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TashaWinter

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches Der Verdacht (ISBN: 9783328601449)

    Bewertung zu "Der Verdacht" von Ashley Audrain

    Der Verdacht
    TashaWintervor 2 Monaten
    Abgründe

    Was passiert, wenn eine Mutter das Kind, das sie sehnlichst erwartet hat, nicht lieben kann? In Blythes leben scheint auf den ersten Blick alles perfekt zu sein. Mit Fox hat sie einen wunderbaren Mann an ihrer Seite und sein gesichertes Einkommen erlaubt es ihr zu schreiben, auch wenn sie dabei bisher nicht besonders viel Erfolg hat. Das Einzige, was den beiden zu ihrem Glück noch fehlt ist ein Kind. Zumindest für Fox ist das so und Blythe, die sich über ihren eigenen Wunsch Mutter zu werden zunächst gar nicht ganz sicher ist, schließt sich seinen Wünschen an.

    Doch von dem Augenblick als Violet das Licht der Welt erblickt weiß sie, dass dies hier nicht ihr erfüllter Traum ist. Viel mehr ist es ihr persönlicher Alptraum. Sie kann ihre Tochter nicht lieben, erträgt es kaum in ihrer Nähe zu sein und fühlt sich von ihr abgewiesen. Und auch ihr ist es fast unmöglich Violet das zu geben, was sie braucht.

    Ich habe als Leserin jeden Moment mit Blythe mitgefiebert, habe ihr Ausgestoßen sein aus der Gesellschaft gefühlt, als sie als Mutter in ihren eigenen Augen versagt hat. Ich habe ihre Angst gespürt, dass mit Violet etwas nicht in Ordnung sein könnte und ihr entsetzen, als sich die Anzeichen häuften, dass das tatsächlich so sein könnte. Blythe ist mit ihren Ängsten vollkommen allein. Führ ihren Mann, der sich als recht gefühlskalt entpuppt ist nicht was nicht sein darf. Ihn lehnt Violet nicht ab und in seinen Augen ist mit seiner Tochter alles in Ordnung. Von Blythe und ihrer Unfähigkeit der Mutterrolle zu entsprechen ist er enttäuscht und entsetzt und zieht sich weiter aus der Verantwortung. Und Blythe hat bald einen furchtbaren Verdacht, der die Familie nicht mehr spaltet.

    Auch Blythes eigene Beziehung zu ihrer Mutter Cecilia und deren Beziehung zu ihrer gewalttätigen Mutter Etta werden beleuchtet und so kann man erkennen, wie sich hier ein Trauma durch mehrere Generationen zieht. Der Versuch daraus auszubrechen, misslingt jedes Mal und auch Blythe wird letztlich zum Opfer ihrer eigenen Kindheit mit einer emotional vollkommen distanzierten Mutter. Die fast unerfüllbaren Erwartungen, die die Gesellschaft mit Müttern hat und die Art wie diese mit einer enormen Aufgabe oft fast allein gelassen werden, wird hier erschreckend ehrlich dargelegt.

    Mich hat das Buch sehr gefesselt und mit vielen Denkanstößen zurückgelassen. Spannender als sehr viele Thriller oder Horrorromane. Ein Blick in die Abgründe der menschlichen Psyche. Absolute Empfehlung.

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    Cover des Buches Brigid – Café Hannah Kurzroman (Café Hannah Kurzromane 2) (ISBN: B08TRM5FB2)

    Bewertung zu "Brigid – Café Hannah Kurzroman (Café Hannah Kurzromane 2)" von Ann E. Hacker

    Brigid – Café Hannah Kurzroman (Café Hannah Kurzromane 2)
    TashaWintervor 2 Monaten
    Eine junge Frau findet ihren Weg

    Was ich an den Café Hannah Romanen von Ann E. Hacker so sehr mag ist, dass hier sehr individuelle und starke Protagonistinnen auftauchen, die sehr lebensnah wirken. Sie haben ihre Fehler und auch ihre Leben sind nicht perfekt, aber sie haben allesamt Power und setzen diese auch im entscheidenden Moment ein. Sie sind keine Superheldinnen, sondern einfach Frauen. Sie sind verletzbar und manchmal ungerecht, aber sie sind echt.

