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RenaM

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    Cover des Buches Jeder Anfang mit dir (ISBN: 9783734110818)

    Bewertung zu "Jeder Anfang mit dir" von Marc Levy

    Jeder Anfang mit dir
    RenaMvor 2 Tagen
    Kurzmeinung: Berührend, aber etwas zu kitschig
    Marc Levy – Jeder Anfang mit dir

    Ein Liebesroman? Ein Science-Fiction-Roman? Ein Wissenschaftsthriller? So ganz kann ich mich nicht entscheiden, welchem Genre dieser Roman zuzuordnen ist. Vielleicht war es dem Autor selbst auch nicht so klar.

    Vorrangig erzählt Marc Levy, der mit seinen Romanen schon weltweit erfolgreich war, die Liebesgeschichte zwischen Hope und Josh. Beide lernen sich während ihres Studiums kennen und lieben. Josh forscht gemeinsam mit seinem Freund Luke in einem geheimnisvollen Zentrum, dessen Betreiber den Beiden das Studium finanziert. Hope wird nach einer Weile Mitglied ihres Teams und während die Liebe zwischen Josh und ihr wächst, entwickeln die Drei gleichzeitig eine Methode, die Erinnerungen, das Gedächtnis eines Menschen zu speichern, aufzubewahren. Selbst lange verschüttete Kindheitserlebnisse werden dadurch wieder aufgerufen, eine Erfahrung, die Josh während eines Selbstversuchs durchlebt. Als Hope unheilbar erkrankt, beginnen die Forschenden, ihr Gedächtnis mittels ihrer Methode abzuspeichern. Denn sie haben beschlossen, dass sich Hope nach ihrem Tod einfrieren lässt.

    Gut die ersten zwei Drittel des Romans befassen sich mit den Forschungen der jungen Leute und der wachsenden Liebe zwischen Josh und Hope. Besonders Hope ist eine sehr liebenswerte Figur, humorvoll, intelligent und offen. Die Gefühle zwischen ihr und Josh, die Eifersucht Lukes, dessen Besessenheit für seine Forschungen, all das zeichnet Marc Levy stimmig und nachfühlbar. Als Hope dann erkrankt, zeigt sie sehr viel Mut, sie trotzt den Schmerzen bis zuletzt.

    Der letzte Teil des Buchs spielt viele Jahrzehnte nach Hopes Tod. Hier ahnt man sehr schnell, worauf es hinausläuft. In dieser, in der Zukunft spielenden Handlung, gelingt es dem Autor nicht so gut wie im ersten Teil, die Emotionen seiner Figuren in Worte zu fassen. In diesem Teil ist vieles oberflächlicher, distanzierter, sind die Charaktere nicht so ausgearbeitet. Fast wirkt es, als würde der Autor selbst in dieses Romanende weniger Gefühle investieren.

    Die Handlung des Romans ist interessant, die wissenschaftlichen Aspekte für Nicht-Wissenschaftler nicht immer ganz verständlich, aber dennoch spannend. Die Liebesgeschichte ist berührend und traurig. Dennoch, bei aller Empathie für die Figuren, konnte ich mich nicht ganz für diesen Roman erwärmen. Vieles ist doch zu kitschig, zu rosarot, drückt zu sehr auf die Tränendrüsen. Es gibt etliche gefühlvolle Szenen, die hart an der Sentimentalität vorbeischrammen. Nicht zu vergessen der doch recht schmalzige deutsche Titel des Romans – im Original wurde dagegen ein Zitat aus dem Buch verwendet. Auch der Stil bringt wenig Überraschendes, Neues. Dass ich den Roman trotzdem zügig gelesen habe, lag vor allem an der interessanten Hintergrundgeschichte um die Hirnforschung. Die, wie im Nachwort zu lesen ist, nicht gänzlich der Fantasie des Autors entsprungen ist.

    Marc Levy – Jeder Anfang mit dir
    aus dem Französischen von Eliane Hagedorn und Bettina Runge
    blanvalet, März 2021
     Gebundene Ausgabe, 413 Seiten, 20,00 €

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    Cover des Buches Die Eloquenz der Sardine (ISBN: 9783406766909)

    Bewertung zu "Die Eloquenz der Sardine" von Bill François

    Die Eloquenz der Sardine
    RenaMvor 4 Tagen
    Kurzmeinung: Fabelhaft im doppelten Wortsinn
    Bill Francois – Die Eloquenz der Sardine

    Ist das nicht ein wunderbarer Buchtitel? Macht der nicht so neugierig auf dieses Buch, dass man es unbedingt lesen muss? Der Gegensatz in diesem Titel ist es, der ihn so interessant, so außergewöhnlich macht: die Eloquenz der doch angeblich stummen Sardine, der angeblich schweigsamen Fische. Die, und davon berichtet der Autor, gar nicht so stumm sind.

