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Rodrik-Andersen

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    Cover des Buches Paradise City (ISBN: 9783518471579)

    Bewertung zu "Paradise City" von Zoë Beck

    Paradise City
    Rodrik-Andersenvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Thema top, Umsetzung seicht und oberflächlich
    Thema top, Umsetzung seicht und oberflächlich

    Die Zukunft: Deutschland ist nach mehreren Seuchen stark entvölkert, große Landteile sind überschwemmt. Neue Hauptstadt ist Frankfurt am Main, in der ein gesundes, komfortables Leben möglich ist – vorausgesetzt, man hält sich an die Spielregeln. Liina, die als Rechercheurin gegen die Fake News der staatlichen Medien ankämpft, gehört zu jener Minderheit, die versucht, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Als es in ihrem Umfeld zu einer Häufung von tödlichen Unfällen kommt, stellt sich rasch heraus, dass es sich um keine bloßen Zufälle handelt.

    Angesichts des brandaktuellen Themas war mein Interesse geweckt. Mich interessierte, welche Zukunftsvision die Autorin erschafft, um eine Geschichte von Morgen zu erzählen, die sich bereits dieser Tage andeutet. Als Protagonistin fiel die Wahl auf Liina, eine junge Frau, die von den Vorteilen des modernen Gesundheitssystems in besonderem Maße profitiert hat. Gleichzeitig weiß sie aufgrund zurückliegender Erfahrungen, dass es außerhalb der Megacity Frankfurt noch eine andere Welt gibt, die von den Medien und dem Staat rigoros ausgeblendet und verschwiegen wird. Dies erfährt der Leser aus Liinas Blickwinkel, wobei von Kapitel zu Kapitel zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her gesprungen wird.

    Leider wirkt sich dieser erzählerische Ansatz negativ auf das Leseerlebnis aus. Die ständigen Rückblicke in Liinas Vorgeschichte sind weder spannend noch aufschlussreich und führen dazu, dass die eigentliche Geschichte verwässert wird und zu kurz kommt. Dieser unglückliche Umstand wird durch den knappen Umfang des Buches (280 Seiten) zusätzlich verstärkt. Ein Spannungsbogen war für mich nicht erkennbar. Auch die mysteriösen Unfälle, die Liina als Rechercheurin auf den Plan rufen, bringen kaum Schwung in die Handlung. Zu lange ist die Protagonistin mit sich selbst anstatt mit dem Kernthema beschäftigt. Zudem gibt der Klappentext die Quintessenz des Romans wieder, so dass mit keinen überraschenden Wendungen zu rechnen ist. Angesichts dieser Defizite und des dünnen Taschenbuches erscheint der Preis von 16 Euro in meinen Augen völlig überzogen.

    Fazit: Wer den Klappentext gelesen hat, braucht die Geschichte nicht mehr zu lesen. Zwar wird ein interessantes Thema aufgegriffen, aber nicht mit all seinen mannigfaltigen Facetten ausgeleuchtet. Tiefgang, Fehlanzeige. Stattdessen plätschert die Handlung von Beginn an seicht und nichtssagend vor sich hin und verliert sich in der Bedeutungslosigkeit eines Alltags, der sich gar nicht so sehr von unserem aktuellen Alltagstrott unterscheidet. Es dürfte einleuchten, dass die Digitalisierung des Gesundheitssektors in Verbindung mit künstlicher Intelligenz und Data Mining große Fortschritte mit sich bringen wird. Dass diese Entwicklung aber auch mit enormen Risiken und Einschränkungen einhergehen wird, ist ebenfalls naheliegend. Leider versäumt es die Autorin, mit einer spannenden, vielseitigen Geschichte aufzurütteln und ein warnendes Ausrufezeichen zu setzen.

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    Cover des Buches Das Lied der Krähen (ISBN: 9783426654439)

    Bewertung zu "Das Lied der Krähen" von Leigh Bardugo

    Das Lied der Krähen
    Rodrik-Andersenvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Überaus gelungener Page-Turner nach Prison Break-Muster
    Überaus gelungener Page-Turner nach Prison Break-Muster

    Kaz Brekker, der auch Dirtyhands genannt wird, ist ein gewiefter Dieb aus Ketterdam, der sich mit seinen Coups Rang und Namen gemacht hat. So kommt es, dass der Krämer van Eck ihm ein hochriskantes wie lukratives Angebot unterbreitet: Er soll in das Eistribunal der Fjerdan einbrechen, um dort einen Mann zu befreien, der über die Formel zur Herstellung einer mächtigen Droge verfügt, welche den Grischa-Magiern übermenschliche Kräfte verleiht. Rasch stellt er ein kleines Team aus Außenseitern zusammen, mit der das Himmelfahrtskommando gelingen soll.

