Tausendléxi

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    Cover des Buches Wir holen alles nach9783257071306

    Bewertung zu "Wir holen alles nach" von Martina Borger

    Wir holen alles nach
    Tausendléxivor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Das Buch ist unterhaltsam und recht flüssig geschrieben und die Thematik erfordert eine Auflösung.
    Ein gelungenes Buch!

    Wie geht man mit Verdachtsmomenten um? Wann entscheide ich richtig und wann falsch? Ist es gut Vermutungen preis zu geben? 


    Job und Kind unter einem Hut – die alleinerziehende Sina jongliert damit seit Jahren. Seit kurzem wird sie von ihrem neuen Partner Torsten dabei unterstützt. Und sie haben Ellen, Ende sechzig, die sich für Nachhaltigkeit einsetzt und das hat, was sich Sinas Sohn Elvis so wünscht: Zeit, Geduld – und einen Hund. Doch dann widerfährt dem sensiblen Jungen etwas Schlimmes. Da er sein Geheimnis nicht preisgibt, spinnt sich ein fatales Netz aus Gerüchten um die kleine Patchworkfamilie.

    So auf dem Buchrücken beschrieben


    Wir lernen die sympathische Ellen kennen, die mit Elvis eine wirklich gute Symbiose bildet. Der Junge scheint bei ihr gut aufgehoben. Für Ellen ist Elvis ein menschlicher und auch finanzieller Zugewinn. Denn seit dem Tod ihres geliebten Mannes Jock, führt sie ein bescheidenes Leben. Von ihren beiden erwachsenen Söhne möchte sie keine finanzielle Zuwendung.

    Sina, scheint die ewig gestresste Mutter zu sein. Sie jongliert zwischen Mutterpflichten und hohen beruflichen Anforderungen. Das geht immer wieder an die Substanz. Ihr Ex – Mann und Vater von Elvis ist ihr da keinerlei Stütze. Er ist ein unzuverlässiger Mensch. Dies schmerzt Sina und Elvis. Nun wohnt der neue Partner von Sina, Torsten, bei den beiden und Sina erhofft sich Liebe, Entspannung der Lage und ein richtiges Familienleben.

    Elvis ist ein unkomplizierter und sehr ruhiger Junge. Er liebt seine Mutter und fühlt sich bei Ellen sichtlich wohl. Dann wird er auf tragische Weise zu einem Opfer………….

    Die Autorin Martina Borger war mir bis dato völlig unbekannt, nach einigen Seiten spürte ich eine gewisse Art von Vertrautheit. Sie hat für mich so einen Monika Maron( Autorin ) Touch und das gefällt mir sehr gut. Das Buch ist unterhaltsam und recht flüssig geschrieben und die Thematik erfordert eine Auflösung. So fliegen die Seiten geradezu dahin. Ihr Stil ist ohne Schnörkel und klar. Martina Borger geht behutsam mit einem sehr heiklen Thema um und schaut genauer hin. Sie lässt uns teilhaben an Vermutungen und der Indiziensuche, was die Möglichkeit birgt, mehrere Personen zu verdächtigen. Doch sie hat ihre Story gut geplant und umgesetzt, somit hält sie den Spannungsbogen einwandfrei gespannt. Für mich ist Martina Borger eine Neuentdeckung die mich sehr positiv überrascht hat. Eine klare Leseempfehlung!

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    Cover des Buches Ein wenig Leben9783492308700

    Bewertung zu "Ein wenig Leben" von Hanya Yanagihara

    Ein wenig Leben
    Tausendléxivor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein wahrlich schrecklicher und sehr schöner Roman!
    Absolut Top!

    Willem, Malcom, JB und Jude werden schon in jungen Jahren enge Freunde, mit Höhen und Tiefen. Bekannt waren sie als < Boys in the hood<. 

    Willem ist das einzigste, überlebende Kind seiner Eltern. Er fühlt sich für Jude auf gewisse Weise verantwortlich und hinterfragt nicht das Tun und Handeln von Jude.

    Malcom, kommt aus gut situiertem Hause ohne jegliche Geldsorgen. Er ist Architekt und möchte endlich aus dem Schatten seines Vaters treten.

    JB, ist ein innerlich zerrissener Mensch. Er wird von seiner Kunst aufgerieben und auch aufgetrieben.