    Bill Francois ist zugleich Wissenschaftler und Schriftsteller. Seine Leidenschaft, die man in jedem Satz dieses Buch spürt, gilt den Flüssen und Meeren und den darin wohnenden Lebewesen.

    Auf unnachahmliche Weise erzählt der Autor von der Wunderwelt der Meeresbewohner, von den Sardinen, die ein von der Natur choreografiertes Ballett aufführen und dadurch ihr Leben retten, von den Austern, die das als Fremdkörper in sie eingedrungene Sandkorn so lange drehen und wenden, bis daraus eine Perle geworden ist. Er schildert die Einsamkeit des Wals, der eine andere Sprache spricht als alle anderen Wale und daher keine Gesellschaft findet.

    Die Leserin lernt die Wege der Aale kennen, die Tausende Kilometer zurücklegen, um zu ihren Laichplätzen zu gelangen. Man erfährt, welche absonderliche und vielfältige Weisen es gibt, den eigenen Nachwuchs aufzuziehen. Und man meint, die Unterhaltungen der vielen Fischarten zu hören, von denen manche über Hunderte Kilometer hinweg kommunizieren können.

    Das Buch ist eine geradezu lyrische Hymne auf die Unterwasserlebewesen. Aus jedem Satz klingt die Liebe des Autors zum Thema, jeder Satz ist voller Poesie. Der ganze Text hat etwas märchenhaftes, ja fabelhaftes im doppelten Wortsinn. „Es brummt und donnert, als schnarchte das Meer. … In diesem Schnarchen liegen das Bersten der Eisberge an den Polen, das Knirschen der Erdbeben am Rande der ozeanischen Rücken und das Atmen ferner Stürme.“  (S. 33).

    Bill Francois berichtet außerdem von antiken Forschern, mittelalterlichen Irrtümern und modernen Wissenschaftlern. Er erzählt von den Methoden der Naturvölker, die Populationen ihrer maritimen Nahrungsquellen zu schützen, stellt die heutigen Zucht- und Fangmethoden diesen gegenüber. Dabei schafft er es, ohne erhobenen Zeigefinger, mit behutsamen Andeutungen und verschlungenen Zusammenhängen, dabei nicht weniger deutlich und klar, die Folgen unserer modernen Lebensweise für die Meeres- und Flussbewohner augenfällig darzustellen. „Dabei könnten wir, wenn wir uns nur die Zeit nähmen, den Geschichten des Meeres zu lauschen, daran mitschreiben. …Manche sind traurig. Wenn Sie dem Seebarsch lauschen, den ein riesiges Schleppnetz mitten im Winter zur Paarungszeit mit seinem gesamten Schwarm aufliest, … - dann hören Sie bedauernswerte Geschichten, in denen weit entfernte Bürokraten und skrupellose Lobbyisten das Meer an sich reißen und es bis auf den letzten Euro auswringen. (S. 130).

    Wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich ein Buch über Fische und andere Meeresbewohner einmal schneller verschlinge als einen hochspannenden Thriller, hätte ich ihn ausgelacht. Doch dieses Buch ist so poetisch wie ein Gedicht, so fesselnd wie ein Krimi, so unterhaltsam wie eine Komödie und so interessant und sachlich wie eine Dissertation. Bill Francois hat einen geradezu bezaubernden Schreibstil. Jetzt müsste nur noch jemand dieses Buch der Sardine vorlesen.

    Bill Francois – Die Eloquenz der Sardine
    aus dem Französischen von Frank Sievers
    C.H.Beck, März 2021
     Gebundene Ausgabe, 234 Seiten, 22,00 €

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    Cover des Buches Die einzige Strasse (ISBN: 9783311210214)

    Bewertung zu "Die einzige Strasse" von Astrid Rosenfeld

    Die einzige Strasse
    RenaMvor 6 Tagen
    Kurzmeinung: Ein Roman, der nicht unberührt lässt
    Astrid Rosenfeld – Die einzige Straße

    Ein Roman, der die Leserin nicht unberührt lässt. Der aber auch runterzieht, der wenig Frohsinn versprüht.

    Astrid Rosenfeld, in Köln geborene und heute in Texas lebende Autorin, erzählt von einer Gruppe Menschen, die der Zufall in einer Kleinstadt in Virginia zusammenführt. Alle leben in einem, in den USA nicht unüblichen, Bungalowpark. Alle sind Gestrandete, Verlorene, Suchende, Versehrte. Die hier entweder ganz allein, mit ihrer Familie oder auch nur mit einem aus dem Müll geretteten Chihuahua leben.

    Die 13-jährige Jackie, die sich so sehr nach Anerkennung und Lob von ihrem Vater sehnt, die zu dick ist und die keine Freunde hat, quält sich durch Tanzübungen, weil ihr Vater es auf den Geldgewinn bei einem Wettbewerb abgesehen hat. Stanley, ihr Vater, trinkt mehr als gut für ihn ist und glaubt, diesen Gewinn schon in den Händen zu halten.

