Seehase1977

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    Cover des Buches Das Kind in mir will achtsam morden9783453424449

    Bewertung zu "Das Kind in mir will achtsam morden" von Karsten Dusse

    Das Kind in mir will achtsam morden
    Seehase1977vor 4 Stunden
    Kurzmeinung: Witzig, skurrile Szenen, viel schwarzer Humor. Mein inneres Kind war aber nicht ganz zufrieden. Nicht ganz das Niveau vom ersten Teil.
    Hört auf Euer inneres Kind! - Björn Diemel ist zurück, achtsamer denn je!

    Der Rechtsanwalt Björn Diemel hat in seiner Vergangenheit zu viele Dinge als gegeben hingenommen. Erst nach dem Besuch bei einem Achtsamkeits-Coach krempelt er sein Leben komplett um. Er ist mittlerweile selbstständig, verbringt mehr Zeit mit seiner kleinen Tochter und auch mit seiner Frau hat er sich arrangiert. Das alles funktioniert nur, weil Diemel nicht nur achtsam leben, sondern auch achtsam morden gelernt hat. Seit er seinen Mandanten und Mafia-Chef Dragan ermordet hat und einen zweiten in seinem Keller verwahrt hat, führt er achtsam und entspannt zwei Mafia-Clans. Doch zufrieden ist Björn nicht. Dem achtsamen Morden hat er abgeschworen und doch verliert er immer wieder die Beherrschung. Sein Achtsamkeits-Coach Joschka Breitner hat die Erklärung. Es ist sein inneres Kind, das rebelliert. Björn muss lernen, auf dessen Wünsche und Bedürfnisse einzugehen – doch leider sind diese nicht immer mit den seinen kompatibel…

    Meine Meinung:

    Mit „Achtsam morden“ hat der Autor Karsten Dusse seinerzeit voll ins Schwarze getroffen. Schwarzer Humor gepaart mit wirklich interessanten Achtsamkeitsregeln und dazu noch eine spannende und unterhaltsame Handlung, konnten mich absolut begeistern. Die Erwartungen an den zweiten Teil „Das Kind in mir will achtsam morden“ waren also entsprechend hoch. Komplett abholen konnte mich dieser aber nicht.

    Der Einstieg klappt problemlos, sofort taucht man ab in die Welt von Björn Diemel, der sich trotz aller Achtsamkeit nicht ganz wohl in seiner Haut fühlt. Als würde es nicht schon reichen, dass sich Björn immer noch mit Problemen aus der nahen Vergangenheit befassen muss, auch mit ihm selbst stimmt was nicht. Sein Achtsamkeits-Coach Joschka Breitner hat die Erklärung. Björns inneres Kind ist unzufrieden. Er versucht, sich sowohl den Altlasten zu stellen und gleichzeitig seinem fordernden inneren Kind gerecht zu werden. Ein Unterfangen, dass Björn Diemel auf gewohnte Weise achtsam versucht zu lösen.

    Erfüllen Sie sich selbst Ihre Kindheitswünsche. Wenn schon nicht für sich, dann wenigstens für Ihr inneres Kind. Joschka Breitner "Das innere Wunschkind".

    Erneut hat Karsten Dusse eine unterhaltsame Handlung kreiert, die von skurrilen Szenen und schwarzem Humor nur so triefen. Doch irgendwie wirkt alles etwas verkrampft und bemüht, so als wolle man das Niveau aus Teil 1 unbedingt halten, vielleicht sogar noch steigern. Leider ist das nicht immer ganz gelungen. Dennoch ist die Story wieder grandios und kurzweilig, Szenen wie das Treffen der Kindergartengruppe zum Beispiel haben mich köstlich amüsiert. 

    Im Großen und Ganzen haben mir jedoch die Überraschungen gefehlt, das Erfrischende und Abwechslungsreiche, dass mich im ersten Teil so begeistert hat. Anfangs hat mich Björns inneres Kind noch entzückt, mit der Zeit war ich aber leider etwas genervt von der dominanten Präsenz dieses Quälgeistes.

    Auch in diesem Band beginnt jedes neue Kapitel mit einer Achtsamkeits-Regel von Joschka Breitner, die durchaus - wenn auch nicht unbedingt in Björn Diemel-Manier - in unserem täglichen Leben Anwendung finden können.

    Mein Fazit:

    Wieder eine unterhaltsame, kurzweilige und schwarzhumorige Story die nicht ganz an die Originalität des ersten Teiles anknüpfen kann, die mir aber bis auf die genannten Punkte gut gefallen hat. Ich bin gespannt, ob es eine Fortsetzung mit Björn Diemel und den anderen Figuren geben wird. Ich hoffe es, sie sind mir doch bereits sehr ans Herz gewachsen.

