Seitenhains avatar

Seitenhain

  • Mitglied seit 28.09.2014
  • 10 Freunde
  • 265 Bücher
  • 219 Rezensionen
  • 249 Bewertungen (Ø 3,75)

Rezensionen und Bewertungen

Filtern:
  • 5 Sterne47
  • 4 Sterne107
  • 3 Sterne81
  • 2 Sterne13
  • 1 Stern1
  • Sortieren:
    Cover des Buches Die erstaunliche Familie Appenzell (ISBN: 9783964280985)

    Bewertung zu "Die erstaunliche Familie Appenzell" von Sébastien Perez

    Die erstaunliche Familie Appenzell
    Seitenhainvor 8 Tagen
    Anders

    Viktoria Appenzell erbt von ihrer Großmutter eine Schachtel mit alten Fotografien. Daraufhin macht sie sich zur Aufgabe, alle ihre Vorfahren zu recherchieren und die Menschen hinter den mysteriösen Bildern kennenzulernen. Unten findet ihr ein Foto vom Stammbaum und alle Personen werden in diesem schmalen Band vorgestellt - und natürlich unvergleichlich von Lacombe illustriert. 


    Das Buch ist wieder wundervoll gestaltet: großformatiges Hardcover, im Lederlook, Lack und mit Blindprägung sowie Kupferfoliierung auf dem Cover. Das Vorsatzpapier ist passend zum Inhalt wunderhübsch, aber bei näherem Hinsehen ein wenig verstörend. Wie ihr an den Beispielbildern sehen könnt, ist Viktorias Neugier auf ihre Vorfahren begründet - denn sie alle sind ein wenig... anders. Wie die einzelnen Familienmitglieder damit umgehen, könnt ihr im Buch nachlesen - ich will nicht viel verraten, denn der Text ist erneut extrem kurz gehalten, dafür sind Lacombes Illustrationen umwerfend. 


    Ich glaube, als weiterführendes Medium wäre die aktuelle Netflix-Serie "Sweet Tooth" passen, denn dort geht es schließlich um einen jungen Mensch-Tier-Hybrid auf Abenteuerreise. 


    Falls ihr also nach einer geistigen Auszeit seid, Andersartigkeit mögt und Lacombes düstere Illustrationen euch begeistern, seid ihr hier genau richtig - und vielleicht entdeckt ihr ja noch die ein oder andere Kuriosität in eurem eigenen Stammbaum? Von einer meiner Vorfahrinnen sagt man, sie hätte im Herbst die gefällten Bäume schreien hören können...

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Cover des Buches Räubertochters Kinder (ISBN: 9783968150086)

    Bewertung zu "Räubertochters Kinder" von Isa Theobald

    Räubertochters Kinder
    Seitenhainvor 9 Tagen
    Wunderbar Wild!

    Das kürzlich zusammengestellte Bloggerteam der Edition Roter Drache ist wirklich ein engagierter Haufen - kaum zusammengeschlossen, wurden Ideen durch den Discord geworfen. Eine davon bezog sich auf "Räubertochters Kinder", eine Anthologie, die viel zu wenig Aufmerksamkeit erhalten hat - und dabei werden die Erlöse für einen guten Zweck an Fit4Charity gespendet! Wir haben also eine Blogtour geplant und nächste Woche wird ein Exemplar verlost! 


    Vorwort 

    vom Verleger persönlich! 


    Christian von Aster: Ehrt eure wilden Mädchen 

    Kurzes, aber sehr aussagekräftiges Gedicht. Passt!

     

    Sonja Rüther: Die Räuberin

    Und die erste Geschichte dreht sich auch direkt um eine wörtliche Räuber-Tochter, die ihre eigenen Beutezüge starten will, dabei allerdings an einen gut gelaunten Edelmann gerät...  

     

    Boris Koch: 48 

    Süße Geschichte um zwei Jungs, die den Weihnachtsmann austricksen wollen. Kategorie: Das dürfen die Eltern nieeee erfahren. 


    Silvia Orgel: Wie der Mattis die Sonne rettete 

    Eine bezaubernde Geschichte um Mattis, der beobachtet, wie die Sonne ins Meer "fällt" und sie retten will. Hat mich total an den Kurzfilm "La Luna" erinnert, wunderschön!  


