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Reni

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches Ich hasse die Menschheit (ISBN: 9783966986830)

    Bewertung zu "Ich hasse die Menschheit" von Grace Austin

    Ich hasse die Menschheit
    Renivor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Ein kleines, feines wie bissiges Buch über unschöne Gedanken gegenüber unseren (lieben) verhassten Mitmenschen.
    Kein Roman, aber eine unterhaltsame Auflistung von 500 menschlichen Charaktereigenschaften

    Wer kennt das nicht? Wir alle laufen täglich Menschen über den Weg, die wir hassen … oder zumindest weniger mögen. Einfach, weil diese Menschen bestimmte Marotten oder Wertvorstellungen besitzen, die man selbst unsympathisch findet. Es liegt wohl immer im Auge der Betrachter/in. Die Bloggerin und Autorin Grace Austin (Pseudonym) kennt anscheinend eine Menge von Leuten (oder Idioten), die in ihr weniger großartige Gefühle auslösen – genau 500 Stück an der Zahl listet sie in diesem kleinen, schön gestalteten Büchlein des Wreaders Verlages auf. Das Motto: »Wir brauchen keine Liebe, wir brauchen Hass!« (steht so auf dem Buchrücken). Es folgt ein Versuch, dieses etwas andere Lesevergnügen kurz Revue passieren zu lassen.

    Dieses Buch ist definitiv kein Roman und erzählt somit keine Geschichte. Grace Austin listet in diesem Buch tatsächlich 500 Arten von Menschen (und teilweise Meinungsäußerungen) auf und hinterlässt darunter stets einen persönlichen spitzzüngigen Kommentar. Dieser kann aus einem Wort (wie Nein), einem oder mehreren kurzen Sätzen bestehen. Auf den circa 110 Seiten findet man folglich eine kurzweilige wie bissige Lektüre, die nicht minder unterhaltsam ist wie ein Roman.

    88. Menschen, die keinen Sarkasmus verstehen | Vielleicht nicht das beste Buch für dich. (Zitat aus Seite 24)

    In »Ich hasse Menschen« wird sich wohl jeder wiederfinden. Auf die eine oder andere Art. Von Zahnärzten, Schwarzfahrern, Lügnern und verunglimpften Menschen, die im Winter das Fenster aufreißen oder im Kino quatschen, ist reichlich Hasspotential vertreten. Vielleicht teilt man die gerade aufgeführte Abneigung und denkt: Wie recht Grace Austin doch hat! Vielleicht fühlt man sich sogar angesprochen, weil man selbst zur verpönten Menschengruppe gehört. Das gibt durchaus zu denken. Wobei der Unterhaltungsfaktor überwiegt. Spätestens bei Nummer 88. dürfte einem klar sein, dass dieses Buch mit einem (teils ernst gemeinten) Augenzwinkern geschrieben wurde – wenn man es nicht bereits beim Buchtitel erahnt.

    Grace Austin bezieht sich selbst in einige Anmerkungen mit ein und nimmt sich ergo selbst nicht allzu ernst. Genial! Man schaue sich nur mal die (keinesfalls) bescheidene Autorenbeschreibung an, die mit dem Aussehen eines wunderschönen Engels eingeleitet wird. Also ich mag diese Art von Humor und sarkastische Menschen sowieso. Im Buch tauchen zudem zahlreiche skizzenartige Illustrationen auf, die den Augen Abwechslung verschaffen und super zum Inhalt passen. Sicherlich nicht die ganz große Kunst, aber sehr charmant. Schade, dass die Zeichnerin (Jessi) nicht vorne im Buch erwähnt wird, sondern lediglich kurz in der Danksagung auftaucht. Aber vielleicht ist das so gewollt?

    Ich fragte mich: Könnte die Autorin auch ein Buch mit dem Titel »Ich liebe Menschen – Und halleluja, wie ich Fortsetzungen liebe« schreiben? Denn bei all dem Sarkasmus: Klingt das alles nicht ein bisschen verbittert? Wie eine Menschenhasserin? Natürlich nicht! Auf den letzten Seiten, in der Danksagung, offenbart Grace Austin auch ihre weiche, dankbare Seite und nennt ein paar liebe Menschen, die ihr ans Herz gewachsen sind, mit denen sie Spaß haben und kreativ sein konnte. Wenn das nicht liebenswert ist! Also eigentlich doch keine schlechte Idee. Das Potential dazu hat sie absolut.

    Kurz gesagt:

    Ein kleines, feines wie bissiges Buch über unschöne Gedanken gegenüber unseren (lieben) verhassten Mitmenschen. Kein Roman! Aber eine unterhaltsame Auflistung von 500 menschlichen Charaktereigenschaften (und teils Meinungsäußerungen), die einen auf die Palme bringen können – begleitet von charmanten Zeichnungen. Grace Austin nimmt sich in ihren sarkastischen Anmerkungen selbst nicht allzu ernst und findet auf den letzten Seiten sogar nette Worte. Sympathisch! Ein amüsanter wie kurzweiliger Lesesnack.

    Da die Sternebewertung bei solchen Büchern immer etwas schwierig ist, ich aber nichts auszusetzen habe, gibt es 5 von 5 Sternen von mir.

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    Cover des Buches Die Liebesbriefe von Montmartre (ISBN: 9783851794106)

    Bewertung zu "Die Liebesbriefe von Montmartre" von Nicolas Barreau

    Die Liebesbriefe von Montmartre
    Renivor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Ein lesens- wie hörenswerter Roman über einen emotionalen Verlust und einen zaghaften Neubeginn - trotz teils absehbarer Handlung!
    Eine emotionale wie rätselhafte Liebeskomödie in Paris

    Die Liebesbriefe von Montmartre ist mein erster (Hörbuch-)Roman von Nicolas Barreau. Bisher habe ich nur die ZDF-Herzkino-Verfilmung seines Bestsellerromans »Das Lächeln der Frauen« mit Melika Foroutan und Benjamin Sadler im Hauptcast gesehen. Mir hat die RomCom um den französischen Lektor André Chabanais gefallen, der unter britischem Pseudonym einen Bestseller veröffentlicht und alsbald der real existierenden Hauptfigur aus seinem Roman näher kommt. Nun muss ich schmunzeln, wenn ich in Bezug auf Nicolas Barreau lese, dass hinter dem französischen Autor in Wahrheit eine deutsche Verlegerin/Autorin stecken soll – bis heute unbestätigt. Die Vita und das Autorenfoto sind also unecht? Und der Autor lebt überhaupt nicht in Paris? Also ich finde die Vorstellung genauso amüsant, wie in der Romanverfilmung dargestellt. Denn Autoren haben Gründe für die Verwendung eines Pseudonyms (sei es aus privaten oder Marketingambitionen) und am Ende zählt für mich die – hier sehr lesenswerte – Geschichte. 

