Svanvithe

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    Cover des Buches Ein Schuss kommt selten allein (ISBN: 9783966983815)

    Bewertung zu "Ein Schuss kommt selten allein" von AJ Sherwood

    Ein Schuss kommt selten allein
    Svanvithevor 14 Tagen
    Kurzmeinung: Wunderbar anziehende und vergnügliche Unterhaltung, die verschiedene Genre vereint: Fantasy, Gay-Romance und Krimi...
    Ein Schuss kommt selten allein

    Jonathan Bane hat einzigartige Fähigkeiten: Er ist ein Medium, arbeitet bei der „Psy Consulting Agency“ und wird nicht nur von Privatleuten, sondern auch von der Polizei routinemäßig als Berater und Profiler beauftragt. Da Jon die Auren und die energetischen Meridiane von Personen, die sich ihm in Form von Farben, Linien und Lichtblitzen präsentieren, lesen kann, ist es ihm möglich, quasi wie ein menschlicher Lügendetektor zu funktionieren und zu erkennen, ob jemand die Wahrheit sagt.

    Leider wird seine mentale Stärke von wesentlichen Schwächen begleitet: Er kann keine elektronischen Geräte berühren, ohne diese zu zerstören. Weil die Auren der anderen Menschen ihn sehr stark blenden, trägt er zum Schutz eine Sonnenbrille. Außerdem plagen ihn oft Kopfschmerzen und Migräneanfälle, manche Tage sind eine Qual. Erleichterung könnte der Einsatz eines sogenannten Ankers, einer ihm nahe stehenden Person, bringen. Ein Anker ist in der Lage, stets den Überblick zu behalten, muss über eine Engelsgeduld verfügen und sich um Jon kümmert, wenn dieser das nicht (mehr) selbst kann. Allerdings wäre dies ein unkündbarer „Job“, weil so eine Partnerschaft auf Lebenszeit geschlossen wird. Vorausgegangene Versuche diesbezüglich sind gescheitert, weshalb der Fünfundzwanzigjährige mittlerweile die Hoffnung aufgegeben hat, einen passenden Anker zu finden, und Leben und Arbeit eher schlecht als recht allein meistert.

    Bis Donovan Havili vor ihm steht, es Jon den Atem verschlägt und seine Gefühle Purzelbäume schlagen angesichts der atemraubenden, kräftig leuchtende Chakren und Energiebahnen. Donovan ist hawaiianischer Abstammung, hat aber auch afroamerikanische Wurzeln. Er ist ein großes muskulöses Raubein mit ernstem Gesicht und gewaltigem Beschützerinstinkt, zugleich auch ein so unglaublich gutmütiger Typ mit einem Herzen aus Gold. Donovan soll Jon vor all dem abschirmen, was ihm gefährlich werden kann, da dieser wegen seiner Tätigkeit in der Welt der Kriminellen nicht unbedingt „geliebt“ wird. Als ehemaliger Militärpolizist, seiner Präsenz und seiner Einstellung bietet Donovan alles, was er für den Job an der Seite eines Mediums braucht. Vielleicht ist Donovan derjenige, der nicht sofort wieder die Flucht ergreift. Gerade jetzt muss der Fall eines zu Unrecht eines Verbrechens beschuldigten chinesischen Austauschstudenten aufklärt werden. Außerdem wird – wieder einmal – auf Jon geschossen.

    Kann Donovan der Partner sein, der für Jon wie geschaffen ist?


    In „ Ein Schuss kommt selten allein“ verarbeitet AJ Sherwood eine bemerkenswerte Idee, nämlich die gleichgeschlechtliche Liebesfantasykrimigeschichte eines außergewöhnlichen jungen Mannes. Das Konzept und die Handlung erscheinen insgesamt durchdacht und logisch. Spannungsmomente sind vorhanden, obwohl der Krimi-Anteil im Ganzen etwas vorhersehbar ist und zweifellos mehr Intensität vertragen hätte, was eventuell bei zukünftigen Fälle genutzt wird. Hingegen sind fantastischen Aspekte detailliert und nachvollziehbar beschrieben, die homoerotischen Szenen explizit dargestellt.

    Dabei ist in jeder Zeile zu spüren, dass die Autorin für ihre Protagonisten brennt. Jons Intelligenz und Unsicherheit treffen auf Donovans Selbstbewusstsein und Beharrlichkeit, die Chemie stimmt zwischen ihnen, ihr vertrauensvoller Umgang miteinander ist konfliktfrei. Die beiden sind so liebenswert und auf entzückende Art schnuffig, dass ich sie gern begleitet habe, ungeachtet der Tatsache, dass sie in ein allzu harmonisches und perfektes Licht gestellt werden. Die Gelegenheit, (Beziehungs)Krisen einzubauen, bleibt AJ Sherwood ja noch in den Folgebänden der Reihe.

    Viel für die Kurzweil bei der Lektüre trägt der moderne und flippige Schreibstil bei. Die Autorin lässt Jon selbst erzählen, und dies mit leichter Hand und einem Augenzwinkern, immer hautnah dran an seinen Eindrücken und Empfindungen, so dass sich eine Annäherung jederzeit als möglich erweist.

    Im Resümee ist „Ein Schuss kommt selten allein“ vor allem eines: wunderbar anziehende und vergnügliche Unterhaltung, die verschiedene Genre vereint: Fantasy, Gay-Romance und Krimi.

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    Cover des Buches Herzen in Flammen: Siena Remington (Die Remingtons 3) (ISBN: B088FWLCM6)

    Bewertung zu "Herzen in Flammen: Siena Remington (Die Remingtons 3)" von Melissa Foster

    Herzen in Flammen: Siena Remington (Die Remingtons 3)
    Svanvithevor 15 Tagen
    Kurzmeinung: Liebesgeschichte voller mitreißender Leidenschaft, tiefer Emotionen und kleinen Hindernissen, die es aus dem Weg zu räumen gilt...
    Herzen in Flammen

    Cash Ryder ist aufopferungsvoller Feuerwehrmann der New Yorker Feuerwehr und auch außerhalb seines Dienstes stets vorbereitet, Hilfe zu leisten. Die ist auch dringend nötig, als er während eines heftigen Schneetreibens feststellt, dass eine Frau mit ihrem Auto von der Straße gerutscht ist und ihr nun der Absturz von einem Abhang droht.

    Obwohl er vollkommen darauf konzentriert ist, die Frau zu retten, bleibt ihre Attraktivität nicht unbemerkt. Ganz zu schweigen von der hitzigen Energie, die von ihr ausgeht und auf die er nicht gefasst ist.

