geeignet, eine düstere Geschichte, über einen noch düstereren Helden zu erzählen, die bis in die tiefsten dunkelsten Tiefen der menschlichen Psyche vordringt, als John Paul Leon. Leon, der bereits das Marvel-Meisterwerk „Erde X“ visuell umgesetzt hat, läuft auch hier zu Hochform auf. Seine kontrastreichen, extrem düsteren Bilder sind perfekt geeignet diese Fledermaus-Fantasie zu Papier zu bringen. Und hier zeigt sich das Talent Leons durch die im Anhang befindlichen Bleistiftzeichnungen sehr deutlich. Vom ersten Entwurf, teilweise bis hin zur fertig kolorierten Seiten zeigt Panini einen kurzen Einblick in die Entstehung dieses Meisterwerkes und rundet es mit einem abschließenden Text von Kurt Busiek aus dem Oktober 2019 ab.


    Nicht umsonst gehört Busiek zu den Ikonen der amerikanischen Comic-Autoren. Erneut hat er bewiesen, weshalb er genau in diesem Olymp aufgestiegen ist und nicht nur von seinen Fans, sondern auch gerade von seinen Kritikern, gefeiert wird. Es gibt selten Dinge, die so eindeutig zu beschreiben sind, aber in diesem Fall ist die Sache klar. Selbst wenn ihr kein Fan Batmans seid, oder von DC im Allgemeinen, solltet ihr diesen Band lesen, weil es die Essenz Batmans einfängt, ohne den klassischen Batman zu gebrauchen.

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    Cover des Buches Jessica Jones: Blind Spot im Visier (ISBN: 9783741619106)

    Bewertung zu "Jessica Jones: Blind Spot im Visier" von Kelly Thompson

    Jessica Jones: Blind Spot im Visier
    Mueli77vor 23 Tagen
    Ein würdiger Nachfolger von Bendis Urpsprungsgeschichte

    Eigentlich könnte Jessicas Leben endlich mal so richtig schön und vollkommen sein, wenn da nicht plötzlich diese Leiche einer früheren Klientin in ihrem Büro auftauchen würde. Nicht nur, dass Jessica jetzt unter Mordverdacht steht, sie ist auch kurz darauf selbst tot und mit ihr drei andere recht taffe Damen. Merkwürdigerweise weilen Jessica und die ebenfalls betroffene Elsa Bloodstone kurz darauf wieder unter den Lebenden und stellen sich die Frage, wer so viel Macht besitzt und diese offenbar schamlos ausnutzt …


    Kelly Thompsons bisher bekannteste Arbeit ist unter anderem die gemeinsam mit Zeichnerin Sophie Campbell ins Leben gerufene Comicserie, der bekannten und gleichnamigen 80er Jahre Cartoonserie „Jem and the Holograms“. Aber auch ihr Wirken an Hawkeye (mit Kate Bishop), Captain Marvel und weiteren Serien hat ihr bereits viel Zuspruch eingebracht. Nun hat die talentierte Autorin Jessica Jones übernommen und legt mit „Blind Spot“ ihren ersten Story-Arc vor. Ursprünglich als Digital-Only-Titel erschienen wurden die eigentlich 40-seitigen monatlichen Ausgaben später auch als Tradepaperback veröffentlicht. Und nun muss ich ehrlich gestehen, dass Thompson stellenweise einen besseren Job an Jessica Jones macht, als es ihr Erschaffer je könnte. Vielleicht liegt es daran, dass sich Thompson besser in Jones versetzen kann, und somit die weibliche Seite wesentlich besser darzustellen weiß.


    Darstellen ist auch gleich ein sehr gutes Stichwort, denn die Darstellung/Zeichnungen von Mattia de Iulis sind einfach nur meisterhaft. Wunderbare Details, actionreiche Panelaufteilung und wenn man sich erst die Mimiken und Gestiken ansieht, steigt die Begeisterung weiter. Mattia de Iulis erweckt Jessica und ihre Mitstreiter förmlich zum Leben. Aber auch Marcio Takara, der das letzte Kapitel bebildert, welches mit einem fiesen Cliffhanger endet, überzeugt mit seinem eigenen und sehr gut zur Story passenden Artwork. Hier hätten de Iulis Zeichnungen nicht ganz so gut funktioniert, weil die Story eher Slapstick-Charakter hat und dennoch ernst genommen werden sollte.