    In »Die Liebesbriefe von Montmartre« ist der Ich-Erzähler Julien Azoulay ebenfalls ein gefeierter Bestsellerautor. Nach dem Debüt-Erfolg seiner romantischen Komödie ist es nicht verwunderlich, dass Juliens Verleger Jean-Pierre Favre ganz versessen auf ein neues Manuskript ist und hartnäckig an Juliens Tür klopft. Doch der nun alleinerziehende Vater eines Sohnes ist nach dem Tod seiner geliebten Frau Hélène keineswegs in der Stimmung, eine humorvolle Geschichte aufs Papier zu bringen. Und dann sind da noch die 33 Briefe, die Julien an Hélène schreiben soll. Denn kurz bevor sie an Krebs verstarb, bat Hélène ihn um einen Brief für jedes ihrer Lebensjahre. Mit dem Versprechen, dass Juliens Leben mit dem letzten Brief eine gute Wendung genommen haben wird. Nicht zu viel versprochen! Denn bei dieser Art von Roman ist ein glückliches Ende natürlich fast schon vorprogrammiert. Inzwischen ist der Weg das Ziel und dieser wird für Julien bald zu einem Rätsel, als die Briefe an Hélène plötzlich aus dem Geheimfach verschwinden. Zurück bleiben wundersame Gegenstände, die Juliens Abenteuerlust wecken und ihn zuweilen an Zeichen aus dem Jenseits glauben lassen.

    Natürlich dürfte des Rätsels Auflösung für viele Leser/innen keine große Kunst darstellen. Obgleich sich Nicolas Barreau sportlich ins Zeug legt, um die Brotkrumen in mehrere Richtungen zu verteilen. Neben einigen Anzeichen, die durchaus dafür sprechen, dass Julien nun doch unverhofft Antworten von Hélène posthum erhält, bleiben noch zwei weitere mögliche Briefdiebinnen übrig, die offensichtliches Interesse an Julien bekunden – zumindest für die Leser/innen. Der  Ich-Erzähler hingegen steht etwas auf dem Schlauch und benötigt erst einige Fehlinterpretationen wie Fehltritte, bis sein Verstand das naheliegende Puzzlestück findet und sein Herz erkennt, nach wem es sich wahrhaftig sehnt. Da Julien hauptsächlich mit der Trauerbewältigung in Form von 33 herzergreifenden Briefen beschäftigt ist und von seinem liebenswerten Sohn Arthur auf Trab gehalten wird, ist dieser Umstand jedoch durchaus verständlich. Zumal ihn sein bester Kumpel Alexandre mit gut gemeinten Ratschlägen ebenfalls in die falsche Richtung lenkt. 

    Alles in allem empfand ich »Die Liebesbriefe von Montmartre« als eine tragisch-komische Liebesgeschichte mit viel Herz, wenn auch wenigen Überraschungen im Plot. Julien ist ein sympathisch angelegter Charakter, der nicht loslassen kann und viel hinterfragt. Infolgedessen benimmt er sich anderen gegenüber vielleicht nicht immer fair, aber nachvollziehbar. Und obgleich es ihn regelmäßig auf den Friedhof von Montmartre verschlägt und die Geschichte folglich eher tragischen Ursprungs ist, musste ich beim »Lesen« ein ums andere Mal herzhaft lachen. Das liegt zum Teil auch an dem Hörbuchsprecher Steffen Groth. Der Schauspieler und Synchronsprecher betont die Geschichte an den richtigen Stellen und gibt den einzelnen Protagonisten eine individuelle Stimme. Da lief das eigene Kopfkino automatisch auf Hochtouren und produzierte eine atmosphärisch inszenierte Dramödie auf meine innere Leinwand. 

    Während des Hörens stellte ich erneut fest: Paris ist auch in Buchform immer wieder eine Reise wert. In diesem Fall spielt die Handlung überwiegend im 18. Arrondissement Montmartre, einem Pariser Künstlerviertel, das mit der weißen Basilika Sacré-Cœur das höchst gelegene Viertel von Paris darstellt und einen beeindruckenden Blick über die Stadt bieten soll. Auf dem Friedhof von Montmarte liegt überdies der deutsche Dichter Heinrich Heine begraben. Der Ort, an dem die Liebesgeschichte von Julien und Hélène begann und Julien nun einen emotionalen Abschiedsmarathon hinlegt.  

    Kurz gesagt:

    Ein lesens- wie hörenswerter Roman über einen emotionalen Verlust und einen zaghaften Neubeginn, trotz teils absehbarer Handlung! Die Hörbuchversion profitiert überdies durch die vielseitige Stimmen-Performance von Steffen Groth.

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    Cover des Buches Der Pfau (ISBN: 9783462048001)

    Bewertung zu "Der Pfau" von Isabel Bogdan

    Der Pfau
    Renivor 8 Monaten
    Kurzmeinung: In »Der Pfau« sorgt Unwissenheit für amüsante Unterhaltung in den schottischen Highlands. Genau mein Humor!
    Amüsante Leseunterhaltung in den schottischen Highlands

    »Der Pfau« von Isabel Bogdan war ein Lesemuss für mich. Denn nachdem mich das Drama »Laufen« von der deutschen Autorin vor einigen Monaten stark beeindruckt hat, wollte ich weitere Werke von ihr lesen. Obwohl in meinem Fall passt lesen nicht ganz. Wie bei »Laufen« auch griff ich nämlich wiederholt zum Hörbuch. Dieses Mal gab es viel zu Lachen und das nicht nur wegen des genialen Vorlesers. 

    Die Story: Die Verlagsbeschreibung bringt es gut auf den Punkt. Die Geschichte um einen verrückt gewordenen Pfau ist tatsächlich very british und punktete bei mir vor allem durch den trockenen Humor. Wobei sich an der einen oder anderen Stelle im Roman schon mal der/die Tierschützerin in einem zu Wort melden kann. »Der Pfau« ist hier wahrlich Programm und sorgt für ein spitzfindiges Lesevergnügen, aufgrund von Gewissensbissen und Geheimniskrämereien. 

    Die Erzählweise: Isabel Bogdan bedient sich des allwissenden Erzählers. Als Leser/in bekommt man so einen exklusiven Einblick in die Gedanken des gesamten (grob skizzierten) Personals – sogar in das Innenleben von Hund Mervyn. Perfekt gewählt! Denn diese Geschichte funktioniert gerade dadurch, dass man als Leser/in weiß, was in den einzelnen Romanfiguren vorgeht. So ist man stets im Bilde darüber, was die anderen Protagonisten (noch) nicht wissen und zum Teil auch nie erfahren werden. 

    Die Protagonisten: Sind schon eine Ansammlung von Charakter-/Stereotypen wie man sie wohl in jeder Firma findet, zumindest was die Teilnehmer des Teambuildings betrifft (z. B. die Chefin = Kontrollfreak, der Analytiker/Alleskönner, der Verweigerer etc.). Gerade dieses typische Agieren während der Gruppenaufgaben empfand ich als höchst unterhaltsam und authentisch. Ebenfalls erfrischend: Die Gastgeber Lord und Lady McIntosh, die sich gerne über die Eigenarten der Großstädter amüsieren. 

