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    Cover des Buches Das Reich der Vampire (ISBN: 9783596700400)

    Bewertung zu "Das Reich der Vampire" von Jay Kristoff

    Das Reich der Vampire
    Roman-Tippsvor 6 Tagen
    Cover des Buches Mr. Parnassus' Heim für magisch Begabte (ISBN: 9783453321366)

    Bewertung zu "Mr. Parnassus' Heim für magisch Begabte" von TJ Klune

    Mr. Parnassus' Heim für magisch Begabte
    Roman-Tippsvor einem Monat
    Cover des Buches Elias & Laia - In den Fängen der Finsternis (ISBN: 9783846600788)

    Bewertung zu "Elias & Laia - In den Fängen der Finsternis" von Sabaa Tahir

    Elias & Laia - In den Fängen der Finsternis
    Roman-Tippsvor einem Monat
    Cover des Buches Elias & Laia - Eine Fackel im Dunkel der Nacht (ISBN: 9783846601143)

    Bewertung zu "Elias & Laia - Eine Fackel im Dunkel der Nacht" von Sabaa Tahir

    Elias & Laia - Eine Fackel im Dunkel der Nacht
    Roman-Tippsvor 2 Monaten
    Cover des Buches Elias & Laia - Die Herrschaft der Masken (ISBN: 9783846600351)

    Bewertung zu "Elias & Laia - Die Herrschaft der Masken" von Sabaa Tahir

    Elias & Laia - Die Herrschaft der Masken
    Roman-Tippsvor 2 Monaten
    Cover des Buches Der dunkelste aller Zauber (ISBN: 9783570313336)

    Bewertung zu "Der dunkelste aller Zauber" von Margaret Rogerson

    Der dunkelste aller Zauber
    Roman-Tippsvor 3 Monaten
    Cover des Buches Drachenflamme (ISBN: 9783442265824)

    Bewertung zu "Drachenflamme" von Naomi Novik

    Drachenflamme
    Roman-Tippsvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ein typischer Temeraire-Laurence-Band: Spannung, Nervenkitzel, Humor, wundervolle Atmosphäre, Abenteuer in Australien - wieder ein Highlight
    Verfolgungsjagd quer durch Australien

    Nachdem die Geschichte des 5. Bandes „Drachenwacht“ so heftig, deprimierend und dramatisch gewesen ist, hatte ich gedacht, dass es nun im 6. Band „Drachenflamme“ von Naomi Novik etwas ruhiger vorgeht. Denn schließlich sind Kapitän Laurence und der Himmelsdrache Temeraire wieder glücklich vereint und zusammen können sie alles schaffen. Tatsächlich ist es auch nicht so dramatisch, aber von Ruhe ist nun wirklich keine Spur. Naomi Novik beweist wie immer einen Sinn dafür, eine gewaltige Menge an Spannungspunkten zu bieten, nur kurzzeitig von ruhigen Sequenzen unterbrochen. So erschafft sie, wie so viele Male zuvor, ein absolut schönes Abenteuer der beiden Freunde, welches nicht nur Spannung, Action und einen genialen Schreibstil aufweist, sondern auch wieder einiges an Humor durch die Drachen.


     

    Verfolgungsjagd quer durch Australien

     


    „Ich kann jemanden nicht leiden, der nicht aufhören will, uns beim Lesen zu stören, und das vier Mal, nur weil er sich noch einmal darüber beklagen will, wie schlimm die Kolonisten sind und wie viel Rum sie trinken.“


    (S. 28 aus „Drachenflamme“ von Naomi Novik, Blanvalet Verlag)

     



    „Drachenflamme“ spielt 1809 und beginnt bereits damit, dass sie Australien mit dem Drachentransporter Allegiance erreicht haben, wobei die monatelange Reise übers Meer durch Rückblicke nur leicht umrissen wird. In Begleitung von Kapitän Granby und dem Überlebenskünstler Tharkay, beides langjährige Freunde, versucht Laurence sich in Sydney einen Überblick über die Situation in der Kolonie zu verschaffen – und ist von den katastrophalen Zuständen in der Kolonie, die derzeit von einer selbsternannten Regierung von zwei Rebellen geführt wird, schockiert. Doch die Alternative, den abgesetzten Gouverneur Bligh wieder an die Regierung zu setzen, ist nicht viel besser. Zweimal geraten Laurence und Temeraire, die als Verräter angefeindet werden, zwischen zwei Fronten und müssen einen Weg aus dieser misslichen Situation finden. Als dann auch noch eines der drei Dracheneier gestohlen wird, welches sie aus England nach Australien mitnehmen sollten, beginnt für sie eine lange, kräftezehrende, verzweifelte und äußerst gefährliche Reise quer über den Kontinent. Und dabei kommt es nicht selten zu Überraschungen…