    Das 140-seitige Paperback sammelt die die sechs Einzelprintausgaben von „Jessica Jones: Blindspot“. Panini hat hierbei die traditionelle Veröffentlichung gewählt, zusätzliche Covermotive als Extra ergänzt und mit kurzen Infotexten zu Figuren und Künstlern das ganze Paket abgerundet. Weshalb das ursprüngliche US-Paperback jedoch über 50 Seiten mehr Umfang hat, erschließt sich mir nicht so ganz, zumal die Einzelhefte der eigentlich drei, jeweils 40-seitigen Digitalausgaben, in ihrer Printform als sechs Hefte mit jeweils 24 Seiten daherkamen. So, oder so, ist dieser Band ein Must-Have-Titel, wenn es um Jessica Jones geht und ich hoffe inständig, dass Panini den Nachfolger, mit dem Titel den ich hier nicht spoilern will, ebenfalls nach Deutschland bringt.

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    Cover des Buches Lisa und Lio (ISBN: 9783741618239)

    Bewertung zu "Lisa und Lio" von Daniela Schreiter

    Lisa und Lio
    Mueli77vor 23 Tagen
    Ein wunderbarer Band für (fast) alle Altersgruppen

    Lisa ist ein junges Mädchen und Autistin. Das schlimmste für sie sind Veränderungen. Erts recht wenn diese so gravierend sind, wie der Umzug in eine neue Stadt und der damit verbundene Schulwechsel. Nicht nur die komplett neue Umgebung machen ihr nun Angst, sondern auch die vielen neuen Menschen, denen sie ab jetzt begegnen wird. Da kommt es fast wie gerufen, dass ihr am ersten Schultag ein grüner Alienfuchs über den Weg läuft und sofort ihr bester Freund wird …


    Trotz des doch recht ernsten Themas, welches Daniela Schreiter hier im Hintergrund einbaut, kommt schon ab der ersten Seite eine gewisse Lockerheit und Fröhlichkeit auf. Die junge Lisa wirkt sofort sympathisch und irgendwie so, als wolle man mit ihr befreundet sein. Die eigentlich recht unbekümmerte Art, die sie abseits ihres Autismus an den Tag legt wirkt fast schon ansteckend. Man könnte dieses Verhalten fast schon naiv nennen, wenn da nicht die Cleverness wäre, mit der Lisa agiert und somit zeigt, dass ihr Verhalten einfach nur eine andere Art ist mit Dingen und Ereignissen umzugehen. Nur in sehr wenigen Momenten, vor allem dann, wenn sich Lisa dem grünhäutigen Fuchs zu erklären versucht, schwingt ein leicht ermahnender Unterton mit, der zu sagen scheint: „Bitte macht uns Autisten das Leben nicht noch schwerer, als es sowieso ist.“ Die meiste Zeit jedoch ist die Geschichte recht fröhlich und größtenteils sogar kindgerecht verfasst.


    Wer schon einiges von Fuchskind, alias Daniela Schreiter kennt, wird sich sofort heimisch fühlen, auch wenn sie ihren Stil diesmal ganz leicht abgewandelt hat. Dies wird vor allem und größtenteils durch die optische Gestaltung von Lisa ersichtlich. Auch nutzt sie diesmal vermehrt und deutlich detailliertere Hintergründe, als es beispielsweise noch bei ihrem „Die Abenteuer von Autistic-Hero-Girl“-Band der Fall ist, auch wenn diese Zeichnungen oftmals fast schon einen kindlichen Touch haben, der aber wiederum sehr gut zum Gesamtbild des Bandes passt. Farblich hält sich der Band eher bedeckt. Zwar spielt Daniela mit kräftigen Farben und satten Farbkontrasten, so richtig grelle und leuchtende Farben gibt es aber kaum. Vielleicht auch deshalb, um nicht von der eigentlichen Thematik abzulenken.


