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    Cover des Buches Priest of Lies (ISBN: 9783608964158)

    Bewertung zu "Priest of Lies" von Peter McLean

    Priest of Lies
    Roman-Tippsvor einem Monat
    Kurzmeinung: Großartige Fortsetzung, die mich richtig gut unterhalten und in Spannung versetzen konnte - Buchhighlight!
    Großartige und heftige Fortsetzung!

    Richtig heftige und mitreißende Fortsetzung! „Priest of Lies“ von Peter McLean ist der zweite Band der düsteren und blutigen Fantasy-Reihe „Der Kampf um den Rosenthron“ von Peter McLean – und eine der Fortsetzungen in diesem Jahr, auf die ich lange und sehnsüchtig gewartet habe. Der Auftaktband „Priest of Bones“ ist letztes Jahr für mich zu einem Buchhighlight geworden, da die Story mich regelrecht umhauen konnte. Mit „Priest of Lies“ wird die Geschichte rund um den pragmatischen, berechnenden und skrupellosen Soldatenpriester und Bandenchef Tomas Piety im gewohnten Stil fortgesetzt, knüpft direkt an die letzten Geschehnisse an und bringt die Reihe noch nicht zu einem endgültigen Ende. Insgesamt finde ich „Priest of Lies“ schwächer als den Auftaktband, aber dennoch konnte mich die spannende und finstere Geschichte, der geniale und nüchterne Schreibstil und die geschickt gezeichneten Charaktere wieder so heftig packen, dass auch die Fortsetzung für mich zu einem Highlight geworden ist, welches ich leider viel zu schnell durchgelesen habe.


     

    Der Kampf geht weiter

     


    „Fünfhundert Leichen. Das war mein Hochzeitsgeschenk von Ailsa und den Queen’s Men. Von der Frau, die ich als meine Gemahlin bezeichnete.“


     

    (S. 13 des eBooks „Priest of Lies“ von Peter McLean, Klett-Cotta Verlag)

     


    Im Gegensatz zum Auftaktband spielt die Fortsetzung, die ca. sechs Monate nach „Priest of Bones“ beginnt, nicht nur in Ellinburg, sondern auch in der Hauptstadt Dannsburg, und handelt nicht mehr so viel von brutalen Straßenkämpfen, Schlägereien, schockierenden Geheimnissen aus der Vergangenheit und der Zurückeroberung von Geschäften. Aber dennoch hat dieser Band auch so seine grausamen, brutalen und blutigen Szenen sowie auch schockierende Momente, wobei es mir wieder eiskalt den Rücken herunterlief und mir vor Spannung die Luft wegblieb. Mit einer kalten, hoffnungslosen und finsteren Atmosphäre, die ein mulmiges Gefühl verursacht. Hauptsächlich dreht es sich hier jedoch um Intrigen, politische Ränkespiele, Verschwörungen, Verrat und darum, die bestehenden Geschäfte zu erhalten. Aber auch um einen geheimen Krieg mit den feindlichen Skaniern und ihren Magiern, Probleme mit einer anderen mächtigen Bande und dem Gouverneur, Arbeiteraufstände und Mordanschläge. Also einiges, um die Story am Laufen zu halten. Wobei Magie hier tatsächlich einen höheren Anteil bekommt als im letzten Band. Tomas Piety ist bereits ein gefürchteter und mächtiger Bandenchef in Ellinburg, dem der gesamte Osten der Stadt gehört. Aber gleichzeitig ist er auch ein Spion der Queen’s Men, die für die Krone arbeiten, – und er ist sich selbst nicht mehr sicher, ob er noch selber seine Geschäfte führt…oder in Wirklichkeit die Krone. Um gegen diese Schwierigkeiten anzugehen, muss er eine Grenze überschreiten, die aus ihm vielleicht entweder einen noch blutrünstigeren und eiskalten Mörder macht – oder einfach nur sein wahres Ich zum Vorschein bringen wird.

     


    Großartige und heftige Fortsetzung

    Was wird aus einem Menschen, wenn dieser zu viel Macht hat?

     



    „Ich spürte, dass ich, wie schon einige Male zuvor, drauf und dran war, vom Weg abzukommen, spürte, dass sich hinter meinen Augen die Finsternis des tief in mir vergrabenen Schlachtenkollers herniedersenkte.“


     

    (S. 78 des eBooks „Priest of Lies“ von Peter McLean, Klett-Cotta Verlag)

     


     

    Wie bereits „Priest of Bones“ wird auch „Priest of Lies“ aus der Sicht von Tomas Piety erzählt in Form des Ich-Erzählers. Da Tomas ein recht gefühlskalter und pragmatisch denkender Charakter ist, der Probleme gerne nach seinem eigenen Gerechtigkeitssinn löst, ist auch der Schreibstil nach ihm abgestimmt – und das ist wieder etwas, was mir hier sehr gefallen hat, denn die Spannung kommt zu einem großen Teil auch durch den Schreibstil. Allgemein ist Tomas weiterhin ein interessanter Charakter, den man nicht gänzlich durchschauen kann, denn er ist sich über einige Dinge selber nicht wirklich im Klaren. Und der wieder alle Mittel einsetzt, um seine Ziele zu erreichen, obwohl ihn hier manchmal auch das Gewissen plagt – ganz besonders jedoch die Erinnerungen an den Krieg in Messia und Abingon. Ich habe zu ihm schon einiges in meiner Rezension zum ersten Band geschrieben – und all das kann man von Tomas wieder erwarten. Doch hier kommt noch hinzu, dass er sich anscheinend verändert – oder nur sein wirkliches Ich ganz offensichtlich zeigt?

    Während hier noch weitere Charaktere hinzukommen, gibt es auch ein Wiedersehen mit bereits bekannten Charakteren, die wieder alle durch ihre düsteren Persönlichkeiten wunderbar zur trostlosen, kalten und grausamen Szenerie passen. Zum Beispiel die kämpferische, furchtlose und pflichtbewusste Bloody Anne, Tomas‘ einzige wahre Freundin, rechte Hand – und sein wandelndes Gewissen. Sein vom Schlachtenkoller gestörter Bruder Jochan, der sich immer noch wie ein Berserker in Kämpfe stürzt. Der dicke Luka, der mit seinen manipulativen und diplomatischen Fähigkeiten wahre Wunder vollbringt. Billy the Boy, dessen magische Fähigkeiten immer furchterregender werden. Natürlich Ailsa, Tomas‘ Ehefrau, Auftragsmörderin, Taktikerin und gnadenlose Agentin der Queen’s Men, die über Leichen geht, um Befehle auszuführen, und die nicht in ihre Karten blicken lässt. Cutter, dessen Geheimnis endlich offenbart wird. Und noch viele weitere.

    Ich hatte am Anfang etwas Schwierigkeiten wieder in die Geschichte zu finden, aber das dauerte nicht lange. Wie bereits in „Priest of Bones“ gibt es vorne eine Karte von Ellinburg und ein Verzeichnis über die Charaktere.

    Ein packender Showdown ist ebenso vorhanden. Was die Entwicklung zum Ende hin betrifft, so lässt diese mich mit gemischten Gefühlen zurück. Zum einen ist es eine sehr interessante Wendung, die sicherlich im dritten Band für eine spannende Story sorgen wird, zum anderen finde ich es aber auch etwas bedauerlich. Ich würde so gerne jetzt und sofort den dritten Band lesen. Das Warten auf den letzten Band wird absolut nicht leicht werden.


    Fazit:

    „Priest of Lies“ ist zwar insgesamt etwas schwächer als der Auftaktband „Priest of Bones“, aber eine großartige und heftige Fortsetzung, die mich richtig gut unterhalten und in Spannung versetzen konnte. Die kalte und trostlose Welt mit den finsteren Charakteren, den schockierenden Momenten und der mitreißenden Handlung mit ihren Intrigen, Verrat, Ränkespielen, grausamen Begebenheiten und dunklen Geheimnissen ist mit dem geschickten Schreibstil absolut packend erzählt. Ich würde so gerne sofort den dritten Band lesen – doch leider muss nun wieder gewartet werden.


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    Cover des Buches Die Feuerreiter Seiner Majestät 02 (ISBN: 9783442244447)

    Bewertung zu "Die Feuerreiter Seiner Majestät 02" von Naomi Novik

    Die Feuerreiter Seiner Majestät 02
    Roman-Tippsvor einem Monat
    Cover des Buches Die Feuerreiter Seiner Majestät 01 (ISBN: 9783442244430)

    Bewertung zu "Die Feuerreiter Seiner Majestät 01" von Naomi Novik

    Die Feuerreiter Seiner Majestät 01
    Roman-Tippsvor einem Monat
    Kurzmeinung: Herzerwärmende und richtig spannende Drachenfantasy-Geschichte mit realem historischem Hintergrund. Buchhighlight!
    Der Beginn einer lebenslangen und wunderbaren Freundschaft...