    Eine Figur, die ich von Anfang an sehr mochte, ist Hannahs Freundin Brigid. Umso schöner finde ich es, dass gerade deren Leben in diesem Kurzroman näher beleuchtet wird. Brigid macht in der Geschichte einen großen Wandel durch. Von einem jungen Mädchen, das mit sieben Geschwistern in Galway aufwächst und den großen Traum hat Schriftstellerin zu werden, zu einer selbstbewussten Autorin. Und auch Hannah, die Titelgeberin der Romane taucht hier schon auf. Es ist spannend, eine jüngere Hannah kennenzulernen und zu sehen, welche Entwicklungen auch sie noch durchmachen wird.

    Ich mag auch den unaufgesetzten Stil der Autorin schon immer gern und mag die lockere Art, mit der sie ihre Geschichten erzählt, die aber dennoch immer Tiefgang haben. Achja, und ein ganz großer Pluspunkt ist noch, dass die Geschichte im wunderschönen Dublin spielt.

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    Cover des Buches schuld bewusstsein (ISBN: 9783750498952)

    Bewertung zu "schuld bewusstsein" von Sonja Weichand

    schuld bewusstsein
    TashaWintervor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Ein packender Roman mit einem Thema von großer Wichtigkeit.
    Ein wichtiges Thema, packend erzählt

    Anna möchte ein Buch über die Vergangenheit ihrer Oma in der Zeit des Dritten Reichs schreiben und reist deswegen nach Würzburg, wo diese das Ende des Krieges miterlebt hat. Zunächst wirkt dies wie ein ganz normales Vorhaben, aber schnell zeigt sich, dass irgendetwas nicht stimmt. Warum machen sich Annas Freunde Sorgen um sie? Woher kommen Annas Narben? Und warum nimmt die Recherche für das Buch sie so sehr mit? Liegt es nur an den neuen Informationen, die dabei zutage treten und die nicht unbedingt in das Bild passen, das Anna von der Vergangenheit bisher hatte?

    Noch spannender als Annas Geschichte finde ich jedoch die Geschichte der Großmutter Rosi als junges Mädchen, die parallel dazu erzählt wird. Rosi ist nicht nur eine Mitläuferin der Nazizeit, nein, sie ist überzeugte Anhängerin Hitlers, begeistertes Mitglied des BDM und verachtet ihren Vater, der Kriegsgegner ist. Es ist bedrückend und zugleich faszinierend, die Geschichte aus der Sicht dieser Ich-Erzählerin zu erleben. Es gelingt der Autorin zu zeigen, wie sie manipuliert wird, obwohl sie selbst diese Manipulation nicht bemerkt und sich bis weit über das vernünftige Maß hinaus an den Glauben klammert, dass der Krieg gewonnen werden kann. 

    Mir hat es sehr gut gefallen, wie die beiden Geschichten ineinander verwoben sind und auch Anna in der Gegenwart immer mehr von den Erinnerungen heimgesucht wird, von denen ihre Großmutter ihr erzählt hat. Die Erzählweise bringt einen sehr nahe an die Figuren heran, was im Fall einer überzeugten Nationalsozialistin manchmal schwer zu ertragen ist. Aber gerade deswegen halte ich dieses Buch für wichtig. Es ist leicht, Erfahrungen beiseite zu schieben und im eigenen Geist zu verdrehen, aber auch gefährlich. Das zeigt das Buch sehr deutlich.

    Es ist packend geschrieben, die letzten Seiten habe ich atemlos gelesen. Und ich hoffe, dass dieses wichtige Buch viele Leser:innen finden wird. 