    Bernhard Stäber: Das Wort für Ewigkeit 

    Junge begegnet Mädchen, das auf der Suche nach dem Palast der Eiskönigin ist. War mir aufgrund des Schreibstils etwas anstrengend. 


    Kathleen Weise: Hüterin des Berges 

    DDR-Nostalgie: Mädchen bewacht Papier. 


    Nicci Zoe: Tintenspuk 

    Leicht gruselige Geschichte über ein abgebranntes Haus, zwei Mädchen und eine Autorin. Wie meta! 


    Diana Kinne: Die Schätze der Vergangenheit 

    Endzeitabenteuer im Wald - auf der Suche nach dem größten Schatz einer sterbenden Frau. 


    Ann-Kathrin Karschnick: Der Schatzräuber und ein Geschenk 

    Als eines Tages der Fluss verschwindet, müssen sich zwei Kinder von verfeindeten Ufern zusammenraufen. Süß.


    Fabienne Siegmund: Die Höhle der Nacht 

    Es geht in eine magische Wüste, wo eine böse Hexe gestoppt werden soll. Doch auch hier intervenieren die Kinder... Spannend!


    Markus Heitkamp: Wo die Fische schlafen 

    Hilfe, Nazis! Gruselig, aber spannend erzählt. 


    Isa Theobald: Wild und frech und wunderbar 

    Schnüff. Herzberührend schön: Mädchen ist so gar nicht wie ihre Mutter. 


    Insgesamt eine sehr berührende Anthologie, bei der mir die meisten Geschichten sehr gut gefallen haben (bei Anthologien ist das ja meist so ein Mischmasch). Große Schrift und guter Abstand, auch gut geeignet zum Vorlesen. Achja, ein Hinweis ist vielleicht noch wichtig: Ihr braucht keinerlei Vorerfahrung zu Ronja Räubertochter - die Geschichten behandeln alle völlig eigenständige Abenteuer! Also ab in den Wald und ausgetobt! 


    Abschließend kann ich es nicht besser sagen als Holger in seiner Einleitung: 

    "In jedem Erwachsenen steckt noch genau jenes Kind, dass [sic] sich fernab des Alltags nach einem heldenhaften Abenteuer sehnt. Die Geschichten in dieser Anthologie tragen dazu bei, wenigstens für einen Moment den Alltag links liegen zu lassen und dem inneren Kind eine Stimme zu geben."

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Cover des Buches Ghostsitter (ISBN: 9783946425755)

    Bewertung zu "Ghostsitter" von Tommy Krappweis

    Ghostsitter
    Seitenhainvor 23 Tagen
    Einführung

    Tom ist eigentlich ein ganz normaler Junge. Doch weil Geschichten über normale Menschen langweilig sind, erbt er eines Tages von seinem Onkel eine Geisterbahn. Der Clou? Die Geister darin existieren tatsächlich und so muss sich Tom nicht nur mit einem Erbschleicher, sondern auch seiner neuen Wahlfamilie aus Vampir, Geist, Mumie, Zombie und stinkendem Plüschhasen arrangieren. 


    Im ersten Band werden natürlich erstmal alle vorgestellt und alles für kommende Abenteuer vorbereitet. Da er nicht ganz so abgedreht und lustig ist wie der 6., bin ich froh, nicht in der richtigen Reihenfolge gelesen zu haben, denn so hätte ich vermutlich keine Motivation, den zweiten in die Hand zu nehmen. So jedoch weiß ich, dass es noch verrückter werden wird und freue mich auf ein neues Abenteuer in der Schreckensfahrt. 

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Cover des Buches Mr. Parnassus' Heim für magisch Begabte (ISBN: 9783453321366)

    Bewertung zu "Mr. Parnassus' Heim für magisch Begabte" von TJ Klune

    Mr. Parnassus' Heim für magisch Begabte
    Seitenhainvor einem Monat
    Auf ins Abenteuer

    Linus Baker ist seines Zeichens Beamter. Er begutachtet Waisenhäuser für magische Kinder und schreibt Berichte, ob es den Kindern gut geht oder ob man die Häuser schließen sollte. Sein neuster Auftrag ist hochgeheim und führt ihn auf eine einsame Insel im Meer, wo Mr. Parnassus sich liebevoll um 6 Kinder kümmert, die noch magischer und noch spezieller sind als Linus' übliche Klientele. 


