PMelittaM

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    Cover des Buches Broken - Sechs Geschichten (ISBN: 9783959674898)

    Bewertung zu "Broken - Sechs Geschichten" von Don Winslow

    Broken - Sechs Geschichten
    PMelittaMvor 6 Tagen
    Kurzmeinung: Sechs sehr unterschiedliche Geschichten, die alle gut unterhalten und Lust auf mehr machen
    Eine große Bandbreite an Geschichten des Genres

    Ein blutiger Rachefeldzug, ein Gentleman-Gangster, der seinen letzten Coup vor dem Ruhestand plant, ein Affe mit einem Revolver, ein Kautionsflüchtling, eine hawaiianische Insel, die für Drogenhändler interessant ist, und ein texanischer Grenzpolizist, der nicht mehr mit ansehen will, wie Kinder von ihren Eltern getrennt werden – sechs Geschichten, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten erwarten den Leser in dieser Anthologie.

    Die Sammlung startet mit der Titelgeschichte, die sehr blutig und mit expliziten Gewaltszenen daher kommt, und ganz sicher nichts für zarte Gemüter ist. Doch schon die nächste und auch die beiden Geschichten danach, sind deutlich weniger blutig, dafür humorvoll, und zwar jede auf ihre eigene Art. Lou Lubesnick, Cop beim Raubdezernat, tritt in allen drei Geschichten auf, allerdings nur in der ersten davon, „Crime 101“, als Protagonist. Besonders gut hat mir Geschichte Nummer 3 gefallen „The San Diego Zoo“, wo sich die Frage stellt, wie der Affe an den Revolver gekommen ist. Officer Chris Shea hat darin einen unrühmlichen Youtube-Auftritt, am Ende ist er jedoch ein Gewinner.

    Geschichte Nummer 4 und 5 befassen sich auf unterschiedliche Weise mit dem Surfen. Zuerst lässt der ehemaliger Suftstar Terry seine Kaution verfallen, was Duke Kasmajian, der die Kaution gestellt hat, gar nicht gefällt, er setzt ein interessantes Team auf Terry an. Danach geht es nach Hawaii nicht nur in die dortige Surfer- sondern auch in die Drogenhändlerszene. Hier ist von Humor kaum noch etwas zu spüren, dafür muss man um Charaktere bangen, die einem ans Herz gewachsen sind. Am meisten mitgenommen hat mich die Abschlussgeschichte, die politisch wird und einen Protagonisten bietet, den man schnell ins Herz schließt. Alle sechs Geschichten sind actionreich, spannend und lassen sich gut lesen. Don Winslow zeigt seine große Bandbreite und macht Lust darauf, seine Romane zu lesen. Bisher kenne ich nur einen davon, aber das wird nicht der letzte gewesen sein.

    Diese Anthologie ist eine gute Gelegenheit den Autor Don Winslow kennenzulernen. Die Geschichten sind sehr vielfältig, unterhalten gut und machen große Lust darauf, weitere Werke des Autors zu lesen. Ich vergebe verdiente volle Punktzahl und eine Leseempfehlung für Genrefans.

    Kommentare: 9
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    Cover des Buches KRYPTOPARK: Thriller (ISBN: B0839JJ6VR)

    Bewertung zu "KRYPTOPARK: Thriller" von Alex Wagner

    KRYPTOPARK: Thriller
    PMelittaMvor 9 Tagen
    Kurzmeinung: Unsympathische Charaktere und enttäuschende Entwicklung der Handlung - schade!
    Hat meine Erwartungen nicht erfüllen können

    Dr. Fedora Arnwolf forscht im Bereich unerklärlicher Phänomene und kann nicht ablehnen, als sie eine Einladung in einen ganz besonderen Park erhält. In diesem sollen Kryptiden leben, legendäre Wesen, deren Existenz (noch) nicht abschließend nachgewiesen wurde.

    Schon das Hotel des Parks ist spektakulär, doch die erste Führung droht schnell außer Kontrolle zu geraten.

