Rodrik-Andersen

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    Cover des Buches Ich mach das jetzt!9783710900235

    Bewertung zu "Ich mach das jetzt!" von Ulla Lohmann

    Ich mach das jetzt!
    Rodrik-Andersenvor 22 Tagen
    Kurzmeinung: So spannend kann das Leben sein
    So spannend kann das Leben sein

    Ulla Lohmann, Jahrgang 1977, arbeitet beruflich als Fotojournalistin und Dokumentarfilmerin. Zu ihrem Spezialgebiet zählen indigene Völker – und besonders Vulkane, eine Leidenschaft, die sie schon von Kindesbeinen an gepackt hat. Als sie als junge Studentin den Lavasee im Krater des aktiven Vulkans Benbow auf Vanuatu erblickt, ist es um sie geschehen. Von da an hat sie ein Ziel vor Augen: Bis auf die unterste Ebene des Lavasees vorzustoßen, wohin sich bislang noch kein Mensch vorgewagt hat.

    Auf Ulla Lohmann bin ich über ein Radio-Interview aufmerksam geworden, das vor einigen Jahren in der Sendung SWR1 Leute ausgestrahlt wurde. Daher landete ihr Buch, das durchaus als Biografie betitelt werden kann, auf meinem Lesestapel. Zwar stellt der Vulkan Benbow so etwas wie den Sehnsuchtsort der Autorin dar, zu dem sie wiederholt zurückkehrt, um ihren Traum zu verwirklichen. Doch im Mittelpunkt der Erzählung steht Ulla Lohmann selbst – und das völlig zurecht. In der Tat hat sie schon recht früh einen alternativen Lebensweg eingeschlagen, der sie in die pazifische Südsee führte, wo sie ihre zweite Heimat fand. So befasste sie sich während ihrer Schulzeit mit fossilen Knochen, was ihr drei Jahre später den Jugend-forscht-Preis auf Bundesebene einbrachte. Mit dem Preisgeld machte sie sich dann unmittelbar nach Abschluss des Abiturs zu einer Weltreise auf. Dabei verschlug es sie nach West-Samoa, wo sie kurzerhand als Köchin auf einem Schiff anheuerte – obwohl sie überhaupt nicht kochen konnte. Und so kam es schließlich, dass sie in den darauffolgenden Semesterferien auf Vanuatu landete, wo sie in den Krater des Vulkans Benbow hinabblickte...

    Tatsächlich liest sich das Buch genauso augenzwinkernd, wie es die kleine Zusammenfassung erahnen lässt. Der Schreibstil ist schnörkellos und eingängig, was sicherlich dazu beigetragen hat, dass ich die kurz gehaltenen Kapitel förmlich verschlungen habe. Dabei geht die Autorin nicht nur auf ihre Abenteuer ein, sondern berichtet auch über erlittene Rückschläge und private Details, die dem Inhalt einen persönlichen Anstrich verleihen. Kurzum: Das Lesen bereitete mir großes Vergnügen.

    Viel zu bemängeln gibt es daher nicht. Allerdings ist die Anzahl an Farbfotografien unter dem Aspekt, dass es sich bei der Autorin um eine Fotografin und Dokumentarfilmerin handelt, eher dürftig. Zudem ist das Preis-Leistungs-Verhältnis unausgewogen: Für knapp 250 Buchseiten in großer Schrift soll der Leser 24 Euro aufwenden. Dies ist schlichtweg zu teuer. Mehr gibt es jedoch von meiner Seite aus nicht zu beanstanden.

    Fazit: Die kurzweilige Biografie von Ulla Lohmann ist es wahrhaftig wert, gelesen zu werden. Der bisherige Lebensweg der Autorin ist mit spannenden und unterhaltsamen Anekdoten gespickt, so dass bei mir zu keiner Zeit Langeweile aufkam. Ihr Mut, ihre Beharrlichkeit, Lebenslust und Vielseitigkeit sind bewundernswert und imponierten mir von Anfang an. Tatsächlich hätte ich nichts dagegen, dieser Frau eines Tages persönlich über den Weg zu laufen, um sie zu ihren Abenteuern auszufragen. Oder um in Erfahrung zu bringen, wie sie es geschafft hat, die unterschiedlichsten Sprachen zu erlernen und so vielen Hobbys und Leidenschaften gleichzeitig nachzugehen. Die einzigen Wermutstropfen sind der teure Buchpreis sowie die dürftige Anzahl an Fotografien, wodurch der fünfte und letzte Stern auf der Strecke geblieben ist.

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    Cover des Buches Blutföhre9783744802949

    Bewertung zu "Blutföhre" von Monika Pfundmeier

    Blutföhre
    Rodrik-Andersenvor einem Monat
    Kurzmeinung: Abgesehen vom ansprechenden Buchcover ein Totalausfall
    Abgesehen vom ansprechenden Buchcover ein Totalausfall

    Graf Ulrich von Mering steht unter Druck: Seine Untergebenen werden von einem Raubritter tyrannisiert, der sich an ihm rächen will und dabei selbst vor Mord nicht zurückschreckt. Deshalb benötigt der Graf dringend Hilfe und Unterstützung von seinem Lehnsherrn Ludwig II., mit dem er sich aber in Bezug auf einen geplanten Feldzug und eine arrangierte Heirat überworfen hat. Gelingt es Ulrich, sich aus dem Geflecht aus Intrigen zu befreien, das ihn zu ersticken droht?