    Ich will euch nicht um den Spaß bringen, die Kinder selbst kennenzulernen, daher werde ich dreist einfach nichts weiter verraten, außer, dass ich ständig an "Disenchantment" denken musste, bitte auch einen Theodore möchte und mir bei unseren Spaziergängen gerne wie Talia vorkomme - besonders, wenn eine Person es schafft, allein den ganzen Weg zu blockieren, wünsche ich mir einen Spaten. 




    "Ich mag es nicht, wenn die Leute in meinem Garten laut sind. Wer so laut ist, kann nicht hören, was die Blumen sagen."


     


    Ich hatte in meinen Lesegruppen alle davon schwärmen hören und wollte daher unbedingt ein Rezensionsexemplar. Dieses Buch ist wirklich vollkommen faszinierend. Die Charaktere sind verschroben (Insulaner, möchte man meinen), die weisen Kalendersprüchlein in Konversationen eingewoben und die Umsetzung einfach magisch. Es ist LGBT-inklusiv und bezaubernd umgesetzt, wenn das Ende auch vorhersehbar. 




    "Diese Welt ist ein merkwürdiger und wundervoller Ort. Warum müssen wir für alles eine Erklärung finden? Nur zu unserer persönlichen Befriedigung?"




    Ihr wisst ja, ich liebe Geschichten über Wahlfamilien - wenn man sich die Bekloppten selbst aussucht, mit denen man sich umgibt und bei ihnen glücklicher wird, als es Blutsverwandschaft je verstehen könnte. (Habe ich heute schon über Wayward Children geredet?!) Und hier haben wir die perfekte glückliche Patchwork-Familie, deren Mitglieder nicht mal derselben Spezies angehören, aber die uneingeschränkt loyal zueinander stehen und sich unterstützen. Wundervoll! 




    "Zuhause ist nicht unbedingt das Haus in dem man wohnt. Es können auch die Menschen sein, mit denen wir uns umgeben."




    Fazit: Lesen! Rumkichern! Dahinschmelzen! Glücklich sein! Ich freue mich schonmal auf sein nächstes Buch im Herbst.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Cover des Buches Die Chroniken von Alice - Dunkelheit im Spiegelland (ISBN: 9783764532673)

    Bewertung zu "Die Chroniken von Alice - Dunkelheit im Spiegelland" von Christina Henry

    Die Chroniken von Alice - Dunkelheit im Spiegelland
    Seitenhainvor 2 Monaten
    Gelungener Abschluss

    Dieser Band enthält vier Kurzgeschichten aus Alice' und Hatchs Welt, sowie eine Leseprobe aus "Albtraum in Nimmerland". 




     




    1. Ein bezauberndes Wesen 




    Während Alice aus dem Irrenhaus floh und um ihr Überleben kämpfte, lebte ihre Familie völlig ahnungslos ihr luxuriöses Leben in der Neuen Stadt. Diese Geschichte gewährt uns einen Einblick in dieses Leben sowie in ein Abenteuer von Alice' jüngerer Schwester Elizabeth - die von Alice gar nichts weiß und so bei einer stadtweiten Feier einem seltsamen Vogelmann hinterherläuft... direkt in ihr Unglück. 




    Wir erfahren Alice' Nachnamen - Hargreaves (der Ehename von Alice Liddell!) - und ein Herr Dodgson (Carrolls echter Name) hat einen Auftritt. Ich liebe Anspielungen! 




     




    2. Mädchen in Bernstein 




    Als Alice und Hatch durch von Abenteuer zu Abenteuer wandern, bricht ein Schneesturm aus. Mit letzter Kraft und fast erfroren rettet sich Alice in ein kuschliges Haus - doch wie gewohnt ist auch hier nicht alles so wohlig-warm wie es scheint und schon bald kämpft das arme Mädchen schon wieder um ihr Überleben. Alice ohne Hatch - doppelt gruselig. 