    Wenn man den Band zum ersten Mal in die Hand nimmt, könnte man davon ausgehen, dass es ein reiner Kinderband ist. Die Aufmachung und Gestaltung sprechen oberflächlich gesehen sogar dafür. Und trotzdem ist der Band, auch wenn er für die Zielgruppe der jüngeren Teenager gedacht ist, durchaus ein All-Ages-Titel, bei dem man auch als Erwachsener seine Freude haben und etwas dazulernen kann. Oder einfach gesagt: „Wer als Erwachsener vergisst, wie ein Kind zu denken, zu leben und zu handeln, dem ist die reine wahre Freude am Leben abhanden gekommen.“

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    Cover des Buches Pokémon Meisterdetektiv Pikachu: Die offizielle Film-Adaption (ISBN: 9783741615603)

    Bewertung zu "Pokémon Meisterdetektiv Pikachu: Die offizielle Film-Adaption" von Brian Buccaletto

    Pokémon Meisterdetektiv Pikachu: Die offizielle Film-Adaption
    Mueli77vor 23 Tagen
    Viel verschenktes Potenzial, gemessen an der Filmvorlage

    Der Tod seines Vaters führt Tim Goodman nach Ryme City, eine Stadt in der Pokémon und Menschen friedlich miteinander leben. Doch gerade als Tim die Wohnung seines Vaters näher untersucht, trifft er auf ein Pikachu, welches mit ihm reden kann. Ja er versteht sogar was es sagt. Und nicht nur das, es behauptet sogar der Partner seines verstorbenen Vaters zu sein, und das eben dieser sogar noch lebt. Gemeinsam machen sich Tim und Pikachu auf den Weg und stoßen dabei auch ein noch viel größeres Geheimnis …


    Brian Buccellato gehört zu den ganz ganz ganz großen Autoren. Er hat bedeutendes an Figuren wie „Flash“, „Superman“ oder auch seinem Beginn „The Darkness“ geleistet und Serien wie „Uncanny X-Men“, „Injustice“, „Batman: Detective Comics“ geprägt oder das Crossover „Punisher/Batman“ verfasst. Nun muss ich aber leider feststellen, dass er hier weit unter seinen Fähigkeiten arbeitet. Denn dieser Band ist eine 1zu1-Adaption des Films. Er bietet keinerlei zusätzliche Einblicke, andere Blickwinkel oder weiterführende Erzählungen. Im Gegenteil, an vielen Stellen ist die Story derart gestrafft, dass ein Großteil des Charmes vom Film verlorengeht. Der wunderbar schräge Humor, der Wortwitz und vieles mehr bleiben in dieser Adaption leider auf der Strecke. Auch wenn die Handlung in sich logisch wiedergegeben wird, gibt es im Film viele Details, die die Charaktere bereichern, sie charmanter und menschlicher machen, was hier leider komplett fehlt. Während ich im Film mit Tim und Pikachu mitgelitten habe, ist mir ihr Werdegang in diesem Band fast schon egal.


    Ähnlich verhält es sich mit den Zeichnungen, die zwar technisch solide sind und den Spagat zwischen US-Comicstil und Manga wagen, aber ihnen fehlt die Liebe, das Leben und auch der „andere Blickwinkel“ den das Medium Comic ermöglicht. Stattdessen gibt es genau die gleichen „Kamerawinkel“, wie im Film. Das ist sehr schade, da man mithilfe des Medium Comics noch einiges mehr hätte erreichen können, was dem Film nicht möglich gewesen wäre. Angefangen bei Zusatzinfos und vielem mehr hätte man aus dieser Adaption mehr als eine „billige“ Kopie die mit namhaften Autoren und Zeichnern wirbt machen können. Das kann leider auch der gelungene Bonusanhang mit Skizzen aller vorkommenden Pokémons nicht mehr retten, auch wenn dies in meinen Augen der vermutlich beste Teil des Bandes ist.


    So schön, wie der Film ist, so enttäuscht bin ich persönlich von dieser Adaption. Sicher, wer den Film noch nicht gesehen hat, oder einfach jünger ist, wird möglicherweise sogra richtig viel Freude an dem großformatigen Album haben, alle anderen sollten sicherheitshalber erst einmal einen Blick riskieren und Pokémon-Fans lieber gleich zu den zahlreichen Manga, egal ob „Die ersten Abenteuer“, „Sonne und Mond“, „X und Y“, „Schwarz und Weiss“ oder „Omega Rubin und Alpha Saphir“ greifen, um ihren Pokémondurst zu stillen.

