NiWas avatar

NiWa

  • Mitglied seit 31.07.2013
  • 269 Freund*innen
  • 1.426 Bücher
  • 1.160 Rezensionen
  • 1.367 Bewertungen (Ø 3,9)

Rezensionen und Bewertungen

Filtern:
  • 5 Sterne295
  • 4 Sterne707
  • 3 Sterne309
  • 2 Sterne52
  • 1 Stern4
Sortieren:
Cover des Buches Der finstere Pfad (ISBN: 9783404185832)

Bewertung zu "Der finstere Pfad" von Jenny Blackhurst

NiWavor 4 Tagen
Cover des Buches Das Porzellanhaus (ISBN: 9783986760816)

Bewertung zu "Das Porzellanhaus" von Laura Purcell

NiWavor 10 Tagen
Kurzmeinung: Leicht schaurig, in dichter Atmosphäre mitten in der nasskalten Essenz des viktorianischen Zeitalters.
Dieser Thriller legt sich kalt und feucht auf die Haut

Dr. Pinecroft hat an die Schwindsucht fast alles verloren: die Kinder, die Frau und den guten Ruf. Geblieben ist ihm seine Tochter Louise und die selbst auferlegte Mission, ein Heilmittel für die heimtückische Krankheit zu finden. Dazu nimmt er sich leidender Häftlinge an und führt ein erbarmungswürdiges Experiment mit ihnen durch.
Vierzig Jahre danach ist Louise selbst ein Pflegefall. Großteils gelähmt und verstummt wird sie von der frisch eingetroffenen Hester Why gepflegt, die vor einem grausigen Geheimnis in London geflohen ist.

„Das Porzellanhaus“ von Laura Purcell ist ein weiterer viktorianischer Thriller, welcher sich kalt und feucht auf die Haut legt. Es wird richtig ungemütlich und die Schauerstimmung weht wie beißender Wind mitten ins Gesicht.

Obwohl ich überhaupt keine Cover-Käuferin bin, gestehe ich, dass mir Aufmachung des Romans unheimlich gut gefällt. Wäre nicht der herausgebende Verlag, welcher für großartige Thriller- und Gruselstimmung birgt, würde ich eine zartere Geschichte dahinter vermuten.

Autorin Laura Purcell hat ihr eigenes Genre geschaffen. Zumindest ist mir kein:e weitere:r Schriftsteller:In bekannt, welche:r sich mit viktorianischen Thriller einen Namen macht. Sollte es doch andere geben, bin ich mir relativ sicher, dass die Autorin die Königin ihrer Schauer-Epoche ist.

Für Hester Why geht die Reise jedenfalls nach Cornwall, wo sie die Zofe von der betagten Louise wird. Die Anstellung ist ihre einzige Chance, den Ereignissen in London zu entrinnen, wo sie unter richtigem Namen Furchtbares angerichtet hat.

In mitreißenden Rückblenden erfährt man die Hesters Geschichte, was sie beutelt, wovor sie sich fürchtet und wie es kommt, dass sie ein wahrlich zer- und gestörtes Wesen in sich trägt.

Doch in Cornwall kommt sie in kein galantes Herrenhaus, wie sie es von früher her kennt, sondern in ein bedenkliches Umfeld: Frostig kalt, feucht und bedrohlich, während ihre neue Herrin einsam, sprachlos und gelähmt im eisigen Porzellanzimmer vor sich hin sinniert.

Wie es dazu kam, dass Louise zu einer erbarmungswürdigen alten Frau geworden ist, wird durch einen zweiten Erzählstrang offenbart, der mindestens so schaurig wie die Gegenwart - vierzig Jahre später - ist.

Mit der Atmosphäre hat mich die Autorin wieder überzeugt. Die tristen Gestalten, die erbarmungswürdigen Frauen - egal ob man sich auf der einen oder anderen Erzählebene bewegt - verstören, stoßen ab und entwickeln eine schaurige Untermalung, dass man sich kaum von den Seiten löst.

