Tami_Zeilenblatt

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches Airwitch - Liebe zwischen Himmel und Erde (ISBN: B08664M4X3)

    Bewertung zu "Airwitch - Liebe zwischen Himmel und Erde" von Eva Maria Höreth

    Airwitch - Liebe zwischen Himmel und Erde
    Tami_Zeilenblattvor einem Monat
    Kurzmeinung: Ein cooler Rahmen, in dem ich mir teilweise mehr Tiefe und Realismus gewünscht hätte
    Von Liebesgeschichte zu Fantasyabenteuer

    Die „Airwitch“ June erfährt nach ihrer Ankunft in Burrow von ihren Fähigkeiten als Hexe. Aber sie muss sich nicht nur mit ihrem Hexen-Dasein auseinandersetzen, sondern auch mit den Zwillingen, die sie an ihrer neuen Schule kennenlernt. Die Jungs sind zwar sehr unterschiedlich, treffen aber beide bei June einen Nerv.


    Direkt bei ihrer Ankunft in ihrer neuen Heimat trifft June Sam und es funkt. Kurz darauf begegnet sie schon Sky, Sam`s Bruder. Zuerst verbringt sie mehr Zeit mit Sky, wodurch sich Sam zurückzieht, denn er denkt, dass er neben Sky keine Chance hat. Während Sam ruhig und rücksichtsvoll ist, benimmt sich Sky hingegeben oft wie ein A****. Mit der Zeit werden Junes Gefühle deutlich und sie erkennt, dass Sam der Bruder ist mit dem sie zusammen sein möchte. Dieses Liebesdreieck war mir nicht immer ganz transparent und auch die Gefühle haben mich leider nicht ganz erreicht.


    Junes Entwicklung als Hexe muss sie weitgehend alleine durchmachen. Zwar versucht sie mit ihren Eltern darüber zu sprechen und auch ihr Onkel Matt weiß Bescheid, allerdings hat keiner aus ihrer Familie praktische Erfahrung. Stutzig macht mich die sorglosen Reaktionen ihrer Eltern, allerdings spielten diese auch eine sehr geringe Rolle in der gesamten Handlung. June selbst ist neugierig und macht sich lange ebenfalls kaum Gedanken über die möglichen Gefahren ihrer neuen Fähigkeiten.


    Als June und Sam zueinander gefunden haben, hilft er ihr ihre Kräfte zu kontrollieren, denn auch er ist ein Hexer. Gemeinsam absolvieren sie die Initiation und werden vollwertige Mitglieder der magischen Gemeinschaft. Diese Zeremonie war sehr bedächtig beschrieben und hat diese magischen Welt von den „Standardideen“ abheben können. Die Texte zu den jeweiligen Elementen waren schön, flüssig und beschreiben auch die Charaktereigenschaften der jeweiligen Hexe und automatisch habe ich darüber nachgedacht, ob diese Beschreibungen auf June, Sam und Sky zutreffen. Vor allem bei June fand ich es super getroffen! Diese Szene war eine von denen, die ich gerne deutlich länger und detaillierter gelesen hätte.


    Schnell darauf kommt die Bedrohung durch die dunkle Seite der Magie, dargestellt durch die Schattenwesen „Blocker“. Von einer lockeren Liebesgeschichte mit Fantasyaspekten geht es flüssig in ein Abenteuer über. June trainiert nun nicht mehr für ihre Aufnahme, sondern für den Kampf und scheint eine starke Hexe zu sein. Diese Information wird allerdings nicht direkt weiterverfolgt, was ich schade finde. Als der Kampf immer näher kommt vermischen sich das Abenteuer und der emotionale Handlungsstrang zum spannenden Finale. Unerwartet wird June schwanger und es ist keine normale Schwangerschaft, was die Situation zunehmend verschärft.


    June, die Protagonistin ist eine sympathische, bisschen tollpatschige, dickköpfige, 17-jährige Jugendliche. Sie ist selbstbewusst  und nimmt die Dinge selbst in die Hand - sowohl bei der Magie als auch bei den Jungs. Wie bereits erwähnt, nimmt sie die Situationen aber für meinen Geschmack zu leicht auf.


    Sam ist der ruhigere und fast schüchterne Bruder der Zwillinge. Er scheint häufig im Schatten seines Bruders zu stehen, was ihm zusetzt. Der ist nämlich der Schwimm-Star der Schule, ein Mädchenschwarm und bei allen beliebt. Sky macht im Laufe der Handlung für mich die größte persönliche Entwicklung durch, was mir gut gefallen hat. Auch bei Sam werden Veränderungen deutlich, da er eine dunkle Seite durchblicken lässt.


    Zusammen sind die drei allerdings ein tolles Trio, die sich gegenseitig mit ihren unterschiedlichen Eigenschaften gut ergänzen. 


    Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen. Zwischendurch ist in manchen Passagen sehr viel Energie in der Handlung (z.B. durch viele Ausrufezeichen), die an diesen Stelle aber nicht immer passten.


    Fazit


    Die Grundidee der Handlung hat ihr gut gefallen, allerdings hätte die Handlung auf mehrere Bücher gestreckt werden können, da so vieles nur angeschnitten wurde und Einiges aus dieser Welt mich tiefer interessiert hätte. Es gab richtig coole Ideen, die auch gerne noch mehr Raum hätten bekommen können. Neben den Emotionen, die mich nicht vollständig ergreifen konnten gab es ein paar Stellen, die mir nicht ganz realistisch vorkamen. Allgemein hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass „Airwitch“ auf eine jüngere Leserschaft abzielt, für diese vermutlich aber gut passt.

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    Cover des Buches V is for Virgin (ISBN: 9783846600986)

    Bewertung zu "V is for Virgin" von Kelly Oram

    V is for Virgin
    Tami_Zeilenblattvor einem Monat
    Kurzmeinung: Leider häufig unrealistisch und flach
    Zum leichten Lesen ohne tiefes Nachdenken

    Valerie hat einen Freund mit dem sie bisher eine glückliche Beziehung führt. Doch als es um den nächsten Schritt geht, den Zach schon detailliert vorbereitet hat, muss sie ihm gestehen, dass sie vor der Ehe mit keinem Mann schlafen möchte. Zach reagiert darauf anders als V erwartet hat: er macht Schluss. Kurz darauf lernt sie Kyle kennen, einen Rockstar, der es sich zur Aufgabe gemacht hat sie umzustimmen.