     

    Ein großartiges Abenteuer

     

    In „Drachenflamme“ gibt es einige Momente, die mich sehr zufrieden stimmten. Das ist zum Beispiel die Entwicklung der Charaktere, ihr Verhalten, aber auch das Ende. Wie bereits aus den vorherigen Bänden bekannt, ist Laurence ein sehr loyaler Offizier, dem Ehre unglaublich wichtig ist. Es war für ihn ein herber Schlag, als Verräter gebrandmarkt zu werden, was ihn während der Invasion Englands dazu verleitete, unmoralische Befehle auszuführen, ohne gegen diese aufzubegehren. Doch in diesem Band scheint Laurence endlich langsam eine wunderbare Entwicklung zu durchlaufen. Blindes Befehle befolgen könnte vielleicht allmählich der Vergangenheit angehören, wenn diese gegen seinen und Temeraires Sinn für Moral stehen. Und da ich bereits die Fortsetzungen gelesen habe, weiß ich, dass es immer besser wird.

    Der feuerspuckenden, kratzbürstigen, dickköpfigen Drachin Iskierka zum Dank ist nicht nur sie bei diesem Abenteuer mit dabei, sondern auch ihr Kapitän Granby, für den sie natürlich nur das Beste möchte und der von ihr ziemlich überfordert ist, da sie ständig irgendwelche Ideen hat, die in Katastrophen enden könnten. Außerdem hat Iskierka es sich in den Kopf gesetzt, zusammen mit Temeraire ein Ei zu haben – obwohl die beiden sich absolut nicht ausstehen können. Der verbale Schlagabtausch zwischen ihnen – bzw. alles, was die Drachen hier sagen und tun, ihre spitzen Bemerkungen und Unterhaltungen – ist einfach herrlich! Und was Iskierka sich fest vorgenommen hat, muss auch passieren – doch ob es diesmal funktioniert? Was Tharkays Anwesenheit betrifft, so verfolgt er seine ganz eigenen Pläne, die glücklicherweise die Charaktere auf einen gemeinsamen Weg führen.

    Auch kann man sich auf ein Wiedersehen mit Emily Roland, Demane und Sipho freuen, die weiterhin zu Temeraires stark reduzierter Mannschaft gehören. Ein weiterer Konfliktpunkt entpuppt sich durch das spätere Auftauchen eines bekannten und sehr unsympathischen Charakters, aber auch hier gibt es tolle Wendungen. Noch dazu führt Naomi Novik weitere neue Charaktere ein, die zu einem festen Bestandteil der Reihe werden – sowohl Menschen als auch Drachen. Was dabei die Drachen angeht, so gibt es hier eine Bandbreite zwischen herzzerreißenden Momenten und Situationen, die mich verblüffen konnten und an Temeraires Erziehungstalent zweifeln lassen. ^^ Doch mehr dazu verrate ich nicht!

    Was das Abenteuer an sich betrifft, so wartet auf die Charaktere ein Haufen an Problemen – also wie immer. ^^ In der Wildnis erwartet sie u. a. eine fantasievolle Tierart, welche ihnen das Leben schwer macht und tatsächlich etwas Gruseliges an sich hat.

    Wie oben schon erwähnt, so bin ich sehr zufrieden und glücklich mit dem Ende von „Drachenflamme“. Und zwar so sehr, dass ich es sogar als finales Ende der Reihe akzeptieren würde. Nach dem Lesen der Fortsetzungen bin ich jedoch mit dem wirklichen Ende der Reihe (9. Band) unglaublich glücklich. Ich bin dankbar dafür, dass die Geschichte um Temeraire und Laurence weitergeht. Für mich eine wahre Wohlfühl-Reihe!