    Normalerweise ist es nicht meine Art, auf die ästhetischen Mittel einzugehen, die einem Autor zur Verfügung stehen, um für sein Werk zu werben. Konkret spreche ich vom Cover, das einen nicht zu unterschätzenden Einfluss darauf hat, ob wir in einer Buchhandlung einen Roman in die Hand nehmen und darin stöbern oder unbeachtet links liegen lassen. Falls es dem Cover und dem Klappentext gelingt, unsere Neugierde zu wecken, sind wir meistens auch gewillt, einen Blick ins Buch zu werfen und die ersten Seiten durchzublättern, um ein Gefühl für dessen Aufbau zu bekommen. Hier spricht man in Fachkreisen vom Buchsatz, der das Herzstück eines geschriebenen Werks darstellt.

    Warum ich ausgerechnet jetzt auf diese Aspekte zu sprechen komme? Weil beim historischen Roman „Blutföhre“ zwischen Cover und Buchsatz Welten klaffen, die symptomatisch dafür sind, was hier schiefgelaufen ist.

    Das Buchcover ist meiner Meinung nach ein echter „Eyecatcher“. Auf mich macht es einen ansprechenden und hochprofessionellen Eindruck. Aufgrund der Farbwahl und den darauf abgebildeten Elementen fällt eine Genre-Zuordnung leicht. Alles wirkt aus einem Guss.

    Der Buchsatz hingegen ist eine Katastrophe. Absätze, wo keine hingehören. Falsche Satzzeichen, die sich mittels „Suchen und ersetzen“ hätten beseitigen lassen. Fehlende Silbentrennung, wodurch unschöne Lücken im Text entstehen – die Auflistung ließe sich beliebig fortführen. Hier merkt man, dass es die Autorin sträflich unterlassen hat, sich mit diesem Thema näher auseinanderzusetzen.

    An dieser Stelle sei angemerkt, dass es sich um das Erstlingswerk der Autorin handelt. Dass hierbei Fehler passieren, ist normal. Hier muss jede/r angehende Schriftsteller/in anfangs Federn lassen und Erfahrungen sammeln. Und es ist richtig, wenn sich ein Autor in erster Linie auf den Inhalt des Romans, also auf die zu erzählende Geschichte und die Entwicklung der Hauptfiguren konzentriert. Wie sieht es an dieser Stelle aus?

    Die Handlung erstreckt sich über den Zeitraum Mitte März bis Ende März 1268, was dem Leser unnötigerweise bei jedem Kapitel erneut in Erinnerung gerufen wird. Insgesamt ist der Auftakt durchaus gelungen. Zwar ist der poetisch angehauchte Schreibstil gewöhnungsbedürftig, worauf die Autorin im Vorwort auch hinweist, dennoch lasen sich die ersten einhundert Seiten flüssig und machten Lust auf mehr. Allerdings beginnt sich die Handlung rasch in die Länge zu ziehen. Neue Charaktere wie z.B. die Hofdame Cäcilia werden eingeführt, die plötzlich viel Raum einnehmen, für den eigentlichen Fortgang der Geschichte jedoch bedeutungslos sind. Der Raubritter wiederum spielt dann kaum mehr eine Rolle. Und selbst der Schreibstil macht sich immer öfters unangenehm bemerkbar, weil sich nichtssagende, in die Länge gezogene Passagen aneinanderzureihen beginnen. Der abrupte Abschluss des Romans, der mit völlig überzogenen Wendungen einhergeht, setzte einen traurigen Schlusspunkt.

    Fazit: Bei diesem historischen Roman ist nur eine Sache gekonnt: das Buchcover. Umso mehr wundert mich, wie es dem vorliegenden Werk trotz seiner gravierenden Mängel gelungen ist, in die Endrunde des Deutschen Selfpublishing Preises 2017 aufgenommen zu werden. Nach einem vielversprechenden Auftakt verliert sich sowohl die Handlung als auch die Sprache in der Bedeutungslosigkeit, weshalb sich das Leseerlebnis bei mir zunehmend zäh gestaltete. Als schlicht unzumutbar empfand ich den Buchsatz. Das völlig überzogene Ende des Buches setzte dem Ganzen schlussendlich die Krone auf. Daher kann ich an dieser Stelle leider nur die Empfehlung aussprechen, von diesem historischen Roman Abstand zu nehmen, solange keine vollumfängliche Überarbeitung des Innenlebens durch die Autorin erfolgt ist.

