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Paperboat

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    Cover des Buches Das Unwohlsein der modernen Mutter (ISBN: 9783499003493)

    Bewertung zu "Das Unwohlsein der modernen Mutter" von Mareice Kaiser

    Das Unwohlsein der modernen Mutter
    Paperboatvor 2 Tagen
    Kurzmeinung: Die systematische Benachteiligung der Mutter thematisiert Mareice Kaiser vielleicht nicht als erste Frau, doch persönlich, authentisch und o
    Ein Buch, das gelesen werden muss!

    Offen, persönlich und hervorragend recherchiert berichtet Mareice Kaiser über „Das Unwohlsein der modernen Mutter“. Dieses Unwohlsein entspringt nicht ausschließlich einer persönlichen Misslage, sondern ist das Resultat systematischer Benachteiligung von Müttern.

    Die Coronakrise ist ein hervorragendes Beispiel dieser Benachteiligung, das durch Kaisers Worte gleichermaßen persönlichen wie allgemeingültigen Anspruch erhebt: Frauen leisten den überwiegenden Teil der systemrelevanten Arbeit in dieser Krise. In Krankenhäusern arbeiten 76 Prozent Frauen, im Einzelhandel 72,9 Prozent Frauen, in Kindergärten und Vorschulen 92 Prozent. Kaum eine Gruppe trifft der Corona-Ausnahmezustand so hart wie Alleinerziehende - zu 90 Prozent Frauen. Für Alleinerziehende sind die Auswirkungen des Coronavirus und die damit verbundenen Schließungen von Kitas und Schulen mehr als eine Herausforderung. Sie sind existenzbedrohend. Aber gefragt sind gerade Männer. Bundesliga und Automobilindustrie first…

    Da wundert es nicht, dass – wie Kaiser schreibt - die größte Risikogruppe für psychische Erkrankungen alleinerziehende Mütter sind. Gleichzeitig sind es aber Hausfrauen, die bei stationärer psychischer Therapie die kürzeste Zeit in Behandlung sind. Selbstfürsorge steht bei Müttern immer hinter den Bedürfnissen aller anderer an. Das ist besonders problematisch, da Ein-Eltern-Familien in Deutschland auf den Vormarsch sind.

    In ihrem Buch listet Mareice Kaiser so viel weiteres Relevante auf. Ich selbst bin keine Mutter, und manche Problematik wird mir vermutlich auf ewig verschlossen bleiben, aber ich wünsche mir, dass ganz viele Menschen dieses Buch lesen und damit ein erweitertes Bewusstsein zur Problematik bekommen!

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    Cover des Buches Die Katzen von Shinjuku (ISBN: 9783832181475)

    Bewertung zu "Die Katzen von Shinjuku" von Durian Sukegawa

    Die Katzen von Shinjuku
    Paperboatvor 6 Tagen
    Von der Scheu der Katzen und Menschen

    Yama ist ein gescheiterter Fernsehautor. Vielversprechende Positionen bei den renommierten Fernsehanstalten sind ihm verwehrt, denn er leidet an Farbenblindheit. Mehr schlecht als recht schlägt er sich bei einem cholerischen Fernsehmagnaten durch, der ihn immer wieder schikaniert und misshandelt.

    Erschöpft von unzähligen Überstunden auf der Arbeit kehrt Yama eines Abends in eine Bar in Shinjuku ein. Dort werden Katzenwetten abgehalten, die Gäste des Etablissements versuchen zu erraten, welche der Katzen auf einem aufgezeichneten Plan als nächstes auf der Mauer am Fenster auftauchen werden. Bei seinen weiteren Besuchen lernt er die schrägen Gäste kennen, allesamt mit ihren Eigenarten, fasziniert ihn doch am meisten die in sich gekehrte Kellnerin Yume. Wie er hat auch sie einen anderen Blick auf die Welt, denn sie schielt. Doch Yume scheint mehr zu umgeben, als es den Anschein hat. Voneinander angezogen, lernt Yama, warum Yume mehr Vertrauen in Katzen als in Menschen hat. Die Liebe zu den Katzen fängt an, die beiden Menschen auf eine einzigartige Weise zu verbinden.