    Wie ich auf die Fantasy-Reihe „Die Feuerreiter Seiner Majestät“ von Naomi Novik gekommen bin, ist sicherlich eine längere Geschichte. Als ich mich noch nicht so für Fantasy interessiert hatte, zog die Reihe einfach an mir vorbei. Seit den letzten Jahren gehört Fantasy jedoch zu meinem absoluten Lieblingsgenre – ganz besonders, wenn Drachen vorkommen. Und obwohl ich eigentlich meinen SuB abbauen muss, wollte ich doch im Moment wieder Drachenfantasy lesen. Somit wanderte der erste Band „Die Feuerreiter Seiner Majestät – Drachenbrut“ auf meinen eReader und musste natürlich sofort gelesen werden. Tja, was soll ich sagen? Erst einmal: Diese Reihe hat einfach so wunderschöne Cover. Am wichtigsten jedoch: Mit „Drachenbrut“ konnte mich Naomi Novik vollkommen für diese Reihe begeistern. Das liegt an einer interessanten Kombination aus Drachenfantasy mit realem historischem Hintergrund, an den liebevollen und herzerwärmenden Charakteren, einem flüssigen und ruhigen Schreibstil und einer spannenden und manchmal auch humorvollen und dramatischen Handlung, die mich zum Lachen und Weinen bringen konnte. Für mich wieder ein Buchhighlight!


     

    Der Beginn einer lebenslangen und wunderbaren Freundschaft

     


    „Laurence dachte nicht länger an ihn als eine Kreatur, für die er die Verantwortung trug, sondern eher an einen vertrauten Freund, der ihm bereits das Liebste im Leben geworden war und auf den er sich ohne Bedenken verlassen konnte.“


     

    (S. 90 des eBooks „Die Feuerreiter seiner Majestät – Drachenbrut“ von Naomi Novik, Blanvalet Verlag)

     


    „Drachenbrut“ von Naomi Novik spielt zur Zeit der napoleonischen Kriege. In dieser von der realen Vergangenheit abgewandelten Welt werden Drachen sozusagen als Luftwaffe genutzt. Einige können Feuer speien, andere Säure, wieder andere keines von beiden, sind dafür vielleicht jedoch größer – oder kleiner -, geschicklicher und haben mehr Kampfkraft. Eines haben sie jedoch alle gemeinsam: Sie können sprechen und sind sehr treue Begleiter. Wenn Drachen schlüpfen und von einem Menschen einen Namen und ein Geschirr erhalten, so entsteht zwischen dem Drachen und dem Menschen eine lebenslange Verbundenheit, die man kaum bis gar nicht mehr lösen kann – und beide können sich bedenkenlos auf den anderen verlassen. Als Flieger hat man somit einen lebenslangen Dienst, der sich von einem „normalen“ Leben grundlegend unterscheidet, denn der Drache wird zu einem Lebensmittelpunkt. Die Handlung von „Drachenbrut“ beginnt damit, dass die Reliant, ein englisches Kriegsschiff, eine französische Fregatte aufbringt und sie versteckt unter dem Deck ein Drachenei finden, welches kurz vor dem Schlüpfen ist. Eine einmalige Gelegenheit, um für das englische Militär einen Drachen zu gewinnen. Als nach kurzer Zeit aus dem Ei ein wunderschöner schwarzer Drache schlüpft, wird Will Laurence, der Kapitän der Reliant, von diesem erwählt. Und Laurence kommt seiner Pflicht nach, legt dem Drachen das Geschirr an und gibt ihm den Namen „Temeraire“. Von da an ändert sich Laurences Leben schlagartig, denn für ihn und Temeraire steht eine fordernde Ausbildung und ein Krieg bevor. Doch zusammen können sie alles schaffen…

     


    Großartige Drachenfantasy!

     


    „Er selbst war nie ein großer Leser gewesen, doch Temeraires Freude an Büchern war so ausgeprägt, dass sie ansteckend war, und Laurence konnte nicht umhin, mit tiefer Befriedigung an das Entzücken des Drachen über das neue Buch zu denken, welches in allen Einzelheiten von Edelsteinen und ihrem Fund handelte, obgleich ihn selbst dieses Thema nicht im Mindesten interessierte.“


     

    (S. 56 des eBooks „Die Feuerreiter seiner Majestät – Drachenbrut“ von Naomi Novik, Blanvalet Verlag)

     


     

    Mir hat dieses Buch zu lesen so viel Freude bereitet! Wie oben schon erwähnt, finde ich es interessant und abwechslungsreich, dass hier die napoleonischen Kriege zu einer Art Drachenfantasy umgewandelt wurden. Die Geschichte selbst wird mit einem flüssigem und oftmals ruhigem Schreibstil erzählt, der mich von der ersten bis zur letzten Seite packen konnte. Ab und zu wird es auch richtig actionreich. Allerdings setzt Naomi Novik mehr auf Charakterentwicklung und kleinere, dafür mehrere Spannungshöhepunkte, was mir sehr gefallen hat, wobei es jedoch am Schluss zu einem sehr spektakulären und dramatischen Showdown kommt. Für ein Fantasybuch hat die Story eine gute Länge, bleibt durchgehend spannend, sodass hier keine langatmigen Stellen auftauchen.

     


    „Dieser fantastische Plan schien alle drei unendlich zu erleichtern. Laurence bedauerte nun, dass er so viel Rum getrunken hatte, denn er konnte keinen Protest äußern, wie es, so spürte er, seine dringende Pflicht gewesen wäre.“


     

    (S. 262 des eBooks „Die Feuerreiter seiner Majestät – Drachenbrut“ von Naomi Novik, Blanvalet Verlag)

     


    Doch am meisten haben mir noch die liebevollen und herzerwärmenden Charaktere gefallen, die für einige amüsante Szenen (z. B. wenn Laurence versucht, Temeraire etwas zu erklären), aber auch für sehr tragische Momente gesorgt haben. Ich konnte mich mit ihnen freuen, lachen, mitfiebern – ja, und auch Tränen blieben da nicht weg. Laurence und der Drache Temeraire waren mir sofort sympathisch und sind mir, neben dem Königskupfer-Drachen Maximus, dem Langflügler Lily, dem kleinen gelben Drachen Levitas und vielen weiteren, sehr ans Herz gewachsen. Laurence, ein pflichtbewusster, nachdenklicher, sehr höflicher, loyaler und ruhiger Mensch, der sich für andere einsetzt und für den Temeraire ein wichtiger Freund geworden ist. Da aus seiner Sicht in Form des personalen Erzählers die Geschichte erzählt wird, passt der Schreibstil richtig gut zu seinem Charakter. Der schwarze Drache Temeraire, der eigenwillig, intelligent, wissbegierig, total niedlich und pragmatisch ist, noch dazu Schmuck und Bücher liebt und sehr gerne mit Laurence über Themen diskutiert. Und auch die anderen Charaktere sind wirklich gut gelungen. Es ist so unfassbar rührend, wie sich hier Drachen und Menschen gegenseitig um einander sorgen und für einander kämpfen. Ich freue mich jedenfalls schon riesig auf die weiteren Bände, denn ich möchte mehr von dieser Geschichte und den Charakteren lesen. Nur leider wird es noch etwas dauern, bis ich aus zeitlichen Gründen den nächsten Band lesen kann. Doch gegen Ende des Sommers steht diese Reihe ganz oben auf meiner Leseliste!

     


    Fazit:

    Herzerwärmende und richtig spannende Drachenfantasy-Geschichte mit realem historischem Hintergund. Naomi Novik konnte mich von der ersten Seite bis zur letzten mitreißen und mein Herz für diese wunderbaren Charaktere schlagen lassen. Für mich steht definitiv schon fest: Ich werde die gesamte Reihe lesen! Absolut empfehlenswerter Auftaktband! Und ich freue mich schon so auf die weiteren Geschichten mit Laurence und Temeraire.