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    Cover des Buches Countdown to Noah - Gegen Bestien9783906829517

    Bewertung zu "Countdown to Noah - Gegen Bestien" von Fanny Bechert

    Countdown to Noah - Gegen Bestien
    Rodrik-Andersenvor 4 Monaten
    Starker Auftakt, danach zunehmend schwülstiges Gefühlschaos

    In einer nahen Zukunft stellte sich zu spät heraus, dass ein vermeintliches Wundermittel die Menschen in triebgesteuerte Bestien verwandelt. Damit nicht genug: Diese als „Noahs“ bezeichnete Bestien verspüren nicht nur einen Heißhunger auf Menschenfleisch, sondern können andere auf mannigfaltige Weise mit ihrer „Krankheit“ anstecken. Kein Wunder also, dass die Überlebenden versuchen, sich gegen die Noahs abzuschotten, die von Tag zu Tag mehr werden.

    Soweit zur leicht abgewandelten Zombie-Apokalypse, die in der Einleitung beschrieben wird. Die größte Überraschung folgt bereits im ersten Kapitel. Dort lernen wir die 17-jährige Protagonistin Cassidy kennen, die unmittelbar zuvor von einem Noah gebissen worden ist. Erfahrungsgemäß verbleiben ihr also noch rund 30 Tage, bis sie selbst eine Bestie sein wird. Daher lautet fortan das oberste Ziel, ihre jüngere Schwester Claire in Sicherheit zu bringen, solange sie noch die Chance dazu hat.

    Tatsächlich bietet der beschriebene Ansatz viel Potenzial zur Entwicklung einer Handlung, die die ausgetretenen Pfade der Zombie-Unterhaltung hinter sich lässt. Der Auftakt ist vielversprechend. Der großartige Schreibstil in Verbindung mit den kurzweiligen Kapiteln, die gnadenlos den Countdown herunter zählen, ließen mich am Ball bleiben. Selbst der Umstand, dass die Noahs erst in der zweiten Buchhälfte wieder verstärkt eine Rolle spielten, störte mich kaum. Allerdings verfolgt die Autorin den anfangs eingeschlagenen Weg nicht konsequent weiter, weil sie stattdessen eine Dreiecksbeziehung in den Vordergrund stellt, die bereits in vielen anderen Büchern vorgekommen ist. Dadurch verwässerte sie nicht nur ihre brillanten Einfälle und Ideen, sondern sorgte auch dafür, dass kaum noch Spannung aufkam. Das schwülstige Gefühlschaos der Cassidy-Daniel-Jeff-Beziehung empfand ich zunehmend als unerträglich und überzogen. Niemand, der sich in absehbarer Zeit in eine Bestie verwandelt, sich mit den damit verbundenen Nebenwirkungen herumschlägt und sich Sorgen um die eigene Schwester macht, würde sich emotional auf ein solches Liebeskarussell einlassen, wie es hier der Fall ist. So versandet die Handlung zunehmend in Nebensächlichkeiten und gipfelt in der Erkenntnis, dass die Geschichte in einem zweiten Band fortgesetzt wird.

    Fazit: Bei „Countdown to Noah“ handelt es sich leider um eine mäßig spannende Zombie-Literatur, weil Liebesbeziehungen im Vordergrund stehen, die sich des altbackenen „Twilight“-Hypes bedienen. Zwar ist der Schreibstil rundum gelungen, doch reicht dies nicht, um die Schwächen auszugleichen, die sich zunehmend bemerkbar machen. So wird beispielsweise Cassidys allmählicher Verwandlung in eine Noah-Bestie viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Dasselbe gilt für ihre Sorgen und Nöte, die mit ihrer „Erkrankung“ sowie der Zukunft ihrer Schwester verbunden sind. Die junge, weibliche Leserschaft mag diesen Roman vielleicht ansprechend finden, auf mich traf das nicht zu. Daher werde ich vom Nachfolgeband absehen.

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    Cover des Buches Akte Kronos9783744810371

    Bewertung zu "Akte Kronos" von Matthias Bürgel

    Akte Kronos
    Rodrik-Andersenvor einem Monat
    Kurzmeinung: Schriftstellerische Schwächen und ausgetretene Pfade trüben Lesespaß
    Schriftstellerische Schwächen und ausgetretene Pfade trüben Lesespaß

    Hartmut Willberg wird tot in einem Hotelzimmer aufgefunden. Hauptkommissar David Sprenger übernimmt den Fall. Zunächst deutet alles auf einen Selbstmord hin. Doch als sich die Widersprüche zu häufen beginnen, führt David die Ermittlungen sogar dann noch fort, als ihm der Fall entzogen wird. Damit bringt er jedoch nicht nur seinen Vorgesetzten gegen sich auf, sondern ruft außerdem weit mächtigere und gefährlichere Männer auf den Plan.

    Ich bin über Mund-Propaganda auf den Autor Matthias Bürgel aufmerksam gemacht worden. Die Tatsache, dass der Kriminalbeamte nebenberuflich Thriller-Romane schreibt und als Selfpublisher veröffentlicht, machte mich neugierig. Von Buchbeginn an zeigt sich, dass hier einer vom Fach ist. Bei der Schilderung von Tathergängen, Tatorten oder Kampfhandlungen ist der Autor voll und ganz in seinem Element und weiß eine spannende, lebensechte Atmosphäre zu kreieren. Die kurz gehaltenen Kapitel, die teilweise nur über wenige Seiten gehen, sind zwar gewöhnungsbedürftig, erfüllen aber durchaus ihren Zweck, wenn es darum geht, der Geschichte Tempo einzuhauchen.

