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Suhani

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Cover des Buches Die steinerne Krone (ISBN: 9783757700577)

Bewertung zu "Die steinerne Krone" von Michael Peinkofer

Suhani
Kurzmeinung: Interessant und spannender Geschichtsunterricht.
So sollte Geschichtsunterriccht sein!

Ich habe schon von Michael Peinkofer Bücher gelesen und finde es immer wieder toll, wie er Fakten in einer fiktionalen Geschichte einbaut, so auch hier – allerdings mit einer Einschränkung. Dazu am Ende mehr.


In diesem Buch geht es um den letzten Herrscher aus der Stauferfamilie.

Die Ausgrabungen dienen hier als Träger der Geschichte, denn die hat es so nie gegeben, wie sie hier im Roman vorkommen.

Diese fiktive Ausgrabung erzählt aber den Lebensweg von Friedrich II. Natürlich sind hier die historischen Fakten in eine lebendige Geschichte eingebaut und ich hab es dem Autor abgenommen, dass es so hätte sein können. Genau kann es natürlich niemand wissen, da die Geschichte im 13. Jahrhundert spielt.

 

Trotz alledem fand ich die Geschichte sehr lehrreich und ich hätte mir gewünscht, dass der Geschichtsunterricht in meiner damaligen Zeit auch nur halb so interessant gewesen wäre.

Auch wenn der Autor hier zu einem „Trick“ greift und die Geschichte von jemandem erzählen lässt, so war sie doch im Großen und Ganzen abwechslungsreich und auch spannend.

Spannend vor allem, wie Friedrich ziemlich frei aufgewachsen ist, da er noch zu jung für die Krone war, als er schon als Herrscher an der Reihe war.

Also wurde das Land mehr oder weniger wild verwaltet und der zurzeit stärkere hatte das Sagen – allen voran die Kirche.

In dieser Geschichte wird ziemlich klar, was die Kirche in der Zeit für eine Macht hatte und die eigentlichen Herrscher der Ländereien nur als Marionetten fungierten.

Und wenn jemand wider Erwarten sich doch nicht so steuern ließ, wurde er schnell von der Kirche wieder abgesetzt, bis zum Bann der Kirche.

Friedrich kam es aber zugute, dass er als Kind frei aufwachsen konnte und weitestgehend auf den Straßen bei allen möglichen Menschen und auch Religionen aufgewachsen ist.

Schon von Anfang an neugierig auf die Welt hat er sich so Wissen bei jedem angeeignet, der sich gerade mit ihm beschäftigte. Egal, ob es arabische, jüdische, christliche oder sonstige denkende Menschen waren, er war irgendwie überall zu Hause und wollte einfach nur seinen Wissensdurst stillen.

So hatte er in allen vorgefundenen Religionen Freunde und hat von allem das Gute gelernt.

Das merkt man auch besonders, als er dann endlich gekrönt wurde.

Auseinandersetzungen, die andere mit dem Schwert gelöst haben, löste Friedrich mit Verstand und waffenfrei, auch wenn dann mal Zugeständnisse an den „Feind“ gemacht werden musste.

Natürlich konnte auch Friedrich nicht ganz ohne Waffenfreiheit seine Angelegenheiten richten, schon allein deswegen, da genug gegen ihn immer wieder Intrigen schmiedeten, seine Ländereien und Reiche erobern, einnehmen und ihn stürzen wollten.

Allen voran die Kirche, als dieser bewusst wurde, dass Friedrich sich nicht so steuern ließ, wie sie es gerne hätte.

Auch wenn er in gewissem Maße von der Kirche abhängig war, so setzt er sich auch immer wieder gegen sie durch, selbst als diese ihn mit einem Kirchenbann belegt.

Aber nicht nur auf dem Schlachtfeld, auch im privaten Bereich war er vielschichtig. So bestanden seine engsten Vertrauten nicht nur aus Kirchenmännern, die auch zu ihm hielten, wenn die Kirche ihm wieder Steine in den Weg legten, sondern auch aus anderen Religionen hatte er Vertraute und Leibwächter.

Seine Ehefrauen waren zwar immer politische Verbindungen, aber trotz allem hatte er auch einige, zu denen er eine innige Liebe aufbauen konnte, während seine Geliebten aus den unterschiedlichsten Nationen kamen.

Seine Söhne und somit Erben wurden ebenfalls schon sehr früh im Jugendalter gekrönt, um weitere Ländereien den Staufern zu sichern, leider aber eben nicht immer im Sinne von dem nun mehr als Kaiser gekrönten Friedrich.

Sein Leben lang hat Friedrich für seinen Traum alles versucht, um ihn zu erreichen, was aber leider nicht geklappt hat – wie man heute ja weiß, da der Staufenadel bis in der heutigen Zeit nicht überlebt hat.