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    Cover des Buches Nevernight - Die Rache (ISBN: 9783596703586)

    Bewertung zu "Nevernight - Die Rache" von Jay Kristoff

    Nevernight - Die Rache
    Roman-Tippsvor einem Monat
    Kurzmeinung: Ein heftiger Abschluss, wie ich ihn gewünscht habe: dramatisch, actionreich und nervenaufreibend! Großartig!
    Heftiger Abschlussband, der mich umhauen konnte

    Während ich diese Zeilen schreibe, bin ich immer noch ganz zittrig und überwältigt von dieser Geschichte – und verstört, dass die Nevernight-Trilogie schon zu Ende ist. Ich war so wahnsinnig gespannt darauf, wie diese Geschichte für Mia und die anderen Charaktere ausgehen wird. Vom dritten und letzten Band einer Reihe erwarte ich irgendwie noch ein Stückchen mehr als von einem Auftaktband – und hier wurden meine Erwartungen übertroffen. „Nevernight – Die Rache“ von Jay Kristoff, das dramatische, monumentale und bildgewaltige Finale einer spannenden Trilogie, welches mich emotional herrlich erschüttern konnte und die Vorstellungskraft bezüglich actionreicher Szenen, tragischen Wendungen und einem so genialen und heftigen Schreibstil einfach sprengt. Mias letztes Abenteuer, ihr letzter großer Kampf ist ein absolut krönender Abschluss dieser Fantasy-Reihe, welche sich in meine Gedanken gebrannt hat.

     

    Ein Mädchen, das eine Geschichte zu erzählen hat

     


    „Ich bin eine Tochter des Dunkels zwischen den Sternen […]. Ich bin der Gedanke, der die Arschlöcher dieser Welt in der Nimmernacht wachliegen lässt. Ich bin die Rache jeder verwaisten Tochter, jeder ermordeten Mutter, jedes unehelichen Sohns. […] Ich bin der Krieg, den du nicht gewinnen kannst.“


     

    (S. 323 des eBooks „Nevernight – Die Rache“ von Jay Kristoff, Fischer Tor Verlag)

     

    Der dritte Band knüpft sofort an die Ereignisse aus dem zweiten Band an. Mias Plan ist zur Hälfte schiefgelaufen: Scaeva ist noch am Leben, noch dazu hat er es geschafft, sich die gesamte Macht der Republik zu verschaffen. Nun sind die Assassinen der Roten Kirche, die ihren alten Mentor Mercurio in der Roten Kirche gefangen halten, und die Soldaten der itreyanischen Republik hinter ihr her. Noch dazu muss Mia eine grausame Wahrheit erkennen und sich einen neuen Plan überlegen, um ihre Rache zu verwirklichen. Doch das ist immer noch nicht alles: Mia wurde dazu auserwählt, das Gleichgewicht der Welt wiederherzustellen – was ihr bis Wahrdunkel, wenn das sich das Dunkel über die Welt legt, gelingen muss. Mit anderen Worten: Auf Mia und ihre Begleiter warten wieder allerhand Probleme, welche diese Geschichte zu einem großartigen Leserlebnis machen, keine Langeweile aufkommen lässt und die Spannung in die Höhe schraubt.

     

    Bildgewaltig, actionreich, spektakulär, einfallsreich

    und leider auch wieder dieselben Kritikpunkte

     


    „Ich weiß, wer Mia Corvere ist […]. Sie ist furchtlos. Handelt ohne Rücksicht auf Verluste. Und wenn es eines gibt, was ich über deine kleine Krähe gelernt habe, dann das: Es gibt nichts, was dieses Mädchen nicht für ihre Familia täte. Nichts.“


     

    (S. 40 des eBooks „Nevernight – Die Rache“ von Jay Kristoff, Fischer Tor Verlag)

     

    In „Nevernight – Die Rache“ gelangt der Leser nicht nur zurück an bekannte Orte wie Gottesgrab, Letzte Hoffnung und die Rote Kirche in der Wüste von Ashkah, sondern diesmal ist erstaunlicherweise auch die Piratenstadt Amai dabei. Es gibt ein erfreuliches Wiedersehen mit bekannten Charakteren (ich werde hier nicht spoilern!!!) und es kommen noch einige neue Charaktere hinzu. Wie schon im letzten Band, so habe ich mich diesmal auch riesig wieder auf die Schattenkatze Herr Freundlich, der alles hinterfragt, und die Schattenwölfin Eclipse, die vieles akzeptiert, gefreut. Und u. a. auch auf Mia, obwohl ich für sie keine hundertprozentige Begeisterung hege. Sie ist eine tolle Protagonistin, mutig, willensstark, würde für ihre Familie und Freunde alles tun. Ja, sie ist eine Mörderin und würde ohne mit der Wimper zu zucken morden, und ja, alles, was sie sich erhofft, fällt in Stücke – aber dennoch ist sie nicht gefühllos geworden, konnte sich ein gutes Herz bewahren.

     


    „Manchmal will die Vergangenheit einfach nicht ruhen. Manchmal muss man sie mit Gewalt zum Schweigen bringen.“


     

    (S. 94 des eBooks „Nevernight – Die Rache“ von Jay Kristoff, Fischer Tor Verlag)

     

    Anfangs hat sich die Geschichte recht gezogen, doch dann wurde es einfach immer besser. Allerdings gibt es auch später wieder einige starke Längen, die ermüdend sind. Ich muss gestehen, dass ich mit den vielen derben Ausdrucksweisen besser zurechtgekommen bin und diese sogar begann zu mögen – bzw. zu akzeptieren. Ich verbinde sie mit dieser erinnerungswürdigen Geschichte mit ihren legendären Charakteren. Alles passt wunderbar zusammen. Was ich aber immer noch schrecklich finde und was bereits im 1. und 2. Band vorgekommen ist, das sind diese wirklich zu detailreich, umfangreich, hin und wieder vorkommenden und ordinären Sexszenen. Diese habe ich tatsächlich nur noch übersprungen – so viel muss man sich wirklich nicht antun.

    Der erste Band hatte mich gut unterhalten können, wobei der Showdown einfach genial gewesen ist. Der zweite Band hat mir insgesamt schon richtig gut gefallen. Aber der dritte Band gefällt mir tatsächlich am besten. Es gibt hier Momente, da hielt ich die Luft an vor Spannung. Konnte geschockt und erschüttert werden. Aber auch Momente, in denen mir wirklich die Tränen kamen. Ich liebe die nervenaufreibenden und coolen Wendungen, die dramatischen Höhepunkte, die mich immer wieder in atemlose Spannung versetzen konnten. Ich mag die Magie, die Dunkelheit, die Schatten, die Mia kontrollieren kann und wie sie ihre Fähigkeit immer weiter ausbaut. Ich mag den Zusammenhalt zwischen den Charakteren, ihre starken Gefühle und dass sie alles geben, um irgendwie die Welt wieder in Ordnung zu bringen. Ich bin erstaunt über die actionreichen und einfallsreichen Geschehnisse, über die Welt mit ihrer Religion und den drei Sonnen, den Sandkraken und der Legende, die sich um alles rankt. Und ich bin begeistert von Jay Kristoffs bildgewaltigen und unglaublich phänomenalen Schreibstil und was er sich für einen Erzähler für die Nevernight-Trilogie ausgedacht hat. Denn, verehrte Freunde, ihr werdet es nicht glauben, aber hier wird das Rätsel gelöst – und es ist so unheimlich gut.

    Der Abschlussband bietet wirklich von allem eine Menge, aber hin und wieder war es auch recht anstrengend, einfach zu viel. Nach einem großartigen Showdown klingt die Geschichte dann leider viel zu schnell ab. Was das Ende betrifft, würde ich sagen, dass es zu der gesamten Geschichte an sich passt. Ich hätte hier gerne noch ein paar mehr Seiten gehabt, weil es so ziemlich abgehackt wirkt. Nun ja. Am Ende dachte ich jedenfalls nur noch: Wie kann das schon vorbei sein?! Ich werde diese Reihe vermissen.


    Fazit:

    Ein Abschlussband, wie ich ihn mir gewünscht habe! Dramatisch, actionreich, nervenaufreibend – manchmal aber leider zu viel davon. Ein Band, der im Vergleich zu den anderen Bänden nochmal einiges an Spannung und Story zugenommen hat und alles zu einem absolut heftigen Ende führt. Insagesamt eine wirklich gute Trilogie.