    Trotz dieser positiven Aspekte konnte mich der Thriller nicht von sich überzeugen.

    Mein Leseerlebnis litt vor allem unter den schriftstellerischen Schwächen, die sich konsequent durch den gesamten Roman ziehen. Der Autor mag zwar ein passionierter Schreiber sein und viele gute Einfälle haben, aber mit dem Schreibhandwerk an sich hat er sich meiner Einschätzung nach kaum oder nur am Rande auseinandergesetzt. Aus diesem Grund beging er Fehler, die alle Autoren am Anfang begehen – einfach, weil man es nicht besser weiß. An erster Stelle möchte ich das „Show, don’t tell“-Prinzip nennen: Anstatt dass sich der Autor andauernd zu Wort meldet und Sachverhalte darlegt und erklärt, sollten sich die Informationen dem Leser durch die Handlung des Romans selbst erschließen. Auch der Umstand, dass man nicht mitten in einer Szene zwischen den Köpfen verschiedener Charaktere hin und her springt, weil sich sonst keine richtige Bindung zu den Figuren festigen kann, gehört zu den fundamentalen Fehlern. Oder sämtliche Fakten geballt auf zig Seiten beim Leser abzuladen, anstatt die Informationen portioniert auf mehrere Abschnitte zu verteilen (Stichwort: Infodump). All die genannten Problempunkte lassen sich in diesem Buch finden.

    Der zweite Hauptkritikpunkt, den ich hier nennen möchte, ist die altbekannte Handlung des Romans, die sich wie eine weniger aufregende Variante von Dan Browns Bestseller „Sakrileg“ liest. Gerade die Forschungsergebnisse von Herr Willberg wären unglaublich bahnbrechend, trotzdem kommt ihnen eine verschwindend geringe Rolle zu, die gegen Ende des Buches kaum noch ins Gewicht fällt. Stattdessen findet mal wieder eine Schnitzeljagd um Leben und Tod statt, bei der das streng gehütete Geheimnis eines Geheimbundes auf dem Spiel steht, der dies natürlich mit aller Macht bewahren will. Neue Impulse sucht man hier leider vergebens. Und über die sich überschlagenden Wendepunkte – vor allem am Ende des Romans – konnte ich nur fassungslos den Kopf schütteln.

    Fazit: An guten Ideen mangelt es zwar nicht, doch mündet die Handlung frühzeitig in ausgetretene Pfade. Zudem hapert es am schriftstellerischen Handwerk, was sich u.a. negativ auf den Spannungsbogen und die Charakterentwicklung auswirkt. Für mich hielt sich der Lesespaß damit in sehr engen Grenzen. Tatsächlich habe ich erst im Nachhinein gemerkt, dass es sich bei „Akte Kronos“ um David Sprengers zweiten Fall handelt. Jedoch muss man den ersten Band nicht gelesen haben, um den Geschehnissen in diesem Buches folgen zu können.

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    Cover des Buches Total Recall9783455502787

    Bewertung zu "Total Recall" von Arnold Schwarzenegger

    Total Recall
    Rodrik-Andersenvor 4 Monaten
    Wer sich für Arnies berufliche Laufbahn interessiert, sollte zugreifen

    In dieser Biografie gewährt Arnold Schwarzenegger auf über 650 Seiten einen tiefen Einblick in seinen Werdegang. Dabei wird vor allem auf seine berufliche Laufbahn eingegangen, wohingegen die Abschnitte über sein Privatleben deutlich kürzer gehalten sind.

    Für mich hielt die Biografie so einige Überraschungen bereit. Nicht, dass ich mich im Vorfeld mit der Person Arnold Schwarzenegger näher auseinandergesetzt hätte. Mir ist „Arnie“ vor allem aufgrund seiner Filme ein Begriff, die mich in meiner Jugend begleitet haben. Besonders die Action-Streifen wie Terminator, Total Recall, Predator oder True Lies sind mir nachhaltig in Erinnerung geblieben, in denen er die Hauptrolle gespielt hat. So überraschte es mich, zu erfahren, dass er ganz am Anfang seiner Filmkarriere sogar einen Golden Globe als bester Newcomer gewann. Und wie zielstrebig, wandlungsfähig und einfallsreich Arnie zugange war, als es darum ging, Geschäfte zu machen und Geld zu verdienen. Zu seinen großen Stärken zählt gewiss die Selbstvermarktung, aber auch das Knüpfen wertvoller Kontakte, die ihm oftmals bei der Erreichung der gesteckten Ziele geholfen haben. Seiner Frau Maria kommt gerade hier eine wichtige Rolle zu, die im Buch auch immer wieder gewürdigt wird.