    Das Buch startet direkt im Thema mit der Szene, in der Val von Zach verlassen wird, weil sie keinen Sex möchte. Der Leser wird direkt ins Geschehen geschmissen und lernt schnell die wichtigsten Charaktere kennen. Als spontane Reaktion darauf, dass Zach eine Lüge über den Ablauf des Trennungsabends in der Schuler erzählt gibt Val in der Schulkantine vor allen Mitschülern zu, Jungfrau bleiben zu wollen und stellt das Geschehene richtig. Natürlich filmen einige Schüler diesen Auftritt und er geht schnell viral.

    Kurz darauf lernt V Kyle kennen - Backstage bei einem seiner Konzerte. Von Anfang an gibt es einen verbalen Schlagabtausch zwischen den beiden. Diese Neckereien fand ich am Anfang süß und habe den Humor dabei gerne verfolgt.

    Durch die positiven Kommentare unter ihrem Video, ist Val dazu inspiriert aus ihrer Einstellung eine Kampagne zu entwickeln. Da sie schon immer Schmuck verkaufen wollte, kreiert sie für die Kampagne Ketten mit „V“- Anhängern. Schnell wird sie damit erfolgreich und verkauft sie über diverse Möglichkeiten. Ihr Aufstieg in diesem Gewerbe und wie sehr sie gepuscht wird, war für mich sehr unrealistisch und einseitig beleuchtet. Erst zum Ende hin kommt durch, dass ein solcher Start nicht nur positive Seiten mit sich bringt, aber auch darüber hinaus wird es als sehr einfach und unkompliziert dargestellt. Außerdem hat für mich bei der Kampagne Vals Karriere zu viel Raum eingenommen und den eigentlichen Hintergrund und „Probleme“ die damit thematisiert werde sollen verdrängt.

    Zwischen Val und Kyle entwickelt sich zunehmend eine öffentliche Auseinandersetzung aufgrund ihrer gegensätzlichen Einstellungen zum Thema Sex. Und obwohl Kyle immer wieder beteuert, dass er wirklich Interesse an Val hat glaubt sie ihm nicht - kann aber auch nicht leugnen, dass er etwas in ihr bewegt. 

    Für mich kamen die Gefühle zwischen Val und Kyle nicht wirklich an. Ich hatte nie den Eindruck, dass Kyle tiefe Gefühle für Val hat, sondern eher dass es ihm um die Herausforderung geht. Bei Val konnte ich die Gefühle schon eher nachvollziehen, was aber durch ihre Beziehung mit Isaac wieder relativiert wurde. Grundsätzlich waren mir die Beziehungswechsel in der Story zu viel und unrealistisch - was wiederum allerdings perfekt ins Setting gepasst hat. 

    Das Ende konnte mich überraschen, da ich fest davon überzeugt war, ich wüsste wie die Handlung endet. Das offene Ende hat mir auch ganz gut gefallen und mich trotz aller Kritikpunkte neugierig auf den zweiten Teil gemacht.


    Val ist ein selbstbewusster, ehrgeiziger und leichtgängiger Charakter. Auffällig ist, dass ihr alles so leicht fällt und die Erfolge einfach so kommen, ohne dass sie es tatsächlich aktiv möchte. Auch die Rückschläge, die sie teilweise zum landesweiten Gesprächsthema machen, scheint sie gut wegzustecken. Leider hat mir das den Charakter flach und unrealistisch erscheinen lassen und wurde mir zunehmend unsympathischer.

    Die beiden männlichen Hauptcharaktere sind Kyle und Isaac. Beide sind in ihren Welten sehr beliebt bis hin zu berühmt, aber auch sehr unterschiedlich. Isaac scheint ein netter, ruhiger und liebenswürdiger Typ zu sein, der Val bei ihrer Aktion „V is for Virgin“ stark unterstützt. Kyle hingegen verkörpert den klassischen Bad-Boy, der sich an V die Zähne ausbeißt. Er hat mich neugierig gemacht und seine eigentlich unlogische Art macht ihn interessant. Leider bekommt der Leser wenig von Kyles Hintergründen mit und es gab für mich auch nur zwei kurze Momente im Buch, in denen er für mich den Raum bekam, den ich erwartet hatte. Dafür, dass er bereits auf dem Klappentext genannt ist, war das mir persönlich zu wenig.


    Das Setting erinnert mich an die typischen Highschool Serien - und dann spielt es auch noch in O.C. (Orange County) und es gibt diese eine beliebte Clique.

    Auch die Charaktere sind in diesen Rahmen gepasst und erfüllen das klassische Hierarchie-Denken, dass in Filmen auf diesen Schulen herrscht. Passend dazu ist der Schreibstil einfach und flüssig zu lesen. 

    Das Cover hat mich sofort angesprochen und ich finde es immer noch wunderschön! Hätte ich das Buch nicht in dieser Leserunde gelesen, wäre es wahrscheinlich ein Cover-Kauf geworden.


    Fazit:

    Zusammenfassend hat mich das Buch leider enttäuscht. Ich hatte bei dem Thema etwas mehr Tiefgang und Realismus erwartet, was ich zumindest von „Cinder&Ella“ von der Autorin besser gewohnt bin. Dem hingegen war das Buch durchzogen von unrealistischen Szenen und oberflächlichen Handlungen und Charakteren. Als Buch für zwischendurch, das locker und ohne vieles Nachdenken gelesen werden soll, kann ich es empfehlen (wobei hierfür das Thema nicht gut gewählt ist), für meine Erwartungen hat es leider nicht ausgereicht.

