TamiraS

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    Cover des Buches Die Tribute von Panem X9783789120022

    Bewertung zu "Die Tribute von Panem X" von Suzanne Collins

    Die Tribute von Panem X
    TamiraSvor 7 Tagen
    Kurzmeinung: Inmitten der 10. Hungerspiele singt ein Vogel – und lockt eine Schlange aus ihrem Versteck. Bestürzend, erschreckend – großartig!
    Auch die zehnten Hungerspiele waren ein voller Erfolg - bestürzend, erschreckend, großartig

    Zehn Jahre sind seit dem Ende des Bürgerkriegs vergangen, doch noch immer spüren die Bewohner Kapitols die Nachwirkungen. Die Straßen sind zerbombt, viele Kinder ohne Eltern und ehemals reiche Familie stehen kurz vor dem Bankrott. Um den noch schwelenden Funken der Rebellion zu löschen, wurden nach Kriegsende die jährlichen Hungerspiele ins Leben gerufen: Ein Spiel auf Leben und Tod, in dem 24 Jungen und Mädchen aus den zwölf Distrikten sich so lange bekämpfen müssen, bis nur noch einer von ihnen am Leben ist. Nur die Bewohner des Kapitols sind von den Hungerspielen ausgenommen.

    Coriolanus‘ Familie stammt aus dem Kapitol und besitzt nichts mehr, als ein großes Apartment und einen alten Namen. Essen können sie sich kaum leisten und da Coriolanus noch zur Schule geht, ist das Einkommen seiner Cousine Tigris als Assistentin einer Schneiderin alles, was sie und ihre alte Großmutter über Wasser hält.

    Doch Snow landet immer oben, und als Coriolanus zu den Schülern gehört, die zum ersten Mal in der Geschichte der zehnjährigen Hungerspiele die Rolle eines Mentors für jeden Tribut aus den Distrikten übernehmen sollen, ist es nur ein kurzer Schock, dass er den Teilnehmer zugeteilt bekommt, der die geringsten Chancen hat zu gewinnen: Das Mädchen aus Distrikt 12.

    Doch als Lucy Gray Baird’s Name bei der Ernte gezogen wird, verblüfft sie bereits in den ersten Minuten ihrer Berühmtheit Distrikt 12, das Kapitol und Coriolanus gleichermaßen.

    Und so macht sich Coriolanus daran, sein Mädchen zur Favoritin und ihn zum Gewinner der Hungerspiele zu machen …

     

     

    Als begeistertet Panem-Fan der ersten Stunde, hat Katniss Everdeen – das Mädchen, das in Flammen steht – einen besonderen Platz in meinem Herzen. Nicht gerade gefühlsvoll, aber voller Mut, Gerechtigkeitssinn und Güte ist sie eine Heldin, wie ich sie nur selten kennengelernt habe. Und da wir Snow bereits aus der später spielenden Original-Reihe kennen, wissen wir, dass er keinen solchen Platz in unseren Herzen einnehmen wird. Es machte mir große Angst, dass Suzanne Collins aber genau das versuchen würde: Snow zu einem Helden zu machen.

    Doch Coriolanus ist kein Held. Auch wenn er in seiner Jugend – in Panem X dürfte er um die siebzehn Jahre alt sein – nicht der Mann ist, der er später sein wird, ist sein Weg eindeutig erkennbar. Snow landet immer oben ist das Motto seines Hauses und Coriolanus tut alles, dem gerecht zu werden. Auch wenn er gute Dinge für Lucy Gray tut, ist es letztendlich nur der Effekt, der ihr zugutekommt: in Wirklichkeit ist er es, dem immer seine Sorge gilt.

    Das könnte natürlich beim Lesen zum Problem werden. Der Leser (ich zumindest) erwartet eine Figur, an die er sein Herz verlieren kann, gerade, wenn die Geschichte so grausam wie die Panem-Reihe ist. Und in Coriolanus kann man den nicht wirklich finden.

    Doch die Geschichte war großartig. Die erdrückende Atmosphäre, die auch noch wenige Jahre nach Kriegsende herrscht, trifft einen genauso hart, wie es in Katniss Everdeen’s Welt war – und das, obwohl wir uns im Kapitol, im Herzen des Feindes befinden. Dass Collins das geschafft hat – vor allem mit der Voraussetzung, den Gegenspielers Katniss‘ in den Mittelpunkt der Geschichte, ihn zum Protagonisten zu machen -, finde ich bemerkenswert.