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    Cover des Buches Zugvögel (ISBN: 9783103974706)

    Bewertung zu "Zugvögel" von Charlotte McConaghy

    Zugvögel
    TashaWintervor 8 Monaten
    Raue Schönheit

    Als die Küstenseeschwalben, die der letzte Anker der jungen Ornithologin Franny sind, beginnen zu verschwinden, beschließt sie, dass sie ihnen folgen muss. Sie heuert auf einem der letzten Fischerboote an und überzeugt den Kapitän davon, dass er den Vögeln folgen muss, die ihn auch zu den letzten Fischschwärmen führen werden.

    Frannys Welt ist der unseren gar nicht so unähnlich und gerade das macht es so erschreckend. So wie in unserer Welt bereits Bienen und andere Insekten mehr und mehr verschwinden, sind in der Welt von „Zugvögel“ bereits viele Tiere ausgestorben und im Verschwinden begriffen. Die Verzweiflung darüber spiegelt sich auch in Frannys tiefgründigem und verzweifelten Charakter wider. Sie hat in ihrer Vergangenheit einen schweren Verlust erlitten und trägt seitdem ein Geheimnis mit sich herum. In Rückblenden erfährt man mehr über die junge Forscherin, die an Bord des Fischerbootes zwischen dem rauen Kapitän und dessen Crew fehl am Platze wirkt. Man liest über ihre Kindheit in Australien, ihre Zeit im Gefängnis.

    Manchmal scheint sie selbst mehr wie ein wildes Tier als wie ein Mensch zu sein. Und sie hat ein ganz persönliches Ziel, das darüber hinausgeht, nur das Verhalten der Tiere zu erforschen.

    Die Sprache des Romans hat mich von Anfang an gefangen genommen. Man spürt, wie nah sich Franny den Vögeln und der Natur fühlt, wie sehr es ihr in Fleisch und Blut übergegangen ist, ihr Verhalten zu beobachten. Ganz besonders hat mich jedoch die düstere Zukunftsvision berührt, die in dem Roman dargestellt ist. Keine Naturkatastrophe, kein Einsturz eines Meteoriten, nein es ist ein stilles Sterben, das Charlotte McConaghy in ihrem Roman beschreibt und es schockiert umso mehr, da es so nah an der Realität ist.

    Ich habe auch sehr mit der Ich-Erzählerin gefühlt, deren innere Zerrissenheit und gleichzeitige Verbundenheit mit der Natur in jeder Zeile deutlich werden. Ein beeindruckendes Debut.

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    Cover des Buches Eine Reise durch Deutschland in 100 ungewöhnlichen Bildern und Geschichten (ISBN: 9783834230454)

    Bewertung zu "Eine Reise durch Deutschland in 100 ungewöhnlichen Bildern und Geschichten" von Wolfgang Rössig

    Eine Reise durch Deutschland in 100 ungewöhnlichen Bildern und Geschichten
    TashaWintervor 10 Monaten
    Gute Inspiration

    Aus verschiedenen Gründen wird ein Urlaub in Deutschland in den letzten Jahren immer attraktiver. Für uns als Familie mit vier Kindern unter elf Jahren ist allein schon eine kurze Anreise sehr verlockend. Sehr gespannt war ich deswegen auf die Tipps in dem Reiseführer von Merian. Der Titel ist hier Programm, denn tatsächlich ist der Reiseführer selbst wie eine fahrt durch Deutschland aufgeteilt. Er startet im Norden und dann geht es über Osten und Süden in den Westen. So kommen wir von den mythischen Kreidefelsen auf Rügen über den Harz und die Sächsische Schweiz nach Neuschwanstein und schließlich zum Kölner Dom und zur Burg Eltz.