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    Cover des Buches Damals war es Friedrich (ISBN: 9783423427876)

    Bewertung zu "Damals war es Friedrich" von Hans Peter Richter

    Damals war es Friedrich
    Tami_Zeilenblattvor einem Monat
    Kurzmeinung: Lesen - nachdenken - mitreden
    Ein Schicksal im Zeitraffer, das nachwirkt

    „Damals war es Friedrich“ erzählt von zwei Jungen, die im selben Haus aufwachsen und sich anfreunden. Über die Zeit lernen sie auch die jeweils andere Familie kennen und auch die Eltern verstehen sich gut. Doch der Nationalsozialismus dringt immer mehr in den Alltag der Familien und rückt den Glauben von Friedrichs Familien in den Vordergrund: Sie sind Juden. 

    Die Geschichte in diesem Buch wird von Friedrichs Freund erzählt, dessen Name nicht erwähnt wird. Er beobachtet wie das Leben von Friedrich und seiner Familie sich verändert und wie die Unterschiede zu seiner eigenen Familie immer größer werden. Dennoch hält er an der Freundschaft fest und scheint selbst die Entwicklungen nicht verstehen zu können.

    Die Kapitel sind in relativ großen Zeitsprüngen erzählt. Im Inhaltsverzeichnis findet man zu jedem Kapitel das betreffende Jahr - ich habe das leider erst gesehen, nachdem ich das Buch beendet hatte. Die Handlung dieser doch recht wenigen Seiten streckt sich von 1925 bis 1942 und greift in den herausgegriffenen Szenen die wesentlichen Entwicklungen des Nationalsozialismus gegenüber dem Judentum auf. Jede Szene zeigt wie die Einschränkungen der Familie zunehmen. Da zwischen den einzelnen Kapiteln viel Zeit liegt, kommt der zeitliche Verlauf dem Leser doch eher kurz vor. Leser die einen breiten Einblick in diese Zeit erwarten, werden hier enttäuscht. Der Autor behandelt hier wirklich nur das Schicksal der Juden, speziell einer speziellen Familie. 

    „Damals war es Friedrich“ ist für mich ein Buch, das erst nach etwas Zeit wirkt. Ich habe das Buch vor ca. 2 Monaten gelesen. Mein Eindruck kurz nachdem ich das Buch beendet hatte war, dass es sehr kurz gefasst war, vllt. sogar oberflächlich und ich gerne mehr Infos gehabt hätte. Der Eindruck besteht immer noch, aber jetzt da ich intensiver darüber nachgedacht habe vermittelt das Buch sehr wichtige Botschaften zwischen den Zeilen. Zuerst hatte ich dem Buch als Geschichte/ Handlung 4 Sterne gegeben - jetzt mit dem Denkpotzenzial/-anreizen und den Hintergründen sind es für mit 4,5 Sterne. Das gilt allerdings nur für jene, die sich darauf einlassen können und bereit sind über die Zeilen hinaus zu denken.

    Auf der Rückseite meiner Ausgabe von „Damals war es Friedrich“ steht „lesen - nachdenken - mitreden“ und genau das trifft den Inhalt des Buchs auf den Punkt. Dieses Buch liest man nicht zur reinen Unterhaltung, sondern es ist zum Nachdenken und darüber Sprechen. Die Geschichte hinterlässt einen Nachgeschmack und erfüllt damit  wohl auch die Zielsetzung, welche sie auch als Schullektüre verfolgt.

    Neben dem geschichtlichen Einblick und Hintergrund, den das Buch vermittelt, schafft der Autor aber auch einen Bezug zu jeder anderen Zeit - denn noch vor der Inhaltsangabe steht Folgendes:


    Damals waren es die Juden...

    Heute sind es dort die Schwarzen, 

    hier die Studenten ...

    Morgen werden es vielleicht die Weißen,

    die Christen oder die Beamten sein..

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    Cover des Buches Scythe – Der Zorn der Gerechten (ISBN: 9783737355070)

    Bewertung zu "Scythe – Der Zorn der Gerechten" von Neal Shusterman

    Scythe – Der Zorn der Gerechten
    Tami_Zeilenblattvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Coole Grundgeschichte, die aber im Mittelteil langatmig ist und dann ein sehr spannendes Ende hat. Ein paar Punkte blieben für ich offen...
    Ein langer Weg bis die einzelnen Fäden Sinn ergeben, dann aber richtig fesselnd!

    Scythe Anastasia bleibt bei ihrer Mentorin uns hat ihre eigen Art nachzulesen entwickelt entwickelt. Die beiden Frau entwickeln sich zu Freundinnen und führen ein Leben Seite an Seite. Dem entgegen reist Rowan als „Scythe Luzifer“ umher und hat es sich zur Aufgabe gemacht, jeden Scythe zu töten, die sich an ihrer Aufgabe bereichern bzw. diese ausnutzen - eine Art Robin Hood. In ihren neuen Leben haben Citra und Rowan sehr wenig Kontakt und werden vom jeweiligen anderen auch selten erwähnt. 

    In einem dritten Handlungsstrang begleitet der Leser  Greyson, der als verlängerter Arm vom Thunderhead versucht Dinge zu verhindern, in die der Thunderhead aufgrund seiner eigenen Gesetze nicht eingreifen darf. Dabei nimmt Greyson lange eine sehr zentrale Rolle ein, ohne dass es dem Leser bekannt ist weshalb. Bei einem Anschlag auf Anastasia und Curie finden die Handlungsstränge zusammen und das Ziel vom Thunderhead wird offengelegt. Am Ende ergeben sich dann Hinweise, dass er auch in Band drei noch eine zentrale Rolle einnehmen wird.

    Bei der Protagonistin wird vor allem zu Beginn deutlich zwischen Scythe Anastasia und Citra unterschieden - der eine Charakter, der ihren Beruf, ihre Verpflichtung und Verantwortung in der Öffentlichkeit widerspiegelt und der andere Charakter, der sie als private Person zeigen soll. Mit Fortschreiten der Handlung nimmt dies aber zunehmend ab und wird nur noch gelegentlich eingebaut. Ich persönlich fand es schade, da gerade diese Feinheiten mir gut gefallen. Allgemein hebt sie sich immer wieder von den klassischen Scythe ab, ohne dabei die ursprünglichen Werte zu verlieren. Das macht sie besonders - was auch der Thunderhead immer wieder betont und ihre Rolle für die Menschheit hervorhebt.