     




    3. Als ich zum ersten Mal in die Stadt kam 




    Während Alice schläft, schwelgt Hatch in Erinnerungen, nämlich von der Zeit, als er noch Nicholas hieß, im Boxring kämpfte und dem Kaninchen und Grinser zum ersten Mal begegnete - oh, und natürlich Hattie, seiner ersten Frau. Sehr süß und sehr aufschlussreich. 




     




    4. Der Gnadenthron 




    Auf ihrem langen Marsch in ein neues Heim begegnen Alice und Hatch, wie schon erwähnt, diversen Dörfern und seltsamen Figuren. Doch dieses gruselige Dorf ist dabei vermutlich das grauenhafteste, denn es gibt wenig, das mich so anwidert, wie Verbrechen, die im Namen eines angeblich grandiosen Gottes begangen werden. (Ups - wie viele G passen in einen Satz? Macht alle mit!) Die Geschichte ist praktisch ein Kurzabenteuer im Sinne der ersten Bände, erzählt aus Alice' Perspektive. 




     




     




    Fazit 




    Insgesamt ein toller Einblick in die anderen Charaktere dieser Horror-Welt. Schön fand ich, dass es zwischen den Geschichten einen Übergang gab, sodass sie miteinander verbunden waren. Ihr solltet also nicht zur ersten springen, die euch interessiert, sondern es als weiteren Band betrachten, der ordentlich von vorne bis hinten verschlungen werden will. Es gibt sogar ein richtiges Ende für die gesamte Trilogie in der letzten Geschichte - wunderbarst! 








    Kleiner Service-Hinweis: Auch wenn die Geschichten eigenständig sind, würde ich doch empfehlen, die anderen Bücher vorher zu lesen, sonst versteht man viele Anspielungen nicht und verpasst vielleicht was. Und wie gesagt, bietet es einen Abschluss für die Trilogie. 




     




    "Liebe war, das lernte sie, manchmal auch besitzergreifend und gierig."

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Cover des Buches Lagunenrauner (ISBN: 9783947066353)

    Bewertung zu "Lagunenrauner" von Gunnar Kunz

    Lagunenrauner
    Seitenhainvor 2 Monaten
    Ausflug

    Der junge Marco (15) lebt um 1500 in Venedig - allerdings in einem magischen Venedig, in dem die Lagune eigene Gesetze hat, Häuser verschwinden und Zimmer den Naturgesetzen widersprechen. 


    Eines Tages geschieht etwas Schreckliches: Das Wasser fließt aus allen Kanälen und wird von einem schwarzen Nebel ersetzt. Wer ihn berührt, stirbt - der "Schwarze Tod" greift um sich. 


    Marco macht sich auf die Suche nach der Ursache - und gerät dabei in einen Strudel aus Verrat, Tod und der ersten Liebe. 


    Der Klappentext ist allerdings etwas irreführend - ich hatte die Erwartung, dass Marco und Chiara gleichberechtigte Hauptrollen haben und gemeinsam ihr Abenteuer erleben. Dies ist jedoch nicht so, Chiara ist zumeist in ihrem Maskenladen und Marco rennt durch die Gegend und veranlasst plotrelevante Ereignisse. Erst auf den letzten 150 Seiten tun sie sich zusammen. 


     


    Wie schon erwähnt, habe ich diesen Monat irgendwie Lust auf Bücher, die nicht in meinem üblichen Genre liegen. Dazu gehörte der "Luftgitarrengott" und nun auch der "Lagunenrauner" - da versuche ich, weniger Großbritannien-Bücher zu lesen und dann ist der Autor Schottland-Fan. Ha! Mit dem Luftgitarrengott bin ich nicht richtig warm geworden, aber der Lagunenrauner konnte mich durchaus verzaubern. Auch wenn es als jemand, der sich in Venedig nicht auskennt, etwas knifflig war, zu verstehen, was in so einer Lagunenstadt als normal und realistisch gilt. 


    Einziges Manko war der zu nahe Bezug zur aktuellen Wirklichkeit mit dieser seltsamen Pest, Masken und Quarantäne-Inseln. Gruselig. Ansonsten hat dieses Buch alles, was man erwarten würde und braucht: Meer, versteckte Gassen, eine großangelegte Verschwörung, Karneval - oh, und hatte ich erwähnt, dass Marco Hilfe von Leonardo da Vinci selbst erhält?! Wie cool ist das denn! 