    Schöne Bilder dienen hier als Inspiration, wobei die Auswahl mich manchmal ein wenig negativ überrascht hat. Die abgebildete Wendeltreppe der Anna-Amalia Bibliothek spiegelt für mich die bildschöne Künstlerstadt Weimar zum Beispiel nicht wirklich wider. Ebenso wenig zeigt sich die Schönheit der Mecklenburgischen Seenplatte in den zwei gezeigten Bildern. Hier wird eine Schwäche des Reiseführers deutlich, der es sich zum Ziel gemacht hat, auf etwas über 300 Seiten ganz Deutschland zu beleuchten. Es werden immer nur sehr kleine ausschnitte der jeweiligen Städte und Gebiete gezeigt, so dass man nie das Gefühl hat, dass der Inhalt dem, was man dort wirklich sehen und erleben kann gerecht wird. Die Texte sind informativ und geben einen Einblick in die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Orte.  Hier wird jeweils auch kurz auf Restaurants und Hotels in der Region hingewiesen. Es gibt meist ein oder zwei Empfehlungen, allerdings mit einem kurzen Text dazu, was einen hier erwartet.

    Das Buch kann auf jeden Fall als Inspiration dienen, um ein Reiseziel auszusuchen, eine Reiseroute zu planen oder auch auf Gegenden aufmerksam zu werden, die viel zu bieten haben und die man bisher noch gar nicht auf dem Radar hatte. Meiner Meinung nach empfiehlt es sich dann jedoch, sich mit der entsprechenden Region näher auseinander zu setzen sei es im Internet oder in einem weiteren Reiseführer. Zur Mitnahme in den Urlaub eignet sich das schwere Buch sowieso eher nicht.

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    Cover des Buches Talvars Schuld (ISBN: 9783426514344)

    Bewertung zu "Talvars Schuld" von Valerie Colberg

    Talvars Schuld
    TashaWintervor einem Jahr
    Liebe und Intrigen in einer antiken Welt

    Wir begleiten den jungen Tuvar Kadevis,  der in der Hauptstadt Kessel in die politische Elite eingeführt werden soll nachdem er seinen Militärdienst beendet hat. Der berühmte Redner und Stratege Malkar wird zu seinem Mentor und so wird Kadevis schneller als es ihm lieb ist in die Machtspiele und Intrigen von Kessel hineingezogen. Sehr bald trifft er nämlich auf Sotan Talvar, ein ehemaliger Kommandant, der vielleicht die Schuld am Tod von Kadevis‘ Eltern trägt, vor Gericht jedoch bereits vor vielen Jahren freigesprochen wurde. Kadevis und der charismatische Mann nähern sich einander an und dann ist da auch noch Talvars bezaubernde Tochter Lerina, für die Kadevis sofort tiefe Zuneigung verspürt.

    Von den ersten Seiten an wurde ich in die Geschichte hineingezogen. Mit großer Liebe zum Detail und einer gleichzeitig kunstvollen und lebendigen Sprache beschreibt die Autorin die Orte, die Kadevis kennenlernt und man fühlt sich als sei man selbst auf dem bunten Kesseler Markt, in Malkars reich geschmückten Räumen oder auf Talvars verwildertem Landgut. Kadevis ist ein Charakter mit einem großen Herz, sehr loyal und offenherzig, den man schnell liebgewinnt. Dennoch hat er Schwächen, die ihn menschlich machen. Man wünscht ihm von Anfang an, dass einer der anderen Menschen, denen er so viel Fürsorge entgegenbringt, ihm ebenso treu zur Seite steht.

    Genau darin liegt jedoch die Spannung des Buches, denn während Kadevis ein ehrliches Interesse daran hat, mit Malkar oder Talvar ein freundschaftliches Verhältnis aufzubauen scheint es schnell, als würden die zwei Konkurrenten ihn eher als Spielball benutzen, um ihre eigenen Interessen durchzusetzen. Talvar versucht Kadevis auf seine Seite zu ziehen, obwohl weiterhin der Verdacht besteht er könne für den Tod seiner Eltern verantwortlich sein und Kriegsbeute gestohlen haben. Malkar hingegen will ihn davon zu überzeugen, dass er Talvar erneut vor Gericht bringen muss, um die Ehre seiner Familie zu retten. Kadevis selbst entwickelt schnell innige Gefühle für Lerina und möchte ihr nicht schaden.