    Die Idee eines solchen Parks, ähnlich dem Jurrasic Parc, zwar anders, jedoch nicht weniger spektakulär, fasziniert mich immer wieder. Riesenkraken, Nessie oder ein Bigfoot – Wesen, die mancher gesehen haben will, für die es aber keine wissenschaftlichen Beweise gibt, in einem Park versammelt, das hat etwas. Auch hier sind nicht alle Wesen freundlich, sondern oft brandgefährlich, dennoch: Wer würde so einen Park nicht gerne besuchen. Immerhin ist dieser Gedanke sogar im Bereich des Mögliche, hin und wieder wird ja tatsächlich einmal ein bis dahin legendäres Tier gefunden, z. B. der Quastenflosser.

    Ich war sehr neugierig auf den neuen Roman Alex Wagners, der Start ist auch okay, wobei ich es schade finde, dass ich der Protagonistin nicht nahe kam, obwohl sie selbst in Ich-Form erzählt. Ihr Beruf ist interessant, sehr schnell wird ihre Angststörung erwähnt – sie hat im Grunde vor allem Angst – wobei diese im späteren Verlauf zu verpuffen scheint, so ganz also nicht nachzuvollziehen ist, warum sie überhaupt erwähnt wird – schon hier beginnt es wenig nachvollziehbar zu sein. Alle anderen Charaktere werden als mehr oder weniger unsympathisch beschrieben, sogar Morgana, die noch ein Kind ist, mitzittern konnte ich kaum. Möglche Spannung ist daher bei mir eher verpufft.

    Schade finde ich auch, dass letztlich nur sehr wenige Kryptiden vorgestellt werden, ein bisschen mehr habe ich mir da schon erwartet. Die Richtung, in die die Geschichte läuft, behagt mir nicht besonders, Fedora rennt etwa die Hälfte der Geschichte hinter Morgana her (ungeachtet ihrer Ängste), die Auflösung war mir zum Teil direkt klar, der andere Teil erscheint mir sehr abwegig und gefällt mir leider gar nicht.

    So habe ich spätestens ab der Hälfte mit dem Kopfschütteln begonnen Die Idee gefällt mir gut, die Ausführung in großen Teilen leider nicht – die Faszination und Spannung der Buchvorlage von Jurrasic Parc, die mich die Nacht durchlesen ließ, wird nicht annähernd erreicht. Ich hatte nicht dasselbe erwartet, aber doch etwas das mich gut unterhält und das Buch zufrieden beenden lässt. Der Roman ist offensichtlich der Auftakt einer neuen Reihe – die ich dennoch weiterverfolgen möchte, immerhin hat mich die Autorin schon oft überzeugt. Paranormales ist interessant und vielleicht wird mir Fedora ja noch sympathischer. Diesen Roman kann ich aber nicht wirklich empfehlen und vergebe leider nur 2 Sterne.

    Kommentare: 7
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    Cover des Buches Väter und Söhne: Kriminalroman (ISBN: B088J2V4MF)

    Bewertung zu "Väter und Söhne: Kriminalroman" von Konrad Krumbachner

    Väter und Söhne: Kriminalroman
    PMelittaMvor 10 Tagen
    Kurzmeinung: Ich finde es spannend, dass es eine ganze Reihe gibt, die die deutsche Geschichte ab 1945 mit Kriminalfällen verquickt - dies ist Band 10.
    Gelungene Verquickung von Historie und Kriminalfall

    München 1968: Franz Geissler wird erschossen in seiner Wohnung aufgefunden, Selbstmord wird schnell ausgeschlossen, ein Motiv für einen Mord hätten viele gehabt.

    1968 war ein turbulentes Jahr für (West)Deutschland, und auch das nimmt der Autor in seinen Roman auf – man kann es am Titel vielleicht schon erahnen. Die Vätergeneration war im zweiten Weltkrieg, vielleicht sogar in der NSDAP aktiv, die Söhne wollen mehr darüber wissen, und stellen sich auf die politisch gegensätzliche Seite, demonstrieren, revoltieren, stellen sich auch gegen die Regierung und das System. Dieses Problem hatten nicht nur der Tote und sein Sohn, sondern hat auch Kriminalhauptkommissar Simon Trepper, der in dem Fall ermittelt und sein Sohn Felix.