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    Cover des Buches Keine Heilige: Jess Marple ermitteltB086PMJ6KJ

    Bewertung zu "Keine Heilige: Jess Marple ermittelt" von Kate Rapp

    Keine Heilige: Jess Marple ermittelt
    Seehase1977vor 16 Tagen
    Kurzmeinung: Eine echte Überraschung! Spannend, vielschichtig mit einem Hauch britischem Humor und Agatha Christie. Toll und lesenswert!
    Mrs. Marple – Spannend, überraschend und very british

    Jessica Marple ist Krankenschwester, Mutter eines Sohnes und mitten in einer Ehekrise. Mit der Amateurdetektivin Miss Marple aus den berühmten Agatha Christie-Krimis verbindet sie rein gar nichts – denkt sie zumindest. Jessica ist vielmehr genervt von den ständigen Anspielungen durch ihr Umfeld. Dann wird während ihrer Dienstzeit eine junge Frau ins King‘s College Hospital eingeliefert, der man nach einer Vergewaltigung beide Brüste brutal abgeschlagen hat. Durch das Trauma hat die Unbekannte ihr Gedächtnis verloren. Ohne es zu bemerken beginnt Jessica, den ermittelnden Inspector bei seiner Arbeit zu unterstützen...

    Meine Meinung:

    Unter verschiedenen Pseudonymen hat Kate Rapp bereits acht Bücher bei verschiedenen großen Verlagen veröffentlicht. Mit ihrem ersten Krimi „Keine Heilige“ hat sich die Autorin einen Traum erfüllt. Inspiration hierfür war das mysteriöse Verschwinden der bekannten Krimiautorin Agatha Christie. Ehrlich gesagt waren meine Erwartungen an diesen Kriminalroman keine großen, doch die abwechslungsreiche, spannende und unerwartet vielschichtige Handlung hat sich als echte Überraschung offenbart.

    Der Krimi startet mit einem Prolog der erstmal nichts mit der Handlung an sich zu tun hat. Ein Kriegsszenario, Bomben fliegen und töten Menschen, zwei Kinder überleben.

    Dann beginnt der eigentliche Krimi und Kate Rapp lässt es erstmal langsam angehen, stellt ihre Hauptprotagonistin vor, lässt mich warm werden mit Jessica Marple und dem Setting. Die Story nimmt Fahrt auf, als die schwerverletzte Unbekannte ins Krankenhaus eingeliefert wird. Doch zu diesem Zeitpunkt ahnt noch niemand, weder Mrs. Marple noch ich, die neugierige, unwissende Leserin, was für eine undurchschaubare, verworrene und gefährliche Geschichte da auf uns zukommt, denn es gibt bald weitere Opfer zu beklagen.

    Kate Rapp bedient sich mehrerer Handlungsstränge, die eng miteinander verschlungen sind. Die Suche nach dem Täter führt unter anderem ins Rotlicht-Milieu, wo junge Frauen aus dem Ausland ihren Körper verkaufen. Doch finden der Inspector und sein etwas unkonventionelles Team hier wirklich den, den sie suchen?

    Natürlich darf auch ein bisschen Privatleben nicht fehlen. Inspector Wolfe sucht seinen leiblichen Vater, seine an Alzheimer erkrankte Mutter ist ihm diesbezüglich keine große Hilfe mehr. Er muss sich auf Erinnerungen und Erzählungen von früher verlassen. Auch Jessica Marple wandelt auf den Spuren ihrer Vergangenheit und stellt fest, dass ihre Verbindung zu der Amateurdetektivin und Namensvetterin doch enger ist als gedacht und dann ist da ja auch noch ihre Ehekrise, die sich ganz anders entwickelt als erwartet. Diese Abschnitte lockern auf, stellen sich aber nie vor die eigentliche Story.

    Die Autorin erzählt spannend, kurzweilig und sehr atmosphärisch mit einer ordentlichen Prise britischem Humor, ihre Figuren sind interessant, glaubwürdig und lebendig.

    Mein Fazit:

    Ein nach außen etwas unscheinbar wirkender Kriminalroman entpuppt sich als echte und gelungene Überraschung! Eine tolle, abwechslungsreiche und verwobene Story, ein atmosphärisches Setting, britischer Humor und lebendige Protagonisten und das ganz ohne die echte Miss Marple!

