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Rodrik-Andersen

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Rodrik-Andersen hat gelesen…
1 Buch im Jahr 2026

Cover des Buches Freiheitsgeld (ISBN: null)
Buch wurde am
12. Mai beendet

Rezensionen und Bewertungen

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Cover des Buches Freiheitsgeld (ISBN: 9783404192175)

Bewertung zu "Freiheitsgeld" von Andreas Eschbach

Rodrik-Andersen
Kurzmeinung: Grundidee und Geschichte verlangen nach mehr Substanz und Spannung
Grundidee und Geschichte verlangen nach mehr Substanz und Spannung

Handlung: Europa im Jahr 2064: Jeder Mensch erhält ein bedingungsloses Grundeinkommen, das sogenannte „Freiheitsgeld“, welches ein menschenwürdiges Leben ermöglicht. Die Handlung spielt in Deutschland, erstreckt sich über einen Zeitraum von mehreren Monaten und begleitet unterschiedliche Personen durch ihren Alltag. Besonders der Polizist Ahmad Müller nimmt in der Geschichte eine maßgebliche Rolle ein. Er untersucht die parallelen Todesfälle eines Politikers und Journalisten und kommt dabei unverhofft einer Verschwörung auf die Spur, die mit dem vor dreißig Jahren eingeführten Freiheitsgeld in Verbindung steht.

Meine Meinung: Die Idee, die Auswirkungen eines universellen Grundeinkommens in Europa in einem Science-Fiction-Roman auszuleuchten, ist nah am Puls der Zeit und schürte meine Neugier. Gerade in Deutschland mit seinen ausufernden Sozialsystemen gewinnt man dieser Tage zunehmend den Eindruck, dass jeder nur noch auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist und längst nicht mehr der Gemeinschaftsgedanke im Vordergrund steht. Schade ist nur, dass diese Idee zunehmend in den Hintergrund rückt und im Grundrauschen der geschilderten Einzelschicksale verloren geht. Das liegt meiner Meinung nach an zu vielen Charakteren, die kaum Impulse geben, um die Handlung voranzutreiben oder existentielle Lebensfragen und Dilemmas auszuleuchten, die das Freiheitsgeld mit sich bringt. Dies schmälerte den Unterhaltswert der Geschichte erheblich.

Ähnlich erging es mir mit dem gezeichneten Bild eines komplett automatisierten und digitalisierten Deutschlands, das abgesehen von allgegenwärtigen Lieferrobotern und riesigen 3D-Gebäudedruckern nur mit wenigen, echten Überraschungen aufwarten konnte. Selbst die Roboter wirken altbacken angesichts der Fortschritte, die aktuell in der Robotik und beim Thema KI gemacht werden. Auf diese Weise entfaltete sich vor meinem inneren Auge keine faszinierend neue Welt, in die ich als Leser gerne länger abgetaucht wäre. Mit anderen Worten: Ich habe mir mehr Weitblick von diesem Science-Fiction-Werk versprochen.

Bei der Auflösung der vermeintlichen Verschwörung, die die meiste Zeit vor sich hin dümpelt, handelt es sich schlussendlich um einen Dialog mit einer Person, die bis dahin nur als Randnotiz Erwähnung gefunden hat. Obgleich die darin angestellten Überlegungen und vorgebrachten Beispiele fundiert sind und mich zum Nachdenken angeregt haben, konnte mich der Roman am Ende nicht von sich überzeugen.

Fazit: Von diesem erfahrenen Autor darf – gerade was das Erzählerische anbelangt – deutlich mehr an Substanz und Spannung erwartet werden, wenn es um ein solch bedeutungsvolles Thema geht.

Cover des Buches Sternschnuppen (ISBN: B004WPHQJ2)

Bewertung zu "Sternschnuppen" von Anne Hertz

Rodrik-Andersen
Kurzmeinung: Kurzweilige Unterhaltung ohne echte Überraschungen
Kurzweilige Unterhaltung ohne echte Überraschungen

Svenja tritt in Hamburg ihre neue Stelle als Direktorin im renommierten Fürstenberg-Hotel an. Dort erfährt sie völlig überraschend: Sie ist schwanger. Mit Zwillingen! Und ihren Freund, der eigentlich nachziehen wollte, erwischt sie in flagranti beim Seitensprung. So verwandelt sich Svenjas straff organisiertes Leben in einen leibhaftigen Wirbelsturm. Und dann kreuzt sich ihr Weg immer wieder mit Alexej, der so gar nicht zu ihrem Lebensentwurf passt, für den sie aber allmählich Gefühle zu entwickeln beginnt. Wie soll sie all das nur unter einen Hut bringen?