    Jude, in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, betört mit seiner charismatischen Art und verschleiert so etwas seine Gehbehinderung.

    Vier Leben zu einem großen Ganzen innigst verbunden. Jude, die gequälte Seele, keiner seiner Freunde weiß von seiner Vergangenheit. Er hält die furchtbaren Erlebnisse ganz tief unten in seinem gebeutelten Herz verborgen. Nur manchmal reagiert sein geschundener Körper und dann hat Jude sehr große Mühe seine Emotionen in Zaum zu halten. 


    > Bist du glücklich? < hatte er Jude einmal gefragt ( sie mussten betrunken gewesen sein).

    > Ich glaube, Glücklichsein ist nichts für mich<, hatte Jude nach einem kurzen Zögern geantwortet, so als hätte Willem ihm etwas zu essen angeboten, auf das er keinen Appetit hatte.

    > Aber für dich schon, Willem.< ( Seite 311)


    JB fügt, durch eine sehr unverschämte Aktion, dem starken Vierblättrigen – Freundschafts – Kleeblatt, empfindliche Risse zu. 

    Mein Fazit: Es fällt mir schwer diesem Buch wohl wirklich gerecht zu werden. Diese Männergemeinschaft  ist eine Ode an die Freundschaft. Eine Freundschaft mit gegenseitiger Zuneigung und Fürsorge. Sie wird gebeutelt und schwer geprüft. Diese miteinander verwobenen Leben, sind faszinierend beschrieben und vermögen so ein leichtes Abtauchen in diesen Roman. Ein Roman der mit gewaltigen Gefühlen randvoll gefüllt ist. Hanya Yanagihara hat in ihrem Buch > Ein wenig Leben< einen ganz besonderen Epos geschaffen. Alle Charaktere sind detailreich coloriert und in sieben Kapiteln zu finden. Die Stimmungen und Schwingungen vortrefflich herausgearbeitet. Da finden wir innigste Glückseligkeit aber auch den heftigsten, ja sogar brutalsten Schmerz. Und dennoch, oder gerade weil dieses Buch so konzipiert ist, ist es ein Buch zum verschlingen und abtauchen. Ein wahrlich schrecklicher und sehr schöner Roman. Große Leseempfehlung!

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    Cover des Buches Messer9783550081736

    Bewertung zu "Messer" von Jo Nesbø

    Messer
    Tausendléxivor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Konnte mich diesmal nicht überzeugen !
    Vorhersehbar!

    Rakel, die große Liebe von Ermittler Harry Hole, wird ermordet in ihrem Hause aufgefunden. Dies zu einer Zeit als die beiden getrennt leben. Harry verliert mal wieder mehr und mit aller Härte den Boden unter den Füßen und frönt seinem besten Kumpel, dem Alkohol, in einem unüberschaubaren Maße.

    Doch auch in seiner alkoholisierten Trauer geht Harry auf Spurensuche. Harry will den Mörder von Rakel zur Strecke bringen. Einer seiner Hauptverdächtigen ist Svein Finne. Er wurde schon einmal von Harry ins Gefängnis gebracht und sinnt wohl auf Rache. Hat Finne seine Rakel so grausam getötet, um sich an ihm zu rächen. Ein sehr hoher Preis. Doch liegt Harry Hole mit seiner Vermutung richtig?


    > Svein Finne seufzte. Warum hatten alle solche Angst vor Messern? Es waren die ersten Werkzeuge der Menschheit, die Menschen hatten zweieinhalb Millionen Jahre Zeit gehabt, um sich daran zu gewöhnen, und noch immer gab es Leute, die deren Schönheit nicht erkannten und nicht einsehen wollten, dass unsere Vorfahren nur dank des Messers von den Bäumen hatten herabsteigen können. Das Messer nahm nicht nur Leben, es schenkte es auch. Das eine war ohne das andere nicht möglich. Nur wer das verstand, wer diese menschliche Seite konsequent akzeptierte, konnte das Messer lieben. Fürchten und lieben. Zwei Seiten derselben Medaille. <


    Kaja, eine seiner Kolleginnen aus längst vergangenen Zeiten, unterstützt Harry bei der Beweisaufnahme. Mit ihr war er schon einmal zusammen, kehrte dann aber zu seiner geliebten Frau Rakel zurück. Nun leistet Kaja so gut sie kann beistand und den kann Harry nur zu gut gebrauchen. Nichts ist so, wie es scheint.