    Das Setting: Der Leser ist zu Gast in den schottischen Highlands, in einem Herrenhaus, das dringend einer Sanierung bedarf. Die Gäste erwartet in den nahen gelegenen Cottages kein Luxus. Dafür Natur soweit das Auge reicht. Ohne WLAN Anschluss und mit mäßigem Netzempfang. Der perfekte Ort zum Relaxen und in sich gehen also. Wo kann ich buchen? 

    Mein Highlight: Die Auflösung bzw. der letzte (Ab)Satz. Hier weiß man dann auch, wozu der leicht ausholende Einstieg in die Geschichte gut ist. Ich liebe es! Ich denke aber auch, dass es nicht jedem so gehen wird. Ich persönlich empfehle das Hörbuch. Muss ich zu Christoph Maria Herbst als Vorleser noch viel sagen? Für mich ist er nicht nur ein überzeugender Schauspieler, sondern auch ein genialer Synchronsprecher, der den britischen Humor des Romans perfekt rüberbringt. Ganz großes Hörkino! 

    Kurz gesagt:

    In »Der Pfau« sorgt Unwissenheit für amüsante Unterhaltung in den schottischen Highlands. Die Hörbuchversion profitiert überdies durch die heitere Stimmen-Performance von Christoph Maria Herbst. Für mich ein Lese-Hör-Highlight!

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    Cover des Buches Nur mit dir (ISBN: 9783423650335)

    Bewertung zu "Nur mit dir" von Emilie Turgeon

    Nur mit dir
    Renivor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Es ist schon faszinierend, in die stille Welt von Roxanne einzutauchen.
    Wie eine Jugendliche ihr Gehör und die Liebe (wieder)findet

    Wer muss bei dem Buchtitel »Nur mit dir« auch sofort an die gleichnamige Nicholas Sparks Verfilmung mit Mandy Moore und Shane West in den Hauptrollen denken? Mit dem Jugendroman von Emilie Turgeon hat der Film ansonsten aber wenig gemein. Bei uns ist die französische Kinder- und Jugendbuchautorin bisher auch eher unbekannt und gilt (laut Autorenvita des dtv Verlages) als eine Neuentdeckung im deutschsprachigen Raum. Wen(n) das nicht neugierig macht!

    Eine kleine Buchentdeckung ist »Nur mit dir« für mich durchaus. Gemeinsam mit der 16-jährigen Roxanne taucht man in die Welt der Gehörlosen ein. Denn die Ich-Erzählerin ist seit dem achten Lebensjahr taub. Warum weiß niemand genau – weder die besorgten Eltern noch der Psychologe an Roxannes Schule, die auf Schüler mit Handicap spezialisiert ist. Fakt ist: Roxanne leidet unter einer psychogenen Taubheit. Die Ursachen sind also keineswegs physischer Natur. Stattdessen hat ihre kindliche Seele die Ohren vor der Welt verschlossen und diese seither nie wieder geöffnet. Dem Auslöser für das verdrängte Trauma wird peu á peu auf den Grund gegangen. Das hält die Spannungskurve konstant aufrecht und am Ende schockierende Erkenntnisse bereit.

    Unterstützung bekommt Bücherwurm Roxanne derweil nicht nur von ihren sympathisch gezeichneten Brüdern Fred und Jim. Denn als sie auf einer Party auf den attraktiven Liam trifft, verschwindet die Stille plötzlich. Roxanne kann hören! Allerdings nur, wenn Liam in der Nähe ist. Wie könnte sie da nicht seine Nähe suchen und sich von ihm auf ein Coldplay Konzert entführen lassen? Natürlich rein freundschaftlich! Liam hat schließlich eine Freundin, die allen Grund zur Eifersucht hat.

    Zitat: Ich liebe das Leben, ich liebe die Menschen, ich möchte nur, dass es zu den Bildern auch einen Ton gibt! (aus Seite 18 »Nur mit dir« von Emilie Turgeon)

    Es ist schon faszinierend, in die stille Welt von Roxanne einzutauchen. Von ihrem vibrierenden Wecker am Morgen bis hin zu den besten Freunden Lucie und Jacob, die ebenfalls gehörlos sind und wie Roxanne das Lippenlesen perfektioniert haben. Einen Film ohne Untertitel schauen oder ein herannahendes Auto hören, all das ist für Roxanne keine Selbstverständlichkeit. Die Kommunikation findet zum Teil in der Gebärdensprache statt. Diesen Umstand merkt man als Leser/in allerdings kaum. Emilie Turgeon beschreibt zwar einige Gesten (z. B. die Rock-Hand für »Ich liebe dich«), die Dialoge in Gebärdensprache werden aber hauptsächlich durch eine kursive Schrift hervorgehoben. Die Momente, in denen Roxanne wieder Geräusche wahrnimmt, sei es im Kino oder auf einem Konzert, finde ich in der Übersetzung von Tatjana Michaels ebenfalls anschaulich dargestellt. 

    Warum »Nur mit dir« für mich eine kleine (aber keine große) Buchentdeckung ist? Die Liebesgeschichte ist süß, für meinen Geschmack aber mit vielen anderen aus dem Genre Young Adult vergleichbar – manch (Charakter)Klischee inklusive. Eine Geschmacksfrage! Da ist z. B. die unsympathische Freundin von Liam, die keineswegs unbegründet das eigene Revier markiert. Gegen die vertraute Verbindung zwischen Roxanne und Liam hat sie definitiv keine Chance. Mir wird die Freundschaft zwischen Lucie, Jacob und Roxanne überdies zu stark auf die Gehörlosigkeit reduziert. Roxanne ist ein Mädchen, das keine Aufmerksamkeit mag und vieles für sich behält. Fast all ihre Gedanken und Entscheidungen kreisen um die Taubheit und erschweren eine Freundschaft auf Vertrauensbasis, vor allem in Bezug auf Lucie. Mir persönlich fehlte ein komplexerer Blick auf die Mitmenschen, fernab der Stille. Am Ende bekam ich fast den Eindruck, als sei eine Freundschaft zwischen Hörenden und Nichthörenden nahezu unmöglich. Die Auflösung um Roxannes Trauma und ihren Umgang mit der brisanten Wahrheit finde ich wiederum glaubwürdig und keinesfalls vorhersehbar ins Gesamtbild gesetzt. Trotz Kritik ist »Nur mit dir« ein für mich lesenswertes Buch! 

    Kurz gesagt:

    »Nur mit dir« von der französischen Autorin Emilie Turgeon ist für mich eine kleine Buchentdeckung. Mit der 16-jährigen Roxanne in die Welt der (psychogenen) Gehörlosigkeit einzutauchen und ein schockierendes Erlebnis aus der Vergangenheit zu ergründen, war für mich faszinierend und fesselnd zugleich. Bei der (für mich) schablonenhaft angelegten Liebesgeschichte ist der Funke allerdings nicht komplett übergesprungen. Das ist aber Geschmackssache! Insgesamt ein lesenswerter Jugendroman mit einer brisanten Auflösung – die am Ende nicht nur einige der Nebenfiguren sprachlos macht. Das macht 3,5 (aufgerundete) Sterne.

