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TochterAlice

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    Cover des Buches Barbara stirbt nicht (ISBN: 9783462000726)

    Bewertung zu "Barbara stirbt nicht" von Alina Bronsky

    Barbara stirbt nicht
    TochterAlicevor 3 Tagen
    Irgendwann rafft es auch Herr Schmidt

     Dass nämlich seine Frau Barbara nicht mehr so wird, wie sie war. Auch, wenn er zunächst ihre Krankheit nicht wahrhaben wollte.

    Aber komischerweise wissen ganz schön viele Menschen Bescheid. Zumindest darüber, wer er ist und wer Barbara ist. Besonders Letzteres. Und sie sind bereit, ihm zu helfen. Ihm, der im Haushalt nie einen Finger gerührt hat. Ihm, der trotzdem immer alles besser wusste.

    Und so lernt Walter kochen - für sich selbst. Naja, eigentlich auch für Barbara, aber sie mag nix. Bzw. träumt sie von dem russischen Zeug, das er immer so voll daneben fand. Denn: wenn man in Deutschland ist, dann isst man auch deutsch. Findet Walter.

    Er macht weiter. Nicht nur mit Kochen. Nein, auch mit Backen. Denn es gibt massenweise Aktivitäten, in die Barbara eingebunden ist. Und - wie wir ja schon wissen - will Walter nicht wahrhaben, dass sie sich nicht mehr berappeln wird. Höchstwahrscheinlich jedenfalls. Aber was heißt schon höchstwahrscheinlich.

    Und sie da - seinen Kuchen, den mag sie. Und zwar nicht nur sie. Denn Walter hat seine Begabung gefunden - köstliche Kuchen zu backen.

    Wenn bloß nicht die Kinder wären, die immer zur Kontrolle vorbeischneien. Und ihn beraten - ungefragt natürlich.

    Autorin Alina Bronsky legt mal wieder den Finger genau in die Wunde. Mitten rein. Und verschont keinen. Herrn Schmidt schon gar nicht. Wenn gleich zum Ende hin eine gewisse Milde waltet, denn Walter gibt sich ja Mühe, auch wenn er selbst es nicht wahrhaben will - niemals!

    So schreibt nur Alina Bronsky. Sie wäre der Schrecken aller Spießbürger - wenn diese sie kennen würden. Denn Spießbürger lesen sowas nicht, bzw. legen es bald aus der Hand, weil es ihnen nicht ganz geheuer ist. Kein Wunder.

    Wer Alina Bronsky schon kennt und schätzt, der greift sowieso zu. Und wer gerne ungeschminkte Wahrheiten liest, auch auf die Gefahr hin, dass ihm selbst mal der Spiegel vorgehalten wird - der ist hier an der richtigen Adresse. So etwas haben Sie garantiert noch nicht gelesen. Ich kann ihnen nicht garantieren, dass Sie sich danach noch pudelwohl fühlen werden - ins Grübeln kommen Sie in jedem Fall. Aber das kann ja auch mal ganz inspirierend sein!


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    Cover des Buches Fischland-Fluch (ISBN: 9783740813246)

    Bewertung zu "Fischland-Fluch" von Corinna Kastner

    Fischland-Fluch
    TochterAlicevor 6 Tagen
    Kurzmeinung: Gelungen - sowohl was die Spannung als auch die Atmosphäre angeht. Ich will jetzt schnellstmöglich ins Fischland!
    Familienbindungen

    sind immer spannend. Doch wenn es dabei sogar noch um die der Ermittler geht - dann ist es ein ganz besonderer Genuss. Die in dieser Reihe quasi in die Stapfen von Miss Marple treten, denn es sind die Amateurdetektive Paul Freese und Kassandra Voss, die sich jedoch durchaus bereits die ein oder andere Kompetenz auf diesem Gebiet angeeignet haben - es ist nämlich schon ihr siebter Fall.

    Der sich hier zunächst kaum merklich zu einem entwickelt - denn es geht darum, dass Paul Freese ein bekannter Autor ist. Allerdings unter Pseudonym. Und genau das ist auch der Grund, warum er einen rennomierten Literaturpreis ausschlägt - er will seine Identität nicht preisgeben.