    „Die Katzen von Shinjuku“ ist nach „Kirschblüten und rote Bohnen“ das zweite Buch, das ich von Durian Sukegawa lese. Genau wie in seinem anderen Buch bringt er Einzelgänger auf eine poetische, fast schon scheue Weise zusammen. Seine Charaktere berühren und beeinflussen einander, die Verbindungen sind auch hier wieder zart und fragil. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen, so schön fand ich das Buch. Eine melanchonische Geschichte, die das Herz bewegt!

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    Cover des Buches Die treue Freundin (ISBN: 9783404183210)

    Bewertung zu "Die treue Freundin" von Lisa Unger

    Die treue Freundin
    Paperboatvor 8 Tagen
    Ein vielschichtiger Thriller, in dem es um Loyalität, Verantwortung und Moral geht

    Als 12-Jährige sind Rain und ihre Freundin Opfer eines sadistischen Entführers geworden, entkommen ist Rain nur durch das Eingreifen eines Freundes. Rain schleppt seitdem ein Trauma tief in ihrem Inneren mit sich herum, das sie auch dann nicht loslässt, als ihr Peiniger selbst Opfer eines Killers wurde.

    Rain, nun erwachsen, hat sich aus ihrer Karriere als Journalistin zurückgezogen, um Mutter zu sein. Ihr Trauma bricht wieder auf, als sie erfährt, dass ein des Mordes freigesprochener Ehemann auf dieselbe Weise getötet wurde wie der Sadist, der sie und ihre Freundin vor so vielen Jahren gequält hat. Sie nimmt ihre journalistische Tätigkeit wieder auf, um die Parallelen zu untersuchen. Gibt es eine Verbindung zwischen den Morden? Bereits nach anfänglichen Recherchen stellt sie fest, dass ihre Vergangenheit sie sprichwörtlich einholt.


    Mehr kann ich nicht verraten, um der Handlung und der Spannung nicht zu viel vorweg zu nehmen. Man muss sich auf die verschiedenen Erzählstränge einlassen können, mal wird in der Gegenwart erzählt, mal wird die Vergangenheit beleuchtet, mal erzählt nicht Rain selbst die Geschichte. Ein vielschichtiger Thriller, in dem es um Loyalität, Verantwortung und Moral geht. Magisch angezogen von diesem düsteren Cover, hat mich der Klappentext überzeugt - und was soll ich sagen: Kaufen und Lesen haben sich für mich definitiv gelohnt!

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    Cover des Buches She and her Cat (ISBN: 9783770426928)

    Bewertung zu "She and her Cat" von Makoto Shinkai

    She and her Cat
    Paperboatvor 9 Tagen
    Kurzmeinung: Ein Manga aus der Sicht eines Katers, der die Stimmung seines Frauchens zwar greifen, aber nicht benennen kann.
    Er und sein Frauchen

    An einem Frühlingstag wird der verwahrloste Kater von einer jungen Frau gefunden, die ihn fortan bei sich aufnimmt. Chobi liebt sein Frauchen innig, doch er macht sich auch Sorgen, denn sie scheint von Tag zu Tag trauriger zu werden.
    Ein Jahr lang erläutert Chobi aus seiner Sicht die Zeit mit seinem Frauchen, doch was sich zwischen der Verabschiedung zur Arbeit am Morgen und dem Heimkehren am Abend abspielt, bleibt dem Kater – und damit uns als LeserInnen – verborgen. So entwickelt sich eine ganz eigene Erzählperspektive, die einen einerseits zwar distanziert von Chobis Frauchen hält, andererseits aber nachdenkliche Sicht ermöglicht. Es lässt ganz viel Raum zur Spekulation, was mit Chobis Frauchen in ihrem Innersten los ist.

    Ich mochte den Zeichenstil sofort, und mir gefiel die Idee, dass aus Sicht einer Katze berichtet wird (ähnlich wie bei „My Roommate is a Cat“). Beim Versuch, nachzuvollziehen, an was das Frauchen des Protagonisten leidet, wanderten meine Vermutungen von Burnout zu Depressionen. Aufgelöst wird es nicht, man bleibt mit seinen Vermutungen auf sich allein gestellt. Gerade das fand ich aber auch interessant am Konzept dieses Mangas.

