Nelly87

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    Cover des Buches Kleine große Schritte9783570102374

    Bewertung zu "Kleine große Schritte" von Jodi Picoult

    Kleine große Schritte
    Nelly87vor 2 Jahren
    Nachwort unbedingt zuerst lesen

    Jodi Picoult ist bekannt dafür, dass sie immer wieder heiße Eisen anpackt. Ob es Amokläufe an Schule in Neunzehn Minuten war oder das „Züchten“ eines genidentischen Kindes, um ein anderes Kind zu retten in Beim Leben meiner Schwester war, immer sind es schwierige und viel diskutierte Themen. Und auch in ihrem neusten Roman macht sie es sich alles andere als einfach. Dabei weist dieses Buch einen großen Fehler auf. Nämlich dass das Nachwort eben hinten steht.

    Klappentext

    Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist …


    Meine Meinung

    Ruth ist in den Vierzigern, allein erziehende Mutter und arbeitet als Kinderkrankenschwester und Hebamme. Ihren Beruf erledigt sie mit Freude und seit Jahren immer sorgfältig und zufriedenstellend. Auch an dem Morgen, an dem Turk Bauer und dessen Frau Brit in ihr Leben tritt, will sie eigentlich nur ihrem Job nachgehen und deren neugeborenen Sohn untersuchen. Doch Turk Bauer ist rechtsextrem und sieht in der schwarzhäutigen Hebamme eine Beleidigung. Er wendet sich an Ruths Vorgesetzte und bewirkt, dass Ruth sich nicht mehr um den kleinen Davis kümmern, geschweige denn ihn anfassen darf. Doch als Ruth mit dem Baby alleine ist, erleidet der Säugling einen Atemstillstand. Ruth ist hin und her gerissen. Soll sie helfen oder sich an die Anweisung halten, das Kind nicht anzufassen?

    Dem Baby ist schließlich nicht mehr zu helfen und für die Familie Bauer ist ein Sündenbock schnell gefunden. Deren Hass geht soweit, dass sie der Hebamme nicht nur die Lizenz entziehen lassen, sondern sie auch bei der Polizei anzeigen. In dem darauf folgenden Prozess stellt sich immer wieder die Frage: wurde die Mutter lediglich aufgrund ihrer Hautfarbe vor Gericht gezerrt?

    In diesem erklärt Picoult ihre Motivation für diese Geschichte. Denn dort erklärt sie, dass sie dieses Buch vor allem für ihre eigene Gemeinschaft, die Weißen, geschrieben hat. Dies führte allerdings während des Lesens bei mir immer wieder dazu, dass ich das Gefühl hatte, dass wichtige Dinge einfach unausgesprochen blieben. Hinzu kam, dass einen das Gefühl beschleicht, dass Ruth selbst sehr viel mehr Potenzial in Bezug auf ein so wichtiges Thema gehabt hätte. Vielleicht hätte dies einfach an den Anfang des Buches gehört, um dem Leser begreiflich zu machen, welche Intention hier verfolgt wird. So ärgert man sich halt während der Lektüre das ein oder andere Mal, während das total unnötig gewesen wäre.

    Die Geschichte an sich ist allerdings spannend. Ruth verliert ein Baby, welches unter ihrer Obhut steht und das nur, weil sie aufgrund ihrer Hautfarbe von der Behandlung ausgeschlossen wurde. Ihr Gegenspieler, Turk Bauer, ist ein Rechtsextremist der ganz besonderen Sorte. Denn nicht nur er lebt für seine Überzeugungen. Auch seine Frau und sein Schwiegervater sehen die Welt ganz genau wie er. Für mich als Leser war es erschreckend in diese Gedankenwelt einzutauchen und verstärkt wurde dieses Gefühl auch dadurch, dass die handelnden Charaktere alle aus der Ich-Sicht erzählen. Man ist mittendrin, statt nur dabei.

    Zur Wort kommt neben Turk auch dessen Frau Brit, Ruth und die Rechtsanwältin. Damit wird die ganze Geschichte von allen Seiten beleuchtet. Wie schon gesagt kam Ruths Sichtweise da an einigen Stellen einfach sehr kurz, was aber eben Picoults Motivation geschuldet ist. Auch die Kehrtwende in der Sichtweise ihrer Anwältin Kennedy vollzieht sich sehr versteckt und scheint plötzlich einfach da zu sein.

    In einigen Rezensionen habe ich die Kritik gelesen, dass sich das Hauptaugenmerk in dem Prozess gegen Ruth findet. Das empfand ich ehrlich gesagt gar nicht so. Natürlich schwebt er als ein großes Problem über den Köpfen aller Beteiligten. Doch der eigentliche Prozess hätte für meinen Geschmack gerne noch etwas mehr Raum einnehmen dürfen. Zumal das amerikanische Gerichtssystem sich in großen Teilen von unserem unterscheidet und hier gerne noch die ein oder andere Erklärung hätte kommen dürfen.

    Trotz aller dieser Kritikpunkte wird mir die Geschichte trotzdem positiv in Erinnerung bleiben. Durch den ständigen Perspektivenwechsel erhält man Einblick in jede ganz eigene Geschichte. Man lernt den jeweiligen Charakter nicht nur in der aktuellen Krisensituation kennen, sondern erfährt auch viel aus deren Vergangenheit. Damit erhält das ganze Buch einen angenehmen Tiefgang.


    Mein Fazit

    Jodi Picoult schafft es einmal mehr, ein wichtiges Thema, das nicht totgeschwiegen werden darf, in eine spannende und unterhaltsame Geschichte zu verarbeiten. Wer sich an dieses Buch ranwagt, sollte das Nachwort allerdings zuerst lesen. Denn nur dann hat man Picoults Beweggründe auch vor Augen Andernfalls ärgert man sich eventuell über das ein oder andere Detail. Mit dem Blick auf dem Umstand, dass dieses Buch gerade für Weiße geschrieben wurde, bekommt man dann aber ein spannendes und bewegendes Buch.

    Vielen DAnk an den C. Bertelsmann Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars

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    Cover des Buches Erbarmen9783423212625

    Bewertung zu "Erbarmen" von Jussi Adler-Olsen

    Erbarmen
    Nelly87vor 2 Jahren
    Ein vielversprechender Reihenauftakt, der aber noch etwas verhalten daher kommt

    Carl Mørck hat als Polizist das erlebt, wovor sich wohl jeder Beamte fürchtet. Bei einem Einsatz wird auf ihn und seine zwei Kollegen geschossen. Ein Streifschuss in die Schläfe setzt den Polizisten über Wochen außer Gefecht. Doch seine beiden Kollegen trifft es noch schlimmer. Einer stirbt und der zweite ist seither gelähmt ans Bett gefesselt. Dieses Ereignis hat Mørck den Lebensmut genommen und ihn zum Zyniker werden lassen. Seine Rückkehr in den aktiven Dienst gestaltet sich daher dementsprechend schwierig. Mit ihm ist einfach nicht zusammenzuarbeiten. Carl ist mittlerweile mehr der einsame Wolf, also muss eine Lösung her. Seine Vorgesetzten richten das Sonderdezernat Q ein, in dem Carl nicht nur der Chef sondern auch einziges Mitglied ist. Seine Aufgabe wird es sein, alte unaufgeklärte Fälle wieder aufzurollen und wenn möglich, auch zu lösen.