    Aber diese fliegt quasi von selbst auf - und es tauchen Informationen und sogar Artikel über Verwandte des Autors auf.

    Sofort macht sich Paul gemeinsam mit seiner Liebsten Kassandra dran, herauszufinden, wer ihn denn hier auf dem Kieker hat. Und taucht schnell ein ins Jahr 1931 und in unerwartete, mehr als überraschende Begebenheiten im Fischland.

    Ein Krimi, der Atmosphäre in Vergangenheit und Gegenwart über Spannung stellt und mich damit so gepackt hat, dass ich ihn bis zum Schluss nicht aus der Hand legen konnte. Autorin Corinna Kastner schreibt so sachkundig und atmosphärisch über das Fischland und so einfühlsam und menschlich über Charaktere und ihr Miteinander (wobei die, die es verdient haben, durchaus eins übergebraten bekommen - im übertragenen Sinne versteht sich) dass es ein Fest ist. Ich hätte am liebsten bis in die Ewigkeit weitergelesen.

    Ein Krimi für Freunde von Regionalkrimis im Allerbesten Sinne und eine mehr als geeignete Urlaubslektüre. Nicht nur für Reisen ins Fischland!

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    Cover des Buches Der Gesang der Berge (ISBN: 9783458179405)

    Bewertung zu "Der Gesang der Berge" von Nguyễn Phan Quế Mai

    Der Gesang der Berge
    TochterAlicevor 7 Tagen
    Vietnamesische Tragödie

    Man könnte ihn auch als "Eine vietnamesische Tragödie" bezeichnen: den Vietnamkrieg, in dem Brüder gegeneinander antraten in einem Krieg, der (fast) niemandem Gutes brachte. Denn das vietnamesische Volk hat auch andere Tragödien wie die Herrschaft der Franzosen über sich ergehen lassen müssen. In diesem Buch jedoch beschreibt die Autorin Nguyễn Phan Quế Mai konkret den Krieg zwischen Nord und Süd - in Romanform, doch steckt so einiges von Erlebnissen der eigenen Familie darin.

    Erzählt wird zunächst aus der Sicht der jungen Thong, die während des Krieges und auch danach bei ihrer Großmutter Dieu Lan lebt, der eigentlichen Heldin, denn diese erzählt der Enkelin ihre Geschichte bzw. die der ganzen Familie - eine Welt, in der die tragischen Ereignisse quasi einander jagen.

    Es ist eine Familie, die zunächst im Wohlstand lebt in einem kleinen Ort in der Mitte des langgestreckten Staates Vietnam - in oder nahe dem Bereich, der heute als "entmilitarisierte Zone" bezeichnet wird, also den Kriegsschauplätzen. Der Krieg erreicht Thongs Großmutter jedoch in Hanoi, wohin sie geflohen ist, als sie von ihrem eigenen Land vertrieben wurde. Von den ehemaligen Nachbarn und Arbeitern, mit denen sie jahrzehntelang einträchtig nebeneinander gelebt hatten - bis die Enteignungen durch das neue Regime stattfanden.

    Es folgt eine Ära der Verlorenheit, der Verlust, der Verstreuung der Familie über ganz Vietnam. Es ist eine Darstellung des Ausgeliefertseins, der Ohnmacht.

    Noch mehr jedoch ist dieser Roman ein Sinnbild der Kraft, vor allem der Kraft der Frauen, die selbst in der größten Verzweiflung ihre Zuversicht zu erhalten und vor allem weiterzugeben versuchen und dadurch Unglaubliches bewirken: Nämlich das Schaffen eines neuen Heimes für die Familie und eines Zusammenhalts derer, die übrig geblieben sind.

    Ein Roman, an dessen Stil ich mich erst gewöhnen musste, der mich jedoch bis tief ins Innerste traf - vor allem, da mir die Schauplätze und in Teilen auch deren Geschichte bekannt ist und so während der Lektüre ständig ein innerer Film ablief.

    Ein ergreifendes Buch über das Unfaßbare, es wird hier nicht fassbar gemacht, das ist auch meiner Sicht nicht möglich, aber der Leser erhält die Gelegenheit, der Geschichte zu folgen. Einer sehr persönlichen Geschichte, die sich so, ähnlich, oder auch ganz anders, aber mit Sicherheit nicht minder tragisch in unzähligen Familien ereignet hat!