    Mein Fazit: Mit sehr großer Freude wurde der 12.te Harry Hole Band, wie ein guter alter Bekannter in die Hände geschlossen. Sich gemütlich im Sessel zurücklehnend, erwartungsvoll und zum bersten gespannt, die Seiten gierig lesend. Doch Jo Nesbø und Harry Hole ließen sich fast 250 Seiten Zeit um mich wirklich zu interessieren. Da hinterfragt sich die Lesende, ob es wohl an ihr selbst liege. War sie wohl der Harry Hole Thriller, schlichtweg entwachsen. Ratlosigkeit machte sich breit und der leichte Anflug eines Abbruches wurde verzweifelt in Erwägung gezogen. Doch als hätten es Jo Nesbø und Harry Hole gespürt, schliffen sie ihre Messer sorgfältig nach und präsentierten einen manierlichen Thriller.

    Die Startschwierigkeiten stimmen mich schon nachdenklich. Meine Tendenz oder Intension zu meinem vermeintlichen Täter, begann sich ab der Mitte des Buches langsam zu konkretisieren. Ein Bauchgefühl a´la Harry. Die Auflösung war vorhersehbar, doch in der Tat noch spannend erzählt. Wie man merkt, stehe ich diesem neuen Band von   Jo Nesbø  etwas ambivalent entgegen und kann nicht wie sonst eine eindeutige Empfehlung zu seinen Büchern aussprechen. Schade!

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    Cover des Buches Der Sprung9783257070743

    Bewertung zu "Der Sprung" von Simone Lappert

    Der Sprung
    Tausendléxivor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Das Gerüst des Buches fand ich interessant, das Ende weniger!
    Desaströses Ende!

    Passanten entdecken eine junge Frau auf dem Dach eines Hauses. Will sie springen? Die Aufregung ist verständlicherweise groß. Die Polizei sperrt das Gebäude ab. Immer mehr Schaulustige kommen vor dem Haus zusammen und reagieren unterschiedlich auf dieses Ereignis. Sie beobachten und diskutieren, sie versuchen mit ihren Handys den Moment einzufangen. Doch es gibt auch Menschen unter ihnen, die die junge Frau auffordern und animieren endlich zu springen.

    Manu steht auf dem Dach. Viele Menschen sind unter ihr auf der Straße und schauen zu ihr herauf. Sie sieht auf sie herab. Was geht in Manu vor? Warum tut sie so etwas? Was ist denn der Anlass? Manu liebt Pflanzen und gewährt unzureichend gepflegten Pflanzen, ganz egal wem sie gehören, ein Topfpflanzenasyl.


    > Tja,< sagte Manu und hob das Weidenröschen in die ausgehobene Vertiefung, < genau so geht es den Pflanzen, die man in töpfe sperrt. Man isoliert sie. Pflanzen sind sensible Wesen, sie können unterirdisch über die Wurzeln miteinander kommunizieren, sie bilden Wurzelgeflechte, mit denen die sich gegen Unwetter wappnen, sie bilden eine Gemeinschaft, verstehst du? < Finn nickte.


    Finn ist Manus Freund, er ist schockiert, als er Manu auf dem Dach stehen sieht. Er bemüht sich den Kontakt zu ihr herzustellen, um sie zu retten. Kann er es schaffen?

    Diese junge Frau auf dem Dach, löst bei einigen Gaffern und Anwohnern verschiedene Emotionen aus, die nicht immer als positiv zu werten sind. Ein mehr recht als schlecht gehender Lebensmittelladen macht in diesen Stunden einen gelungenen Umsatz, wie schon lange nicht mehr. Ein gemobbte Jugendliche knüpft Kontakte und erweist sich als eine sehr zuverlässige Person. Ein junger Polizist überdenkt seine Lebenssituation. Wiederum andere brechen aus ihrem jetzigen Leben einfach aus.


    Typen, die aussahen wie Silas, brauchten keine Möbel, keine Zierleisten und keine Tanzkurse. Eine Matratze, Zahnpasta und frische Unterhosen genügten vollauf, den Rest träumten sich die Frauen zusammen, bis die Realität sich nicht mehr ausblenden ließ. 