    Neben den aufschlussreichen Passagen, die sich mit seinem Aufstieg zum Hollywood-Filmstar beschäftigten, konnte ich mich auch für jene Kapitel begeistern, die sich mit Arnies Wahl zum Gouverneur von Kalifornien und dem politischen Alltag in Sacramento auseinandersetzten. Hier empfand ich das Lesen als besonders unterhaltsam, wenn nicht sogar spannend. Beim Thema „Bodybuilding“ hätte ich mir wiederum eine Straffung gewünscht, da mich diese Abschnitte nicht sonderlich fesseln konnten. Natürlich waren seine Erfolge in diesem Sektor ausschlaggebend dafür, dass es ihn in die USA und zum Film verschlagen hat, wo sein eigentlicher Siegeszug begann. Trotzdem wäre hier weniger mehr gewesen.

    Fazit: Respekt! In „Arnie“ steckt wohl mehr, als man gemeinhin glaubt: Panzerfahrer, Bodybuilder, Handwerker, Immobilien-Investor, Schauspieler, Initiator der zivilen Humvee-Ausführung, Politiker und Gouverneur, etc. Was er auch anpackte, es wurde in der Regel zum Erfolg. Dies passt natürlich zum Mythos der USA, welches sich als „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ rühmt. Dank eines eisernen Willens, einer beachtenswerten Wandlungsfähigkeit und eines großen Netzwerks gelang es ihm, in den verschiedensten Bereichen erfolgreich zu sein und sich einen Namen zu machen, der Menschen auf der ganzen Welt ein Begriff ist. In Summe liegt also eine lesenswerte Biografie vor – einfach, weil es sich um einen erfrischend abwechslungsreichen Werdegang handelt, den Arnie da eingeschlagen hat. Dass sein Privatleben und seine Fehltritte dabei größtenteils im Dunkeln verbleiben, ist zwar schade, störte mich aber nur am Rande.

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    Cover des Buches Friedhof der Kuscheltiere9783453435797

    Bewertung zu "Friedhof der Kuscheltiere" von Stephen King

    Friedhof der Kuscheltiere
    Rodrik-Andersenvor 8 Monaten
    Gute Ansätze, die leider in zäher Handlung untergehen

    Louis Creed zieht mit seiner Familie in eine Kleinstadt im US-Bundesstaat Maine. Dort freunden sie sich sogleich mit ihren Nachbarn Jud und Norma an. Jud ist es dann auch, der Louis und seiner Familie den Tierfriedhof zeigt, der sich im Wald hinter dem neu bezogenen Haus befindet und die Kinder und Erwachsenen gleichermaßen aufwühlt. Als der Kater der Creeds bei einem Unfall zu Tode kommt, weiht Jud Louis in ein Geheimnis ein, was folgenschwere Konsequenzen nach sich zieht.

    Der Auftakt des Buches las sich spannend und flüssig. Anfangs sind die Kapitel nur wenige Seiten lang, was bei mir den Eindruck erweckte, rasch voranzukommen. Zudem fand ich den Protagonist Louis interessant, aus dessen Perspektive die Geschichte erzählt wird. Auch die Schilderung des düsteren, unheimlichen Tierfriedhofs ist mehr als gelungen. Tatsächlich fiel es mir zu diesem Zeitpunkt schwer, das Buch beiseitezulegen.

    Dabei blieb es allerdings nicht. Der Mittelteil des Romans las sich genauso zäh, wie sich der Beginn unterhaltsam gestaltet hatte. Das lag vielleicht auch daran, weil sich der Autor wiederholt eines Stilmittels bedient, das nur mit Bedacht und vereinzelt zum Einsatz kommen sollte: der Vorausdeutung. Richtig eingesetzt kann es helfen, gerade über weniger spannende Phasen des Buches hinwegzuhelfen, wenn es gelingt, im Kopf des Lesers Fragen aufzuwerfen, die dringend einer Antwort bedürfen. Stephen King gelang dies jedoch nicht. Stattdessen verriet er offenkundig, welchen weiteren Verlauf die Handlung nehmen würde. Doch wie soll noch Spannung aufkommen, wenn schon absehbar ist, was passieren wird? Auf meinen Lesefluss wirkte sich das ausschließlich negativ aus. Hinzu kommt, dass der Buchtitel suggeriert, dass dem Tierfriedhof eine zentrale Rolle zukommt. Dem ist aber nicht so. Zudem häufen sich Passagen mit seitenlangen Rückblenden und Monologen, die für den Fortgang der Geschichte keine nennenswerte Bedeutung haben. Und zwischen den Charakteren wird auf einmal auch munter hin und her gewechselt, wo davor durchgehend aus Louis' Sicht erzählt wurde. Auf den letzten 50 Seiten wird es zwar dann wieder spannend, stellenweise sogar brutal. Hier macht der Autor seinem Ruf alle Ehre. Doch kam die Kehrtwende in meinem Fall viel zu spät.