Die Erzählungen um die Vergangenheit der beiden Frau fängt unschuldig an, obwohl von Beginn an eine Bedrohung spürbar ist:

Louise, die mit ihrem enttäuschten Vater nach Cornwall zieht, ihre Träume erstickt und als hochintelligentes junges Mädchen unerschrocken bei der Erforschung der Schwindsucht assistiert. Ähnlich verläuft es bei Hester, die sich voll überschwänglichem Enthusiasmus in ihre Stelle in London stürzt.

Man weiß, die Frauen werden gebrochen, die Ereignisse rütteln sie durch, und dennoch mag man sich kaum vorstellen, was geschehen muss, um so tiefgreifend ihre positiven Wesensarten zu verändern.

Neben enttäuschten Hoffnungen, garstigen Schicksalsschlägen und einer eisigen Geschichte, greift die Autorin interessante Aspekte des viktorianischen Zeitalters auf. Dazu zählt unter anderem die grausame Geschichte der Medizin, bzw. wie die Schwindsucht erforscht wurde, und ein spannendes Detail ist die Herstellung und Rolle von Porzellan, mit dem ich mich zuvor nie beschäftigte.

Der Abschluss war für mich überraschend, auf eine schürende Art brutal, und ich habe fassungslos das Buch beendet.

Ein Besuch in Laura Purcells Porzellanhaus ist für Leser und Leserinnen empfehlenswert, die es leicht schaurig mögen, dichte Atmosphäre lieben und sich in der nasskalten Essenz des viktorianischen Zeitalters verlieren möchten.

Cover des Buches Amazement Park (ISBN: 9783492706391)

Bewertung zu "Amazement Park" von Kiersten White

NiWavor 11 Tagen
Kurzmeinung: Alles in allem war die Zeit im „Amazement Park“ von Kiersten White reizvoll und anders, hat aber nicht meine Erwartungen erfüllt.
Originelle Idee, reizlos umgesetzt

Genug Geld für ein besseres Leben? Auf dieses Versprechen lässt sich Mack ein, als sie an einer Challenge in einem Vergnügungspark teilnimmt. Die Herausforderung: Sieben Tage lang im Park zu bleiben, ohne gefunden zu werden.

Bei „Amazement Park“ von Kiersten White habe ich der Inhaltsbeschreibung nach sofort an einen grenzgenialen Thriller gedacht und kam nicht umhin, mir das Buch zu schnappen. Ein maroder Freizeitpark, der für eine spannungende Reality-TV-Produktion als Kulisse dient? Unbedingt!

Erstmals hört sich die Handlung simpel an. Vierzehn Personen werden für eine Fernsehshow in einem verlassenen Vergnügungspark ausgesetzt und treten gegeneinander im Rahmen der Challenge an. Abends dürfen sie sich im dafür vorgesehenen Camp zusammenfinden, tagsüber haben sie sich versteckt zu halten, weil sie ansonsten Verlierer sind.

Protagonistin Mack ist Profi im Verstecken und malt sich längst ein besseres Leben mit all dem Geld aus. Sie checkt die anderen Teilnehmer:innen ab und schätzt ein, wer für sie bedrohlich werden könnte.

Die Ankunft im Challenge-Geschehen und den ersten Tag habe ich sehr genossen. Ich fand es aufregend, mich gemeinsam mit Mack schnellen Schrittes im Park umzusehen, um die ideale Unterkunft zu finden. Allein die Auswahl, wo es sinnvoll ist, sich tagsüber niederzulassen, war eine gedankliche Herausforderung. Denn wo würden die Sucher zuerst nachsehen und wo lässt es sich vergleichsweise gut den Tag überstehen?

Schon zu Beginn der Challenge verschwinden, die ersten Personen und danach wird rasch klar, dass mehr dahinter steckt, als ein neues Reality-TV-Format.