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    Cover des Buches Zikadensommer (ISBN: 9783458681557)

    Bewertung zu "Zikadensommer" von Natalie Bakopoulos

    Zikadensommer
    TochterAlicevor 9 Tagen
    Kurzmeinung: Ein sehr statischer, ja träger Roman. Trotzdem gerade deswegen sehr griechisch!
    Ziemlich träge - und sehr griechisch!

    Mira, eigentlich in den USA aufgewachsen und sozialisiert, kehrt nach dem Tod ihrer Eltern zurück in deren Heimat, wo sie während ihrer Kindheit viel Zeit verbracht hat und wo ihr Liebster und einige enge Freunde auf sie warten. Wirklich? Mira muss erleben, dass vieles anders ist als erwartet, anderens sich jedoch offenbar nie ändern wird.

    Und wenn Sie sich wundern, wie das zusammenpasst, lassen Sie sich versichern, dass das in Griechenland kein Problem ist.

    Dies ist ein wirklich träger Roman, man könnte ihn auch als statisch oder bequem bezeichnen: die Figuren, obwohl meist in der Megacity Athen, wenn nicht gleich weltweit unterwegs, kennen sich alle untereinander und treffen sich ständig durch Zufall. Die Protagonistin kommt ja eigentlich aus den USA, aber auch sie hat ständig irgendwelche zufälligen Treffen bzw. Beobachtungen von Freunden und Bekannten.

    Ein bisschen dreht sich hier alles im Kreis, man könnte auch sagen, es liegt dort. Denn die Griechen erwischt man oft in der Horizontale. Und das beileibe nicht deswegen, weil sie dem so bezeichneten Gewerbe nachgehen. Nein, irgendwie erfordert das Griechischsein eine Menge Abschalten und das tut nicht nur der klassische Grieche am liebsten längs ausgestreckt. Allen voran in den überlangen Mittagspausen, aber auch am Strand und in den eigenen Gärten. Auch im übertragenen Sinne liegt Griechenland oft still, ich habe noch nie einen Staat erlebt, in dem so viele Pausen gemacht werden.

    Und das wird in diesem Roman sehr deutlich, wenn das wohl auch nicht in der Absicht der Autorin lag. Aber sie trifft den Zeitgeist - wobei auch die Zeit in Griechenland scheinbar oft stillsteht. Für Leser, die die griechische Mentalität nicht so verinnerlicht haben, ist das verständlicherweise schwer nachzuvollziehen. Aber wenn man erfahren will, wie die Griechen so ticken und ein bisschen Geduld hat, dann ist dieser Roman genau das Richtige!


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    Cover des Buches Die Hafenschwester (3) (ISBN: 9783453292468)

    Bewertung zu "Die Hafenschwester (3)" von Melanie Metzenthin

    Die Hafenschwester (3)
    TochterAlicevor 12 Tagen
    Kurzmeinung: Sozialdemokratin Martha als Mittelpunkt einer großen Familie, die in der Weimarer Republik klarkommen und Nazideutschland überleben muss!
    Martha und ihre eigenwillige Familie

    Martha arbeitet nicht mehr am Hafen, sondern schon lange in der Klinik und hat dort ihren Weg gemacht - nach dem Ersten Weltkrieg, in dem nicht nur ihr Mann schwerste Verletzungen erlitt, muss sich die Familie neu orientierten. Die Söhne Rudi und Fredi und Nesthäkchen Ella haben schon früh genaue Vorstellungen von ihrer Zukunft. Doch nicht immer läuft alles wie am Schnürchen, vor allem Rudi, der schon früh zum Charmeur und Lebemann wird, bringt seine Familie desöfteren in Schwierigkeiten.

      Doch im Kreise der Lieben, zu denen immer noch Bruder Heinrich und nun auch schon lange Ehemann Paul, der als Ingenieur immer noch am Hafen tätig ist, gehören, lässt sich alles ertragen.

    Zumindest bis - was keiner der strammen Sozis gedacht hätte - Hitler und sein liederliches Pack an die Macht kommt und gleich damit beginnt, den Menschen das Leben schwer zu machen - und zwar nicht nur in Deutschland.