    Ein ungewöhnliches Ermittlerduo startet durch

    Zur Seite gestellt wird ihm lediglich der muslimische Assad, der allerdings lediglich Kaffee kochen und putzen sollte. Doch der scheint sich, im Gegensatz zu seinem Chef, wirklich für den Fall zu interessieren, für den sich Carl entschieden hat. Merete Lynggaard verschwand vor Jahren spurlos von einer Fähre, auf der sie mit ihrem behinderten Bruder unterwegs war. Es tauchte nie eine Leiche oder ein Lebenszeichen von ihr auf. Ist die junge aufstrebende Politikerin von Bord gegangen und ertrunken? Oder wurde ihr Gewalt angetan? Carl macht sich gemeinsam mit Assad auf die Suche nach Antworten und merkt schnell, dass die Geschichte tiefer geht als zuerst gedacht.

    Erbarmen ist der Auftaktband der Sonderdezernat Q-Reihe. Und bei der spalten sich die Meinungen, die ich bisher so gehört habe. Viele Blogger schwören auf Adler-Olsen und können es kaum erwarten, das neuste Werk aus der Buchhandlung zu holen. Privat wurde mir aber eher immer abgeraten bzw. mir wurde zumindest gesagt, dass die Storys nicht sooo toll sind. Klar, dass ich da neugierig wurde. Aber so richtig schlau bin ich auch hinterher noch nicht.

    Tatsächlich konnte mich Adler-Olsen mit der Idee seines Kriminalfalles total überzeugen. Kein Mord, kein Totschlag und trotzdem Spannung ohne Ende. Das gelingt nur den wenigsten Thrillerautoren. Interessant war auch einmal der etwas andere Einstieg in ein Buch dieses Genres. Meist bekommt man als Leser ja zunächst einen eher verschwommenen Einblick, wie das Opfer dem Täter zum Opfer fällt oder was dieser mit seiner Beute in Gefangenschaft anstellt. Zu dem Zeitpunkt, in dem man als Leser hier hinzutritt, ist das Verschwinden von Merete schon Monate her. Das ist eindeutig ein Pluspunkt auf der Haben-Seite.

    Dem stand allerdings stellenweise die Komplexität entgegen. Versteht mich nicht falsch, ein Thriller darf gerne vielschichtig sein. Es darf gerne verstrickt und ein bisschen kompliziert sein. Jussi Adler-Olsen packt hier aber eine Vielzahl von Charakteren in seine Geschichte, die kaum bis gar nicht auftreten, nachher den Namen ändern, sich als andere ausgeben… Ist man da nicht komplett bei der Sache, verliert man schnell den Anschluss.

    Erschwert wird ein Durchblick auch dadurch, dass, wie gesagt, viele Personen gar nicht aktiv auftreten, sondern nur in der Schilderung des Buches oder während Dialoge zwischen zwei anderen Personen erwähnt werden. Mir viel es da schwer, ein Bild zu erhalten, was mir eine Zuordnung erleichtert hätte.

    Allgemein hatte ich oft das Gefühl, als würde man ein Geschehen nicht wirklich miterleben, sondern nur erzählt bekommen. Da Erbarmen mein erstes Adler-Olsen Buch war, kann ich nicht sagen, ob das ein charakteristischer Schreibstil von ihm ist, aber damit hat er sich auf jeden Fall von der Masse seiner Kollegen abgesetzt.

    Das Buch besticht allerdings durch ein sehr skurriles Ermittlerduo. Carl Mørck ist ein typischer Querschläger, der immer links geht, wenn alle anderen rechts wollen. Sein Chef möchte ich nicht sein, denn nicht nur, dass er kaum mit den Kollegen zusammen arbeiten kann, auch Beförderungen und Lehrgänge lehnt er kategorisch ab. Assad dagegen ist die Motivation auf zwei Beinen. Obwohl er von Polizeiarbeit scheinbar gar keine Ahnung hat, drängt er Carl immer wieder voran. Die Putzhilfe bringt sich und seine Kultur dabei auch immer wieder gerne ein, wenn es vielleicht nicht so gewünscht ist. Diese beiden vergisst man so schnell auf keinen Fall.

    Fazit

    Der Auftaktband der Sonderdezernat Q-Reihe bleibt einem auf jeden Fall im Gedächnis, egal, ob man das Buch gut fand oder nicht. Ein eigenwilliger Schreibstil, ein sehr ungewöhnliches Ermittlerduo und eine mitreißende Story sorgen dafür. So richtig vom Hocker reißen konnte mich Erbarmen nicht, aber gut unterhalten gefühlt habe ich mich auf jeden Fall. Neugierig auf die Nachfolger bin ich trotzdem, da die Idee des Dezernat Q mit seinen bereits kalten Fällen viel Potenzial bietet. Schändung, Teil 2 der Reihe, wird definitiv bei mir einziehen.

    © Nellys Leseecke

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    Cover des Buches Ich, Molly Marx, kürzlich verstorben9783423212779

    Bewertung zu "Ich, Molly Marx, kürzlich verstorben" von Sally Koslow

    Ich, Molly Marx, kürzlich verstorben
    Nelly87vor 3 Jahren
    Eine Tote auf Mission

    Molly Marx führt ein ganz guter New Yorker-Leben. Sie ist gerade 35, mit einem Schönheitschirurgen verheiratet und Mutter einer 3-jährigen Tochter. Wäre da nicht dieses klitzekleine Detail: seit kurzem ist sie darüber hinaus auch tot. Am Ufer der Hudson River wurde Mollys Leiche gefunden und es ist absolut unklar, was der jungen Frau zugestoßen ist. Doch neben Ehemann und Kind lässt sich auch ihre Eltern zurück, eine Zwillingsschwester, die beste Freundin und auch einen Geliebten…

    Allein vom Klappentext erfährt man erst einmal nur wenig darüber, was für eine Art Buch einen hier erwartet. Und die etwas kindlich angehauchte Covergestaltung lässt vielleicht den einen oder anderen Leser an dieser Geschichte vorbeigehen, womit ihnen dann aber wirklich was entgeht. Und wenn man dann die ersten Seiten gelesen hat, weiß man ehrlich gesagt immer noch nicht, wohin es gehen wird.

    Molly Marx ist eines Tages unter Umständen gestorben, die scheinbar nicht nur dem Leser erst einmal unbekannt bleiben, sondern ihr selbst auch. Daher bleibt sie noch ein wenig „hier“ und beobachtet ihre Lieben (und auch die nicht so Lieben). Dabei wird ihr ein Berater zur Seite gestellt, den man wohl auch als Engel bezeichnen könnte. Allerdings ein Engel mit einem staubtrockenen Humor.