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    Cover des Buches Morbius (ISBN: 9783741618635)

    Bewertung zu "Morbius" von Vita Ayala

    Morbius
    Mueli77vor 23 Tagen
    Ein gelungener Neustart für Marvels Vampir, mit kleinen Mankos

    Noch immer irrt Michael Morbius umher um endlich seinen Fluch des Blutdursts loszuwerden. Dabei geht er sogar so weit, ein neues experimentelles Serum an sich selbst auszuprobieren. Nach anfänglichem Hoffen setzt aber genau das Gegenteil ein und Morbius droht weiter zu mutieren. Als Spider-Man hinzukommt und ihm Hilfe anbietet könnte alles wieder gut werden, wenn da nicht eine alte Bekannte aus Morbius früherem Leben wäre, die ihm jetzt allerdings den Tod wünscht …

    Als sich in den späten Sechzigerjahren der Comics Code Authority etwas lockerte, ermöglichte dies die Rückkehr der Monster. Neben Klassikern wie Frankenstein, gab es aber auch neue Kreationen. Neben Ghost Rider entstand so im Jahre 1971 auch eine der tragischeren Figuren des Spider-Man-Universums. So gab es zwar mit Dr. Curt Connors bereits einen „Schurken“ in Spider-Mans Gegnerriege, der ungewollt zum Monster wurde, aber Michael Morbius, der an einer degenerativen Blutkrankheit leiden sollte, war dennoch etwas Neues. Nun wird diese inzwischen klassische Figur bereits 50 Jahre alt im nächsten Jahr und was liegt näher, ihm im Angesicht des bevorstehenden Ruhmes eine neue eigene Serie zu spendieren.

    Nun liegt es also an Autorin Vita Ayala und den Zeichnern Marcelo Ferreira, Paulo Siqueira und Francesco Mobili ein neues Abenteuer zu kreieren, dem klassischen Horror zu gedenken und dennoch frische Geschichten mit teils liebgewonnenen Figuren zu erschaffen. Zu Beginn wirkt auch noch alles nach einem einfachen, aber typischen Superheldencomic. Spätestens aber, als die Tragik hinzukommt, und Michael Morbius wieder nicht mehr nur der „Gegner“ ist, wird es spannend.
    Auch optisch bleibt nicht allzu viel von klassischen Horrorgeschichten übrig. So ist zwar dieser Band visuell durchaus ansehnlich, hat aber leider keinen besonderen Reiz. Wüsste man nicht genau, wer welche Kapitel umgesetzt hat, würde man den Unterschied kaum wahrnehmen, da alle drei Künstler recht ähnlich aussehen. So sind die Zeichnungen zwar allesamt sehr detailreich, aber die teils übertrieben unnötige Gewalt passt einfach nicht zu einem Spider-Universe-Titel, wie ich es nennen würde, da auch die klassischen Horrorcomics sich nicht derer bedient haben, sondern vieles im Dunkeln und der Fantasie der Leser überließen.

    Trotz dieser kleinen Mankos bleibt der erste Band von Morbius' neuer Serie durchaus lesenswert. Vita Ayala hat wunderbare Arbeit an Michael Morbius neuem „Debüt“ geleistet und der Figur neue teils traurige Facetten verpasst. Zum Glück nimmt die erwähnte Gewaltdarstellung keine Überhand, sodass es glücklicherweise auch bekannte, fast schon klassisch anmutende Panels gibt, die einem das Gefühl einer mitunter 50 Jahre alten Horrorgeschichte vermittelt. Dennoch sollte der Band in meinen Augen eher von reiferen Lesern konsumiert werden. Die werden jedoch ihre Freude daran haben, sofern sie sich nicht des Mysteriums Morbius entziehen können. Ich für meinen Teil habe bereits „Blut geleckt“!

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    Cover des Buches Die Insel des Dr. Moreau (ISBN: 9783741617522)

    Bewertung zu "Die Insel des Dr. Moreau" von Ted Adams

    Die Insel des Dr. Moreau
    Mueli77vor 3 Monaten
    Kongeniale und visuell atemberaubende Adaption eines Klassikers

    Comicadaptionen von Romanen sind ein zweischneidiges Schwert. Entfernen sie sich zu weit von der Romanvorlage, eben um etwas eigenständiges zu sein, verlieren sie oft. Sind sie hingegen zu nah an der Vorlage wirft man ihnen vor eine reine Kopie zu sein, ohne irgendwelche Innovationen. Daher ist es oft schwierig, sich mit solchem Material, erst recht wenn es sich um Klassiker wie jene von Herbert George Wells handelt. So ist „Die Insel des Dr. Moreau“ schon auf verschiedenste Weißen adaptiert und persifliert worden, auch Comics gab es schon einige, aber, so fanden zumindest Autor Ted Adams und Zeichner Gabriel Rodríguez, noch nicht in angemessener Art und Weise. Ich möchte euch heute nun die neueste Adaption, in den USA bei IDW Publishing erschienen, vorstellen und zeigen, dass und weshalb es sich durchaus lohnt, diesen Band zu kaufen ...