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    Cover des Buches Nie, nie, nie (ISBN: 9783832181338)

    Bewertung zu "Nie, nie, nie" von Linn Strømsborg

    Nie, nie, nie
    Paperboatvor 14 Tagen
    Kurzmeinung: Das Glück der Frau ist nicht immer Mutterschaft
    Die Akzeptanz der kinderlosen Frau

    Nein, keine Kinder, nie, nie, nie! Die namenlose Protagonistin dieses Romans weiß, dass sie keine eigenen Kinder will, und sie ändert ihre Meinung auch nicht. Es sind die Menschen in ihrer Umgebung, die ihr einzureden versuchen, dass sie einfach nicht wissen könne, ob sie ihre Meinung nicht doch irgendwann mal ändert. Ob sie nicht doch Kinder will. Doch eine Familie gründen. Alle scheinen es besser zu wissen als sie mit ihrem konstanten Nein. Als Frau darfst du wissen, was du willst – aber bei der Kinderplanung meinen alle etwas mitreden zu müssen; Freunde, Mütter, der eigene Freund, Bekannte und darunter jene, die sich der guten Vollkommenheit ihrer eigenen Elternschaft mittlerweile nicht mehr so sicher sind.


    «Was willst du denn vom Leben? Wenn du dir keine Familie wünscht, keine Rasselbande, die du groß werden siehst, der du etwas von dir gibst, die du formst. Mal ganz abgesehen davon, dass du einen Beitrag für die Gesellschaft leisten würdest, etwas, wovon alle profitieren.»

    «Ich wünsche mir ein langes Leben, das ich mit Büchern füllen will.»


    Mir fiel es unglaublich leicht in dieses Buch hineinzufinden. Eine solche Leseerfahrung hatte ich noch nicht: Das Gefühl zu haben das alles schon zu kennen, schon genau zu wissen, wohin das alles führt, und dennoch jede gelesene Zeile, jede umgeblätterte Seite genossen zu haben. Ich habe mich ein Stück weit selbst in diesem Buch gespiegelt gesehen, und dennoch war ich zu keinem Zeitpunkt gelangweilt, sondern habe Bestätigung gefunden, wo ich keine nötig hätte – eigentlich genau wie die Protagonistin von „Nie, nie, nie“.

    Danke Linn Strømsborg, danke Dumont, für ein auf jeden Fall jetzt schon feststehendes Lese-Highlight diesen Jahres!


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    Cover des Buches Kleine Wunder um Mitternacht (ISBN: 9783809027102)

    Bewertung zu "Kleine Wunder um Mitternacht" von Keigo Higashino

    Kleine Wunder um Mitternacht
    Paperboatvor 18 Tagen
    Kurzmeinung: Eine wunderbare Geschichte über verschiedene Schicksale, die alle miteinander verbunden sind. - Namiya Gemischtwaren lässt grüßen
    Ein wunderbarer Roman über die schicksalhafte Verknüpfung verschiedener Lebensgeschichten

    Was haben drei Einbrecher, die Beatles, ein grünes Flüsschen, ein verhinderter Musiker, eine Olympiaanwärterin und ein ratloser Welpe gemeinsam? - Gar nichts, bis sich die drei Gauner Atsuya, Kohei und Shota nach einem Einbruch in Namiyas Gemischtwarenladen verstecken, um dort die Nacht auszuharren. Als in das verlassene Geschäft durch den Rolladenschlitz ein Brief geworfen wird, obwohl draußen kein Mensch zu sehen ist, entpuppt sich dies nur der Beginn eines kleinen Wunders, das in dieser einen Nacht das Leben vieler Menschen verändert.

    Keigo Higashino kannte ich bisher nur als Thriller-Autor. Dass nun ein Roman von ihm erschien, der auch noch äußerst vielversprechend klang, habe ich zum Anlass genommen erstmals etwas von Higashino zu lesen, und ich muss sagen, dass ich ein traumhaftes Lesevergnügen mit diesem Buch hatte. Nachdem ich mich auf „Kleine Wunder um Mitternacht“ eingelassen habe, fächerte sich mit jeder Seite der Zusammenhang zwischen all diesen Personen auf und gab den Blick auf das große Ganze frei. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung!