     

    Zum Schluss bleibt mir nur zu sagen, dass das Buch eine Wucht war und mich genauso hart traf, wie es damals Tödliche Spiele getan hat.

     

    Großartig.

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    Cover des Buches Das Bild9783453436879

    Bewertung zu "Das Bild" von Stephen King

    Das Bild
    TamiraSvor 14 Tagen
    Kurzmeinung: Erschreckend, bösartig - und absolut empfehlenswert
    Erschreckend, bösartig und absolut empfehlenswert

    Rosie Daniels ist gefangen in der Hölle und ihr Ehemann Norman der Foltermeister. Alles Schlimme, das man sich vorstellen kann, hat er ihr angetan und vierzehn Jahre lang hat Rosie diese Folter ertragen.

    Bis ein Tropfen Blut – kaum größer als eine Münze – Rosie aus dem Alptraum reißt, aus dem sie nicht erwachen konnte.

    Hals über Kopf flüchtet sie vor Norman, sucht Hilfe in einem Frauenhaus und fängt, langsam und verängstigt, ein neues Leben an.

    Als sie in einer Pfandleihe den letzten Gegenstand, der sie an ihr altes Leben erinnert, versetzen will, entdeckt sie das Gemälde einer blonden Frau, die mit dem Rücken zum Betrachter den Blick über ein Tal und einen verfallenen Tempel gleiten lässt. Rosie fühlt sich mit dem Bild verbunden; vollkommen irrational folgt sie einer Eingebung und tauscht ihren alten Verlobungsring gegen das Bild.

    Das Gemälde zieht sie immer weiter in seinen Bann und auch, wenn es nicht möglich ist, glaubt Rosie immer neue Dinge darauf zu entdecken. Dinge, die vorher nicht dagewesen sind.

    Während Rosie sich ein neues Leben aufbaut, brodelt Normans Wut auf seine Ehefrau immer weiter. Doch auch, wenn Rosie kaum Spuren hinterlassen hat, ist ihr Norman dicht auf den Fersen, denn als Polizist weiß er, wie man Menschen findet. Und wenn er Rosie gefunden hat, wird er mit ihr Reden: aus der Nähe.

     

    Das Bild gehört – so ging es mir bereits beim ersten Lesen und nun, beim Re-Read gut fünfzehn Jahre später, ist es nicht anders – meiner Meinung nach zu den besten und erschütterndsten Romanen, die King geschrieben hat und ist, leider, sehr unterschätzt.

    Norman Daniels ist einer der schlimmsten Bösewichte, die man sich vorstellen kann: er ist nicht nur grausam und clever, er ist ein absolutes Monster, der Teufel in Menschengestalt und das, was er Rosie (und Menschen, die ihm im Weg stehen) antut, ist unvorstellbar und brachte mich – und eigentlich bin ich hart im nehmen – fast an meine Grenzen. Man wünscht ihm den Tod, und gleichzeitig Rosie, dass sie ihm endgültig und für immer entkommen kann.

     

    Ein tolles und erschreckendes Buch und absolut empfehlenswert.

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    Cover des Buches Vardo – Nach dem Sturm9783453292369

    Bewertung zu "Vardo – Nach dem Sturm" von Kiran Millwood Hargrave

    Vardo – Nach dem Sturm
    TamiraSvor einem Monat
    Kurzmeinung: Atmosphärisch und düster - selbst ein Scheiterhaufen kann die Kälte nicht vertreiben. Großartig!
    Atmosphärisch und düster - ein großartiger Roman

    Der Sturm kam heran wie ein Fingerschnipsen. Im Nachhinein werden das die Frauen von Vardo sagen, wenn der Schmerz nicht mehr so groß ist. Er kam heran, schlug zu und nahm der Insel Vardo zusammen mit den Männern auch die Zukunft.

    So schien es zu Beginn, denn die Frauen fangen an, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und die Dinge zu erledigen, die sonst den Männern vorbehalten war.