Fazit: Wer den Klappentext gelesen hat, weiß, was ihn erwartet: Bei „Sternschnuppen“ handelt es sich um eine kurzweilige, leichte Lektüre. Der Roman liest sich, insbesondere am Anfang, unterhaltsam und süffisant, was unter anderem dem eingängigen, unaufdringlichen Schreibstil zu verdanken ist. Für mich war die lustige E-Mail-Korrespondenz der Hotel-Belegschaft mit den damit verbundenen, sozialen Verflechtungen ein Lichtblick. Mit Überraschungen braucht der Leser hingegen nicht zu rechnen (siehe Klappentext). Allerdings vermochte ich am Ende nicht zu sagen, was der Roman ursprünglich sein wollte: Eine Liebes-Komödie? Eine Tragödie mit Happy-End? Eine Hotellerie-Persiflage? Oder doch eher eine Gesellschaftskritik im Sinne der Emanzipation? Von alledem sind Ansätze erkennbar, von denen sich leider keiner richtig entfalten konnte, weil sich diese gegenseitig im Wege stehen. Da wäre mehr drin gewesen, wenn das Autorinnen-Schwestern-Duo die eigentliche Essenz der Geschichte besser herausgearbeitet hätte. Und sich auf ein Happy-End verständigt hätte, dass nicht nur den Blick durch die rosa Brille erlaubt.


Cover des Buches Rachefrühling (ISBN: 9783442491087)

Bewertung zu "Rachefrühling" von Andreas Gruber

Rodrik-Andersen
Kurzmeinung: Gelungener Abschluss der Rache-Thriller-Reihe
Gelungener Abschluss der Rache-Thriller-Reihe

Der Dresdner Kommissar Walter Pulaski macht Urlaub in Wien, um sich dort mit der Staranwältin Evelyn Meyers zu treffen. Doch aus den erholsamen Tagen wird nichts: Der True-Crime-Podcaster Martin Kilian bittet um anwaltlichen Beistand, da er wegen Mordverdachts festgenommen worden ist. Parallel möchte der einflussreiche Vater des Opfers Evelyn dazu bewegen, den Fall zu übernehmen, um den wahren Mörder herauszufinden. Wie sich bald herausstellt, ist die Sachlage alles andere als klar …

Der Auftakt des Thrillers ist spannend und abwechslungsreich. Geschickt versteht sich der Autor darauf, verschiedene Zeitstränge in der Geschichte zu verweben, um nach und nach ein Gesamtbild vor dem inneren Auge des Lesers entstehen zu lassen. Allerdings bleibt die Charakterentwicklung ein wenig auf der Strecke, was angesichts der Tatsache, dass es sich um den abschließenden, vierten Teil der „Rache“-Reihe handelt, nicht verwunderlich ist. Gestört hat mich eigentlich nur, dass das Ende des Romans zu fingiert, zu perfekt ist, als dass dieser wirklich rund wirken könnte. Hier versuchte der Autor mit allen Mitteln, ein Happy End par excellence hinzubekommen, was einen eher erzwungen Eindruck bei mir hinterließ.

Fazit: Bei „Rachefrühling“ handelt es sich um einen gelungenen Abschluss einer Thriller-Reihe, die die beiden Protagonisten Walter Pulaski und Evelyn Meyers im Fokus hat. Überraschenderweise war keinerlei Vorwissen notwendig, um sich mit den Hauptcharakteren identifizieren zu können. Der Schreibstil gestaltete sich stets angenehm flüssig und eingängig. Insofern stehen die Chancen gut, dass ich erneut zu einem Thriller von Andreas Gruber greife, sobald mir ein solcher unterkommt.