Das Setting hat die Autorin ausgezeichnet beschrieben und fachmäßig in Szene gesetzt. Der Freizeitpark ist verfallen, die Fahrgeschäfte sind marode und so dienen überwucherte Schießbuden und quietschende Karusselle als Versteck für die Teilnehmer:innen.

Die Teilnehmer:innen sind allesamt recht blass geblieben, weil es gar so viele sind. Bis auf Protagonistin Mack bleibt kaum jemand im Gedächtnis. Sie sind austauschbar und sehr oberflächlich geraten. Meiner Meinung nach wäre es eindrucksvoller gewesen, wenn weniger Personen am Spiel teilgenommen hätten. Denn so fiel es mir schwer, Anteil zu nehmen, mitzufiebern und mich der Bedrohung der Challenge zu stellen. Zwar versucht die Autorin, anhand von Gedanken und Gefühlen, eine Verbindung aufzubauen, dies hat für mich dennoch zu wenig funktioniert.

Die Handlung wartet mit einem überraschenden Verlauf auf, den ich - meinem Lesegeschmack entsprechend - als äußerst unpassend empfand. Schon mittendrin war ich richtig enttäuscht, weil mir anfangs die originelle Idee ausgezeichnet gefallen hat, aber das Konzept ins Konstruierte schwindet und sich in einer - meinem Empfinden nach - abgedroschenen Ecke zusammenrottet. Hier wäre mir ein typischer Thriller-Verlauf lieber gewesen, der sich mehr auf die verfallene Kulisse und den Challenge-Charakter als auf übernatürliche Elemente fokussiert.

Alles in allem war die Zeit im „Amazement Park“ von Kiersten White reizvoll und anders, hat aber nicht meine Erwartungen erfüllt. Zwar ist das marode Setting für den geneigten Thriller- und Horror-Leser einladend gestaltet, doch die Handlung hält eine überzogene Wendung und im negativen Sinne merkwürdige Hintergrundgeschichte bereit. Trotzdem lässt sich ein Abstecher in den verfallenen Freizeitpark wagen, wenn man neugierig geworden ist.

Cover des Buches The Hike: Nicht alle kommen zurück (ISBN: B0CYQ9SXKQ)

Bewertung zu "The Hike: Nicht alle kommen zurück" von Lucy Clarke

NiWavor 11 Tagen
Cover des Buches Das Jahr des Werwolfs (ISBN: B003FSY15Y)

Bewertung zu "Das Jahr des Werwolfs" von Stephen King

NiWavor 13 Tagen
Cover des Buches Tödliche Oase (ISBN: B0CVL471JL)

Bewertung zu "Tödliche Oase" von Emma Haughton

NiWavor 14 Tagen
Kurzmeinung: Für mich war „Tödliche Oase“ ein angenehmer Thriller für zwischendurch, der sich pläsierlich hören bzw. lesen lässt.
Ein Thriller für zwischendurch

Was letzte Nacht geschah, weiß Zoey nicht mehr. Mitten in der mexikanischen Wüste erwacht sie in einem unbekannten Haus mit fremden Menschen, statt in New York mit ihren Freunden zu sein. Es erweist sich als luxuriöses und abgelegenes Rehazentrum namens „Oase“, wo sich die Prominenz gegenseitige die Klinke in die Hand gibt.

„Tödliche Oase“ hat mich aufgrund der Autorin interessiert. Ich habe bereits „The Dark“ von Emma Haughton gelesen, ein Thriller, der statt in sengender Hitze in eisiger Kälte angesiedelt ist.

Der Roman beginnt aufregend. Protagonistin Zoey ist orientierungslos. Die Umgebung ist unwirtlich, das Reha-Zentrum beziehungsweise die Entzugsklinik liegt abgeschieden und die Protagonistin weiß nicht einmal, wie sie da hingekommen ist. Auf der Suche nach Antworten lernt sie die Oase-Mitarbeiter und die Kurgäste kennen. Sie erfährt, dass sie einer Gefängnisstrafe entgeht, wenn sie sich einem Entzug unterzieht. Merkwürdigerweise erinnert sie sich an nichts. Nicht einmal daran, was der Grund für eine Anklage gewesen ist.