    Aufgrund eines tragischen Schiffsunglücks landet die junge Biologin Ellie Prendick auf einer mysteriösen Insel. Hier scheint der verstoßene Wissenschaftler und Mediziner Dr. Alphonse Moreau seine abscheulichen Tierversuche weiterzuführen. Offenbar ist er inzwischen so weit gekommen, dass es ihm möglich ist Hybride aus Menschen und Tieren zu erschaffen. Doch trotz aller Kontrolle und verliehener Intelligenz können die „Tiermenschen“ ihre Instinkte nicht unterdrücken und für Ellie beginnt ein Kampf ums Überleben …

    Ja, mit Romanadaptionen ist das schon so eine Sache. Wie bereits erwähnt, ist es nicht einfach, da einfach viel zu viele Dinge positiv, vor allem aber negativ darauf einwirken können. Ted Adams und Gabriel Rodríguez haben sich weitgehend an das Werk von H.G. Wells gehalten, aber trotzdem kleine und dennoch merkliche Änderungen vorgenommen. Das ich hier jetzt nicht auf alle eingehen kann und werde, mag jedem Leser klar sein, da ich niemandem hier die Spannung nehmen möchte. Einzige Ausnahme ist die der weiblichen Hauptprotagonistin, die in Wells Original ein Mann war. Auch anmerken möchte ich die leicht gestraffte Handlung, was der Comicadaption aufgrund ihrer visuellen Unterstützung aber sogar zugute kommt. Neben diesen und den vielen kleinen anderen Anpassungen erwartet auch Kenner des Klassikers viel Neues, sodass sich ein Blick definitiv lohnt.

    Ebenso lohnt es sich Zeit zu nehmen, für die wundervollen und sehr detaillierten Zeichnungen von „Locke & Key“-Starzeichner Gabriel Rodríguez. Durch kleinste Feinheiten verliert man sich immer wieder in deren Schönheit, entdeckt eigentlich „unwichtige“ Nebensächlichkeiten im Hintergrund oder ist begeistert von der Anatomie der Tiermenschen, die meist faszinierend und weniger grotesk wirken. Zwar ist Wells Roman eine Fantasy-Horror-Geschichte, die auch in der Comicadaption einiges an Greuel zu bieten hat, aber hier findet die Furcht, trotz aller Details im nicht sichtbaren Spektrum statt. Besonders faszinierend ist die Erzählweise Rodríguez', der die ganze Geschichte in Doppelseiten erzählt, was laut seiner eigenen Aussage eine unglaubliche Herausforderung darstellte.

    Die immense Mühe, die Rodríguez in seine Arbeiten gesteckt hat, werden im zweiten Teil des 108 Seiten starken Hardcovers mit teilspotlackiertem Cover sichtbar. Hier findet sich die gesamte Graphic Novel noch einmal in ihrer Rohform, als blaue Bleistiftzeichnungen ohne Text. Für manch einen mag das wirken, als wollte man den band mit mehr Umfang einfach nur teurer machen, aber wenn ich ehrlich bin haben mich die Bleistiftzeichnungen dazu verleitet, sie mit den endgültigen Arbeiten zu vergleichen, wodurch mir noch einige Änderungen aufgefallen sind, abgesehen davon, dass die Bleistiftoriginale mit noch einmal wesentlich mehr Details aufwarten können. Zudem wurde der Band noch mit einem sechsseitigen Gespräch zwischen Adams und Rodríguez ausgestattet, der einen informativen Blick in die Entstehung ermöglicht.

    Zusammenfassend bleibt mir daher nur noch zu sagen, dass diese Adaption den gefährlich Spagat gewagt und geschafft hat, einen Klassiker würdig neu zu interpretieren, ihn zu ehren, in ein frisches Gewandt zu stecken und dennoch etwas eigenständiges zu repräsentieren. Freunde und Fans des Klassikers können trotz der Anpassungen getrost zugreifen, und wer das Original noch nicht kennen sollte, findet eine faszinierende und zum nachdenken anregende Geschichte, in einer wunderbaren Aufmachung mit tollem Bonusmaterial, für einen angemessenen Preis.