    Also beginnt Molly, ihre Familie und Freunde zu begleiten, ohne dass die davon etwas wissen. Mir geht es bei „toten“ Charakteren in Büchern gerne so, dass ich diese etwas verherrliche. Selbst wenn sie im ganzen Buch keinen einzigen Fehler zeigen, fällt mir das meist nicht auf. Aber zu diesen Charakteren gehört Molly tatsächlich nicht. Denn sie hat Schwächen und Fehler und das nicht gerade wenige. Was auf den ersten Blick ausschaut wie eine Vorzeigehausfrau, entpuppt sich schnell als unglücklich Ehefrau mit Affäre.

    Dass Molly so gar nicht perfekt war, mochte ich sehr. Damit war sie so viel mehr realer, als sie es andersherum gewesen wäre. Denn jeder Mensch hat eben so seine Fehler. Und Sally Koslow war da auch wirklich konsequent. Gerade Barry, Mollys Ehemann, ist ihr meiner Meinung nach wunderbar gelungen. Zunächst bekommt man den Eindruck, es mit einem Arzt zu tun zu haben, der sich für einen Halbgott in weiß hält. Und anfangs bekommt man auch kurz das Gefühl, als wäre dieser Mann vor allem eines: arrogant. Aber auch hier merkt man schnell, dass nicht immer alles schwarz und weiß ist. Natürlich hat Barry seine Fehler, aber er zeigt auch liebenswürdige Seiten und vor allem zeigt er auch Gefühl.

    Recht schnell lernt man die Charaktere kennen und lieben. Durch ihre Allgegenwärtigkeit hat Molly die Möglichkeit, ihre Lieben dabei zu beobachten, wie sie mit ihrem Verlust und ihrer Trauer klar kommen. Und auch ein Thema ist die Lücke, die Molly an den verschiedensten Stellen hinterlassen hat. Molly hat dabei auch den Vorteil, dass sie die Gedanken aller Menschen lesen kann. Somit weiß man natürlich immer Bescheid.

    Sally Koslows Schreibstil hat mich dabei wirklich abgeholt. Denn sie hat nicht nur das Witzige drauf oder nur das Melancholische. Sie vermischt die unterschiedlichen Emotionen miteinander, ist manchmal nachdenklich, manchmal locker humorvoll. Dabei scheint immer wieder ein ganz wundervoller Humor durch, der einfach Spaß gemacht hat.

    Einen kleinen Wehmutstropfen gab es dann aber doch wieder. Und zwar das Ende… Von jetzt auf gleich zieht Molly sich von der irdischen Welt zurück. Zwar erfährt man noch, wie sie ums Leben gekommen ist, aber irgendwie wird die Verbindung zu ihr sehr rasch getrennt. Nachdem Koslow eigentlich ihre ganze Geschichte in einem sehr gemächlichen Tempo angegangen ist, kam das Ende sehr überhastet.

    Die Geschichte von Mollys Leben nach dem Tod glänzt durch seine Vielfalt. Es gibt traurige Stellen, es gibt witzige Passagen und auch das Gefühl kommt nicht zu kurz. Obwohl die Frage nach Mollys Tod ständig über der Geschichte schwebt, stellt dieser nicht das Hauptaugenmerk dar. Wer gerne von jedem Genre ein bisschen hätte, der sollte sich dieses Buch mal genauer anschauen.


    © Nellys Leseecke - Lesen bedeutet durch fremde Hand träumen

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    Cover des Buches Die Spur der Kinder9783548282558

    Bewertung zu "Die Spur der Kinder" von Hanna Winter

    Die Spur der Kinder
    Nelly87vor 3 Jahren
    Kann man lesen, muss man aber nicht

    Vor einigen Monaten musste Fiona die schlimmste Erfahrung machen, die eine Mutter je machen können wird. Sie verlor ihr Kind. Die kleine Sophie war mit ihrem Vater auf dem Spielplatz. Als dieser einen Moment nicht aufpasste, verschwand das kleine Mädchen spurlos. Als Fiona kurz darauf durch einen Kurierdienst eine weiße Lilie geschickt bekam, war ihr klar, dass ihr kleines Mädchen einem Serientäter zum Opfer gefallen ist. Immer wieder verschwinden Kinder mitten in der Öffentlichkeit und tauchen nicht mehr auf – weder tot noch lebendig.

    Nachdem Fiona auch nach längerer Zeit noch mit ihrem Verlust kämpft, verschwindet ein weiteres Kind aus dem gleichen Kindergarten, in den auch Sophie ging. Wieder steht der Polizist vor der Tür, der bereits Sophies Verschwinden bearbeitet hat. Und alle Gefühle kommen wieder hoch…

    Als Leser wird man direkt mitten in die Geschichte reingestoßen. Fiona ist seit dem Verschwinden ihrer Tochter dem Alkohol verfallen und die Beziehung zu ihrem Verlobten hat sich merklich abgekühlt. Die Schriftstellerin hat seit dem schrecklichen Tag keine Zeile mehr aufs Papier gebracht und verbringt ihre Tage damit, auf dem Kinderspielplatz zu sitzen und dort das Treiben zu beobachten. Lediglich der attraktive Kommissar scheint Fiona aus ihrer Lethargie reißen zu können – doch der kommt mit schlechten Nachrichten.

    Hanna Winter erzählt ihre Geschichte aus einer Vielzahl von Sichten. So gut wie jeder handelnde Charakter bekommt mal die Möglichkeit, sich zu äußern. Mir persönlich war das ein wenig zu viel. Zwar wird ein Großteil der Geschichte aus Fionas Sicht erzählt, doch immer wieder wechselt eben die Erzählsicht. Manche Charaktere kommen, soweit ich mich erinnere, gar nicht öfter als einmal zu Wort. Dieses ständige Hin und Her muss man mögen…

    Doch nicht nur die Erzählung an sich war stellenweise etwas durcheinander. Auch die Geschichte selbst hat bei mir immer mal wieder das Gefühl ausgelöst, dass hier der rote Faden fehlte. Anhand des Klappentextes konnte man ja ahnen, dass es hauptsächlich um die Entführung der Kinder geht. Und dass Fionas Beziehung dabei auch eine Rolle spielt, die nach einem solchen Schicksalsschlag heftig bröckelt, gab dem Buch an sich auch einen ganz authentischen Touch. Nur macht es lange Zeit den Eindruck, als würden da mehrere Handlungsstränge nebeneinander herlaufen. Doch gleichzeitig ist auch klar, dass diese Stränge irgendwie zusammenhängen. Erwartet hatte ich, dass die Fäden langsam aber sicher zusammenlaufen, doch eigentlich hat man einen ganzen Knoten. Es läuft nicht schön immer weiter aufeinander zu, sondern klatscht viel mehr von jetzt auf gleich zusammen.

    Ein großer Kritikpunkt für mich war die Anhäufung an ausgelutschten Klischees, wohin das Auge auch reichte. Der ermittelnde Kommissar ist gerade selbst dabei ein Trauma zu überwinden (das by the way nichts mit dem eigentlich Buch zu tun hat)… die Mutter eines entführten Kindes macht sich auf eigene Faust auf, den Täter zu finden… eine Polizistin, die für ihre Karriere über Leichen geht…

    Gott, das kennt man doch alles schon. Klar kann ich bei der Vielzahl an Thrillern, die es zwischenzeitlich gibt, verstehen, dass man nicht immer das Rad neu erfinden kann. Und immer wieder tauchen natürlich bekannte Elemente auf. Auf muss denn wirklich jedes Klischee bedient werden??