    Travis ist 16, wild und aufsässig, an guten Tagen ignoriert er die Verbote seiner alleinerziehenden Mutter Brianna, an schlechten macht er das genaue Gegenteil. Als sie ihm anbietet, sich im Supermarkt einen Gegenstand seiner Wahl auszusuchen, wählt er eine Axt.

    Rachel träumt von einem Mann, der sie längst verlassen hat und verträumt dadurch ihr Leben. Die geistig zurückgebliebene Molly entwischt immer wieder ihrer Schwester Carol. Die Beiden leben zusammen, sind aufeinander angewiesen und kommen doch nicht miteinander aus. Und der alte Greg, der einen Chihuahua gerettet hat, um den sich von da an sein ganzes Interesse dreht.

    Alle diese Zerrissenen haben trotz ihrer so hoffnungslosen Lebenslagen ihre Träume. Sie kämpfen, sie verzweifeln, aber sie geben sich nicht auf. Als es darauf ankommt, helfen sie einander, finden zueinander. Doch nicht für alle verwirklichen sich diese Träume.

    Ein reichlich depressiver Roman, der erst im weiteren Verlauf auch seine positiven Aspekte zeigt, die hoffnungsvollen Seiten des Lebens benennt. Der Schreibstil von Astrid Rosenfeld ist absolut passend zu ihrem Plot und den gut gezeichneten Charakteren ihres Romans. Es gelingt ihr mit großem Geschick, die Gefühle und die Stimmungen der Handelnden in Worte zu fassen. Trotzdem empfand ich die Lektüre geradezu als belastend, war mir die Handlung, waren mir die Figuren zu ausschließlich problembeladen. In all der Tristesse, die sie schildert, fehlte mir ein wenig die Farbe.

    Astrid Rosenfeld – Die einzige Straße
    Gatsby im Kampa Verlag, März 2021
     Gebundene Ausgabe, 157 Seiten, 18,00 €

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    Cover des Buches Der große Sommer (ISBN: 9783832181536)

    Bewertung zu "Der große Sommer" von Ewald Arenz

    Der große Sommer
    RenaMvor 7 Tagen
    Kurzmeinung: Ein berührender, trauriger, humorvoller, sensibler und unbedingt empfehlenswerter Roman
    Ewald Arenz – Der große Sommer

    Schon von Ewald Arenz großartigem Roman „Alte Sorten“ aus dem vergangenen Jahr war ich restlos begeistert. Sein neues Buch, ein Coming-of-Age-Roman, steht diesem in nichts nach.

    Er erzählt von einem hitzeflirrenden Sommer Anfang der 80er Jahre. Der 16-jährige Frieder kann nicht mit seiner Familie in den Sommerurlaub fahren, denn er hat im abgelaufenen Schuljahr die Dinge zu sehr schleifen lassen und muss daher jetzt für Nachprüfungen büffeln. Er zieht für diese Wochen zu seinen Großeltern, Nana, der geliebten und verehrten Großmutter und ihrem Mann, seinem Stief-Großvater, der mit ihm lernen soll.

    Frieder hat eine eher zwiespältige Beziehung zu diesem Großvater, den er bis vor kurzem noch mit Sie anreden musste. Er empfindet ihn als streng, humorlos und steif. Demzufolge blickt er seinen Sommerferien wenig begeistert entgegen. Das ändert sich schlagartig, als er im Schwimmbad dem Mädchen mit dem flaschengrünen Badeanzug begegnet und sich ohne Vorwarnung unmittelbar in sie verliebt.

    Zum Glück versteht sich Beate, seine Angebetete, auch sehr schnell mit seiner Schwester Alma und seinem Freund Johann. Im Laufe der Ferien vertiefen sich nicht nur seine Gefühle für Beate, die von ihr erwidert werden. Er lernt auch seinen Großvater von ganz anderen Seiten kennen und schätzen. Und er lernt nicht nur Vokabeln und Integrale, sondern auch viel über Freundschaft und Zusammenhalt, über Verantwortung, Achtung und über die Liebe. Heimlich liest er im Tagebuch seiner Großmutter und erfährt von ihrer Liebesgeschichte. Und er begegnet dem Tod.

    Wie schon in „Alte Sorten“ fasziniert mich bei diesem Autor seine hohe Kunstfertigkeit im Formulieren von Gefühlen. Wenn er die Nervosität Frieders während seiner ersten Begegnungen mit Beate beschreibt, wie er die Liebe schildert zwischen Frieder und seinem jüngsten Bruder Kolja, die Darstellung der Gespräche zwischen dem Heranwachsenden und seinem Großvater, das ist poetisch, hoch emotional und frei von jedem Pathos oder Kitsch. Man spürt die schwere Hitze der Sommertage, man teilt die Sorge Frieders um seinen Freund Johann, als dieser in eine schwere Krise gerät, man lacht mit Alma, der burschikosen und liebenswerten Schwester und man drückt die Daumen für die aufkeimenden Gefühle zwischen Frieder und Beate. Wie gut man das alles nachempfinden kann, wie gut man sich beim Lesen an die eigene Jugend erinnert und daran, wie schön sie war, trotz all der Ängste und Unsicherheit.