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    Cover des Buches Batman: Der letzte Ritter auf Erden (ISBN: 9783741617973)

    Bewertung zu "Batman: Der letzte Ritter auf Erden" von Scott Snyder

    Batman: Der letzte Ritter auf Erden
    Mueli77vor 4 Monaten
    Ein modernes Meisterwerk

    Bruce Wayne kann es nicht glauben, als er im Arkham Asylum aufwacht. Seine ganzen Abenteuer als Batman sollen nur Teil eines wahnhaften Traumes gewesen sein? Er war niemals Batman, und alles, was er seit dem angeblichen Mord seiner Eltern erlebt haben will, ist nur seiner verrückten Fantasie entsprungen, nachdem er in Wirklichkeit seine Eltern selbst ermordet haben soll? Doch irgendwie spürt Bruce, dass da etwas nicht stimmen kann, und kämpft sich seinen Weg aus Arkham frei, nur um sich kurz danach in einer Wüste wiederzufinden, zusammen mit einer Laterne, die den Kopf des Jokers beinhaltet, der ihn unaufhörlich zuquatscht. Nun liegt es jedoch an Batman dieses Rätsel zu lösen und seine Heimatstadt Gotham, von dem fiesen neuen Schurken Omega zu befreien …

    Schon die ersten Seiten erzeugen eine durchweg beklemmende Stimmung, die es schwer machen, das Buch auch nur ansatzweise zur Seite zu legen. Da kann um einen herum passieren was will, diese Geschichte fesselt sofort und zieht den Leser fast schon unwiederbringlich in ihren Bann. Gleich zu Beginn gibt es einen massiven Schock, gerade für langjährige Leser, und man beginnt sich auszumalen, wie Snyder das ganze vielleicht auflösen könnte, bevor es gleich zur nächsten Überraschung kommt. Snyder geizt wirklich nicht mit Wendungen in dieser über 180 Seiten umfassenden Saga, in der er Batmans letzten Kampf erzählt, bei dem er nicht nur Freunde wiederfindet, sondern auch wichtige Menschen aus seinem Leben verliert. „Batman – Der letzte Ritter auf Erden“ ist einerseits eine klassische Batman-Geschichte, mit vielen postapokalyptischen Anleihen und einem dramatischen Gefühlschaos, wie es scheinbar nur in Batmans Geist existieren kann.

    Das dann als Zeichner auch nur ein Greg Capullo in Frage kommt, versteht sich eigentlich fast von selbst, da dieses Team nicht umsonst, als das Dream-Team hinter den erfolgreichsten und besten Batman-Storys des letzten Jahrzehnts angesehen wird. Capullos filigraner und dennoch dominanter Zeichenstil ist genau das richtige Artwork. Egal welches Szenario Snyder sich ausdenkt, Capullo schafft es dies glaubwürdig in Szene zu setzen. Interessant ist auch Capullos Interpretation von Batmans Freunden und Wegbegleitern in dieser postapokalyptischen Welt. Aber auch wie er mit dem Kopf Jokers arbeitet und es alleine mit der Mimik schafft das gesamte Spektrum der Gefühlswelt des verrückten Clowns darzustellen. 

    Ja, Scott Snyder hat es wieder geschafft. Ein modernes Meisterwerk, welches in meinen Augen mindestens gleichauf mit Frank Millers „Die Rückkehr des dunklen Ritters“ steht. Unglaublich intensiv, atmosphärisch dicht, teilweise fast schon Angst einflössend, ist „Der letzte Ritter auf Erden“ eine Batman-Story, die man als Batman-Fan gelesen haben sollte.

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    Cover des Buches Die Geschichte des Marvel-Universum (ISBN: 9783741616242)

    Bewertung zu "Die Geschichte des Marvel-Universum" von Mark Waid

    Die Geschichte des Marvel-Universum
    Mueli77vor 4 Monaten
    Ein Marvel Meisterwerk

    Das Ende des Marvel Universums steht bevor, und alles was übrig bleibt ist Franklin Richards, der Sohn von Reed Richards und Susan Richards, geborene Storm und Galan von Taa, auch als Galactus. Doch bevor aus der einstigen Energie Galactus' durch die Macht Franklin Richards ein neues Universum entstehen kann, erzählt der sterbende Galactus von all den Ereignissen, welche die vergangene und bereits untergegangene Welt erlebt hat …