    Fazit: Leider haben mir die inhaltlichen und handwerklichen Schwachstellen, die sich zunehmend häuften, das Lesevergnügen gründlich verdorben. Bei einem Debütroman hätte ich über solche Unzulänglichkeiten noch hinwegsehen können. Dies gilt aber nicht für einen Bestsellerautor, der zu diesem Zeitpunkt bereits jahrelang im Geschäft war. Derlei Patzer sind mehr als ärgerlich. Die anfänglich, mühsam aufgebaute Spannung verpufft einfach ungenutzt. Erst gegen Ende finden zögerlich Horrorelemente Eingang in die Geschichte. Daher war „Friedhof der Kuscheltiere“ für mich eine große Enttäuschung.

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    Cover des Buches Geh nie alleine essen! und andere Geheimnisse rund um Networking und ErfolgB007XWXRRQ

    Bewertung zu "Geh nie alleine essen! und andere Geheimnisse rund um Networking und Erfolg" von Keith Ferrazzi

    Geh nie alleine essen! und andere Geheimnisse rund um Networking und Erfolg
    Rodrik-Andersenvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Anfangs vielversprechend, später zu viel Selbstbeweihräucherung.
    Anfangs vielversprechend, ab der Mitte zu viel Selbstbeweihräucherung

    Der Autor Keith Ferrazzi setzt sich in diesem Sachbuch mit dem Thema Networking auseinander. Bis zur Hälfte gelingt ihm der Spagat, Ratschläge gepaart mit eigenen Erfahrungswerten an den Leser zu bringen. Dies war der Teil, bei dem mir das Lesen des Buches Vergnügen bereitet hat und ich für mich die ein oder andere Erkenntnis herausziehen konnte.

    Leider zieht sich dieser Ansatz nicht bis zum Ende hin durch. Je weiter das Buch voranschreitet, desto mehr verliert der Autor das eigentliche Ziel aus den Augen: Dem Leser einen Mehrwert zu bietet. Stattdessen stimmt Keith Ferrazzi zunehmend ein Loblieb auf sich und sein erfolgreiches Leben an, was für mich nach einer gewissen Zeit beinahe unerträglich wurde. Daher verwundert es nicht, dass mein Lesefluss gehörig ins Stocken geriet und ich sogar kurz davor stand, das Buch vorzeitig abzubrechen. Eine Portion Selbstdarstellung mag in Ordnung gehen, solange sie nicht in Narzissmus mündet. Hier hat der Autor leider am Ende das gesunde Maß verloren.

    Fazit: Zu Beginn liefert dieses Sachbuch durchaus interessante Tipps, wie Networking, Kontaktaufnahme und Beziehungspflege erfolgreich gelingen und einem selbst neue Chancen eröffnen kann. Dabei zeigt der Autor immer wieder auf, wie entscheidend es ist, diese Ressource nicht als Währung zu verstehen, sondern als Wechselspiel aus Geben und Nehmen. Indem man sich für andere Menschen interessiert, sich für sie einbringt und ihnen hilft, ihre gesteckten Ziele zu erreichen, hilft man sich am Ende selbst. Ab der Mitte des Sachbuches lesen sich die Kapitel zunehmend zäh, eben weil der Autor nur noch sich selbst im Fokus hat und nicht die Vermittlung des eigentlichen Stoffes. An einer Biografie war ich aber definitiv nicht interessiert, als ich mich dazu entschlossen habe, dieses Buch zu kaufen.

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    Cover des Buches Lockwood & Co. - Die Seufzende Wendeltreppe9783570403099

    Bewertung zu "Lockwood & Co. - Die Seufzende Wendeltreppe" von Jonathan Stroud

    Lockwood & Co. - Die Seufzende Wendeltreppe
    Rodrik-Andersenvor einem Jahr
    Kurzmeinung: So geht Gruseln heute – für dieses Jugendbuch gibt es eine klare Leseempfehlung.
    So geht Gruseln heute – für dieses Jugendbuch gibt es eine klare Leseempfehlung

    Seit Jahrzehnten wird Großbritannien aus unerfindlichen Gründen von Geistererscheinungen heimgesucht, die für Menschen eine große Gefahr darstellen. Jedoch kommt es nicht den Erwachsenen zu, die Geister zu bekämpfen, sondern den Kindern und Jugendlichen, die noch über die notwendigen, hochsensiblen Sinne verfügen, die hierfür unabdingbar sind. So zählt auch die 15-jährige Lucy Carlyle, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, zu jenen Agenten, die sich der Aufgabe verschrieben haben, Geister gegen Bezahlung unschädlich zu machen. Auf der Suche nach einer Anstellung landet Lucy schließlich bei Lockwood & Co. Neben Anthony Lockwood, dem charismatischen Inhaber, gehört nur noch George Cubbins dieser kleinen Agentur an. Als ein Auftrag missglückt, steht prompt die Existenz von Lockwood & Co. auf dem Spiel. Da kommt ein lukratives Angebot ganz gelegen – wäre da nicht die Gewissheit, dass es sich um eine Aufgabe handelt, bei der es um Leben und Tod geht.