    Zu Beginn lernt der Leser die Welt von Ketterdam kennen, bei der es sich um eine gelungene Adaption einer holländischen Hafenstadt wie Rotterdam zu Zeiten der Niederländischen Ostindien-Kompanie im 17. Und 18. Jahrhundert handelt. Die Stadt lebt vom Handel, von den Hafenarbeitern und Seefahrern, die es sich in ihrer Freizeit gut gehen lassen wollen. In dieser Welt haben die Krämer das Sagen. Doch wenn es um Glücksspiel, Prostitution oder andere zwielichtige Geschäfte geht, stecken diverse Banden untereinander ihre Reviere ab und schrecken dabei auch vor dreckigen wie brutalen Maßnahmen nicht zurück. In diesem Umfeld hat sich Kaz Brekker innerhalb weniger Jahre aufgrund seiner Gerissenheit und Dreistigkeit einen legendären Ruf erarbeitet. Daher ist es kein Wunder, dass der Krämer van Eck ausgerechnet Kaz eine besonders heikle Mission unterbreitet, deren erfolgreichen Abschluss den kleinen Gauner unermesslich reich machen würde. Dirtyhands nimmt das Angebot an, scheint es doch ein großer Schritt zu sein, um endlich eine alte Rechnung begleichen zu können …

    Abgesehen vom ersten und letzten Kapitel wird die Geschichte abwechselnd aus den Augen der sechs Außenseiter erzählt, wobei durchgehend ein auktorialer Erzählstil anzutreffen ist. Tatsächlich spielt der Perspektivwechsel zwischen den Protagonisten hauptsächlich eine Rolle, wenn die Autorin einen Einblick in deren Vergangenheit gewährt. Auf diese Weise erschließt sich dem Leser allmählich, welche Motive die Charaktere antreiben und was sie sich von dem Himmelfahrtskommando versprechen. Der Schreibstil ist eingängig und glänzt bei den ausgefallenen und witzigen Dialogen, da es sich bei keinem aus der Gruppe um ein unbeschriebenes Blatt handelt.

    In der zweiten Buchhälfte dreht sich alles um den genialen wie hochriskanten Coup im Eistribunal, in dem es zahlreiche Sicherheitsvorkehrungen zu überwinden gibt, um eine dort festgehaltene Person zu befreien und zurück nach Ketterdam zu bringen. Da ist es selbstverständlich, dass jede Figur ihre ganz individuellen Fähigkeiten in Szene setzen kann. Dieser Abschnitt erinnerte mich oftmals an die Serie „Prison Break“, nur dass das Setting in eine Fantasy-Welt verlagert worden ist. In dieser Passage ist für reichlich Wendungen und Spannung gesorgt, so dass ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen konnte.

    Als nicht ganz so gelungen empfand ich die Mischung aus Steampunk- (Maschinen, Gewehre, Pistolen) und Fantasy-Elementen (Magie), weil sich diese nicht immer harmonisch zusammenfügten. Und auch die Rolle der Grischa-Zauberer stört die Handlung meiner Ansicht nach an manchen Stellen mehr, als dass sie einen Mehrwert bietet. Doch abgesehen von diesen vernachlässigbaren Aspekten hat mir das Lesen des Romans sehr viel Spaß bereitet.

    Fazit: Für spannende Unterhaltung ist bei „Das Lied der Krähen“ allemal gesorgt. Kaz Brekkers Team aus Schurken und Halunken ergänzt sich ganz wunderbar und ließ mich aufgrund der amüsanten Dialoge regelmäßig schmunzeln. Doch gibt es auch brutale Szenen, die dem Leser immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass sich das Glück der dunklen Helden ziemlich schnell wenden kann. Angesichts dessen fällt es nicht allzu sehr ins Gewicht, dass sich die Autorin hauptsächlich darauf beschränkt hat, bestehende Dinge zu adaptieren und miteinander zu kombinieren, anstatt sich einen eigenständigen Kosmos zu schaffen. Eine Vorliebe für das Niederländische zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch. Am Ende bleibt ein überaus gelungener Page-Turner. Die Chancen stehen also ziemlich gut, dass ich mir den abschließenden zweiten Band ebenfalls noch zu Gemüte führen werde.

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    Cover des Buches Jim Knopf und die Wilde 13 (ISBN: 9783522183987)

    Bewertung zu "Jim Knopf und die Wilde 13" von Michael Ende

    Jim Knopf und die Wilde 13
    Rodrik-Andersenvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ein würdiger Abschluss des Zweiteilers
    Ein würdiger Abschluss des Zweiteilers

    Nach einem Auffahrunfall des Postschiffs beschließt König Alfons der Viertel-vor-Zwölfte, dass Lummerland einen Leuchtturm benötigt. Doch wo nur soll ein solcher Turm auf der kleinen Insel gebaut werden, auf der kaum genug Platz für seine Handvoll Bewohner ist? Da hat Jim Knopf einen genialen Einfall: Warum nicht den Scheinriesen Herrn Tur Tur nach Lummerland holen? So begeben sich Jim und sein Freund Lukas gemeinsam mit ihren Lokomotiven Emma und Molly auf eine Reise, bei der es so manche Gefahr zu meistern und zahlreiche Abenteuer zu bestehen gilt.