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    Cover des Buches Keine Ahnung, ob das richtig ist (ISBN: 9783442489725)

    Bewertung zu "Keine Ahnung, ob das richtig ist" von Julia Engelmann

    Keine Ahnung, ob das richtig ist
    Paperboatvor 22 Tagen
    Kurzmeinung: Julia Engelmann schreibt Texte, die am Puls der Zeit und im Herzen der Fühlenden ticken.
    Da steckt ganz viel Sehnsucht und auch Lebenshunger drin

    Ich mag die Gedichte von Poetry Slammerin Julia Engelmann, aber ich glaube, ich würde sie als Hörbuch noch ein Stückchen lieber mögen, weil sie so einen schönen Sprechrhythmus dabei hat. Man kommt hier und da beim Lesen der einzelnen Gedichte immer mal wieder ins Sinnieren und Nachdenken.

    Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der Test „Johann Philipp Möller“, der stark an Goethe angelehnt ist mit einer Anlehnung an Fettes Brots Jein von Neunzehnsechsundneunzig.

    Begleitet werden die Verse wieder von kleinen Kritzeleien der Autorin.

    Vielleicht wird meine nächste Engelmann ja auch mal mein erstes Hörbuch, denn ich hab definitiv Bock auf mehr.

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    Cover des Buches We Should All Be Feminists (ISBN: B00TED7V74)

    Bewertung zu "We Should All Be Feminists" von Chimamanda Ngozi Adichie

    We Should All Be Feminists
    Paperboatvor 23 Tagen
    Kurzmeinung: Why wouldn't one want to read this book? It's a declaration and a demand for the equality of genders - women's and men's alike!
    Everyone: Please read this!

    Although Chimamanda Ngozi Adichie speaks often of the experiences she makes in Africa, she has a good point in this book, because it addresses a general problem: Not only do we as a society need to better the general situation for women but also for men like the expectation of masculinity. Having to show no fear, always needing to be a 'hard man', paying the bill when going out with a girl and other stuff puts men in a position where they always have to prove themselves as better, bigger, stronger than women. In a world where femininity for a man is something he has to overcome and he has to distance from, our genders can never be equal. But it is the burden of this toxic masculinity we have to overcome, so that men can allow themselves to be comfortable being fearful and sensitive just as women are.


    Why wouldn't one want to read this book? It's a declaration and a demand for the equality of genders - women's and men's alike! If you didn't already got your hands on this little book, do so now!

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    Cover des Buches Brombeerfuchs - Das Geheimnis von Weltende (ISBN: 9783737356930)

    Bewertung zu "Brombeerfuchs - Das Geheimnis von Weltende" von Kathrin Tordasi

    Brombeerfuchs - Das Geheimnis von Weltende
    Paperboatvor 24 Tagen
    Kurzmeinung: Ein märchenhaftes Abenteuer à la Narnia
    Zwei Kinder, zwei Welten und ein großes Übel dazwischen

    Ein Urlaub in Wales bei den beiden Tanten! Portia glaubt sich am Bahnhof des verschlafenen Dörfchens zwar schon fast vergessen, wird aber von Rose und Bramble herzlich aufgenommen, in deren Haus sie sich sofort wohlfühlt, wäre da nicht dieser seltsame Fuchs, der immer im Garten herumschleicht...

    Als Portia im hiesigen Buchladen stöbert, lernt sie Ben kennen, dessen Mutter ganz versessen darauf ist, dass sein Sohn mal von den Büchern ablässt und sich mehr mit anderen Kindern trifft, fädelt auch direkt eine Verabredung für die Kinder ein. Ben soll Portia ein wenig durch die Gegend führen und ihr die berühmten Runensteine zeigen. Portia freut sich schon sehr auf den Ausflug, wird aber von dem herumstreunenden Fuchs abgelenkt. Dieser entpuppt sich als Gestaltwandler, der nun endlich in seine Welt zurückkehren will und Portias Neugier dafür missbraucht das Tor in die Feenwelt zu öffnen, die für immer verschlossen bleiben sollte, denn im Flur zwischen der Menschenwelt und der Feenwelt lauert ein böses Unheil. Portia und Ben werden unfreiwillig in das Abenteuer ihres Lebens gezogen und müssen nun dafür sorgen, dass das Unheil nicht über die Schwelle der Welten tritt, ansonsten drohen die Welten in einem Nebel aus Vergessen zu versinken. Tante Rose eilt den beiden Kindern zu Hilfe und opfert dabei auf, die Kinder über die Schwelle zum Feenreich zu bringen, denn der Weg in die Menschenwelt ist abgeschnitten. Es gibt nur eine Chance, und die besteht darin, die Feenkönigin Titania um Beistand zu ersuchen...