    Doch für Frauen schickt es nicht, auf Fischfang zu gehen, Rentiere zu schlachten und, Gott bewahre, Hosen zu tragen. Und so sendet der König einen Kommissar auf die Insel, mit der Absicht, die Frauen auf den Weg Gottes zurück zu führen und dieser beschreitet einen Pfad voller Beschuldigung und Denunziation …

     

    Nicht nur der Sturm kam wie ein Fingerschnipsen, auch Vardo erwischte mich absolut überraschend. Mit einer drückenden, düsteren Atmosphäre, einer Kälte, die einen in die Knochen kriecht und bis auf den letzten, erschütternden Seiten nicht mehr verlassen will, trifft Vardo so tief ins Herz und gleichzeitig wie ein Schlag in die Magengrube, dass die vierhunderte Seiten gleichzeitig zu wenig und zu viel sind.

    Man will einerseits länger verweilen, denn der Sog, den Kiran Millwood Hargrave erzeugt, ist so stark, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte. Andererseits ist das Schicksal der beiden Frauen, denen wir folgen – Maren, eine junge Frau aus Vardo, die im Sturm ihren Verlobten verlor und Ursa, die an den Kommissar verheiratet wurde -, so tragisch und dramatisch, dass es eigentlich keine Freude sein kann, darüber zu lesen. Häufig will man über die Dummheit und Bosheit der Menschen den Kopf schütteln.

    Doch immer ist da auch ein Funken Hoffnung in all der Düsternis – die Freundschaft der Frauen -, was das Buch ein wenig von seiner Traurigkeit nimmt.

     

    Ein großartiges Buch und eine absolute Überraschung!


    P.S.: Das Buch orientiert sich an den Hexenprozessen, die aufgrund der Sturms in Vardo stattfanden. Daher sind Teile der Geschichte sehr brutal und da wahr, extrem erschreckend. 

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    Cover des Buches Das Haus der tausend Welten9783453319790

    Bewertung zu "Das Haus der tausend Welten" von T. S. Orgel

    Das Haus der tausend Welten
    TamiraSvor einem Monat
    Kurzmeinung: Kaum zu unterscheidende Charaktere und eine zähe Storyline haben mir dieses Buch leider bitter gemacht
    Schwer zugänglich und unendlich zäh

    In Atail steht ein Haus von dem die Legende sagt, es beherberge tausend eigene Welten, schreckliche Bestien und Schätze, die man nicht träumen kann.

    So schlägt es viele Abenteurer immer wieder in die Hallen des Hauses, doch keine von ihnen kehren wieder.

    Als sich mehrere Gruppen von Abenteurern aufmachen, das Haus zu erforschen und reicher zu werden, als es die Vorstellungen erlaubt, erfährt der Leser, was hinter den vielen Türen lauert …

     

    Manchmal gibt es Bücher, die will man so sehr lieben, dass einem gar nicht bewusst wird, wie lange man sich damit quält.

    Leider, leider war Das Haus der tausend Welten so ein Buch.

    Die Prämisse klingt toll: Eine Gruppe Abenteurer will ein altes Haus erforschen, das von Innen größer ist als von außen (Allons-y!) – eine Zauberin, eine Kriegerin, ein Dieb, ein Mönch und eine Reisende (die sich als Bardin herausstellt: noch besser!), fast so, als würde man in einem RPG eine Party erstellen. Jeder Charakter hat eine Rolle zu spielen und dementsprechend auch seine Eigenheiten.

    Doch über mehr als 350 Seiten hinweg war es kaum möglich, die Charaktere auseinander zu halten, denn ihre innere Stimme ist absolut identisch. Egal, ob wir Fuchs (dem Dieb) oder Ako (der Sängerin) folgen, ihre Denkweise und somit die Erzählart ist gleich. Dass wir zudem nicht eine Gruppe begleiten, sondern mehrere, tut ihr übriges.

    Vielleicht lag es an mir, denn High-Fantasy schafft es nur auf eine Art, mich zu begeistern: mit den Charakteren.

    Ich brauche einen Kvothe, eine Arya, einen Tyrion oder einen Hadrian, einen Bilbo Beutlin oder einen Revolvermann, um epische High-Fantasy (ok, der dunkle Turm ist keine echte High-Fantasy, but: who cares?) genießen, lieben zu können.

    Und hier konnte ich das nicht finden.

    Dass ich zudem über mehrere hundert Seiten hinweg kaum einen roten Faden erkennen konnte (ach: gar keinen), tat sein Übriges. Die Geschichte zog sich, denn ich verstand auch nach der „Erklärung“ des Hauses nicht, weshalb die Figuren ihre Reise unternehmen, denn von ihrer Vergangenheit erfahren wir nichts bis kaum etwas.