    Noch ein bisschen mehr gestört haben mich allerdings die logischen Fehler. Wer eine gute Schnüfflerin sein will, der muss dem bösen Mann natürlich auch in der Nacht in den Wald folgen. Doch scheinbar sieht Hanna Winter da kein Problem darin, dass ihre Protagonstin mit eingeschalteten Scheinwerfern ganz unbemerkt im Wald den Bösewicht jagt. Da braucht man sich dann natürlich nicht wundern, dass die Gute ganz schnell in der Gewalt eines bösen Mannes befindet.

    Aber den Vogel abgeschossen hat Winter mit einer anderen Szene. Da verschwindet ein kleines Mädchen aus dem Berliner Zoo. Tagelang wird gesucht, Zeugen vernommen, Verdächtige befragt… Und erst nachdem einige Tage ins Land gegangen sind, kommt die ermittelnde Beamtin auf die Idee, dass man ja mal die Überwachungskamera sichten könnte. Und siehe da: das verschwundene Kind ist darauf zu sehen und einer der Tatverdächtige und sogar das Auto, nachdem seit Monaten gefahndet wird. Ja so schaut doch gute Polizeiarbeit aus!

    Hanna Winters Schreibstil war dabei positiv und negativ zugleich. Einerseits ist ihre Schreibe sehr einfach und knackig. Damit liest sich das knapp 350 Seiten dicke Buch ziemlich rasch und flüssig weg. Allerdings hätten einige Stellen ein wenig mehr Ausschmückung gerne haben dürfen. Gerade dieser knackige Schreibstil wird den Situationen teilweise einfach nicht gerecht.

    Alles in allem war das ein eher unbefriedigendes Leseerlebnis. Ständig sitzt man mit dem Buch in der Hand und einem Kopfschütteln da, weil entweder mal wieder ein neues Klischee bedient wird oder die Geschichte etwas an den Haaren herbeigezogen erschien. Selbst die Auflösung lässt den Leser da etwas baff zurück. Kurz gesagt: dieses Buch hätte ich nicht unbedingt lesen müssen.


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    Cover des Buches Scythe – Die Hüter des Todes9783737355063

    Bewertung zu "Scythe – Die Hüter des Todes" von Neal Shusterman

    Scythe – Die Hüter des Todes
    Nelly87vor 3 Jahren
    Wer darf leben und wer muss sterben?

    Die Welt ist ein fast perfekter Ort. Der Thunderhead, früher als Cloud bekannt, verfügt über jegliches Wissen und hat darüber hinaus auch ein Bewusstsein. Es gibt keine Armut mehr und sämtliche Bedürfnisse aller Erdenbewohner können befriedigt werden. Und dank ihm werden die Menschen nicht mehr krank und müssen auch nicht mehr sterben. Und sterben sie doch, werden sie im nächsten Revival-Zentrum wiederbelebt. Doch die Menschen vermehren sich auch weiterhin. Daher wurde das Scythetum geschaffen. Die Scythe sind die Einzigen, die ein Leben für immer beenden können.

    Die beiden Jugendlichen Citra und Rowan werden von einem Scythe auserwählt, seine Lehrlinge zu werden. Sie werden in Waffenkunde unterrichtet, erhalten körperlichen Unterricht und begleiten Scythe Faraday zu dessen Nachlesen (wie der Tötungsvorgang zwischenzeitlich genannt werden). Zwar ist beiden von Anfang an klar, dass nur einer von ihnen schließlich tatsächlich zum Scythe wird, doch erst das erste Konklave, an dem beide teilnehmen, macht sie dann auch zu Konkurrenten auf Leben und Tod.

    Manchmal muss man einfach von seinem Beuteschema abweichen. Und dieses Buch beweist es einmal mehr. Elli von Buchhaim hatte vor einigen Wochen die englische Ausgabe auf ihrem Blog besprochen und irgendwie bin ich hängen geblieben. Das Thema des Buches und Ellis Begeisterung dafür haben mich so neugierig gemacht, dass das Buch auf meiner Wunschliste gelandet ist. Und belohnt wurde ich mit eine spannenden Dystopie, die mit einer ganz neuen Idee daher kommt.

    Allein schon das „Grundthema“, das der Geschichte zugrunde liegt, hat mich total gefangen genommen. Eine Welt, in der die Menschen nicht mehr von alleine sterben müssen und trotzdem werden einige von ihnen zum Sterben ausgesucht. Ich hätte das Buch allein schon deswegen ausgesucht. Wie entscheidet man in einer solchen Welt, wer sein Leben lassen muss? Und wie ist eine Organisation wie das Scythetum aufgebaut? Und Neal Shusterman hat diese Fragen, die beim Leser unweigerlich aufkommen, wirklich schön beantwortet, ohne daraus ein Frage-Antwort-Spiel zu machen.

    Er webte diese Informationen geschickt in seine eigentliche Story ein und führt seinen Leser damit gekonnt in eine ganz eigene Welt. Die eigentliche Storyline, in der Citra und Rowan die Hauptrollen spielen, hatte dann etwas typisch Dystopisches. Natürlich gibt es eine Macht in dieser neuen Welt, die droht missbraucht zu werden. Und da dürfen zwei scheinbar unbekannte und ganz normale Jugendliche nicht fehlen, die gegen diese Macht vorzugehen bereit sind.

    Soweit nichts Neues… Das hätte mich vielleicht in einem anderen Buch gestört. Wenn man während des Lesens vielleicht mal den Gedanken bekommt: „also das kommt mir doch bekannt vor“. Aber dieser Gedanke kam einem gar nicht. Neal Shusterman hatte mich bereits auf der ersten Seite so abgeholt, dass ich das Buch kaum noch aus der Hand legen konnte. Natürlich nutzt er diesen „klassischen“ Dystopie-Aufbau, aber er machte das so schlau, dass man als Leser trotzdem das Gefühl bekam, eine komplett neue Geschichte zu lesen.

    Ebenfalls vollkommen begeistert war ich von den Charakteren. Auch hier bedient sich Shusterman an einigen Stellen bekannte Elemente und doch ist alles ganz anders. Gerade die Entwicklung, die bereits im ersten Teil erkennbar ist, hat richtig Spaß gemacht. Ein großer Teil dieser Begeisterung war auch dem Umstand zu verdanken, dass die Entwicklung der beiden Protagonisten und auch deren Beziehung zueinander gar nicht vorhersehbar war.

    Gekrönt wird dieses Buch dann schließlich durch Neal Shustermans grandiosen Schreibstil. Irgendwie strahlte der eine gewisse Ruhe aus, selbst in den Szenen, die etwas turbulenter wurden (macht das irgendeinen Sinn). Es war in sich einfach durchweg stimmig. Dieser Mann kann auf jeden Fall schreiben und in mir hat er nun seinen neusten Fan gefunden.