    Die Darstellung der Figuren hat mir unheimlich gut gefallen. Mein heimlicher Liebling ist Malkar, der stets unnahbar, oft sogar grausam wirkt und dennoch ein komplexer Charakter ist, bei dem man sich stets fragt, was sich hinter seiner Maske verbirgt und warum er derart unfähig ist, andere Menschen an sich heranzulassen. Talvar ist ebenfalls ein untypischer Gegenspieler, da man die Anziehungskraft, die er auf Kadevis ausübt, gut nachvollziehen kann. Sehr oft hat er mein Mitgefühl erregt, da er durch die Entstellung seines Gesichts, die aus dem Krieg rührt, nicht mehr wagt anderen Menschen ohne Verhüllung gegenüberzutreten und dadurch vereinsamt ist.

    Die Geschichte spielt in einer an die Antike angelehnte Gesellschaft, was ich äußerst spannend finde, da ich noch nicht viele Romane gelesen habe, die in dieser Zeit spielen. Die Autorin nimmt sich jedoch ihre Freiräume. So sind Frauen in dieser Gesellschaft zum Beispiel gleichberechtigt, nehmen hohe Positionen im Rat ein und sind oft das Oberhaupt der Familien. Autoren ändern oft sehr viel in historisch inspirierten Romanen, die Ungleichbehandlung von Frauen bleibt jedoch fast immer erhalten. Es ist sehr erfrischend zu lesen, wie jemand gerade dieses Detail verändert.

    Es würde mich freuen, weitere Romane dieser Art zu lesen und ich bin sehr gespannt auf weitere Werke der Autorin, die übrigens unter dem Pseudonym Kaja Evert „Flügel aus Asche“ veröffentlich hat.

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    Cover des Buches Café Hannah – Teil 3 (ISBN: 9783945932414)

    Bewertung zu "Café Hannah – Teil 3" von Ann E. Hacker

    Café Hannah – Teil 3
    TashaWintervor einem Jahr
    Viele Turbulenzen

    Es ist mal wieder Zeit für eine Tasse Tee und eines von Edis wundervollen Tortenstücken im Café Hannah. Im dritten Band wirkt es zunächst als sei alles in bester Ordnung. In der Blumengasse wird ein Sommerfest geplant, an dem das Café und Hannah natürlich maßgeblich beteiligt sind. Und Hannah ist nach wie vor in einer glücklichen Beziehung mit Klaus.

    Doch sehr schnell ziehen Wolken am Horizont auf. Hannah erhält ein Kündigungsschreiben, da der neue Vermieter die Räume des Cafés anders nutzen möchte und auch Klaus verhält sich bei ihrem Besuch mehr als seltsam und hat kaum Zeit für sie. All dies trifft Hannah hart und ihr unumstößlicher Elan bekommt einen tiefen Knacks. Gerade jetzt teilt ihr Sohn JJ ihr auch noch mit, dass er war vorhat aus den USA nach Deutschland zu kommen, aber nicht nach München, sondern nach Berlin. Auch hieran hat Hannah sehr zu knabbern.

    Aber sie ist nicht die einzige, die sich mit kleineren und größeren Problemen herumschlagen muss. So überlegt Edi zum Beispiel ob sie nach ihrer Trennung bereit ist, sich wirklich auf einen neuen Mann einzulassen und Svenja entdeckt, dass sie doch starke Gefühle für Ben hat und das, obwohl sie doch schon eine neue Beziehung eingegangen ist. Künstler Hubertus von Waldhausen hingegen setzt alles daran das Café zu retten und das, obwohl ihm Hannah doch einst ein Dorn im Auge war.

    Was mir auch an diesem Band wieder sehr gut gefallen hat ist die realistische Darstellung der Charaktere und ihrer Probleme. Und dabei geht es nicht nur um die typischen Liebesbeziehungen zwischen 20- bis 30jährigen, wie man es so oft kennt, sondern auch ältere Frauen und Männer bekommen ihren Raum. Gerade Frauen im Altern von 50 bis 60 entsprechen hier endlich mal nicht dem Klischee, sondern nehmen ihr Leben selbst in die Hand und wagen Neues. Leider absolute nicht selbstverständlich in Literatur. Auch abgesehen davon ist der cast von „Café Hannah“ angenehm divers, wenn zum Beispiel die Geschichte des syrischen Flüchtlings Halim beleuchtet wird.