     


    Dieses Buch wurde bereits einmal mit erheblich jugendlicherem Cover bei Thienemann veröffentlicht und erschien nun zum 1600. Geburtstag Venedigs beim Monika Fuchs Verlag. Dafür wurde es auch extra-hübsch gestaltet: mystisches neues Cover, blutrotes Lesebändchen, schwarze Vorsatzpapiere, Innenillustrationen und eine ausklappbare Landkarte im Umschlag, sodass man alles mitverfolgen kann. 




    Falls ihr also dringend einen geistigen Ausflug ans Wasser braucht, seid ihr hiermit gut beraten. 




    "Eine Gasse ist eine Gasse, überall auf der Welt, außer in Venedig. In Venedig ist sie eine Herausforderung, ein Geheimnis, ein Versprechen." 




    "Vernunft war ein Luxus für Leute mit Optionen."

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Cover des Buches Luftgitarrengott (ISBN: 9783701181841)

    Bewertung zu "Luftgitarrengott" von Herbert Hirschler

    Luftgitarrengott
    Seitenhainvor 3 Monaten
    Nicht mein Humor

    Da der Klappentext leider nicht viel über den Inhalt verrät, hier eine kleine Zusammenfassung: Es geht um einen Mann (Bastian Berger), der alle Chancen im Leben hat und keine einzige davon nutzt. Ja, teils liegt das an seiner intriganten Schwester, die nur ihr eigenes Glück im Blick hat, aber teils auch an seiner eigenen Dummheit (wer unterschreibt denn einen Vertrag, ohne ihn vorher durchzulesen?!).

    Wir folgen also Bastian durch sein Leben - unterteilt in 10-Jahres-Abschnitte, von vor (!) der Geburt in den 80ern bis in die 2070er - und seine (Miss-)Erfolge. 

     

    Die Schwester ist unerträglich (nicht nur egomanisch, sondern sporadisch auch rassistisch und unterstes Niveau), der Hauptcharakter wie bereits erwähnt unsagbar dumm und die armen Verwandten stehen drumrum und müssen das Elend mitansehen. Leider hatte der Korrektor dann scheinbar auch keine Lust mehr, denn in der zweiten Hälfte tummelten sich noch einige Fehler - auch wenn ich mir bei manchen nicht sicher bin, ob das nur österreichische Abwandlungen sind, irritierend ist es dennoch. 

     

    Wieso habe ich ein Rezensionsexemplar / Bloggeraktion unterstützt, wenn ich gar nicht richtig wusste, worum es geht? Das Buch wurde als super witzig beschrieben, handelte von Musik, hatte einen coolen Farbschnitt und da ich selbst mal mit einem Luftgitarrengott zusammen war, hatte ich die Hoffnung, dass es die nötige verrückte Ablenkung im aktuellen Weltenelend bieten könnte. Leider ist "anderen Menschen dabei zulesen, wie sie von einer Sch* in die nächste stolpern" nicht wirklich mein Humor und so sah ich dem Elend, das Bastian aus seinem Leben macht, eher gequält zu. Ich weiß, es gibt Menschen, die finden das furchtbar lustig, mich hat es kein einziges Mal zum Lachen gebracht. Ich bin dann wohl weniger "Fleisch ist mein Gemüse" und mehr "Populärmusik aus Vittula".

    Falls ihr also ersteres gut fandet, seid ihr hier richtig aufgehoben. Ansonsten erfreut euch besser nur an der hübschen Aufmachung und hottet noch ne Runde ab. 

     

    "Wahnsinn und Talent werden einem in die Wiege gelegt. Wenn man Glück hat."

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Cover des Buches Wanderpfade der Liebe (ISBN: 9783752604313)

    Bewertung zu "Wanderpfade der Liebe" von Lidia Kozlova-Benkard

    Wanderpfade der Liebe
    Seitenhainvor 4 Monaten
    Super Mix!