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    Cover des Buches Die Augen der Finsternis: ThrillerB086VQPN2T

    Bewertung zu "Die Augen der Finsternis: Thriller" von Dean Koontz

    Die Augen der Finsternis: Thriller
    Seehase1977vor 17 Tagen
    Kurzmeinung: Mich hat das Buch nicht enttäuscht. Bis auf ein paar störende Kleinigkeiten ein spannender, kurzweiliger und mystischer Thriller. Lesenswert
    Bedrohliche Wahrheit – Spannender und kurzweiliger Mystery-Thriller

    Tina Evens findet ein Jahr nach dem tragischen und tödlichen Unfall ihres Sohnes Danny so langsam zurück ins Leben. Als erfolgreiche Eventmanagerin schafft sie mit einer Show in Las Vegas den Durchbruch. Als Tina sich entschließt, Dannys Kinderzimmer aufzuräumen und zu entrümpeln, springen ihr auf einer Kreidetafel die Worte NICHT TOT“ entgegen. Ein makaberer Scherz oder eine übersinnliche Botschaft? Ist Danny etwa am Leben? Die Suche nach der Antwort führt Tina nach Sierra Nevada. Was sie dort herausfindet ist so schrecklich wie bedrohlich – für alle!

    Meine Meinung:

    Der Thriller „Die Augen der Finsternis“ von Bestseller-Autor Dean Koontz erlangte durch den Ausbruch der Covid-19-Pandemie neue Berühmtheit.  „Hat Dean Koontz in diesem Thriller aus dem Jahr 1981 den Ausbruch des Coronavirus vorausgesagt?“ war unter anderem eine große Schlagzeile der Daily Mail. Hat er wirklich? Diese Frage hat mich, wie so viele andere Leserinnen und Leser neugierig gemacht, deshalb finde es auch überhaupt nicht schlimm, dass der Verlag die Gunst der Stunde genutzt hat, um eine Neuauflage auf den Markt zu bringen. Die Antwort auf die alles entscheidende Frage habe ich bekommen und dazu noch einen spannenden, mystischen und kurzweiligen Thriller.

    Ich habe gleich gut in die Story gefunden und obwohl ich keine Mutter bin, kann ich absolut nachvollziehen, was für ein Gefühlschaos in Tina herrschen muss. Wenn die Gewissheit, dass Dein Kind eventuell doch nicht tot ist, du aber keine Ahnung hast, wo es sich befindet und warum. Da wird jede Frau zur Löwin. So auch Tina, die sich auf ihrem Weg, ihren Sohn Danny zu finden, von nichts und niemandem abbringen lässt, egal, welche Gefahren diese Suche auch bereithält, egal wie übermächtig der Gegner auch zu sein scheint. Hilfe bekommt Tina von dem Anwalt und ehemaligen Geheimagenten Elliot. Zwischen den beiden entwickelt sich gleich zu Beginn eine Lovestory, was ich jetzt nicht ganz so prickelnd fand. 

    Dean Koontz erzählt spannend und atmosphärisch. Ich war wie gefesselt, denn Koontz lässt kaum Spielraum, um zu Atem zu kommen, dies gewährt er weder seinen Protagonisten, noch mir als Leser. Besonders die mystischen, fast schon gruseligen Elemente, haben mir den einen oder anderen Gänsehaut-Moment beschert. Ach ja und die Frage die mich, wie auch tausende andere Menschen dazu bewogen hat, dieses Buch zu lesen, steht immer noch im Raum. Was hat die Handlung eigentlich mit dem Coronavirus zu tun? Auch nach weit mehr als der Hälfte der gelesenen Seiten ist eine Aufklärung nicht in Sicht und mir ist es mittlerweile auch völlig egal. Der Thriller hat mich gepackt und ich will einfach nur wissen wie es ausgeht. Das Ende ist erschreckend und mag durchaus bei dem einen oder anderen die Gerüchte im Zusammenhang mit Covid-19 und dessen Ausbruch befeuern. Mehr will ich aber gar nicht verraten.

    Mein Fazit:

    Ganz sicher hatte ich völlig andere Erwartungen an dieses Buch. Vielleicht hat mich tatsächlich die Sensations(neu)-gier geleitet und die Frage, ob Dean Koontz mit diesem Thriller wirklich die Corona-Pandemie vorausgesagt hat. Letztlich ist es aber ganz egal, was ich erwartet habe, oder ob meine Neugier gestillt wurde oder nicht, letztlich hatte ich, bis auf einige störende Kleinigkeiten, einen spannenden, kurzweiligen und unterhaltsamen Thriller in den Händen, den ich gerne weiterempfehle.