     

    So kann ich leider sagen, dass dieses Buch eine große Enttäuschung für mich war und ich es nach mehr als 350 quälenden Seiten abbreche – etwas, da bei mir äußerst selten gescheht.

     

    Schade.

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    Cover des Buches Das Dorf der toten Seelen9783959674232

    Bewertung zu "Das Dorf der toten Seelen" von Camilla Sten

    Das Dorf der toten Seelen
    TamiraSvor einem Monat
    Kurzmeinung: Was wie ein Found-Footage-Film in Romanform klingt, entpuppt sich als kindliches und stilistisch enttäuschendes Teenager-Drama. Schade!
    Enttäuschend - blieb hinter den Erwartungen zurück

    Silvertjärn ist ein kleines Dorf. Nur gut eintausend Seelen leben dort bis in die fünfziger Jahre hinein – die meisten Familien von den Minen und dem Bergbau. Doch als der Bergbau eingestellt und die Minen geschlossen werden, rutschen viele der Einwohner in die Armut und die Alkoholsucht. Es gibt nur wenig Arbeit und noch weniger Geld.

    Als dann ein Mann in die Stadt kommt – charismatisch und gutaussehend -, folgen die Einwohner diesem wie Schafe einem Hirten, in der Hoffnung, wieder ein wenig Licht in ihr Leben zu bekommen.

    Sechzig Jahre später ist alles, was von dem Ort noch übrig ist, leere Häuser und ein Mythos über das spurlose Verschwinden über Nacht von eintausend Menschen und einem einzigen Säugling, der zurück gelassen wurde.

    Was ist mit der Dorfgemeinschaft passiert? Wohin sind sie verschwunden? Und wieso wurde dieses eine Kind zurückgelassen?

    Die junge Alice will eine Dokumentation darüber drehen und genau diese Fragen aufwerfen und, vielleicht, sogar beantworten. Doch angekommen in dem vermeintlich verlassenen Dorf, passieren plötzlich seltsame Dinge …

     

    Äußerst gespannt war ich auf diesen Roman, der wie ein richtiger Found-Footage-Film in Buchform klingt (naja, nicht ganz, denn schließlich erfahren wir die Geschichte von Alice „live“ und nur die Vergangenheit durch gefundene Briefe). Ich wollte Spannung, unheimliche Geräusche in der Nacht, die Protagonisten nur geschützt durch eine dünne Zeltwand, Schatten, die hinter Häuserecken verschwinden und Gruppen, die sich – entgegen jeder Überzeugung, aber dafür schön klischeehaft (bei Horror habe ich kein Problem mit Klischees, finde sie oft sogar toll, fast nostalgisch) – trennen und einzeln plötzlich verschwinden und später, etwas weniger lebendig, wieder auftauchen. Ich wollte junge Menschen, die sich zanken und streiten, vielleicht sogar ein wenig sexuelle Spannung und am Ende einen Überlebenskampf, der mich zittern lässt.

    Bekommen aber habe ich einen leidlich spannenden Roman, dessen Protagonisten mir vorkamen wie fünfzehn und die absolut farblos blieben. Streit gab es, ja, aber weder fühlte ich den Hass, noch kam es mir vor, als wäre er mehr als eine kindliche Zankerei zwischen Teenagern (was er eigentlich allerdings war, jedoch überhaupt nicht bei mir als wichtig ankam). Alice eingeschnappt, ein anderer mit Augenrollen, der Dritte roboterhaft fröhlich und hilfsbereit, mit einer absolut unnachvollziehbaren Wesensänderung im Verlauf der Story.

    Das lag alles nicht daran, dass die genannten Gründe und Entwicklungen nicht wichtig oder nachvollziehbar gewesen wären, sondern einfach an dem leider sehr unausgegorenen Schreibstil, der keinerlei Mitgefühl oder Sympathie für die Figuren wecken konnte. (ich kann mich bereits jetzt an die Namen der anderen kaum noch erinnern)

    Das hätte natürlich die Geschichte selbst wettmachen können (und die Storyline der Vergangenheit mochte ich sogar recht gerne, wobei ich hier jedoch nicht zu viel verraten will), jedoch wirkten die (leider nicht genug) unheimlichen Szenen aufgesetzt und kein bisschen dramatisch.

     

    Leider für mich eine ziemliche Enttäuschung – trotz oder vielleicht wegen meiner großen Vorfreude.