      Ich liebe Romane, in denen die Sozialgeschichte eine wichtige Rolle spielt, vor allem solche, in denen das Schicksal der Frauen einen großen Anteil an der Handlung hat, wie es hier der Fall ist.

    Autorin Melanie Mezenthin schaffte es einmal mehr mit ihrem spannenden Stil und ihren klugen Recherchen mühelos, mich bis zum Ende am Ball zu halten! Und das, obwohl der dritte - und leider letzte - Band der Reihe über siebenhundert Seiten aufweist.

    Mezenthin kennt sich aus - sowohl in ihrer Heimatstadt Hamburg als auch in der Sozialgeschichte Deutschlands in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Und sie versteht es, diese unglaublich fesselnd zu verpacken - mir hat die Lektüre sehr viel Freude bereitet und zudem erlebte ich sie als ausgesprochen bereichernd. Nur an einigen Stellen wurden aus meiner Sicht relevante Handlungsstränge leider nicht weiterverfolgt, aber das hätte den Rahmen sicher gesprengt.

    Ein ausgesprochen fesselnder und dabei ungewöhnlicher historischer Roman, der etwas für anspruchsvolle Histo-Fans mit ein bisschen Zeit ist. Von mir eine uneingeschränkte Leseempfehlung!

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    Cover des Buches Schwestern fürs Leben (ISBN: 9783426308165)

    Bewertung zu "Schwestern fürs Leben" von Sybille Schrödter

    Schwestern fürs Leben
    TochterAlicevor 15 Tagen
    Ein hochprozentiger Roman

    Was vor allen Dingen mit einem der Schauplätze zu tun hat: Salopp ausgedrückt mit der Flensburger Rumfabrik der Familie Danneberg. Lene, die zweitälteste Tochter möchte sie soo gerne vom Vater übernehmen, doch dieser vertraut ihr nicht, sondern fordert einen kenntnisreichen Mann an ihrer Seite. Worauf sie Schwester Lizzie den Mann ausspannt, um gemeinsam mit ihm die Geschicke der Firma weiterzuführen.

    Wenn da nicht politische Kräfte, nämlich die Nationalsozialisten, an die Macht gekommen wären, denen das herzlich egal ist - sie wollen nicht Rum, sonder Raum gewinnen und zwar sowohl im Osten wie auch im Westen. Und natürlich auch in den beiden anderen Himmelsrichtungen.

    Familie Danneberg besteht aus einigen Familienmitgliedern mehr mitsamt Anhang und Autorin Sybille Schrödter hat es meisterhaft verstanden, aus dieser gesamten Mischpoke einen wunderbar stimmigen, keinesfalls überladenen Roman zu kreieren. Was angesichts einer erklecklichen Anzahl von Charakteren wie auch von Schauplätzen aus meiner Sicht mehr als bewundernswert ist.

    Denn die Figuren der Familie Danneberg ebenso wie diejenigen, die um sie herum oszillieren, sind so unterschiedlich wie die Welt - es gibt Konkurrenz und Krach, aber - wichtiger noch - den Zusammenhalt der Geschwister, zu denen noch einige mehr zählen. Und dieser Zusammenhalt ist es, der zwar immer wieder wackelt, aber es dennoch wieder und wieder vermag, die Familie stark zu machen. Eine Familie, der viel mehr Personen angehören, als die hier genannten - aber allein aus den Namen aller könnte ich eine seitenlange Rezension "bauen", was ich tunlichst sein lasse.

    Stattdessen möchte ich noch einen weiteren bewundernswerten Aspekt hervorheben, nämlich die ungeheuer atmosphärische Darstellung der Stadt Flensburg und ihrer Geschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die die Autorin quasi nebenbei und damit umso gekonnter einflicht.

    Wenn jemand wissen will, wie ein in jeder Hinsicht gelungener historischer Roman angelegt sein sollte: dieser hier ist ein perfektes Beispiel dafür!