Und wenn Friedrich auch zu Anfang mehr einsichtig und sogar gütig war, immer bemüht Konflikte gewaltfrei zu lösen, weil er nie so grausam wie sein Vater und Großvater werden wollte, so wurde er leider zum Ende hin doch genau das.

Der große Zusammenbruch kam, als seine engsten Vertrauten und Freunde zu Tode kamen, das hat ihm den Boden unter den Füßen weggerissen und ab da ging es dann sehr rasant abwärts mit ihm und dem Staufenreich.

 

Leider ging es zum Ende dann auch geschrieben den Berg runter.

Was vorher eine spannende und interessante Erzählung war, die auch die Figuren agieren ließ, so war es am Ende nur noch eine Aufzählung der Geschehnisse, mit fast keiner Aktion der Figuren mehr – und an da wurde es doch irgendwie trocken wie der frühere Geschichtsunterricht in der Schule.

Dennoch war die Geschichte um Friedrich II. eine interessante und auch vielseitige Geschichte mit geschichtlichen Fakten, die ich aus der Schule her nicht kannte.

Auch wenn der Schwung und die sonst sehr lebendige Schreibweise von Michael Peinkofer hier etwas nachließen, so ist das Buch aus mehreren Gründen lesenswert und wer seine Bücher liebt, kann auch gerne zu diesem greifen.


Mein Fazit:

Die Geschichte des Staufengeschlechts von Friedrich II.

Der Autor baut hier tatsächliche Fakten in die Geschichte ein, sodass wir um Friedrich eine runde, interessante und auch spannende Geschichte bekommen.

Trotz kleiner „Meckerei“ gibt es von mir eine Leseempfehlung für alle, die gerne historische Romane lesen.

Cover des Buches Darwyne (ISBN: 9783518474242)

Bewertung zu "Darwyne" von Colin Niel

Suhani
Kurzmeinung: Nur eine Familiengeschichte, mehr nicht!
Das war definitiv kein Thriller!

Der Klappentext und das Cover haben mich interessiert und für Thriller bin ich eigentlich immer zu haben.

Leider hab’ ich nicht das bekommen, was das Buch versprach, weder verstehe ich die „Lobeshymnen“, noch die ganzen Auszeichnungen, die das Buch bekommen hat – und von Thriller habe ich auch nichts entdecken können…. Was ich bekommen habe, war schlicht und ergreifend eine Familiengeschichte mit einem dunklen Geheimnis.

Mehr nicht!

Darwyne ist die Hauptfigur, um die sich alles dreht. Er ist anders, nicht nur körperlich. Er ist auf seine Art besonders, vor allem, wenn er im Dschungel in seiner eigenen Welt ist.

Der Dschungel grenzt am Grundstück der Slums an, in dem er mit seiner Mutter und deren wechselnden Liebhaber wohnt.
Yolanda, seine Mutter, sieht zu, dass sie in den Slums überleben und durch ihren kleinen Handel und ihre Männer ist ihr Grundstück mit Blechhütte eines der besseren. Wobei es deswegen aber nicht unbedingt Vorteile bringt.
Und dann ist da noch Mathurine, die Sozialarbeiterin für den Bezirk.
Wegen eines anonymen Anrufes im Büro, der den Hinweis gibt, dass Darwyne von seiner Mutter und deren Liebhaber misshandelt wird, holt sie die Akte „DARWYNE“ wieder hervor und will dem Hinweis auf den Grund gehen.
 
Während der Geschichte stellt sich heraus, dass Mathurine ebenso gerne im Dschungel unterwegs ist wie Darwyne. Dadurch kommt sie nach einiger Zeit an den total zurückgezogenen und fast nicht sprechenden Jungen heran und zwischen den beiden entwickelt sich so etwas wie eine Verbindung. Eine besondere Beziehung zueinander, die Mathurine über Darwyne staunen lässt. Auch wenn er weiterhin über sich und seine Familie schweigt.
Yolanda zeigt sich als kooperativ und als Mutter, die alles für ihre Kinder tut, was ihre bescheidenen Möglichkeiten zulassen und eine Schulbildung für Darwyne ist ihr sehr wichtig.
Im Laufe der Geschichte erfährt man als Leser aber ganz andere Dinge, die mich mehr als einmal mit dem Kopf schütteln ließen. Deswegen habe ich auch nicht verstanden, wie Darwyne seine Mutter trotzdem abgöttisch liebt.
Während der Geschichte kommen einige Sachen und Ereignisse zutage, die aber nur der Leser und nicht die Sozialarbeiterin mitbekommt.
 