    So erhält der Kriminalroman neben der Mordermittlung eine zweite Ebene, die genauso interessant ist. Dies scheint sich zudem durch die ganze Reihe um Simon Trepper zu ziehen, dessen zehnter Band dieser Fall ist. Sie beginnt 1945 und soll mit der Wiedervereinigung enden. Deutsche Geschichte verquickt mit spannenden Kriminalfällen – das hat etwas und scheint mir auch sehr gelungen.

    Beide Ebenen sind gut nachvollziehbar, der Fall erhält eine plausible Auflösung, die Ermittlungen, insbesondere die Verhöre, sind gut dargestellt. Am Ende sind alle roten Fäden verknüpft. Auch die Charaktere sind interessant, neben Simon Trepper gefällt mir einer der Verdächtigen gut, der wohl auch in anderen Bänden der Reihe Auftritte hat.

    Mich hat der Roman sehr angenehm überrascht, er lässt sich gut lesen, die gelegentlichen bayrischen Einsprengsel tragen zur Authentizität bei und stören nicht. Bei Kleinigkeiten hätte ich mir eine bessere Recherche gewünscht („Heidi“ wird als Märchen dargestellt), insgesamt ist die Recherche aber gelungen, manches regt zudem zum Selbstrecherchieren an (Notstandsgesetze). Auf spannende Weise erfährt der Leser etwas über die Vergangenheit (nicht nur) Deutschlands.

    Ich fühlte mich gut unterhalten und kann den Roman empfehlen, vor allem jenen, die einem kleinen Eindruck in jene Zeit nicht abgeneigt sind, und gleichzeitig einen interessanten Kriminalfall lesen möchten. Ich bin nun neugierig auf die weiteren Bände, der erste ist bereits gekauft. 4 Sterne mit Tendenz nach oben.

    Kommentare: 4
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    Cover des Buches Ein Mordsgeschenk für Agathe (ISBN: 9783458364825)

    Bewertung zu "Ein Mordsgeschenk für Agathe" von Hanna Reet

    Ein Mordsgeschenk für Agathe
    PMelittaMvor 11 Tagen
    Kurzmeinung: Für zwischendurch sicher nett, mir aber doch etwas zu anspruchslos und nicht so witzig wie erhofft
    Leichter, aber mir zu anspruchsloser Sommerroman

    Die rätselaffine Agathe erhält zu ihrem 90. Geburtstag von ihrer Familie ein besonderes Geschenk: Ein Verbrechen. Agathe weiß von nichts, als die Familie mit ihr auf eine kleine Ostseeinsel fährt, und natürlich ist der Fall fingiert, doch schnell fängt das Ganze an, chaotisch zu werden und Familie Christiansen kommt tüchtig ins Schwitzen.

    Eigentlich sind die Christiansens eine ganz normale Familie: Agathes zwei Söhne mit Frauen, Kindern und Schwiegerkinder und Agathas Urenkeln. Tatsächlich hat aber fast jeder der Erwachsenen seine kleinen Geheimnisse, die nach und nach ans Licht kommen.

    Ich war sehr gespannt, darauf, was genau die Familie sich hat einfallen lassen und wie Agathe darauf reagieren wird. Zunächst war das auch ganz witzig zu lesen, in der zweiten Hälfte hat sich die Geschichte aber leider etwas tot gelaufen. Ich denke für einen Roman, auch in dieser Kürze, war einfach zu wenig Stoff vorhanden, als Kurzgeschichte hätte das Ganze mehr überzeugt. So wurden die Handlungen immer abstruser, die Familie reagierte teilweise nicht nachvollziehbar, der Witz ging verloren, Spannung war von Anfang an sowieso wenig gegeben. Das Ende ist okay, für versierte Leser aber keine Überraschung. Die Geschichte ist nett zu lesen, viel mehr aber auch nicht. Schade, um die ansonsten gute Idee.