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    Cover des Buches Der Sucher (ISBN: 9783651025677)

    Bewertung zu "Der Sucher" von Tana French

    Der Sucher
    TochterAlicevor 15 Tagen
    Kurzmeinung: Düster und wenig spannend - nicht Tana Frenchs bester Wurf!
    Ein Ort ohne Seele

    Oder mit einer sehr kleingehaltenen Seele, einer in dem die Menschen - auch wenn sie einander lange kennen - mit Mißtrauen begegnen. Wärme ist Mangelware, danach muss man lange suchen in diesem kleinen irischen Dorf irgendwo zwischen Dublin und Sligo, in das sich der Amerikaner Cal, ehemals Ermittler in Chicago, seit einigen Monaten zurückgezogen hat.

    So richtig warmherzig begegnet ihm hier eigentlich niemand. Wer öfter kommt, der will etwas von ihm - und nicht gerade wenig. Er wird immer wieder von einem Kind namens Trey besucht - oder auch heimgesucht, beides könnte passen. Als sie einander näher kommen, macht Trey ihm sein Anliegen klar: Cal soll herausfinden, was mit seinem großen Bruder passiert ist, der seit einigen Monaten abgängig ist.

    Es ist nicht unbedingt so, dass Cal diesbezüglich mit dem Entgegenkommen seiner Mitmenschen rechnen kann, im Gegenteil: eigentlich interessiert Brendan alle außer Trey einen feuchten Dreck - sogar seine eigene Mutter. Scheinbar jedenfalls.

    Und es scheint, als hätte jeder im Dorf etwas zu verbergen...

    Langsam entwickelt sich die Handlung voran, quasi in Minischritten - und genauso ist es auch mit der Spannung. Tana French beweist einmal mehr, dass sie eine Meisterin des Atmosphärischen ist, das hier jedoch auf Kosten von Spannung eingesetzt wird.

    Ich lese die irische Autorin ausgesprochen gern und hatte mich sehr auf das neueste Werk gefreut. Aber es hat mich doch ziemlich enttäuscht, muss ich sagen, ich empfand den hauptsächlichen Handlungsstrang als ziemlich dünn.

    Schade drum, aber so richtig aus vollem Herzen kann ich diesen Roman nicht empfehlen. Fans von Tana French werden enttäuscht sein und neue wird sie damit eher weniger gewinnen - so zumindest meine Meinung.


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    Cover des Buches Dreieinhalb Stunden (ISBN: 9783499007583)

    Bewertung zu "Dreieinhalb Stunden" von Robert Krause

    Dreieinhalb Stunden
    TochterAlicevor 16 Tagen
    Harte Stunden der Entscheidung

    Und zwar DER Entscheidung, wie es denn im jeweilgen Kopf so aussieht im Hinblick zur DDR-Treue.

    Denn dieser Zug fäjrt am 13.08.1961 von München nach Berlin. Und zwar bis zum Ostbahnhof. Manche wissen es schon, andere erfahren es über Radio: Es entsteht gerade eine Mauer durch Berlin, rüber in den Westen zu machen ist schon jetzt kaum mehr möglich!

    Wir schauen in die Köpfe verschiedener Personen, bspw. einer Familie, in der die Frau überzeugt ist von der DDR, sie will dieser auf keinen Fall den Rücken kehren. Und einer jungen Rockband.

    Es ist ein ausgesprochen spannendes und eindringliches Thema: wer geht, wer bleibt?

    Und tatsächlich ereignet sich die ein oder andere unerewartete Szene. Es ist alles sehr emotional, auch wenn man nicht unbedingt sagen kann, dass es so richtig unrealistisch ist.

    Ein tolles Thema - nur leider ist dieser Roman ein bisschen sehr formell und erricht mich nur ab und zu. Und er kann mich stellenweise auch nicht so recht erreichen .


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    Cover des Buches Sophies Café (ISBN: 9783957347435)

    Bewertung zu "Sophies Café" von T. I. Lowe

    Sophies Café
    TochterAlicevor 19 Tagen
    Kurzmeinung: Gerade für einen Roman in einem christlichen Verlag sehr extrem, teilweise auch brutal. Das Ende und seine Botschaft jedoch sind rund!
    Eine Frau mit zwei Leben

    Gabrielle wird von ihrem Mann mißbraucht, gefoltert und gequält und zwar bereits seit zehn Jahren. Nach einer sehr extremen und schmerzlichen Erfahrung gelingt ihr die Flucht.