    Siena Remington hat sich unvorbereitet auf den Weg gemacht und nicht mit dem Schneefall gerechnet, der sie letztlich in die missliche Lage bringt. Das international erfolgreiche Modell ist es gewohnt, dass vermögende und gut aussehende Männer sie auf ihr Äußeres reduzieren und sich mit ihr schmücken wollen. Die Suche nach einem romantischen Held ihrer Träume hat sie aufgegeben. Jedoch kennt ihr Retter sie nicht, und sie schöpft Hoffnung, weil sie ebenfalls die zwischen ihnen herrschenden Schwingungen und die vorhandene Anziehung spürt. Leider zeigt sich der Mann zunächst nicht als Charmeur, denn alles, was er zu ihr sagt, klingt zurechtweisend, schroff und überhaupt nicht nett.

    Während des Fotoshootings für den alljährlichen Feuerwehrkalender, zu dem sich Cash überreden lässt, will es der Zufall (oder auch nicht), dass die beiden vor der Kamera aufeinandertreffen. Das Set müsste eigentlich wegen der offensichtlichen Brandgefahr, die das Paar verursacht, gesperrt werden. Ein mündliches Scharmützel und eine gemeinsame heiße Nacht später stehen beide richtig in Flammen, und jeder Löschungsversuch für aufkeimende Gefühle scheint aussichtslos. Wenn es da nicht einige Geheimnisse und Probleme geben würde…


    „Herzen in Flammen“, der dritte Band der Remington-Reihe ist – wie sollte es anderes sein – voller mitreißender Leidenschaft, tiefer Emotionen und kleinen Hindernissen, die es aus dem Weg zu räumen gilt. Melissa Foster beweist mit der Geschichte von Siena und Cash ein weiteres Mal, dass ihr Herz für ihre Protagonisten schlägt und sie eine Liebesgeschichte mit Höhen und Tiefen in Szene setzen kann. Sie wählt grundverschiedene Lebenswelten und -modelle, die sich dem Leser durch die wechselnde Perspektive gut erschließen. Durch eine ausführliche Beschreibung des Hintergrundes, der Ereignisse, Empfindungen und Gedanken werden diese nachvollziehbar.

    Die Autorin schafft eine passende Atmosphäre für Romantik, bindet Probleme ein, nimmt diesen indes mittels ironischer und witziger (Sprach)Momente die Schwere. Die gewählten Komplikationen zwischen den beiden habe ich zu meinem Bedauern trotzdem als leicht überzogen empfunden, da ich sie nicht wirklich begreifen konnte.

    So kann Cash einen Einsatz, der ein Menschenleben gekostet hat, nicht vergessen und bringt sich und seine Kameraden in Gefahr. Siena hingegen wird von ihrer Agentin vor eine Wahl gestellt, die Bedeutung für ihre Modellkarriere hat.

    Im Grunde haben mich dann schließlich ihre Gemeinsamkeiten, das Eintreten für ihre Liebe und ihre Entscheidungen wieder versöhnt und gerade das Ende hat mit wunderschöne Augenblicke beschert.

    Die Gestaltung ihrer Figuren ist von einer intensiven Kraft. Die kluge, eigensinnige und hartnäckige, aber gleichwohl humorvolle Siena, die über eine bemerkenswert betörenden Ausstrahlung verfügt, allerdings auch sehnsüchtige Träume hat, zieht Cash von Anfang an. Der Feuerwehrmann tritt bei den ersten Treffen noch etwas anmaßend auf, denn mit seinen Schutzmaßnahmen und seiner Fürsorge übertreibt er es. Doch er entpuppt sich als wahrer und zärtlicher Romantiker, der sich zurücknehmen kann und zugleich an seiner Liebe festhält und diese ohne Zurückhaltung offenbart. Gerade in ihrer Gegensätzlichkeit wirken Siena und Cash wie ein ergänzendes Teil des anderen.

    "Herzen in Flammen" macht eine Begegnung mit vielen Mitgliedern der Remington- und Braden-Familie möglich. Ein wenig ist es wie nach Hause kommen. Ich freue mich auf das nächste Treffen und hoffe auf ein "Wiedersehen" mit Siena und Cash.

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    Cover des Buches Die Frauen von Gut Falkensee (ISBN: 9783404180585)

    Bewertung zu "Die Frauen von Gut Falkensee" von Luisa von Kamecke

    Die Frauen von Gut Falkensee
    Svanvithevor 23 Tagen
    Kurzmeinung: Geschichte eines westpreußischen Landgutes mit zahlreichen Figuren gemischter Charakterzüge...
    Die Frauen von Gut Falkensee

    In ihrer Familiensaga „Die Frauen von Gut Falkensee“ greift Luisa von Kamecke auf die Geschichte ihrer eigenen westpreußischen Familie zurück. Sie füllt das Geschehen mit Hintergrundwissen der örtlichen und gesellschaftlichen Gegebenheiten, so dass Gut Falkensee und seine Bewohner schnell vor dem geistigen Auge entstehen. Hier ist es von besonderem Reiz, dass sie Angehörige der unterschiedlichen Klassen gegenüberstellt und zugleich bewusst macht, dass auch die privilegierte Klasse wie der westpreußische Landadel trotz pflichtbewusster Sparsamkeit durchaus in finanzielle Schwierigkeiten geraten kann und daraus folgend Zwängen unterworfen ist.

    Wie kann also etwas, das eine Lebensgrundlage bildet, von der nicht nur eine Familie, sondern auch die Dienstboten abhängig sind, gerettet werden?

    Im Falle von Gut Falkensee und der von Bargelows verhindert im Jahre 1904 nur eine Heirat der ältesten Tochter mit einem wohlhabenden Mann den Ruin. Es ist vor allem das Bewusstsein, das Erbe der Familie zu erhalten und der Verantwortung genüge zu tun, die Charlotte zustimmen lassen, diesen Schritt zu gehen, obwohl es die impulsive und wissbegierige junge Frau vielmehr danach drängt, ihre Studien, von denen die Eltern nichts ahnen, in Paris fortzusetzen, um noch mehr über Landwirtschaft, Chemie und andere Wissenschaften zu lernen. Charlottes Traum ist es nämlich, das Landgut selbst führen zu können, auch wenn dieser Wunsch wegen ihres Geschlechts nahezu unerfüllbar bleiben wird.