    Die Entwicklung Frieders vom lernunwilligen, in den Tag hineinlebenden Schüler zum verantwortungsbewussten und verständnisvollen jungen Erwachsenen ist Schritt für Schritt nachzuempfinden, ist stringent und logisch. So soll ein Roman sein.

    Man soll vielleicht nicht vergleichen, aber die Gegenüberstellung mit dem vor kurzen erschienenen „Hard Land“ von Benedict Wells drängt sich ja geradezu auf. Und da ist in meinen Augen „Der große Sommer“ letzterem weit überlegen. Es mag daran liegen, dass Ewald Arenz seine Jugend in etwa in der im Roman geschilderten Zeit und vermutlich in einer ähnlichen Stadt erlebt hat, während Wells das, was er in „Hard Land“ beschreibt, aufgrund seines Alters nur vom Hörensagen kennt. Diesen Unterschied meinte ich bei jedem Satz von Arenz zu fühlen.

    „Der große Sommer“ ist ein berührender, trauriger, humorvoller, sensibler und unbedingt empfehlenswerter Roman – die perfekte Lektüre für den Sommer.

    Ewald Arenz – Der große Sommer
    DuMont, März 2021
     Gebundene Ausgabe, 318 Seiten, 20,00 €

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    Cover des Buches Reise mit zwei Unbekannten (ISBN: 9783847900566)

    Bewertung zu "Reise mit zwei Unbekannten" von Zoe Brisby

    Reise mit zwei Unbekannten
    RenaMvor 11 Tagen
    Kurzmeinung: Ein Roman zum Wohlfühlen.
    Zoe Brisby – Reise mit zwei Unbekannten

    Ein Hauch von „Harold and Maud“ weht durch diesen Roman, in dem eine abenteuerlustige Alte und ein depressiver junger Mann sich auf die Reise nach Brüssel machen.  Sie büxt aus einem Altersheim aus und er versucht, eine unglückliche Liebe zu vergessen. Über eine Mitfahrzentrale kommen die beiden zusammen und begeben sich auf die unterhaltsame und spannende Fahrt.

    Maxine ist über 90 und glaubt, sie leide unter Alzheimer. Sie möchte den Zeitpunkt ihres Todes selbst bestimmen, solange sie dies noch kann und will aus diesem Grund nach Brüssel. Alex, der wegen Depressionen in Behandlung ist und sich selbst für einen überängstlichen Versager hält, leidet sehr unter seiner platonischen Liebe zu einer für ihn unerreichbaren Schönheit. Nach anfänglichen Unstimmigkeiten zwischen den beiden sich unbekannten Reisenden fassen sie schnell Vertrauen zueinander. So erzählt Maxine ihm von ihrem verstorbenen Ehemann und von ihrer zur Adoption freigegebenen Tochter, während Alex ihr von seiner hoffnungslosen Liebe und von dem angespannten Verhältnis zu seinen Eltern berichtet.

    Aufgrund von Missverständnissen werden die Beiden schließlich polizeilich gesucht, man hält Alex für Maxines Entführer. Auf der nun zu einer Flucht werdenden Reise widerfahren den Beiden die absurdesten Erlebnisse, wie die Verwicklung in einen Tankstellenraub, der Besuch bei einer Wahrsagerin und einiges mehr. Je abenteuerlicher die Erlebnisse werden, desto mehr genießt Maxine ihren Ausflug, denn sie ist eine sehr unternehmungslustige Alte, die es auch mit der Wahrheit nicht immer so genau nimmt. Im Laufe der Zeit verliert Alex einige seiner Ängste und Depressionen und lernt, die schönen Seiten des Lebens zu erkennen.  

    Die beiden Protagonisten des Romans der französischen Autorin sind sehr charmant, besonders natürlich Maxine, deren Einfälle manchmal reiner Unfug sind, aber aus Herzenswärme geboren werden. Trotzdem schaffen es diese beiden wirklich gut ausgearbeiteten Figuren nicht, den ganzen Plot zu tragen. Viele Dialoge während der langen Autofahrt sind zu lang, bringen die Handlung dabei kaum voran. Bei aller Warmherzigkeit, die dieser Roman vermittelt, steckt er voller Klischees, voller Ideen, denen man schon vielfach in Film oder Buch begegnet ist. Manches erschien mir dann doch zu überladen, die Vorfälle zu absurd. Das Ende ist dann reichlich rührselig und kitschig. Hinzu kommt eine etwas phrasenreiche Übersetzung.

    Darüber hinaus fehlte mir eine erkennbare zeitliche und räumliche Einordnung der Handlung. Die Dauer einer Reise von Frankreich – man erfährt nicht, wo genau die Fahrt beginnt – nach Brüssel ist meiner Meinung nach nicht lang genug für all die Geschehnisse, die den Reisenden widerfahren.