    Ich lese die Romane, die von Ann E. Hacker mit viel Liebe zum Detail verfasst wurden unheimlich gerne und bin immer wieder verliebt in die schönen cover und Illustrationen im Buch. Übrigens auch eine perfekte Urlaubslektüre, auch wenn der Urlaub in diesem Jahr vielleicht nur auf Balkonien und im Café nebenan stattfindet.

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    Cover des Buches Pandatage (ISBN: 9783462053647)

    Bewertung zu "Pandatage" von James Gould-Bourn

    Pandatage
    TashaWintervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Etwas zu oberflächlich.
    Nicht wirklich tiefschürfend

    Ich muss leider sagen, dass ich mit dem Roman, obwohl der Klappentext wirklich interessant klang, nicht wirklich warm geworden bin. Auch wenn mich die Geschichte von Danny und Will als solche natürlich berührt hat, bin ich mit den Charakteren nicht wirklich warm geworden, was glaube ich unter anderem an einer oft recht distanzierten Sprache lag, die es mir nicht erlaubt hat, mich in die Personen einzufühlen. 

    Es geht um Danny, der im Vorjahr seine Frau Liz bei einem Autounfall verloren hat. Seitdem hat sein Sohn Will kein einziges Wort mehr gesprochen. Als Danny, um Mietschulden zu bezahlen in einem Pandakostüm auftritt, beobachtet er, wie sein Sohn gemobbt wird und greift ein. Will fasst fortan Vertrauen zu dem Panda.

    Ich glaube eins meiner Probleme war, dass ich die Figuren oft zu skurril dargestellt fand, um sie als Menschen mit echten Hintergründen und Problemen wahrzunehmen. Ivan mochte ich dabei noch am liebsten, wobei mich da die oft recht klischeehafte Darstellung gestört hat. Die Beziehung zwischen Will und dem Panda wirkte für mich zu schnell herbeigeführt und ging mir auch zu wenig in die Tiefe. Ich hatte gehofft, dass hierauf ein größerer Fokus der Geschichte liegen würde. Auch erschien es mir unlogisch, dass Will, der eigentlich ein wirklich intelligenter Junge ist, nicht durchschaut, dass sein Vater in dem Pandakostüm steckt. Für ein jüngeres Kind mag das möglich sein, aber in meinen Augen ist Will mindestens 11 Jahre alt.

    Ich finde persönlich, dass auch das Thema Mobbing zu oberflächlich behandelt wurde und die Darstellung der Lösung des Problems nicht realistisch. Manchmal war ich mir nicht sicher, was der Autor mit der Geschichte bewirken müsste, denn die derbe Sprache passte oft überhaupt nicht zum Inhalt und hat mich immer wieder herausgerissen.

    Trotzdem hat mir die Idee der Geschichte gut gefallen und es war an vielen Stellen herzerwärmend, wie Krystal, Ivan und auch Will Danny unter die Arme gegriffen haben. 


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    Cover des Buches Die Bagage (ISBN: 9783446265622)

    Bewertung zu "Die Bagage" von Monika Helfer

    Die Bagage
    TashaWintervor einem Jahr
    Starke Familiengeschichte

    Man nennt sie „Die Bagage“. Abgeschieden vom Rest der Welt leben Maria, Josef und ihre Kinder oberhalb eines Bergdorfes. Die Dorfbewohner tuscheln über sie, verachten und bewundern sie gleichzeitig, für Josefs männliche Ausstrahlung und Marias außergewöhnliche Schönheit. Als Josef in den ersten Weltkrieg gezogen wird, dauert es nicht lange, bis ein anderer Mann sich für Maria interessiert. Georg, der hochdeutsch spricht und kein Blatt vor den Mund nimmt. Der sie fasziniert und in den sie sich sehr schnell verliebt. 