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    Cover des Buches Lady Trents Memoiren 2 (ISBN: 9783959815055)

    Bewertung zu "Lady Trents Memoiren 2" von Marie Brennan

    Lady Trents Memoiren 2
    Roman-Tippsvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Atmosphärisches Drachenabenteuer mit einer ganz großartigen Protagonistin
    Atmosphärischer und schöner Fantasy-Roman

    „Der Wendekreis der Schlangen“ von Marie Brennan ist bereits der zweite Band um die Abenteuer der unkonventionellen, mutigen und wissbegierigen Drachenforscherin Isabella aus der Drachenfantasy-Reihe „Lady Trents Memoiren“. Wie auch der erste Band „Die Naturgeschichte der Drachen“, den ich sehr mochte, habe ich den zweiten Band in einer Leserunde zusammen mit den Bloggerinnen Roberta von „Das Bambusblatt“ und Vivka von „A Winter Story“ gelesen – was wieder sehr viel Spaß gemacht hat. Von einigen Schwierigkeiten in der ersten Hälfte der Fortsetzung abgesehen, fand ich „Der Wendekreis der Schlangen“ wirklich sehr gut.

     

    Drachen im Dschungel und in Sümpfen…

     


    „Ich war schon zuvor und auch seither wieder an gefährlichen Orten – Vystrana, die Wüste von Akhia, überall, wo man Politiker finden kann -, aber ich glaube, nur die Gipfel von Mrtyahaima sind so schier tödlich wie die Grüne Hölle.“


     

    (S. 186 des eBooks „Der Wendekreis der Schlangen“ von Marie Brennan, Cross Cult)

     

    Die Expedition in die Berge und Wälder Vystranas ist mittlerweile drei Jahre her, als Isabella gemeinsam mit Lord Hilfords Nichte Natalie und Mr. Wilker zum tropischen und vom Krieg erschütterten Kontinent Eriga aufbricht, um dort eine speziell in der Grünen Hölle, also im Dschungel und in den Sümpfen von Mouleen, lebende Drachenart, nämlich die moulischen Sumpfwyrmer, zu erforschen. Dort erwarten sie einige Probleme – von politischen Intrigen, unerträglicher Hitze, tödlichen Infektionen und Krankheiten, gefährlichen und giftigen Tieren, sprachlichen Verständigungsschwierigkeiten, der eigenen Ungeschicktheit, fremdartiger Nahrung bis hin zu ungewöhnlichen Religionen mit Ritualen ist alles dabei, was ihre Expedition definitiv spannend und lebensgefährlich macht. Noch dazu gestaltet sich das Erforschen der Drachen auch nicht gerade einfach, denn das in der Grünen Hölle lebende Volk hütet bezüglich der Sumpfwyrmer ein Geheimnis. Und Isabella ist definitiv noch ein Stückchen abenteuerlustiger geworden.

     

    Wieder ein schöner Drachenfantasy-Roman

     


    „Ich denke nur darüber nach, wie viel Glück ich habe, dass ich in meinem Wahnsinn nicht alleine bin.“


     

    (S. 139 des eBooks „Der Wendekreis der Schlangen“ von Marie Brennan, Cross Cult)

     

    Auch wenn die erste Hälfte recht unterhaltsam gewesen ist, so hatte ich doch damit so meine Probleme. Die Story zog sich hier, weil die politische Lage sehr detailliert und umfangreich dargestellt wird. Das wurde nochmal erschwert durch die vielen schwierigen – und manchmal auch gleich klingenden – Namen, die ich mir einfach nicht merken konnte. Das Gleiche gilt für Ortsnamen und die einzelnen Bezeichnungen der Völker. Irgendwann war es einfach zu viel – und zu langweilig -, ich konnte mich nicht mehr richtig konzentrieren, weshalb ich das alles nur noch an mir vorbeiziehen ließ, ohne mir darüber noch weitere Gedanken zu machen. Als jedoch in der zweiten Hälfte des Buches endlich die Expedition in die Grüne Hölle beginnt und es somit nicht mehr lange dauerte, bis die Gruppe ihre ersten Schwierigkeiten meistern musste und das langersehnte Treffen mit Drachen in greifbare Nähe rückte, bekam die Geschichte endlich Schwung und ließ sich definitiv viel leichter und schneller. Und knüpft somit, was Spannung betrifft, wieder an den Auftaktband an. ^^

    „Der Wendekreis der Schlangen“ von Marie Brennan ist wieder eine gelungene Kombination aus atmosphärischer Drachenfantasy und Historie des realen 18./.19. Jahrhunderts, verpackt in Memoiren einer wagemutigen Drachenforscherin. Was mich bereits im ersten Band absolut erstaunen konnte, ist, dass diese Erzählungen von Isabella wie richtige Memoiren einer Drachenforscherin wirken und somit das alles richtig authentisch macht, als würde es Drachen wirklich geben – ja als würden Isabellas Abenteuer wirklich passiert sein. Die Beschreibungen der Gesellschaft in dieser Zeit, der Umgebung, der Drachenforschung, der Expedition in den Dschungel, der politischen Lage und allem drum herum – das alles trägt dazu bei und ist einfach ganz großartig gemacht!

    Noch dazu ist Isabella, die ich bereits in „Die Naturgeschichte der Drachen“ sofort mochte, eine hervorragende Protagonistin – und durch ihr älteres und berühmtes Ich eine geschickte Erzählerin, wodurch der angenehme und ruhige Schreibstil wieder eine ordentliche Portion Humor, Nüchternheit und Sachlichkeit bekommt. Dabei kommt es hin und wieder zu einigen Szenen bzw. Ereignissen, die herrlich amüsant sind. Außerdem mag ich sie als Charakterin total gerne, weil sie sich nicht von einer altertümlichen Gesellschaft aufhalten lässt, weil sie diese Grenzen überschreitet, um Drachen zu erforschen, und dadurch den Grundstein für eine neue Welt legt, für ein neues Denken schafft. Ich mag sie auch, weil sie mutig, abenteuerlustig, scharfsinnig, risikofreudig und pragmatisch ist und offen ihre Meinung sagt – und das nicht immer sehr diplomatisch – und sich von der Wissenschaft leiten, begeistern und faszinieren lässt. Eine wahre Pionierin dieser Zeit!

     

    Fazit:

    Atmosphärisches Drachenabenteuer in einem gefährlichen und geheimnisvollen Dschungel mit einer ganz großartigen Protagonistin! Die Reihe um die Drachenforscherin Isabella (Lady Trent) gefällt mir immer besser. Ich freue mich schon auf die weiteren Bände! Klare Leseempfehlung!

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    Cover des Buches Nevernight - Das Spiel (ISBN: 9783596297597)

    Bewertung zu "Nevernight - Das Spiel" von Jay Kristoff

    Nevernight - Das Spiel
    Roman-Tippsvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Atemberaubende und absolut bildgewaltige Fortsetzung!
    Ein riskanter, vielleicht wahnsinniger Plan...

    Den zweiten Band „Nevernight – Das Spiel“ von Jay Kristoff musste ich unbedingt gleich im Anschluss an den ersten Band lesen. Nicht unbedingt deshalb, weil es einen nervenaufreibenden Cliffhanger am Ende des ersten Bandes gegeben hätte – denn das ist nicht der Fall gewesen -, sondern weil ich sehr gespannt darauf war, wie es mit Mia und ihrer Rache weitergeht. Im Großen und Ganzen finde ich, dass beide Bände die gleichen Stärken und Schwächen haben. Allerdings hat mir die Fortsetzung doch ein Stückchen besser gefallen, denn hier gibt es kontinuierlich immer mal richtige Spannungsschübe und regelrechte Schockmomente, während der Auftaktband mich erst so ab den letzten 100-150 Seiten ganz wunderbar packen konnte.

     

    Ein riskanter Plan…


    „Hinter ihr lag nichts als Blut und ein Berg voller Verrat. Vor ihr lagen der Sand des Venatus und die Rache.“


     

    (S. 72 des eBooks „Nevernight – Das Spiel“ von Jay Kristoff, Fischer Tor)

     

    „Nevernight – Das Spiel“ setzt ca. acht Monate nach den blutigen Ereignisse des Auftaktbandes ein und zeigt anfangs zwei parallel laufende Handlungen, die durch einige Wochen voneinander getrennt spielen. Die eine Handlung spielt sozusagen in der Vergangenheit, ist durchgängig kursiv geschrieben, was leider beim Lesen ziemlich anstrengend ist, und handelt davon, wie Mia allmählich ein schockierendes Geheimnis lüftet, und die andere Handlung spielt in der Gegenwart einige Wochen danach, als Mia sich in die Sklaverei begibt und zur Gladiatorin ausgebildet wird. Man erhält hier ein Puzzlestück nach dem anderen und findet allmählich heraus, warum Mia so handelt, wie sie es gerade tut. Denn dahinter steckt ein neuer Plan, um ihre Rache zu verwirklichen.