    Nichtsdestotrotz entwickelt der Roman eine Anziehungskraft, prägen sich die Figuren, vor allem Maxine, der Leserin ein. „Reise mit zwei Unbekannten“ ist trotz allem ein Lesevergnügen, ein Roman zum Wohlfühlen.

    Zoe Brisby – Reise mit zwei Unbekannten
    aus dem Französischen von Monika Buchgeister
    eichborn, März 2021
     Gebundene Ausgabe, 413 Seiten, 18,00 €  

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    Cover des Buches Das wilde Leben der Vögel (ISBN: 9783406749780)

    Bewertung zu "Das wilde Leben der Vögel" von Walter A. Sontag

    Das wilde Leben der Vögel
    RenaMvor 13 Tagen
    Kurzmeinung: Für alle, die sich für Vögel interessieren
    Walter A. Sontag - Das wilde Leben der Vögel

    Nicht nur Vogelliebhaber und Vogelbeobachterinnen werden dieses Buch mögen und es immer wieder gerne zur Hand nehmen. Dies auch wegen der schönen Optik und der angenehmen Haptik, die die Leserin ansprechen und die Lektüre des Buches zu einer Freude machen.

    Walter A. Sontag ist am Naturhistorischen Museum in Wien tätig und forscht seit mehr als 40 Jahren über Vögel, ihre Arten und Varianten, ihr Leben und ihr Verhalten. In seinem unterhaltsamen und interessanten Buch erzählt er von den unterschiedlichen Persönlichkeiten in der Vogelwelt, kuriosen Eigenarten wie den sprechenden Krähen oder die starke Gruppenbindung beispielsweise in der Starenwelt. Er erläutert die Auswirkungen, die Licht und Geräusche der Menschen auf die Vögel haben, zum Beispiel auf den Erfolg bei der Brautwerbung oder das Brutverhalten.

    Sein Buch ist in gut überschaubare Kapitel aufgeteilt, die sich verschiedenen Themen widmen wie der Fortpflanzung, den Sinnen der Vögel und wie sie sich an das Zusammenleben mit dem Menschen angepasst haben, der Vielfalt der Arten und Varietäten und wie sie miteinander auskommen. Bei der Lektüre dieser Kapitel erfährt man so viel Neues und Interessantes, vertieft das vorhandene Wissen und erfreut sich zudem an den reichlich vorhandenen farbigen Abbildungen und den gelungenen Fotografien.

    Es ist sicher kein Buch, welches man in einem Zug durchliest wie einen Roman. Eher wird man immer wieder danach greifen, ein Kapitel lesen, etwas darin nachschlagen oder noch einmal lesen. Durch den recht lockeren und flüssig lesbaren Schreibstil des Autors, die zahlreichen Beispiele und Geschichten von besonderen Vögeln mit besonderen Charaktereigenschaften wird der Text unterhaltsam und die Lektüre zu einem Vergnügen. Natürlich kann der Autor den Wissenschaftler nicht ganz verleugnen und so wird der Text doch auch immer mal wieder etwas trocken wissenschaftlich. Zahlreiche Anmerkungen und ein Verzeichnis am Ende ergänzen das Buch.

    Wenn es denn etwas zu bemängeln gibt, dann ist es die beim Druck verwendete viel zu kleine Schrift, die das Lesen, auch bedingt durch die langen Zeilen auf den schmalgeränderten Seiten, recht beschwerlich macht. Davon unbenommen ist das Buch ganz sicher zu empfehlen, für alle, die sich für Vögel interessieren, die die Einzigartigkeit dieser Tiere lieben und natürlich für diejenigen, die zu Vogelliebhabern werden wollen.

    Walter A. Sontag - Das wilde Leben der Vögel
    C.H.Beck, März 2020
     Gebundene Ausgabe, 240 Seiten, 23,00 €

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    Cover des Buches Ruthchen schläft (ISBN: 9783311300052)

    Bewertung zu "Ruthchen schläft" von Kerstin Campbell

    Ruthchen schläft
    RenaMvor 15 Tagen
    Kurzmeinung: Ein richtiges Wohlfühlbuch
    Kerstin Campbell - Ruthchen schläft

    Ein Buch genau nach meinem Geschmack. Denn es sind vor allem die charaktergetriebenen Geschichten, die ich mag. Die Geschichten, in denen die Figuren, möglichst sonderliche Sonderlinge, die Handlung vorantreiben. Dabei sind es dann gerade die Schrullen, die Macken und Ticks, die diese Protagonisten so liebenswert machen.