    ~ Disclaimer: Ich habe in dieser Anthologie ein Gedicht veröffentlicht und lektoriert. Alle Meinungen trotzdem meine eigenen. ~

    Als Lidia Kozlova-Benkard von den Münchner Schreiberlingen dazu aufrief, Gedichte zum Thema Liebe einzureichen und nicht dazuschrieb, dass es glücklich sein muss, fiel mir sofort mein Gedicht "My Bride" ein. Es wurde inspiriert von der Sängerin Amanda Palmer, die früher als lebende Statue gearbeitet hat (12 Foot Bride). Doch auch den anderen Texten in dieser Valentinstags-Anthologie soll die gebührende Aufmerksamkeit zuteil werden.

    Extrem schnieke finde ich übrigens, dass es am Ende ein Verzeichnis mit Inhaltswarnungen gibt.

    Nach dem Inhalt:

    Dani Aquitaine: Sonnenzungen
    [Kurzgeschichte] Ein Steinzeitjunge versucht, mit einem besonderen Geschenk seine Angebetete zu beeindrucken. Völlig abgedreht und super lustig!

    Lidia Kozlova-Benkard: Beste Freunde
    [Gedicht] Kurzes Gedicht, das auf einer Hochzeit vorgetragen wurde.

    Barbara Kloska: Dein volles Herz
    [Gedicht] Was ein volles Herz vermag.

    Franziska Bauer: Höhenrausch
    [KG] Eine schicksalshafte Nacht auf einem Kran. Süß.

    Jochen Stüsser-Simpson: Kardiothymie und Karditis oder funktionelle frühlingshafte Herzstörung und Entzündung
    [Gedicht] Was passiert, wenn man sich einen Ruck gibt.

    Lidia Kozlova-Benkard: Herzhunger nach Lyrik
    [Gedicht] Über das, was sie will.

    Jürgen Buchholz: Not
    [KG] Sie will ihn, er ist von ihr gelangweilt... kann das gut gehen?
    Toller Satz: "Er konnte es sich leisten, sich den Dingen ganz zu widmen."

    Anna-Lena Brandt: Ein Herz läßt sich nicht ignorieren
    [Mix] Liebe in Zeiten von häuslicher Gewalt. Urks.

    Tino Falke: Sepia
    [KG] Nach der Trennung.

    Andreas Vohburger: Paradise Park
    [KG] Die Ausbeutung einer futuristischen Liebe. SciFi!

    Claire Walka: Maschinenblumenliebe
    [KG] Wenn die Natur sich Raum zurückerobert.

    Jochen Stüsser-Simpson: Auswärtiges Herzspiel
    [Gedicht] Das Herz als Spielball.

    Roxane Bicker: Fraktale
    [KG] Muse betet Maler an, Maler betet Kunst an. Schön!

    Aimée M. Ziegler-Kraska: Meine Braut
    [Gedicht] Über eine Begegnung im Park.

    Claudia Windirsch: Du und ich
    [Gedicht] Liebe auf dem Schachbrett.

    Marie Wilhelmsen: Über den Wolken
    [KG] Beginn einer Fernbeziehung. Schön!

    Barbara Kloska: Weißt du eigentlich …
    [Gedicht] Entwicklung einer Begegnung zu einer Beziehung. Schöne Umsetzung.

    Franziska Bauer: Philemon und Baucis
    [Gedicht] Liebe im Alter. Schnüff!

    Matthias Sebastian Biehl: Danke
    [KG] Witwer in NASA-Kapsel auf Mars. SciFi!

    Matthias Sebastian Biehl: Alles, was dann bleibt, ist Liebe!
    [Gedicht] Gedankengang über Fortgang.

    Matthias Rothe: Liebe heißt
    [Gedicht] Was Liebe bedeutet.

    Kristin Fieseler: Ein fetter Fisch
    [KG] Buchhalterin wird Meerjungfrau. Äh, what?

    Barbara Senek: Herz der Fontäne
    [Gedicht] Dieses Gedicht erschließt sich mir nicht. Irgendwas über 3kg Titan in Montana?

    Andreas Vohburger: Eingefroren
    [Gedicht] Passend zum aktuellen Wetter: Liebe in eisigen Zeiten.