    Wer „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ kennt, dem wird auch der zweite Band, der sich um die Wilde 13 dreht, ein Begriff sein. Bestimmt habe ich das Buch vor einer halben Ewigkeit einmal gelesen, doch sind mir nicht sonderlich viele Aspekte der Handlung im Gedächtnis haften geblieben. An den Magnetfelsen und die durch die Luft schwebende Emma erinnerte ich mich, alles andere kam mir nur mäßig bekannt vor. Das liegt unter Umständen daran, dass die Geschichte des Nachfolgewerks an einigen Stellen zusammengeschustert wirkt. Ich vermisste ein großes, übergreifendes Ziel, wie die Befreiung der Prinzessin Li Si im Vorgängerband, also einen roten Faden, der sich durch die gesamte Geschichte zieht. Zudem tritt die Wilde 13 erst in der zweiten Buchhälfte in Erscheinung, so dass ich mich lange wunderte, woher der Titel eigentlich rührt.

    Dennoch handelt es sich erneut um ein fantastisches Kinder- und Jugendbuch, das vor Ideen nur so sprudelt. Hinzu kommt, dass es ein Wiedersehen mit alten, liebgewonnenen Bekannten gibt und jeder Figur eine würdige Rolle zugedacht wird. Aber auch neue Bekanntschaften werden geschlossen, die sich im Laufe der Geschichte als segensreich erweisen. Für mich die tollste Passage ist die Erfindung des Perpetumobils, mit der das Reisen nahezu mühelos erscheint – und noch dazu komplett emissionsfrei ist!

    Fazit: Zwar wirkt „Jim Knopf und die Wilde 13“ nicht ganz aus einem Guss, belohnt den Leser aber mit einer Fülle wunderbarer Einfälle, großartigen Figuren, einem spannenden Schiffskampf und der Auflösung von Jims Herkunft. Und natürlich darf ein krönendes Happy End auch nicht fehlen. Kinder und jung gebliebene Erwachsene kommen somit voll und ganz auf ihre Kosten. Ein würdiger Abschluss des Zweiteilers, der keine Fragen offenlässt.

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    Cover des Buches Der Todeskünstler (ISBN: 9783404169375)

    Bewertung zu "Der Todeskünstler" von Cody McFadyen

    Der Todeskünstler
    Rodrik-Andersenvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Zu wenig Thriller, zu viele Nebenschauplätze
    Zu wenig Thriller, zu viele Nebenschauplätze

    FBI-Agentin Smoky Barrett wird zu einem Tatort gerufen, an dem sich ein Dreifachmord zugetragen und ein 16-jähriges Mädchen ausdrücklich nach ihr verlangt hat. Nicht nur scheint der Teenager in die furchtbaren Morde verwickelt zu sein, sie behauptet gar, dass ihr ein solcher Schicksalsschlag zum wiederholten Male widerfahren ist. Smoky schenkt dem Mädchen Glauben und stellt daraufhin mit ihrem Team Ermittlungen an.

    Nachdem ich kürzlich den Auftakt der Smoky Barrett-Reihe regelrecht verschlungen habe, lag der Entschluss nahe, sich zeitnah den zweiten Teil vorzunehmen. Auf den ersten Blick blieb der Autor seinem eingeschlagenen Weg treu. Der Schreibstil weiß mit seinen kurzen, prägnanten Sätzen erneut zu überzeugen, die Tatortschilderungen sind detailreich und die Dialoge an vielen Stellen scharfzüngig sowie kurzweilig.

    Allerdings kommt der Roman, dessen Umfang im Vergleich zu seinem Vorgänger deutlich zugenommen hat, mit einigen, spürbaren Längen daher. Die anfänglichen sechs Kapitel drehen sich ausschließlich um das, was Smoky und ihrem Team im Vorfeld widerfahren ist. Hierfür bräuchte es definitiv keine 50 Seiten, besonders dann, wenn der Autor davon ausgehen kann, dass die Leser mit dem Inhalt des ersten Bandes bereits vertraut sind. Danach dreht sich alles um die begangenen Gräueltaten an verschiedenen Tatorten – und um das Tagebuch des mysteriösen 16-jährigen Mädchens. Letzteres wird in mehreren Etappen vollumfänglich dargelegt und nimmt gefühlt die Hälfte des gesamten Buches ein. Abgesehen davon, dass besagtes Tagebuch kaum Rückschlüsse auf die Identität des Todeskünstlers zulässt, dient es hauptsächlich dazu, sich am Elend und Leid der Opfer zu weiden. Anstatt dass Smoky und ihr Team alles daran setzen, den Mörder dingfest zu machen, folgen sie nur dessen ausgelegten Brotkrumen. Aus einer solch passiven Haltung heraus kann nur wenig bis überhaupt keine Spannung entstehen. Zudem haben neben der Protagonistin sämtliche Nebencharaktere nach wie vor mit ihren eigenen, persönlichen Problemen zu kämpfen, die für den Fortgang der Handlung unerheblich sind. Dieser Umstand hat mich bereits beim ersten Buch gestört, hier fiel mir dieser Aspekt noch unangenehmer auf. Anstatt die Genialität und den Zusammenhalt von Smokys Team in den Vordergrund zu stellen, gerieten zunehmend die Randnotizen in den Fokus. Diese Rechnung ging für mich leider nicht (mehr) auf.