    Manchmal muss man sich auch einmal in unbekanntes Terrain stürzen und sich auf Neues einlassen. Dann wird man vielleicht überrascht. Neal Shusterman hat mit Die Hüter des Todes einen fulminanten Auftakt zu einer Trilogie geschrieben, bei der ich jetzt schon kaum erwarten kann, dass Band 2 erscheinen wird. Wer auf Dystopien steht, der darf an dieser Geschichte nicht vorbei gehen. Definitiv eines meiner Lieblingsbücher in 2017!!


    Vielen Dank an vorablesen.de und den Sauerländer Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars
    © Nellys Leseecke - Lesen bedeutet durch fremde Hand träumen

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    Cover des Buches Kennen wir uns nicht?B0036L630Q

    Bewertung zu "Kennen wir uns nicht?" von Sophie Kinsella

    Kennen wir uns nicht?
    Nelly87vor 3 Jahren
    Wer bin ich?

    Stellt euch mal folgendes Szenario vor: ihr wacht morgens auf und euch fehlen die Erinnerungen der letzten drei Jahre. Für euch ist immer noch 2014. Welche wichtigen Ereignisse hättet ihr dann vergessen? Würden mir die Erinnerungen der letzten drei Jahre fehlen, dann würde ich noch immer davon ausgehen, dass ich noch in Bayern wohne. Ich wäre außerdem ziemlich überrascht, dass meine beste Freundin Mama geworden ist. Und ich hätte noch nicht einmal mein erstes Examen in der Tasche.

    Lexi Smart ist genau das passiert. Da ist sie abends mit ihren drei besten Freundinnnen feiern, schlägt sich den Kopf an und wacht drei Jahre später auf. Um genauer zu sein: 2004 fällt Lexi, einen Abend vor der Beerdigung ihres Vaters, eine Treppe hinunter, stößt sich den Kopf und wird bewusstlos. Drei Jahre später, 2007, stößt sie sich genau diesen Kopf wieder, als sie mit ihrem Cabrio verunglückt. Als sie im Krankenhaus wieder zu sich kommt, fehlen ihr sämtliche Erinnerungen aus dem Zeitraum zwischen den beiden Verletzungen. Für Lexi ist es immer noch 2004.

    Sophie Kinsella gilt als die Königin der Chick-Lit-Autorinnen. Im Mittelpunkt ihrer Geschichten stehen (fast) immer ganz normale Frauen, mit denen man sich identifizieren können sollte. Keine schreibt wie Kinsella und ich würde ihre Bücher unter tausend anderen wiedererkennen. Nachdem mich der Auftaktband zu ihrer Shopaholic-Reihe erst vor kurzem sehr enttäuscht hat, habe ich nun wieder zu einem ihrer Stand-Alones gegriffen.

    Doch als wäre die Sache für Lexi nicht schon schlimm genug, scheint es auch so, als hätte sich Lexi selbst in den fehlenden drei Jahren sehr verändert. Wo sie früher das etwas chaotische, antriebslose Mädchen stand, für das ihre Freundinnen das Wichtigste im Leben darstellen, da findet sich plötzlich nur noch eine karrieregeile „Bossbitch aus der Hölle“ (Originalzitat aus dem Buch). Lexi hat scheinbar ihrem ausgefallenen und farbenfrohen Klamottenstil abgeschworen und trägt nur noch beigefarbene Kostüme. Doch der größte Schreck durchzuckt sie, als sie feststellen muss, dass sie zwischenzeitlich verheiratet ist.

    Eric ist so gut aussehend, dass er locker als Unterwäschemodell arbeiten könnte, steinreich und scheinbar auch tierisch in seine Ehefrau verliebt. Doch für Lexi ist er ein Fremder. Wie kann man mit jemanden zusammen leben, den man eigentlich gar nicht kennt, der sich dann aber zu einem ins Bett legen möchte?

    Sophie Kinsellas Stand-Alone mochte ich wirklich sehr gerne. Die Geschichte ist gewohnt spritzig, lebhaft und kurzweilig. Und vor allem bleibt das zentrale Thema durch das ganze Buch hinweg präsent. Ich hatte ein wenig die Befürchtung, dass die Erinnerungslücken zu Beginn der Geschichte sehr einnehmend ist und sich dann im Sand verläuft. Aber dem war Gott sei Dank nicht so. Aber Lexis Amnesie ist immer wieder, mal mehr mal weniger, Thema.

    Nicht immer mag ich Kinsellas Protagonistinnen, aber Lexi war super. Theoretisch lernt man ja zwei unterschiedliche Lexis kennen in diesem Buch. Nach außen scheint es so, als wäre sie die toughe Geschäftsfrau, die für ihren Erfolg auch über Leichen geht. Doch auf den ersten paar Seiten, in denen man Lexi im Jahr 2004 erlebt, bekommt man eine ganz andere Person beschrieben. Die flippige und etwas chaotische Lexi blitzt im Anschluss immer wieder durch und es war richtig spannend, den Widerstreit zwischen dem, was ist und dem, was sein sollte kam prägnant zum Ausdruck.

    Und wenn man ein Kinsella-Buch in die Hand nimmt, dann bekommt man garantiert auch immer eine schöne Portion Liebe mitgeliefert. Und darauf kann man sich auch dieses Mal verlassen. Schön finde ich dabei immer, dass Kinsella es damit eigentlich nie übertreibt. Auch im vorliegenden Buch wurde die perfekte Mischung gefunden. Es wird ein kleines bisschen romantisch, aber nie kitschig.

    Mit Kennen wir uns nicht? zeigt Sophie Kinsella mal wieder, warum sie den Platz im Chick-Lit-Universum hat, den sie eben hat. Die Geschichte ist auch dieses Mal wieder toll durchdacht, fußt auf einer schönen Idee und bleibt über die komplette Länge kurzweilig. Mit Lexi schafft Kinsella wieder eine Protagonistin, mit der man sich auseinandersetzen und identifizieren kann. Gewürzt wird das Ganze noch mit einer ordentlichen Prise Witz und ein wenig Romantik und… tada… herauskommt ein schönes Buch für zwischendurch.


    © Nellys Leseecke - Lesen bedeutet durch fremde Hand träumen

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    Cover des Buches Vollidiot9783596512386

    Bewertung zu "Vollidiot" von Tommy Jaud

    Vollidiot
    Nelly87vor 3 Jahren
    Wahrscheinlich einfach nicht mein Humor

    Simon Peters ist gerade frisch verlassen. Da ist das Leben einfach nicht so toll, wie es sein könnte. Und doch will er den Frauen nicht abschwören. Ein Singleurlaub soll es erst einmal richten. Doch der ist der totale Reinfall. Zurück in Köln begegnet Simon dann der Maus aus dem Starbucks-Laden und die ist ja wohl eine absolute Traumfrau. Doch so ganz willig scheint die auch nicht zu sein…

    Gott, selten habe ich ein dermaßen ätzendes Buch in der Hand gehalten. Und lange ist es mir nicht mehr so schwer gefallen, den Inhalt eines Buches zusammenzufassen. Denn einen richtige Inhalt scheint es gar nicht so geben. Simon Peters Zeitvertreib besteht vor allem darin, sich zu betrinken, mit seinen Kumpels zu kiffen und irgendwelchen Frauen unter den Rock zu wollen. Und dabei bedient er sich gerne und oft einer Sprache, bei der einem nur schlecht werden kann. Man bekommt da nicht den Eindruck, einen erwachsenen Mann zu begleiten, sondern einen pubertierenden Teenager, dessen Hormone mit ihm durchgehen.