     

    Würde Mia alles für ihre Rache tun?

     


    „Besiege deine Angst“, flüsterte sie, „und du kannst die ganze Welt besiegen.“


    (S. 477 des eBooks „Nevernight – Das Spiel“ von Jay Kristoff, Fischer Tor)

     

    In der Fortsetzung gerät Mia immer wieder in schwierige Situationen, in denen sie sich zwischen der Rache und einer anderen Tat, die vielleicht jemanden das Leben retten könnte, entscheiden muss. Sollte sie sich von ihren Gefühlen leiten lassen oder eiskalt den Plan durchziehen? Denn nun, da sie in der Sklaverei lebt, muss sie erkennen, dass die gesamte Republik auf Ungerechtigkeit aufgebaut ist, auf der brutalsten und schrecklichsten Ausbeutung von Menschen. Und zum ersten Mal hinterfragt sie das System. Es hängt sehr viel von Mias Entscheidungen ab, damit ihr riskanter Plan funktioniert. Genau das hat diese Geschichte für mich immer spannender gemacht. Im Grunde genommen ist Mia eine Assassinin, darauf ausgebildet jemanden kaltblütig zu töten ohne den Grund zu wissen, aber dennoch konnte sie sich ein gutes Herz bewahren. Doch hier scheint Mia durch ihre Rache durchtrieben und grausam geworden zu sein, nur darauf bedacht ihre Ziele zu erreichen. Und ich fragte mich: Würde sie wirklich alles für ihre lang ersehnte Rache tun? Durch den auktorialen Erzähler kann man schlecht Mias gesamte Gedanken erkennen, wodurch es definitiv zu einigen richtig guten Überraschungen kommt.

     


    „[…] Mia Corvere und Irrsinn gehören zusammen wie Rauch und Zigarillos.“


     

    (S. 497 des eBooks „Nevernight – Das Spiel“ von Jay Kristoff, Fischer Tor)

     

    Jay Kristoff beweist auch in diesem Band wieder einmal, dass nicht alles so ist, wie es vielleicht scheint. Umso mehr konnten mich die heftigen und dramatischen Wendungen treffen, wodurch ich einige atemlose Schockmomente durchleben konnte. Nervenaufreibende Situationen werden nochmal ein Stück mitreißender, indem ein weiteres schockierendes Geheimnis gelüftet wird. Doch mit jedem gelösten Rätsel kommt gleichzeitig eine neue Frage dazu, die ich unbedingt beantwortet haben wollte. Es gibt imposante und bildgewaltige Ereignisse, so zum Beispiel die epischen Gladiatorenkämpfe, wodurch ich mich direkt in die Handlung versetzt fühlen konnte und wobei ich jedes Mal erstaunt gewesen bin über die mechanischen Ideen, welche die Kämpfe in der Arena spektakulärer, interessanter und atemberaubender machten. Insgesamt ist „Nevernight – Das Spiel“ noch ein Stückchen blutrünstiger und actionreicher als der Auftaktband. Und auch hier sind einige Szenen leider hin und wieder etwas zu sehr in die Länge gezogen. Was mich zu Jay Kristoffs Schreibstil führt: Dieser hat sich nicht verändert, ist noch genauso schwungvoll, direkt, hart und heftig mit einem Stückchen Humor wie die Story und die Charaktere selbst. Auch hier gibt es leider wieder einige bestimmte Szenen, die für meinen Geschmack viel zu detailreich beschrieben werden und dann auch ziemlich widerlich wirken.

    Ich habe mich sehr auf ein Wiedersehen mit der sarkastischen Schattenkatze Herr Freundlich und der ehrfurchtsvollen Schattenwölfin Eclipse gefreut! Die Streitigkeiten und der verbale Schlagabtausch zwischen den beiden ist einfach herrlich und wunderbar amüsant. Ich mag die beiden Schattenwesen total gerne! Was die anderen Charaktere betrifft: Es gibt ein Wiedersehen mit bekannten Charakteren, aber es kommen auch noch neue hinzu. Wobei noch zu erwähnen ist, dass ich Mia immer mehr mag – sie ist eine tiefgründige Protagonistin, mit der ich sehr gut mitfiebern kann.

    Die Fußnoten – ein Thema, welches mich im ersten Band ärgern konnte. Im zweiten Band sah ich dem gelassener entgegen und habe die eine oder andere Fußnote gelesen…so lange diese nicht zu lang gewesen ist. ^^

    Nach einem monumentalen und dramatischen Showdown endet „Nevernight – Das Spiel“ diesmal mit einem heftigen Cliffhanger und einem Kopf voller unbeantworteter Fragen und Vermutungen.


    Fazit:

    Wirklich großartige Fortsetzung! Es gibt hier zwar die gleichen Stärken und Schwächen wie im Auftaktband, doch insgesamt ist die Fortsetzung ein Stückchen bildgewaltiger und mitreißender. Ich bin schon ganz gespannt, was im letzten Band passieren wird. Und wie das alles für die Charaktere enden wird.

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    Cover des Buches Die Legende von Enyador (ISBN: 9783743117600)

    Bewertung zu "Die Legende von Enyador" von Mira Valentin

    Die Legende von Enyador
    Roman-Tippsvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Seichter Fantasy-Roman, der mich leider enttäuschen konnte
    Zu hohe Erwartungen

    Ich liebe Fantasy, ich liebe Drachen, ich liebe dieses Cover. Allgemein finde ich, dass die Enyador-Reihe einfach wahnsinnig schöne Cover hat, die mein Herz als Fantasy-Leser sofort in die Höhe schlagen lassen – was absolut auch die Erwähnung der Drachen und dieser Klappentext verursacht hat. Eine Prophezeiung? Drachen, Elben, Dämonen? Ein Krieg? Eine tolle Fantasy-Welt? Eine Legende? All das hat mich sofort neugierig gemacht auf den Auftaktband „Die Legende von Enyador“ von Mira Valentin. Und der Anfang hat schon mal eine richtig gute Geschichte versprochen, trotz einiger holpriger Stellen. Doch im Laufe der Geschichte wurde mir immer klarer, dass meine Erwartungen zu hoch gewesen sind.


    Ein Mensch, ein Drache, ein Dämon, ein Elb

    und eine alte Prophezeiung

     

    „In den alten Zeiten herrschten die Menschen über Enyador. Vier Könige regierten im eisigen Norden, im fruchtbaren Süden, im kargen Osten und an den fischreichen Küsten des Westens. Doch jeder wollte die Herrschaft für sich und seine Nachkommen beanspruchen.“


     

    (S. 11, „Die Legende von Enyador“ von Mira Valentin)

     

    In Enyador leben vier Völker: Die Elben, die gefühllos sind. Die Drachen, die willensschwach sind. Die Dämonen, die hässlich sind. Und die Menschen, die feige sind. Aber nur zwei Völker herrschen über Enyador: Die Elben, welche die Menschen unterdrücken und deren erstgeborene Söhne als Sklaven in den Krieg gegen die Drachen und Dämonen schicken. Und die Dämonen, welche die Drachen befehligen und diese wiederum in den Kampf gegen die Elben und die Menschen schicken. Ein Kampf, der scheinbar nie enden wird. Doch ein Zeitalter der Veränderung scheint anzubrechen: Tristan, ein Waisenjunge, zeigt Mut und lehnt sich gegen die Unterdrücker auf. Ein Elb erkennt, dass er Gefühle hat. Ein Dämon ist gutaussehend. Ein Drache ist willensstark. Und gemeinsam lassen sie eine alte Prophezeiung wahr werden.

     

    Positives

    Der Schreibstil ist unkompliziert und lässt sich schnell lesen. Es gibt ab und zu amüsante Dialoge bzw. Ereignisse. Am Anfang befindet sich eine schöne Karte.

    Ich mag die Grundidee, die Legende, die mit der Welt verbunden ist. Vier Völker, die von einem mächtigen Hexer durch ihre Gier nach Herrschaft und ihre eigenen Wünsche verzaubert und somit in einen jahrhundertelangen Krieg gestürzt worden sind. Ein unsterblicher Gefangener, der einige Geheimnisse zu offenbaren hat. Vier Charaktere, die anders sind als die anderen und deshalb vielleicht den Frieden in Enyador wiederherstellen könnten. Das klingt nach einer Heldenreise! Das klingt monumental und dramatisch! Das klingt einfach toll! Und es hätte so gut werden können…

     

    Negatives

    Der Anfang gefiel mir wirklich sehr gut, ich kam ziemlich schnell voran – und es hätte auch alles richtig gut werden können, wenn nicht andauernd irgendetwas Unangenehmes dazwischengekommen wäre.