Cover des Buches Katzenjammer (ISBN: 9783442477920)

Bewertung zu "Katzenjammer" von Frauke Scheunemann

Rodrik-Andersen
Kurzmeinung: Herkules und Herr Beck sind zurück - leider mit zu viel Hintergrundrauschen
Herkules und Herr Beck sind zurück - leider mit zu viel Hintergrundrauschen

Der nächste große Schritt steht für Dackel Herkules ins Haus: Frauchen Carolin zieht bei ihrem Freund Marc ein. Mit Marcs Tochter Luisa, die aus seiner ersten Ehe stammt, ist die Patchwork-Familie komplett. Doch schon bald bekommt das Idyll merkliche Risse: Marcs Exfrau sorgt für Stress, während sich seine Mutter in die familiären Belange einmischt, obwohl sie nur in seiner Praxis aushelfen soll. Zudem muss für Herkules’ besten Freund, den Kater Herr Beck, ein neues Zuhause gefunden werden. Und zu allem Überfluss verliebt sich Herkules in die Golden-Retriever-Dame Cherie, die ihn jedoch nicht ernst nimmt. Herkules steht also gleich ein ganzes Bündel an Herausforderungen ins Haus.

Wer den Auftakt der Dackel-Reihe bereits gelesen hat, wird sich in Herkules’ Welt schnell wieder zurechtfinden. Auch die Autorin knüpft gekonnt an den angenehm flüssigen Erzählstil aus dem ersten Band an, so dass sich das Lesen herrlich unbeschwert anfühlte. Dabei brachten mich die Gedankengänge des Hund-Hauptcharakters immer wieder zum Schmunzeln, der mit Hilfe seines Kater-Kumpels versucht, die merkwürdigsten, menschlichen Verhaltensweisen und Anwandlungen zu ergründen. An lustigen und witzigen Ideen mangelt es jedenfalls nicht.

Dafür gab es im Vergleich zum ersten Band ein zu hohes Maß an Hintergrundrauschen, was sich in einer Vielzahl belangloser Erzählstränge niederschlug. An manchen Stellen geht Herkules im Tohuwabohu menschlicher Streitgespräche und Unterhalten regelrecht unter, so dass ich mich schon in einer Fernseh-Seifenoper wähnte. Die Geschichte wirkte, insbesondere was die menschlichen Charaktere anbelangte, schlicht überfrachtet. Hier wäre ein Fokus auf die spannendsten Entwicklungen und Personen von Vorteil gewesen, um letztlich die Rolle des Dackel-Hauptdarstellers erneut auf jenen Sockel zu heben, die ihm gebührt.

Fazit: Bei „Katzenjammer“ handelt es sich insgesamt um eine gute Fortsetzung, der es aber leider nicht gelang, bei mir die vormalige Begeisterung wieder aufleben zu lassen. Das lag vor allem daran, dass auf zu vielen Hochzeiten getanzt wurde und der Fokus auf die wichtigen Aspekte der Geschichte ein Stück weit verloren ging. Herkules hätte schlicht und ergreifend mehr zu Wort kommen müssen, weil in seiner Perspektive der eigentliche Zauber der Erzählung liegt.

Cover des Buches Der Medicus (ISBN: 9783453503946)

Bewertung zu "Der Medicus" von Noah Gordon

Rodrik-Andersen
Kurzmeinung: Vom Bader-Gesellen zum Medicus - der Klassiker unter den historischen Romanen
Vom Bader-Gesellen zum Medicus - der Klassiker unter den historischen Romanen

England im 11. Jhd.: Als Rob Jeremy Cole im mittelalterlichen London zum Waisen und von seinen Brüdern und Schwestern getrennt wird, hat er insofern großes Glück, dass ihn ein fahrender Bader bei sich aufnimmt. Vom Bader bekommt Rob das Handwerk eines Unterhalters und gemeinen Heilers beigebracht und bereist mit einem Pferdegespann ganz England. Doch als Rob von einem Medicus im fernen Persien erfährt, bei dem es sich um den Arzt aller Ärzte handeln soll, fasst er den Entschluss, diesen Mann in Isfahan aufzusuchen, egal, wie gefährlich die Reise dorthin für einen Christen auch sein mag.