    Auch die Charaktere geben nicht das her, was ich erwartet hatte, vor allem Agathe konnte mein Herz nicht erobern, hier hätte ich mir mehr Skurrilität erhofft. Am liebsten war mir Frank, der schwule Enkel, der immer wieder abgeordnet wurde, um auf Agathe aufzupassen. Alle anderen Charaktere bleiben eher blass.

    Mir hat die Familie am Ende ein bisschen leid getan, immerhin hatte sie eine eigentlich schöne Idee. Insgesamt geht es dem Roman ähnlich wie der Idee, er hält leider nicht, was er verspricht. Für mich ist er zu anspruchslos und hätte witziger sein können. Der Beginn ist vielversprechend, jedoch hat sich die Geschichte immer mehr tot gelaufen. Gekürzt als Kurzgeschichte hätte sie wahrscheinlich besser funktioniert. Wer einen leichten Sommerroman für zwischendurch sucht, könnte vielleicht Gefallen an der Geschichte finden – ich vergebe knappe 3 Sterne.

    Kommentare: 5
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    Cover des Buches Die Fowl-Zwillinge und der geheimnisvolle Jäger (ISBN: 9783471360088)

    Bewertung zu "Die Fowl-Zwillinge und der geheimnisvolle Jäger" von Eoin Colfer

    Die Fowl-Zwillinge und der geheimnisvolle Jäger
    PMelittaMvor 13 Tagen
    Kurzmeinung: Seine jüngeren Brüder stehen Artemis in nichts nach - ich habe mich köstlich amüsiert
    Herrlich!

    Die elfjährigen Zwillinge Myles und Beckett Fowl sind alleine zu Hause, beaufsichtigt von der KI NANNI, als der langlebige Aristokrat Teddy Bleedham-Drye sich für etwas auf dem Grundstück der Familie interessiert, etwas, das ihm ewiges Leben bescheren könnte. Zur gleichen Zeit befindet sich auch Specialist Lazuli Heitz von der Zentralen Untergrund-Polizei in der Nähe und wird in die Geschehnisse verwickelt. Ein actionreiches und irrwitziges Abenteuer nimmt seinen Lauf.

    Fowl, der Name kommt sicher dem einen oder anderen bekannt vor, und ja, die Zwillinge sind die jüngeren Brüder Artemis Fowls, dem der Autor bereits eine Buchreihe gewidmet hat. Artemis ist zur Zeit im All unterwegs, kann sich also nicht in die Geschichte einmischen, und die Zwillinge sind, zusammen mit Nanni, dem Troll Wistleblower und Lazuli auf sich alleine gestellt, während sie es nicht nur mit Bleedham-Drye sondern auch einer (im wahrsten Sinne des Wortes) schlagfertigen Nonne zu tun bekommen.

    Wer die Artemis Fowl-Reihe kennt, weiß schon, was auf ihn zukommt und wird sich köstlich amüsieren. Ich jedenfalls tat es, und zwar von Anfang an. Alleine die Einführung der Charaktere ist bereits ein Highlight, aber auch dabei zu sein, wie die Kinder von einer schier ausweglosen Situation in die nächste geraten – Eoin Colfer erzählt gewohnt humorvoll.

    Die Zwillinge sind zudem ideale Partner. Während Myles hochintelligent ist, offenbar sogar noch klüger als Artemis je war, ist Beckett ein fröhlicher Junge, der vor allem sportlich Höchstleistungen präsentiert, aber auch noch andere hilfreiche Fähigkeiten hat. Lazuli muss zuerst damit klarkommen, dass Oberirdische sie gesehen haben, und sich danach an die unkonventionellen Methoden der Fowls gewöhnen. Und Whistleblower? Der ist halt ein Troll, wenn auch ein kleiner.

    Auch die Bösen spielen ihre Rollen gut. Der einhundertfünfzigjährige Aristokrat ist ein würdiger Antagonist. Um so alt zu werden, hat er vieles getan, das meiste davon illegal und um jeden Preis. Nun stehen ihm die Jungs im Weg, aber leicht wird er es nicht mit ihnen haben. Dazu kommt noch Schwester Jerónima, die, obwohl Nonne, doch eher den weniger Guten zuzurechnen ist. Wirklich nonnenhaft benimmt sie sich nicht.