    Ein solcher liebenswerter Charakter ist Georg. Seine langjährige Freundin Linda hat ihn verlassen, eineinhalb Jahre ist das jetzt her und noch immer wartet er auf ihre Rückkehr. All ihre Sachen befinden sich unverändert in seiner Wohnung. Georg lebt in seinem eigenen, vom Großvater ererbten Mietshaus. Seine Mieterin Frau Lemke ist für ihn gleichzeitig die wichtigste Bezugsperson, seit seiner mehr als problematischen Kindheit.

    Frau Lemke nun soll auf Wunsch ihres Sohnes Wolfgang zu diesem nach New York umziehen. Sie möchte das zwar nicht, wagt aber gleichzeitig nicht, sich diesem Wunsch zu widersetzen. So lautet die Vereinbarung: solange ihre Katze Ruthchen noch lebt, wird sie in Berlin in ihrer Wohnung bleiben. Nur dann segnet Ruthchen das Zeitliche und sowohl Frau Lemke wie auch Georg suchen verzweifelt nach einer Lösung.

    Diese Lösung führt Georg zur Tierpräparatorin Caro, die dafür sorgt, dass Ruthchen weiter wie lebendig auf Frau Lemkes Sofa schlafen kann. Das wiederum hält jedoch Wolfgang nicht davon ab, seine Mutter zu terrorisieren. Während also Georg versucht, den Umzug von Frau Lemke irgendwie abzuwenden und über die wirklichen Lebensverhältnisse von Wolfgang recherchiert, bejammert sein ältester (und einziger) Freund Kai seine familiäre Situation, mit fordernder Frau und kleinem Kind.

    Derweil kommen sich Georg und Caro langsam näher. Oder vielmehr kämen, wären da nicht all die Hinterlassenschaften von Linda in Georgs Wohnung, die Zeugnis davon ablegen, dass er entgegen jeder Wahrscheinlichkeit immer noch davon ausgeht, dass sie zurückkommt.

    Schließlich überschlagen sich die Ereignisse, ein Löwe wird präpariert, Babys werden erwartet, Wohnungen durchsucht. Frau Lemke flüchtet, Georg räumt auf und auch Kai findet eine Lösung für seine verwickelte Familie.

    Ein richtiges Wohlfühlbuch, mit Figuren, denen man gerne im echten Leben begegnen möchte. Mit einer berührenden Handlung, die bei aller Warmherzigkeit realistisch bleibt. Dabei thematisiert die Autorin, ohne zu dick aufzutragen, auch vor allem die Einsamkeit alter Menschen, die Abhängigkeit, in die sie schließlich meist geraten. Gleichzeitig zeigt sie aber auch, welch wundervolle, dabei so einfache Lösungen es gibt, wenn man nur miteinander redet und aufeinander achtet.

    Ein Buch, das man empfehlen muss. Gerne möchte ich mehr von dieser Autorin lesen.

    Kerstin Campbell - Ruthchen schläft
    Oktopus Verlag, März 2021
     Gebundene Ausgabe, 223 Seiten, 20,00 €

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    Cover des Buches Denk ich an Moria (ISBN: 9783946334941)

    Bewertung zu "Denk ich an Moria" von Helge-Ulrike Hyams

    Denk ich an Moria
    RenaMvor 16 Tagen
    Kurzmeinung: Sachlich und unprätentiös
    Helge-Ulrike Hyams – Denk ich an Moria

    Der Autorin – Psychoanalytikerin und Professorin für Erziehungswissenschaften, geboren 1942 – gelingt es, die Realität im Lager Moria auf Lesbos zu schildern, ohne zu dramatisieren. In ruhigem, und dadurch vielleicht gerade wirkungsvollerem, Ton beschreibt sie das Leben der Flüchtlinge ebenso wie die Zustände, unter denen die vielen NGOs versuchen, den im Lager untergebrachten Menschen zu helfen.

    Helge-Ulrike Hyams hat einen Winter auf Moria verbracht, bevor Corona alle anderen Themen aus den Köpfen der Menschen und der Politiker verdrängt hat. Sie kommt mit der Schweizer NGO „One Happy Family“ auf die griechische Insel. Dieser nicht-staatlichen Organisation geht es vor allem darum, den zumeist schwer traumatisierten Geflüchteten so etwas wie eine Struktur im täglichen Leben zu geben. Sie sorgen für regelmäßiges Essen, für Beschäftigung, für Aus- und Fortbildung. Dass der Ort dieses Hilfsangebots etliche Kilometer vom Lager entfernt lag, hinderte die Hilfesuchenden nicht, sie gingen zu Fuß oder nahmen einen der zahlreichen Busse, die man meist für kleines Geld benutzen konnte.