    Lucia Herbst: Wiedersehen
    [KG] Eine Fantasy-Kurzgeschichte über eine Liebe, die mehrere Leben überdauert. Andere könnten damit Bücher füllen, hier ist die Geschichte kompakt und kurzweilig.

    Kristin Fieseler: Nur wenn du willst
    [Gedicht] Witzige Formulierung: Raupe im Schafspelz.

    Sarah Malhus: Herz
    [Gedicht] Über ein Ascheherz.

    Claudia Windirsch: Marie und die Essenz des Lebens
    [KG] Marie begegnet einem Mann, der ihr zeigt, welche Auswirkungen ihr Leben auf andere hatte. Very "Scrooged"!

    Liubov Falke: Meinem Einzigen
    [Gedicht] 18-seitiges [!!!] Gedicht über eine Fernbeziehung.

    Liubov Falke: Gen neue Ufer
    [Gedicht] Hoffnung in Zeiten von Grenzen.

    Danksagung
    Autor*innenbiografien
    Inhaltswarnungen

    ~

    Kurze Statistik:
    7 Autoren
    15 Autorinnen
    12 Kurzgeschichten
    18 Gedichte
    1 bunte, wilde, leidenschaftliche Mischung


    Vom tiefen Meer bis zum Mars, innere Gefühlswelten und äußere Umstände - diese Anthologie vereint eine wirklich vielfältige Darstellung von glücklicher, unglücklicher und unüblicher Liebe. Wundervoll, ich freue mich sehr, dazuzählen zu dürfen.

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    Cover des Buches Geheimnisse der Hexen (ISBN: 9783845839424)

    Bewertung zu "Geheimnisse der Hexen" von Julie Légère

    Geheimnisse der Hexen
    Seitenhainvor 5 Monaten
    Ausbaufähig, wunderschön

    ~ Werbung, weil Rezensionsexemplar. Alle Meinungen trotzdem meine eigenen. Vielen Dank an Frau Kiening für die Bereitstellung! ~

    Es beginnt schon wunderschön: Auf dem Cover glitzert einem die Schrift und die Sterne entgegen, das Vorsatzpapier ist mit passenden Symbolen gestaltet und beim ersten Durchblättern sieht man, dass jede Seite liebevoll gestaltet wurde.

    Ich habe aus Platzgründen als Autorin nur Julie Légère gelistet, aber eigentlich ist dieses hübsche Meisterwerk eine Gemeinschaftsarbeit, zusammen mit Elsa Whyte (Co-Autorin) und Laura Pérez (Illustrationen) sowie den Übersetzerinnen Katharina Schmidt und Barbara Neeb.


    "Die Geschichte war uns selten wohlgesinnt."
     

    Ich dachte zunächst, es sei mehr eine fiktive Darstellung, musste aber schnell feststellen, dass es wirklich mehr Sachbuch ist, das allerdings auch jüngere Leser*innen ab 12 anspricht - bspw. werden viele Begriffe erklärt und die Hexen erzählen ihre Geschichten aus der Ich-Perspektive. Geschickt mischen die Autorinnen Fiktion mit heidnischen Bräuchen, so wandern die Kapitel von Etymologie zu geschichtlichen Abhandlungen - mittelalterliche Hexenverfolgungen über Salem zu aktueller Popkultur - bis hin zu einem eigenen kleinen Grimoire, mit dessen Hilfe die lesende Junghexe ihre ersten eigenen Schritte in Richtung Magie unternehmen kann. Als Wicca finde ich es immer spannend, neue magische Bücher zu entdecken - besonders, wenn sich diese eher an ein jüngeres Publikum richten. Die Damen Légère und Whyte haben ihre Hausaufgaben allerdings gemacht - und erzählen die geschichtlichen Ereignisse sogar aus der Wir-Perspektive ("unsere Schwestern"). Einziges Manko ist hierbei, dass kein einziges Mal erwähnt wird, dass es auch männliche Hexen gibt.

    Eingestreut finden sich immer wieder Biografien berühmter weiblicher Hexen: Kirke, Marie Laveau und Hermine sind dabei nur die bekanntesten Namen. Durch das zumeist grausige Ende der Hexen würde ich davon abraten, es als Gute-Nacht-Geschichte zu verwenden.