     

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    Cover des Buches Das geheime Glück9783453359925

    Bewertung zu "Das geheime Glück" von Julie Cohen

    Das geheime Glück
    TamiraSvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Sehr viele schwere Themen vereint in einem Buch, das durch einen stilistischen Kniff zu einem Pageturner wird - sehr empfehlenswert!
    Schwer und berührend

    Im September 2016 beschließt der achtzigjährige Robbie, den Freitod zu wählen. Er leidet unter einer frühen Form von Alzheimer und weiß, dass es mit seinem Gedächtnis nicht mehr besser wird. Bevor er nicht mehr dazu in der Lage ist, entscheidet er sich dazu, seiner Frau Emily diese schwere Last zu nehmen – und lässt sie allein zurück mit einem großen Geheimnis, von dem nur sie beide wussten.

     

    Die Geschichte über das liebende Paar Emily und Robbie führt uns rückwärts durch die Zeit und durch das Leben der beiden Protagonisten. Wir begleiten sie durch ihre Hochs und Tiefs, ihren Kinderwunsche, ihre Vergangenheit, ihr Kennenlernen – doch alles wird überschattet von einem großen Geheimnis, dessen Last so groß und schwer ist, dass sowohl Emily als auch Robbie manchmal darunter erdrückt zu werden scheinen.

     

    Es fällt mir schwer, mehr über die Geschichte zu verraten, denn durch den stilistischen Kniff des rückwärts Erzählens fiebert man jeder neuen Erkenntnis entgegen, die ein wenig von der Vergangenheit aufdeckt, was jedes weitere Wort über die Geschichte als zu viel erscheinen lässt.

    Trotz dieser Erzählart schafft es die Autorin, eine sichtbare Entwicklung ihrer Protagonisten voranzutreiben, nur eben in die umgekehrte Richtung. Gleichzeitig ist man jedoch immer traurig, einen Zeitabschnitt hinter sich zu lassen, denn wir wissen, dass die Zukunft der beiden bereits vorbei ist. Ein ungewöhnliches Gefühl beim Lesen, denn das Hoffen-auf-Glück-am-Ende bleibt so irgendwie auf der Strecke.

    Dennoch stehen Robbie und Emily einem sehr nahe und den Schmerz, den sie erfahren, kann man beinah spüren. Dass die Geschichte dabei teilweise ein wenig süßlich, ein wenig kitschig ist, kann man verkraften.

    Dieses Buch hat mich tief berührt und überrascht, denn es befasst sich mit vielen schweren Themen, die in unserer Gesellschaft gerne totgeschwiegen werden und daher sollten geneigte Leser, die einen netten Liebesroman erwarten, zweimal darüber nachdenken, sich dieser Lektüre zu widmen.

    Wer sich daran jedoch nicht stört, könnte große Freude – und auch Traurigkeit – mit diesem Roman haben.

    Ein Buch, das nachwirkt. Großartig!

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    Cover des Buches Das Buch der verborgenen Dinge9783453320352

    Bewertung zu "Das Buch der verborgenen Dinge" von Francesco Dimitri

    Das Buch der verborgenen Dinge
    TamiraSvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Mystisch und gefährlich - wie ein Märchen für erwachsene Leser
    Mystisch und unheimlich - ein Märchen für erwachsene Leser

    Jedes Jahr treffen sich die Jugendfreunde Fabio, Mauro, Tony und Arturo in Casalfranco – jenem Dorf, in dem sie aufgewachsen sind. Doch es ist nicht die Nostalgie, die sie in ihre Heimatstadt zurücktreibt, denn Fabio, Mauro und Tony sind froh, die kleine Stadt, die sie selbst kleingehalten hat, zurückgelassen zu haben. Nur Art lebt wieder in dem Dorf ihrer Kindheit – ausgerechnet der intelligente, wissbegierige und außergewöhnliche Art.

    Doch in diesem Jahr erscheint Art nicht. Als sich die Männer auf die Suche nach ihm machen, finden sie sein Haus überstürzt verlassen vor – und von Art fehlt jede Spur.

    Völlig unvorbereitet beigegeben sie sich auf die Suche nach Art – und finden dabei heraus, dass Art sich in letzter Zeit enorm verändert haben muss …

     

    Bereits nach wenigen Seiten fühlt der Leser, dass die Geschichte um Arts Verschwinden, die abwechselnd von den zurückgebliebenen Männern Fabio, Mauro und Tony erzählt wird, mysteriöser ist, als es zu Beginn den Anschein hat. Seltsames scheint hier vorzugehen und immer wieder ist es Art, um den sich diese merkwürdigen Dinge drehen. Ist Art vollkommen verrückt geworden? Warum hat er eine Folterkammer in seinem Haus? Welche Verbindung hat er zur Mafia im Ort und woran hat er in den letzten Monaten gearbeitet?