    Und so entscheidet sich die kluge Charlotte, die trotzdem den Ernst der Lage erkennt. Sie tut letztlich das, was nötig ist, um Falkensee zu retten: Sie heiratet Baldur von Krammbach. Womit sie bei allem jedoch nicht gerechnet hat, sind ihre Empfindungen für den Polen Karol...

    Luisa von Kamecke gelingt es, die Ereignisse in einem lebhaften Rahmen zu setzen, in dem ihre Protagonisten mehr oder weniger erfolgreich handeln und einige Entscheidungen treffen. Sie bezieht die politische Situation ein und berücksichtigt hierbei das Verhältnis von Polen und Deutschen. Daneben stellt sie unterschiedliche Lebensmodelle und -wege dar.

    Trotz einiger freudiger Ereignisse und vieler berührender Momente überwiegt ein schicksalsträchtiges Geschehen, und es herrscht insgesamt eine traurige Grundstimmung, das von verlorenen Möglichkeiten geprägt ist. Und obwohl die Autorin nicht alles bis in die Tiefe auslotet, entwickeln sich durchaus nachvollziehbare Gefühle, wenngleich sie nicht immer Wohlwollen hervorrufen. Luisa von Kamecke positioniert ihre zahlreichen Figuren gut in der Geschichte und verleiht ihnen gemischte Charakterzüge. Sie stellt sie nicht auf einen Sockel, sondern zeigt auch ihre Schwächen auf, die zu fehlbaren Menschen machen, die scheitern können.

    Die Frage ist, ob aus diesen Niederlagen etwas Neues erwachsen kann...

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    Cover des Buches Paul klaut blaue Prickelbrause - Superfreche Zungenbrecher - ab 5 Jahren (ISBN: 9783411726554)

    Bewertung zu "Paul klaut blaue Prickelbrause - Superfreche Zungenbrecher - ab 5 Jahren" von Steffi Korda

    Paul klaut blaue Prickelbrause - Superfreche Zungenbrecher - ab 5 Jahren
    Svanvithevor einem Monat
    Kurzmeinung: Ein Gute-Laune-Buch für jedes Alter...
    Paul klaut blaue Prickelbrause

    Haben Kinder heute noch Freude an sogenannten Zungenbrechern? Wenn sie „Paul klaut blaue Prickelbrause“ lesen, ist das bestimmt der Fall. Denn hier bekommen sie von Steffi Korda nicht nur lustige, kecke und verdrehte Holterdiepolter-Sprüche vorgesetzt, sondern auch gleich passende frisch-fröhlich-freche Bilder von Antje von Stemm dazu geliefert. Die Illustrationen sind kreativ und mit detaillierten, schelmischen Bildwitz kreiert, so dass sich auf den farbenfrohen Doppelseiten stets weitere Kleinigkeiten entdecken lassen. Manches Mal, wenn beispielsweise ein Zungenbrecher nicht ganz so dolle zündet, bringen sie auf jeden Fall die Mundwinkel zum Zucken und bewirken Schmunzeln und Lachen.

    Steffi Korda bietet in „Paul klaut blaue Prickelbrause“ eine bunte Mischung aus 30 munteren und schwungvollen Zungenbrechern. Sie hat nicht nur einige bekannte Klassiker abgewandelt und aufgepeppt, sondern außerdem eigens von ihr neu erdachte Wortstolpereien der Sammlung hinzugefügt.

    „In stickigen Stuben pupst Ruben in Tuben, in Tuben pupst Ruben in stickigen Stuben.“

    Das Buch kann selbst gelesen werden, aber viel mehr Vergnügen bereitet es beim Vorlesen. Für Leseanfänger oder Zuhörer stellen einzelne Sätze bestimmt eine Herausforderung dar, umso größer ist der Erfolg, einen Spruch immer schneller und korrekter sprechen zu können. Insofern fördert es durchaus die Sprachfertigkeit. Wobei es selbst erfahrenen Erwachsene gelegentlich und ordentlich an der Zunge kitzeln dürfte.

    „Paul klaut blaue Prickelbrause“ ist ein Gute-Laune-Buch, das Spaß verspricht, und den bekommt der Leser jeden Alters auch.

    4,5 Sterne

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    Cover des Buches Es könnte stürmisch werden (ISBN: 9783751972451)

    Bewertung zu "Es könnte stürmisch werden" von Maja Overbeck

    Es könnte stürmisch werden
    Svanvithevor einem Monat
    Kurzmeinung: Zeitgemäße, in sorgfältiger Sprache unbeschwert erzählte Geschichte, in der zuweilen amüsante Töne anklingen...
    Es könnte stürmisch werden

    Zwanzig Jahre lebte Jana in der Fremde, als sie beschließt, in ihre Heimat zurückzukehren. Nach der Trennung von Ehemann Mick fühlt sie in New York nicht mehr wohl. Dank ihres alten Freundes Simon ist zumindest jobmäßig alles bestens gerüstet für einen Neustart in Hamburg.

    Um vorab Details zu besprechen, reist Jana in die Hansestadt und lernt an ihrem ersten Abend an der Bar des Hotels den äußerst charmanten Hek kennen. Nach einem besonderen Kuss trennen sich allerdings ihre Wege. Jana hat nun andere Sorgen als die Frage nach dem Warum. Denn noch weiß Tochter Ava nichts von ihren Plänen. Begeisterungsstürme gibt es verständlicherweise nicht, die Fünfzehnjährige verlässt den amerikanischen Kontinent nur ungern. Zudem gestaltet sich die Wohnungssuche sich in der Hansestadt schwierig. Erst als Simon hilfreich einspringt, öffnet sich die Möglichkeit, eine kleine Dachgeschosswohnung anzumieten. Dumm bloß, dass der Vermieter Hek(tor) heißt, eine attraktive – wenn auch zickige – Freundin hat, mit dieser im Haus wohnt und Jana einfach nicht aus dem Kopf will.

    Oder ist möglicherweise Simon mehr als nur ein Freund?