    Wo fange ich? Am besten bei den kleineren Kritikpunkten. Charaktere, Atmosphäre, Handlung – all das erreichte für mich keine Tiefe. Die Atmosphäre wollte sich nicht einstellen, weil die Szenen wirklich sehr vage beschrieben sind. Die Handlung wurde nicht mitreißend, weil diese viel zu schnell abgehandelt wird und unglaublich oft hin und her springt, sodass sich bei mir einfach keine „Festigkeit“ im Lesen einstellen wollte und die Story keine Tiefe erreichte. Zu den Charakteren konnte ich aufgrund ihrer unplausiblen Verhaltensweisen und ihrer Oberflächlichkeit keinen Draht aufbauen. Aber: Ab und zu gab es Spannungspunkte – auch sonst gab es immer wieder Ansätze, welche „Die Legende von Enyador“ für mich unterhaltsamer gemacht hätten. Doch eine Sache hat das immer wieder verhindert.

    Mein heftigster Kritikpunkt, das, was mich hier tatsächlich stark gestört und regelrecht geärgert hat, sind zum einen wirklich nicht nachvollziehbare Handlungen der Charaktere – aber noch viel mehr, wie Frauen dargestellt werden, und auch Drachen. Wie kommt das? Weibliche Charaktere werden in der Story ständig als schwache, hysterische und andauernd heulende Gestalten dargestellt, die von den männlichen Charakteren beschützt und getröstet werden müssen. Währenddessen verzehren sich die männlichen Charaktere permanent nach den weiblichen und denken alle paar Sätze über nackte Körperstellen nach – in den denkbar unwahrscheinlichsten Situationen. Wörter wie „Hinterteil“, „Brüste“, „nackt“ etc. häufen sich, ja kommen sogar beinahe auf jeder dritten Seite vor. Da wird die Handlung vielleicht gerade mal spannend, ich wollte gerade anders über einen Charakter und die Geschichte denken…und dann zack! – wieder denken die Charaktere nur daran mit dem jeweils anderen Charakter „ins Bett zu gehen“. Das machte für mich die Story jedenfalls nicht nur immer unrealistischer, sondern auch widerlich, und brachte mich aus dem Lesefluss – und das ärgert mich wahnsinnig. Ich kann die Handlungen der Charaktere absolut nicht nachvollziehen: Diese Menschen sind in der Sklaverei, könnten jeden Tag sterben, sind ausgehungert, unterkühlt – und denken an nichts Anderes als an Hinterteile, Brüste und nackte Stellen? Ähm, joa, natürlich. Außerdem passiert es hier häufig, dass die Charaktere nichts hinterfragen bzw. nachdenken, bevor sie handeln. Damit spiele ich z. B. auf die entscheidende Kerkerszene mit dem Elb Istariel und dem unsterblichen Gefangenen an. Und auch das hat mich aufgeregt – im negativen Sinn.

    Und dann die Drachen. Es ist fantasievoll und in Ordnung, dass sich die Drachen in Menschen verwandeln können – auch wenn ich mir das nicht gerade erhofft hatte, schließlich verwandeln sich die anderen Wesen (Elben, Dämonen) ja auch nicht. Dass die Drachen nach der Verwandlung nackt sind….ja, gut, kann man noch verstehen. Aber warum müssen die Drachen, wenn sie sich in Menschen verwandelt haben, nackt bleiben und sich ständig lüstern auf jedes menschliche Wesen stürzen, um sich mit denen zu kopulieren??? Ich finde das einfach nur geschmacklos.

    Mit anderen Worten: Hier fehlt mir an allen Ecken und Enden etwas. Warum vergebe ich 3 Sterne und nicht 2? Wegen der positiven Punkte. Ich habe das Buch zu Ende gelesen…und nicht abgebrochen. Die Story basiert auf einer interessanten und fantasievollen Idee – wie bereits geschrieben -, nur die Umsetzung ist für mich nicht gelungen. Ich konnte ab und zu unterhalten werden. Insgesamt ist es ein seichter Fantasy-Roman, lediglich für Zwischendurch. Ich weiß selber noch nicht, ob ich die Reihe weiterlesen werden. Wahrscheinlich nicht. Irgendwie ist u. a. die Angst zu groß, Drachen wieder als nackte und lüsterne Menschen zu erfahren, die sich auf Befehl erniedrigen lassen. Auf jeden Fall pausiere ich die Reihe.

     

    Fazit:

    Seichter Fantasy-Roman für Zwischendurch. Meine Erwartungen waren leider zu hoch. Die Story an sich ist in Ordnung, die Grundidee gefällt mir, aber die Umsetzung hat mich leider total enttäuscht – und auch verärgert.

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    Cover des Buches Pandora Stone - Heute beginnt das Ende der Welt (ISBN: 9783570311042)

    Bewertung zu "Pandora Stone - Heute beginnt das Ende der Welt" von Barry Jonsberg

    Pandora Stone - Heute beginnt das Ende der Welt
    Roman-Tippsvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Tolle Idee - leider konnte mich die Umsetzung nicht überzeugen
    Die letzte Zuflucht in einer sterbenden Welt?

    „Pandora Stone – Heute beginnt das Ende der Welt“ von Barry Jonsberg ist der erste Band einer dystopischen Trilogie. Ich habe mich wirklich sehr auf dieses Buch gefreut – bzw. war sehr gespannt darauf, da ich sowieso sehr gerne Dystopien lese und eine Welt, in welcher alles Leben von einem Virus ausgelöscht worden ist, eine grauenerregende Faszination ausstrahlt, die mich sofort neugierig auf die Story machte. Außerdem finde ich das Cover richtig gut. Die Ideen sind auch wirklich interessant, der Anfang war spannend, doch leider konnte mich der Auftaktband einfach nicht packen.

     

    Die letzte Zuflucht in einer sterbenden Welt?

     

    „Es dauerte keine acht Stunden, bis ganz Melbourne tot war.“

     

    (S. 6 des eBooks „Pandora Stone – Heute beginnt das Ende der Welt“ von Barry Jonsberg, cbt Verlag)

     

    In „Pandora Stone – Heute beginnt das Ende der Welt“ von Barry Jonsberg dreht es sich darum, dass ein schreckliches Virus auf der Erde plötzlich und unergründlich aufgetaucht ist und beinahe die gesamte Weltbevölkerung ausgelöscht hat. Die letzten Überlebenden, jene, welche von dem Virus anscheinend nicht befallen oder dadurch nicht umgekommen sind, haben sich in bestimmten Lagern gesammelt bzw. sind von Suchtrupps dorthin gebracht worden. Eines dieser Zufluchtsorte ist die Akademie, welche durch eine Mauer von der Außenwelt abgeschottet ist. Jugendliche werden dort in unterschiedlichen Bereichen ausgebildet, hauptsächlich wie man am besten überlebt in dieser neuen, verseuchten und zerstörten Welt. Nahrung, Strom, Wasser – alles ist rationiert und nur in geringen Mengen vorhanden. Das Überqueren der Mauer bzw. Verlassen des Ortes ist streng untersagt und wird bestraft. Die Jugendlichen, die alle in Gruppen eingeteilt sind, werden nachts von Albträumen geplagt – Erinnerungen an die Zeit, als das Virus ausgebrochen ist und sie Schreckliches mitansehen mussten. Eine dieser Jugendlichen ist die 16-Jährige Pandora Stone – die Protagonistin der Geschichte, aus deren Sicht in der personalen Erzählperspektive erzählt wird. Pandora hat eine besondere Gabe, weshalb sie von dem medizinischen Personal darauf getestet wird. Bald bekommt sie das Gefühl, dass irgendetwas mit der Akademie nicht stimmt….und außerdem ist sie sich nicht mehr sicher, ob sie ihren Erinnerungen noch trauen kann.