    Die Handlung wurde wieder spannend als Rowan gefangen genommen und Skythe Goddard wiederbelebt wurde - damit hatte ich nicht gerechnet und hatte auch lange keine Ahnung, welchen Sinn Tygers Ausbildung hatte. Damit hatte die Handlung für mich wieder einen roten Faden.

    Beim Konklave fügten sich dann mit dem erneuten Auftritt von Goddard die Teile zusammen, worauf es in diesem Buch hinauslaufen wird. Nachdem der High Blade seinen Rücktritt bekannt gab, traten Skythe Curie und Goddard gegeneinander an und damit galt wieder das Konzept aus Teil eins: altes gegen neues Scythethum. Die Idee von Anastasia einen Ausweg für die potenzielle Wahl für Goddard zu finden fand ich echt cool und so logisch erklärt. Das hat mich an das Ende des ersten Teils erinnert. Ab da wurde es dann sehr spannend, bis hin zu der Revision auf in Endura. Ich war total gespannt wie es sein wird wenn ruhen citra sich wieder begegnen.

    Die Revision selbst war dann allerdings ein kleiner Bestandteil der Handlung. Es fügten sich viele kleine Teile und Verkettungen zusammen. Ohne zu Spoilern muss ich sagen, dass für mich das Ende wieder das klare Highlight des Buchs war! Was ich nicht verstehen konnte war, warum Scythe Curie sich am Ende nicht auch selbst gerettet hat?

    Jedoch wurden dann am Ende nicht alle Handlungsstränge aufgelöst - Faraday ist immer noch auf der Suche nach der Rettung des Scythethums und bis zum Ende des Buches erfährt der Leser nicht, ob ihm das gelungen ist.

    Auch dieses Buch ist wieder eher in sachlicher Sprache verfasst und lässt sich dennoch flüssig lesen. Wie auch im ersten Teil werden Emotionen durch diesen Sprachstil allerdings abgeflacht, obwohl diese hier selten eine Rolle spielen. Am Ende der Kapitel sind anders als im vorherigen Teil keine Scythe-Tagebucheinträge eingefügt, sondern immer ein Monolog des Thunderhead, in denen er meist mit sich selbst hadert und zunehmend verwirrt und unruhig wird, weil er nicht eingreifen kann und versteht, dass sein Allwissen nicht so umfänglich ist, wie ihm in seiner Programmierung eingespeichert wurde.


    Aus dem ersten Teil bin ich sehr gespannt in den zweiten gestartet und hatte viel Hoffnung, dass die Geschichte nun richtig Fahrt aufnimmt, vieles tiefer erläutert wird und die Verbindung zwischen Citra und Rowan intensiver eingebunden wird. Der Anfang hat mir gut gefallen, da hier die neuen Persönlichkeiten der beiden Charakter gut aufgegriffen wurden. Leider hatte auch dieses Buch dasselbe Problem für mich wie das vorherige: Im Mittelteil ist sehr wenig geschehen, es war zäh und kaum mehr Spannung. Klar haben viele dieser Handlungen am Ende einen Sinn ergeben und beugen dem vor, dass der Leser frühzeitig weiß, was passiert, aber das hat mir nicht ausgereicht. Das Ende war wieder super, überraschend und hat mich baff gemacht! Ich werde also auch das dritten Buch der Reihe lesen.

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    Cover des Buches BePolar: BePolarTrilogie 1 (ISBN: B07V5MZY8Y)

    Bewertung zu "BePolar: BePolarTrilogie 1" von Martha Kindermann

    BePolar: BePolarTrilogie 1
    Tami_Zeilenblattvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Fesselnder und spannender Trilogie-Auftakt, mit sympathischen Charakteren und unerwarteten Wendungen
    Fragen über Fragen und viel Neugier auf Teil 2

    Im ersten Teil der BePolar-Trilogie lernt der Leser/Hörer Roya kennen, die bisher ein relativ normales Leben einer Jugendlichen führt. Aber nach ihrem Geburtstag erlebt sie in ihren Räumen seltsam realistische Phasen und auch wenn sie wach ist passieren Dinge, die sie aus der Bahn werfen. Im Laufe der Zeit kommen Geheimnisse ans Licht, die selbst Royas Bild auf ihre Familie ändern.


    Roya ist eine normale Jugendliche, die gemeinsam mit ihren beiden besten Freunden Fenja und Tarek die Schule besucht. Doch plötzlich stirbt Tarek und Fenja rutscht durch ihre Trauer ab - Roya ist alleine. Und fast zeitgleich beginnen diese Träumen, in denen sie an einer Akademie mit anderen Schülern eine Ausbildung beginnt. Diese Ausbildung soll sie befähigen in der Auswahl der künftigen Regierung die besten Chancen zu haben, denn diese Auswahl findet nur alle 7 Jahre im Kreise der Jugendlichen statt, die zu diesem Zeitpunkt 18 Jahre alt werden. Jede Nacht setzt ihr Traum dort an, wo der letzte zu Ende ging und beim Aufwachen weiß sie alles noch. Besonders verwirrend wird es als Tam, ein Mitschüler in ihrer Traumakademie ihr anvertraut, dass die Akademie real ist und jemand die Schüler im Schlaf manipuliert, damit sie nachts wieder zurückkehren. Die Akademie soll ein Institut einer Untergrundorganisation sein, die die Regierung untergraben möchte. Schnell nähern sie und Tam sich an und sie beginnen, wenn sie wach sind Informationen zu bekommen. Doch irgendwann ist Tam in der Akademie so komisch und als er in der Realität bei ihrer Freundin Fenja auftaucht, kommt eine überraschende Wendung ans Licht. Gemeinsam versuchen sie der Organisation auf den Grund zu gehen, doch die Verwirrungen werden immer mehr, je tiefer sie eintauchen.