    Das Ende lässt auf eine Reihe mit den Zwillingen hoffen – ich würde mich sehr freuen.

    Die Geschichte ist actionreich, manchmal fast slapstickartig erzählt, aber den Humor muss man schon mögen. Ich habe viel geschmunzelt und fand es auch richtig spannend. Auch wenn der Roman sich wohl eher an Jugendliche wendet, wie schon die Artemis-Fowl-Romane, können auch Erwachsene sehr gut unterhalten werden.

    Kommentare: 6
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    Cover des Buches Zornesbrand (ISBN: 9783948194000)

    Bewertung zu "Zornesbrand" von Saskia Berwein

    Zornesbrand
    PMelittaMvor 13 Tagen
    Kurzmeinung: Die Autorin erzählt sehr packend und athmosphärisch und lässt mich emotional dabei sein. Hoffentlich gibt es noch viele weitere Bände!
    Fünfter Band einer der für mich besten Krimireihen

    Kristina hat es endlich geschafft, sich von Henning zu trennen, heimlich hat sie die Wohnung gewechselt, und hofft, dass er sie nicht finden kann, dass sie seinen Psychospielen, seinem Kontrollwahn, seiner Brutalität entkommen ist.

    Jennifer Leitner erlebt eine persönliche Niederlage vor Gericht, die möglicherweise noch ernstere Konsequenzen für sie haben wird. Ihre Beziehung zu Staatsanwalt Oliver Grohmann wird dadurch auch nicht leichter. Und der neue Fall eines Serienvergewaltigers, der schnell eskaliert, ist nicht nur besonders grausam, sondern weckt unschöne Erinnerungen.

    Nun hat es doch ein Jahr gedauert, bis ich endlich dazu kam, diesen Roman zu lesen, auf den ich so lange warten musste, nachdem der ursprüngliche Verlag sich von seinen Krimireihen getrennt hatte. Doch die Autorin wusste sich zu helfen, und so ist 2019 endlich Band 5 der Reihe erschienen.

    Saskia Berweins Reihe hatte mich vom ersten Band an fasziniert, für mich ist sie eine der besten Reihen des Genres, und so bin ich sehr froh, dass sie weitergeht. Inhaltlich knüpft Band 5 direkt an den Vorgängerband an, und schnell ist die Erinnerung wieder da. Ich kann hier schon sagen, dass mich auch dieser Roman wieder überzeugt hat und ich darauf hoffe, noch viele weitere lesen zu können.

    Die Autorin hat ein Händchen dafür, den Leser schnell in ihre Geschichte zu ziehen und ihn emotional an ihre Charaktere zu binden. So leidet man mit Kristina mit und hofft, dass sie ihrem Peiniger endlich entkommt. Freude kam bei mir auf, dass eine ihrer Nachbarinnen Charlie ist, die man bereits in Band 1 kennen lernen konnte, und die meine heimliche Favoritin der Reihe ist. Sie hat hier eine kleine, aber wichtige Rolle. Auf Jennifer reagiere ich immer etwas ambivalent. Einerseits mag ich sie, andererseits ist sie kein einfacher Charakter, und man möchte sie hin und wieder schütteln, wenn sie Dinge tut oder sagt, die man nicht ganz nachvollziehen kann. Dafür hat Oliver schnell wieder meine ganze Sympathie. Überrascht hat mich Jennifers Partner Frank. Alle Charaktere sind gut gezeichnete Typen, die authentisch wirken.

    Die Geschichte ist spannend und auch hier ist man schnell emotional beteiligt, auch weil man manche Opfer vorab näher kennen lernt. Manche Szenen sind recht explizit, und daher nicht unbedingt für zarte Gemüter geeignet, aber bis ins letzte Detail geht die Autorin nicht. Insgesamt legt sie auch viel Wert auf die emotionale und psychologische Seite – auch der Täter kommt zu Wort. Außerdem erzählt die Autorin sehr stimmungsvoll, z. B. das erste Kapitel oder die Szenen, als jemand nachts allein im Park unterwegs ist, nehmen einen sofort gefangen – der Roman ist insgesamt sehr atmosphärisch.