Zum Ende hätte die Spannung noch was werden können – kann vielleicht auch für den einen oder anderen Leser – aber für mich war es nur noch ein „Ja, hast du verdient“.
Was Darwyne angeht, so war es ein offenes Ende, wo ich hoffe, dass er klarkommt.
Sollte der Autor allerdings einen 2. Teil im Sinn haben, so weiß ich jetzt schon, dass ich den nicht lesen werde.
 
Hat mir das Buch nun gefallen, oder nicht?
…… Jein
Nach dem Schein des Buches und seinem „Hype“ – wie ich erst später erfahren habe – ein klares Nein.
Das, was ich letztendlich bekommen habe, bekommt ein Ja von mir.
Die Beschreibungen von Darwyne und dem Dschungel war viel Kopfkino und interessant, genauso wie die Besonderheit von Darwyne. Mit dem, was die Geschichte im Leben von Darwyne zeigte, tat mir der Junge nur unendlich leid.

Mein Fazit:
Die Geschichte ist nicht schlecht, hatte aber für mich nichts, was der Klappentext versprach und schon gar nichts mit einem Thriller zu tun.
Für mich ein zu Unrecht gehyptes Buch!


Cover des Buches Die Flut (ISBN: 9783596198351)

Bewertung zu "Die Flut" von Arno Strobel

Suhani
Kurzmeinung: Ich hatte drei Verdächtige - und am Ende war es jemand ganz anders. Spannend bis zum Schluss!
Cover des Buches Plud (ISBN: 9783758316289)

Bewertung zu "Plud" von Chris Cancreek

Suhani
Kurzmeinung: Eine neue Perspektive auf ein altes Thema, das auch noch interessantes und reales Wissen mit sich brachte.
Neue Perspektive auf ein altes Thema

Plud

Ein komischer Titel? Sieht aus, wie ein Rechtschreibfehler, der angemarkert ist? Ich sag’ mal Ja und Nein.

Aber warum?

Was hat das alles mit einer Hippie-Gemeinde auf einer Farm zu tun? Hippiezeit, Ende der 60er bis in die 70er rein. Da war doch alles auf dem Peace, Love, LSD und tolle Musik Tripp. Was interessiert da der Alltag und das Schulsystem? Hab’ ich mich auch etwas gefragt, denn ich hab’ nach dem Klappentext genau das erwartet.

Der Prolog fängt schon ein wenig geheimnisvoll an und ist – wie oft im Prolog – schon das Ende der Geschichte, in dem Cora anfängt eine Geschichte zu erzählen, die eigentlich schon vorbei ist.

Eigentlich ….

Die Geschichte fängt mit einer Hippie-Gemeinschaft mit vielen Kindern, Jugendlichen und deren Eltern und Verwandten an. Sie leben außerhalb einer kleinen Gemeinde und wollen nur ihre Ruhe haben. Sie wollen gar keinen Kontakt zu der Gemeinde und nur friedlich ihr Leben leben. Ihr einziger Kontakt zur „Außenwelt“ ist Cora, eine Anwältin, die ihre Belange vertritt und alles Nötige regelt. Somit brauchen sie sich um nichts Wichtiges kümmern und können so ganz bei sich und ihre Gemeinschaft bleiben. Die Jugendlichen treffen sich am liebsten abends im großen Baumhaus und machen das, was ihnen gerade einfällt. Machen Mutproben, frotzeln herum und machen sich keine Gedanken um das Morgen. Gelegentlich schleichen sie sich nachts mal ins Dorf, aber das fällt auch eher unter Mutprobe, wenn sie dort mal einen Jugendstreich veranstalten. Eben eine freie und ungezwungene Hippie-Kommune.

Frei und ungezwungen …… ist das so?

Ist man nicht doch immer zu etwas gezwungen und nie so frei, wie es den Anschein hat? Ziemlich schnell wurde mir klar, dass es da was gibt, was auch in dieser Gemeinschaft nicht stimmt und spätestens als die Kinder von der Gemeinde zur Schulpflicht gezwungen wurden und als der Lehrer für sich was testen wollte, ging mir auf was es war. Auch wenn hier ein Thema zutage kam, was altbekannt ist, so fand ich diesen Ansatz mal was anderes. Kokosnusswasser spielt hier eine „tragende“ Rolle und hat mich dazu veranlasst, die Behauptungen darüber in der Geschichte nachzugoogeln. Was soll ich sagen ….. ? Es stimmte tatsächlich und ich fand das Thema für total interessant! Das hatte ich noch nirgends weder gehört noch gelesen. Aber keine Angst, es wird jetzt keine Abhandlung von Kokoswasser und deren gesundheitlichen Aspekte. Was mich vorher gedacht hatte, bestätigte sich dann auch ziemlich schnell, ohne dass es expliziert erwähnt wurde… Wie sich die Geschichte in diese Richtung entwickelt war nicht nur spannend, sondern für mich zumindest auch sehr interessant. Hier wird eine harmlose Idylle durch äußere Einwirkung zur Gefahr.