    Als ich letztes Jahr Einen Scheiß muss ich gelesen habe, war ich total angetan von Tommy Jaud. Da musste ich mehr als einmal herzlich auflachen und habe den Schreibstil einfach so sehr geliebt. Doch scheinbar liegen Lebensratgeber dem Tommy Jaud einfach mehr als Romane.

    Hier wurde einfach jeder Aspekt, und wenn er auch noch so unbedeutend war, einfach bis an die Grenze überzogen. Mit realem Leben hatte das nichts mehr zu tun. Übertroffen wurde dieser Punkt nur noch durch die wirklich abgrundtiefe Sprache. Hauptsache viel Fäkalsprache, oder was war da der Gedanke dahinter? Wollte Jaud da betont jugendlich sein?

    Und welches Männerbild soll hier überhaupt vermittelt werden? Dass Männer ganz klischeehaft nur mit ihrem besten Stück denken und dafür sämtlichen anderen Möglichkeiten in ihrem Leben fahren lassen? Und wenn es dann mal wieder mit den bösen Frauen nicht klappt, dann bleibt einem eigentlich nur, sich regelmäßig gnadenlos volllaufen zu lassen und dabei schön einen zu kiffen…

    Das hab ich wirklich nur knappe 80 Seiten ertragen. In einigen Amazon-Rezensionen habe ich wohl gelesen, dass sich das Buch in der zweiten Hälfte fängt, aber um ehrlich zu sein: da ist mir meine Lesezeit zu schade für, um mich dafür zunächst durch diesen ersten Teil zu kämpfen. Witzig ist definitv was anderes.

    Das war leider gar nicht mein Humor, um nicht zu sagen, das war gar kein Humor. Das hätte man eventuell noch übersehen können, allerdings fehlte es dem Buch darüber hinaus auch an einer Geschichte. Es mag vielleicht in der zweiten Hälfte besser werden (das sagen zumindest die Gerüchte), doch um bis dorthin zu kommen, muss man einen ordentlichen Batzen Geduld mitbringen. Muss man wirklich nicht gelesen haben.


    © Nellys Leseecke - Lesen bedeutet durch fremde Hand träumen

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    Cover des Buches Vorwärts küssen, rückwärts lieben9783764505790

    Bewertung zu "Vorwärts küssen, rückwärts lieben" von Sybille Hein

    Vorwärts küssen, rückwärts lieben
    Nelly87vor 3 Jahren
    Stark angefangen, stark nachgelassen

    Pia glaubt an die große Liebe, an Prinzen und Traummänner. Dabei hat sie allerdings, zumindest wenn es nach Meinung ihres besten Freundes Eddie geht, ein ganz schlechtes Händchen. Der würde Pia lieber an der Seite eines bodenständigen, ganz „normalen“ Mannes sehen. Doch die scheinen Pia zu langweilig zu sein. Eines Tages lernt sie ausgerechnet im Supermarkt einen Mann kennen – ihren Pizzaprinzen. Sie glaubt sofort an Schicksal und setzt alles daran, den Mann, der sie dermaßen beeindruckt hat, wiederzusehen. Und tatsächlich schwebt die junge Kinderbuchzeichnerin schnell mit August (dem Pizzaprinzen) auf Wolke 7. Doch Eddie warnt sie: je höher die Wolke hängt, desto tiefer kann der Fall sein.

    Die erste Begeisterung für dieses Buch hat bei mir schon die Gestaltung ausgelöst. Gemeinsam mit passenden Bleistiften kam das Buch bei mir an und es schaut einfach so zauberhaft aus. Doch auf den Inhalt kommt es eben an. Und der war eine Berg- und Talfahrt. Als Leser lernt man Pia, ihr Leben und ihr Umfeld langsam aber sicher kennen und auch lieben. Die junge Frau besticht durch ihre kleinen Träumereien, wobei sie trotzdem bodenständig bleibt. Dies verleiht ihr einen gewissen Zauber, dem man sich nur schlecht enziehen kann. Dass sie trotz der ein oder anderen Enttäuschung noch an die ganz große Liebe glaubt, ist ein weiterer Pluspunkt, den man einfach an ihr lieben muss.

    Noch toller ist da nur noch Eddie. Pia bester schwuler Freund ist ein wahres Original. Als Teenager musste er nicht nur damit kämpfen, als Junge auf Jungs zu stehen. Seine Mum hat ihn auch noch über Jahre schön gemästet, daher war er wohl mehr breit als hoch. Ein Jahr in New York war nötig, um aus dem etwas schrägen Teeny einen stylischen Trendsetter zu machen. Nun steht er mit beiden Beinen im Leben und hat einen großen Wunsch: gemeinsam mit seinem Lebensgefährten Charlie Vater zu werden. Da geht einem ganz automatisch das Herz auf.

    Der Story an sich beginnt sehr vielversprechend. Wer auf Liebesgeschichten steht, der hat zu Beginn wirklich viel Freude. Pia und der Pizzaprinz bekommen sich zunächst einmal… Dass es dabei nicht bleiben kann, ist einem schnell klar. Sonst wäre das Buch ja auch nach 150 Seiten auch beendet. August scheint auf den ersten Blick eine wirklich gute Partie zu sein. Er hat Geld, eine schöne Wohnung, keine geheimen Kinder oder eine lästige Exfrau. Doch irgendwas ist im Busch. Denn schon nach kurzer Zeit hat August einen festen Platz in Pias Leben.

    Nur leider scheint in Augusts Leben kein Platz für Pia zu sein. Hat er denn keine Freunde, die er seiner neuen Freundin gern vorstellen würde? Und was ist mit seiner Familie? Natürlich muss da etwas faul sein.

    Anfangs kann die Geschichte wirklich unterhalten. Doch dann schläft sie etwas ein. Die Handlung beginnt, sich hinzuziehen und plötzlich ertappt man sich dabei, dass man jeden zweiten Satz nur noch überfliegt. Nach einer längeren „Trockenzeit“ fängt sich das Buch dann offensichtlich wieder. Denkt man… Gerade als die Geschichte scheinbar die Kurve bekommt, fängt der zweite Teil „Rückwärts lieben“ an (Teil 1 ist übertitelt mit „Vorwärts küssen“). In diesem zweiten Teil wird es dann irgendwie…. komisch wäre wahrscheinlich das passende Wort. Ob das gut oder schlecht ist, lässt sich ebenfalls gar nicht so einfach sagen. Denn aufgrund der Gestaltung und des Klappentextes rechnete man mit diesem Verlauf einfach nicht. Solange es realisitisch geblieben wäre, auch gar kein Thema. Aber als dann Feen auftauchen, blieb einem nur ein Kopfschütteln.