    Fazit: Der zweite Smoky Barrett-Band lässt deutlich Spannung und Thriller-Elemente vermissen, spart aber dafür nicht mit detaillierten Schilderungen grauenvoller Morde und ausufernden Tagebucheinträgen. Letztendlich kam es mir so vor, als ob die Handlung von den zur Schau gestellten Gräueltaten, dem Leid und Elend der Figuren lebt – und nicht von der unerbittlichen Jagd versierter FBI-Agenten auf den Todeskünstler. Da hat mir der Auftakt der Reihe um einige Nuancen besser gefallen.

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    Cover des Buches Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer (ISBN: 9783570201459)

    Bewertung zu "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" von Michael Ende

    Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer
    Rodrik-Andersenvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Klassiker, der in jedes Kinderzimmer gehört
    Ein Klassiker, der in jedes Kinderzimmer gehört

    Jim Knopf kommt als Baby durch einen Zufall auf die kleine Insel Lummerland, die lediglich von vier Menschen bewohnt wird: König Alfons der Viertel vor Zwölfte, Frau Waas, Herr Ärmel und Lukas, dem Lokomotivführer. Als Jim zu einem jungen Burschen heranwächst, sieht sich der König gezwungen, Platz für einen weiteren, zukünftigen Untertanen auf dem kleinen Eiland zu schaffen, indem die Gleise mitsamt der Lokomotive Emma weichen müssen. Doch Lukas denkt nicht daran, seine Emma und seinen Beruf an den Nagel zu hängen. Kurzerhand entscheidet er sich, die Insel zusammen mit seiner Lokomotive zu verlassen. Und als Jim davon Wind bekommt, schließt er sich seinem besten Freund prompt an. Das Abenteuer beginnt …

    Was gibt es zu diesem Klassiker zu sagen? Die meisten Menschen meiner Generation, die in Deutschland aufgewachsen sind, werden von Jim Knopf, Lukas dem Lokomotivführer und der Insel Lummerland gehört haben – sei es über die beiden Bücher oder die mehr als gelungene Interpretation der Augsburger Puppenkiste. Zudem kam 2018 eine Realverfilmung des ersten Bandes in die Kinos, die hoffentlich bei einem jüngeren Publikum das Interesse an den Romanen geweckt hat. Um es kurz zu machen: Was der Autor Michael Ende auf rund 250 Seiten an lustigen Ideen und Einfällen präsentiert, ist sowohl überwältigend als auch herzerwärmend. Zudem flößen die großartigen Zeichnungen von F. J. Tripp den Charakteren und Orten zusätzliches Leben ein, was die Geschichte lebendig werden lässt und erlebbar macht – und zwar nicht nur für Kinder.

    Fazit: Bei „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ handelt es sich um einen zeitlosen Klassiker, der in jedes Kinderzimmer gehört. Nicht umsonst wurde das Werk damals, vor rund 60 Jahren, mit dem Deutschen Jugendbuchpreis ausgezeichnet. An der einen oder anderen Stelle fallen zwar Szenen auf, die aufgrund ihrer längst überholten Geschlechterrollen unfreiwillig komisch wirken. Und auch die Thematisierung von Jims dunkler Hautfarbe mag heutzutage befremdlich, vielleicht sogar fragwürdig anmuten. Doch spiegelt dies die Vorstellungen der 60er Jahre wider. Und wer dieser Tage dem Autor gar rassistische Motive unterstellt, tut ihm, wie ich meine, unrecht. Denn, wenn es so wäre, warum hat Michael Ende ausgerechnet Jim Knopf die Hauptrolle zugedacht, weshalb sein Name auch den Titel schmückt? Stattdessen sollte der Fokus auf der Handlung, der Kreativität und den positiven Botschaften liegen, die sich in der Geschichte auf mannigfaltige Weise verbergen. Ein Jugendbuch wie gemacht, um seinen Kindern vor dem Zubettgehen daraus vorzulesen und nebenbei die herrlichen Zeichnungen zu bewundern.