Während sie gezwungenermaßen die wohlhabenden und exzentrischen Kurgäste kennenlernt, wird ihr nach und nach bewusst, dass sie tatsächlich in Schwierigkeiten steckt.

Am Anfang hat mir die Handlung ausgezeichnet gefallen. Die abgeschiedene Umgebung der Oase und Zoeys Grübeln, wie und warum sie dort gelandet ist, empfand ich als faszinierend und rätselhaft. Gemeinsam mit Zoey lernt man die Angebote des Zentrums kennen, macht mit den einzelnen Teammitgliedern Bekanntschaft, und merkt, dass wohlhabende Prominenz teilweise gewaltige Probleme hat.

Doch im Lauf der Geschichte verliert sich die Handlung - meinem Geschmack nach - zu sehr in Zoeys Erinnerungen und in der Auseinandersetzung mit ihr als Person. Zwar ist es eingangs packend, mehr über die Hintergründe der Protagonistin zu erfahren und gemeinsam mit ihr zu brüten, warum sie sich an die Nacht, die Straftat und die Anreise nicht erinnert, aber es brachte den Verlauf nicht voran.

Zoey empfand ich als unsympathisch und distanziert. Ihr Verhalten macht es schwer, eine Bindung zu ihr aufzubauen, was sich durch die Einblicke in ihre Vergangenheit und einige unerwartete Wendungen im letzten Viertel bessert. Denn hier durchläuft sie eine bemerkenswerte Veränderung, weil sie sich ihren Ängsten und Schwächen stellt.

Die Wüste als unwirtlicher Rahmen wird anschaulich dargestellt. Aufgrund von Hitze und Abgeschiedenheit ergeben sich zusätzliche Erschwernisse, die es zu überwinden gilt. Auf diese Weise heizen erbarmungslose Sonneneinstrahlung, Wassermangel und giftiges Getier den Handlungsverlauf an.

Mir gefiel weniger, dass die Figur Zoey beziehungsweise ihr Innenleben inklusive Vergangenheit weitestgehend der Mittelpunkt des Thrillers war. Selbstverständlich kommt es zu verstecktem Treiben und bedrohlichen Zwischenfällen im Reha-Zentrum, aber all dies fachte kaum die Spannung an und hat sich mir zu sehr im Sand verloren.

Dafür hat Emma Haughton ein wohliges Ende kreiert, das mich zum Lächeln brachte, weil ich es insgesamt absolut passend fand.

Für mich war „Tödliche Oase“ ein angenehmer Thriller für zwischendurch, der sich pläsierlich hören lässt und auf einer interessanten Grundidee basiert, die meiner Meinung nach recht realistisch ist, dem es aber an durchgängiger Spannung fehlt.

Cover des Buches Das Teufelslabyrinth (ISBN: 9783453435131)

Bewertung zu "Das Teufelslabyrinth" von John Saul

NiWavor 14 Tagen
Kurzmeinung: Ich bin etwas enttäuscht, weil ich den Namen John Saul mit solidem Horror verbinde.
Komplexe Handlung zu simpel gestrickt

Ein Internat in Boston, ein unterirdisches Labyrinth und ein Junge, der auf ein Geheimnis stößt.

„Das Teufelslabyrinth“ von John Saul ist ein Horror-Roman, welcher sich an exzellenten Elementen des Genres labt, aus diesen Zutaten aber nicht erschafft, was die Handlung verspricht.

Horror ist meine liebste Leserichtung. Besonders gern mag ich das subtile Grauen, diesen feinen Schauer, der unter die Haut kriecht und langsam den ganzen Körper erfasst. Deshalb wurde es für mich Zeit, endlich einmal ein Buch von Horror-Meister John Saul zu lesen. Leider war unsere erste Begegnung ernüchternd, auch wenn ich sicherlich ein weiteres Werk des Autors probiere.