    Roya ist eine sympathische, dickköpfige und impulsive Protagonistin, die mir allerdings von Beginn an jünger als 17 Jahre vorkam. Mit dem Lauf der Handlung konnte ich mich daran gewöhnen. Obwohl ich sie als Charakter wirklich cool fand, konnte ich manche Entscheidungen von ihr nicht nachvollziehen - vorneweg ihre Emotionen (ohne zu Spoilern).

    Tam und Tristan kann ich nun nach dem Ende des Hörbuchs wenig beschreiben, da sich mein Bild von beiden mit dem Cliffhanger komplett in Frage gestellt hat. Tam kam mir immer als ein reifer, ruhiger Charakter vor, der stark von seinen Emotionen geprägt ist - zum Einen gegenüber seinem Bruder aber natürlich auch jene für Roya. Tristan war für mich bis zum Schluss der rauere, tiefgründige, geheimnisvolle Junge, der mehr zu wissen scheint als man erfährt.


    Die Geschichte hat mir zunehmend gefallen und ich habe am Ende wirklich viele Kapitel am Stück gehört, in der Hoffnung, dass meine Fragen noch beantwortet werden. Insgesamt bietet das Buch, durch die immer tiefer gehenden Verstrickungen und Fragen viel Spannung. Am Ende waren immer noch sehr viele Verwirrungen vorhanden und es kamen sogar noch welche hinzu - wirklich fies! Die Autorin balanciert dabei auf einer schmalen Linie zwischen Spannung und oberflächlichen Informationen, was ihr gut gelungen ist, aber ich an manchen Stellen gerne ein bisschen mehr Input gehabt hätte und das Gesamte zu verstehen. 

    Immer wieder wurden gesteckte Anspielungen auf Gesellschaftskritik eingebaut, sie super in die Handlung gebettet sind.

    Manche Handlungsstränge passierten mir persönlich zu schnell, was sie teilweise unrealistisch wirken lies (z.B. Fenjas Trauer, Royas Gefühle und Beziehung für Tam, etc.) - das hätte gerne noch etwas ausführlicher sein können. Das Setting war nachvollziehbar und ich konnte gut eintauchen. Gerne hätte ich noch mehr über das Land Polar erfahren, da dies im Mittelpunkt der Akademie steht. 


    Die Stimme der Sprecherin tat vermutlich ihren Anteil dazu, dass mir Roya immer so jung vorkam, denn die Stimmlage wirkte für mich leicht kindlich. Den Rest tat die einfache Sprache, wodurch das Hörbuch aber super länger am Stück verfolgt werden kann. Nach Eingewöhnung konnten ich mich aber von ihre mitziehen lassen. Was mir bis zum Ende schwer fiel, waren die Unterschiede zwischen den inneren Monologin der Protagonistin und dem Ausgesprochenen zu unterscheiden. Andere Charaktere konnte ich allerdings aufgrund verschiedener Sprech-Rythmen und Tonlagen gut unterschieden. Die Sequenzen in denen Roya wach ist und jene in der Akademie werden im Hörbuch durch eine Melodie unterschieden, die dem Hörbuch Struktur gibt. Insgesamt ist die Handlung größtenteils aus Royas Sicht erzählt und nur an einzelnen Stellen durch Tam. Diese Stellen sind sehr gut gewählt und fördern die bereits erwähnte Verwirrung.


    Also mein Fazit: Ich hatte einen etwas holprigen Start in die Handlung, konnte mich aber dann schnell einfinden. Trotz ein paar unschlüssigen Handlungen und ein ticken zu viele offene Fragen bzw. zu wenige Hintergrundinformationen hat mir das Hörbuch sehr gut gefallen. Viel Spannung, unvorhersehbare Wendungen und Emotionen haben das ausgeglichen und ich werde ganz sicher auch den zweiten Teil der Reihe lesen oder hören!

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    Cover des Buches Scythe – Die Hüter des Todes (ISBN: 9783737356985)

    Bewertung zu "Scythe – Die Hüter des Todes" von Neal Shusterman

    Scythe – Die Hüter des Todes
    Tami_Zeilenblattvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Coole Grundidee, mit bis zum Ende ungelöstem Problem und einem überraschenden Ende
    Das Ende macht’s aus

    In Neal Shustermans „Scythe – Die Hüter des Todes“ geht es um eine Zukunft, in der eine künstliche Intelligenz, der Thunderhead, die Kontrolle über alles innehat und es geschafft hat, alles Schlechte wie Armut, Krankheit, Kriege und Tod zu besiegen. Er entscheidet alles bis auf, welche Menschen sterben müssen. Denn auch in dieser Welt muss es den Tod geben, aber die Macht darüber hat der Thunderhead den Menschen gelassen. Eine bestimmte Gruppe an Personen trägt die Aufgabe, Menschen für den Tod auszuwählen. Citra und Rowan werden ausgewählt eine Ausbildung zu absolvieren, um genau diese Aufgabe erfüllen zu können. Der Haken ist, dass nur einer von beiden die Ausbildung bestehen kann und der Gewinner als erst Handlung als Scythe den Anderen töten muss. 

    Gleich zu Beginn taucht der Leser in den Beruf der Nachlese ein – sowohl bei Citra als auch bei Rowan kommt Scythe Faraday durch eine Nachlese mit ihnen in Kontakt. Nachdem er sie zur Ausbildung ausgewählt hat, ziehen sie schnell bei ihrem Mentor ein und beginnen in verschiedensten Künsten zu lernen. Bis zum ersten Konklave, einer Art Hauptversammlung für Scythe lernt der Leser das Setting und das Scythtum kennen. Doch genau bei diesem Event zeigt sich der Hauptspannungsbogen – weil Scythe Faraday zwei Lehrlinge ausgewählt hatte, die sich einander zugetan fühlen beschließen die versammelten Scythe diese Zuneigung zu unterbinden. Es wird beschlossen, dass nur einer der beiden die Ausbildung bestehen kann und der Gewinner denn anderen nachlesen muss.   