    Genaugenommen ist „Die geschichte des Marvel Universum“ nur eine Aneinanderreihung aller Geschehnisse des „fiktiven“ Marvel Universums. Beginnend mit seiner Geburt, über die Entwicklung, teilweise vorangetrieben durch außerirdische Mächte, über die Ära der Superhelden bis hin zu einem möglichen Ende. Hierfür hat sich der Top-Autor und Veteran Mark Waid größte Mühe gegeben und sämtliche Ereignisse in eine chronologische Reihenfolge gebracht. Damit es jedoch nicht allzu trocken wird, hat er sich die Rahmenhandlung mit Richards und Galactus ausgedacht, die sich im Verlauf aber zu mehr als nur einer Rahmenhandlung entwickelt. Vielmehr ist es eine Möglichkeit einen Neubeginn zu erschaffen, der weitere neue Stories ermöglicht. Ein Universum nach dem Marvel Universum. Dennoch ist es oftmals nur eine Aufzählung der Ereignisse, da vieles in wenigen Sätzen, manchmal sogar nur einem, abgehandelt wird.

    Für die visuelle Umsetzung wurde der talentierte und routinierte Spanier Javier Rodríguez ins Boot geholt. Wenn ich ehrlich bin wäre diese Arbeit eigentlich eher etwas für den Altmeister George Perez gewesen, der es schon immer meisterlich verstand „Superhelden-Wimmelbilder“ zu erschaffen, aber Rodríguez hat ebenfalls das Maximum aus sich herausgeholt. Detailverliebte Bilder mit Massen an Superhelden in Kämpfen die einem noch so gut in der Erinnerung sind, als hätten sie erst gestern stattgefunden. Doch während die erste Hälfte alles auf einer erzählerischen Ebene präsentiert, überzeugt der zweite Teil mit seinen Fakten und Informationen. So könnte man beide Hälften als eigenständiges Werk sehen, doch wenn ich ehrlich bin ergibt sich gerade durch die Kombination beider dieses vorliegende Gesamtwerk.

    Wer sich auch nur ansatzweise mit Comics auseinandersetzt, oder vielleicht auch gerade erst ins Marvel Universum eintauchen will, ist mit diesem Band ebenso gut bedient, wie der langjährige Leser, der gerne noch einmal in Erinnerungen schwelgen möchte. Ich selbst lese jetzt seit über 35 Jahren Comics, seit Anfang der 90er auch Marvel Comics. Und deshalb ist der Band auch ein wenig eine Zeitreise in meine Vergangenheit. Die Erinnerung an mein Leben, als ich die jeweiligen Ereignisse gelesen habe, und wie ich mich gefühlt habe. So, oder so, Mark Waid und Javier Rodríguez ist ein Meisterwerk der etwas anderen Art geglückt.

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    Cover des Buches Banana Fish: Ultimative Edition (ISBN: 9783741616938)

    Bewertung zu "Banana Fish: Ultimative Edition" von Akimi Yoshida

    Banana Fish: Ultimative Edition
    Mueli77vor 6 Monaten
    Eine gute Story mit ein paar Startschwierigkeiten

    Alles beginnt 1973 im Mekong Delta, als ein Mitglied der amerikanischen Armee plötzlich durchdreht und auf seine Kameraden schießt. Zwölf Jahre später, im Jahr 1985 beginnt eine mysteriöse Mordserie in New York, die auf den ersten Blick Selbstmorde zu sein scheinen. Doch es gibt Zweifler. Unterdessen versucht der junge Bandenchef Ash Lynx seinen Bruder Griffin irgendwie zu retten, der seitdem er aus Vietnam zurück ist in einer Art Wachkoma liegt und außer den Worten „Banana Fish“ nichts sagen kann. Aber wer oder was ist „Banana Fish“ und wieso hat der Unterweltpate Dino Golzine ebenfalls Interesse daran?