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    Cover des Buches Big Magic (ISBN: 9783596034932)

    Bewertung zu "Big Magic" von Elizabeth Gilbert

    Big Magic
    Renivor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein ermutigender Erfahrungsbericht der »Eat, Pray, Love«-Bestsellerautorin Elizabeth Gilbert über ein kreatives Leben ohne Angst.
    Kein (typischer) Schreib- oder Selbsthilferatgeber

    Auf »Big Magic« kam ich durch die Autorin Julia K. Stein, die eine begeisterte Buchbesprechung auf ihrem YouTube-Kanal diesbezüglich veröffentlicht hat. Da ich hin und wieder gerne Bücher lese, die sich mit Kreativität bzw. kreativem Schreiben befassen, wurde ich neugierig. 

    In »Big Magic« geht es um Kreativität bzw. die Entscheidung für ein kreatives Leben. Wobei es der Originaltitel »Big Magic: Creative Living Beyond Fear« um einiges besser auf den Punkt bringt, als der deutsche Nebentitel, der vielmehr einen allgemeinen Selbsthilferatgeber vermuten lässt. Dabei wird KREATIVITÄT hier sehr groß geschrieben.

    Ich selbst sehe in »Big Magic« den Erfahrungsbericht einer Autorin, die von magischen Momenten (von der Ideenreise bis hin zum Schreibprozess) eingeht und ihre Leser/innen zu einem kreativen Leben ermutigen möchte, infolgedessen aber keine magischen Versprechungen macht. Im Gegenteil! Neben dem berühmten Musenkuss geht es natürlich um Ängste, Schreibblockaden, Selbstzweifel und der persönlichen Einstellung zu einem kreativen Leben – das laut Gilbert nicht unbedingt mit einer beruflichen Laufbahn verschmelzen und keinesfalls mit dem Schreibhandwerk verknüpft sein muss. Bestes Beispiel: Eine gute Freundin der Autorin entdeckte mit vierzig Jahren das Eiskunstlaufen wieder und betreibt es seither mit Disziplin und Leidenschaft, ohne Aussicht auf eine Goldmedaille. Dieses Beispiel trifft den Kern von  »Big Magic« sehr gut. Gilbert zelebriert nämlich keinesfalls den anvisierten Erfolg, sondern das kreative Spiel selbst, das idealerweise Spaß bringen und das Leben bereichern sollte. 

    Die einzelnen Kapitel sind kurz gehalten. So ist für ein paar Seiten zwischendurch immer Zeit und ich war erstaunlich schnell mit dem E-Book durch. Natürlich schreibt die Autorin nicht nur über sich selbst, sondern lässt auch Aussagen und aufgeschnappte Ratschläge von anderen Kreativen von Kapitel zu Kapitel mit einfließen. Gerade, wenn es diesbezüglich um die Themen Misserfolg, leidende Künstler und das Schreiben als Hauptberuf geht, vertritt Gilbert eine erfrischende Haltung, die zum Nachdenken und Diskutieren einlädt. Zudem liest sich die Übersetzung von Britt Somann-Jung flüssig und angenehm. 

    Ich selbst habe an »Big Magic« inhaltlich wenig auszusetzen, kann mir aber vorstellen, dass andere Leser/innen – aufgrund des irreführendenden Buchtitels (deutsche Übersetzung) – eventuell mit anderen Erwartungen an das Buch herangehen. Natürlich geht Gilbert innerhalb der Kapitel des Öfteren auch auf ihre eigenen Werke und insbesondere den überraschenden Erfolg von »Eat, Pray, Love« ein. Das kann an manchen Stellen ein bisschen aufgetragen wirken. Andererseits hat die Frau nun einmal einen Bestseller geschrieben und untermauert anhand dieses Beispiels ihre Haltung zu einigen im Buch angesprochenen Themen. 

    Kurz gesagt:

    In »Big Magic« findet man als Leser/in keinen typischen Schreib- oder Selbsthilferatgeber – obwohl das Buch gerne dem Genre Selbsthilferatgeber zugeordnet  wird. Die »Eat, Pray, Love«-Bestsellerautorin Elizabeth Gilbert möchte die Leser/innen dieses Buches vielmehr zu einem kreativen Leben ermutigen und schreibt demgemäß über eigene Erfahrungen sowie das Loslassen von Ängsten, Perfektion und Selbstzweifeln. Das alles mag nicht neu sein, ist durch die individuelle Meinung und Herangehensweise der Autorin aber durchaus interessant zu lesen. 

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    Cover des Buches Es war die Nachtigall (ISBN: 9783446266094)

    Bewertung zu "Es war die Nachtigall" von Katrin Bongard

    Es war die Nachtigall
    Renivor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine tragische Liebesgeschichte zu Zeiten von Klimawandel und Massentierhaltung – mit einem Ende, über das man diskutieren sollte.
    Ein modernes Liebesdrama über dessen Ende man diskutieren sollte

    »Es war die Nachtigall« von Katrin Bongard ist für mich persönlich ein All-Age-Roman, den ich begeistert begonnen und zwiegespalten beendet habe. Als ich kürzlich bei Instagram auf das Buch aufmerksam geworden bin, war ich sofort neugierig. Die Kurzbeschreibung klang für mich nach einer vielversprechenden Liebesgeschichte mit einer zeitgemäßen Botschaft. Ja, hier schlägt die Uhr in mehrerer Hinsicht kurz vor Zwölf, indes weite Strecken mit dem Fahrrad bewältigt werden. Passend dazu fühlte sich das Schreiben dieser Rezension an wie Radfahren im Sommer. Denn es ist schwer, nicht zu spoilern!

    Darum geht es in »Es war die Nachtigall«: Die 16-jährige Tierschützerin und Umweltaktivistin Marie Nansen verguckt sich während eines Club-Konzertes der isländischen Band Ásgeir in Ludwig von Brockdorff, den Sohn einer bekannten Jägersfamilie. Beide fühlen sich von der ersten Begegnung an zueinander hingezogen und versuchen die Ansichten und Lebensweisen des jeweils anderen zu verstehen. Keine einfache Sache! Denn indes Marie und Ludwig offen aufeinander zugehen, haben im Familien- und Freundeskreis nicht alle Verständnis für die Liebe zwischen einer Veganerin und eines Jägers mit der Lizenz zum Töten. Das macht diese Verbindung nicht einfach, aber auch nicht unmöglich. 