    Fazit:

    Ein typischer Temeraire-Laurence-Band: Spannung, Nervenkitzel, Humor, wundervolle Atmosphäre, Abenteuer – ich liebe diese Reihe so sehr! Auch den 6. Band „Drachenflamme“ kann ich absolut empfehlen – es wurde wieder ein Highlight!

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    Cover des Buches Rabenschatten - Das Lied des Blutes (ISBN: 9783608949711)

    Bewertung zu "Rabenschatten - Das Lied des Blutes" von Anthony Ryan

    Rabenschatten - Das Lied des Blutes
    Roman-Tippsvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ein herausragendes und monumentales Fantasy-Erlebnis
    Die unvergessliche Lebensgeschichte eines Kriegers

    Eine wahnsinnig fesselnde und faszinierende Highfantasy-Geschichte! Seit der monumentalen und atemberaubenden „Draconis-Memoria“-Reihe von Anthony Ryan wollte ich unbedingt wieder ein Buch von ihm lesen – und da wurde ich auf seine „Rabenschatten“-Reihe aufmerksam. „Das Lied des Blutes“ von Anthony Ryan ist der Auftaktband der „Rabenschatten“-Reihe um den gefürchteten Krieger Vaelin Al Sorna. Nach dem Klappentext habe ich mich wahnsinnig auf die Geschichte gefreut – und wurde absolut nicht enttäuscht, bis auf einen kleinen Kritikpunkt. Der Fantasy-Roman „Das Lied des Blutes“ zeigt eine monumentale Lebensgeschichte eines interessanten Charakters, der zu einer Legende wird, in einer kriegerischen und brutalen Welt, in welcher auch Magie existiert. Insgesamt ein herausragendes Fantasy-Erlebnis!


     

     

    Die unvergessliche Geschichte eines Kriegers

     


    „Er besaß viele Namen. […] Bei meinem Volk war er nur unter einem Namen bekannt, und dieser hallte an jenem Morgen, als man ihn zum Hafen brachte, unablässig in meinem Kopf wider: Hoffnungstöter. Bald wirst du sterben, und ich werde Zeuge sein.“


    (S. 7 des eBooks „Das Lied des Blutes“ von Anthony Ryan, Klett-Cotta Verlag)

     


     

    „Das Lied des Blutes“ ist in zwei Handlungen aufgeteilt, die abwechselnd erzählt werden. Die eine Handlung, die einen geringeren Teil des Buches einnimmt, spielt in der Gegenwart und trägt jedes Mal den Titel „Verniers Bericht“ und wird aus der Sicht des kaiserlichen Geschichtsschreibers Vernier erzählt, der den Gefangenen und gefürchteten Krieger Vaelin Al Sorna zu den Inseln begleiten soll, wo diesen ein Kampf auf Leben und Tod erwartet. Auf der Fahrt erzählt Vaelin seine Lebensgeschichte, die dann von Vernier aufgeschrieben wird. Und somit entsteht die zweite Handlung, diese spielt nämlich in der Vergangenheit, wird aus Vaelins Sicht erzählt und zeigt die Geschichte seines legendären Lebens. Bereits am Anfang tauchen eine Menge Fragen auf. Was ist Vaelin für ein Mensch? Wie ist er zu einem Gefangenen geworden? Was ist das für eine Welt? Anthony Ryan baut, wie bereits bei seinen anderen Büchern, alles langsam, Stück für Stück und detailreich auf, sodass man, wie bei einem Puzzle, nur nach und nach das Gesamtbild von allem erhält. So lernt man die Welt und die Charaktere immer besser kennen und beginnt regelrecht mit in der Geschichte zu leben. Und mit 775 Seiten ist dieser Fantasy-Roman wieder ein richtig dicker Wälzer. „Das Lied des Blutes“ ist keine Geschichte, die ich vor Spannung unbedingt schnell durchlesen wollte, um zu erfahren, wie es weitergeht. Es ist vielmehr eine Geschichte, die ich Stück für Stück genießen wollte und die kontinuierlich spannend bleibt.