     

    „Ich traue nicht mal meinen Erinnerungen, Pan. Wie soll ich so in der Lage sein, Menschen zu vertrauen?“

     

    (S. 127 des eBooks „Pandora Stone – Heute beginnt das Ende der Welt“ von Barry Jonsberg, cbt Verlag)

     

    Der Auftaktband hat einen richtig spannenden Anfang. Die Thematik, die Ideen, ob die Jugendlichen überhaupt noch ihren Erinnerungen trauen können – so etwas klingt für mich faszinierend und nach einer ganz großartigen, schaurigen und geheimnisvollen Story. Doch leider konnte mich die Umsetzung absolut nicht packen. Ich fand einfach keinen richtigen Zugang zu der Geschichte. Zu einem nicht unerheblichen Teil liegt das an den Charakteren, die mir zu oberflächlich erschienen. Sie konnten mein Interesse überhaupt nicht wecken, weshalb das Mitfiebern ausblieb und die undurchsichtige Story ziemlich zäh und…uninteressant wurde. Ja, Pandora hat eine ungewöhnliche Gabe, aber selbst das hat sie nicht interessanter gemacht und konnte mich nicht fesseln. Die Protagonistin selber blieb für mich blass, konturlos so wie die anderen auch. Und irgendetwas Neues bzw. Überraschendes bezüglich der Figurenkonstellation geschieht hier auch nicht. Natürlich hat die Protagonistin der Story wieder eine Gegenspielerin, die ihr feindlich gesinnt ist. Dann ist da wieder ein charmanter Junge, der Witze reißt und für den sie langsam ein wenig Gefühle entwickelt. Dann eine (wahrscheinlich) beste Freundin oder neutrales Gruppenmitglied. Und die Unscheinbaren, die sich von allem zurückziehen, im Hintergrund bleiben. Leider nichts, was irgendwie überraschen könnte oder herausstechen würde.

    Was ich an Dystopien so sehr mag, das ist wohl dieser ganz besondere Nervenkitzel, dieses Grauen, Bangen und die Hoffnung, welche in atemlose Spannung versetzt, wobei man ständig immer noch ein Stückchen mehr geschockt werden kann davon, was Schreckliches mit der Welt passiert ist – oder gerade passiert -, und mit den Charakteren, die einen überzeugen konnten, bangt und hofft und schon mit klopfendem Herzen befürchtet, was wohl als nächstes kommen wird. Dieses „Gefühl“ blieb bei mir hier vollkommen weg – bzw. verschwand nach einigen langen, sich ziehenden Seiten, auf denen die Handlung flach und trocken erzählt wurde. Ebenso kam mir Barry Jonsbergs Schreibstil zu einfach und bruchstückhaft vor. All das sorgte dafür, dass ich ca. ab Mitte des Buches nicht mehr so aufmerksam lesen konnte. Leider werde ich diese Reihe nicht weiter lesen.

     

    Fazit:

    Der Auftaktband „Pandora Stone – Heute beginnt das Ende der Welt“ von Barry Jonsberg basiert auf einer wirklich tollen Idee und hat einen sehr spannenden Anfang. Doch leider hat mich die Umsetzung nicht überzeugen können. Ich fand einfach keinen „Weg“ in diese Geschichte, weil für mich weder die Story noch die Charaktere Tiefe erlangen konnten. Sie blieben für mich oberflächlich, sodass ich nicht mit ihnen mitfiebern konnte. Für mich geht mit dem Ende des Auftaktbands die Reise durch diese Reihe zu Ende – die Fortsetzungen werde ich leider nicht lesen.

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    Cover des Buches Nevernight - Die Prüfung (ISBN: 9783596297573)

    Bewertung zu "Nevernight - Die Prüfung" von Jay Kristoff

    Nevernight - Die Prüfung
    Roman-Tippsvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Eine harte, brutale und ideenreiche Geschichte mit Höhen und Tiefen - definitiv lesenswert
    Der Beginn einer Rachegeschichte...

    Dieser gewaltige Fantasy-Roman, sehr beeindruckend durch den Titel und das Cover, dem Klappentext und durch die Dicke auch ein wenig abschreckend (vielleicht auch nicht), geistert jetzt schon seit Jahren durch meine Gedanken mit dem Wunsch, diesen endlich zu lesen. Auch so viele begeisterte Kritiken kombiniert mit der Hoffnung auf ein Fantasyerlebnis, welches mich umhauen könnte, ließen meine Vorfreude und Ungeduld wachsen. Aber auch allgemein interessiert und fasziniert mich das Thema „Assassinen“ sehr, denn so einige Bücher darüber habe ich bereits gelesen. Leider verbrachte das eBook lange Zeit ungelesen auf meinem Tolino, doch seit Sommer komme ich endlich dazu, meinen SuB allmählich abzubauen. „Nevernight – Die Prüfung“ von Jay Kristoff ist der erste Band der Nevernight-Trilogie. Es gibt hier definitiv Höhen und Tiefen, ein Abwechseln zwischen Spannung und Langatmigkeit – auf jeden Fall konnte ich gut unterhalten werden.

     

    Das Leben in der Dunkelheit…

     

    „Du wirst ein Gerücht sein. Ein Flüstern. Ein Gedanke, der die Dreckskerle dieser Welt in der Nimmernacht schweißnass aus dem Schlaf fahren lässt. Das Letzte, was du in dieser Welt je sein wirst, Mädchen, ist ein Held für irgendwelche Leute.“

     

    (S. 17 des eBooks „Nevernight – Die Prüfung“ von Jay Kristoff, Fischer Tor)

     

    „Nevernight – Die Prüfung“ von Jay Kristoff handelt von Mia Corvere, der im Alter von 10 Jahren die Familie auf die denkbar grausamste und schrecklichste Weise genommen worden ist: Ihr Vater wurde als Verräter der Itreyanischen Republik hingerichtet und ihre Mutter in ein lichtloses Verlies eingekerkert – und sie sollte ertränkt werden. Mia gelingt die Flucht und wird von dem alten Antiquitätenhändler und ehemaligen Assassinen Mercurio aufgenommen, großgezogen und auf die Aufnahmeprüfung des Assassinenordens „Rote Kirche“ vorbereitet. Denn Mia hat nur noch ein Ziel: Eine Assassinin zu werden, um Rache zu nehmen an den drei Personen, die ihre Familie zerstört haben. Doch diese sind auch die mächtigsten Personen der Itreyanischen Republik, nämlich der Konsul, der Großkardinal der Kirche des Lichts und der Justicus der Luminatii-Legion. Und außerdem steht ihr noch eine harte Ausbildung in der „Roten Kirche“ bevor – und eine tödliche Abschlussprüfung, sofern sie bis dahin überlebt. Und nicht nur das, auch ihre Mitschüler (allesamt Mörder) erledigen gerne ihre Rivalen, denn nicht jeder wird am Ende auch zur Klinge ernannt, nämlich nur die Besten.

     

    Bist du bereit alles zu tun, um Rache zu nehmen?

     

    „Weiche nie zurück. Fürchte dich nie. Und vergiss nie, niemals.“

     

    (S. 368 des eBooks „Nevernight – Die Prüfung“ von Jay Kristoff, Fischer Tor)

     

    „Nevernight“ kann man mit den über 700 Seiten ganz gut als dicken Fantasy-Wälzer bezeichnen. Auf diesen vielen Seiten bringt Jay Kristoff definitiv coole Ideen, interessante Charaktere, actionreiche Handlung und nervenaufreibende Wendungen unter, doch es ist auch lange Zeit ein Hin und Her zwischen unterhaltsam und langatmig. Ich war gleich eingenommen von dieser Welt mit ihren drei Sonnen, die dem Alten Rom nachempfunden ist, der Magie, dem schaurigen Assassinen-Ordnen, Mias dramatischer Vergangenheit und ihrer Rache. Aber die Story hat immer wieder solche Stellen, die sich unendlich in die Länge ziehen und meine Geduld auf die Probe stellten. Der Auftaktband handelt zu einem ganz großen Teil von Mias Ausbildung im Assassinen-Orden – und so gut die Ideen dahinter auch sind, irgendwie wollte nicht wirklich Spannung aufkommen bzw. erhalten bleiben. Vielleicht auch, weil es im Prinzip nichts ganz Neues ist. Allerdings waren die letzten 100 Seiten, als es nämlich zu einer unglaublichen und so unerwarteten Wendung kam, absolut Spannung pur! Die Story wurde tatsächlich da immer actionreicher und cooler – und konnte von 3 auf 4 Sterne aufsteigen. Das alles mündet in einen spektakulären Showdown mit einem überraschenden Ende, welches mich dazu bringt, die Reihe unbedingt weiter lesen zu wollen.