Fazit: Für mich ist der „Der Medicus“ der Inbegriff des historischen Romans. Obgleich 1986 veröffentlicht, hat die Geschichte über einen Waisenjungen, der allen Widrigkeiten zum Trotz Arzt werden will und ganz nebenbei zahlreiche Abenteuer erlebt, nichts von seinem Reiz verloren. Der Roman ist dermaßen umfangreich und vielseitig, dass mir selbst die wiederholte Lektüre immer wieder Spaß bereitet hat. Manchmal gewann ich dabei den Eindruck, der Autor hätte gleich mehrere, verschiedene Geschichten in einem Buch miteinander verwoben, was wiederum die sieben Teile erklärt, in die der Roman unterteilt ist. Und jeder Lebensabschnitt des Protagonisten hat seinen ganz eigenen Reiz, weil sich dem Leser gänzlich neue Welten offenbaren, in die ein- und abgetaucht werden kann. Im Grunde wird die fantastische Reise eines kleinen Jungen bis zu dessen Rückkehr nach London und darüber hinaus erzählt. Die Bandbreite und Vielfalt, die der Autor darin einbringt – seien es die unterschiedlichen Kulturen, Sprachen, Lebens- oder Denkweisen des Mittelalters sowie der medizinischen Kenntnisse der damaligen Zeit –, ist dabei verblüffend und betörend zugleich. Da verwundert es keineswegs, dass die Verfilmung so lange auf sich hat warten lassen, stellt es wahrhaftig eine Mammutaufgabe dar, den Geist dieser Geschichte um das Schicksal des Rob Cole einzufangen. Daher sei „Der Medicus“ an dieser Stelle für alle Fans des historischen Romans wärmstens empfohlen. Nie war es schöner, einfacher und spannender, in fremde, mittelalterliche Welten und Kulturen abzutauchen.

Cover des Buches Dackelblick (ISBN: 9783442478064)

Bewertung zu "Dackelblick" von Frauke Scheunemann

Rodrik-Andersen
Kurzmeinung: Herrlich erfrischende Sicht auf die verrückte (Liebes-)Welt der Menschen.
Herrlich erfrischende Sicht auf die verrückte (Liebes-)Welt der Menschen

Der Dackel Carl-Theodor von Eschersbach findet sich unverhofft im Tierheim wieder. Dort wird er von Carolin als Haustier auserkoren und kurzerhand auf den Namen „Herkules“ umgetauft. Nach und nach lernt Herkules sein ungewohnt neues Umfeld kennen und freundet sich sogar mit dem Nachbarskater Herr Beck an. Mit ihm heckt er einen Plan aus, um Carolins Partner loszuwerden, der das Frauchen nicht nur hintergeht, sondern auch Herkules nicht ausstehen kann. Allerdings muss er bald feststellen, dass in Sachen Liebe die Vorstellungen von Hund und Frauchen ganz schön weit auseinandergehen.

Die Welt aus dem Blickwinkel eines Dackels zu betrachten klang für mich anfangs wenig reizvoll. Doch musste ich meine Meinung rasch überdenken, als ich anfing, in Herkules’ Geschichte einzutauchen. Diverse Missverständnisse sowie die erfrischende Dackel-Denke, die Herkules mit seiner Leserschaft teilt, ist gespickt mit augenzwinkernden Humor und witzigen Szenen, dass es mir schwerfiel, das Buch zur Seite zu legen. Auch das Zweier-Gespann aus Hund und Kater, die ebenfalls ganz unterschiedlich ticken und auf die Welt (der Menschen) blicken, harmoniert einfach prächtig. So war die Enttäuschung groß, als die positiv gestimmte Lektüre viel zu rasch zu Ende ging – selbstredend mit einem Happy-end und Augenzwinkern.

Fazit: Kurzweilig, witzig und unterhaltsam: Bei „Dackelblick“ handelt es sich um eine herrlich leichte Geschichte aus dem Blickwinkel eines jungen Dackels, die mich oft zum Schmunzeln, manchmal aber auch zum Nachdenken angeregt hat. Dies ist vor allem der tollen Schilderung der Gedankengänge und Sichtweise des Hundes zu verdanken, die durch den flüssigen und unaufdringlichen Schreibstil gekonnt eingefangen wird. Auf diese Weise muten manche menschliche Verhaltensweisen wirklich allzu grotesk oder gar unverständlich an. Selbst Katzenlieber*innen werden auf ihre Kosten kommen, weil die Figur des Herrn Beck ebenfalls wunderbar gezeichnet ist und seine Weltsicht beisteuert. Insofern hat mir die Lektüre des Romans sehr viel Freude bereitet.