    Nicht allein Jana sieht sich stürmischen und emotionalen Herausforderungen gegenüber…


    Maja Overbeck beweist mit ihrem zweiten Roman „Es könnte stürmisch werden“ erneut, dass sie ein Händchen für Beziehungen und zwischenmenschliche Interaktionen hat, ohne diese trivial oder überzogen zu präsentieren. Sie schätzt ihre Protagonisten, bringt ihnen (großzügiges) Wohlwollen entgegen und blickt ihnen sanft, jedoch tief ins Herz und lässt den daran Leser teilhaben. Durch die stimmungsvolle, intensive und glaubwürdige Schilderung der Gefühlswelt ihrer Figuren fällt es leicht, insbesondere die Empfindungen von Jana und Hek zu reflektieren, so dass es eine Freude ist, sie zu begleiten. Von Anfang vermittelt Maja Overbeck, dass ihre Helden nicht bedenkenlos und gleichgültig ihr Leben meistern. Sie strahlen äußerlich eine gewisse Festigkeit aus, stecken allerdings innerlich durchaus so manches Mal im Zwiespalt. Jana und Hek sind Menschen mit Fehlern. Sie haben Probleme. Sie dürfen unzulänglich oder wankelmütig sein in ihren Vorsätzen, Entscheidungen und Emotionen.

    „Aber er hatte Jana geküsst, alles andere als vorsichtig. Und er war kurz davor gewesen, einen Fehler zu machen. Viel zu hart am Wind, mitten rein in die Powerzone, bereit, volles Risiko zu gehen – einen Kuss lang zumindest.“ (Seite 34)

    „Es könnte stürmisch werden“ zeichnet eine zeitgemäße, sorgfältige Sprache aus, in der zuweilen amüsante Töne anklingen. Maja Overbeck schreibt unbeschwert, aber mit Bedacht – keine ihrer Figuren wird vorgeführt, wenngleich nicht alle einen Sympathiebonus erhalten. Die Veranschaulichung der Ereignisse ist ungezwungen und bietet Abwechslung. Die Autorin fügt örtliche Gegebenheiten gekonnt und mit der Erkenntnis ein, dass der Leser bei einem Besuch in Hamburg oder beim Kitesurfen am Strand von St. Peter Ording Jana und Hek und all den anderen Mitstreitern jederzeit begegnen könnte und das auch möchte.

    Liebe ist ein zentrales Thema, indes in der Entwicklung der romantischen Szenerie herzerfrischend und angenehm zurückhaltend. Daneben werden mehrschichtige Themen artikuliert: Erwartungen und Bindungen innerhalb der Familie, Freundschaft, die Erfüllung von Wünschen und das Verwirklichen von Zielen und Träumen, das Abschließen mit der Vergangenheit und das Aufeinanderzugehen, das Überwinden eigens gesetzter Hindernisse und das Beweisen von Mut, auch über Schatten zu springen.

    Während Jana in ihrem neuen Job bald gut zurechtkommt, bestreitet Hek auf dem Posten des Geschäftsführers der Firma seines Vaters, den er vor Kurzen auf dessen Drängen übernommen hat, im Grunde von Anfang an einen verlorenen Kampf. Nach wie vor trifft der Senior die Entscheidungen. Im Privatleben der beiden läuft ebenfalls nicht alles glatt. Hektor machen die schwindende Liebe zur explosiv wilden und energischen Suzanna, mit der ihn keinerlei Interessengleichheit verbindet, und seine mangelnde Entschlusskraft zu schaffen. Jana muss sich mit den Bedürfnissen ihrer pubertierenden Tochter und ihrem gespannten Verhältnis zu ihrer Schwester Anne auseinandersetzen.

    Und beide überrollt die Liebe wie eine Welle. Wird es ihnen gelingen, den nahenden Sturm zu beherrschen?

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    Cover des Buches Feuertaufe. Lorenz Lovis ermittelt (ISBN: 9783710402142)

    Bewertung zu "Feuertaufe. Lorenz Lovis ermittelt" von Heidi Troi

    Feuertaufe. Lorenz Lovis ermittelt
    Svanvithevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Kurzweilige Lektüre, die mit einem Gesamtkonzept, einer Mischung aus Lokalkolorit und authentischem Ermittler, überzeugt...
    Feuertaufe

    Nach dem Tod seines Onkels Sebastian, bei dem er seit seinem fünfzehnten Lebensjahr aufwuchs, erbt der Mittvierziger Junggeselle Lorenz Lovis den Messner-Hof. Seine Begeisterung hält sich jedoch in Grenzen. Denn eines ist Lorenz auf keinen Fall – ein Bauer. Als Angestellter der italienischen Staatspolizei in Brixen hat er von Landwirtschaft überhaupt keine Ahnung, auch an Interesse mangelt es ihm. Er ist daher unsicher, ob er das am Totenbett des Onkels gegebene Versprechen, den Bauernhof weiterzuführen, einhalten will und vor allem kann.

    Andererseits sind auch seine beruflichen Aussichten alles andere als rosig. Der Dienst unter seinem verhassten Chef Commissario Botta ist die Hölle und geprägt von ständigen Drangsalierungen, Beleidigungen und Demütigungen. Und als Lorenz von diesem dermaßen provozieren wird, dass er seinen Job und damit jahrelange „Knechtschaft“ als Schuhabstreifer hinschmeißt und kündigt, scheint der Hof so etwas wie Halt zu bieten. Der anfänglichen Erleichterung, sich nicht mehr den Schikanen ausgesetzt zu sehen, folgen unmittelbar Existenzängste. Wovon soll er leben und wie die Schulden abbezahlen, die Onkel Sebastian in den letzten Jahren angehäufte, auch wenn Knecht Paul, der Ahnung von der Bewirtschaftung hat, und Angelika, die ebenfalls auf dem Hof wohnt und sich um das leibliche Wohl kümmert, ihre Unterstützung zusagen.

    Und ist die Idee, als Privatdetektiv zu arbeiten und so etwas wie der „Südtiroler Matula“ zu werden, wirklich die Lösung?

    Noch immer voller Zweifel kommt neben einer Anfrage einer besorgten Mutter über den Aufenthalt ihres Sohnes der Auftrag des ortsansässigen „Barons“ Carlo Cavagna gerade recht. Lorenz soll ermittelt, wer tote Uhus auf dessen Grundstück wirft. Bringt dadurch jemand seinen Unmut über die umstrittenen Baupläne für ein Wellnessluxushotel gigomantischen Ausmaßes zu Ausdruck und will diese vereiteln? Doch nicht nur die sinnlos gemeuchelten Vögel bereiten Lorenz Kopfzerbrechen. Als sein Auftraggeber in der eigenen Jagdhütte in Flammen aufgeht, ist es mit der ohnehin trügerischen Ruhe im malerischen Brixner Talkessel vorbei. Ehe Lorenz Luft holen kann, steht er selbst unter Mordverdacht.