    Mein Fazit: Die Story gestaltete sich sehr interessant. Der Text war flüssig und ohne bedeutenden Schnörkel zu lesen. Einige Protagonisten wurden abwechslungsreich coloriert. Zu Beginn der ersten 100 Seiten bedarf es diesbezüglich etwas Mühe, den Personen zu folgen. Alles in Allem wäre dieses Romangerüst fähig gewesen ein recht passables Haus zu werden. Doch am Schluß wurde dies jäh vereitelt, durch ein für mich so empfundenes, unsäglich, desaströses Ende.

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    Cover des Buches Das flüssige Land9783608964363

    Bewertung zu "Das flüssige Land" von Raphaela Edelbauer

    Das flüssige Land
    Tausendléxivor 2 Monaten
    Kurzmeinung: < Das flüssige Land < eine Metapher für so vieles. Für den Klimawandel, für den Fremdenhass, für manipulierende Macht und mehr.
    Ein Roman mit Niveau!

    Die Physikerin Ruth wird mit einer gar schrecklichen Nachricht überrascht. Ihre Eltern sind bei einem Verkehrsunfall zu Tode gekommen. Ziemlich zügig holt sie der Alltag und ihr Pflichtgefühl wieder ein und sie leitet den letzten Wunsch ihrer Eltern in die Wege. Diese wollten beide in dem Ort ihrer Jugend beigesetzt werden. In Groß – Einland. Doch wo liegt denn dieser ominöse Ort denn überhaupt? 


    < Aber was die meisten Menschen an der Traumzeit nicht begreifen wollen, ist, dass die physische Welt in ihrer bereits die Verbindung aus geistiger und körperlicher ist. Dass um uns herum die Landschaft gerade so fließt wie unsere Wahrnehmung – alles aus einem Guss. Somit wird die ganze Welt eigentlich Metapher. Sie sind Metapher und ich in unserer gesamten Leiblichkeit. < ( Seite 39 )


    Ruth macht sich eher etwas planlos auf den Weg und ihre odyseeanmutende Fahrt nimmt ihren Lauf. Nach einigen Turbulenzen wird sie fündig. Groß – Einland, ein Ort der fantastischer nicht sein kann.


    < Eine Metapher ist dann gelungen, wenn sie nach vorne und hinten strahlt, sagen die Aborigines. Sie muss die Vergangenheit verändern, weil sie ihr einen Sinn gibt, und mehr noch die Zukunft, weil sie unsere Erwartung auf das kommende richtet. Insofern sind natürlich auch die Ahnen nichts anderes als Metaphern, beziehungsweise noch viel mehr sind wir Metaphern für unsere Ahnen. Denken sie das in genetischer Hinsicht. <            ( Seite 41 )


    Mystische Gegebenheiten findet Ruth in Groß – Einland vor. Ein riesiger Hohlraum erstreckt sich unter dem Ort. Als Ruth sich der Historie von Groß – Einland zu wendet, wird sie mit der Zeit des Nationalsozialismus konfrontiert. Auf Fragen reagieren die Bewohner des Ortes eher abweisend. Und welche Rolle spielt diese ominöse Gräfin, die großen Einfluss auf die Gemeinde ausübt? Ruth lässt sich ein, die Geheimnisse zu ergründen.

    Fazit: Was hier Raphaela Edelbauer geschaffen hat, ist nicht wirklich klar zu definieren. Der Roman ist in einer besonderen Sprache geschrieben. Die sich gut herausgearbeitet und auf hohem Niveau präsentiert. In der Story an sich unterbreitet mir Raphaela Edelbauer  ihre Protagonistin Ruth als eine  – Alice im Wunderland – der Gegenwart. Groß – Einland liegt mystisch verborgen und geschützt. Das riesige Loch unter dem Ort ist sehr bedrohlich und Ruth soll die Bewohner mit einer Lösung retten. Eine Gräfin, bei der man nicht genau weiß, woran man ist, die aber die allergrößte Macht besitzt. Furchtbare Geheimnisse die vehement verschwiegen werden. Meiner Empfindung nach ist < Das flüssige Land < eine Metapher für so vieles. Für den Klimawandel, für den Fremdenhass, für manipulierende Macht und mehr. Unter diesem Aspekt betrachtet, eine klare Leseempfehlung!

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    Cover des Buches Leben, schreiben, atmen9783257070699

    Bewertung zu "Leben, schreiben, atmen" von Doris Dörrie

    Leben, schreiben, atmen
    Tausendléxivor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein rundherum gelungenes Buch, dass es sehr einfach macht, die Einladung zu schreiben, sehr gerne anzunehmen!
    Schreiben befreit......

    Doris Dörrie ist mit diesem Buch etwas ganz zauberhaftes gelungen. In kleinen Geschichten, gibt sie zum einen Möglicheiten des schreibens vor und animiert am Ende immer wieder zum jeweiligen Thema, den Stift in die Hand zu nehmen und einfach drauf loszuschreiben. Doris Dörrie selbst gibt sich hier als sehr genaue Beobachterin, die leicht und ohne Schnörkel durch die Seiten führt. Sie schafft behänd Anreize die in der Tat gerne bedient werden, mit dem Resultat der großen Freude. 


    Der alte Trick: In der dritten Person schreiben, wenn es zu kompliziert oder zu traurig wird. Das macht es oft leichter, manchmal kann man sogar ehrlicher sein als in der ersten Person. Schreib etwas, was dir wirklich nahegeht, in der ersten Person, und dann nochmal in der dritten Person. Was ist einfacher? Was ist wahrer. Was geht tiefer?


    Leben Schreiben Atmen bedient sehr viele Ressourcen, wie zum Beispiel: Animation, Unterstützung, Inspiration, Impuls gebend bis hin zu meditativen Ansätzen. Denn Schreiben kann sehr befreiend sein. Ein rundherum gelungenes Buch, dass es sehr einfach macht, die Einladung zu schreiben, sehr gerne anzunehmen.

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    Cover des Buches Nicht mit mir9783596034130

    Bewertung zu "Nicht mit mir" von Per Petterson

    Nicht mit mir
    Tausendléxivor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Per Petterson glückt es außerordentlich, eher ganz gewöhnliche Lebensgeschichten, faszinierend zu erzählen.
    Gelungenes Buch!

    Zwei Freunde treffen sich eher zufällig nach dreißig Jahren wieder. Jim und Tommy waren in ihrer Jungend dicke Freunde. Jim lebte mit seiner religösen Mutter alleine . Tommy dagegen, mit seiner Schwester Siri und den jüngeren Zwillingsmädchen, mit ihren Eltern. Einem sehr gewalttätigen Vater und der Mutter Tya, die eines Nachts einfach verschwand.


    > Scheiße. Haben sie dich gefeuert.< Das hätte ich besser nicht gesagt, ein Hammer fiel und traf auf einen Riegel, der Riegel verkantete und bewegte sich nicht mehr vor und nicht zurück, und es war zu spät, um umzukehren. Langsam stand er auf. Ich blieb stehen. Ich atmete schnell mit offenen Mund, ein und aus, ich war zwei Jahre lang gerannt, seit meine Mutter verschwunden war. Jetzt blieb ich stehen. ( Seite 34 )


    Zwischen Tommy und seinem Vater kommt es zu einem unerbittlichen und folgenschweren Kampf. Daraufhin verschwindet der Vater ebenfalls. Tommy ist mit seinen Geschwistern allein. Mit seiner jüngeren Schwester Siri, versucht er ein normales Familienleben zu gestalten. Doch die Behörden schalten sich ein und die Kinder werden in Pflegefamilien verteilt. Siri kommt in ein Pfarrhaus, die Zwillinge zu einem kinderlosen Ehepaar im Ort. Noch bevor Tommy einer Familie zugeteilt wird, schaltet sich der alleinstehende Nachbar Jonsen ein. Er nimmt den Jungen zu sich und die zwei kommen recht gut miteinander aus. Tommy Elternhaus steht einsam und verlassen, die Türen und Fenster mit Brettern vernagelt.


    Drinnen war alles unverändert. Es war vier Jahre her, aber es fühlte sich länger an. Sie waren nicht mehr dieselben. Tommy nicht. Es war allerhand passiert. Die Zeit war passiert. Er war damals dreizehn gewesen, jetzt war er siebzehn, fast achtzehn. Es waren die längsten Jahre der Welt. ( Seite 87 )


    Tommy ist ein wohlhabender, aber unglücklicher Investment – Banker. Jim ist Bibliothekar, angelt lieber statt zur Arbeit zu gehen. Dieses plötzliche Wiedersehen wirbelt beider Leben durcheinander.


    Aber das hier war meine Chance, davon war ich überzeugt. Wenn du sie verpasst, dachte ich, bist du erledigt. Dann würde alles so bleiben wie es war. Das ging nicht. Sonst war ich erledigt.                 ( Seite  240 )


    Fazit: Per Petterson glückt es außerordentlich, eher ganz gewöhnliche Lebensgeschichten, faszinierend zu erzählen. Er ist ein sehr präziser Beobachter und blickt hinter die Fasaden, der vermeintlichen heilen Welt. Emotionen und Geschehnisse werden punktuell platziert und treffen auffallend den Lesernerv. Verschiedene Ereignisse werden von den Protagonisten unterschiedlich wahrgenommen. Und genau dies, scheint der springende Punkt zu sein, der uns von Per Petterson aufgezeigt wir. Jeder Mensch begibt sich in seine eigenen Wahrnehmungen. Diese klaffen bei gemeinsamen Erlebnisse oftmals empfindlich auseinander. Was richtig und was falsch ist, steht wohl niemanden wirklich zu, zu beurteilen. Es ist immer der besondere Moment, der die Wertigkeit in ein sensibles Licht aufkeimen lässt.

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    Cover des Buches Dead Lions9783257070460

    Bewertung zu "Dead Lions" von Mick Herron

    Dead Lions
    Tausendléxivor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein gehobener Krimi mit Empfehlungswert!
    Ein britischer Krimi vom feinsten!

    ackson Lamb untersucht den Tod seines ehemaligen Kollegen Dickie Bow. Dieser war ein Spion in den Zeiten des kalten Krieges. Nun ist Dickie Bow tot, die Todesursache lautet Herzinfarkt. Jackson Lamb, der eine vielschichtige Anzahl von unflätigen Eigenschaften besitzt, schaltet seinen brillanten Kopf ein und folgt seinem Bauchgefühl und geht der Sache nach.


    Wäre Dickie Bow einem Matratzenbrand zum Opfer gefallen, hätte Lamb, ohne mit der Wimper zu zucken, die fünf Phasen der Trauer durchlaufen: das Leugnen, den Zorn, das Verhandeln, die Gleichgültigkeit, das Frühstück. Doch Bow war auf dem Rücksitz eines fahrenden Busses gestorben, ohne Fahrschein in der Tasche. ( Seite 39 )


    Zur selben Zeit werden die Agenten Louise Guy und Min Harper, beide Slow Horses – Abservierte des MI5, beauftragt den Ölmagnaten Arkadi Paschkin zu beschützen. 

    In diesen beiden Fällen agieren russische Schläfer und dies ist sehr entscheidend. Die Dead Lions. Doch die Slow Horses des MI5 laufen zu ungeahnter Höchstform auf. 

    Fazit: Kurze Abschnitte der Episoden lassen die Story in einem raschen Tempo erscheinen. Was zu Beginn sehr erfreulich erscheint gestaltet sich mit beständigem lesen der Zeilen, eher etwas anstrengend. Klar, wird somit ein gewisser Grad an Spannung aufgebaut, dies bedient Mick Herron meisterhaft, doch benötigt man dazu dennoch einen langen Atmen um am Ball zu bleiben. Herausragend sei der britische Humor erwähnt. Vom Feinsten. Die Pointen platzieren sich durch die Brust, aufsteigend unter die imaginäre Melone am Kopfe. Die Sonnenbrille gelangweilt am Nasenrücken verweilend. Ein gehobener Krimi mit Empfehlungswert!

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    Cover des Buches Was man von hier aus sehen kann9783832164577

    Bewertung zu "Was man von hier aus sehen kann" von Mariana Leky

    Was man von hier aus sehen kann
    Tausendléxivor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Nette Unterhaltungslektüre für zwischendurch. Nicht mehr und nicht weniger!
    Nicht überzeugend!

    Viele liebenswerte Charaktere werden in diesem Roman von Mariana Leky charmant coloriert. Da es recht viele sind , wäre und ist ein Genogramm ein wertvolles Mittel um der Story klar und einfach folgen zu können. Die verschiedenen Handlungsstränge sind teilweise unbequem miteinander verwoben und lassen auch mit einer großen Spanne an Toleranz die Authentizität oftmals nur erahnen. Zu Gute halten möchte ich, den leicht und flüssig zu lesenden Schreibstil, der mit ausgeklügelten Zitaten ab und an glänzen kann. Ansonsten ist es eine nette Unterhaltungslektüre für zwischendurch.

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    Cover des Buches Viele Himmel über dem Siebten9783442718184

    Bewertung zu "Viele Himmel über dem Siebten" von Griet Op de Beeck

    Viele Himmel über dem Siebten
    Tausendléxivor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Buch, das mich über die Maßen berührt hat und zum Nachdenken sehr anregte. Das wird bleiben………
    Ist das Leben lebenswert?

    Ein Buch, das mich über die Maßen berührt hat und zum Nachdenken sehr anregte. Das wird bleiben………

    Eva ist sechsunddreißig Jahre alt und Single. Ihre Bemühungen den Partner für das Leben oder auch nur für eine gewisse Zeit zu finden, gestaltet sich geradezu frustrierend.


    > Ich bin sechsunddreißig. Das ist weder jung noch alt. Ich kann richtig gut beim Autofahren tanzen, auf hohen Absätzen gehen, Risotto machen und lieb zu kleinen Tieren sein. Wie das genau geht, leben, habe ich noch nicht so richtig raus, aber ich kann ziemlich gut so tun als ob. Was schon mal ein Anfang ist, finde ich. Ich kann anderen Leuten auch mit Erfolg erklären, wie es vielleicht gehen sollte, und manchmal nimmt man meinen Rat an, merke ich, was mich doch ein wenig wundert. < ( Seite 12 )


    Eva ist die Tochter von Jeanne und Jos. Die Schwester von Elise und Ben und sie ist eine Tante. Zu ihrer zwölfjährigen Nichte Lou hat sie ein besonders inniges Verhältnis. Lou liebt ihre Tante sehr. Lou ist eine sehr leidenschaftliche Persönlichkeit, sie kategorisiert ihre Stimmungen gerne ein.


    Fünf Sachen die mich glücklich machen: 1. Wenn jemand unbekanntes mich anlacht, 2. < feel the love generation <, das Lied von Bob Sinclair, das Eva so gerne hört, 3. Lustige Anfangssätze in einem Buch ( > Am Waldrand, in der Nähe des Flusses, mitten im Gebüsch hatte ein Grashüpfer ein Geschäft. Auf der Schaufensterscheibe stand in Großbuchstaben: VERKAUFE ALLES      ( AUSSER DER SONNE; DEM MOND UND DEN STERNEN )<),4. eine nette SMS mit der ich überhaupt nicht gerechnet habe. Und über das Fünfte muss ich noch nachdenken. <       ( Seite 21 )


    Für alle und jeden hat Eva immer einen guten Rat. Sie ist immer zur Stelle, wenn sie gebraucht wird und zeichnet sich durch ihre vertrauensvolle und verlässliche Art aus. Doch niemand ahnt, wie es um Eva wirklich bestellt ist. Dass sie hadert, mit sich selbst und ihrem bisherigen Leben. Die Lage spitzt sich immens zu.

    Fazit: Als ich dieses Buch begann, hat es so einen unglaublichen Sog entwickelt, daß es mir schier unmöglich war es aus der Hand zu legen. Jedoch die letzten sechsundreißig Seiten, ( Zufall? Eva ist sechunddreißig und das Finale beginnt mit den zuletzt verbleibenden sechunddreißig Seiten….)las ich erst am nächsten Tag. So schnell wollte ich die Story doch nicht ziehen lassen. Griet Op de Beeck hat hier ein ganz bestimmtes Leben aufgezeigt. Ein Leben, das mittendrin von Familie, Beruf und Alltag eher unspektakulär und beschaulich gelebt wird. Ein Leben, das nicht das hergibt, was man sich wünscht und vorstellt. Ein Leben, das für alle anderen Menschen, mehr oder weniger akzeptabel erscheint. Ein Leben, das es wert ist zu leben? Der Schreibstil ist schlicht und schnörkellos gehalten und dennoch verfehlen sie ihre Wirkung nicht. Eva und ihren Lieben sind Kapitel gewidmet, an denen sie ihre Sichten auf so manches wieder geben.       > Viel Himmel über dem Siebten < ist zwar nun gelesen, wird jedoch wohl nie vergessen sein. Große Leseempfehlung !

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