     


     

    Monumentales Fantasy-Erlebnis
    und ein kleiner Kritikpunkt

     


    „Du wirst unter einer blutroten Sonne der Ernte des Todes beiwohnen. Du wirst für deinen Glauben töten, für deinen König und für die Feuerkönigin, wenn sie sich erhebt. Deine Legende wird sich auf der ganzen Welt verbreiten, und es wird ein Lied des Blutes sein.“


    (S. 387 des eBooks „Das Lied des Blutes“ von Anthony Ryan, Klett-Cotta Verlag)

     

     


    Vaelins Lebensgeschichte ist umfangreich, unglaublich fesselnd und regelrecht monumental, sodass ich nicht selten ins Staunen kam, und beginnt in den Königslanden, wo er aufwächst. Vaelin selbst ist ein interessanter Charakter. Er ist gerecht, loyal, mutig, einer der besten Schwertkämpfer und Strategen – und er hat Skrupel, was man von vielen anderen nicht behaupten kann. Als Kind wird er von seinem Vater in den sechsten Orden gegeben, wo er das Kämpfen erlernen soll, um Feinde der Königslande und des Glaubens skrupellos zu töten, ohne Fragen zu stellen. Ein brutales und tödliches Leben würde auf diese harte Ausbildung folgen. Vaelin wird oftmals vor schwere Entscheidungen gestellt: Sein moralisches Denken – oder sein Land. Noch dazu verbirgt er ein Geheimnis, welches ihn in große Gefahr bringen könnte.

    Als Leser begleitet man Vaelin durch seine brutale Ausbildung beim Orden, auf gefährliche Feldzüge und blutige Schlachtfelder, wodurch das gesamte Leben zu einer tödlichen Prüfung wird.

     

     


    „Ist dies das Los eines Kriegers?, fragte er sich. Sein Leben zitternd im Dunkeln zu verbringen?“


    (S. 65 des eBooks „Das Lied des Blutes“ von Anthony Ryan, Klett-Cotta Verlag)

     

     


    Die Welt in „Das Lied des Blutes“ ist weitläufig, doch liegt der Fokus nicht wirklich auf Beschreibungen der Landschaften, sondern vielmehr auf Vaelin und der Geschichte an sich. Am Ende des Buches gibt es eine Karte, welche alles sehr gut veranschaulicht. Es ist eine Welt voller Eroberungen, Intrigen, Schrecken, Trostlosigkeit, Ungerechtigkeiten, Brutalität und religiöser Konflikte, Glaubenskriege, in einer mittelalterlichen Umgebung. Und noch dunkleren Gefahren, wie z. B. Magie bzw. besonderen Gaben, die als ketzerisches Denken/Handeln betrachtet werden und dementsprechend unter Strafe stehen.

    Anthony Ryan schafft es durch einen langsamen, detailreichen Ausbau der beeindruckenden und spannenden Lebensgeschichte, einem guten Maß an Action, schaurigen Ereignissen und einem richtig guten Schreibstil diesen Roman zu etwas Besonderen zu machen. Ich wahr ganz ehrlich fasziniert. „Das Lied des Blutes“ hat mir jedenfalls sehr gut gefallen – und hätte auch zu einem Buchhighlight werden können, wenn nicht etwas gefehlt hätte, was mir bereits bei anderen Ryan-Büchern gefehlt hatte: Emotionen. Die Geschichte, die Charaktere und Atmosphäre – das alles ist fantastisch. Aber es hätte noch besser werden können, wenn traurige und dramatische Szenen emotionaler ausgebaut worden wären, damit auch ich als Leser das volle Ausmaß nachempfinden kann. Wenn ein wichtiger Charakter stirbt oder verschwindet und das nur mit wenigen Sätzen abgehandelt wird, um schnell mit der Story weiterzumachen, so scheint es, als würde Vaelin das gar nicht interessieren, dann wird nicht das volle Potenzial der Handlung genutzt. Hier gab es so viele Gelegenheiten, um mein Herz zum Klopfen zu bringen – aber das ist leider so gut wie nie passiert. Ryans Schreibstil ist tatsächlich recht nüchtern und sachlich, was zu Vaelin gut passt, denn dieser ist eher jemand, der ruhig ist und nicht gerne über seine Gedanken und verdrängten Gefühle spricht. Aber dennoch hätte ich mir gewünscht, dass ein paar Sätze für mehr Emotionen bei bestimmten Szenen gesorgt hätten. Da das nicht passiert ist, erscheinen einige Begebenheiten relativ ungeschliffen und durch diese emotionslose Sachlichkeit wird die Spannung hin und wieder gedämpft.