    In thematische Kapitel gegliedert, zeigt das Buch die Dinge abseits der großen, plakativen Nachrichten. So erfährt die Leserin von der erstaunlichen Bedeutung einer Lidl-Filiale in der Nähe des Lagers, von Häkelkursen, die die Autorin anbietet und die den geflüchteten Frauen nicht nur Beschäftigung, sondern auch Selbstvertrauen verschafft sowie die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Dabei legen alle NGOs sehr großen Wert auf eine der wichtigsten Regeln vor Ort: lass die Menschen nicht zu nah an dich heran. Halte Distanz, wahre Abstand. Ansonsten richtest du mehr Schaden an als Hilfe zu leisten. Denn nicht nur die Geflüchteten werden, oftmals ganz plötzlich und ohne Vorwarnung, in andere Lager verlegt oder dürfen weiterreisen. Vor allem die freiwilligen Helfer, die aus aller Herren Länder und aus den unterschiedlichsten Motiven nach Moria kommen, wechseln immer wieder nach einer gewissen Zeit. Daher ist es, gerade für traumatisierte Kinder, gefährlich, zu enge Beziehungen aufzubauen.

    Mit klarer, aber dabei immer sachlicher Sprache erzählt die Autorin von ihren Monaten auf Moria. Es ist eine sehr persönliche Sicht, die vielleicht das Augenmerk auf Dinge richtet, die andere außer Acht gelassen hätten in einem solchen Bericht. Aber vielleicht gerade darum erreicht Helge-Ulrike Hyams die Leser:innen.

    Ihr Aufenthalt endet, als der Sitz ihrer Organisation in Flammen aufgeht – ein halbes Jahr, bevor das Lager in Moria brennt.

    Helge-Ulrike Hyams – Denk ich an Moria
    Berenberg, März 2021
     Klappenbroschur, 160 Seiten, 16,00 €

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    Cover des Buches Die Erfindung der Sprache (ISBN: 9783463000237)

    Bewertung zu "Die Erfindung der Sprache" von Anja Baumheier

    Die Erfindung der Sprache
    RenaMvor 18 Tagen
    Kurzmeinung: Eine unumwundene Leseempfehlung
    Anja Baumheier – Die Erfindung der Sprache

    Von einer Heldenreise der besonderen Art, mit einem überaus liebenswerten Helden, erzählt uns die Autorin in diesem wundervollen Roman.

    Dr. Adam Riese, seines Zeichens Sprachwissenschaftler, spricht wenig und wenn, dann am liebsten mit seiner elektronischen Sprachassistentin. Seine Lieblingszahl ist die Sieben, er liebt Listen mit exakt sieben Punkten und sein Äußeres straft seinen Nachnamen Lügen. Aufgewachsen ist Adam auf einer winzigen ostfriesischen Insel, umsorgt von nahezu allen Bewohnern des Eilands, abgöttisch geliebt von seiner Mutter Oda, seinem Vater Hubert und seinen Großeltern, Leska und Ubbo.

    Anja Baumheier erzählt seine Geschichte auf zwei Zeitebenen. Ein Handlungsstrang schildert die Lebensgeschichte seiner Familie, beginnend mit der ersten Begegnung zwischen Leska und Ubbo, beschreibt die große Liebe zwischen Oda und Hubert und die vielen Sorgen, die der zu früh geborene Adam seiner Eltern bereitet. Als Adam 13 Jahre alt ist, verschwindet sein Vater spurlos, woraufhin seine Mutter aufhört zu sprechen.

    Die zweite Zeitebene zeigt uns Adam als Erwachsenen, Dozent an der Universität in Berlin, alleinlebend, einzige Gesellschaft seine Sprachassistentin. Da ereilt ihn ein Notruf seiner Großmutter: seine Mutter ist beim Anblick eines Buches ohnmächtig geworden und verweigert seither die Nahrung. In besagtem Buch mit dem Titel „Die Erfindung der Sprache“ wurde Adams Vater namentlich erwähnt.

    Entgegen seinem Naturell und zutiefst leidend unter all den Veränderungen und Eindrücken, denen er sich damit aussetzt, begibt sich Adam auf die Suche. Er nimmt Kontakt zur Autorin des Buches auf und mit ihr zusammen folgt er den Spuren seines Vaters und dessen Familie durch Deutschland, nach Prag und in die Bretagne. Seine Begleiter dabei sind sein Koffer und eine Katze. Sowie eine in kritischen Momenten vor seinem inneren Auge erscheinende Leuchtschrift.

    Mit geradezu akrobatischem Geschick jongliert Anja Baumheier mit der Sprache, mit Worten, von denen man manche tatsächlich erstmal nachschlagen muss. Wer verwendet im täglichen Leben schon Wörter wie „Onomatopoetikum“ oder ähnliches.  Virtuos formuliert sie Sätze, die man sich an die Wand malen möchte, so lyrisch, so humorvoll, so ironisch und gleichzeitig liebevoll sind diese Satzkonstruktionen. „Adams exekutive Hirnfunktionen hatten alle Hände voll zu tun. Das Festlegen von Zielen, strategische Planungen, das Einbeziehen von Hindernissen beim Erreichen der Ziele, eine Prioritätenentscheidung, die Aufmerksamkeitssteuerung und die motorische Umsetzung des Geplanten erforderten seine gesamte Konzentration.“ (S. 198) Ein Satz, der einen wunderbaren Eindruck von Adams Befindlichkeit vermittelt. Oder hier in einer Szene mit Adam als Kind: „Winterkalt begann Adam zu zittern. Eine Träne desertierte aus dem Nussbraun seiner Augen.“ (S. 254)