    Der Autor hält sich nicht mit langen Vorreden auf. Zum Auftakt des Romans lässt er den Leser an jenem Auftrag teilhaben, der schließlich in einem Desaster endet. Dabei wird sowohl auf das Handwerk der Geisterjäger eingegangen als auch auf die Frage, was es mit den Geistererscheinungen in Großbritannien auf sich hat. Tatsächlich fühlte ich mich anfangs an den Film „Ghostbusters“ erinnert, wobei den Agenten keine High-Tech-Waffen zur Verfügung stehen. Stattdessen müssen sie mit Degen, Eisenkugeln, Eisenspäne, Plomben und griechischem Feuer vorliebnehmen, um sich der Geister zu erwehren, mit denen sie es zu tun bekommen. Umso wichtiger ist es, mit einem eingespielten Team ein solches Unterfangen in Angriff zu nehmen.

    All das weiß der Autor – mit den Augen der Hauptfigur Lucy – in einem wunderbar eingängigen Schreibstil zu erzählen, der sich eines reichen, anschaulichen Wortschatzes erfreut. Die düsteren und bedrohlichen Abschnitte wechseln sich gekonnt mit humorvollen Szenen ab; aufgrund der jüngsten Misserfolge und Lucys wiederholten Regelverstößen bekommen sich die Kollegen nämlich immer wieder in die Haare. Dadurch entstehen scharfzüngige Dialoge, die nicht nur viel Witz versprühen. So ist es nicht verwunderlich, dass ich die dreiköpfige Gruppe rund um Lockwood & Co. rasch ins Herz schloss. Was mir ebenfalls außerordentlich gut gefiel, war die gelungene Mischung aus Gruselgeschichte, Kriminalroman und Abenteuer-Erlebnisbericht, die für Abwechslung und Spannung sorgte.

    Angesichts dessen fielen die kleinen Schwächen des Buches kaum mehr ins Gewicht, die ich jedoch nicht unerwähnt lassen möchte. So entstand bei mir ab und zu der Eindruck, ein allwissender Erzähler gebe die Handlung wieder, obgleich Lucy die Geschichte erzählte. Dadurch konnte ich mich nur eingeschränkt in Lucy hineinversetzen. Das haben andere Autorinnen wie z.B. Stephenie Meyer oder Johanna Danniger besser hinbekommen. Ansonsten lässt sich nicht leugnen, dass Lucy und ihre männlichen Kollegen angesichts ihres noch jungen Alters äußerst vernünftig auftreten. So kam es, dass ich beim Lesen meistens Erwachsene vor meinem inneren Auge hatte – und keine Teenager.

    Fazit: Der erste Teil der Buchreihe „Lockwood & Co.“ startet fulminant und hält über weite Strecken das hohe Tempo bei. Die Handlung, das Geistererscheinungsproblem und die Techniken zu dessen Bekämpfung zogen mich regelrecht in den Bann. Deshalb fiel es mir oft schwer, das Buch zur Seite zu legen, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht; dafür sorgten auch gelungene Cliffhanger am Ende vieler Kapitel. Zudem ist Lucy mit ihrer Gabe sowie emotionalen Ader die perfekte Identifikationsfigur. Insofern handelt es sich bei „Die Seufzende Wendeltreppe“ um ein großartiges und spannendes Jugendbuch, das ich nur wärmstens weiterempfehlen kann. Fest steht, dass ich unbedingt herausfinden will, wie es mit Lucy und ihren Kollegen aus der Agentur „Lockwood & Co.“ weitergeht.

    Diese Rezension ist auch auf meiner Webseite erschienen:
    https://www.rodrikandersen.de/zum-buch-lockwood-und-co-i/

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    Cover des Buches City of Bones9783442486823

    Bewertung zu "City of Bones" von Cassandra Clare

    City of Bones
    Rodrik-Andersenvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Damals vielleicht ein Highlight, das inzwischen viel zu oft kopiert wurde.
    Damals vielleicht ein Highlight, das inzwischen viel zu oft kopiert wurde

    Die 15-jährige Clary Fray wird in einem New Yorker Club Zeuge eines Mordes, den außer ihr niemand wahrzunehmen scheint. Als auch noch ihre Mutter entführt wird, ist nichts mehr, wie es einmal war. Plötzlich sieht sie sich mit der Welt der Schattenjäger konfrontiert, bei denen es sich um eine eingeschworene Gemeinschaft handelt, die Dämonen jagt. Erst allmählich erfährt Clary, dass ihr ganzes bisheriges Leben eine Lüge war.

    Für mich stellt die Protagonistin Clary, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird, den eigentlichen Höhepunkt dar. Sie ist nicht nur eine Kämpfernatur, sondern auch eine junge Frau, die ihren Platz sucht und durchaus mit Worten umzugehen weiß. So ergeben sich, gerade mit ihrem besten Freund Simon oder den Schattenjägern, immer wieder Dialoge, die mich zum Lachen brachten. Gut gefallen hat mir auch der Schreibstil, der locker leicht zu lesen ist.