    Trotzdem ist es ein denkwürdiges Leserlebnis. Was das Ende betrifft, so kann ich sagen, dass da kein gemeiner Cliffhanger wartet, aber noch einige ungelöste Dinge, die meine Neugier auf weitere Geschichten mit Vaelin ungemein steigern.

     

    Fazit:

    „Das Lied des Blutes“ ist ein herausragendes Fantasy-Erlebnis! Hier wird die monumentale und fesselnde Lebensgeschichte eines legendären Kriegers erzählt in einer brutalen und kriegerischen Welt mit Anthony Ryans unverwechselbaren Schreibstil. Einziger Kritikpunkt: Es fehlt hin und wieder an Emotionen, weshalb es nur beinahe zu einem Buchhighlight geworden ist. Aber absolut zu empfehlen!

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    Cover des Buches Das Lied des Achill (ISBN: 9783492982207)

    Bewertung zu "Das Lied des Achill" von Madeline Miller

    Das Lied des Achill
    Roman-Tippsvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Unterhaltsamer historischer Roman über zwei unzerrtrennliche Freunde, mit melancholischem Schreibstil
    Tragischer Held

    Das Lied des Achill“ von Madeline Miller hat definitiv ein umwerfendes Cover und einen spannenden Klappentext, zudem hatte ich zuvor noch nie ein Buch gelesen, in dem griechische Mythologie verwendet wurde. Aber leider zog der historische Roman doch stetig an mir vorbei. Meine Neugierde auf dieses Buch wurde tatsächlich erst wirklich durch die Begeisterung einer befreundeten Bloggerin (Judith von Das Bambusblatt) so sehr geweckt, dass ich es nun unbedingt lesen musste.


     

    Tragischer Held

     


    „Es wird andere Kriege geben.“
    „Aber keinen wie diesen“, sagte Diomedes. „Daran wird man sich auf alle Zeit in Legenden und Liedern erinnern.“


    (S. 135 des eBooks „Das Lied des Achill“ von Madeline Miller, Eisele Verlag)

     

     


    Der historische Roman „Das Lied des Achill“ von Madeline Miller wird ausschließlich aus der Sicht von Patroklos in Form des Ich-Erzählers erzählt. Patroklos ist ein recht ungeschickter Prinz, der eher nachdenklich als körperlich stark ist, weshalb er in den Augen seines Vaters, König Menoitios, auch als schwach gilt. Nachdem u. a. Patroklos die Schuld an einen tödlichen Unfall trägt, wird er aus seinem Heimatland verbannt und zu König Peleus geschickt, um dort zum Kämpfer ausgebildet zu werden. Dabei trifft er auch auf Peleus’ Sohn Achill, dessen Mutter die Meeresgöttin Thetis ist, was ihn wiederum zu einem Halbgott macht. Achill, der entweder extrem mutig ist oder anscheinend keine Angst zu kennen scheint, wird von jedem bewundert aufgrund seiner Anmut, seines Kämpfens und seines „überirdisch-schönen“ Aussehens. Patroklos wird zu seinem Gefährten, Freund und Berater. Und im Laufe der Geschichte wird die Beziehung zwischen beiden immer weiter ausgebaut, berichtet aus Patroklos’ Sicht, von dem man durch seine Gedanken, Gefühle, Wünsche, Hoffnungen und Ängste ein tiefgründiges Bild bekommt. Im Gegensatz zu ihm erscheint der vertrauensselige Achill, der voller Übermut, Stolz und dem Streben nach Ruhm ist,…..irgendwie blass, entfernt und doch anwesend. Ungefähr wie ein Platzhalter für die Wörter „mutig, schön, fehlerlos“ etc.. Er wird von Patroklos angehimmelt und in dieser Schwärmerei in den strahlendsten Farben beschrieben, was Achill selbst aber keinerlei Tiefe verleiht und es mir somit wiederum schwer machte, das nachvollziehen zu können. Leider wurde diese Schwärmerei auch so ausgeweitet, dass es mir allmählich zu viel wurde, da doch etliche Seiten sich nur damit beschäftigen.