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    Cover des Buches Patient Null - Wer wird überleben?9783548064130

    Bewertung zu "Patient Null - Wer wird überleben?" von Daniel Kalla

    Patient Null - Wer wird überleben?
    Seehase1977vor 25 Tagen
    Kurzmeinung: Spannend, packend und erschreckend realistisch geschrieben.
    Der schwarze Tod ist zurück – Packender Medizin-Thriller

    Dr. Alana Vaughn ist Expertin für Infektionskrankheiten bei der NATO. In Genua kämpft eine schwerkranke Frau ums Überleben, was ihr fehlt ist unklar. Alana wird nach Italien gerufen, um den Fall zu untersuchen. Die Ergebnisse sind so unglaublich wie tödlich. Die Symptome der Patientin deuten auf eine neue und besonders aggressive Form von Lungenpest hin, deren Erreger zudem Antibiotika resistent ist. Die Frau stirbt binnen weniger Tage und für Dr. Vaughn und ihr Kollege von der WHO beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit und die verzweifelte Suche nach dem Patienten Null, dem ersten Infizierten. Wie konnte es zum erneuten Ausbruch der Pest kommen? Haben etwa Terroristen den Erreger frei gesetzt um eine weltweite Epidemie auszulösen? Und was hat es mit dem Tagebuch aus dem Mittelalter auf sich, das aus einem 800 Jahre alten Kloster stammt? Können die Experten hieraus Antworten erhalten, bevor die Epidemie nicht mehr aufzuhalten ist?...

    Meine Meinung:

    Die Aktualität dieses Medizin-Thrillers hat meine Neugier geweckt. „Patient Null – Wer wird überleben?“ von Daniel Kalla zeichnet ein durchaus realistisches, wie auch beängstigendes Szenario. Es geht um den erneuten Ausbruch der Pest, deren Form besonders aggressiv und Antibiotika resistent ist. Eine spannende und packende Story, deren Handlung realistisch und glaubhaft vermittelt wird. Der Autor ist ausgebildeter Notfallmediziner und hat Erfahrungen als Mitglied in der Taskforce zur Bekämpfung der SARS Epidemie. Erfahrungen die diesem Thriller in der Tat zu Gute kommen.

    Erzählt wird in zwei Zeitebenen. Zum einen sind da die Geschehnisse in der Gegenwart, in der ein Expertenteam von Ärzten, Virologen und Wissenschaftlern dem aktuellen Ausbruch einer neuen, äußerst aggressiven Form der Lungenpest Herr werden muss. Eine fieberhafte Suche nach dem ersten Infizierten beginnt, erkrankte Menschen sterben schnell und qualvoll, während sich die Krankheit weiter ausbreitet. 

    Der zweite Erzählstrang basiert auf dem Tagebuch eines Baders aus dem Jahr 1348, der seine persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse mit dem Schwarzen Tod niedergeschrieben hat, zu einer Zeit, in dem Menschen der Krankheit nichts entgegenzusetzen hatten und an der der Bader am Ende selbst erkrankt. 

    Beide Zeitebenen sind fesselnd und interessant. Man fiebert mit, hofft und bangt, sowohl mit den Experten, wie auch mit dem Bader aus dem Mittelalter.

    Daniel Kallas Schreib- und Erzählstil ist angenehm, flüssig und absolut spannend. Authentisch schildert er die Geschehnisse, bildhaft die Leiden der Kranken, ohne dabei reißerisch zu werden. Die von ihm gezeichneten Figuren sind lebendig und menschlich, die Ärzte und Wissenschaftler sind keine Götter in Weiß, sondern müssen sich mühsam und Schritt für Schritt vorankämpfen um die Seuche zu besiegen. Ihr Privatleben wird thematisiert, nimmt aber nicht zu viel Raum ein, so dass es die eigentliche Geschichte nicht überlagert. 

    Mein Fazit:

    Aktueller, authentischer und wirklich spannender Thriller über den Ausbruch der Pest. Kurzweilig und packend. 