    Von der Idee her klingt „Banana Fish“ sehr interessant und auch der Anfang macht wirklich Lust auf mehr. Doch schon nach etwa 50 Seiten zieht sich die Handlung extrem. Zu viele neue Figuren, die teilweise auch noch sehr ähnlich aussehen, tummeln sich plötzlich auf den Seiten. So hat man einerseits keinen Überblick darüber, wer nun wer ist und auf welche Seite er gehört und inwiefern sich die Handlung überhaupt entwickelt. „Banana Fish“ stellt Akimi Yoshidas bisher umfang- und erfolgreichstes Werk dar. Aber zu Beginnt des ersten Volumes hat sie noch mit einigen erzählerischen Problemen zu bekämpfen. Sie versucht zu viele Figuren gleichzeitig ähnlich umfangreich zu etablieren und ihnen eine Hintergrundgeschichte zu verpassen. Dadurch verliert man sich als Leser zu schnell in der Figurenvielfalt, was sicherlich einfacher wäre, wenn sich einige der Figuren optisch nicht so sehr ähneln würden und wiederum andere, die auffällige Merkmale haben, zu schnell wieder von der Bildfläche verschwinden. So zieht sich die Geschichte bis etwas über die Hälfte des fast 400 Seiten starken Bandes, bevor sie wieder deutlich an Fahrt gewinnt. Ab diesem Moment beginnt die Geschichte deutlich spannender zu werden, was unter anderem auch daran liegt, dass der Fokus nun weitaus mehr auf die Hauptfigur Ash Lynx und dessen direktem Umfeld gelegt wird.

    Optisch liefert Akimi Yoshida, die am 12. August 1965 in der Präfektur Tokio geboren wurde, einen deutlich erwachseneren und realistischeren Zeichenstil ab. Fernab der sonst üblichen niedlichen Manga-Artworks setzt Yoshida auf eine möglichst realistische Darstellung ihrer Figuren und Umgebungen. Außerdem arbeitet sie sehr häufig und auch glaubhaft mit Mimik und Gestik ihrer Figuren, wodurch die Glaubwürdigkeit der Figuren deutlich erhöht wird. Stellenweise hat man das Gefühl, dass Yoshida für die Darstellung New Yorks auf alte Fotos der 60er bis 80er Jahre zurückgegriffen hat, um ihr Szenario wenigstens einigermaßen glaubhaft darstellen zu können, was leider nicht immer gelingt. Oft sind es auch Klischees dessen, was man sich unter dem Namen New York vorstellt. Andererseits könnte Yoshida dies auch bewusst so gewählt haben, um eben mit diesen Klischees zu spielen, da sie dies mit ihren Figuren ebenfalls hin und wieder so macht. Andererseits durchbricht sie mit diesem, bereits 1986 erschienen Werk, einige Konventionen zu durchbrechen. Ihre Hauptfigur ist nicht nur ein knallharter und dennoch einfühlsamer Anführer, der an der Spitze einer Jugendbande steht, sondern auch noch homosexuell und ein junge mit einer tragischen Vergangenheit. Kurz gesagt eine sehr widersprüchliche und extrem vielschichtige Persönlichkeit, die sich zudem noch entwickelt.

    Anfangs war ich wirklich extrem begeistert von dem Band, was aber schnell wieder nachließ. Zwischenzeitlich hatte ich wirklich große Probleme mich durch die Seiten zu kämpfen und hätte fast aufgegeben. Aber es hat sich gelohnt dranzubleiben und ich werde mir mit großer Sicherheit auch die folgenden Bände holen. Denn der Schluss erweckt eine ziemlich fiese Neugier danach zu erfahren, was Banana Fish nun wirklich ist, und wie es dazu kam, dass einige der Menschen taten, was sie getan haben.
    Preislich liegt dieses großformatige Manga-Taschenbuch mit seinem Schutzumschlag aus bedrucktem durchsichtigem Plastik deutlich über dem, was die Einzelbände bei ihrer ersten Veröffentlichung von Panini 2003 gekostet haben. Allerdings ist diese Aufmachung auch wesentlich edler und sieht somit nicht nur besser aus, sondern bietet durch die neue Übersetzung und Lettering auch einen gewissen Mehrwert gegenüber den alten Ausgaben. Was ich mich allerdings frage ist, wie will Panini die ursprünglich 19 Bände in eine angemessene Ultimative Edition umsetzen, ohne den letzten Band zu dünn wirken zu lassen? Vielleicht orientiert man sich auch an der Original-Bunkoban-Veröffentlichung mit 11 Bänden plus ein Special. Aber erst einmal abwarten, ob sich die Serie hierzulande nach dem Start des Anime letztes Jahr bei Amazon Prime auch durchsetzen kann.

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    • 11.06.1977

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