Nur worin liegt die Gefahr?

Darin, dass die Kommune der Gemeinde ein Dorn im Auge ist, oder darin, dass die Gemeinde von Anfang an eine Ahnung hat, dass in der Kommune was nicht stimmt? Wer ist in Gefahr? Die Gemeinde, oder die Kommune – oder vielleicht beide?


Der Aufbau der Geschichte lässt sich wirklich gut mitverfolgen und auch die Entwicklung der einzelnen Kinder ist gut nachzuvollziehen. Jedes hat seinen Charakter, der langsam „zum Leben“ erwacht. Auch der Grund der erwachsenen Hippies ist – trotz Fiktion – nachvollziehbar. Ein altes Thema quasi der Neuzeit angepasst, sodass alle ein friedliches Leben haben. Sowohl die Daisys, als auch die Kinder unter dem Mond…. Leider bleibt dieser Frieden eben nicht und daran sind die Dorfbewohner mit dem Lehrer selbst schuld, denn sie bringen den Stein erst ins Rollen. Und dann gibt es da ja auch noch den neuen Ladenbesitzer mit seinen mysteriösen Puppen und Seifenblasen, der plötzlich da war und keiner so richtig weiß woher er kam …..

Ich habe jetzt extra nichts von dem Thema, welches hier der eigentliche Plot ist, verraten. So hoffe ich doch inständig und es fiel mir auch wirklich schwer.

Warum?

Weil sich jeder die Geschichte auch so „erlesen“ soll, wie ich das Vergnügen hatte. Der Autor hat hier wirklich ein altes, fiktionales Thema in eine frische Sichtweise verpackt. Der Schreibstil ist angenehm unkompliziert, sodass man mit allen Figuren unterwegs und immer mittendrin dabei ist. Mir konnte der Autor Chris Cancreek spannende Unterhaltung bis zum Showdown bescheren und eigentlich warte ich jetzt auf einen zweiten Teil, weil ich zu gerne wissen möchte, wie es mit der Hippie-Kommune weitergeht.

Mein Fazit:

Eine Geschichte, die ich Stück für Stück entdecken durfte, mit einer neuen Perspektive auf ein altes Thema, das auch noch interessantes und reales Wissen mit sich brachte. Eine Geschichte, die als Jugendbuch deklariert wurde, aber noch oben hin keine Altersgrenze hat. Ich hätte gerne noch einen zweiten Teil!

Cover des Buches Babysitter (ISBN: 9783753000831)

Bewertung zu "Babysitter" von Joyce Carol Oates

Suhani
Kurzmeinung: Eine Geschichte wie ein Unfall. Ich wollte wegsehen, konnte es aber nicht.
Ein Buch, das so harmlos daherkommt, aber nichts für schwache Nerven ist

Triggerwarnung!!

Sexuelle Gewalt mit Kindern und Frauen. Selbstzerstörung, Rassendiskriminierung und Hass 

Erst hat mich das Cover gestört, weil es auf die Seite gedreht ist. Aber es hat gereicht, mich festzuhalten und den Klappentext zu lesen. Der hat bei mir den Eindruck hinterlassen, dass sich die Geschichte um eine Frau dreht, die sich mit ihrer Affäre immer tiefer verstrickt, in einer (bescheidenen) Gegend, in der ein Kindermörder sein Unwesen treibt. Das wiederum hat mich neugierig gemacht und ich wollte wissen, wie sich die Geschichte zueinander verhält, noch dazu über 600 Seiten lang. Was ich dann bekam, war ziemlich heftig! Ich habe, glaub’ ich, noch nie eine Triggerwarnung vorweg gestellt, aber dieses Mal war sie echt notwendig!

Zu Anfang musste ich mich erst an den Schreibstil der Autorin gewöhnen und mich darauf einlassen. Ich kann ihn jetzt noch schlecht beschreiben und irgendwie ging am Anfang die Geschichte mal vor und mal zurück, mit einigen Zwischensequenzen – die hatten es aber in sich! Erst kam mir die Geschichte wie eine Erzählung vor – und irgendwie ist es zwischendurch auch eine, nur nicht durchgehend. Die ersten Kapitel – oder mehr Abschnitte – werden unterschiedlich erzählt, wobei mich „Als wir starben“ echt geschockt hat. Ich bin nun wirklich nicht zartbesaitet, - ich lese auch Bücher, wo das Blut rausläuft – aber dieses Kapitel war so intensiv und obwohl es schon fast poetisch war, war es auch auf grausame Art eine Schilderung aus Sicht der toten, umgebrachten Kinder nach ihrem Tod.

TW!