    Was gefällt mir an »Es war die Nachtigall«? Ganz klar die Mischung aus moderner Liebesgeschichte und aktuellen Themen wie Massentierhaltung und Umweltschutz. Die wechselnden Ich-Perspektiven lassen einen rasch in die verschiedenen Alltagswelten der beiden Protagonisten eintauchen. Durch Ludwig erfährt man wissenswertes über die Natur und das Jagen im Wald. Alles Dinge, die man als Normalverbraucher nicht unbedingt weiß. Warum wird überhaupt gejagt? Und welche Rituale gibt es? Marie wiederum ist eine engagierte Jagdgegnerin mit Vorstrafe. Sie nimmt die Leser/innen mit auf eine illegale Tierschutzaktion (wer nach dieser Szene noch Appetit auf ein Ei hat?) und später zu Greenpeace-Treffen. Marie hinterfragt viel, kennt aber weitaus nicht alle Antworten und würde am liebsten die Schule abbrechen, um sinnvolles für Menschheit und Natur zu tun. Insgesamt wirkten die beiden nicht fehlerfrei, aber authentisch auf mich. Die Gegensätze zwischen Großstadtleben (Berlin/Postdam) sowie Jagd-/Waldleben unterstreichen indes die ungleichen Lebensstile. 

    Obwohl Marie und Ludwig anfangs unterschiedliche Ansichten vertreten, gehen sie offen aufeinander zu und verzetteln sich nicht unnötig in Missverständnissen und Verurteilungen. Klasse! Vorurteilen wird mit Neugier begegnet (das gilt allerdings nicht für einige der Nebenfiguren = Konfliktpotential). Direkte Fragen führen zu interessanten Pro-und-Contra-Argumenten. Obgleich die Vielzahl an aktuellen Themen durchaus den moralischen Zeigefinger der Autorin durchblicken lässt (meine Meinung!). Viele Probleme unserer Zeit, die zum Nachdenken anregen, werden kurz in Küchentischatmophäre angesprochen, dann aber nicht weiter vertieft. Zudem hat Katrin Bongard aus Ludwig einen sensiblen Hobby-Philosophen geformt, der eine Vorliebe für Island und die Romane von Karl Ove Knausgård hegt. So finden auch Gedanken über das Leben, die Liebe und das Sterben beiläufig Einzug in die Geschichte. 

    Der Schreibstil ist ebenfalls angenehm und flüssig zu lesen, da Katrin Bongard eher auf den Punkt schreibt und manches der Fantasie der Leser/innen überlässt. Ein Kuss ist hier eben ein Kuss und wird nicht in tausend Facetten umschrieben. Gleiches gilt für brenzlige Situationen, in denen an entscheidenden Stellen weggeblendet und zur nächsten Szene gesprungen wird. Das hat Vor- und Nachteile (ich verspürte eine teilweise Distanz zu den Charakteren). Mit circa 270 Seiten fällt »Es war die Nachtigall« auch recht kompakt aus und hat trotzdem eine starke Aussagekraft, die insbesondere am Ende nachdenklich stimmt und zum Diskutieren anregt. Ich persönlich bin dafür! Ich selbst habe nämlich ein Problem mit dem Ende. 

    Bereits auf der Zitatseite und im Prolog wird deutlich, dass diese Geschichte ein tragisches Ende finden wird. Trotz des eindeutigen Prologs hoffte ich sogar auf ein gutes Ende. Zu Zeiten von Fake News ist immerhin alles möglich!

    Dann kam er. Der letzte Akt. Die Tragödie. Übersichtlich in der Seitenzahl. Konsequent durchgezogen. Und das stört mich! Obwohl ich doch vorab wusste, was da ungefähr auf mich zukommen wird. Die Frage ist ohnehin nicht Ob oder Wann, sondern Wie. Das nun plötzlich alles ganz schnell geht und innerhalb weniger Seiten zur (fiktiven) Realität wird, finde ich für einen Jugendroman, aufgrund der Altersempfehlung ab vierzehn Jahren, durchaus vertretbar und in Ordnung. Nun kommt MEIN ABER: Ich persönlich finde diese Shakespeare Neuinterpretation – transportiert in die heutige Zeit – schwierig. 

    Ist »Es war die Nachtigall« deshalb ein schlechtes Buch für mich? Nein! Denn wie es im Roman ebenso aufgezeigt wird: Man kann über alles reden und darf anderer Meinung sein. Mir macht die romantisierte Botschaft am Ende, besonders in einem zeitgemäßen Roman für jugendliche Leser/innen, dennoch zu schaffen. Gerade bei dem hier gewählten Motiv im Schlussakt hätte ich mir eine etwas tiefgründigere Auseinandersetzung gewünscht, weil es letztlich alles andere überschattet und im Prolog zudem angedeutet wird, dass über dieses sensible Thema niemand sprechen will. Die hier gewählte Holzhammer-Methode finde ich persönlich da ebenso wenig präventiv oder gar romantisch. 


    Wem würde ich »Es war die Nachtigall« empfehlen?

    Lesern und Leserinnen, die tragische Liebesgeschichten vertragen können und offen sind für aktuelle Themen wie Klimawandel und Tierschutz. Bei sehr jungen Leser/innen empfiehlt sich ein Austausch. Deshalb eignet sich das Buch sicherlich für Lesungen und Diskussionsrunden in Schulen (auch und insbesondere wegen dem Ende). 

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    Cover des Buches Die Frau im Musée d'Orsay (ISBN: 9783328105848)

    Bewertung zu "Die Frau im Musée d'Orsay" von David Foenkinos

    Die Frau im Musée d'Orsay
    Renivor einem Jahr
    Kurzmeinung: Wie die Lebenskrise eines Kunstprofessors allmählich ein erschütterndes Drama offenbart - lesenswert!
    Ein gefühlvoll wie spannend erzähltes Drama, das die Liebe zur Kunst einfängt

    Neue Bücher von David Foenkinos sind stets Pflichtlektüre für mich. Insbesondere in diesem speziellen Buchfall. Schließlich bewirbt der Penguin Verlag den aktuellen Roman des französischen Schriftstellers mit den Worten: Wer »Nathalie küsst« mag, wird »Die Frau im Musée d’Orsay« lieben. Also ich habe Nathalie küsst vor einigen Jahren gerne gelesen. Sehr sogar! Deshalb war ich neugierig, ob ich diesen künstlerisch untermalten Roman tatsächlich lieben werde. Eines sei vorab verraten: Ich mag weiterhin die sporadisch eingearbeiteten Fußnoten, die typisch für David Foenkinos sind und kenne nun die Übersetzung von »Die Toilette befindet sich am Haupteingang« auf Englisch, Spanisch, Chinesisch, Japanisch, Russisch, Italienisch und Arabisch. 

    Dieses Mal lädt Foenkinos den Leser nach Paris ein, in das Kunstmuseum Musée d’Orsay – wie es der deutsche Buchtitel bereits verrät. Doch wer ist die erwähnte Frau im Buchtitel? Und welche Rolle spielt sie für den eingangs verschlossenen Protagonisten Antoine Duris? Die Antwort darauf lässt auf den ersten Seiten nicht lange auf sich warten … und ist dennoch nicht so einfach zu beantworten. Denn eigentlich gibt es in diesem Roman nicht nur eine Frau, die Antoines Aufmerksamkeit auf sich zieht und eine zentrale Verbindung zu besagtem Museum herstellt. Klar hingegen ist die Tatsache, dass sich der Romanheld in einer schweren Lebenskrise befindet. Warum das so ist, offenbart Foenkinos innerhalb von vier Hauptteilen, in denen Antoines Charakter zeitweise in den Hintergrund gerückt und ein höchst bedrückendes Kapitel aufschlagen wird. 