    Versteht mich nicht falsch. Das hätte wirklich gut werden können. Und generell hab ich auch nichts gegen ein bisschen Übernatürliches und Träumerei. Und wenn man ein Fantasybuch aufschlägt, dann weiß man auch, worauf man sich einlässt. Und irgendwie hat man ja eine gewissen Einstellung zu einem Buch. Während eines Liebesromans rechnet man nicht unbedingt mit dem Fantasy-Einschlag. Wenn einen der dann so hinterrücks überrascht, tut man sich schwer, sich darauf einzulassen.

    Also hoffen auf das Ende. Vielleicht geht das nochmal richtig ans Herz? Leider wirkte das sehr gewollt. Die Autorin wollte mit ihrer Idee irgendwo hin. Hätte sie diese „Auflösung“ allerdings schon im Vorfeld eingeläutet, hätten beim Leser alle Glocken geklingelt. Da wäre gleich klar gewesen, wie es enden soll. Also hat Sybille Hein sich für einen anderen Weg entschieden, was an sich sehr bewundernswert ist. Nur leider war der für den Leser wie ein Schlag ins Gesicht, den man nicht kommen gesehen hat. Es wirkte sehr konstruiert und wie sagt man so schön: der letzte Eindruck bleibt! Und man fragt sich wirklich, wo das denn plötzlich her kam…

    Wenn man dieses Buch als Kurve darstellen würde, dann würde diese weit oben anfangen und dann kontinuierlich abfallen. Den zweiten Teil hätte ich tatsächlich wirklich nicht gebraucht. Auf der Haben-Seite stehen aber definitiv die liebevoll ausgearbeiteten Nebencharaktere, die man einfach ins Herz schließen muss. Wer eine herzzerreißende Liebesgeschichte sucht, der wird hiervon einfach enttäuscht sein.


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    Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars

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    Cover des Buches Belladonna9783442379064

    Bewertung zu "Belladonna" von Karin Slaughter

    Belladonna
    Nelly87vor 3 Jahren
    Der Auftakt zur Grant County-Reihe

    Sara Linton ist in der Kleinstadt Grant County nicht nur die Kinderärztin in dem kleinen örtlichen Krankenhaus, sondern hat auch den Posten der Gerichtsmedizinerin inne. Nach einer Scheidung von ihrem Exmann Jeffrey, der Polizeichef in der Stadt ist, lebt sie nun alleine. Eines Nachmittags trifft sie sich im Diner mit ihrer jüngeren Schwester Tessa. Als sie zur Toilette geht, findet sie dort die fürchterlich missbrauchte Universitätsdozentin Sybil Adams. Die blinde Frau blutet stark und wurde offensichtlich auf brutalste Art vergewaltigt und aufgeschlitzt. Ein Hauch Leben ist noch in ihr und Sara versucht verzweifelt, der jungen Frau das Leben zu retten. Vergeblich…

    Doch der Schrecken ist für Sara damit noch nicht beendet. Während der Obduktion findet Sara weitere grausige Details heraus. Der Täter muss christlich motiviert gewesen sein, denn er hatte Sybil die Oberkörper in Form eines Kreuzes aufgeschlitzt. Außerdem hatte er sie auf brutalste Weise für seine sexuellen Begierden benutzt. Und schließlich handelt es sich bei dem Opfer auch noch um die Zwillingsschwester von Lena, einem Detektive. Dann verschwindet eine zweite Frau…

    Karin Slaughter scheint nicht der Typ Autor zu sein, der seine Leser behutsam an die Hand nimmt und ihn dann in die Geschichte rein führt. Eigentlich schubst sie einen direkt ins Geschehen und sie ist wohl auch kein Fan davon, erst einmal lang drum herum zu reden. Innerhalt der ersten paar Seiten hat die erste Frau bereits sterben müssen und das auf wirklich nicht ganz unblutige Art und Weise. Bisher dachte ich immer Cody McFadyen sei der brutalste Thrillerautor, aber Karin Slaughter kann es wahrlich mit ihm aufnehmen.

    Allerdings hatte sie mich damit von der ersten Seite an. Auch wenn es sich „krank“ anhört, aber zwischenzeitlich können die Buchmörder ja nicht mehr außergewöhnlich genug töten. Und das hat seinen Grund: es bleibt dem Leser in Erinnerung, so makaber wie das auch klingen mag. Mich hat es zumindest soweit gebracht, dass ich die Geschichte innerhalb kürzester Zeit weginhaliert habe.

    Dass die Protagonistin und ihr Exmann auch beruflich miteinander zu tun haben und als Gerichtsmedizinerin und Polizist sich nicht aus dem Weg gehen können, ist allerdings nicht unbedingt die neuste Idee. Das hat man nun schon das eine oder andere Mal gesehen. Und auch, dass beide Parteien noch nicht so recht abgeschlossen haben mit der zurückliegenden Ehe…. kommt bekannt vor, oder? Aber Slaughter hat das gut gemacht, denn mit Kitsch hat sie so gar nichts am Hut. Im Gegenteil: Sara ist nach dem Seitensprung ihres Mannes etwas zynisch geworden und handelt nach dem Motto „hilf dir selbst“. Gerade diese Kaltherzigkeit, die da immer wieder hervor blitzt, machte Sara aber dann wiederum wieder sehr sympathisch, da kein Mensch perfekt ist. Wobei sie mich damit auf der anderen Seite wieder an Gerritsens Protagonisten Maura Iles erinnerte.

    Dafür war die Spannung und das Knistern zwischen Jeffrey und Sara genau richtig dosiert. Slaughter macht keine kitschige, pinkfarbene Romanze aus diesem Handlungselement, sondern schafft eine solide Vertrauensbasis zwischen den beiden, die hier und da noch einen Sprung vom Seitensprung weg hat. Trotzdem merkt man, dass sich die beiden nicht egal sind und wenn es tatsächlich eine Szene zwischen ihnen gab, dann war da auch ein Kribbeln zu spüren.

    Ein klitzekleines bisschen ist der Spannungsbogen in der Mitte des Buches abgesackt. Und was die Vorbereitungen zum Finale anging, da wurde es dann ein wenig konfus. Nicht so, dass man die Geschichte nicht mehr hätte nachvollziehen können, aber schon so, dass ich mich ein oder zwei Mal gefragt habe, ob ich irgendwo einen Gedankengang überlesen hatte. Da hat sich Karin Slaughter scheinbar etwas selbst im Weg gestanden und hat schneller gedacht, als sie schreiben konnte. Der Lesefluss stellt sich aber auch genauso schnell wieder ein und man ist wieder voll drin in der Geschichte.