     

     


    „Aber es gab Momente wie diesen, da mich der Gedanke an all die durch ihn hervorgerufenen Tränen und Schmerzen verzweifeln ließ.“


    (S. 208 des eBooks „Das Lied des Achill“ von Madeline Miller, Eisele Verlag)

     


     

    Das alles läuft schlussendlich auf den Feldzug gegen Troja hinaus und zeigt die Geschehnisse währenddessen – Blut, Gewalt und Grausamkeiten. Wer die Geschichte um Troja, Achill und Patroklos kennt, weiß ungefähr, wie das Ende aussieht bzw. aussehen könnte. Ich selber kannte es zuvor nur aus Filmen, wobei ich mich auch nicht hundertprozentig an alles erinnern konnte. Somit konnten mich einige Geschehnisse überraschend treffen. Wie auch eine von Achills Entscheidungen, die bei mir absolute Fassungslosigkeit hervorgerufen hat – und meine Meinung über ihn nicht gerade positiver werden ließ. Madeline Miller hat hier definitiv historische Ereignisse mit griechischer Mythologie und einem interessanten Erzähler zu einer kurzweiligen Story verpackt, die mich gut unterhalten konnte. Durch den Schreibstil, der zu dem nachdenklichen, emotionalen und durch tragische Ereignisse gezeichneten Patroklos passt, schwingt während der gesamten Erzählung Melancholie mit. Hin und wieder zieht sich die Geschichte und hätte an einigen Stellen mehr Tiefe vertragen können. Was das letzte Drittel des Buches betrifft, so konnten die Ereignisse mein Herz zumindest richtig schwer machen.

     

    Fazit:

    Ein unterhaltsamer historischer Roman, kombiniert mit griechischer Mythologie und einem interessanten Erzähler. Das Buch ist geprägt durch einen melancholischen Schreibstil, zwei unzertrennlichen Freunden, die jeder auf ihre Weise heldenhaft kämpfen, und einem hohen Preis, der aufgrund von bestimmten Taten gezahlt werden muss.

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    Cover des Buches Mortal Engines - Krieg der Städte (ISBN: 9783596702121)

    Bewertung zu "Mortal Engines - Krieg der Städte" von Philip Reeve

    Mortal Engines - Krieg der Städte
    Roman-Tippsvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Setzt nur auf Effekte, vernachlässigt dabei Charaktere, Weltenbau und die Handlung. Für mich leider enttäuschend.
    Fahrende Städte...

    Dieser absolut spannende Klappentext hat meine Freude und Hoffnung geweckt, wieder eine wundervolle Buchreihe für viele gemeinsame Leserunden mit Petrissa und Laura zu haben. Fahrende Städte, Luftschiffe, Piraten, Abenteuer – das klingt alles ganz wunderbar, gigantisch und nach einem Buch, das zu einem Highlight werden könnte. „Mortal Engines – Krieg der Städte“ von Philip Reeve wurde jedoch leider zu einer unsagbaren Enttäuschung.

     

     

    Eine etwas andere Zukunft

     


    „Es war ein dunkler, böiger Nachmittag im Frühling, und im ausgetrockneten Bett der Nordsee eröffnete London die Jagd auf eine kleine Schürferstadt.“


    (S. 4 des eBooks „Mortal Engines – Krieg der Städte“ von Philip Reeve, Fischer Tor)

     

     