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    Cover des Buches JavaScript (ISBN: 9783898645942)

    Bewertung zu "JavaScript" von Stefan Koch

    JavaScript
    Rodrik-Andersenvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Empfehlenswerte Lektüre für angehende Webentwickler & Programmierer
    Empfehlenswerte Lektüre für angehende Webentwickler & Programmierer

    Dieses Sachbuch ist für alle jene gedacht, die sich mit JavaScript vertraut machen wollen, einer Programmiersprache, die gerade bei Webapplikationen kaum mehr wegzudenken ist. Das Werk wartet mit einfach verständlichen Erklärungen, anschaulichen Beispielen und einem durchdachten, pädagogischem Konzept auf. Dabei wird stets der Fokus auf gängige Standards gerichtet, an denen sich jeder Einsteiger von Anfang an orientieren sollte. Auf diese Weise erhält der Leser einen Rundumblick, was mit der Programmiersprache JavaScript gerade im Web-Umfeld erreicht werden kann und welche technologischen Trends in diesem Bereich wegweisend sind (Stichwort: Ajax, Offlinemodus).

    Da es sich bei meinem Buch um die fünfte Auflage aus dem Jahr 2009 handelte, ging der Inhalt immer wieder auf Besonderheiten des Internet Explorers ein, der inzwischen aber obsolet geworden ist. Diese Passagen habe ich schlicht überlesen, obgleich sie ein weiterer Beweis dafür sind, wie schnelllebig die Entwicklungen im IT-Bereich voranschreiten.

    Fazit: Alle jene, die sich mit JavaScript und Webentwicklung im Allgemeinen befassen wollen, sind mit diesem Handbuch bestens beraten. Nach erfolgter Lektüre war ich mit den Grundzügen dieser Programmiersprache vertraut und konnte mein Wissen direkt in der Praxis zum Einsatz bringen – und dass, obgleich mir eine betagtere Auflage vorlag. Zudem ist im Anhang des Buches eine Referenz enthalten, die sich wunderbar als Nachschlagewerk eignet. In Verbindung mit diversen Self-JavaScript-Lernwebseiten im Internet lassen sich rasch erste Erfolge erzielen, die Lust auf mehr machen.

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    Cover des Buches Die Blutlinie (ISBN: 9783404169368)

    Bewertung zu "Die Blutlinie" von Cody McFadyen

    Die Blutlinie
    Rodrik-Andersenvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Spannend, aber äußerst brutal (FSK: 18)
    Spannend, aber äußerst brutal (FSK: 18)

    FBI-Agentin Smoky Barrett ist am Boden zerstört. Sechs Monate zuvor wurde ihre Familie von einem Serienmörder ausgelöscht. Sie selbst kam nur knapp mit dem Leben davon, mit Narben, die ihren ganzen Körper entstellen. Nach wie vor steht sie vor einem dunklen Abgrund, der sie endgültig zu verschlingen droht. Doch dann wird ihre beste Freundin in San Francisco grausam ermordet– von einem Killer, der sich für einen Nachkommen von „Jack the Ripper“ hält.

    Vom ersten Kapitel an steckt der Leser im Kopf der weiblichen Hauptfigur Smoky. Seite um Seite erfährt er von den schrecklichen Begebenheiten, die die Protagonistin durchleben musste, von den wiederkehrenden Albträumen, die ihr Nacht für Nacht den Schlaf rauben. Sie weiß: Wenn sie nicht versucht, sich ein Stück ihres früheren Lebens zurückzuerobern, wird es nur noch einen einzigen, endgültigen Ausweg geben. Doch kaum wagt sie den Schritt zurück ins Berufsleben, wartet schon der nächste Schicksalsschlag auf sie: Ihre Freundin wurde Opfer eines brutalen Killers, der Smoky und ihr Team gleichermaßen herausfordert.

    Der Schreibstil des Autors ist angenehm eingängig. Sein Markenzeichen: kurze und prägnante Sätze. Dies spiegelt Smokys Persönlichkeit wider, die eher Taten anstatt Worte für sich sprechen lässt. Auf diese Weise erhält man einen Einblick in die polizeiliche Ermittlungsarbeit und das Profiling, was mir durchaus gefiel. Auffällig sind die akkuraten und detailreichen Schilderungen der Tatorte, die ungeschönt daherkommen. Was hier beschrieben wird, fängt den fokussierten Blick einer Ermittlerin gekonnt ein. Allerdings sind die begangenen Gräueltaten definitiv nichts für schwache Nerven.