    Hier wird man lange im Dunkeln gelassen – übernatürlich oder nicht? Selbsterwählt verschwunden oder entführt?

    Freiwillig oder nicht?

    Immer wieder stehen die drei Männer vor Hindernissen – Fremdeinwirkungen oder selbst auferlegt. Denn auch, wenn sie sich einreden, es geschafft zu haben, Casalfranco zu entfliehen, greift der lange Schatten der Stadt immer noch nach den Männern – egal, ob sie, wie Fabio, ihr Leben als gescheiterter Modefotograf in London fristen oder wie Mauro durch Tricksereien Geschäftsleuten dabei helfen, Steuern zu sparen.

    Und mit der Stadt auch Art. Denn Art war kein gewöhnlicher Mann. Gesegnet mit einer unglaublichen Intelligenz und (vielleicht) gestraft mit einer Wechselhaftigkeit, war er immer „der Besondere“ unter ihnen. Alle waren überzeugt, dass aus Art etwas Großes werden würde – nur um dann wie vor den Kopf gestoßen zu werden, als Art sein Leben zu vergeuden scheint und, am schlimmsten, wieder nach Casalfranco zurückkehrt.

     

    Während Fabio, Mauro und Tony nach Art suchen und sich dabei den Hindernissen stellen müssen, die Ihnen das Erwachsensein vor die Füße wirft, schwebt über allem dieses Gefühl von Unwirklichkeit, mystisch, fast so, als befände man sich auf der falschen Seite der Mauer ins Märchenland und dürfte nur erahnen, welche Wunder dort auf einen warten, wenn man sie denn nur erklimmen möge.

    Oder Monster.

     

     Hervorragend!

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    Cover des Buches Im Schatten des Kronturms9783608985696

    Bewertung zu "Im Schatten des Kronturms" von Michael J. Sullivan

    Im Schatten des Kronturms
    TamiraSvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Die großartigen Charaktere tragen die Geschichte: gehört mit zu dem unterhaltsamsten, das das Genre derzeit zu bieten hat
    Großartige Charaktere und spannende Unterhaltung - wunderbar!

    Hadrian ist in Vernes gerade erst von dem Schiff gestiegen, da wird er auch schon ausgeraubt. Doch der Dieb ist weniger Schurke als Führer, denn der junge Mann namens Pickles will Hadrian nur – sehr zu dessen Leidwesen – helfen und durch die Stadt führen, damit er das letzte Schiff besteigen kann, dass Hadrian nach Colnora und in die Nähe der Sheridan-Universität, seinem eigentlich Ziel, führt.

    Und auch, wenn Hadrian keinen Kampf fürchtet, scheint es sein Glück gewesen zu sein, denn in Vernes wütet ein gefährlicher Mörder, vor dem die anderen Fahrgäste der Fähre flüchten.

    Doch bereits kurze Zeit nach der Abfahrt entdeckt Hadrian einen verhüllten Mann, der mit niemanden spricht und sein Gesicht hinter einer dunklen Kapuze versteckt. Wenig später verschwindet der erste Mann vom Schiff.

    Ist es möglich, dass der Mörder von Vernes mit ihm auf dem Fluss reist?

     

    Im Schatten des Kronturms ist ein Prequel zur Riyria-Reihe, die mit dem Auftaktband Der Thron von Melengar begann und kann, wenn gewünscht, auch unabhängig von den Original-Büchern gelesen werden.

    In der, nennen wir sie mal Original-Reihe, sind Hadrian und Royce bereits ein eingefleischtes Team, und das seit zwölf Jahren. Unter dem elfischen Namen Riyira verbreiten sie nicht nur Angst und Schrecken, sondern auch Ehrfurcht. Denn die beiden sind als die größten Diebe des Landes bekannt: Ein Mann ein unerschrockener Meuchelmörder, den niemand kommen und hört und der im Dunkeln zu sehen scheint und ein anderer mit drei Schwertern – und mit allen dreien soll er umgehen können.