    Vielleicht lässt die Autorin in ihrer Begeisterung für Bilder und poetische Sprache manchmal die Zügel zu sehr schießen, vielleicht ist die gesamte Geschichte ein wenig zu langatmig erzählt, sind zu viele Wendungen eingebaut.  Dabei wird sogar direkt in der Handlung darauf verwiesen, dass Adam sich auf einer klassischen Heldenreise befindet, einer der bekanntesten Plotstrukturen des Kreativen Schreibens.

    Doch es macht so viel Spaß, diesen Roman zu lesen, sich an den herrlichen Figuren zu erfreuen, mit ihnen zu fühlen, zu bangen und zu hoffen, dass am Ende doch keine Seite zu viel war. Da sind vor allem Leska, Adams tschechische Großmutter mit ihrem wunderbar authentischen Akzent, da sind die Polizistin, der Arzt und der Pfarrer der Insel, die ihre Lebensaufgabe darin zu sehen scheinen, Adam zu behüten und ihm bei seiner Mission zu helfen. Da ist Zola, die Autorin und Logopädin, die das genaue Gegenteil von Adam ist, aber voller Verständnis und Zuneigung für ihn den Weg bereitet, den Weg hinaus aus seinen Ängsten und seiner Sonderbarkeit.

    Der Roman von Anja Baumheier erinnert an viele große Klassiker, ist einerseits eine bunte Mischung aus Anlehnungen an klassische Helden, andererseits aber entwickelt ihr Buch einen ganz eigenen, ganz besonderen Charme. Fazit: eine unumwundene Leseempfehlung für alle, die Sprachwitz und herzerwärmende Geschichten lieben.

    Anja Baumheier – Die Erfindung der Sprache
    Kindler, März 2021
     Gebundene Ausgabe, 492 Seiten, 20,00 €

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    Cover des Buches Im Mordfall Iserlohn (ISBN: 9783740811266)

    Bewertung zu "Im Mordfall Iserlohn" von Kathrin Heinrichs

    Im Mordfall Iserlohn
    RenaMvor 20 Tagen
    Kurzmeinung: Abwechslungsreiche Kriminalgeschichten
    Kathrin Heinrichs u. Walter Wehner (Hg.) – Im Mordfall Iserlohn

    Wieder einmal erscheint ein Band mit Kurzkrimis zur jährlichen Criminale, die diesmal in Iserlohn stattfand – oder vielmehr stattfinden sollte. Die beiden Herausgeber haben hier zwanzig absolut unterhaltsame und vor allem abwechslungsreiche Kriminalgeschichten versammelt. Vertreten sind mit Jutta Profjit, Uli Aechnter, Elke Pistor, Peter Gerdes oder Carsten Sebastian Henn, Brigitte Glaser, Sandra Lüpkes wieder viele bekannte und nicht ganz so bekannte Autorinnen und Autoren.

    Die Kurzkrimis erzählen von herrlich absurden Kriminalfällen und Kriminellen, wie die Auftragskillerin, die sich ihre Arbeit mit nach Hause nimmt, den Nachbarn, die sich auf derb-drastische Weise an betrügerischen Handwerkern rächen, dem betrogenen Betrüger oder dem blutig endenden Junggesellinnenabschied.

    All diese Geschichten sind bravourös geschrieben, die Pointen sitzen perfekt, die Figuren sind schillernd und herrlich skurril. Dabei bewundere ich wie immer vor allem das Geschick der Autor:innen, die nötige Spannung auch in dieser Kurzform erzeugen zu können, den Humor auf hohen Niveau zu halten ohne dieser Spannung zu schaden. Natürlich können auch hier nicht alle Geschichten allen gleich gut gefallen, dazu sind sie zu unterschiedlich. Aber genau das macht den Charme dieser Kurzkrimis aus und genau darum freue ich mich jedes Jahr wieder auf das neue Buch zur Criminale.

    Dass alle Geschichten selbstverständlich einen regionalen Bezug zu Iserlohn haben, muss man sicher nicht extra erwähnen. Aber ich bin sicher, dass sich auch alle, die nicht in oder um Iserlohn leben, bei der Lektüre wunderbar unterhalten. Und ganz nebenbei bekommt man Lust, mehr von den präsentierten Autor:innen zu lesen.

    Kathrin Heinrichs u. Walter Wehner (Hg.) – Im Mordfall Iserlohn
    emons, März 2021
     Paperback, 255 Seiten, 12,00 €

     

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    Autorin, Bloggerin, Rezensentin, Schreiben und Lesen sind meine Leidenschaft. Ich kann, weil ich will, was ich muss. Aber ich muss nicht alles wollen, was ich kann.

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