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    Cover des Buches Tod eines Walk-on-Girls9783734593444

    Bewertung zu "Tod eines Walk-on-Girls" von Denise Bormann-Ervens

    Tod eines Walk-on-Girls
    Seehase1977vor einem Monat
    Kurzmeinung: Ein schöner Krimi aus dem Dartsport. Einfach geschrieben, aber mit viel interessantem Insiderwissen und einem guten Kriminalfall.
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    Cover des Buches Abgrund9783442758470

    Bewertung zu "Abgrund" von Yrsa Sigurdardóttir

    Abgrund
    Seehase1977vor einem Monat
    Kurzmeinung: Ein Thriller aufs Wesentliche reduziert, ohne große Nebenschauplätze. Spannend, vielschichtig und stimmig. Absolute Leseempfehlung.
    Blick hinter die Fassade – Ein gelungener 4. Teil der Reihe um Huldar und Freyja

    Auf einer alten Hinrichtungsstätte in einem Lavafeld wird eine Leiche geborgen. Erhängt, eine undurchsichtige Nachricht, fixiert mit einem Nagel, ziert seine Brust. Wer ist der Mann, warum musste er sterben und warum befindet sich in seiner Wohnung ein kleiner Junge, der nachweislich nicht der Sohn des Toten ist? Kommissar Huldar muss zusammen mit seinem Team mit den wenigen vorhandenen Hinweisen ein Verbrechen aufklären. Was er noch nicht weiß, die Spuren führen ihn zu den dunkelsten Abgründen der menschlichen Seele…


    Meine Meinung:


    „Abgrund“ ist der mittlerweile 4. Fall rund um Kommissar Huldar und die Psychologin Freyja. Nachdem mich Yrsa Sigurdardóttir mit „R.I.P.“ nicht so ganz begeistern konnte, hat sie mich mit ihrem aktuellen Psychothriller jedoch wieder vollständig abgeholt. Die spannende Story kommt ohne viel Blutvergießen und Action aus, ist vielschichtig und stimmig.

    Was auf den ersten Blick wie Selbstmord wirkt, entpuppt sich als Mord. Wer hätte Interesse daran, den vordergründig so anständigen Investmentbanker Helgi zu töten? Warum befindet sich ein kleiner Junge in der Wohnung des Toten, dessen Eltern unauffindbar sind? 

    Die Story lässt viele scheinbar lose Fäden und unterschiedliche Handlungsstränge vermuten, dem ist aber nicht so. Der Fall ist sehr aufs Wesentliche reduziert und lebt von seiner unterschwelligen Spannung und dem Nervenkitzel, denn es gibt keine Vielzahl an Nebenschauplätzen, keine weiteren Morde und auch keine blutige Action. Wie immer, beschreibt Sigurdardòttir die im Buch vorkommenden Schauplätze und Szenen atmosphärisch und lebendig.

    Mit viel spannendem Fingerspitzengefühl offenbart die Autorin schließlich die erschütternde Wahrheit. Warum ausgerechnet Helgi so grausam sterben musste, wird nachvollziehbar erklärt, wer sein Mörder ist, bleibt jedoch bis fast zum Schluss ein Geheimnis. Das Ende ist schlüssig und birgt sogar noch eine kleine, überraschende Wendung.

    Huldar, Freyja und Co. sind mittlerweile fast wie alte Bekannte. Jede Figur hat ihre Eigenheiten und darf sich weiterentwickeln. Mir hat dieses Mal tatsächlich gut gefallen, dass die privaten Geschichten der Protagonisten eher im Hintergrund geblieben sind. Trotz allem bin ich natürlich gespannt, wie es mit Freyja und Huldar weitergeht. Noch umkreisen und beäugen sich die beiden ja weiterhin. Man darf gespannt sein, was dich Yrsa Sigurdardóttir für die beiden noch ausgedacht hat.

    Mein Fazit:

    Ein schön konstruierter, stimmiger und spannender Thriller, der auch ohne viel Blutvergießen und Action für den nötigen Nervenkitzel sorgt und Abscheuliches zutage bringt. Von mir gibt’s eine klare Leseempfehlung!


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    Cover des Buches Das Schattenhaus9783809027164

    Bewertung zu "Das Schattenhaus" von Tess Gerritsen

    Das Schattenhaus
    Seehase1977vor einem Monat
    Kurzmeinung: Das war leider nix!
    Nachricht von…nein nicht Sam, aber Kapitän Brodie – leider echt schlecht!

    Ava ist Foodbloggerin und zieht sich von Boston auf eine abgelegene Halbinsel an der Küste Maines zurück, um Rezepte für ihr neues Buch auszuprobieren und auch um die nötige Ruhe und Inspiration hierfür zu finden. Das herrschaftliche Haus Brodie´s Watch, in dem sie für die nächste Zeit zusammen mit ihrem Kater wohnen wird, wirkt auf den ersten Moment düster und unheimlich und auf unerklärliche Weise übt das Haus dennoch eine unglaubliche Anziehungskraft auf Ava auf. Verstörende Geräusche halten die junge Frau nachts wach und eines Tages glaubt Ava eine schattenhafte Gestalt hinter den Vorhängen in ihrem Schlafzimmer zu sehen. Was geschieht hinter den Mauern des düsteren Herrenhauses wirklich und ist Ava womöglich in Gefahr?...