Cover des Buches Erbarmen (ISBN: 9783423212625)

Bewertung zu "Erbarmen" von Jussi Adler-Olsen

Rodrik-Andersen
Kurzmeinung: Starker Auftakt der dänischen Krimi- und Thriller-Serie rund um das Sonderdezernat Q
Starker Auftakt der dänischen Krimi- und Thriller-Serie rund um das Sonderdezernat Q

Carl Morck hat schon bessere Zeiten erlebt: Jüngst wurde bei einem beruflichen Zwischenfall einer seiner Kollegen ermordet, ein weiterer überlebte nur schwerstbehindert. Seither plagen Carl Schuldgefühle. Nun tritt er wieder seinen Dienst an und erhält die Leitung des Sonderdezernats Q, welches ungelöste Fälle aufrollen soll. Mit seinem neuen Assistenten Assad entscheidet er sich, den Fall der verschwundenen Politikerin Merete Lynggaard unter die Lupe zu nehmen. Dabei entdecken sie nicht nur zahllose Ungereimtheiten, sondern kommen auch einem diabolischen Killer auf die Spur …  

Die Handlung wird abwechselnd aus der Sicht des Ermittlers und der Politikerin erzählt. Während Carl Unstimmigkeiten aufdeckt, die seinem detektivischen Gespür neues Leben einhauchen, gewährt Merete Einblicke, was nach ihrem Verschwinden über Jahre hinweg mit ihr geschehen ist. Diese furchtbaren Erlebnisse stehen teils in starkem Kontrast zu dem, was sich in der Gegenwart im Polizeipräsidium abspielt. Dort sorgt nicht nur Carls exotisch anmutender Assistent Assad für humoristische Einlagen, auch die Sticheleien der Kollegen untereinander, die mitunter nicht sonderlich gut aufeinander zu sprechen sind, lockern das Stimmungsbild immer wieder gekonnt auf.

Die einzige, kleine Schwäche, die der Kriminalroman meiner Meinung nach aufweist, ist sein Abschluss. Das lag vor allem am Wissensvorsprung, den ich als Leser gegenüber den Ermittlern hatte, als klar war, wer hinter dem Verbrechen steckte. Aber dies schmälerte das Lesevergnügen nur geringfügig.

Fazit: Mit „Erbarmen“ ist dem Autor ein gelungener Auftakt zu einer Krimi-Serie gelungen, die in aller Munde ist und schon teilweise verfilmt wurde. Dabei mutet Dänemark als Ort des Geschehens erfrischend anders an, obgleich das Land an Deutschland angrenzt. Die bissigen Dialoge, die auf dem Polizeipräsidium ausgetauscht werden sowie Assads Erscheinung, die geheimnisumwoben und schwer zu greifen ist, lockern die todernsten Szenen gekonnt auf. Und selbstverständlich ist auch der Chefermittler Karl Morck eine faszinierende Persönlichkeit, die mit zahlreichen Facetten und Ticks ausgestattet ist, die ihn zu einem Sympathieträger machen und mich mitfiebern ließen. Deshalb bin ich mir ziemlich sicher, dass ich alsbald den zweiten Band des Sonderdezernats Q in Angriff nehmen werde.

Cover des Buches Die Geschichte der Bienen (ISBN: 9783442717415)

Bewertung zu "Die Geschichte der Bienen" von Maja Lunde

Rodrik-Andersen
Kurzmeinung: Drei Erzählstränge aus unterschiedlichen Epochen, die auf unscheinbare Weise mit dem Schicksal der Bienen verbunden sind
Drei Erzählstränge aus unterschiedlichen Epochen, die auf unscheinbare Weise mit dem Schicksal der Bienen verbunden sind