    Wie gewohnt, beleuchtet Foenkinos seine Geschichte (in Gestalt eines allwissenden Erzählers) aus mehreren Blickwinkeln heraus. So erfährt man innerhalb eines Kapitels keineswegs nur, was in Antoines Kopf vorgeht, sondern parallel, was die neugierige Personal-chefin Mathilde an dem für sie »speziellen Fall« fasziniert. Eingangs gibt Antoine nicht nur für Mathilde ein rätselhaftes Bild ab, das es näher zu begutachten lohnt – neben der brennenden Frage, ob der Kunstkenner mit dem Schauspieler Romain Duris* verwandt ist. Auch als Leser beschäftigt einen die Frage, warum Antoine plötzlich aus Lyon geflohen ist, um in Paris als stiller Beobachter in einem Kunstmuseum anzuheuern. Im zweiten Kapitel wird schließlich seine Vergangenheit näher betrachtet und es kommt ein von der Liebe desillusionierter Kunstprofessor zum Vorschein, der in seinem unglücklichen Verhalten (besonders Frauen gegenüber) zuweilen an Sympathie einbüßt, sein Fehlverhalten aber immerhin einsieht und Besserung gelobt. Antoine ist eben auch nur ein  (fiktiver) Mensch, der zeitweise in einer Sinnkrise feststeckt und mit gegenwärtigen Schuldgefühlen zu kämpfen hat. 

    Als ich das dritte und geheimnislüftende Hauptkapitel aufschlug, konnte ich das Buch vollends nicht mehr aus der Hand legen. Ich möchte diesbezüglich nicht zu viel verraten, weil es interessierten Leser/innen die Spannung nehmen könnte. So viel darf aufgrund der Verlagsbeschreibung aber verraten werden: Es geht um die Kunststudentin Camille, deren Name früher im Roman bereits kurz erwähnt wird. Eigentlich bekommt man schnell eine Ahnung davon, in welche Richtung sich ihre Geschichte entwickeln wird. Wie vorab erwähnt: Es wird ein bedrückendes Kapitel aufgeschlagen, das dank Foenkinos prägnantem Schreibstil (sowie der gelungenen Übersetzung von Christian Kolb) aber an Farbkraft gewinnt und aufgrund der ernsten Thematik zum Nachdenken anregt. Ohnehin wird die Liebe zur Kunst hier auf eine schmerzvolle wie mitreißende Art zelebriert – selbst für eine Kunstbanausin wie mich. 

    Und was ist mit dem abschließenden Kapitel? Ich muss gestehen: Die Auflösung um Antoines Flucht hat mich, aufgrund der zusammenfassenden Erzählweise, leicht ernüchtert. Das zu erklären, fällt mir schwer. Nur soviel: Im Vergleich zu Camilles Leidensgeschichte erschien es mir plötzlich wie ein überdramatisiertes Schwarz-Weiß-Portrait. Denn das letzte Kapitel vollendet die Geschichte mit einem (zugegeben) versöhnlichen, für mich jedoch viel zu rasch erzähltem Ende. Die Würze in der Kürze lässt hier zuweilen an Tiefe vermissen. So ist die »Liebesgeschichte« zwischen Antoine und Mathilde eher oberflächlich gezeichnet. Man erlebt sie vielmehr zwischen den Zeilen. Das ist jedoch Geschmackssache und gehört eben zum Schreibstil von David Foenkinos. 

    * Romain Duris spielte u. a. in »Der Schaum der Tage« sowie »Der Auftragslover« die männliche Hauptrolle. Ich empfehle zudem die französische romantische Komödie »Mademoiselle Populaire«.

    Kurz gesagt:

    Ein gefühlvoll wie spannend erzähltes Drama, das die Liebe zur Kunst einfängt und aufgrund der ernsten Thematik zum Nachdenken anregt. Die Auflöung um Antoines Flucht und das darauffolgende letzte Kapitel sind dann gewiss Geschmackssache. Aber sehr lesenswert!

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    Cover des Buches Sonnengelber Frühling (Emely und Elyas 3) (ISBN: B085YCSBR6)

    Bewertung zu "Sonnengelber Frühling (Emely und Elyas 3)" von Carina Bartsch

    Sonnengelber Frühling (Emely und Elyas 3)
    Renivor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine nicht ganz unkomplizierte Liebesfortsetzung von »Kirschroter Sommer« und »Türkisgrüner Winter«.
    Emely und Elyas are back! Gewohnt wortgewitzt und nicht ganz unkompliziert

    Vor circa sechs Jahren habe ich die ersten beiden Bände »Kirschroter Sommer« und »Türkisgrüner Winter« von Carina Bartsch begeistert gelesen. Die Lovestory um Emely und Elyas hat mir damals zwar einiges an Lesegeduld abgefordert – gerade was Emelys Charakterentwicklung betrifft. Dennoch hatte ich immer viel Spaß beim Lesen und schloss die beiden schlussendlich in mein Leserinnenherz, vor allem nach »Türkisgrüner Winter«. Nun, da Carina Bartsch endlich eine Fortsetzung niedergeschrieben und veröffentlicht hat, war für mich natürlich klar: »Sonnengelber Frühling« will und muss ich lesen! 

    Es geht auch sofort vielversprechend los. Denn die Handlung knüpft nahtlos an den Vorgängerband »Türkisgrüner Winter« an und sorgte bei mir gleich zu Beginn für zuckende Mundwinkel, was die gewohnten Wortgefechte zwischen Ich-Erzählerin Emely Winter und Sonnyboy Elyas Schwarz betrifft. Natürlich fragte ich mich vorab schon: Was soll nach dem Happy End des zweiten Teils noch alles passieren? Ich hatte so eine Vorahnung, die sich dann (leider!) bestätigte. Doch Entwarnung! Zum Glück gibt es keine unnötige Herz-Schmerz-Trennung und Emely und Elyas geben schon ein unterhaltsames Gespann ab. Überdies erfährt man, wie es mit Jessica nach den dramatischen Silvester Ereignissen weitergeht und was Elyas seiner Emely eigentlich zu Weihnachten schenken wollte – zweiteres baut quasi den Spannungsbogen mit auf und könnte in der Auflösung ein wenig unspektakulär erscheinen (liegt im Auge der Betrachter/in). Einige kritische Gedanken über den Literaturbetrieb und unser Gesundheitssystem fließen ebenfalls mit ein. 