    Neben der übermäßig zur Schau gestellten Brutalität störte mich, dass jedes Mitglied aus Smokys Team ebenfalls mit schweren, persönlichen Problemen zu kämpfen hatte, wodurch die ohnehin schon vorherrschende, trostlose Stimmung zusätzlich verstärkt wurde. Dasselbe gilt für die Ausarbeitung der Nebencharaktere, deren Stärken oder Marotten überzeichnet, manchmal sogar aufgesetzt wirkten und mit der Zeit negativ auffielen. Und auch die Fehler, die das versierte und eingespielte Team gegen Ende beging, passten für mich nicht so recht ins Bild.

    Fazit: Spannend, aber äußerst brutal – so lässt, sich der erste Smoky Barrett-Thriller zusammenfassen. Stellenweise fiel es mir wirklich schwer, das Buch beiseitezulegen, weil sowohl die Handlung als auch die Hauptfigur fesselten. Der Schreibstil machte es mir leicht, mich in die FBI-Agentin hineinzuversetzen, mit ihr zu leiden und zu bangen. In Summe handelt es sich daher um einen gelungenen Thriller, der zu überzeugen wusste und in mir die Lust auf den Nachfolger weckte.

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    Cover des Buches Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur (ISBN: 9783570102060)

    Bewertung zu "Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur" von Andrea Wulf

    Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur
    Rodrik-Andersenvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Klare Leseempfehlung: Humboldts Vermächtnis ist aktueller denn je.
    Klare Leseempfehlung: Humboldts Vermächtnis ist aktueller denn je

    „Alles hängt mit allem zusammen. Alles ist Wechselwirkung.“ So ließe sich wohl vereinfacht die weitreichende Erkenntnis von Alexander von Humboldt zusammenfassen, der Zeit seines Lebens damit zugebracht hatte, sich die Geheimnisse und Zusammenhänge der Natur zu erschließen und sich darüber mit Gelehrten, Wissenschaftlern, Unternehmern, Künstlern und Herrschern auf der ganzen Welt austauschte. Und wie bei fast allem, was Alexander von Humboldt in Angriff genommen hatte, sprechen wir von schier unvorstellbaren Dimensionen. So soll er mindestens 30.000 Briefe verfasst haben. Hinzu kamen unzählige Werke, die sein Gedankengut und seinen Blick auf die Wunder der Natur einer breiten Leserschaft zugänglich machten. Dadurch gelang es ihm, dass sich seine Ideen in den Köpfen der nachfolgenden Generationen festsetzten und weiterentwickelten. Leider geriet sein Erbe trotzdem im Laufe der Zeit immer mehr in Vergessenheit. Da kam Andrea Wulfs Sachbuch gerade zur rechten Zeit, um diesem Trend entgegenzuwirken.

    Ich will ehrlich sein: Abgesehen vom Namen wusste ich mit der Person Alexander von Humboldt kaum etwas anzufangen. Klar, sein Nachname findet sich vielerorts wieder, wie z.B. im Humboldtstrom oder im Humboldt-Pinguin. Doch ahnte ich nicht, was mir bislang entgangen war. Ich hatte keine Vorstellung davon, was ein Mensch in seinem Leben schaffen und bewirken kann, selbst wenn er ein stattliches Alter von fast 90 Jahre erreicht.

    Auf diesen Missstand bin ich aufmerksam geworden, als auf Zeit Online der Artikel „Humboldts Welt“ erschien. Erstaunt erfuhr ich, was dieser Mann alles erlebt, gelernt, erfahren, erfunden und mit seinen Mitmenschen geteilt hat. Auf diesem Weg wurde ich auch auf die Autorin Andrea Wulf aufmerksam, die in ihrem Sachbuch auf über 400 dichtgepackten Seiten das bewegte Leben des Universalgelehrten und Genies ausleuchtet. Außerdem fasst sie in ihrem Werk weitere Persönlichkeiten ins Auge, die von und durch Humboldt maßgeblich geprägt worden sind und ebenfalls Bahnbrechendes auf ihrem Gebiet geleistet haben. Als Beispiel seien hier Charles Darwin oder Johann Wolfgang von Goethe genannt. Überhaupt scheint es, als hätten Alexander von Humboldt sämtliche Türen offen gestanden – nicht nur wegen seines Renommees, sondern auch wegen seines diplomatischen Geschicks. Stets gelang es ihm, sich Gehör zu verschaffen und seine ambitionierten Ziele voranzutreiben. Am Ende ist ihm nur ein Herzenswunsch versagt geblieben: Eine Expedition nach Indien und zum Himalaya, weil sich die Britische Ostindien-Kompanie gegen ihn sperrte aus Angst, er könnte die Zustände anprangern, die vor Ort herrschten.