    Belladonna unterscheidet sich von seinen Mitkonkurenten also nicht unbedingt hinsichtlich der Charaktere und auch vom Schreibstil her muss man sagen, dass der wirklich in Ordnung war, aber keine krassen Besonderheiten aufweist, um sich erheblich abzusetzen. Was ist es also? Slaughter hat hier einen besonders brutalen Killer geschaffen, dem sie auch einen ausgefeilten Hintergrund verpassen konnte. Jeder Aspekt seiner Taten hatte einen Hintergrund für ihn. Nichts war einfach nur eingefügt worden, weil es blutig und brutal war und der Leser damit geschockt werden kann. Ich meine, natürlich war es heftig und nichts für schwache Nerven. Aber es war nicht grundlos blutig und erschreckend.

    Auch wenn Tess Gerritsen weiterhin DIE Thrillerautorin für mich ist und bleibt, kann Karin Slaughter schon ein klitzekleines bisschen an ihrem Stuhl sägen. Wer im Thrillergenre zuhause ist, der wird über kurz oder lang an ihr nicht vorbei kommen. Und den Auftaktband der Grant County-Reihe kann ich nun auch wärmstens empfehlen. Wer einiges vertragen kann und wer auch kein Problem damit hat, auf Schlaf zu verzichten, weil man das Buch einfach nicht aus der Hand legen kann, der wird mit Belladonna einen Volltreffer landen.


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    Cover des Buches Die Liebe deines Lebens9783596197293

    Bewertung zu "Die Liebe deines Lebens" von Cecelia Ahern

    Die Liebe deines Lebens
    Nelly87vor 3 Jahren
    Eine nicht ganz unbekannte Geschichte neu verpackt

    Christine hat eine wirklich bescheidene Woche hinter sich. Auf der Suche nach einem neuen Lieblingsort hat es sie nachts in eine verlassene Siedlung verschlagen, in der sie sich allein wähnte. Doch sie trifft auf einen Mann mittleren Alters. Irgendwelche Probleme haben ihn dorthin getrieben – gemeinsam mit einer geladenen Waffe in der Hand. Auf den ersten Blick scheint es so, als könnte Christine ihn von dem abhalten, was er für diesen Abend geplant hatte, nämlich sich das Leben zu nehmen. Doch innerhalb eines kurzen Augenblickes ändert sich etwas, der Mann trifft eine Entscheidung – und stirbt vor Christines Augen.

    Da wird ihre Stimmung auch nicht unbedingt besser, als sie kurz darauf über eine Brücke gehen möchte, auf der schon der nächste Selbstmordanwärter seinem Leben ein Ende setzen will. Doch dieses Mal will Christine alles richtig machen. Immerhin hat sie ein nützliches Hobby: sie verschlingt Ratgeberbücher und nun soll das theoretische Wissen auch mal praktischen Nutzen haben. Diesen Mann will Christine retten. Und tatsächlich bekommt sie ihn von der Brüstung, doch Adam ist nicht so überzeugt davon wie die junge Frau, dass sein Leben auch weiterhin lebenswert ist. Er gibt ihr bis zu seinem Geburtstag Zeit, ihm zu beweisen, dass sein Leben nicht für die Katz ist – andernfalls lässt es sich das nächste Mal nicht vom Selbstmord abhalten.

    Dieses Buch hat mich doch erst einmal sehr an Ein ganzes halbes Jahr erinnert. Ein Mann, der nicht mehr leben will (wenn auch aus unterschiedlichen Gründen), der sich dazu überreden lässt, dem Leben noch eine Chance zu geben und schließlich eine Frau, die alles gibt, um die schönen Seiten des Lebens aufzuzeigen. Der größte Unterschied dabei war wohl der Beweggrund des Mannes. Während Will in Ein ganzes halbes Jahr als früher sportlicher Mensch plötzlich im Rollstuhl sitzt, hat Adam Probleme ganz anderer Art.

    Er soll die Firma seines Vaters übernehmen, mit der er gar nichts anfangen kann. Ablehnen kommt nicht in Frage, denn dann würde die Firma entweder in die Hände seiner Schwester, die wegen kleinerer bis mittelschwerer Delikte das Land verlassen hat, oder in die seines Cousins, zu dessen Familie seit Jahren ein Krieg herrscht. Hinzu kommt, dass ihn erst vor kurzem auch noch seine Traumfrau verlassen hat. Adam ist unglücklich und sieht keinen Weg, je wieder glücklich zu werden.

    Und da trifft er ausgerechnet Christine. Denn die steht auch nicht unbedingt mit beiden Beinen fest im Leben. Ihr Liebesleben liegt quasi brach, ihre kleine Agentur läuft schlecht und Zuflucht findet sich lediglich in den genannten Selbsthilfebüchern. Denn die bieten für jede Lebenslage einen Ausweg. Beispielsweise wie man auf schonende Art und Weise seine Lieblingsangestellte kündigen. Leider helfen die Bücher meist nicht so wie sie sollen. Vielmehr kann Christine einfach nicht selbständig auf auftretende Situationen reagieren. Und wenn sie es tut, dann hadert sie mit ihrer Entscheidung bis sie in einem entsprechenden Buch nachgeschlagen hat.

    Dass es da zu teils skurilen, teils komischen und teils auch emotionalen Begegnungen zwischen Christine und Adam kommt, bringt wohl die Natur der Sache schon mit sich. Und tatsächlich wird es einem mit den beiden nicht langweilig. Und noch ein ganz gravierender Unterschied zu Ein ganzes halbes Jahr“>Ein ganzes halbes Jahr ist mir immer wieder aufgefallen. Denn dort hat man immer mal wieder das Gefühl, als könnte Will wirklich überzeugt werden. Dagegen hat Christine wirklich die richtigen Motive, doch irgendwie steht sie sich selbst im Weg.

    Dieses Mal mochte ich auch Aherns Schreibstil wieder sehr gerne. Sie verliert sich nicht in jeder kleinsten Einzelheit, wie ich das von einigen ihrer anderen Liebesromane kannte. Unwichtiges wird einfach weggelassen und Ahern konzentriert sich auf das, was sie wirklich erzählen will. Dadurch findet man einen guten Einstieg in die Geschichte und wird nicht ständig von irgendetwas abgelenkt. Der Lesefluss wird nicht unterbrochen und man gleitet angenehm durch die Story.

    Etwas überstürzt war allerdings das Ende. Natürlich konnte man ahnen, wie das ganze Buch endet. Doch das eigentliche Finale war etwas knapp. Der Weg dorthin war genau ausführlich genug und dann bekommt man allerdings kein passendes Ende. Leider bleibt der letzte Eindruck aber halt haften…

    Nachdem die letzten Bücher von Cecelia Ahern mich nur mäßig begeistern konnten und ich schon befüchtet habe, dass sie das Schreiben vielleicht verlernt hat oder ich einfach nichts mehr mit ihren Bücher anfangen kann, trifft sie mit Die Liebe deines Lebens wieder in mein Leserherz. Der Schreibstil war endlich wieder etwas angezogen und die Charaktere waren mit einer solchen Tiefe ausgestaltet, dass man sie einfach mögen musste. Kann ich also wieder einmal empfehlen…


    © Nellys Leseecke - Lesen bedeutet durch fremde Hand träumen

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