    Monika Helfer versteht es diese Geschichte ihrer Abstammung so zu erzählen, als wäre man selbst in der kleinen Hütte, die Maria mit ihren Kindern bewohnt, als könnte man Georgs ansteckendes Lachen hören und die Wäsche im Wind wehen sehen. Man spürt beim Lesen wie sehr die Autorin selbst die Geschichte ihrer Großmutter beschäftigt und wie sehr diese Vergangenheit sie geprägt hat. Denn sie selbst ist die Tochter von Grete, dem vom Vater ungeliebten Mädchen, weil dieser glaubt, dass sie nicht sein eigenes Kind ist. Grete reagiert darauf, indem sie beinahe unsichtbar wird und der Autorin selbst wird in ihrem Leben immer wieder eingeschärft, nicht so zu werden wie die Großmutter, sich zusammenzunehmen und ihren Lebensweg nicht von der Schönheit prägen zu lassen, die sie von ihrer Großmutter geerbt hat. 

    Auch die anderen Kinder von Maria leben in dem Roman wieder auf. Der tierliebe Hermann, Lorenz, der so sehr nach dem Vater kommt und Katharina, die später Monikas strenge Tante Kathe wird. 

    Monika Helfer findet für ihre Geschichte eine offene und klare Sprache, die das Lesen leicht macht und doch von einer Tiefe ist, die einen jeden Moment miterleben lässt. Nur etwas über 150 Seiten ist ihr Roman lang, sie zieht nichts in die Länge, schmückt wenig aus und gerade dadurch erlangt ihre Erzählung eine Kraft, die einen in ihren Bann schlägt.


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    Cover des Buches Eisige Dornen (ISBN: 9783548291246)

    Bewertung zu "Eisige Dornen" von Jonas Moström

    Eisige Dornen
    TashaWintervor einem Jahr
    Ein fessenlder Krimi

    Der Fußballstar Henrik Borg wird tot in seinem Sommerhaus aufgefunden. Auf seiner Brust eine blaue Rose. Und bei diesem Mord wird es nicht bleiben.

    Für mich war „Eisige Dornen“ der erste Krimi von Jonas Moström, den ich gelesen habe und ich war mir anfangs nicht sicher, wie gut ich in die Reihe reinkommen würde, wenn ich mit Band vier beginne. Das war aber mit Hilfe des Personenverzeichnis am Anfang kein Problem. Nathalie Svensson als Hauptcharakter fand ich interessant und vielschichtig und ich fand es gut, dass es in dem Krimi auch um die Hintergrundgeschichten der Ermittler geht, da man so viel mehr mit ihnen mitfühlen konnte. Gerade, dass Nathalie nach ihrer Scheidung versuchen muss, Beruf und die Erziehung ihrer Kinder zu vereinen, fand ich spannend.

    Mir gefiel auch der Perspektivwechsel, da ich es mag, wenn man das Geschehen durch die Augen mehrerer Beteiligter erlebt. Besonders spannend fand ich es, dass auch aus der Perspektive des Täters erzählt wurde. Sehr schnell wurde man in die spannende Handlung des Krimis hineingezogen, was nicht zuletzt an den Cliffhängern lag und natürlich daran, dass man miträtseln konnte. Mir ist es dabei immer wichtig, dass man am Ende auch gut nachvollziehen kann, was genau geschehen ist und warum und das war hier der Fall. Es ist interessant, die Verstrickungen zu verfolgen und auch, wie sich nach und nach ein Motiv herauskristallisiert.

    Auch die Nebenhandlungen, in denen es unter anderem um Drogenhandel und Prostitution geht, tragen zur Spannung bei. 

    Insgesamt war es ein Genuss, den Krimi zu lesen und trotz der über 500 Seiten habe ich nicht lange dafür gebraucht. Die Ermittler und ihre Familien sind mir ans Herz gewachsen und ich möchte gern wissen, wie es mit ihnen weitergeht, vor allem mit Nathalie Svensson. Generell mag ich Krimis, die in Schweden spielen, und da auch der Schreibstil mir gefiel, werde ich sicher weitere Bände der Reihe lesen.


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