    In „Feuertaufe“ von Heidi Troi ist von Anfang an die Hingabe zu ihrer Heimat Südtirol zu spüren. Die Autorin hat mich jedenfalls mühelos in eine wunderschöne Umgebung mit beeindruckenden Berggipfeln, grünen Tälern und Wäldern, Gewässern, Weinbergen, Städten und Dörfern versetzt, ohne dass ich jemals dort gewesen bin. Aber ihre Darstellung von Land und Leuten ist so detailliert, warmherzig und vorstellungsintensiv, dass ich Flachländerin mich sogleich eingeladen fühle.

    „Die Ausläufer des Brixner Talkessels lagen vor ihm. Nach Osten hin, noch ganz in Sonne getaucht, schirmte die Plose Brixen vor allem Unbill ab, nach Westen hin erledigte der Radlsee dieselbe Arbeit. Die Sonne hing nur noch ein paar Fingerbreit über dem Kamm des Kühbergs und würde bald dahinter verschwinden und den Talkessel in Schatten und Kälte zurücklassen. Noch aber schickte sie ihre Strahlen ins Tal und tauchte alles in ein freundliches Licht.“

    Der Erzählton, den Heidi Troi anschlägt, ist wohltuend undramatisch und behutsam. Sie kommt ohne die erschreckende Beschreibung von brutaler Gewalt aus, allerdings auch ohne Verklärung der tödlichen Situationen. Tatsächlich schafft sie es mit einer besonderen Form von Zuwendung und Hingabe, Leichtigkeit und viel Humor, dem Geschehen die Schwere zu nehmen.

    Lediglich die italienischen Sätze, denen keine sofortige Übersetzung oder Erklärung folgen, gestalten sich für jemanden, der die Sprache nicht beherrscht, etwas umständlich.

    Hiervon einmal abgesehen sorgen vor allem der Witz und die Ironie, mit denen die Autoren ihre Figuren ausgestattet hat, für amüsante Unterhaltung. Ich habe bei den schlagfertigen Dialogen und Gesprächen sehr oft geschmunzelt und sogar herzhaft gelacht.

    Freude macht es insbesondere, den Protagonisten Lorenz Lovis kennen und seine reizende sympathische Art, mit den Dingen umzugehen, schätzen zu lernen.

    Lorenz ist ein netter Kerl, wenn auch ungewöhnlich und aus der Sicht seiner Freunde ein Zauderer, der zu feige für das Geschenk ist, das ihm in Form des Hofes in bester Tallage mit Obstwiesen, Weinberg, Gemüsefeldern und sogar einer Alm in dichter Nähe zur Stadt in den Schoß gefallen ist. Enormer Tatendrang zeichnet ihn nicht unbedingt aus, und oft stolpert er über die eigenen Füße. Trotz seines Zögern und seiner Bedächtigkeit trägt er einen schlauen Kopf auf seinen Schultern, den er indes bislang wenig genutzt hat, so dass er sich deshalb von seinem Bauchgefühl leiten lässt. Neugier kann ihm nicht abgesprochen werden, seine Ermittlungsmethoden sind etwas unorthodox und seine Ausstattung mit einem Steinzeit-Handy hoffnungslos veraltet.

    Aber er hat bemerkenswerte Unterstützer an seiner Seite: Paul, der den Hauptteil der Hofarbeit stemmt. Angelika, die (fast) immer eine positive Energie ausstrahlt, obwohl sie als Krankenschwester sich nahezu täglich mit schwerer Krankheit und Tod auseinandersetzen muss. Die drei Jungen Matthias, Iwan und Erik, die mehr Ahnung von moderner Technik haben, als Lorenz jemals von sich sagen kann. Und erwähnt werden muss noch Alma. Das Araucana-Huhn ist stets bereit, sich die Probleme ihres Herrchens "anzuhören".

    Lorenz Lovis hat die „Feuertaufe“ bestanden. Die kurzweilige Lektüre überzeugt mit einem Gesamtkonzept, einer Mischung aus Lokalkolorit und authentischem Ermittler, in der es die eine oder andere Wendung und Überraschung gibt. Sie ist ein gelungener und empfehlenswerter Start der Krimireihe um den Südtiroler Privatdetektiv.

    4,5 Sterne

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    Cover des Buches Iugulus (Karl Seitz ermittelt: Sein erster Fall) (ISBN: B08B1W3H83)

    Bewertung zu "Iugulus (Karl Seitz ermittelt: Sein erster Fall)" von Peter Hohmann

    Iugulus (Karl Seitz ermittelt: Sein erster Fall)
    Svanvithevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Eine Thriller mit überzeugende Bildgewalt und feingezeichneter Charakterisierung der Figuren nicht nach Schema F...
    Iugulus

    Als Hauptkommissar Karl Seitz und Kommissarin Maria Strobl zu einem Mord gerufen werden, können sie nur ahnen, dass dem gesteinigte Opfer weitere folgen werden. Eine Verbindung zwischen den Getöteten ist nicht auszumachen, und auch das Motiv bleibt zunächst im Dunkeln. Aber der Täter offenbart eine Affinität zur uralten Hinrichtungspraktiken, die bereits zu Zeiten Jesu angewandt wurden.

    Die Nachforschungen gestalten sich schwierig, wofür auch Karl Seitz verantwortlich ist. Denn Nettigkeit ist keine von seinen Eigenschaften, mit der Kollegen und Kriminelle den Hauptkommissar der Münchener Mordkommission als Erstes bezeichnen würden. Vielmehr trifft es „aufbrausend und bissiger als ein Yorkshire Terrier“ schon eher, und seine Launen sind gefürchtet. Nicht nur seit sich vor ein paar Wochen seine ehemalige Mitarbeiterin Katrin Fischbach versetzen lassen hat. Die kompetente, rationale und vor allem freundliche Kollegin bildete mit Seitz ein perfektes Duo mit hoher Aufklärungsquote bei ihren gemeinsamen Fällen und eine Art Sicherung für den zu Extremen neigenden Hauptkommissar. Doch nicht allein die Arbeit macht diesem zu schaffen. Auch in seinem Privatleben sind einige Minen vergraben. Seit zwei Jahren ist von einem Tag auf den anderen seine Ehefrau Anja verschwunden. Die Liebe seines Lebens hat ihm Halt und Kraft gegeben.