    Doch wogegen Hadrian und Royce, trotz oder weil ihres liebevollen Geplänkels in Riyiria bereits beste Freunde sind, hassen sich die beiden bei ihrem ersten Treffen. Hadrian ist von Royce’s Kälte entsetzt und Royce von Hadrians Gutgläubigkeit mehr als belustigt. Doch das Schicksal in Form eines alten Professors zwingt sie zusammenarbeiten und ebnet dadurch das Fundament für ihre spätere Freundschaft.

    Als großer Fand der Original-Reihe war es für mich ein absolutes Feuerwerk, Hadrian und Royce bei ihren ersten Schritten zu begleiten. Obwohl sich die beiden eindeutig nicht leiden können, ist es umso schöner ihrem Schlagabtausch zu folgen, wenn man weiß, wie tief ihre Freundschaft später sein wird. Die beiden Charaktere sind, trotz der schlimmen Dinge, die sie (besonders Royce, aber auch Hadrian) getan haben, die Pfeiler der Geschichte. Denn man kann nicht anders, als sie zu mögen (und, in meinem Fall, zu lieben).

    Die Riyira-Reihe – sowohl Original, als auch Prequel – mögen vielleicht nicht die Komplexität eines Lied von Eis und Feuers oder Spiel der Götter erreichen und bleiben in einer klassischen Fantasywelt mit ebenso klassischen Fantasyfiguren verwurzelt, doch die Protagonisten sind mir mit der Zeit mehr als nur Freunde geworden.

     

    Wer auf der Suche nach einer Abenteuergeschichte ist, die von starken und liebenswerten Helden getragen wird, wer gute Unterhaltung und spannende Schwertkämpfe liebt und sich freut, wenn die Guten immer gewinnen, wird von Riyira nicht enttäuscht werden.

    Die Bücher gehören für mich zu den unterhaltsamsten Geschichten, die das Genre zu bieten hat.

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    Cover des Buches Meine Schwester, die Serienmörderin9783351050740

    Bewertung zu "Meine Schwester, die Serienmörderin" von Oyinkan Braithwaite

    Meine Schwester, die Serienmörderin
    TamiraSvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Eine Schwesternbeziehung, deren Innigkeit nur von ihrer Schädlichkeit überschattet wird - bitterböse und faszinierend
    Bitterböse, faszinierend - großartig!

    Ayoola ist die hübschere der beiden Schwestern. Klein, zierlich, mit einer Haut wie flüssiges Karamell liegen ihr die Männer zu Füßen.

    Manchmal bleiben sie da auch – dank dem Messer in ihrem Rücken. Denn Ayoola hat ein wankendes Gemüt und da kann es schon einmal vorkommen, dass die Trennung von einem Mann endgültiger ist, als es die Allgemeinheit verlangt.

    Aber ein Glück hat Ayoola Korede – die pragmatischere der beiden Schwestern. Weniger gesegnet mit den Gaben, die Ayoola zu einer Schönheit machen, hat sie Stärken, wo Ayoola nur Schwächen hat. Korede ist systematisch, clever und tut alles, um ihre Schwester vor der Polizei zu schützen.

    Doch wo sollte Geschwisterliebe aufhören und das Gesetz beginnen?

     

    Dieses Buch habe ich sehnlichst erwartet. Aufwartend mit einer tollen Prämisse und einem nigerianischen Schauplatz, bietet Meine Schwester, die Serienmörderin nicht nur damit ein selten gelesenes Erlebnis, sondern macht aus dem Serienmörder eine Frau.

    Ich weiß, so etwas sollte man nicht feiern, aber zum Teufel noch mal: ich feiere es!

    Dieses Buch wartet mit kaum Spannung auf, denn von Anfang an wissen wir wer hier die Täterin ist und, seien wir ehrlich, wir wissen auch ziemlich genau, was passieren wird, und doch konnte ich es nicht aus der Hand legen. Und auch, wenn alle Personen des Romans – von der icherzählenden Korede angefangen, über die gegenüber Ayoolas Schwächen blinde Mutter hinweg bis hin zu Koredes Schwarm Tade (von Ayoola selbst will ich gar nicht erst anfangen!) – samt und sonders unsympathisch ist, hing ich an Koredes Lippen und wünschte mir für sie ein Happy End. Oder zumindest ein Ende in Freiheit.