    Meine Meinung:

    Ich liebe Tess Gerritsen, für mich die Queen des Thrills, vor allem ihre Reihe Rizzoli & Isles begeistert mich mit jedem Buch aufs Neue. Spannung, Nervenkitzel, interessante Protagonisten, das alles sind Attribute, die Tess Gerritsens Bücher ausmachen. Normalerweise. Umso mehr hatte ich mich auf das neue Werk von ihr gefreut, doch „Das Schattenhaus“ schlägt leider völlig aus der Reihe. Ich bin tatsächlich entsetzt! Eine Story, komplett an den Haaren herbeigezogen und nicht nur das! Ich habe das Buch zu Ende gelesen, nur alleine deswegen, weil ich nicht glauben konnte, dass es wirklich so endet wie es angefangen hat. Leider doch und es kam sogar noch schlimmer!

    Was geschieht hinter den Mauern von Brodie´s Watch? Ja, was geschieht hier wirklich? Das Schattenhaus birgt für den freudig erwartungsvollen Leser gar schreckliche Überraschungen. Die hanebüchene Mischung aus der Netflix-Doku „Heimgesucht“ gepaart mit einem seichten Abklatsch von „Fifty Shades of Grey“, beschert tatsächlich Gänsehaut.

    Ein flacher, irgendwie leicht verstörender Plot, eine völlig abstruse, möglicherweise auch geistig umnachtete Protagonistin, die gerne mal ein Glas zu viel trinkt und sich Tag für Tag nach dem SM-Sex mit dem Geist des längst verstorbenen Kapitän Brodie verzehrt. Ich bin beim Lesen oft selbst durch mein ungläubiges Aufstöhnen, oder lautes Auflachen erschrocken. Ernsthaft Frau Gerritsen?

    Um noch was Positives zu sagen: All diese Katastrophen sind eingebettet in die sehr schöne, atmosphärisch wunderbar beschriebene Küstenlandschaft Maines und auch wenn die Handlung noch so unglaubwürdig und schrecklich ist, das Buch ist ein Pageturner, der Schreib- und Erzählstil von Tess Gerritsen ist gewohnt flüssig, locker und – Gott sei Dank – kurzweilig!

    Mein Fazit:

    Kaum zu glauben, dass dieses Buch aus der Feder von Tess Gerritsen stammen soll. Liest sich eher wie ein typischer „Nackenbeißer“, nur, dass man da weiß, auf was man sich einlässt. Echt gruselig! 

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    Cover des Buches Seiltanz zwischen den WeltenB073Q65YK7

    Bewertung zu "Seiltanz zwischen den Welten" von Hannah Siebern

    Seiltanz zwischen den Welten
    Seehase1977vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Schöner, fantasievoller Jugend-Roman, der in die Geister- und Zirkuswelt entführt und auch ein bisschen Liebe und Romantik versprüht.
    Geheimnisvolle Reise in die Geisterwelt – schöner, fantasievoller Roman

    Rina ist siebzehn und lebt zusammen mit ihrer bunten und verrückten Familie in der Welt des Zirkus. Tiere, Artisten, Wohnwagen und die Tatsache, dass sie im Sommer selten als ein paar Tage an einem Ort lebt, prägen ihren Alltag. Bis sie eines Tages bei einem Gastspiel in Dublin einem jungen Fremden begegnet, der sich ihr gegenüber äußert seltsam verhält. Wer ist der junge Mann, dessen Erscheinung Rina wie eine Figur aus längst vergangener Zeit vorkommt? Bald beginnen rätselhafte Ereignisse Rinas Leben auf den Kopf zu stellen…

    Meine Meinung:

    Zu diesem für mich ungewöhnliche Jugend-Roman habe ich aufgrund einer Lese-Challenge gegriffen und es unter anderem auch wegen seines schönen Covers ausgesucht. „Seiltanz zwischen den Welten“ von Hannah Siebern ist bereits 2014 unter dem Namen „Zirkusmagie“ erschienen. Es wurde neu korrigiert und lektoriert. Eine schöne, fantasievolle und liebevoll geschriebene Geschichte, die etwas Zeit braucht, bis sie Fahrt aufnimmt.