    In einer Kleinstadt im Süden sitzt Leah in einem Café, dessen Eigentümerin Sophie ihr das Gefühl gibt, angekommen zu sein.

    Gabrielle und Leah - ein und dieselbe Person. Leah beginnt mit ihrem zweiten Namen ein neues Leben unter der Obhut Sophies, sie taut auf, findet sich selber - und mit Sophie eine Art neue Familie.

    Aber was hat es mit dem wirklich attraktiven, aber doch sehr sperrigen Crowley auf sich? Er mißtraut er - wird es so weit kommen, dass er sie vertreibt aus dem vermeintlich sicheren, geborgenen Nest bei Sophie? Kann sie ihm trauen?

    Ein sehr emotionaler Roman, der die verschiedenen Seiten des Lebens so extrem darstellt, wie ich es von Geschichten aus einem christlichen Verlag bisher nicht kannte. Gabrielles/Leahs Weg war mir teilweise zu heftig, doch hat mich das runde Ende - im wahrsten Sinne des Wortes auf Gottes grüner Wiese - dann berührt. Auch wenn der Weg dorthin etwas steinig war. So, wie es viele Lebenswege sind.

    Ein lohnenswerter Roman für Leser, die es gerne auch mal dramatisch mögen!

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    Cover des Buches Eine Familie in Berlin - Paulas Liebe (ISBN: 9783746635552)

    Bewertung zu "Eine Familie in Berlin - Paulas Liebe" von Ulrike Renk

    Eine Familie in Berlin - Paulas Liebe
    TochterAlicevor 19 Tagen
    Paula und ihre Lieben

    Paula ist die Älteste einer veritablen Geschwisterschar von insgesamt Vieren in einer Rabbinerfamilie am Rande von Berlin in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Familie gibt den Kinder viel mit auf den Lebensweg - vor allen an geistigen Gütern wie Begegnungen mit Musik und Literatur mangelt es ihnen nicht. An materiellen Gütern hingegen ist nicht immer ausreichend vorhanden - nicht selten muss die Familie knappsen.

    In dieser Situation schlägt Tante Guste, die kinderlose jüngere Schwester der Mutter Toni vor, Paula, die inzwischen ein reiferer Backfisch ist, zu sich zu nehmen - als eine Art Gesellschafterin, der sie eine Art umfassende kulturelle Ausbildung zukommen lassen will. Nach einigem Zögern willigt Paula ein, in den nur wenige Straßen entfernt liegenden Haushalt der Tante überzuwechseln - und betritt quasi eine neue Welt. Nicht nur die reichhaltigerer Mahlzeiten, nein, sie lernt nun auch kulturelle Vergnügungen wie Oper und Theater kennen, wird in höhere Kreise Berlins eingeführt und ihretwegen - seit ihrer Geburt begleitet sie ein Lungenleiden - mietet Auguste, wie die Tante sich nun von Paula nennen lässt, eine Unterkunft für die Sommerfrische an der Ostsee.

    Es gehen weitere Jahre ins Land, in denen Paulas nächstältester Bruder Franz zum Studenten heranwächst. Durch ihn trifft sie auf seinen besten Freund Richard Dehmel, einen noch verkannten Dichter, mit dem sie bald eine leidenschaftliche Liebe verbindet.

    Doch sowohl Paulas Eltern als auch Auguste tun sich schwer damit, diese Verbindung zu billigen...

    Erneut bestätigt es sich, dass Ulrike Renk eine Meisterin historischer Familienromane ist. Schnell habe ich mich eingefunden in die Atmosphäre längst vergangener Zeiten in Berlin ebenso wie an der Ostsee, habe mit Paula gebangt, gebetet und genossen.

    Ein wundervoller Roman, den ich nicht aus der Hand legen konnte und daher viel zu schnell beendete. Wie gern hätte ich weitergelesen, es gibt doch noch so viel zu erfahren! Was jedoch nicht weiter schlimm ist, ist diese Geschichte doch als Reihe auf mehrere Bände angelegt. Ich kann sie jedem Freund und jeder Freundin anspruchsvoller Familienromane von ganzem Herzen empfehlen!

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