    Eine Story-Auffrischung ist vorab übrigens nicht unbedingt notwendig. Es gibt nämlich immer wieder Gespräche und resümierende Gedanken, die das Gedächtnis unterstützen. Sogar der verschwundene Liebesbrief taucht wieder auf und verdeutlicht, dass hier, trotz Versöhnung, emotional noch einiges im Argen liegt und Verzeihen nicht gleich Vergessen bedeutet. 

    Ja, und dann dreht sich die Handlung für meinen Geschmack leider zu stark im Kreis. Denn wiederholt geht es um das defekte Vertrauen zwischen Emely und Elyas. Was dazu führt, dass sich in diesem Roman vieles um Sex dreht bzw. darum, keinen haben zu wollen. Wie Cameron Diaz es in der romantischen Kömödie »Liebe braucht keine Ferien« so schön zusammenfasst: »Sex macht alles kompliziert. Selbst, wenn man keinen Sex hat. Ihn nicht zu haben, macht auch alles kompliziert«. Dieses Zitat fasst das Disaster von Emely und Elyas recht gut zusammen. Es ist eben kompliziert. Und eigentlich ist das auch völlig in Ordnung. Ich muss keinen Roman lesen, in dem sich alles nur um das eine dreht. Aber einen Roman zu lesen, in dem sich doch irgendwie alles um das eine dreht (weil ständig darüber geredet wird), darüber hinaus aber wenig passiert, überschattete mein persönliches Lesevergnügen. 

    Elyas unerschütterliches Selbstvertrauen (oder ist es Selbstverliebtheit?) und seine verständnisvolle Geduld Emely gegenüber sind durchaus liebenswert, erschöpfen sich mit fortschreitender Handlung (meiner Meinung nach) aber total. Zwar schaffte es Carina Bartsch, dass ich Emelys innere Blockade ansatzweise nachvollziehen konnte, aber auch das nur bis zu einem gewissen Grad. Das Problem liegt für mich persönlich darin, dass Emelys Charakterentwicklung einen ordentlichen Kratzer abbekommen hat. Immerhin hat sie am Ende von »Türkisgrüner Winter« endlich die Kurve gekriegt und begonnen auf ihr Herz zu hören. In »Sonnengelber Frühling« ist sie nun wieder völlig verkopft und macht Rückschritte. Deshalb hätte ich es schöner gefunden, wenn komplett andere Probleme auf die beiden zugekommen wären und die Beziehung daran hätte wachsen können. Aber das ist Geschmackssache!

    Kurz gesagt:

    »Sonnengelber Frühling« ist eine nicht ganz unkomplizierte Fortsetzung der Liebesgeschichte um Emely und Elyas, mit der man wiederholt viel Spaß haben kann. Für meinen Geschmack dreht sich die Geschichte allerdings zu stark im Kreis und arbeitet alte Probleme (teils unnötig) neu auf. Als Fan von »Kirschroter Sommer« und »Türkisgrüner Winter« wird man an diesem Roman aber ohnehin nicht vorbei kommen und sollte sich seine eigene Meinung bilden. Für mich eine Geschmacksfrage! 

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    Cover des Buches Das Schloss in den Wolken (ISBN: 9783551560148)

    Bewertung zu "Das Schloss in den Wolken" von Lucy Maud Montgomery

    Das Schloss in den Wolken
    Renivor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Insgesamt eine (teils) amüsante Gesellschaftssatire in malerischer wie fabelhafter Kulisse Kanadas. Höchst empfehlenswert!
    Ein kanadischer Klassiker über gesellschaftliche Zwänge und weibliche Selbstbestimmung

    Dies ist mein erster Roman der kanadischen Autorin Lucy Maud Montgomery, die mir zuvor unbekannt war. Dabei lächelte mich Montgomerys erfolgreiche Buchreihe um „Anne auf Green Gables“ des Öfteren bei Netflix an – verfilmt als Serie (aktuell zwei Staffeln) unter dem Titel „ANNE WITH AN E“. Umso verwunderlicher ist es, dass die Übersetzung von „The Blue Castle“ (ein unabhängiger Einzelroman) lange auf sich warten ließ. Der kanadische Klassiker aus dem Jahre 1926 erschien in Deutschland nämlich erstmals 2015 beim Königskinder Verlag (ein ehemaliges Imprint des Carlsen Verlages), übersetzt von Nadine Püschel. Und das Ergebnis liest sich fabelhaft!

    Nun gut, anfangs könnte die Lesefreude leicht getrübt werden. Die 29-jährige Valancy Stirling badet nämlich im Selbstmitleid, indes für die wortreiche Vorstellung ihrer Familie viel Raum geboten wird. Dabei hat es die passionierte Leserin von Naturbüchern wahrlich nicht einfach. Als Frau ohne einen Mann an ihrer Seite ist sie ein schwarzes Schaf in der Gesellschaft. Nirgends ist ein Heiratskandidat in Sicht. Die Zahl an Freundinnen begrenzt sich ebenfalls auf null.

    Gegenwärtig könnte sich die unverstandene Protagonistin vielleicht Freunde über das Internet suchen oder ein Profil bei einer Dating-Plattform einrichten. In früheren Zeiten gestaltete sich das Ganze schon schwieriger. Vor allem, wenn eine Frau als weniger attraktiv eingestuft und mit fast dreißig Jahren als ‚Alte Jungfer‘ abgestempelt wurde. Single zu sein war eben nicht zu allen Zeiten im Trend und feministische Selbstbestimmtheit keine Selbstverständlichkeit. Wobei das auch heute leider nicht überall auf der Welt gilt. Da darf man schon mal träumen. Wie Valancy, die in ihrem Blauen Schloss dem Eskapismus frönt, nichtsahnend, dass eine verstörende Botschaft sie genau dort hinführen wird. Wobei die Autorin hier geschickt mit vorausblickenden Andeutungen zu spielen weiß, was neugierig macht.

    Bis Valancy ihre Metamorphose einleitet, begleitet der Leser sie aber erst einmal durch den tristen Familienalltag, bestehend aus häuslicher Ordnung und familiären Boshaftigkeiten, die mit ausufernden Vergleichen der wunderschönen Cousine Olive unterstrichen werden. Geschmackssache! Lichtblicke bilden die poetischen Buch-im-Buch-Auszüge von Valancys Lieblingsautor John Forster, der sie mit Sätzen wie „Nahezu alle Übel auf der Welt gehen darauf zurück, dass jemand vor etwas Angst hat.“ aus der Komfortzone lockt und überdies den heutigen Zeitgeist trifft. Von nun an geht es stetig bergauf. Valancy blüht stückweise auf und ist zu Entscheidungen und Veränderungen im Stande, die auf den ersten Seiten undenkbar erschienen. Das Mitzuerleben machte mir, im Gegensatz zu der plötzlich entsetzten Familie Stirling, unheimlich Spaß. Zumal die Autorin zuweilen die Perspektive ändert und Einblicke in die Gedanken und Gespräche der übrigen Verwandtschaft gewährt.