    Amüsanter wird es dann in der Neuzeit, wenn Frauenbewegungen das Hexentum zurückerobern und positiv konnotieren (Darf ich dazu auch Alix Harrows "The Once and Future Witches" empfehlen?). Hier hätte ich mir noch mehr Informationen zu den diversen neuheidnischen Strömungen gewünscht, hier wird nur Wicca erwähnt.


    "Tremate, tremate, le streghe son tornate!"
    (Ital.: Zittert, zittert, die Hexen sind zurück!)

     

    Als ich das Buch auf Instagram entdeckte, musste ich sofort an Benjamin Lacombes wunderschönes "Lisbeth und das Erbe der Hexen" denken. Ich habe glücklicherweise noch eine alte Ausgabe im Schuber, zusammen mit dem Grimoire über berühmte Hexen ergattert, aber wer nur die neue Ausgabe ohne Grimoire hat, dem sei dieses Werk als Ersatz ans Herz gelegt.


    Insgesamt eine liebevoll gestaltete Einführung in die Welt der Hexen, in der man immer wieder blättern und die tollen Illustrationen genießen und Fakten nachschlagen kann. Leider viel zu kurz (80 Seiten), ich hatte es an nur einem Tag durch!

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Cover des Buches Das Windsor-Komplott (ISBN: 9783426227404)

    Bewertung zu "Das Windsor-Komplott" von S J Bennett

    Das Windsor-Komplott
    Seitenhainvor 5 Monaten
    Herrlich!

    ~ Werbung, weil Rezensionsexemplar. Alle Meinungen meine eigenen. Vielen Dank an Frau Keßler für die Bereitstellung. ~

     

    Eine Katastrophe: Im geliebten Windsor Castle wurde nach einer Abendveranstaltung eine Leiche gefunden. Die Queen und die Familie müssen unbedingt vor der Presse geschützt werden und so ermittelt die Polizei mehr im Geheimen. Als die Queen allerdings merkt, dass sich die Beamten etwas verrennen, stellt sie ihre eigenen Ermittlungen an...


    Das Buch ist aus mehreren Perspektiven geschrieben: der Queen, natürlich, ihrer Assistentin Rozie und am Ende auch der Ermittler. Ich hatte mich gefragt, ob die Queen dann in ihren schicken Kostümen durch die City wetzt und Verbrecher jagt, aber ganz stilvoll zieht sie "nur" die Fäden im Hintergrund - ihre Assistentin übernimmt größtenteils die Ermittlungen außer Haus.

    Zwischendurch waren die Beschreibungen etwas langatmig und sporadisch hatte ich das Gefühl, dass es nur zum Infodump dient, aber dennoch war es interessant zu erfahren, was den ganzen Tag so im Schloss getrieben wird. Wir befinden uns übrigens im Jahr 2016, sodass es einen Besuch der Obamas, aber nicht des orangen Horrors gibt.

    Gewöhnlich bezeichnet man Agatha Christie als Queen of Crime, das wird hier jedoch verdreht - sehr zum Amüsement der Leserschaft. Und was für ein grandioser Spaß, dabei zuzulesen, wie die Ermittler am Ende alles erklären und die Queen sitzt da und nickt und weiß in Wirklichkeit schon alles. Zum Schreien! 


    Schönes Detail: Die Corgis, die überall in und auf dem Buch herumtollen. Wenn man das Buch auf den Nachttisch legt, wird man morgens von einem auf dem Rücken begrüßt!


    Fazit: So (ent-)spannend wie drei Folgen "The Crown" - und tatsächlich habe ich die Stimmen mehrmals direkt hören können, so passend sind sie geschrieben! Ich habe mich köstlich amüsiert und kann den nächsten Band kaum erwarten - am Ende gab es nämlich eine Leseprobe.


    "Man tat, was man konnte. Und jetzt war unbedingt die Zeit für einen kleinen Gin."

    Kommentieren0
    0
    Teilen

    Über mich

    Büchernerd

    Lieblingsgenres

    Fantasy, Romane, Jugendbücher, Comics, Humor, Erotische Literatur

    Mitgliedschaft

    Freunde

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Hol dir mehr von LovelyBooks