    „Sentenz von Nitzsche: Wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein...
    Der Abgrund blickte in Karl hinein, weil er zu lange in das Loch gestarrt hatte, das Anjas Verschwinden gerissen hatte. Was ihm dieses lichtlose, schmerzhafte Nichts nahm, wurde durch Wut ersetzt. Heiße, jähe Wut, die ihn aus dem Hinterhalt überfiel und niederrang.“
    (Seite 134)

    Nun muss er mit seiner neuen Kollegin Maria klarkommen, oder besser, sie mit ihm (aus oben erwähnten Gründen). Während Karl Seitz bald ihr Potential erkennt, nähern sie sich Schritt für Schritt dem Täter...

    Peter Hohmann verdeutlicht in „Iugulus“, dass er ein fähiger Erzähler ist, der seine gegenwärtige Handlung mit Ein- und Rückblicken in die Gedankenwelt des Täters paart und mit einem wechselhaften Spannungsbogen untermalt. So wie Höhen und Tiefen die Tage, Wochen und Monaten von Karl Seitz prägen, gleicht auch die Geschichte einer Berg- und Talfahrt, die mit vielen Geheimnissen beginnt, die es im Verlauf des Geschehens zu lösen gibt.

    Sprachlich punktet der Autor mit einer überzeugenden Bildgewalt, die insbesondere an den Tatorten zum Tragen kommt. Hier nimmt Peter Hohmann wahrlich kein Blatt vor den Mund. Das macht das Geschehen aber weitgehend eindrucksvoll und beschert beim Lesen durchaus schauriges Frösteln. Zum Ausgleich wird dem Leser die Lektüre allerdings daneben mit einigen komischen Szenen und Dialogen versüßt.

    Peter Hohmann gelingt eine feingezeichnete authentische Charakterisierung seiner Figuren, wodurch die Schilderung der Ereignisse durchweg nachvollzogen werden kann. Besonders mit seiner Hauptfigur hat der Autor Mut bewiesen und ihn aus der Masse der üblichen Kriminalisten herausgehoben. Erscheint Karl Seitz anfänglich noch als launenhafter „Kotzbrocken“ sondergleichen, entwickelt sich im Verlauf des Geschehens nach und nach Verständnis für den derzeit alleinerziehenden Vater, befindet er sich doch mehrfach in der Bredouille:

    Der unorthodoxe, äußerst sperrige, indes auf seine Art geniale Ermittler leidet unter dem Verlust seiner Frau und versinkt in grausam pulsierender Schwärze, weil deren spurloses Verschwinden und die damit einhergehende Realität - entweder der Tod oder die Flucht aus ihrem alten Leben – nicht greifbar für ihn ist. Er klammert sich an die Hoffnung, (oder ist es Selbstgeißelung?), dass Anja noch am Leben ist und irgendwo gefangen gehalten wird. Und so forstet er jeden Freitag die Vermisstenanzeigen durch.

    Außerdem bereiten seine Kinder ihm Sorgen: Die pubertierende Tochter freundet sich mit einem Drogensüchtigen, und die sonst unproblematische Beziehung zum neunzehnjährigen Sohn läuft ebenfalls aus dem Ruder.

    Gerade die innere Zerrissenheit und Hilflosigkeit seines Protagonisten vermag Peter Hohmann auf einfühlsame Weise zu vermitteln, so dass erkennbar wird, was für ein trauriger Mensch Karl Seitz tatsächlich ist. Dem ich darum mehr Balance wünsche, vielleicht beim nächsten Fall...

    4,5 Sterne

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    Cover des Buches Pandatage (ISBN: 9783462053647)

    Bewertung zu "Pandatage" von James Gould-Bourn

    Pandatage
    Svanvithevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Herzenswarme, stimmungshebende und beglückende Geschichte mit origineller Figurenschar...
    Pandatage

    Vor vierzehn Monaten starb Liz Malooley bei einem Autounfall, und seitdem ist für ihren Mann Danny und ihren Sohn Will nichts mehr, wie es war. Danny stammt aus einfachen Verhältnissen und hat keine Ausbildung. Liz und er sind früh Eltern geworden, ihre Liebe zueinander hielt die Familie bisher trotz aller Schwierigkeiten zusammen. Deshalb macht Vater und Sohn der tragische Verlust schwer zu schaffen, sie sind von der sich daraus ergebenden Situation überfordert.

    „Ich will mit ihr darüber reden, was passiert ist. Ich will einfach nur mit meiner Mum darüber reden, dass meine Mum nicht mehr da ist. Sie war immer diejenige, die alles wieder gut gemacht hat… Mum war meine Mum, aber sie war auch meine Freundin…“ (Seite 197)

    Der elfjährige Will, der mit seiner Mutter im Wagen saß, als dieser verunglückte, spricht nicht mehr. Danny kommt nicht nur mit seiner Rolle als alleinerziehender Vater nicht klar, er sieht sich auch außerstande, Will aus der Stille zu reißen. Und dann wären da noch weitere Probleme: Er schuldet seinem zwielichtigen und gewalttätigen Vermieter Reg die Miete und wird von diesem bedroht. Doch wie soll er das Geld auftreiben, hat er zu allem Übel noch seinen Job auf der Baustelle verloren.

    Hier ist guter Rat teuer. Oder es bedarf eines Pandabärenkostüms, auch wenn es nach Erbrochenem stinkt. Was soll schon so schwierig daran sein, als tanzender Panda Geld zu verdienen. Den Straßenkünstlern im Park gelingt es schließlich auch. Erfolgreich ist Danny trotz seiner Bemühen leider nicht. Denn eigentlich hat er mangels Rhythmusgefühl kein Talent zum Tanzen, und etwas Besonderes bietet er den Leuten ebenfalls nicht. Dessen ungeachtet gibt er nicht auf und versucht es weiter.

    Eines Tages beobachtet er, wie sein Sohn von anderen Jungen drangsaliert wird. Er hilft ihn, und das Unmöglich geschieht: Will redet mit ihm als Pandabär und vertraut ihm Dinge an, von denen sein Vater keine Ahnung hat. Aber Will weiß nicht, dass Danny in diesem Kostüm steckt. Und diesem, dankbar, die Stimme seines Sohnes überhaupt wieder zu hören, ist es unmöglich, seine wahre Identität zu offenbaren, aus Angst, dass Will erneut verstummt. Allerdings das Geheimnis ist nicht die einzige Herausforderung, der sich Danny und auch Will stellen müssen...