    Wie bereits erwähnt, fand ich die Ideen wirklich gut. Es ist eine sehr ausgeklügelte Welt mit drei Sonnen, in der es lange Zeiträume der Helligkeit und der Dunkelheit gibt, woraus sich eine eigene Religion entwickelte – bzw. zwei Gruppen, die einen, welche das Licht anbeten, und diejenigen, welche die Dunkelheit verehren. Namen, Orte, Gebäude, Waffen und Kleidung sind dem Stil des Alten Roms nachempfunden. Was mir allerdings ganz besonders gefallen hat, das sind die Schattenwesen, die auch wie Rauch erscheinen. So hat Mia eine seltene und besondere Fähigkeit: Sie kann die Schatten kontrollieren. Und sie wird stets begleitet von einer Schattenkatze, welche sie Herrn Freundlich nennt und die sich von ihrer Angst ernährt, seit man Mia ermorden wollte. Allgemein konnten die interessanten Charaktere meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen, zum einen wegen ihrer dramatischen und grauenerregenden Hintergründe, aber ebenso sind einige wirklich gut und ungewöhnlich gezeichnet. Allem voran Mia, die durchdrungen ist von ihrem Hass, der Wut und Hoffnung, dem Wunsch nach Rache, weshalb sie sich zur Mörderin ausbilden lässt. Doch hinter dieser harten und scheinbar skrupellosen Fassade scheint sich doch noch ein gutes Herz zu befinden. Oder Tric, der ebenfalls eine schreckliche Vergangenheit hinter sich hat und auf Rache sinnt. Der geheimnisvolle und sprachlose Husch, dem sämtliche Zähne fehlen. Der oftmals lächelnde Beschwörer Adonai und die Weberin Marielle, seine leidende Schwester. Und auch die Meister, welche die jungen Mörder in Klinge, Taschendiebstahl, Gifte und Täuschung unterrichten. Ebenso noch viele weitere.

    Was mich tatsächlich nerven konnte, sind die Fußnoten. Es kommt immer mal wieder vor, dass bei einigen Wörtern oben eine kleine Ziffer steht, welche zu den hinten im Buch aufgelisteten Fußnoten verweist. Dort werden Zusatzinfos gegeben, welche nicht unbedingt wichtig sind für die Handlung, aber hin und wieder recht amüsant wirken. Ich habe sie allerdings meistens übersprungen, weil es nach einiger Zeit nervt und mühsam ist, alle paar Seiten – oder auch bei jedem dritten Satz – bis ans Ende zu den Fußnoten mit dem eReader zu springen und diese langen Kommentare/Infos zu lesen.

    Jay Kristoffs Schreibstil ist hart, heftig, schwungvoll und so brutal und blutig wie die Handlung selbst und konnte mich erstaunen und schockieren. Es wird nichts beschönigt, sondern die „kalte“ Realität beschrieben und oftmals sehr harte Ausdrücke verwendet. Was mir nicht gefiel: Leider war das hin und wieder ein bisschen zu viel, zudem wird es manchmal regelrecht ordinär-eklig.

    Einen riesigen Pluspunkt bekommt die Wahl der Erzählperspektive. Denn man wird als Leser direkt von einem Erzähler angesprochen, wodurch man nicht nur von mehreren Charakteren einen Blickwinkel erhält, sondern auch eine Vorausschau auf die Zukunft (bzw. ist alles ja bereits passiert…). Diese Variante habe ich bis jetzt nur sehr selten gesehen, aber sie gefällt mir ausgesprochen gut. Es verleiht der Geschichte etwas Besonderes, beinahe so, als würde jemand wirklich eine Legende erzählen. Wer der Erzähler ist, bleibt unklar. Vielleicht jemand, den Mia kennt/kannte, vielleicht auch einfach nur ein „Erzähler“. Wer weiß?

     

    Fazit:

    Der Auftaktband „Nevernight – Die Prüfung“ von Jay Kristoff ist eine harte, brutale und ideenreiche Geschichte, die eine ganze Weile unterhalten kann, aber auch viele Längen aufweist. Doch ca. auf den letzten 100 Seiten war ich regelrecht atemlos vor Spannung, nachdem die Story eine so heftige Wendung genommen hat. Größtenteils konnte es mich aber nicht ganz so begeistern wie erhofft. Es hat also Höhen und Tiefen. Ich bin allerdings sehr gespannt darauf, ob Mia ihre Rache noch bekommen wird – und welche Opfer sie noch dafür bringen muss. Der zweite Band wartet bereits auf meinem eReader.

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    Cover des Buches OCEAN - Insel des Grauens (ISBN: 9783426226957)

    Bewertung zu "OCEAN - Insel des Grauens" von Douglas Preston

    OCEAN - Insel des Grauens
    Roman-Tippsvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Spannend, interessant und mit einem actionreichen Showdown. Pendergast, Constance und Coldmoon werden zu einem tollen Team.
    Ein mysteriöser Fall...

    Nachdem mich der letzte Band „Grave – Verse der Toten“ eher enttäuscht als unterhalten hat, habe ich den 19. Band „Ocean – Insel des Grauens“ von Douglas Preston und Lincoln Child mit gemischten Gefühlen begonnen. Zum einen mit der Befürchtung wieder enttäuscht zu werden, zum anderen mit Vorfreude auf einen neuen Band mit Pendergast und Constance. Im Nachhinein reicht „Ocean“ zwar nicht an die besten Pendergast-Thriller heran, aber es erlangt doch wieder mehr von dem gewohnten und geliebten Stil der früheren Romane dieser Reihe, worüber ich sehr glücklich bin.


    Darum geht es:


    Die Vorkommnisse aus „Grave – Verse der Toten“ sind noch nicht lange her, schon wird Special Agent Aloysius Pendergast in den nächsten grausamen und bizarren Fall gezogen. Denn die über hundert Füße, die an den Strand einer Urlaubsinsel vor der Küste Floridas angeschwemmt worden sind, stellt die Polizei und das FBI vor ein Rätsel. Wo kommen die Gliedmaßen her? Was ist diesen Menschen angetan worden? Wer hat das getan? Und warum? Während viele festgefahren in ihrer Meinung bezüglich des Falles sind, beginnt Pendergast selber Ermittlungen anzustellen. Behilflich sind ihm dabei sein Partner Agent Coldmoon, Constance Greene und die Ozeanografin Gladstone. Doch je näher sie der Lösung kommen, umso gefährlicher wird es für sie alle, denn der Gegner scheint jeden ihrer Schritte genau zu kennen – und alles zu unternehmen, damit die Wahrheit nicht ans Licht kommt…


    Pendergasts 19. Fall


    „Ocean“ ist zwar manchmal ein bisschen zäh und braucht etwas Zeit, um richtig in Fahrt zu kommen. Außerdem reicht die Geschichte insgesamt nicht an die besten Bände der Reihe heran und erscheint wieder etwas zu kurz. Aber der 19. Band hat mir sehr viel besser gefallen als Pendergasts vorherige Fall. Die Story ist spannend, mysteriös und ungewöhnlich. Es hat wieder eine Menge Action und ebenso auch wieder tolle und gewandte Wortgefechte. Denn Pendergast, Coldmoon und Constance haben nicht nur einen schwierigen Fall aufzuklären, sondern müssen auch noch mit der Dummheit und Ignoranz von bestimmten Leuten zurechtkommen. Ich muss auch sagen, dass, obwohl mir die Zusammenarbeit zwischen Pendergast und D’Agosta fehlt, Agent Coldmoon in die Rolle als Pendergasts-Partner immer besser hinein wächst. Jedenfalls ist Coldmoon ein schöner Gegensatz zu dem kühlen FBI-Agent und beide ergänzen sich wirklich sehr gut. Auch hat es mich gefreut, dass Constance hier wieder mehr Aufmerksamkeit erfährt und sie ein wichtiger Teil der Handlung ist. Und wie gewohnt wartet am Ende ein gelungener, nervenaufreibender und actionreicher Showdown, der die Spannung der Story in die Höhe schraubt. Ich freue mich nun auf weitere Bände und hoffe darauf, dass die drei Charaktere wieder zusammen einen Fall lösen müssen.


    Fazit:


    „Ocean – Insel des Grauens“ von Douglas Preston und Lincoln Child ist mittlerweile der 19. Fall des FBI-Agents Aloysius Pendergast. Und der erste Fall, in welchem Pendergast mit Coldmoon und mit Constance gemeinsam zusammenarbeit. Der letzte Band „Grave“ konnte mich leider enttäuschen, doch mit „Ocean“ findet die Buchreihe langsam wieder zu dem gewohnten und geliebten Stil der Pendergast-Reihe zurück. Ich bin gespannt, wie es weitergehen wird.

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