    Die Vorstellung von Jekatarina, ihrem Leben und ihrer Familie nimmt gerade zu Beginn sehr viel Raum ein. Doch die Autorin versteht es, rechtzeitig das Ruder herumzureißen und der Story eine neue Wendung zu geben, in dem sie Ewan auf der Bildfläche erscheinen lässt.  Dann wird es temporeich, spannend geheimnisvoll und sogar ein klitzekleines bisschen gruselig, wenn man zusammen mit Rina und Ewan in die Welt der Geister eintaucht. Den Leser erwartet eine aufregende, abenteuerliche Reise mit ein bisschen Liebe und Romantik.

    Hannah Siebern hat einen sehr schönen, leichten und flüssigen Schreibstil und eine liebevolle und atmosphärische Art zu erzählen. Manchmal hat man jedoch den Eindruck, die Autorin hetzt teilweise unnötig durch die Handlung, was hin und wieder auf Kosten der Story geht. Besonders auffällig ist dies bei der Beschreibung der einzelnen Figuren. Manche werden, ebenso wie ihre Hintergründe, ausführlich, detailreich und lebendig beschrieben, hier macht Siebern auch keinen Unterschied, ob es sich um Neben- oder Hauptfiguren handelt. Schade jedoch, dass andere Personen/Rollen, die, ebenso wie ihre Hintergründe, für die Handlung durchaus nicht unerheblich sind, irgendwie nur kurz umrissen werden. Man darf gespannt sein, ob diese Charaktere im zweiten Teil besonderes Augenmerk erhalten.

    Mein Fazit:

    Eine liebevoll erzählte und kurzweilige Geschichte, die in die Geisterwelt entführt, durch lebendige Charaktere und einen schönen Schreib- und Erzählstil besticht. Eine Story mit Potential, das die Autorin meiner Meinung nach nicht vollends ausschöpfen konnte. Trotzdem hat mir „Seiltanz zwischen den Welten“ richtig gut gefallen und ich bin gespannt, wie Hannah Siebern die Handlung weiterspinnt.

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    Cover des Buches Zehn9783839226452

    Bewertung zu "Zehn" von Andy Neumann

    Zehn
    Seehase1977vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Konnte mich leider trotz spannend klingendem Plot und interessantem Insiderwissen nicht abholen. Wenig Spannung, zu holprig in der Sprache.
    Zehn Morde, ein unbekannter Täter – ein nicht ganz rundes Thrillerdebüt

    Immer wieder machen unaufgeklärte Mordfälle der Kriminalpolizei das Leben schwer. Doch diese sind anders, denn obwohl es kein Muster, keine Zeugen und auch kein erkennbares Motiv gibt, hat nur eine einzige Person die Morde begangen. Vorsichtig, klug und vorausschauend zieht der Täter jahrelang eine Blutspur durch Deutschland. Nur der Journalist Günther Niessen scheint die richtigen Schlüsse zu ziehen und ist sich sicher, dass er einem Serienmörder auf der Spur ist. Doch seine Vermutungen gehen noch weiter, denn alle im vorliegenden Indizien führen ihn in die Reihen der Polizei. Sein Journalisteninstinkt führt ihn auf einen Kreuzzug, an dessen Ende die Story seines Lebens wartet – oder der Tod…

    Meine Meinung:

    Andy Neumann ist BKA-Ermittler und hat mit „Zehn“ seinen ersten Thriller veröffentlicht. Ich war sehr neugierig, die Handlung klang vielversprechend und spannend, das Cover viel gleich ins Auge.  Leider konnte mich das Buch und sein Plot nur teilweise überzeugen.

    Die Handlung klingt erstmal so unglaublich wie spannend. Ein Killer dem nicht auf die Schliche zu kommen ist und einen perfiden Plan verfolgt. Zehn Taten in zehn Jahren. Keine Spuren, keine Zusammenhänge, für die Polizei eine schier unlösbare Aufgabe. Dabei ahnt das Ermittlerteam nicht, wie nah sie dem Täter tatsächlich sind. Auch als Leser tappt man erstmal im Dunkeln, verfolgt die Tätersuche und sammelt fleißig Indizien. Man merkt, dass der Autor „vom Fach“ ist, denn er gewährt viele interessante Einblicke in die Arbeit der Ermittler. Mein sehr früher Verdacht, hat sich letztlich auch tatsächlich bestätigt. Das Ende macht Neumann zu einem temporeichen Showdown, bei dem sich die Ereignisse überschlagen. Mir wars zu viel des Guten, zu überladen und übertrieben.