    „Pandatage“ ist der erste Roman von James Gould-Bourn. Der 1982 in Manchester geborene Autor hat in Afrika und im Mittleren Osten Landminen entfernt und an einem Kurs für kreatives Schreiben teilgenommen. Eine richtige Entscheidung. James Gould-Bourn nutzt seine vorhandenen und erworbenen Fähigkeiten, so dass „Pandatage“ alles beinhaltet, was eine lebensfreudige Geschichte ausmacht, die vielleicht - auf unkomplizierte und charmante Art - ab und an von der Realität abweicht, die jedoch im Wesentlichen mit ergreifenden Momentaufnahmen, in denen sich Lachen und Weinen abwechseln, sowie dialogstarken Pointen und sinnreichen Formulierungen überrascht und zum Nachdenken anregt.

    Bei aller Melancholie ist „Pandatage“ kein trauriges Buch. Dem Autor gelingt es auf bemerkenswert ehrliche, ausbalancierte und sensible Weise und ohne Pathos, die Trauer so zu dosieren, dass sie einem beim Lesen zwar ans Herz greift, indes in ihrer Schwermut zu keinem Zeitpunkt niederdrückt. Dafür sorgt zudem, dass Themen wie Verlust, Sehnsucht, Ängste, Freundschaft und vor allem Liebe und Familie, so klein sie auch sein möge, in einen Rahmen aus erquicklichem Humor gebettet sind, die Ereignisse stimmungsvoll, beschwingt und wendungsreich erzählt werden.

    Der Roman lebt primär von seiner bis hin zu den Nebendarstellern bunten Mischung aus unglaublich originellen Figuren. Dannys Kollege Ivan, der mehr als ein Kumpel ist, Wills bester Freund Mo, Tänzerin Krystal, Lehrer Coleman, Tim und die anderen Straßenkünstler, ja zwielichtige Gestalten sorgen außerdem für Turbulenz, Unterstützung und Vielfalt der Emotionen, auch in ausweglos scheinenden Situationen.

    James Gould-Bourn debütiert mit einer herzenswarmen Geschichte von Vater und Sohn, die einander brauchen und unter unwahrscheinlichsten Umständen wieder zueinanderfinden. „Pandatage hebt die Stimmung und beglückt. Ich habe mit einem guten Gefühl Abschied von den beiden genommen.

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    Cover des Buches Speed Love – Summer & Tyler (ISBN: 9783732587469)

    Bewertung zu "Speed Love – Summer & Tyler" von Karina Reiß

    Speed Love – Summer & Tyler
    Svanvithevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Geschichte mit diversen Schwächen, die leider nicht überzeugt und schnell aus dem Gedächtnis verschwunden sein wird...
    Speed Love. Summer & Tyler

    Der achtundzwanzigjährige Ärztin Summer Booth leidet auch nach sechs Monaten noch immer unter dem Tod der Mutter. Sie hatte gerade eine Assistentenstelle in der Notaufnahme der Universitätsklinik antreten wollen, diese indes aufgegeben und ihre an Krebs erkrankte Mutter gepflegt. Nun kümmert sich Summer um Vater und Bruder. Mitch Booth, genannt Big M, betreibt seit zehn Jahren mit wachsendem Erfolg den Rennstall Booth Thunder Racing Team. Er hat den vielversprechenden Fahrer Tyler Hatfield unter Vertrag genommen, der an die Spitze strebt, allerdings in seiner Vergangenheit ebenfalls einige schmerzvolle Erfahrungen gesammelt hat. Auf und nach einem Speeddating in ihrem Heimatort kommen sich Summer und Tyler näher. Doch können sie eine vertrauensvolle Beziehung aufbauen? Und kann diese Bestand haben, wenn Summer nicht dazu stehen will?


    Was macht eine gute Liebesgeschichte aus? In erster Linie natürlich ein Paar, mit dem ich mitfühlen kann, das mir Emotionen vermittelt, die mich auch erreichen. Daneben eine schlüssige Handlung mit entsprechend ausgearbeiteten Ereignissen, ein gewisses Maß an Auseinandersetzungen, die Leben in die Geschichte bringen. Und letztlich ein beachtlicher Schreibstil. Bedauerlicherweise erfüllt „Speed Love - Summer & Tyler“ von Karina Reiß diese Erwartungen nur in begrenztem Maße.

    Tatsächlich hat Karina Reiß mit Summer und Tyler ein Paar erschaffen, bei dem der Funken einfach nicht überspringen will, weil die gewählten Charakterzüge gleichtönig sind, nicht aus der Masse herausragen und ein Hin und Her der Gefühle dies zusätzlich verhindert. Ihre Darstellung ist leider recht konturlos und verhalten, so dass das Entstehen ihrer Liebe zueinander kaum nachvollzogen werden kann und geringen Nachhall erzeugt. Die Schilderung des Geschehens und der Empfindungen aus der wechselnden Perspektive der beiden Protagonisten trägt nicht dazu bei, ihnen Originalität zu verschaffen. Vielmehr wirken Summer und Tyler in Anbetracht ihrer Taten und Gedanken keineswegs immer altersgerecht, sondern oft unreif und damit unglaubwürdig. Weiterhin bleiben die erotischen Szenen ebenfalls auf der Strecke, sie scheinen gewollt und trotz aller intensiver Beschreibung leidenschaftslos, denn es prickelt nicht wirklich.

    Zudem ist die Entwicklung der Nebenfiguren unvollendet und zum Teil irritierend. Besonders sauer stößt hierbei die Beschreibung des zweiten Fahrers und ehemaligen Partners von Summer, Zane, auf.

    Vielleicht hätte es die Gestaltung des sportlichen Hintergrundes Schwächen minimieren können. Jedoch auch hier kratzt die Autorin lediglich an der Oberfläche und legt ein Tempo vor, dass sich zwar dem Titel anpasst, gleichwohl gehetzt wirkt. Die Welt des Rennsports wird durchaus in Ansätzen veranschaulicht, und außerdem werden Konflikte angerissen. Das Potential, diese zu vertiefen, nutzt Karina Reiß allerdings nur wenig oder gar nicht. Vorhandene Spannungsmomenten wie beispielsweise Unfälle im Rennsport flachen schnell wieder ab und gehen verloren.

    Hinsichtlich der Ausdruckskraft offenbart die Autorin ebenfalls nicht genutzte Möglichkeiten. Zwar liest sich die Geschichte ohne Probleme, aber sie benötigt auch keine große Aufmerksamkeit, von ein paar unverhofften – mich nicht störenden – Zeitwechseln einmal abgesehen. Insgesamt wirkt das Ganze unausgereift und unaufgeregt, allein in Bezug auf die Trauer von Summer über den Verlust der Mutter entstehen aufrichtige Augenblicke.