    Scythe Faraday sucht einen Ausweg für seine zwei Lehrlinge und liest sich selbst nach, in der Hoffnung, dass dann die Ausbildung für beendet erklärt wird. Entgegen seiner Vermutung, werden Citra und Rowan jeweils zu einem anderen Scythe in die Lehre geschickt, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Während Citra von einer Scythe unterrichtet wird, die die alten Werte in den Fokus stellt, bekommt Rowan eine Ausbildung darin, dass töten Spaß machen soll. Letzteres spiegelt eine neue Generation von Scythe wieder, die sich über die Menschheit erhaben fühlen. 

    Der Leser begleitet die Ausbildungen und beobachtet die Entwicklungen, besonders Rowans innerer Kampf sich nicht von seinem neuen Mentor brechen zu lassen. Beide suchen laufend nach Möglichkeiten und Schlupflöchern, den anderen nicht am Ende umbringen zu müssen. Dann bricht Rowan dann aus seiner Lehre aus, was die Veränderung in seinem Charakter verdeutlicht. 

    Beim dritten Konklave, an dem Citra und Rowan ihre Abschlussprüfungen ablegen müssen, begegnen sie sich wieder, mit dem Wissen, dass einer den anderen nachlesen muss. 

    Die Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Besonders bei den verschiedenen Scythe kam deutlich das Alter und die Erfahrung rüber, während ich Citra und Rowan noch „grün hinter den Ohren“ sind.

    Citra ist eine temperamentvolle junge Frau, die gerne ausspricht was sie gerade denkt. Sie ist in einer heilen Familie aufgewachsen und möchte eigentlich keine Scythe werden. Im Laufe der Handlung findet sie ihre Werte in dieser Aufgabe wieder und schlüpft im Endeffekt in eines neue Rolle.

    Rowan hingegen ist eher eine ruhige Person, die unentschlossen im Leben wirkt. Seine Familie ist groß und er nimmt keine zentrale Rolle als Mitglied darin ein. Er ist schlau und nachdenklich, aber auch loyal bzw. Standfest in seiner Überzeugung.

    Scyhte Faraday ist Mysterium. Der Leser erfährt sehr wenig über ihn, doch was ich erfahren habe, hat mich nur noch neugieriger auf seine Vergangenheit gemacht.

    Diese scheinbar perfekte Welt, die von dem Thunderhead geleitet wird und nur die Scythe nicht unter seiner Kontrolle stehen hat mir sehr gut gefallen. Das regt viel zum Nachdenken an, gerade jetzt in der Corona-Zeit. Das ganze Konzept der Trennung zwischen Thunderhead und dem Scythtum und dem Grundgedanken der Scythe fand ich total interessant und durchdacht. An manchen Stellen hätte ich mir mehr Input gewünscht, z.B. bei der Formulierung „über den Berg kommen“ oder den selbstfahrenden Autos – diese Dinge wurden als normal in den Textfluss eingebaut, allerdings nie erklärt, sondern der Leser entnimmt dem Kontext, was darunter zu verstehen ist. 

    Zwischen Citra und Rowan soll sich laut Klappentext eine tiefe Verbindung entwickeln. Bis zum Ende gibt es immer wieder Andeutungen und Gedankengänge der Protagonisten, die zeigen, dass sie mehr füreinander empfinden könnten, das allerdings durch das Verbot unterbunden wird. Allerdings kam bei mir diese tiefe Verbundenheit nie wirklich an. 

    Der Spannungsbogen im Buch lässt an manchen Stellen nach und kam mir dann ohne klaren roten Faden vor. Das letzte Drittel war dann aber voll mit Überraschungen und Spannungsmomenten –besonders am Ende konnte ich das Buch dann kaum mehr aus der Hand legen. Das ganze dritte Konklave hat mich richtig gefesselt. Besonders die Schlussszene hatte ich so überhaupt nicht erwartet und wurde so unvorhersehbar gelöst. Zum Schluss kam mir das erste Buch dieser Reihe eher wie ein Auftakt für die kommenden Bücher vor, weil jetzt erst die Charaktere von Citra und Rowan entwickelt sind und der Leser die Scythe nun kennt, aber noch nicht viel hinter den Kulissen.

    Sprachlich war das Buch sehr flüssig und schnell zu lesen. Allerdings ist die Sprache eher sachlich gehalten, wodurch auch die Erzählung aus dritter Sicht möglich ist. Der Erzähler ist nicht am Geschehen beteiligt, sodass wohl auch die Emotionen der beiden Protagonisten nicht übergesprungen sind. Auf der einen Seite ist dieser Schreibstil für mich konsequent und passend, andererseits finde ich es auch schade, dass die emotionalen Aspekte der Handlung dadurch abgestumpft werden. Am Ende von jedem Kapitel ist ein Tagebucheintrag eines für die Handlung relevanten Scythe eingebaut, der die meist Handlung aus einer anderen Sicht nochmal darstellt. 


    Das erste Scythe-Buch ist für mich ein guter Auftakt für (hoffentlich) weitere spannende Bücher. Trotz mancher langatmigen Stellen haben mir die Grundidee, die Charaktere und die Handlung gut gefallen. Das Konzept einer perfekten Welt in der der Tod trotzdem noch sichergestellt muss, ist moralisch tiefgründig – wenn der Leser sich darauf einlässt, mich hat es zum Nachdenken angeregt. Obwohl die angekündigte Liebesgeschichte in den Hintergrund gerückt ist, habe ich sie nicht groß vermisst. Am Ende wurde sie dann aber auch nochmal aufgegriffen und ich bin gespannt, wie es im nächsten Buch weitergeht.