In drei Erzählsträngen, die zu Beginn auf unerklärliche Weise miteinander verwoben sind und sich in verschiedenen Zeitepochen zutragen, wird das Schicksal der Bienen geschildert, welches unmittelbar mit jenem der Menschen verbunden ist. So findet der englische Biologe William im 19. Jahrhundert zu einer neuen Passion, als er sich auf die Fahnen schreibt, den besten Bienenstock der Welt zu bauen. Dagegen hat der US-amerikanische Imker und Bauer George Anfang des 20. Jahrhunderts mit der Nachfolgeregelung seines Hofes zu kämpfen – und mit dem plötzlichen Verschwinden ganzer Bienenvölker. Und Tao, die Ende des 21. Jahrhunderts mit ihrer Familie in China lebt, erfährt jeden Tag als Bestäuberin, was es bedeutet, wenn es keine Bienen mehr auf der Welt gibt.

Auf eine persönliche Empfehlung hin habe ich zu diesem Buch gegriffen, das vor allem aufgrund seines schlichten Einbands mit der am Boden liegenden Biene ins Auge springt. Und in der Tat schaffte es die Geschichte von Anfang an, mich zu fesseln. Das lag einerseits am gelungenen Schreibstil, an der Nähe zu den drei genannten Protagonisten und an der Schilderung, was das Bienensterben am Ende des 21. Jahrhunderts für Auswirkungen nach sich zieht.

Allerdings haben mir nicht alle Erzählstränge gleichermaßen gut gefallen. Besonders mit George’s Werdegang, der in erster Linie Hintergrundwissen zur Entstehung der Bienenstöcke beisteuerte, wusste ich nichts anzufangen. Außerdem vermisste ich eine klare Botschaft, die an den Leser herangetragen wird, obgleich es von der Autorin bestimmt beabsichtigt war, dass sich die Leserschaft selbstständig Gedanken dazu macht. Und ebenso missfiel mir der Abschluss von Taos Handlung, die lange Zeit als Kämpferin in Szene gesetzt wird, um schlussendlich als bleiche Propaganda-Figur zu enden.

Fazit: Die Geschichte der Bienen kommt erfrischend anders daher. Sie regt nicht nur zum Nachdenken an, sondern zeigt auch auf, was geschehen kann, wenn der Mensch weiterhin so rücksichtslos mit seiner Umwelt umgeht. Dabei waren für mich besonders die beiden Erzählstränge aus der Gegenwart und der Zukunft die einprägsamsten, da sich diese beiden mit der aktuellen Ausgangslage und einer bedrohlichen Zukunftsvision auseinandersetzten. Der Schreibstil sowie die Schilderung der Ereignisse aus Sicht einiger weniger Personen erzeugten Spannung und Intimität gleichermaßen. Abgesehen von den bereits erwähnten Aspekten, die mich gestört haben, hat dieser Roman einen positiven Eindruck bei mir hinterlassen, weshalb ich ebenfalls an dieser Stelle eine Leseempfehlung aussprechen möchte.

Cover des Buches Dune – Der Wüstenplanet (ISBN: 9783453323131)

Bewertung zu "Dune – Der Wüstenplanet" von Frank Herbert

Rodrik-Andersen
Kurzmeinung: Spannend und vielschichtig - einer der großen Klassiker im Science-Fiction-Genre
Spannend und vielschichtig - einer der großen Klassiker im Science-Fiction-Genre

Paul Atreides und seine Familie, Herzog Leto und seine Konkubine Jessica, sehen sich auf Geheiß des Imperators gezwungen, ihre fruchtbare Heimat Caladan zu verlassen, um fortan Arrakis, den Wüstenplanet, zu verwalten. Dort soll der Fokus auf der Förderung des „Gewürzes“ liegen, der wertvollsten und wichtigsten Ressource in der gesamten Galaxis. Doch ahnt der Herzog, dass all dies das Vorgeplänkel zu einem Katz-und-Maus-Spiel ist, bei dem nicht nur dem Imperator, sondern auch dem verhassten Baron Wladimir Harkonnen, der bislang Arrakis ausgebeutet hat, eine gewichtige Rolle zukommt. Daher verspricht sich Herzog Leto von diplomatischen Beziehungen mit den Ureinwohnern des Planeten, den Fremen, einen nicht zu unterschätzenden Vorteil. Und auch der Umstand, dass es sich bei Lady Jessica um eine Bene Gesserit handelt, die über übernatürliche Fähigkeiten verfügt, die ihrem Sohn Paul ebenfalls zu eigen sind, lassen darauf hoffen, dass das drohende Unheil von der Familie Atreides doch noch abgewendet werden kann.