    Am Ende ist der Fall – mit einem Paukenschlag – aufgeklärt, und dennoch will man unbedingt weiterlesen, denn das Private nimmt ebenfalls einen großen Teil ein, ich mag das. Die Aufklärung ist überraschend, aber nachvollziehbar, und hat meine Gedanken auch noch im Griff. Mir hat sie einen Moment die Luft genommen, und ich finde sie großartig.

    Ich bin glücklich, dass die Autorin einen Weg gefunden hat, Band 5 zu verwirklichen und hoffe auf viele weitere Fälle für Leitner und Grohmann. Auch dieser Band hat mich wieder vollkommen überzeugt und mir spannende Lesestunden bereitet. Daher gibt es natürlich eine absolute Leseempfehlung und volle Punktzahl.

    Kommentare: 5
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    Cover des Buches Vorsehung (ISBN: 9783864025624)

    Bewertung zu "Vorsehung" von Timo Kümmel

    Vorsehung
    PMelittaMvor 20 Tagen
    Kurzmeinung: Timo Kümmel ist ein Meister seines Fachs
    Ein besonderer Bildband

    In diesem Bildband hat Timo Kümmel einige seiner Werke veröffentlicht und erzählt zudem über sein Talent und seine Berufung.

    Timo Kümmel ist mir vor Jahren erstmals aufgefallen, weil er eine schön gestaltete Karte zu einem meiner Lieblingsbücher gezeichnet hat. Danach fiel er mir immer öfter auf, weitere Karten gesellten sich dazu, aber auch eine ganze Reihe Cover, die ich allesamt sehr gelungen finde. Im größeren Format des Bildbandes kommen sie übrigens noch deutlich besser zur Geltung. Ich jedenfalls konnte mich kaum satt sehen, gerade auch wegen ihrer Vielfalt.

    Auch die Ausführungen des Künstlers zu seinem Werdegang haben mir gut gefallen, Timo Kümmel wird hier durchaus persönlich und so kommt man ihm etwas näher.

    Der Bildband hat mir sehr gut gefallen, wird sicher noch öfter angesehen werden, und erhält einen Ehrenplatz in meinem Regal. Lust auf die Werke, die hinter seinen Zeichnungen und Grafiken stehen, bekommt man zudem (wenn man sie nicht sowieso schon besitzt) und natürlich hoffe ich auf viele weitere Werke dieses talentierten Künstlers. Ich empfehle Timo Kümmels „Vorsehung“ daher unbedingt weiter!

    Kommentare: 4
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    Cover des Buches Das Reich der Grasländer 1 (ISBN: 9783608949544)

    Bewertung zu "Das Reich der Grasländer 1" von Tad Williams

    Das Reich der Grasländer 1
    PMelittaMvor 20 Tagen
    Kurzmeinung: Episch und komplex - am besten die Reihe von Anfang an lesen
    Fesselnd

    „Die Starken haben es nicht nötig, die Schwachen zum Schweigen zu bringen, sie beweisen sonst nur, dass sie die wahrhaft Schwachen sind“ (S. 56)


    Prinz Morgan hat sich im Altherzwald verirrt, Graf Eolair wurde gefangengenommen, Tzoja ist geflohen und Miriamel zu einer Hochzeit gereist. Derweil scheinen die Nornen immer aktiver zu werden.

    Wie mittlerweile in der Fantasy immer gebräuchlicher (s. z. B. Martin und Rothfuss) werden auch in dieser Reihe die Originalbände im Deutschen zweigeteilt, d. h., dies ist der erste Teil des zweiten Bandes der neuen Reihe.

    Tad Williams schreibt sehr komplex, man muss schon ein bisschen aufmerksam lesen und sollte möglichst entweder größere Erfahrung mit Fantasyepen haben oder, noch besser, die Vorgängerbände kennen. Erzählt wird aus mehreren Perspektiven, so dass die meisten Fraktionen abgedeckt werden. Alle Perspektiven sind sehr interessant und spannend zu lesen. Da dies ein erster Teil ist, sollte man aber nicht erwarten, dass am Ende viel aufgelöst wird. Zudem knüpft es direkt am Vorgängerband an, die Bände dieser Reihe gehen ineinanderüber, und erst am Ende wird es wohl eine wirkliche Auflösung geben. Ich liebe so etwas und bin auch hier sofort gefesselt.