Die Geschichte ist komplex aufgebaut und dies wird durch mehrere Handlungsstränge bedient. In all den Namen musste ich erst einmal die Orientierung bekommen, weil es eingangs gar nicht einfach war, den roten Faden zu finden. Unter diesem Haufen an Perspektiven, einschüchternden Details und mysteriösen Anspielungen entblößte sich eine simple Handlung, die mehr enttäuscht als gegruselt hat.

Im Mittelpunkt steht Ryan, der nach einem Zwischenfall an der Schule in ein katholisches Internat in Boston kommt. Dort begibt er sich auf die Spur eines ungeheuerlichen Geheimnisses, welches mit den unterirdischen Gängen des Schulgebäudes zusammenhängt.

Ja, ich weiß, das klingt richtig gut. Leider hat es arg an Atmosphäre und Stimmung gefehlt. John Saul schreibt nüchtern und knallhart seine Story runter. Im Erzählstil gibt es weder Finessen noch Raum für Stimmung oder Atmosphäre. Dabei wäre das Setting so vielversprechend gewesen! Jungs und Mädchen in einer alten Schule, welche von unterirdischen Gängen durchzogen ist.

Es wird weder der Schulalltag oder das Entstehen der mysteriösen Bedrohung, demzufolge des Horrors, einnehmend beschrieben. Saul klappert die wichtigsten Stationen ab, haut eine Wendung rein und kommt zu einem glatten Ende, mit dem er sich eindeutig keine Mühe macht.

Zentrales Horror-Element ist der römisch-katholische Glaube beziehungsweise das absolute Gegenstück davon. Besonders diese Richtung liegt mir normalerweise sehr. Allerdings hat Saul gefühllos herum geschliffen, sodass sich am Ende ein plausibler Roman ohne liebevolle Details ergibt.

An manchen Stellen sah ich einen anderen Saul durchblitzen. Zum Beispiel als ein Jugendlicher durchdreht und alle Beteiligten vor einem Fiasko stehen, oder, als sich ein Schulmädchen gegen eine unfaire Bestrafung wehrt. Bei diesen Passagen zeigte mir Saul, dass er Emotionen weckt, dass er Stimmung vermittelt und dass er ein guter Autor ist.

Die Handlung an sich ist künstlich aufgebauscht, komplex durchdacht und zu simpel gestrickt. Aus dem Plot wäre mehr rauszuholen gewesen. Für mich hat es an Liebe zum Detail und Schattierungen gefehlt. Ich hatte das Gefühl, dass der Autor keine Lust hatte, den guten Rahmen mit aufwendigen Verschnörkelungen zu verzieren.

Unterm Strich bin ich enttäuscht, weil ich den Namen John Saul mit solidem Horror verbinde. Dennoch lässt sich der Roman recht flott lesen, ist insgesamt interessant und für zwischendurch okay, wenn man das Geheimnis unbedingt lüften will.

Cover des Buches Die flüsternde Muse (ISBN: 9783986761080)

Bewertung zu "Die flüsternde Muse" von Laura Purcell

NiWavor 14 Tagen
Cover des Buches Cash Plays (ISBN: 9783948457846)

Bewertung zu "Cash Plays" von Cordelia Kingsbridge

NiWavor 18 Tagen
Kurzmeinung: Die Poker-Karten flattern!
Cash Plays

Herzlich willkommen in Las Vegas, wo der Pik-Sieben-Killer blutrünstiger denn je mordet. Detective Levi Abrams wird ins Zentrum des Interesses des ominösen Mörders gedrängt, während das organisierte Verbrechen in Bandenkriegen und Chaos versinkt.

„Cash Plays“ ist der dritte Band um die Pik-Sieben-Morde in der Stadt der Sünde. Glimmernd wie der Schauplatz spannt Cordelia Kingsbridge einen großartigen Bogen, der von scharfen Wendungen und Überraschungen durchzogen ist.