Zitate:

  • Als wir starben, wurden unsere (schönen) (nackten) Körper zu lebloser Materie.
  • Als wir starben, blieben unsere letzten Schreie in unsere Kehlen gefangen.
  • […]
  • Als wir starben, war von euch, die uns hervorgebracht haben, niemand auch nur in der Nähe. 

Im anderen Strang geht es um Hannah. Eine typische Hausfrau und Mutter in einem gut betuchten Haushalt mit Haushaltshilfe, die sich auch um die Kinder kümmert. Das Ganze in einem noblen Vorort von Detroit, mitten in den 70er-Jahren, in der die Ehefrau nur für Mann, Kinder und wohltätige Zwecke verantwortlich ist. Hannah fühlt sich teilweise gelangweilt und auch nicht wirklich dazugehörig. Ihr Mann, nur selten zu Hause, ist immer mit seinem Job beschäftigt und versucht immer mehr zu schaffen, als er gerade erreicht hat. Dementsprechend ist auf Veranstaltungen auch mehr Schein als Sein zwischen Hannah und ihrem Mann. Hannah lebt eigentlich nur für ihre zwei Kinder, Katya du Conor, beide noch im Vorchul- und Grundschulalter.Sie hat die typische Einstellung zu ihrem Leben aus der Zeit.

Zitat:

…. Mein Lebensglück sind die Kinder, mein Ehemann. Meine Ehe. Mein Lebensglück bin nicht ich, sondern diese anderen, für die ich lebe …. 

Aber dann taucht ein gewisser Y.K, auf einer Veranstaltung auf, der so eine Präsenz und Bestimmtheit für Hannah an den Tag legt, dass sie sich tatsächlich auf eine Affäre mit ihm einlässt.... 

Diese Affäre läuft schon beim ersten Treffen völlig aus dem Ruder, doch Hannah glaubt in ihrer kleinen Welt, dass sie es genauso verdient hat und wird ihm hörig. Und Nein! Wer jetzt in eine Richtung denkt, es wird KEIN „Fifty Shades of Grey“! Hannah gerät immer tiefer in den Strudel ihres „Geliebten“. Im Hinterkopf sieht sie, dass Y.K. ihr alles andere als guttut und sie will es auch beenden, aber nur ein Wink von ihm und sie steht wieder unter Strom… Ihr Mann bekommt von allem nichts mit, bis auf einmal, als die Spuren an Hannah nicht zu übersehen sind. Aber da verstricken sich beide in immer mehr Widersprüche – Hannah, weil sie ihren „Geliebten“ nicht verraten will und ihr Mann, der sich in seiner heilen Welt nichts anderes vorstellen kann, als dass es nur Schwarze sein konnten, die Hannah überfallen haben. Denn außerhalb des behüteten Vorortes laufen zu der Zeit Rassenkämpfe, da ist es kein Wunder, dass sie sich auch langsam in ihrer Gegend ausbreiten. Was anderes lassen seine Gedanken gar nicht zu. Er steigert sich da so hinein, dass es kein gutes Ende gibt….

In dieser Geschichte können wir sehen, wie sich die Spiralen auf der einen Seite immer weiter aufschrauben können. Zum anderen aber auch, wie weit sie abwärts gehen können. Zu Anfang hatte ich viele Fragezeichen über meinem Kopf schwirren. Außerdem hatte ich ein wenig mit dem Schreibstil zu kämpfen, da immer viel einzelne Wörter innerhalb eines Satzes in Klammern gesetzt wurden.

Beispiele von verschiedenen Seiten:

  • […] die außergewöhnlichen weißen Zähne entblößt beim Anblick der (weißen) Frau ….
  • […] … aber nicht an sie, also H.J., sondern an die (erfundene) M.N. adressiert.
  • […] Vorortlebens ein (summender, wärmender) Bienenstock.
  • […] …. Zwischen den Opfern ist bisher nicht (klar) ersichtlich.
  • […] Sein (belustigter) Blick …
  • […], außer (vielleicht) in den Augen von …
  • […] Die (braunäugige) Angestellte ….

Ich weiß nicht, ob die Beispiele richtig rüberkommen, aber als ich mich an dieser Schreibweise gewöhnt habe, kam eine ganz andere Stimmung auf. Durch ihr kam zum einen der Rassenkonflikt viel mehr zutage, aber auch die Denkweise in andere Situationen der einzelnen Personen kamen so mehr zum Vorschein. Ich kann es wirklich nicht erklären, wie die Stimmung auf mich wirkte und ich glaube sogar, dass sie auf die Leserschaft unterschiedlich wirken kann.