    Als besonders spannend empfand ich das erste Drittel des Sachbuches, indem es um Alexander von Humboldts Kindheit, seine Ausbildung und seinen Werdegang als Beamter geht. All das bereitet ihn letztendlich auf seine prägende Südamerika-Expedition vor, in der er sein erworbenes Wissen und seine Kenntnisse abrufen konnte, um zu bahnbrechenden Entdeckungen und völlig neuen Ideen zu gelangen. Dabei tritt er nicht nur als Naturforscher, Abenteurer, Botaniker, Geologe oder Bergsteiger auf, sondern setzte sich auch mit indigenen Völkern auseinander, deren Kultur und Lebensweise er überaus schätze. Zwar nahm er überall Messungen vor, doch dienten ihm diese Untersuchungen insbesondere dazu, seine Hypothesen zu untermauern. Stets suchte er nach jenen Zusammenhängen, jenem Wechselspiel, welches die Natur im Gleichgewicht hält. Dabei stellte Alexander von Humboldt aber auch wiederholt fest, welch zerstörerische Auswüchse die menschliche Gier annehmen kann, wenn das Augenmerk nur noch auf der Ausbeutung natürlicher Ressourcen liegt. So gelangte er zu Schlussfolgerungen, die rund zweihundert Jahre später nichts von ihrer Aktualität eingebüßt haben.

    Als nicht ganz so fesselnd habe ich den mittleren Abschnitt des Sachbuches empfunden, in dem es vor allem darum ging, wie Alexander von Humboldt seine Ideen während seiner Aufenthalte in Paris und Berlin gesichtet, ausgearbeitet und verbreitet hat. Nichtsdestotrotz ist dieser Lebensabschnitt genauso wichtig, weil andernfalls sein Ruhm wohl nie solche Ausmaße angenommen hätte. Und dies wiederum versetzte ihn in die Lage, seine Pläne weiterzuverfolgen und seine sehnlichsten Träume wahr werden zu lassen. Seine unerschöpfliche Energie und sein nicht nachlassender Tatendrang beeindruckten mich dabei über alle Maßen.

    Fazit: Bei „Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur“ handelt es sich um ein herausragendes Sachbuch. Das liegt einerseits an Humboldts schillernden, ungemein vielseitigen Persönlichkeit, andererseits an seinem Gedankengut, mit dem der Naturbegriff einen ganz neuen Stellenwert erlangte, der nachfolgende Generationen nachhaltig prägte. Natürlich ist dies auch der Autorin zu verdanken, die den Stoff gleichermaßen unterhaltsam und faktenbasiert an den Leser bringt. Die ausgiebigen Recherchen, deren Nachweis knapp 100 Seiten im Anhang für sich beanspruchen, sprechen eine deutliche Sprache. Daher kann ich jedem nur wärmstens empfehlen, sich mit diesem Werk zu befassen. Wir reden von Umweltschutz, Artensterben, Klimaerwärmung, Ausbeutung der Natur – alles Themen, mit denen sich Alexander von Humboldt bereits vor zweihundert Jahren auseinandergesetzt hat. Er wusste um die Probleme, die mit der exzessiven Nutzung natürlicher Ressourcen einhergehen. Aber er wusste eben auch, dass der Mensch nur zu einer Einsicht gelangen würde, wenn er den Zauber der Natur für sich entdeckte. Dieses Sachbuch hilft dabei, diesen Zauber in uns wachzurufen.

    Diese Rezension ist auch auf meiner Webseite erschienen:
    https://www.rodrikandersen.de/zum-buch-alexander-von-humboldt-und-die-erfindung-der-natur/

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    Cover des Buches Die Kunst des sanften Siegens (ISBN: 9783902991836)

    Bewertung zu "Die Kunst des sanften Siegens" von Gerlinde Manz-Christ

    Die Kunst des sanften Siegens
    Rodrik-Andersenvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Alles, nur eben kein Sachbuch.
    Alles, nur eben kein Sachbuch

    Wie sich mit diplomatischen Mitteln verfahrene Situationen entschärfen oder verhärtete Fronten aufweichen lassen, fasziniert mich schon seit langem. Dies mag der Hauptgrund gewesen sein, warum ich entsprechende Literatur besorgt habe. Sowohl der Titel als auch die Aufmachung des Covers suggerierten, dass es sich hierbei um ein Sachbuch handelt. Zudem steht im Klappentext geschrieben: „Lassen Sie sich unterhalten und inspirieren und erfahren Sie, wie Sie mit Diplomatie Ihre Ziele verwirklichen und Menschen für sich gewinnen können.“

    Der Auftakt des Buches las sich vielversprechend. Ein gut aufgebautes Sachbuch stimmt den Leser anhand anschaulicher Beispiele auf das Themengebiet ein und zeigt auf, wohin die Reise geht. So verhielt es sich auch bei diesem Buch. Die eingestreuten Anekdoten lasen sich dank des unkomplizierten Schreibstils eingängig, der nicht mit Fachbegriffen überfrachtet ist. Meine Neugier war also nach den ersten Kapiteln geweckt.