Obgleich auch mir „Der Wüstenplanet“ ein Begriff ist und ich durchaus ein Anhänger spannender Science-Fiction-Literatur bin, habe ich erst zum Roman gegriffen, nachdem ich die beiden Neuverfilmungen Dune I und II gesehen hatte. Und tatsächlich durfte ich feststellen, dass die Leinwand-Adaptionen die Romanvorlage überaus gut getroffen haben. So tauchte ich liebend gern erneut in die Welt von Arrakis und der Fremen ab, die faszinierend und befremdlich zugleich ist. Kurzum: Die Geschichte sog mich auch in literarischer Form in den Bann. Obgleich die eigentliche Handlung, die von Verrat und Rache angetrieben wird, nicht gerade Neuland beschreitet, sind die religiösen und kulturellen Aspekte, die der Autor Seite um Seite mehr herausarbeitet, ungemein fesselnd. Hinzu kommen die politischen und taktischen Winkelzüge der gegensätzlichen Parteien, die sich immer weiter zuspitzen. Insofern störte mich eigentlich nur eine Sache: Dass die Erzählung abrupt endete und keinen Ausblick mehr gab, wie es nun mit Paul, seinen Verbündeten und den Fremen weitergeht.

Fazit: Bei „Der Wüstenplanet“ handelt es sich um einen Science-Fiction-Roman, der zu Recht als Klassiker gilt und aus gutem Grund selbst die heutigen Generationen noch begeistern kann. Die Faszination, die vom Planeten Arrakis ausgeht, liegt einerseits in der epischen Helden-Geschichte begründet, die sich rund um Paul Atreides zuträgt. Andererseits stehen die Bräuche, Gepflogenheiten und der Glaube des Fremen-Volkes im Vordergrund, die den Wüstenplaneten in eine blühende Landschaft verwandeln wollen und sich darauf verstehen, auf riesigen Würmern zu reiten. Zudem wissen die Protagonisten und Antagonisten mit ihren zwielichtigen Interessen durchweg zu überzeugen. So sah ich mich selbst von dieser fremden und lebensfeindlichen Wüstenwelt in den Bann gezogen. Ein Ausflug, der sich für mich nicht nur auf der Leinwand, sondern auch in seiner literarischen Urform mehr als ausgezahlt hat. Wer Science-Fiction vom alten Schlag mag, ist mit diesem Roman also bestens beraten.

Cover des Buches Der Einzelgänger (ISBN: 9783734108785)

Bewertung zu "Der Einzelgänger" von Lee Child

Rodrik-Andersen
Kurzmeinung: Kurzgeschichten, von denen nur wenig hängen bleibt
Kurzgeschichten, von denen nur wenig hängen bleibt

Einige der in dieser Sammlung vorhandenen Kurzgeschichten waren insofern interessant und aufschlussreich für mich, da teilweise zur Sprache kommt, unter welchen Umständen Jack Reacher und sein Bruder aufgewachsen sind, die gewisse Verhaltensweisen erklären, die nur wenigen Menschen zu eigen sind. Auf diese Weise fördern manche Geschichten Details zutage, die Reacher und seinen unorthodoxen Lebensstil in ein anderes, plausibleres Licht rücken und mir somit den Protagonisten zugänglicher gemacht haben.

Andererseits gibt es aber auch Kurzgeschichten, die aufgrund ihrer Länge gar nicht das Potenzial haben, sich entfalten zu können. Oder deren Kniffe und Wendepunkte derartig Schlag auf Schlag kommen, dass der Plot auf mich oft unglaubwürdig gewirkt hat.

Fazit: Wer Jack Reacher als Charakter und knallharten Kämpfer schätzt und mehr darüber erfahren möchte, wie es zu seinem Werdegang kam, der wird sich gut unterhalten fühlen. Wer hingegen auf eine spannende Handlung wert legt, der ist mit den Romanen des Titelhelden in voller Länge höchstwahrscheinlich besser beraten.

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