Im Mittelpunkt der Reihe stehen, neben dem Killer, der polizeiliche Ermittler Levi Abrams und der Privatermittler Dominic Russo, die im Lauf des zweiten Teils zum Paar geworden sind. Meiner Meinung nach verknüpft die Autorin den kriminalistischen Handlungsstrang und den homoerotischen Liebesroman auf genialste Weise, sodass es weder kitschig noch überladen, sondern einfach harmonisch und fesselnd wirkt.

Die Pik Sieben treibt weiterhin ihr perfides Spiel und zeigt allen, dass sie eindeutig überlegen ist. Für mich ist es mittlerweile besonders spannend, zu rätseln, wer hinter den Pik-Sieben-Morden steckt. Trotz zahlreicher Vermutungen, komme ich - genau wie die Polizei nebst Profiler - nicht dahinter, wer der Täter sein könnte.

Kingsbridge streut Wendungen, Details und Überraschungen ein, dass der Fall kapitelweise eine neue Perspektive erhält. Dabei beherrscht sie die Kunst, die Spannung aufrecht zu erhalten und dass die Handlung in sich logisch bleibt.

Der Pik-Sieben-Fall ist mit der Beziehung von Levi und Dominic stark verknüpft. Einerseits war es der Rahmen, indem sie sich näher kamen, andrerseits hat der Mörder das Paar eindeutig im Blick und mischt sich sogar in die Beziehung ein. Auch hier meistert die Autorin bravourös die Verbindung und hat mich zum Ende hin sogar umgehauen, dass mir die Luft weggeblieben ist.

Für mich handelt es sich um eine großartig ausbalancierte Handlung, die auf allen Ebenen in Perfektion ineinandergreift. Selten hatte ich mit einer Reihe zu tun, die in sich konsistent ist und in allen Strängen ausgereift auf mich wirkt.

Etwas störend empfinde ich die „Überqueerung“ der Figuren. Meiner Meinung nach beherrscht es die Autorin vorbildlich, die Sexualität der verschiedenen Charaktere in die Handlung einfließen zu lassen, ohne sie unnötig ins Zentrum zu rücken. Dennoch nimmt die Häufigkeit für mich etwas überhand, weil gefühlt jede tragende Person nicht der heterosexuellen Normvorstellung entspricht. Meinem Empfinden nach hat Kingsbridge versucht, in jede Ecke eine queere Orientierung zu quetschen, was auf mich letztlich überzogen wirkt. Unterm Strich gefällt mir aber, dass verschiedenste Menschen und Facetten einbezogen werden und somit ein schimmerndes Repertoire genau wie der Schauplatz entsteht.

Denn vom Setting Las Vegas bekomme ich kaum genug. Mich hat es gefreut, dass in diesem Band Spielsäle besucht werden und die Poker-Karten flattern, während das organisierte Verbrechen im Chaos versinkt.

"Dann sollen wir einfach akzeptieren, dass Monster frei herumlaufen und wir sie nicht stoppen können?" (S. 214, eBook)

Für mich steht außer Frage, dass ich die Pik Sieben wieder jage und ein weiteres Mal die Seiten rascheln und die Spielautomaten klimpern lasse.


Die Pik-Sieben-Morde:
1) Kill Game
2) Trick Roller
3) Cash Plays
4) One-Eyed Royals
5) A Chip and a Chair

Cover des Buches Sunset (ISBN: 9783453434677)

Bewertung zu "Sunset" von Stephen King

NiWavor 18 Tagen
Kurzmeinung: Es ist für jeden Horror-Geschmack etwas dabei.
Kingsches Sammelsurium

„Sunset“ kündigt trotz sommerlicher Aufmachung Gänsehaut an: Stephen King greift in seine Horrorkiste und präsentiert fünfzehn Kurzgeschichten, die zum Fürchten einladen.

Wie üblich ist es schwierig, eine Rezension zu einer Anthologie zu schreiben. Verschiedene Geschichten sorgen für unterschiedliche Eindrücke und ich starte den Versuch, mein Leseempfinden überblicksmäßig in Worte zu fassen.