    Leider kam die Autorin über diverse Anekdoten aus ihrem Leben oder von anderen Kontaktpersonen nicht hinaus, womit ich zum Hauptkritikpunkt überleite: dem Inhalt. Trotz des klaren Aufbaus sucht man im Buch vergeblich nach Ratschlägen, Handlungsanweisungen oder Tipps, wie sich Diplomatie im Alltag und Berufsleben erfolgreich einsetzen lässt. Dies ist insofern völlig unverständlich und bedauerlich, weil es sich bei der Autorin offenkundig um eine kompetente Diplomatin mit reichem Erfahrungsschatz handelt. Letztendlich bleiben nur bunt zusammengewürfelte Beispiele aus ihrem Leben übrig, die jedwede Tiefe vermissen lassen. Kein Thema wird durchdrungen. Die Ausführungen sind oberflächlich, nichtssagend und oft mit dem Hinweis versehen, dass es Anstand und Integrität gebieten, keine weiteren, vertraulichen Details preiszugeben. Stattdessen beschränkt sich die Autorin darauf, munter zwischen den Themen hin und her zu springen. Roter Faden, Fehlanzeige.

    Fazit: Dieses Werk hat in erster Linie ein Problem: Es ist per se kein Sachbuch. Handwerklich und vom Schreibstil mag es überzeugen. Wer sich allerdings Anleitungen verspricht, wie Diplomatie auch außerhalb der Politik eingesetzt werden kann, um persönliche Ziele zu erreichen, dürfte schwer enttäuscht werden. Dies bestätigt ein altbekanntes Klischee, welches der Diplomatie angehaftet, nämlich, dass am Ende nur viel heiße Luft produziert wird. Wer hingegen einen Einblick in die diplomatische Berufslaufbahn aus erster Hand erhalten möchte, könnte nichtsdestotrotz auf seine Kosten kommen.

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    Cover des Buches Der Canyon (ISBN: 9783426555521)

    Bewertung zu "Der Canyon" von Douglas Preston

    Der Canyon
    Rodrik-Andersenvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Buch abgebrochen – des Rätsels Lösung für mich zu simpel
    Buch abgebrochen – des Rätsels Lösung für mich zu simpel

    Der Archäologe Stem Wheaters wird, kurz bevor er eine bahnbrechende Entdeckung kundtun kann, in einem Canyon tödlich angeschossen. Ehe er sein Leben aushaucht, vertraut er Tom Broadbent ein Buch an und ringt ihm das Versprechen ab, es seiner Tochter zu übergeben. Daraufhin versucht Tom aus den rätselhaften, kryptischen Notizen schlau zu werden, woraufhin er den ehemaligen CIA-Agenten und Aussteiger Wyman Ford ins Vertrauen zieht. Derweil setzen zwielichtige Personen alles daran, in Besitz des Buches zu gelangen, weshalb nicht nur Tom bald in großer Gefahr schwebt.

    Ich bin ein großer Fan des Autors Douglas Preston. Immer wieder gelingt es ihm, mich mit seinen Ideen und Geschichten in den Bann zu ziehen. Sein Roman „Der Krater“ erhielt sogar eine meiner wenigen 5-Sterne-Rezensionen.

    Tatsächlich versprachen der interessante Auftakt des Buches (Apollo-17-Mission), die gewohnt kurz gehaltenen Kapitel, der schnörkellose Schreibstil sowie die Charaktere erneut einen Thriller-Hochkaräter. Alles drehte sich um die zentrale Frage, was der Archäologe Stem Wheaters in der Einöde der Canyon-Landschaft gefunden hatte, dass er dafür sein Leben lassen musste. Als nach rund 150 Seiten das Rätsel gelüftet wurde, stellte sich bei mir Ernüchterung ein. Echt jetzt? Das soll es gewesen sein? ACHTUNG: SPOILER! Ein besonders gut erhaltenes T-Rex-Fossil, das sich auch noch unweit des Tyrannosaur Canyon befindet? Um es kurz zu machen: Diese simple, naheliegende und nicht allzu mysteriöse Auflösung verdarb mir das gesamte Buch. Daraufhin nahm ich das Ende der Geschichte vorweg – und sah meine Vermutung bestätigt, dass es abgesehen von reichlich Action-Szenen zu keinen nennenswerten Entwicklungen oder Wendepunkten mehr kommt.

    Fazit: Bei „Der Canyon“ handelt es sich um ein eher schwaches Buch von Douglas Preston, was Spannung und Mystery anbelangt. Daher empfehle ich zu anderen Romanen des Autors zu greifen. An dieser Stelle seien beispielsweise „Der Krater“ und „Credo“ genannt, die mir beide überaus gut gefallen haben. Ansonsten mag diese Geschichte wohl all denjenigen zusagen, die sich mit den möglichen Hintergründen des Aussterbens der Dinosaurier näher auseinandersetzen möchten.

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