    Am Ende ergibt sich daraus eine amüsante Gesellschaftssatire, die aus heutiger Sicht vielleicht ein wenig überholt daherkommt, zur damaligen Zeit jedoch passt und irgendwie schon wieder zeitgemäß ist. Eine zarte Liebesgeschichte wird ebenfalls geboten. Diese ist in den Grundzügen zwar vorhersehbar (die Hinweise sind einfach zu eindeutig), dadurch aber nicht minder lesenswert. Hier zahlt sich aus, dass Lucy Maud Montgomery ein bildhaftes Auge für Details hat und die Figuren aneinander wachsen lässt. Romantik kommt an zweiter Stelle! Stattdessen rückt die Liebe zur Natur in den Vordergrund. Gemeinsam mit Valancy darf der Leser märchenhaft inszenierte Ausflüge in den Wäldern Kanadas genießen, die ein Gefühl von Freiheit und Zwanglosigkeit verströmen. Gleiches gilt für die Freundschaft zwischen Valancy und einem unangepassten Outsider, die auf Respekt und Freiräumen füreinander aufbaut. Da erscheint es völlig nebensächlich, dass im letzten Akt ein Unwetter heraufbeschworen wird, das man schon lange am Himmel hat aufziehen sehen. 

    Zitat aus Seite 223: Sie ließen das Reich des Alltäglichen und Altbekannten hinter sich und landeten im Reich des Geheimnisvollen und Verwunschenen, wo alles geschehen und alles wahr sein konnte...

    Fazit:

    Ein kanadischer Klassiker über gesellschaftliche Zwänge und weibliche Selbstbestimmung. Insgesamt eine (teils) amüsante Gesellschaftssatire in malerischer wie fabelhafter Kulisse Kanadas. Höchst empfehlenswert!

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    Cover des Buches Offline ist es nass, wenn's regnet (ISBN: 9783743203778)

    Bewertung zu "Offline ist es nass, wenn's regnet" von Jessi Kirby

    Offline ist es nass, wenn's regnet
    Renivor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein lesenswertes Offline-Abenteuer mit emotionalen Höhen und Tiefen.
    Selbstoptimierung trifft auf Selbstfindung

    Auf der Homepage des Loewe Verlages wird das inzwischen sechste Jugendbuch von Jessi Kirby als "Digital-Detox"-Roman vermarktet. Doch wie es für Romane von Jessi Kirby nicht unüblich ist, spielen, neben der digitalen Entgiftung in "Offline ist es nass, wenn's regnet", natürlich auch Themen wie Trauer und Verlustbewältigung eine gewichtige Rolle – obwohl der Roman diesbezüglich ursprünglich anders geplant war, wie die Autorin in ihrer bewegenden Danksagung mitteilt.

    Was ich erstaunlich fand: Obwohl die 18-jährige Mari anfangs auf Selbstoptimierung gepolt ist und ihr Social Media Leben auf Perfektion und Trugbildern aufbaut, war sie mir nie unsympathisch. Man merkt eigentlich schnell, dass die geschäftige YouTuberin an ihrer bisherigen Lebensweise zu Zweifeln beginnt und nur noch den richtigen Anstoß für eine Veränderung benötigt. Einerseits fand ich es interessant zu lesen, wie anstrengend ein Leben als Influencerin sein kann, zumindest wenn es – wie in Maris Fall – stets um das perfekte (retuschierte) Foto oder die gegenwärtige Anzahl an Followern geht. Andererseits steht von Beginn an die Entfremdung zwischen Mari und ihrer einst besten Freundin/Cousine Bri im Fokus der Geschichte. Somit ist die innere Zerrissenheit der Ich-Erzählerin bereits ab der ersten Seite präsent. Überdies beginnt sie, sich selbst zu hinterfragen und einen radikalen Entschluss zu fassen, der übertrieben anmutet, in Bezug auf die Folgereaktionen aber gar nicht mal unrealistisch erscheint und das darauffolgende Offline-Abenteuer ins Rollen bringt.

    Das Thema Selbstdarstellung im Netz finde ich in dieser Hinsicht gelungen umgesetzt, da es zum Nachdenken und Hinterfragen des eigenen Onlineverhaltens anregen kann. Wobei ich jetzt nicht annehme, dass Mari die Realität aller Influencer wiederspiegelt. Und wenn doch, finden sich hier gute Tipps für eine "Digital Detox"-Kur nebst Selbstfindungstrip. Und dieser ist kein Spaziergang! Denn Mari begibt sich spontan in den Yosemite Nationalpark, um für ihre Cousine posthum ein Stück des John Muir Trails zu laufen, der sich auf gute 211 Meilen erstreckt. Das sie unterdessen an der eigenen Fake-Persönlichkeit und dem Spontantrip zu (ver-)zweifeln beginnt, ist in der Einsamkeit der Berge natürlich verständlich und gehört zum Reifeprozess dazu. Obgleich sie bis kurz vor Schluss immer wieder gerne die Beine in die Hand nimmt, wenn es zwischenmenschlich kriselt und erst lernen muss, Konflikten direkt ins Gesicht zu blicken. Das ist nicht immer ein Leservergnügen, passt aber zu Maris Entwicklung, die eben erst klärender Regenschauer und Naturgewalten bedarf – neben der einen oder anderen (gerne erwähnten) Ibuprofen Tablette gegen Gliederschmerzen.  

    Ermunterung kommt in Form von Tagebucheinträgen, die Bri vorab für diesen Trip niedergeschrieben hat und die Mari nun als Orientierungs- und Motivationsstütze dienen. Die dafür passend im Buch abgebildeten Illustrationen von Imke Sönnichsen bieten auch lesetechnisch Abwechslung und machen Bri sympathisch und spürbar, obwohl sie körperlich abwesend ist. Für mich ist Maris Cousine hier ohnehin der Motor, der die Geschichte über weite Strecken am Laufen hält und diesen Hike – vor allem emotional – unvergesslich macht. Natürlich kreuzen weitere Reisegefährten den Weg der mutigen Wanderin und es wird sogar Raum für eine kleine, dezent platzierte "Liebes"-Geschichte geboten. Ich persönlich fand die sporadisch herumflatternden Schmetterlinge im Bauch aber nicht notwendig und hätte mir vom Nebenpersonal mehr Ecken und Kanten gewünscht. Das ist jedoch Geschmackssache und machte für mich "Offline ist es nass, wenn's regnet" nicht weniger lesenswert.  

    Kurz gesagt:

    Offline muss man sich nicht unbedingt persönlich in den Regen begeben und sich über 211 Meilen durch Berge und Flüsse quälen. Die circa 331 Seiten von Jessi Kirbys sechstem Jugendroman bieten nämlich schon einen guten Grund, das Smartphone für eine Weile aus der Hand zu legen und sich für ein paar Stunden auf ein emotionales Offline-Abenteuer mit diversen Höhen und Tiefen einzulassen. Für mich stellte sich indes gar nicht erst die Frage: Aufgeben oder Weiterblättern? Weiterblättern!

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