    „Brombeerfuchs“ ist eine schöne Kindergeschichte, die ein bisschen an „Narnia“ erinnert, als die Kinder über eine Türschwelle in eine andere Welt stolpern. Mich hat vor allem das wunderschöne Cover mit seinen schillernden Goldelementen und dem Fuchs zum Kauf eingelullt (Füchse gehen einfach immer!). Ich mochte den Perspektivwechsel zwischen Ben und Portia, die beide sehr unterschiedliche Charaktere sind und Dinge anders angehen. Stellenweise hatte mir persönlich die Handlung zu viele Längen, und das Ende war mir nicht genug ausgearbeitet, aber insgesamt ist es ein phantasiegespicktes Buch mit kreativen Figuren.

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    Cover des Buches Liebe am Papierrand (ISBN: 9783746631233)

    Bewertung zu "Liebe am Papierrand" von Yoko Ogawa

    Liebe am Papierrand
    Paperboatvor einem Monat
    In der Ruhe liegt die Kraft dieser Erzählung

    Eine junge Frau hat ein seltsames Ohrenleiden und befürchtet, der Gehörlosigkeit anheim zu fallen. Sie lernt einen Stenographen kennen, in dessen Gegenwart ihr Leiden kleiner zu werden beginnt. Fasziniert von seinen Händen bittet sie ihn ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben. Die Gespräche mit ihm scheinen sie zu heilen, doch sie stellt fest, dass ihre gemeinsame Zeit begrenzt ist, denn irgendwann wird das Papier aufgebraucht sein...


    Dies ist für mich bisher eine der unscheinbarsten Geschichten von Yoko Ogawa, für mich eine Meisterin der zarten Wortwahl. Ich bin eine Liebhaberin dieser Autorin, aber auf Ogawa muss man sich einlassen können. Nicht die Handlung ist der Fokus ihrer Erzählungen, sondern die verwendeten Worte, die im Geiste gemächlich dahinfließen wie köstlicher Honig. Auch in diesem Buch passiert gewohnt wenig, doch ihre Beschreibungen, wie beispielsweise die Finger des Stenographen, die fragile Ohrmuschel der jungen Frau, sind ein literarischer Genuss, der sich nur schwer mit anderen Autoren und Autorinnen vergleichen lässt.

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    Über mich

    "Lesen ist die schönste Art zu reisen!" - Mein früherer Deutschlehrer Im Abitur auf dem zweiten Bildungsweg fing ich dieses Zitat ein, lapidar dahergesagt von diesem spitzbübischen, weisen Mann, und seitdem begleitet es mich in Form eines wechselnden Buches, das ich immer bei mir trage. Auf jeder Wanderung befinde ich mich entsprechend doppelt auf Reisen; die Welten in meinem Rucksack unterwegs begleiten mich stets. Mein liebster Leseort ist der Bus, der in einer Sommerlandschaft zwischen grünen Hügeln entlangfährt (gar nicht so leicht im Ruhrgebiet), in dem ich schunkelnd in den Kurven in anderen Welten und Zeiten und Charakteren versinken kann. Gelesen habe ich schon immer gerne, das erste Mal professionell in Berührung mit Büchern gekommen bin ich 2009 im Rahmen eines freiwilligen Praktikums, wo mein Wunsch geweckt wurde irgendwann im Buchhandel zu arbeiten. Nahezu zehn Jahre später, nach dem Erreichen des Abiturs am Kolleg und einem Intermezzo an der Universität, bin ich mit dem Beginn meiner Ausbildung mit 34 Jahren endlich dort angelangt, wo ich beruflich den Rest meines Lebens verbringen möchte!
    • 11.09.1983

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    Sachbücher, Klassiker, Romane, Jugendbücher, Kinderbücher

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