    Aus immer wieder wechselnden, verschiedenen Perspektiven erzählt Andy Neumann die Geschichte von „Ten“ und konnte mich von Beginn an irgendwie nicht abholen. Die Story ist definitiv anders im positiven Sinn und hat auf jeden Fall ihre spannenden und packenden Phasen, doch genauso schnell wie sie kommt, flaut die Spannung oft wieder ab und es wird holprig und stellenweise etwas zäh, was an der Sprache und dem nicht so ganz ausgereiften Erzählstil liegen mag, vor allem die Dialoge fand ich nicht immer gelungen.

    Mein Fazit:

    Interessanter, abwechslungsreicher Plot mit viel Insiderwissen, dennoch konnte mich der Thriller nicht wirklich abholen, mich nicht packen. Zu holprig, zu wenig Spannung zu unglaubwürdige, flache Charaktere. Das ist meine Meinung, der Thriller hat aber schon einige begeisterte Leser für sich gewonnen, von mir gibt’s aber leider keine direkte Leseempfehlung.

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    Cover des Buches Solange du schweigst9783734107832

    Bewertung zu "Solange du schweigst" von B.A. Paris

    Solange du schweigst
    Seehase1977vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Toll geschrieben, liest sich super, aber ab der zweiten Hälfte wird es vorhersehbar, was eindeutig Spannung raus nimmt. 3,5 Sterne
    Die Wahrheit hat viele Gesichter – Spannend, kurzweilig aber leider auch vorhersehbar

    Finn und Layla sind ein absolutes Traumpaar, jung, verliebt und voller Zukunftspläne. Doch auf dem Rückweg aus dem Urlaub verschwindet Layla auf einem Autobahnrastplatz spurlos. Die Geschichte, die Finn der Polizei erzählt ist die Wahrheit, aber offenbar nicht die ganze. Denn zwölf Jahre später – Finn hat sich mittlerweile ein neues Leben aufgebaut und ist glücklich mit Ellen, Laylas Schwester – bekommt er einen verstörenden Anruf. Jemand hat Layla in ihrem ehemaligen, gemeinsamen Wohnort gesehen. Es folgen weitere Hinweise und Nachrichten die darauf hindeuten, dass Layla immer noch am Leben ist. Finns so schönes Leben gerät ins Wanken. Wenn Layla lebt, warum hat sie sich zwölf Jahre lang nicht gemeldet? Spielt vielleicht jemand ein perfides Spiel und wenn ja, aus welchem Grund?

    Meine Meinung:

    B.A. Paris hat mich mit ihrem Thriller-Debüt „Saving Grace“ seinerzeit absolut begeistert. Jetzt hat die Autorin einen neuen Psychothriller veröffentlicht, dem ich mich natürlich nicht entziehen konnte. „Solange Du schweigst“ ist durchaus packend, bedauerlicherweise aber auch vorhersehbar, eine Tatsache, die leider klar auf Kosten der Spannung geht.

    Der Einstieg ins Buch war von Beginn an packend. Man erfährt, was damals auf dem Rastplatz geschah und bekommt Einblick in das jetzige Leben von Finn und Ellen. Sie planen ihre Hochzeit und sind glücklich, bis der Anruf kommt, der alles verändert. Die Story hat die gewünschte Sogwirkung, Seite um Seite fiebert man mit, rätselt und zweifelt. Lebt Layla tatsächlich noch? Wo war sie all die Jahre? Oder spielt jemand wirklich ein perfides Spiel und warum? B.A. Paris setzt geschickt kleine Cliffhanger ein und spielt gekonnt mit der Fantasie der Leser*innen.

    Doch ab etwa der Hälfte des Thrillers wird es vorhersehbar, der packende und spannende Sog flaut ab, was die Lektüre zeitweise fast schon etwas langweilig werden lässt. Die Hoffnung, dass sich meine Vermutung am Ende nicht bestätigt, wird leider zerschlagen. Zwar gibt es ein spannendes und dramatisches Finale, doch die gewünschte und erhoffte letzte überraschende Wendung bleibt aus, die Auflösung ist nicht befriedigend und leider auch mehr als fragwürdig.

    Auch die Figuren und ihre Charaktereigenschaften konnten mich nicht so recht überzeugen. Alles in allem bleiben sie eher oberflächlich und wenig greifbar. Große Emotionen oder Gefühle konnte keiner der Protagonisten in mir auslösen.

    Mein Fazit:

    Der Schreibstil von B.A. Paris ist toll, das Buch liest sich quasi von selbst und hat in der ersten Hälfte alles, was einen guten Thriller ausmacht. Leider wird es dann vorhersehbar und das Ende ist wirklich unglaubwürdig. „Solange Du schweigst“ ist kein schlechtes, oder langweiliges Buch, hinten raus kann es aber einfach das Niveau nicht halten, schade.

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