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    Cover des Buches Red Rising 2 (ISBN: 9783946349655)

    Bewertung zu "Red Rising 2" von Pierce Brown

    Red Rising 2
    Tami_Zeilenblattvor 3 Monaten
    Cover des Buches ROOTS (ISBN: 9783442142453)

    Bewertung zu "ROOTS" von Sara Nuru

    ROOTS
    Tami_Zeilenblattvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Einblick in ein besonderes Leben
    Inhaltlich sehr interessant, als Buch ein paar Schwachstellen

    In ihrem Buch „Roots“ gibt Sara Nuru Einblicke in ihr sehr gegensätzliches Leben - auf der einen Seite ein internationales Model und auf der anderen Seite ihre Wurzeln in einem Land, das noch mit ganz ursprünglichen Problemen kämpft - und ihre persönliche Entwicklung durch diese Erfahrungen.

    Die Handlung beginnt mit der Erzählung, wie Sara gemeinsam mit ihrer Schwester nach Äthiopien reist - ein Vorgriff auf die Entwicklung die sie im Laufe des Buchs durchmacht. Sie erzählt wie ihre Eltern nach Deutschland kamen und sich am Anfang schwer mit unserer Kultur taten. Schnell wird die starke familiäre Verbindung und ihre tiefe Verbundenheit zu ihren Schwestern deutlich. Dies begleitet sie auch durch ihre Zeit in der TV-Show GNTM - sie beschreibt die Zeit aus der Sicht eines ganz normalen, auch teilweise unsicheren Mädchens. Ebenfalls greift sie Themen wie Vorurteile gegenüber ihrer Hautfarbe auf und erzählt von ihren eigenen Erfahrungen, die nicht rassistisch waren. 

    Nach GNTM erlebt Sara einige Jahre, in denen ihre Arbeit als Modell im Vordergrund steht, bis sie beginnt mit einer Hilfsorganisation zusammen zu arbeiten und das erste Mal selbst nach Äthiopien reist. Sie beschreibt ihre Wahrnehmung von dem Land und ihre Emotionen, als sie durch die Landschaft fährt. Ab da möchte sie ihr Herkunftsland bestmöglich aber vor allem nachhaltig unterstützen. Sara erkundigt sich über Mikrokredite und baut Stück für Stück ihr eigenes Unternehmen gemeinsam mit ihrer Schwester auf. Auf ihrem Weg dorthin muss sie immer wieder aus ihrer eigenen Komfortzone treten, was Leser ermutigt ihr es gleich zu tun, auch wenn es mit den Leben der meisten Leser vermutlich nicht vergleichbar ist.


    Was sich durch das gesamte Buch zieht ist die Ehrlichkeit, die sich Sara bewahrt. Auch in Situationen und zu Themen in denen man eine andere Antwort von ihr erwartet hätte, kommentiert sie ehrlich. Das ist einfach gesagt, aber ich konnte es ihr beim Lesen direkt glauben. Außerdem beschreibt sie viele starke Frauen - sowohl in Deutschland als auch in Äthiopien, also in zwei sehr unterschiedlichen Umgebungen. Besonders positiv an ihrem Projekt und Unternehmen finde ich, dass es nicht ausschließlich aus finanzieller Hilfe besteht, sondern wirklich einen Lerneffekt zur Selbstständigkeit verfolgt. 

    Die Beschreibung des Landes Äthiopien war für mich ganz besonders und ich kann es vermutlich nicht neutral bewerten. Für mich war die Erzählung über die Landschaft, das Volk und die Bräuche so realistisch vorstellbar - genauso habe ich das Land auch erlebt!

    Der Schreibstil war zeitweise etwas zäh und ich tat mich teilweise schwer mit der zeitlichen Einordnung der Geschehnisse. Es gib Zeitsprünge deren Abstände und Abfolge für mich nicht klar waren. Tatsächlich wirkt es, als würde der Leser in den Gedanken der Erzählerin die Geschichte erleben - zum Teil sprunghaft und nicht gänzlich strukturiert, aber dadurch wiederum realistisch.

    Letztendlich erzählt das Buch von einem realen Leben, was auch beim Lesen deutlich wird. Was Sara Nuru in ihrem Leben alles erlebt hat und welche Gegensätze sie gesehen und verarbeitet hat ist Wahnsinn. Ich konnte mit ihr fühlen wenn sie von den Unterschieden zwischen Äthiopien und Deutschland erzählt und was in ihr dabei vorging. 


    Für wen ist das Buch also geeignet? Fans von Sara Nuru werden sicher zufrieden mit diesem Buch sein, Leser die allerdings weder mit GNTM noch mit Äthiopien bisher nähere Kontaktpunkte/ Interesse hatten, werden sich vermutlich schwer tun, sich in das Beschriebene hineinzuversetzen.

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    Cover des Buches Neu auf dem Chefsessel (ISBN: 9783864147289)

    Bewertung zu "Neu auf dem Chefsessel" von Peter Fischer

    Neu auf dem Chefsessel
    Tami_Zeilenblattvor 6 Monaten
    Cover des Buches Bring Down the Stars (ISBN: 9783736311282)

    Bewertung zu "Bring Down the Stars" von Emma Scott

    Bring Down the Stars
    Tami_Zeilenblattvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Schöne Geschichte, bei der das Ende für mich den Ausschlag gab
    Habe 0815-Dreiecksgeschichte erwartet, wurde positiv überrascht und am Ende war ich baff

    "Bring down the stars" erzählt eine Dreeicksgeschichte zwischen zwei besten Freunden und einem Mädchen, dass sie am College kennenlernen. Conner und Wes lernen sich als Kinder kennen und sind grundunterschiedlich. Als die beiden dann Autumn treffen, verdreht sie beiden den Kopf. Conner ist der offenere von den beiden Jungs und findet schnell einen Zugang zu Autumn. Die tiefgründige Ader, welche Conner fehlt kann Wes wett machen und so hilft Wes seinem besten Freund, in dem er an seiner Stelle die richtigen Worte beim Texten mit Autumn findet. Sie ahnt davon nichts …