    Leider stellte sich nach dem vielversprechenden Auftakt heraus, dass es sich um eine dieser 08/15-Fantasy-Geschichten für Jugendliche handelt, die es schon zuhauf gibt. Mittlerweile reagiere ich allergisch darauf, wenn Vampire und Werwölfe in ein und demselben Buch vorkommen und gegeneinander zum Kampf antreten. Wo bitte, bleibt denn hier die Fantasie? Mir ist bewusst, dass ich der Autorin mit dieser Aussage unrecht tue, weil sie mit ihrem Erstlingswerk gewiss zu denjenigen gehört hat, die den beschriebenen Trend erst befeuerten. Dennoch ist es einfach schade, wenn ständig von der fantastischen Welt „Idris“ vorgeschwärmt wird, der Leser aber damit kaum in Berührung kommt. Das hätte mich wesentlich mehr interessiert als irgendwelche Begegnungen mit „Monstern“, die die typischen Klischees erfüllen. Bei anderen Szenen wiederum fühlte ich mich zu sehr an Filmklassiker wie „Star Wars“ erinnert, was bei mir ebenfalls einen schalen Beigeschmack hinterlassen hat.

    Fazit: Der Roman „City of Bones“ startete vielversprechend, doch litt die Handlung zunehmend unter Langatmigkeit, weil sich die Hauptcharaktere in eine Geschichte verstrickten, die mir hinreichend bekannt vorkam. So gestaltete sich bei mir das Lesevergnügen eher zäh. Allerdings werden junge LeserInnen höchstwahrscheinlich auf ihre Kosten kommen, die diese Art von Lektüre lieben oder damit noch gar nicht in Berührung gekommen sind.

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    Cover des Buches Secret Elements 1: Im Dunkel der See9783551317223

    Bewertung zu "Secret Elements 1: Im Dunkel der See" von Johanna Danninger

    Secret Elements 1: Im Dunkel der See
    Rodrik-Andersenvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Starker Schreibstil, schwache Story.
    Starker Schreibstil, schwache Story

    Die 17-jährige Jessica alias Jay ist ein aufmüpfiger Teenager. Als Vollwaise war es ihr bislang nicht vergönnt, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Umso mehr fiebert sie ihrem achtzehnten Geburtstag und ihrem Abitur-Schulabschluss entgegen, verspricht sie sich davon den Schritt in die Unabhängigkeit. Doch alles kommt anders, als Jay von einer älteren Frau ein Amulett geschenkt bekommt, es anlegt und anschließend nicht mehr abnehmen kann. Als daraufhin verschiedene Personen auf die merkwürdige Halskette aufmerksam werden, gerät Jays Alltag gehörig aus den Fugen.

    Der Einstieg in den Roman fiel mir leicht. Der Schreibstil liest sich angenehm flüssig und ließ die Seiten nur so dahinfliegen. Dieses positive Leseerlebnis ist gewiss auch der Protagonisten Jay geschuldet, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird (Ich-Perspektive). Bei ihr handelt es sich um eine junge, schlagfertige Frau, bei der man ahnt, dass sie schon einige schwere Zeiten mitgemacht hat. Insofern mimt sie die Außenseiterin, die aber durchaus in der Lage ist, sich aus eigener Kraft durchzuschlagen. Kein Wunder also, dass sie mir von Anfang an sympathisch war. Diese Identifikation mit der Hauptfigur und das damit verbundene Mitfiebern sind eine ganz große Stärke des Buches.

    Was mich leider überhaupt nicht fesseln konnte, war der Plot. Hier hat es die Autorin – zumindest in diesem Band – versäumt, sich eine eigenständige, spannende (Anders-)Welt aufzubauen, die Neugierde weckt. Ebenso vermisste ich eigene Ideen, die die Geschichte um Jay und das Team 8 zu etwas Besonderem machen. Stattdessen bewegte sich die Autorin größtenteils auf ausgetretenen Pfaden. Das größte Versäumnis ist aber aus meiner Sicht, dass nach den ersten 60 Seiten überhaupt keine Spannung mehr aufkommt. Jay ist in Sicherheit, eine Bedrohung ist nicht mehr greifbar. Auch findet Jay nur quälend langsam heraus, was es mit dem Amulett auf sich hat. Dieses zähe Ringen ist nicht nur für die Protagonistin frustrierend. Viel zu lange plätschert die Handlung nichtssagend vor sich hin. Nur glückliche Zufälle bringen Jay der Wahrheit schließlich näher. Erst im allerletzten Kapitel kommt die Gegenseite dann wieder zum Zug.

    Fazit: Der Schreibstil der Autorin empfand ich als schlichtweg großartig, was der Hauptgrund war, weshalb ich das Buch so rasch zu Ende gelesen habe. Die eigentliche Geschichte konnte mich leider nicht für sich einnehmen, da sie über weite Strecken träge vor sich hin dümpelte. Zudem zeichnet sich bereits ab, was in den drei darauffolgenden Bänden geschehen wird, was zwar Erwartungen weckt, aber dem Aufbau von Spannung eher abträglich ist. Allerdings muss man im Kopf behalten, dass es sich bei „Secret Elements“ um eine Fantasy-Reihe handelt, die sich vornehmlich an eine junge, weibliche Leserschaft richtet. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Zielgruppe trotz meiner Vorbehalte gut unterhalten ist.

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