Ja, es ist eine lange Rezi geworden und wenn ich wollte, könnte sie (mindestens) noch mal so lang werden. Und wer sich jetzt fragt, was Hannahs Geschichte mit dem „Babysitter“ zu tun hat, dem kann ich nur sagen, dass ich mich das auch gefragt habe – aber beide Stränge geben einen Sinn, der sich während der Geschichte erschließt. Diese Geschichte hat mich in ihren Bann gezogen und nicht wieder losgelassen! Sie hat geschockt, mit Tatsachen, die auch in der heutigen Zeit und Gesellschaft immer noch mit Kindern und Frauen in verschiedenen Bereichen passieren. Die Autorin hat hier geschickt Tatsachen aus der Zeit mit Fiktion gemischt, denn zu der Zeit hat es dort wirklich eine Reihe von Kindermorden und Rassenaufstände gegeben.

Mein Fazit:

Ein Buch, das so harmlos daherkommt, aber nichts für schwache Nerven ist und bei dem eine Triggerwarnung auf keinen Fall fehlen sollte! Eine Geschichte wie ein Unfall. Ich wollte wegsehen, konnte es aber nicht. Eine Geschichte mit einem Ende, dass jeder Leser für sich selbst abschließen kann…. Und noch lange im Kopf bleibt.

Schon jetzt mein Highlight für dieses Jahr!


Cover des Buches Signs, Signs, Signs (ISBN: 9783897933637)

Bewertung zu "Signs, Signs, Signs" von Stefan Kämpfen

Suhani
Kurzmeinung: Viele Schilder, aber kein Schilderwald. Skurrile, lustige, interessante und auch manchmal etwas makabere Schilder aller Welt.
Weltreise durch das Schilder-Universum

Der Autor Stefan Kämpfen ist schon viel in der Welt herumgekommen und hat auf seinen Reisen die Kamera auf skurrile, lustige, kuriose und wunderlichen Schildern aller Art gehalten.
Dabei ist ein Bildband entstanden, der nicht viele Worte braucht.
Dennoch findet man immer eine kurze Anmerkung zu den jeweiligen Bildern, mal lustig, manchmal erklärend und manchmal hat der Autor selbst Fragezeichen im Kopf.

Über manche Bilder konnte ich schmunzeln, manche waren schon makaber und bei einigen habe ich mich gefragt: WIE ist es zu so einem (Verbots)Schild überhaupt gekommen???
Ich sage nur: Nicht auf der Terrasse k...en und pieseln ...... bei einem Restaurant?!
Die Kommentare zu den Bildern fand ich immer passend und auch die etwas ausführlicheren Erklärungen zu der Entstehung mancher Bilder, fand ich interessant.

Insgesamt ist es eine schöne Sammlung von solchen Bildern und Warnhinweisen, die der "normale" Tourist nicht unbedingt zu sehen bekommt. Entweder weil man sie abseits der üblichen Touristenwege finden, oder vielleicht gar nicht selbst das Auge dafür hat.

Stefan Kämpfen hat es aber auf jeden Fall!
Ich hatte mein Spaß an den Bildern in wirklich einwandfreier Qualität und werde in Zukunft auch mal die Augen für solche, doch sehr unterschiedliche wie auch kreative, Schilder aufhalten.
Vielleicht gibt es die ja auch in meiner "kleinen" Welt um die Ecke.
Ich bin sicher, man muss sie nur entdecken.

Mein Fazit:
Ein Bilderbuch nicht nur für Weltenbummler, sondern für alle, die ihren Spaß an lustigen und skurrilen Schildern und Warnungen haben.
Sei es, was Verbote angeht, die Benutzung von Toiletten und deren No-Go, oder auch makaberen Hinweisen an Stellen, wo es runtergeht.


Cover des Buches Mord im Antiquitätenladen (ISBN: 9783499013980)

Bewertung zu "Mord im Antiquitätenladen" von Waldi Lehnertz

Suhani
Kurzmeinung: Ein Cosy-Krimi, der mich gut unterhalten hat.
Ein Krimi der leichten und humorvollen Art

Ganz alleine hat Waldi das Buch dann doch nicht geschrieben, sondern mit Miriam Rademacher als Co-Autorin. Wie viel Anteil sie an diesem Buch hat, kann ich nicht sagen, aber es steckt viel Waldi in der Geschichte!

Siggi liebt das Angeln und hofft immer noch darauf, einen stattlichen Hecht zu fangen. Genauso liebt er aber auch seinen Antiquitätenladen – der wohl auch unter „Kunst, Kurioses und Krempel“ laufen könnte. Siggi hat eben eine Leidenschaft für Schönes, auch wenn es keine Antiquität ist. Wobei Schönheit natürlich im Auge des Betrachters liegt. Auf jeden Fall liebt Siggi es gemütlich und stressfrei und lebt mit seiner Boxerdame Lola außerhalb von einem kleinen Ort, gleich neben seinem Laden. Allerdings ist es mit der Gemütlichkeit vorbei, als er vom Angelausflug mit seinem Freund, der aber wieder schnell wegmusste, zurückkam und seinen Laden mit aufgebrochener Tür vorfindet.