    „Speed Love - Summer & Tyler“ weist diverse Schwächen auf und überzeugt leider nicht, so dass die Geschichte schnell aus dem Gedächtnis verschwunden sein wird.

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    Cover des Buches Alles für die Liebe (Die Bradens & Montgomerys, Pleasant Hill – Oak Falls) 2) (ISBN: B086J8BJX4)

    Bewertung zu "Alles für die Liebe (Die Bradens & Montgomerys, Pleasant Hill – Oak Falls) 2)" von Melissa Foster

    Alles für die Liebe (Die Bradens & Montgomerys, Pleasant Hill – Oak Falls) 2)
    Svanvithevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Gefühlsbetonte Romanze mit Leidenschaft und Herz...
    Alles für die Liebe

    Charlotte Sterling ist die letzte ihrer Familie und wohnt allein im Sterling House, einem rustikalen Gasthof in den Bergen von Colorado. Die Einsamkeit dort macht ihr nicht viel aus, sie schätzt das ruhige entschleunigte Landleben. Als Autorin erotischer Romane sind ihre Tage und Nächte gleichwohl voller Leidenschaft, wenn auch nur auf dem Papier. Ihre Gedanken und Ideen kanalisiert sie in ihren Büchern. Charlotte ist nämlich der Meinung, dass die echten Männer in der Wirklichkeit ihren erdachten Helden nicht gerecht werden können, obwohl sie von der wahren dauerhaften Liebe träumt, so wie sie ihre Eltern einst hatten.

    Bis Beau Braden auftaucht, den seine Verwandten Hal und Josh Braden – letzterer hat hier bei Charlotte seine Hochzeit gefeiert – gebeten haben, in den nächsten vier Wochen in Sterling House alles auf Vordermann zu bringen.

    Der attraktive, manchmal etwas schroffe Beau Braden hat wie alle Mitglieder der Familie seines Geschlechts den Genpool für heiße Männer für sich gepachtet und dabei die doppelte Dosis abbekommen. Denn mit seinen unfassbar breiten Schultern, den stämmigen Beinen und den Armen, mit denen er einen Mann vermutlich zerquetschen kann, sieht er einfach umwerfend aus.

    Doch so unbeschwert, wie es den Anschein hat, ist der junge Mann nicht. Seit dem Unfall seiner Jugendliebe vor zehn Jahren trägt er die Last mit sich umher, (vermeintlich) Schuld an ihrem Tod zu sein. Immer wenn der Jahrestag näher rückt, meidet er den Besuch seiner Heimat, um nicht mit den schmerzhaften Erinnerungen seiner Vergangenheit konfrontiert zu werden und den Menschen, die mit Tory verbunden waren, nicht in die Augen sehen zu müssen.

    Inzwischen wurde Beau einen Zweijahresvertrag als Moderator einer Realityshow mit dem Titel Shack to Chic – Aus Alt mach Neu angeboten, für die er durch die Vereinigten Staaten reisen und einzigartige Gebäude renovieren würde. Diesen Job will er mit klaren Kopf angehen, weswegen ihm die Einsamkeit von Sterling House gerade recht ist.

    Womit er nicht gerechnet hat, ist eine entzückende, etwas skurrile und quirlige, zudem verdammt sexy Romanautorin, die für das Ausprobieren von Stellungen männliche Puppen benutzt, ihre Hühner Chippendales nennt und Beaus Leben mal eben auf verwirrend wunderbare Weise auf den Kopf stellt...


    Mit „Alles für die Liebe“, dem zweiten Band ihrer Reihe „Die Bradens & Montgomerys, Pleasant Hill – Oak Falls“, kehrt Melissa Foster noch einmal nach Sterling House zurück, das bereits im Mittelpunkt der Hochzeit von Riley Banks und Josh Braden (Happy End für die Liebe) stand. Die Autorin bleibt ihrem Stil treu und erzählt erneut eine zeitgenössische Geschichte, dieses Mal mit ein wenig zögerlichen Momenten in der Handlung, in der zwei Menschen mit mehr oder weniger Problemen einen Weg zum Herzen des jeweils anderen finden.

    Ihre Helden sind absolut nicht auf der Suche nach einem Partner. Aber nicht allein Charlotte ist von Beau von Anfang an fasziniert, auch dieser kann seiner Augen vor ihrer reizvollen Anziehung nicht verschließen. Denn eine Frau wie Charlotte hat er noch nicht kennengelernt.

    Melissa Foster schafft ihrem Paar eine abgeschotteten (Wohlfühl)Raum, in dem die im Grunde völlig gegensätzlichen Persönlichen miteinander agieren, einander erkennen, sich Trost spenden und sich insbesondere von dem Dämonen der Vergangenheit lösen können, ohne diese auszulöschen, eine Heilung durch Liebe erfahren und wieder im Jetzt leben.

    Charlotte, eine Mischung aus Unschuld und Wildheit, ist herrlich chaotisch, witzig, ein Freigeist, der stets geradeheraus sagt, was er denkt, und frischen Wind in das Dasein von Beau Braden bringt. Sie weckt seine Beschützerinstinkte. Zwischen ihnen sprühen die Funken, und es ist im Grunde von Anfang an klar, dass daraus nur ein Feuerwerk werden kann. Die Frage ist lediglich, wann dieses zündet.

    Beau ist der ernsthaftere von den beiden, ein grundanständiger Kerl, der eine Mauer aus Schwermut sich herum errichtet hat und dem die Leichtigkeit abhanden gekommen ist. Er wirkt stark und unverwundbar, indes schlägt unter seiner harten Schale ein empfindsames Herz, das noch immer um die verlorene Liebe trauert.

    Es wird deutlich, dass die Autorin vor allem Wert auf die Empfindungen ihrer sympathischen Protagonisten legt. Beide führen viele Gespräche, nähern sich an und können bald die betörende Energie zwischen sich nicht mehr leugnen. Die erotischen Szenen sind durchaus eindeutig, dennoch verführerisch und leidenschaftlich, ohne sich im Ton zu vergreifen. Diese Kunst beherrscht Melissa Foster meisterlich. Genauso wie die Einbindung bekannter Gesichter aus dem Ensemble des Herzen-im-Aufbruch-Familien ein, allen voran die Geschwister von Beau.

    Letztlich erweist sich auch „Alles für die Liebe“ sich als gefühlsbetonte Romanze, die die Welt ein wenig schöner werden lässt.

    4,5 Sterne

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