    „Mortal Engines – Krieg der Städte“ spielt in der Zukunft auf der Erde, die in der Vergangenheit u. a. durch einen gewaltigen Krieg zerstört wurde. Viele der Menschen leben nun in fahrenden Städten, die durch die Gegend ziehen und andere, kleinere Städte „fressen“. Der Sinn dahinter: Rohstoffe, alles, was sie verwerten/brauchen können, um zu überleben und manchmal auch mächtiger zu werden. London ist eine solche Stadt, die nach Jahren ohne Beute in die Jagdgründe zurückkehrt. Doch die Obersten der Stadt verfolgen noch ein ganz anderes und größeres Ziel. Und dann taucht plötzlich ein Mädchen mit dem Namen Hester Shaw auf und versucht den Obersten Historiker Valentine zu ermorden. Tom, ein Historikergehilfe, rettet Valentine das Leben, verfolgt Hester bis zu einem Schacht, durch den sie in die Außenlande entkommt. Und kurz darauf wird Tom von seinem Vorbild Valentine durch eben diesen Schacht gestoßen. Nun müssen sich Tom und Hester durch die Außenlande kämpfen, auf dem Weg zurück nach London. Hester hat Rache im Sinn. Und Tom – der will einfach nur nach Hause und versteht die Welt nicht mehr. Auf ihrem Weg durch die Außenlande geraten sie jedoch von einer Katastrophe zur nächsten – von Sklavenhändler über Piraten, Luftschiffe und einer mörderischen Maschine ist alles dabei.

     

    Kritikpunkte

     

    Die Idee mit den fahrenden Städten finde ich gut. Dass diese herumfahren, um andere Städte zu verschlingen, hat mir dann überhaupt nicht mehr gefallen. Davon einmal abgesehen…

    Mit riesigen Buchstaben und Ausrufezeichen: Oberflächlich und keine Spannung, so kann man dieses Buch wohl am kürzesten beschreiben. Wie kann das angehen, bei einem solchen Klappentext?

    Alles an dem Buch, sowohl Story als auch die Charaktere und der Weltenbau wirkt oberflächlich und entbehrt jeglicher Spannung. Ungefähr 1/3 des Buches musste vergehen, bis ich überhaupt schon irgendetwas über „Mortal Engines“ sagen konnte. Anfangs war es recht kurzweilig, später gibt es auch hier und da mal einen winzigen unterhaltsamen Punkt. „Mortal Engines“ setzt aber fast nur auf Effekte und vernachlässigt einfach alles andere. Der Autor scheint sich nicht gerne mit dem Ausbau der Geschichte, des Weltenbaus und von Szenen befassen zu wollen und springt lieber actionreich hin und her. Das gilt leider auch für die Charaktere. Ich konnte gar nicht mit ihnen mitfühlen. So wirklich beschäftigt sich die Geschichte auch nicht mit ihnen, nur so weit, dass sie wie Platzhalter wirken. Hester: grimmig, entstellt. Tom: ängstlich, nicht objektiv denkend. Katherine: abenteuerlustig. In diesen Dimensionen bewegen sie sich, ohne Entwicklung. Und das ist nach einer Weile nervig und anstrengend.

    Mir fehlt an allen Ecken und Kanten die Tiefe. Bei all dem actionreichen Kram, den belanglosen Abenteuern und dem „krampfhaften“ Zerstörungswillen schlägt mein Herz nicht mit. Da ist kein Bangen um die Charaktere. Kein Hoffen, dass alles gut wird. Kein „An der Seite kleben“, da man unbedingt wissen muss (sofort), wie es weitergeht. Auf der Suche nach so etwas kann man hier verzweifeln – oder aufgeben. Ich habe Ersteres versucht. Mit der Folge, dass ich ungefähr ab der Hälfte des Buches nicht abgebrochen, dafür aber quergelesen habe. Bei mir war keine Motivation mehr, kein Interesse für die Details, ich wollte nur noch wissen, ob die Geschichte weiterhin so bleibt, wie zuvor. Tja, keine Änderung. Und was das Ende angeht, so hat mich dieses nur noch mehr enttäuscht. Die Idee an sich hätte so viel Potenzial für spannende Geschichten gehabt. Für mich die bisher größte Buch-Enttäuschung in diesem Jahr.

     

    Fazit:

    „Mortal Engines – Krieg der Städte“ von Philip Reeve setzt nur auf Effekte und vernachlässigt dabei die Geschichte an sich, die Charaktere und den Weltenbau. Alles wirkt oberflächlich, kann keine Spannung aufbauen und schon gar nicht mein Herz zum Schlagen bringen. Eher verlor ich die Motivation weiterzulesen. Ungefähr ab Mitte des Buches habe ich dann nur noch quergelesen. Und am Ende wartet die nächste große Enttäuschung. Für mich ist die Reise durch diese Buchreihe nun leider beendet.

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