Was er da vorfindet, steht ja schon im Klappentext und was der „Dorfsheriff“ dazu sagt auch.

Der „doppelte“ Gunnar ist am Ort der Polizist, - sein Spitzname hat er schon in der Schule bekommen und bezieht sich auf das starke Schielen des Polizisten, was ich jetzt nicht sooooo lustig finde – den Siggi bereits seit der Schulzeit kennt. Beide sind sich nicht wirklich grün, was man den beiden auch anmerkt. Als Siggi keine Hilfe von Gunnar bekommt, geht er den Fall selbst an.

Doro, die gerade im größten Trubel nicht vorhandener Leiche und Polizei auftaucht und Anton, sein Freund und Kunstkenner, der extra dafür seine Termine schmeißt und am nächsten Tag anreist, helfen ihm dabei. An der Wand, neben dem Sessel mit gewesener Leiche, findet Siggi auch ein Bild mit einem Stück Wandteppich – ach ne, einer Tapisserie, wie ich gelernt habe 😉 – das da definitiv nicht hingehört. Schnell stellt sich heraus, dass dieses Fundstück was mit dem Fall zu tun hat. Nun sind die drei auf sich gestellt und die Jagd nach der verschwundenen Leiche und den dazugehörigen Schatz hält sie ganz schön auf Trab und bringt sie in gefährliche Situationen ….

Wer jetzt einen echten, spannenden Krimi erwartet, der ist hier fehl am Platz. Dies ist eine Krimigeschichte, die in einem locker-flockigen Schreibstil mit Humor geschrieben ist. Aber trotzdem ohne Klamauk auskommt. Was nicht heißt, dass es nicht auch spannend sein kann. Ich wollte auf jeden Fall wissen, wer und wo die Leiche ist und wie die Schatzsuche endet, deren Schatzkarte das Bild ist, aber nur ein Teil von dreien war. Das war durchaus spannend zu verfolgen, auch wenn ich vor Spannung keine Nägel gekaut habe.

Die Figuren fand ich alle gut getroffen.
Vorn weg natürlich Siggi.
Der hatte so viel von Waldi, dass ich ihn immer vor mir sah und hörte, wenn es um Siggi ging.
Selbst sein Freund Anton hatte etwas von einem Kunstexperten aus einer anderen Sendung (mit mehreren Händlertüren😉), den ich als Anton sah. Zufall? Ich weiß es nicht, auch nicht, ob Waldi im richtigen Leben mit diesem Herrn bekannt oder befreundet ist, aber ich fand es lustig.
Bei Doro wusste ich, genau wie die anderen auch nicht, wie ich mit ihr dran war.
Auch die Bemerkungen von Anton und Siggi ließen sie mir nicht verdachtsfrei erscheinen.
Eine geschickt eingebaute Finte von Waldi und Miriam?
Man wird es sehen ….
Siggis bester Freund und Angelkumpel Kurt kam in der Geschichte ziemlich selten vor, weil dieser anscheinend dem Glück hinterherrennt und doch immer wieder Pech hat. Erst zum Ende der Geschichte beteiligt er sich an der Schatzsuche, denn Rätsel lösen kann er eigentlich gut, oder in diesem Fall doch nicht? ….
Taucht die Leiche überhaupt noch wieder auf?
Gibt die Tapisserie das Geheimnis der Schatzsuche frei, damit der Schatz am Ende doch noch gefunden wird?
Und was macht der Dorfsheriff Gunnar, als es doch noch brenzlich wird, oder sind Siggi und seine Truppe auf sich alleine gestellt?
Von Boxerhündin Lola ist auf keinen Fall Hilfe zu erwarten!
Ja, viele Fragen, was werden die Antworten sein?
 
Ich habe sie in diesen „Cosy-Krimi“ auf jeden Fall bekommen und bin dabei gut unterhalten worden.
Mit viel Kopfkino und Humor geschrieben, wo mich das Ende doch noch überrascht hat.
Ein Krimi kann eben auch zum Schmunzeln sein!

Mein Fazit:

Ein Krimi der leichten und humorvollen Art, der mich absolut unterhalten konnte. Auch mit Co-Autorin steckt hier ganz viel Waldi drin. Wer leichte Unterhaltung liebt und / oder Fan vom „80-Euro-Waldi“ ist, hat sicher seinen Spaß.

Für mich ein gelungenes Debüt.


Cover des Buches Blind Date mit Möwe (ISBN: 9783404193301)

Bewertung zu "Blind Date mit Möwe" von Yvonne Struck

Suhani
Kurzmeinung: Potenzial wurde leider nicht ausgeschöpft. 100 Seiten mehr hätte der Geschichte gutgetan.
Potenzial wurde leider nicht ausgeschöpft

Der Klappentext hörte sich mal nach einer anderen Idee für Datings an und versprach eine lockere und leichte Sommerlektüre zu werden.

Außerdem kannte ich die Schauplätze und somit freute ich mich auf ein "Feelgood"

Bekam ich das?

Hmm.... mal sehen.


Der Anfang war schon mal das, was der Klappentext versprach.

Lisa hetzt zu einem Date und weil ihr bei der Arbeit ein Missgeschick passierte, sie deswegen schon zu spät ist, kommt sie nicht ganz so passend gekleidet bei ihrem wartenden Date an. Der ist ganz schnieke und fast schon overdressed für eine Eisdiele angezogen. Anscheinend ist er auch nicht gerade von den Gummistiefeln an Lisas Füßen angetan, dabei übersieht er doch glatt, dass sie farblich perfekt zu ihrem gelben Sommerkleid passen. 

Fängt ja schon mal lustig mit viel Kopfkino an. 

Nachdem Lisas unmögliche Date sie dann auch ziemlich schnell wegen eines "Notfalls" fluchtartig sitzen lassen hat und sie sich darüber bei ihrer Freundin beschwert, meldet diese sie kurzerhand bei "The Voice of Love" an. 

Also auch wie es der Klappentext beschreibt.

 Es dauert auch nicht lange, da meldet sich Jonas bei ihr und das erste Telefonat-Date kommt zustande. Erst noch ein bisschen holprig, aber doch interessant für beide. Wobei Jonas eigentlich mitmacht, weil er eine Wette mit seinem Freund und Chef laufen hat, dass so was gar nicht funktionieren kann....

Aber Lisa und auch Jonas finden langsam Gefallen an der Art von Dates und jeder freut sich immer schon auf das nächste gemeinsame Date. 

So weit, so gut. 

Toll fand ich hier, dass die Kapitel immer zwischen Lisa und Jonas sich abwechselten. Ohne dass dabei Wiederholungen entstehen, lernen wir als Leser so beide kennen. Nicht nur im Alltag, sondern auch ihre Gedanken und Gefühle bei den Telefonaten.

So konnte ich mir über beide gleichzeitig ein Urteil bilden und wahr nah dabei. Auch der Schreibstil war lebendig und mit viel Kopfkino. Die Gegend konnte man sich auch gut vorstellen, wenn man sie nicht kannte und macht Lust auf Urlaub dort. 

Aber dann kippte die Geschichte leider in eine andere Richtung weg. 

Irgendwann geriet die Geschichte zwischen Lisa und Jonas in den Hintergrund und plötzlich drehte sich alles nur noch um die Rettung der Naturstation auf dem Priwall, die Lisa leitet und einen großen Verlust darstellen würde.

Die Verbindung zu Lisa und Jonas bestand zum Ende der Hälfte nur noch darin, dass Lisa um ihre Station kämpfte, die einem Neubau für einen YouTube-Star weichen sollte, den Jonas als Architekt zufällig planen sollte.

Bei ihrem ersten, echten Date war beiden sofort klar, wer wer ist und ab da war so gut wie nichts mehr. Keine Aussprache, nicht mal mehr Kontakt der beiden.

Als Leser konnte man noch etwas von den Gedanken zu der Sache der beiden mitbekommen, aber letztendlich war nur noch von der Rettungsaktion der Naturstation zu lesen.

Im letzten Drittel ging es dann auch nur noch rund.

Konflikte mit Freunden und Familie von Lisa lösten sich auch einmal wie von selbst auf und auch alle anderen Probleme waren auf einmal keine mehr und am Ende war alles Friede-Freude-Eierkuchen - als wenn nichts gewesen wäre.

Es gab bis zum Schluss keine Aussprache mehr zwischen Lisa und Jonas, aber im Epilog lebten sie "Glücklich und zufrieden, bis an ihr Lebensende", um es mal etwas überspitzt darzustellen. 

Hat die Geschichte mir nun gefallen?

Ja - wenn ich sie so nehme, wie ich sie vorgesetzt bekam.

Nein - wenn ich nach dem Klappentext gehe! 

Also fifty-fifty 

Ja, man weiß wie solche Geschichten enden, sonst wären sie ja keine "Feelgood", aber der Weg dahin hätte noch gut 100 Seiten mehr vertragen, dann hätten sich beide Strenge in der Mitte getroffen. 

Mein Fazit:

Eine Feelgood-Geschichte mit mehr Potenzial, das leider nicht genutzt wurde.

Unterhalten konnte der Roman mich trotzdem.

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