    Die Charakterzeichnungen gefallen mir gut, man kommt den Charakteren sehr nahe. Der Autor erzählt bildhaft, so dass mein Kopfkino viel zu tun bekommt. Besonders die Passagen um Morgan haben es mir in dieser Hinsicht angetan, hier meint man wirklich dabei zu sein.

    Zum besseren Einstieg gibt es zunächst eine Zusammenfassung der Ereignisse der bisherigen zwei Bände der neuen Reihe. Das Glossar am Ende erscheint mir nützlicher, hier werden alle Personen aufgelistet, auch die, die nur angesprochen werden, und es finden sich weitere wesentliche Informationen. Die drei Karten sind nicht wirklich nötig, ergänzen den Roman aber gut.

     Wer komplexe und epische Fantasy mag, kann mit dieser Reihe nichts falsch machen. Man sollte sie aber am besten von Anfang an lesen.

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    Cover des Buches Kein Tee mit Mugabe (ISBN: 9783958131736)

    Bewertung zu "Kein Tee mit Mugabe" von Antje Waldschmidt

    Kein Tee mit Mugabe
    PMelittaMvor 24 Tagen
    Für mich leider nicht das richtige Buch

    Antje Waldschmidt hat das südliche Afrika, Südafrika, Mosambique, Simbabwe und Sambia, als Backpackerin bereist und veröffentlicht hier eine Art Reisetagebuch.

    Als Backpackerin hat die Autorin viel Kontakt zu anderen Reisenden, was sich auch in ihren Erzählungen niederschlägt. Das können Einheimische sein, die z. B. von ihrem Arbeitsort nach Hause fahren, aber oft sind es andere Touristen. Vor allem im ersten Abschnitt, in dem es um Johannisburg geht, ist mir aufgefallen, wie sehr solche Begegnungen im Fokus stehen. Was die Autorin hier erlebt, ist in meinen Augen allerdings nicht typisch für Südafrika, sondern hätte überall auf der Welt geschehen können. Johannisburg selbst, der als einziger Ort Südafrikas besucht wird, kommt viel zu wenig zum Tragen.

    Mein Anliegen, als Reisende oder Lesende, ist es immer, viel über das Land zu erfahren, das bereist wird, dazu gehört dessen Geschichte, aber auch die aktuelle Situation, Besonderheiten sind mir wichtig, Kultur und Umwelt, die Situation der Einheimischen, die Tierwelt usw. So war ich nach diesem Abschnitt recht enttäuscht.

    Später, vor allem ab dem Besuch von Tofo/Mosambique, wird das besser, man erfährt deutlich mehr über Land und Leute, und bekommt Lust, auch einmal dorthin zu reisen, aber in meinen Augen dreht sich immer noch zu viel um Urlaubsbekanntschaften. Für mich ist es daher nicht ganz das richtige Buch, um etwas über diese Region zu erfahren. Immerhin habe ich dennoch das eine oder andere erfahren, und wurde angeregt zu googeln. Schön ist, dass man eine gute Vorstellung erhält, wie es dort aussieht, wo die Autorin gerade ist.

    Der Erzählstil ist sicher auch nicht jedermanns Sache, nicht nur, dass er sehr locker gehalten wird, ich fand ihn auch manchmal sehr holprig, es gibt zu viele Wiederholungen, und manche Sätze sind merkwürdig. Insgesamt hätte ich mir die Erzählung etwas „seriöser“ gewünscht.

    Die Fotos kommen leider im Ebook, zumindest bei meinem Kindle, nicht gut zur Geltung, ich habe sie mir auf meinem Handy angesehen, was ich auf jeden Fall empfehlen kann.

    Für mich war es nicht das richtige Buch, um tiefergehende Informationen über das südliche Afrika zu erhalten, darum ging es aber, glaube ich, der Autorin auch nicht. Ich denke deshalb, andere werden damit zufriedener sein, vor allem, wer ähnliche Reiseerfahrungen hat, oder machen möchte, wie die Autorin.