    Handlung


    Zu Beginn wird erzählt, wie Wes und Conner sich kennen lernen. Wes kämpft damit, dass sein Vater die Familie verlassen und im Stich gelassen hat. Das bringt die Familie in eine Notlage und Wes ist wütend auf ihn. Bei einem Aufsatzwettbewerb schreibt er über dieses Erlebnis und gewinnt, sodass er an einer teuren Schule lernen darf. Dort lernt er Conner kennen, der ihm zur Seite steht als er von den anderen Mitschülern gehänselt wird. So entwickelt sich eine tiefe Freundschaft, die sie bis zum College wie zu Brüdern macht. Als sie Autumn kennenlernen und beide Gefühle für das Mädchen entwickeln nimmt sich Wes zurück. Er redet sich ein, dass es für alle die beste Option ist. Er hilft Conner, indem er tiefgründige Nachrichten mit Autumn austauscht, wobei sie denkt sie schreibt mit Conner. Mit der Zeit wird sie skeptisch und die Beziehung zwischen Conner und ihr steht in Frage. In dieser Spirale hilft Wes seinem Freund immer wieder bis hin zu einem Telefonat, dass er in Conners Namen mit Autumn führt. Es wird immer schwerer für ihn, dieses Lügenspiel gegenüber seinem Gewissen zu rechtfertigen und seine eigenen Gefühle hinten an zustellen. Die verzwickte Konstellation findet seinen Höhepunkt, als die drei zu Conners Familie zum Thanksgiving-Fest fahren. Hier kommt eine Wendung die ich nicht erwartet habe und gibt der ganzen Handlung das Besondere.


    Charakter


    Conner ist ein Junge aus reichem Hause, mit einer Familie die hohe Erwartungen an ihn stellen. Er kann es seinen Eltern kaum recht machen und steht laufend im Schatten seines älteren Bruders, der einen super Abschluss in Harvard macht, tolle Zukunftspläne hat und sogar schon verlobt ist. Durch seine Herkunft braucht er sich um Geld keine Sorgen machen; das kommt im Buch auch immer wieder durch. Sein Charakter ist locker und meistens gut drauf - ein Sunnyboy. Im Laufe der Handlung wurde er mir immer unsympathischer, vor allem da ihm das Lügenspiel nichts auszumachen schien.


    Wes hingegen ist geprägt durch eine schwere Vergangenheit. Durch das Verlassen seines Vaters bekam seine Familie finanzielle Probleme und hatte oft Geldsorgen. Durch Conners Familie wurden sie immer unterstützt, was Wes' Gewissen allerdings nicht gebessert hat. Er ist tiefgründig, eher schwermütig, introvertiert und Einzelgänger. Das spiegelt sich darin wieder, dass er gerne Gedichte schreibt und liest. Aus Dankbarkeit gegenüber Conner und seiner Familie unterstützt er ihn immer bei Schulaufgaben; schreibt Aufsätze für ihn und lernt mit ihm. Er ist Conner absolut loyal.


    Autumn kommt ebenfalls aus einer ärmeren Familie, die eine Farm betreibt, um die es nicht gut steht. Ihr Studium kann sie sich dank eines Stipendiums und eines Nebenjobs leisten. Sie ist sehr ehrgeizig und hat sich vorgenommen etwas in der Welt zu verbessern. Außerdem ist sie eine hoffnungslose Romantikerin. Kurz vor Beginn der Handlung im Buch wurde sie von ihrem Ex-Freund betrogen und hat noch mit der Verarbeitung zu kämpfen. Genau in dieser Gefühlslage laufen ihr Conner und Wes über den Weg. Sie ist eine sympathische, ehrliche, aber auch einfache Protagonistin.


    Bewertung


    Nur durch den Klappentext hatte ich eher mit einer 0815-Dreiecksgeschichte gerechnet. Durch den Prolog habe ich mich sehr gut mit der Freundschaft von Wes und Conner identifizieren können, wodurch ich während des ganzen Buches Angst um diese besondere Freundschaft hatte. Die Dreiecksgeschichte war interessant und hat mich immer wieder mit fiebern lassen, wenn Wes und Autumn sich begegnet sind. An manchen Stellen hätte Autumn meiner Meinung nach allerdings merken müssen, dass etwas nicht stimmt (Gedichte sind Bestandteil von Wes' Studium, nicht von Conners; die Stimme am Telefon hätte ihr auffallen müssen; die Gespräche mit Wes;…). Relativ spät wurde sie dann auch tatsächlich skeptisch. Auch Conner sieht lange nicht, dass auch Wes Gefühle für seine Freundin hat. Durch ihre starke Freundschaft hätte ihm das doch auffallen müssen. Er bemerkt es, allerdings kam auch das für mich ein wenig spät - das macht wiederum seinen Charakter rund, da er nicht der Typ ist, über so etwas nachzudenken.


    Der Wendepunkt der Handlung hat mich total baff gemacht. Plötzlich ging alles so schnell und ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Für mich hat diese Wendung das Buch herausgerissen und meine 0815-Meinung geändert. Vor allem das Ende war ein Cliffhanger, der den Leser in der Luft hängen lässt. Achtung Spoiler: Lediglich über die Zeit in Syrien hätte ich gerne mehr erfahren - Hat Autumn noch Briefe bekommen? Was denkt Conner nachdem er Autumns Vermutung weiß?  Da dieser Teil der Handlung so schnell ging und es viele Zeitsprünge gab, kamen leider auch die Emotionen nicht mehr so rüber, wie es das Buch verdient hätte.


    Die Sprache mit der das Buch geschrieben ist hat einen lyrischen Touch und die Wortwahl ist ebenfalls emotional und gewählt. Cool fand ich auch den Bezug zum Titel, der erst ganz am Ende aufgedeckt wird und tatsächlich einen klaren Zusammenhang zum Inhalt des Buches hat.


    Fazit


    Das Buch hat mich positiv überrascht und hat mir sehr gut gefallen. Wie bereits gesagt hat die Wendung in der Handlung für mich den Ausschlag gegeben. Grob hat mich das Buch an den Film "Pearl Harbor" erinnert. Vor allem hat mir Wes als männlicher Hauptcharakter gefallen; er war für mich ein runder und authentischer Charakter. Das Ende ist emotional und lässt viele Fragen offen - es macht gespannt auf den zweiten Band

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    • weiblich
    • 19.09.1994

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