In „Willa“ warten Passagiere auf einen Zug, weil es einen Unfall gegeben hat. Nun ist David seine Verlobte abhandengekommen und er macht sich auf die Suche nach ihr.

„Das Pfefferkuchen-Mädchen“ läuft mit wehenden Armen in ihr Verderben, als sie sich nach einem Schicksalsschlag ganz dem Laufsport hingibt.

„Harveys Traum“ entpuppt sich als Albtraum, den niemand erleben möchte.

„Der Rastplatz“ ist ein gefährlicher Ort, noch dazu, wenn man sich mit einem Universitätsprofessor anlegt.

Die negativen Seiten des Sports werden in „Der Hometrainer“ beschrieben. Denn unter Umständen ist es dem eigenen Körper gar nicht so recht, dass man derart auf die Fitness achtet.

„Hinterlassenschaften“ konfrontiert Protagonist Scott Staley mit den Ereignissen des 11. Septembers als er nicht an seinem Arbeitsplatz im 110. Stock des World Trade Centers erschien.

Mit „N.“ nimmt sich ein empathischer Arzt zu sehr seines Patienten an, was ihn selbst ein Unglück beschert.

In „Die Höllenkatze“ beschreibt Stephen King schwarz auf weiß, was für jeden Katzenbesitzer Alltag ist.

„Die New York Times zum Vorzugspreis“ sorgt für Gruselstimmung, als Annie von ihrem verstorbenen Ehemann angerufen wird.

Während Arnie in „Stumm“ seine Sünden beichtet, obwohl niemand weiß, ob er überhaupt Schuld an der Misere trägt.

Hingegen bringt „Ayana“ ein Wunder in ein Krankenzimmer, welches sich von da an weiter ausbreitet.

Zum Abschluss steckt einer so richtig „In der Klemme“, was im wahrsten Sinne des Wortes beschissen ist.

Als meisterhaft empfand ich „In der Klemme“, weil es gar so minutiös und grausig beschrieben ist. Ich enthalte mich bewusst weiteren Details, denn dieses Schmankerl des Horrors sollte zweifellos selbst gustiert werden. Dafür braucht es unbedingt einen starken Magen und ich bewundere King für seine Vorstellungskraft.

Tiefgründig und schockierend waren die „Hinterlassenschaften“, welche Scott mit dem 11. September verbindet. Meiner Meinung nach hat der Autor mit seiner Geschichte Hinterbliebene geehrt, sowie die Tatsache, dass dieser Tag die ganze Welt in Atem hielt und das Grauen bis heute unvergessen bleibt.

„Die New York Times zum Vorzugspreis“ hat mich gleichfalls berührt, wobei ich für Kings Geschichten über Eheleute ohnehin empfänglich bin. Mich trifft er damit jedes Mal mitten ins Herz, weil er zeigt, dass Liebe und Verbundenheit etwas Besonderes sind.

Insgesamt empfand ich „Sunset“ als Sammlung etwas mager, weil mich nur drei von fünfzehn Geschichten überzeugt haben. Obwohl ich Stephen King äußerst schätze und seine Werke verschlinge, hat mir diese Auswahl weniger gefallen. Meinem Gefühl nach waren die meisten Eindrücke zu kurz, der Einstieg in die Episoden zog sich, während die Pointen zu schnell gekommen sind und die jeweilige Geschichte ein abrupt abgehandeltes Ende fand.

Meiner Meinung nach ist in „Sunset“ zwar für jeden Horror-Geschmack etwas dabei, aber seine Glanzstücke hat Stephen King eher für andere Sammlungen aufbewahrt.

Über mich

Enttäuscht vom neuen LB-Profil.

Lieblingsgenres

Jugendbücher, Liebesromane, Krimis und Thriller, Historische Romane, Science-Fiction, Sachbücher, Literatur, Unterhaltung

Mitgliedschaft

Freund*innen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks