T

Thomas3010

  • Mitglied seit 22.05.2020
  • 2 Bücher
  • 2 Rezensionen
  • 2 Bewertungen (Ø 2.5)

Rezensionen und Bewertungen

Filtern:
  • 5 Sterne0
  • 4 Sterne0
  • 3 Sterne1
  • 2 Sterne1
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    Cover des Buches Die Jagd (ISBN: 9783453675421)

    Bewertung zu "Die Jagd" von Richard Laymon

    Die Jagd
    Thomas3010vor 5 Monaten
    Leider verfehlt

    Nicht nur der Antagonist denkt sich folgenden Satz am Ende seiner blutigen Hetzjagd auf das Mädchen Jody; auch der Leser sagt sich am Ende der Geschichte mit hochgezogener Augenbraue: hier fehlt etwas.

    Der Fokus des Buches liegt dabei klar auf einer Gruppe von Mördern und seinen beiden Opfern besagter Jody und dem jüngeren Bruder ihrer besten Freundin, um die sich das Mädchen dessen Hinrichtung kümmern muss.

    Ohne Umschweife wird diese nämlich von einer Gruppe in städtischer Gegend herumwandernder Psychopathen samt ihrer Familie umgebracht. Die dem Autor unwichtigen Umstände wie warum wandernde Psychopathen durch eine Stadt patrollieren und wie sie ins Haus überhaupt eingedrungen sind, ohne dass die Mädchen was mitbekommen weichen einer detaillierten Beschreibung der Kleidung der Frauen oder besser gesagt ihrem Fehlen. So wird mehrmals darauf rekurriert, dass Jody und ihre Freundin unter ihrem Nachthemd nackt sind und auch, dass deren jüngerer Bruder darunter gucken könnte, scheint Hauptgedanke der Protagonistin zu sein, während sie versucht mit ihm dem Massaker zu entkommen. 

    Die Jagd gestaltet sich weniger aufregend als surreal. Vergewaltigend und mordend hetzen die Psychopathen ihr nach und es hat den Anschein, als könne keine Armee sie aufhalten, wenn sie z.B. über mehrere Staaten Jody verfolgen und mit einem Scharfschützengewehr gut ausgebildete Polizisten erschießen, nebenbei eine unbeachtliche Frau in ihrer Wohnung vergewaltigen und feinsäuberlich in der Waschmaschine verstauen "man muss ja noch Anstand haben", ist die Farce eher belustigend als bedrohlich.

    Passend dazu endet die Geschichte in einem sexuell aufgeladenen Blutbad, frei nach dem amerikanischen Traum der einsame Cowboy zu Hilfe kommt und das Mädchen aus der Bedrohung rettet. 

    Dennoch ist Jody ein spannender und interessanter Charakter, da sie ihren eigenen Kopf hat und sich nicht nur auf das Opfersein beschränkt. Hier unterscheidet sich der Protagonist von den typischen Opfern eines Thriller, was positiv hervorzuheben. 

    Ansonsten ist der Roman eine etwas blutigere, unfreiwillig heitere Begegnung mit einem unbekannten Feind, der keine tieferen Spuren hinterlässt und dem die Beute wie der Leser abgeht.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Cover des Buches Adelsblut (ISBN: 9783950438116)

    Bewertung zu "Adelsblut" von Willinger Markus

    Adelsblut
    Thomas3010vor 5 Monaten
    Epos mit Abstrichen

    Die Geschichte des Dreißigjährigen Krieges, eines der blutigsten und folgenreichsten Konflikte der deutschen Geschichte ist gerade durch ihre Vielschichtigkeit besonders interessant als Vorlage für einen historischen Roman. Dementsprechend verwundernd ist es, dass wenige Autoren sich diesem Mahnmal deutscher Geschichte gewidmet haben.

    Einer dieser wenigen ist Markus Willinger mit seiner vierteiligen Reihe, um den böhmischen Adeligen Richard, der in die Ränkespiele der Großen gerät und selbst das Spiel um Throne zu beherrschen versucht. 

    Adelsblut spielt dabei in der sog. ersten Phase, der regionalen Auseinandersetzung zwischen Böhmen und Österreich und zeigt die Bestrebungen der Konfliktparteien auf. 

    Dabei steht auf der einen Seite Kaiser Ferdinand II., der das von regionalen Fürsten beherrschte Heilige Römische Reich wieder unter das Banner der Habsburger führen will und den die Militarisierung der Adeligen infolge der Reformation ein Dorn im Auge ist. Auf der anderen dagegen steht Böhmen, geführt von dem Freiherrn von Thurn, einem charamistischen Sympathisanten mit der böhmischen Unabhängigkeit.

    Dieses Stigma haftet leider dabei auch den Rollen vielerlei an. Die Vielschichtigkeit des Krieges durch häufige Perspektivwechsel zwischen den verfeindeten Parteien differenziert dabei nur vordergründig. In Wahrheit wird ein Gut-Böse-Konflikt in neuem historischen Gewand aufgezogen. Die freiheitsliebenden, unterlegenden Böhmen müssen gegen die machthungrige, expandierende Kriegsmaschine der Österreicher bestehen. 

    Ebenso ordnen sich die Nebencharaktere ihren zugeteilten Fraktionen an; so lernen wir Marie von Brandenburg kennen, die in einem von Vorurteilen geplagten, heruntergewirtschafteten Brandenburg gegen den Willen des Vaters den jungen, starken Gustav-Adolf verführt und im Alleingang die Rebellion gegen den Kaiser im Norden arrangiert.

    Die kaiserliche Seite hat dagegen Martin aufzubieten, der dem Schrecken des Krieges in Form von Intoleranz, Fanatismus und Grausamkeit ein menschliches Gefäß bietet. 

    Es mag also nicht überraschen, dass der Leser aufseiten der Protestanten dem nicht in die Gänge kommenden Richard und seiner Geliebten ein entnervtes "get on with it" zurufen möchte, wird der Hauptcharakter doch zu einem Instrument seiner Umgebung. Unbeholfen und untrainiert geht der Krieg an ihm vorbei, da er nur seine Liebe im Kopf hat und nur durch Glück endet er nicht mit den anderen böhmischen Adeligen vor dem Schafott, sondern kann sich retten und weiterhin in die Intrigen klügerer Menschen eingewickelt werden.

    Auch ansonsten strotzt dieser Konflikt gerade vor Naivität, mit der an die Charaktere herangegangen wird. Reduziert sind sie auf die wenigen Eigenschaften, mit denen sie auch eingeführt werden. Fehlerlos führt Marie die Schweden zu ihrem Ziel und ebenso wandelt Richard auf dem gerechten Pfad, während die kaiserlichen Truppen geleitet vom feigen Ferdinand und fanatischen Jesuiten-Priester Martin Deutschland in Schutt und Asche legen wollen.

    Passend dazu ist der Schreibstil, modern ist leider nur ein Euphemismus für einen Wortsalat aus Neologismen, Anglizismen, die gerundet mit vielfältigen Rechtschreibfehlern zu einem angestrengten Lesegenuss beitragen. 

    Insgesamt bietet die Geschichte einen heldenhaften Hauptcharakter, einen hasserfüllten und auf Rache sinnenden Bösewicht und dazwischen wenige Schattierungen. 

    Der Begriff Drei-Groschen-Roman liegt hier nahe und ist durchaus angebracht. Ein kurzweiliges Vergnügen für zwischendurch ohne wirklichen Tiefgang.




    Kommentieren0
    0
    Teilen

    Über mich

      Lieblingsgenres

      Klassiker, Historische Romane, Sachbücher, Fantasy, Science-Fiction, Romane, Krimis und Thriller

      Freunde

      Was ist LovelyBooks?

      Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

      Mehr Infos

      Buchliebe für dein Mailpostfach

      Hol dir mehr von LovelyBooks