    Kommentare: 8
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    Cover des Buches Cursed - Die Auserwählte (ISBN: 9783596704873)

    Bewertung zu "Cursed - Die Auserwählte" von Thomas Wheeler

    Cursed - Die Auserwählte
    PMelittaMvor 25 Tagen
    Kurzmeinung: Wer die Artus-Saga kennt, und nicht davor zurückschreckt, bekannte Charaktere in neuen Rollen zu sehen, sollte zugreifen
    Überraschend neue Adaption der Artus-Saga

    Die Artus-Saga kennt wohl jeder, zumindest eine der vielen Adaptionen, sei es in Buch- Film, Serien- oder anderer Form. Thomas Wheeler hat nun eine weitere hinzugefügt, die in meinen Augen überraschend neu ist.

    Im Mittelpunkt steht hier Nimue, eine 16jährige Fey, deren Dorf von den Roten Paladinen überfallen und vernichtet wird, und die in den Besitz eines besonderen Schwertes kommt. Neben Nimue gibt es eine ganze Reihe weiterer Charaktere der Artus-Saga: Merlin, Uther Pendragon, Arthur, Morgan(a), Percival, Lancelot, Gawain, Guinevere – alle in Rollen, in denen man sie so nicht kennt. Merlin ist schon fast eine Karikatur seiner selbst, versoffen, seiner Magie beraubt, Arthur nicht der strahlende Held, als den man ihn kennt – über die anderen könnt ihr selbst lesen.

    Auch hier wird das Verhältnis der alten Religionen zur neuen, dem Christentum, thematisiert. Die Roten Paladine jagen und vernichten alles, das nicht in ihre Religion passt, und das äußerst brutal. Ganz oben auf der Liste stehen die Fey – und diese sind dem Autor phantastisch gelungen, die verschiedenen Ausprägungen sind interessant und phantasievoll und stehen dem Leser schnell bildlich vor Augen. Dass sie gejagt werden, ist umso tragischer.

    Leider bleiben alle Charaktere ziemlich blass und kommen mir wenig nahe, und das ist sehr schade. Gerade zu Nimue hätte ich mir mehr Verbindung gewünscht. Am interessantesten, je mehr ich über ihn las, wurde für mich Merlin. Als weniger interessant als zunächst gedacht, entpuppte sich der Weinende Mönch, auch wenn er eine Überraschung birgt. Seine Entwicklung gegen Ende konnte ich bei allem, was er vorher tat, nicht ganz nachvollziehen.

    Es brauchte etwa ein Drittel des Romans, bis er mich packen konnte, doch dann ließ er mich nicht mehr los. Ich denke, das lag u. a. daran, dass ich mit den Charakteren nicht warm wurde, aber auch an den abschreckenden Taten der Roten Paladine, die sehr explizit beschrieben wurden.

    Die größte Überraschung war für mich das Ende, das nicht nur offen, sondern cliffhangermäßig ist, und nach einer Fortsetzung verlangt. Dass es diese tatsächlich geben wird, konnte ich der Danksagung des Autors entnehmen, vorher hielt ich den Roman für einen Einzelband. Dass Netflix aus der Geschichte eine Serie entwickelt hat, die noch 2020 ausgestrahlt hat, wusste ich dagegen schon vorher – ich bin gespannt.

    Erwähnenswert sind natürlich noch Frank Millers Illustrationen, die sicher nicht jedem gefallen werden, die dem Roman aber einen ganz eigenen Touch verleihen. Innerhalb der Geschichte sind sie schwarzweiß, am Ende finden sich ein paar in Farbe.

    Der Roman konnte mich nicht sofort packen, doch dann ließ er mich nicht mehr los. Er ist eine überraschend neue Adaption der Artus-Saga, die ich interessant finde. Man darf gespannt sein, was sich der Autor für die Fortsetzung einfallen lassen wird. Wer die Artus-Saga kennt und offen für bekannte Charaktere in anderen Rollen ist, sollte sich diesen Roman nicht entgehen lassen.

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