    Der lockere Erzählstil, der der beinah schon nebenbei mordenden Ayoola und der verbitterten Korede viel Ernsthaftigkeit nimmt, trägt dazu bei, dass man keinerlei Mitleid empfindet. Nicht für die Opfer, nicht für Ayoola und auch ganz sicher nicht für Korede.

     

    Was sagt es also über mich aus, dass mich das Buch so begeistert hat?

    Darüber will ich lieber nicht nachdenken, aber wenn ihr makabre Geschichten liebt, in denen der Mord mal nicht so düster daherkommt und die zudem bitterböse enden, müsst ihr hier zugreifen.

    Grandios!

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    Cover des Buches Priest of Bones9783608964141

    Bewertung zu "Priest of Bones" von Peter McLean

    Priest of Bones
    TamiraSvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Kein Puzo, kein Martin und schon gar keine Mischung - am Ende bleibt zu wenig übrig
    Ein bisschen zu derb, zu einfach, zu wenig - trotz des hohen Spannungsbogens

    Der Krieg ist vorbei und Tomas Piety gehört zu den glücklicheren Männern und Frauen, die das Schlachten überlebt haben.

    Als er jedoch in seine Heimatstadt zurückkehrt, sieht er sich dem Elend gegenüber: Die Menschen hungern, haben keine Arbeit und alle von Tomas‘ Geschäften – von denen es einige gab – wurden von Fremdländern oder Mitgliedern der rivalisierenden Gang übernommen. Doch Tomas hat nicht viele Jahre des Krieges überstanden, um nun klein bei zu geben – und so beginnt er, sich seine Geschäfte mit der notwendigen Waffengewalt zurückzuerobern, um seinen alten Stand wiederherzustellen.

     

    Priest of Bones ist eindeutig ein Vertreter der Grimdark-Fantasy – und wer das allgemein nicht mag, wird an diesem Buch keine Freude haben.

    Ich selbst mag Grimdark (eine düstere Form der Fantasy, die sowohl in Sprache als auch der Handlung der Protagonisten deutlich das düstere der Welt aufzeigt. Heldenmut gibt es darin nur selten und Blut und derbe Sprache beherrschen die Seiten) nur bedingt. Der wohl bekannteste Vertreter des Genres ist Joe Abercrombie, der es jedoch mit der Klingenreihe auch nicht schaffte, mich zu hundert Prozent zu überzeugen. Doch Abercrombie erschuf mit Neunfinger Logan einen Charakter, den man lieben lernte, der im Innern ein guter Mensch war.

    Peter McClean hat das mit Tomas eindeutig nicht geschafft.

    Selten – und ich lese gern Fantasy – musste ich einem so unsympathischen Protagonisten folgen. Selten habe ich sooft über dessen herablassende Art und teilweise auch Dummheit (ja, ganz eindeutig, von Cleverness ist hier keine Rede, auch wenn Tomas sich das selbst gern einredet!) die Augen verdrehen müssen, und das, obwohl ich tatsächlich auch an den eigentlich bösen Charakteren fast immer Gefallen finde.

    Tomas mordet, brandschatzt und stiehlt nach Gutdünken, während er sich selbst hinter der Robe eines Priesters versteckt (wobei ich anmerken muss, dass, zumindest in Teil 1, der Fakt, dass Tomas Priester ist, eigentlich keine Rolle spielt. Ich frage mich noch immer, welchen Sinn das hatte …) und sich einredet, dass das „so gemacht wird“. Seine Art, die Dinge zu regeln, ist „das einzig Wahre“ und dabei ist er selbst ein tumber Spielball höherer Mächte – und braucht wirklich lange dazu, das zu bemerken.

    Ich hatte auf einen Michael Corleone in einer mittelalterlichen Fantasywelt, mit Magie anstelle von schweren Kanonen, gehofft – nur leider mit unserem Icherzähler nicht erhalten.

     

    Dass ich dem Buch trotzdem drei Sterne gebe liegt an der Geschichte selbst. Zugegeben, wir erreichen hier niemals die Genialität Mario Puzos oder, ich wage sie kaum zu nennen, einer Roten Hochzeit, trotzdem baut das Buch tatsächlich einen starken Spannungsbogen auf und, wenn man sich einmal an dem Schreibstil gewöhnt hat, fliegt man aufgrund dessen Einfachheit einfach durch die Seiten.

     

    Wer aber wie ich auf eine intrigante Welt, einem Littlefinger oder Tyrion als Protagonisten und harte Jungs mit weichem Kern gehofft hat, wird enttäuscht sein.

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