Ulenflucht

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    Cover des Buches Sommer in Villefranche (ISBN: 9783423261227)

    Bewertung zu "Sommer in Villefranche" von Birgit Hasselbusch

    Sommer in Villefranche
    Ulenfluchtvor 2 Tagen
    Kurzmeinung: Nett, aber manchmal über das Ziel hinaus
    Sommer(loch) zwischen den Seiten

    Es gibt Bücher, bei denen der Klappentext egal ist. Man kauft nach Cover und Titel: Sommer in Villefranche, da will man Meer, Leichtigkeit, Eiscreme, Südfrankreich. Natürlich geht es meist um das Zurückkehren, um verlorene und neugewonnene Liebe, um das Sich-selbst-finden. Und genau darum geht es in diesem Buch. Die Geschichte: geschenkt.

    Die Kunst des Sommerbuchs ist nicht das Was, sondern das Wie. Und das Wie gelingt der Autorin gut. Sie erzählt mit Leichtigkeit und einer gewissen Rafinesse für Metaphern, auch wenn sie dabei gelegentlich etwas über das Ziel hinausschießt. Die Figuren sind zwar nicht sonderlich ausgefuchst, aber interessant und abwechslungsreich dargestellt, doch auch hier hätte etwas weniger Übertreibung gut getan.

    Man merkt, dass die Autorin Spaß an ihrer Geschichte und der kreierten Welt hat. Die Côte d‘Azur tritt genau so in Erscheinung, wie sie ist, das Flair stimmt. So liegt hier ein gelungener Wohlfühlroman mit wenigen Schwächen vor. Eine weitere, die eher dem Verlag anzukreiden ist: Für einen Titel der Reihe ‚dtv Premium‘ sind noch reichlich Tippfehler drin. Das Buch hätte ein wenig mehr Sorgfalt verdient, denn es ist wie der Titel: nett.

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    Cover des Buches Tödliche Camargue (ISBN: 9783832163624)

    Bewertung zu "Tödliche Camargue" von Cay Rademacher

    Tödliche Camargue
    Ulenfluchtvor 2 Tagen
    Kurzmeinung: Atmosphärisch, originell, auf den Punkt.
    Fabelhafte Camargue

    Wer zu der Provence-Reihe um Roger Blanc greift, tut das oft aufgrund der nicht nur optischen Nähe zu den stilbildenden Bannalec-Romanen. Auch hier erwartet man eine um die Besonderheiten einer Region herumkonstruierte originelle Geschichte und vor allem den damit verbundenen Urlaub für den Kopf. Krimi gerne, aber nicht zu blutig. Genau das ist ‚Tödliche Camargue‘.

    Wie schön, dass im zweiten Band dieser besondere Landstrich im Zentrum steht, der von Wind, Hitze, Sand und Salz geprägt ist. Neben Einöde gibt es dort außerdem (vollständige Liste): Gestrüpp, Mücken, Zikaden, Flamingos, Pferde, Stiere. Letztere haben es dem Autor angetan, er macht aus einem von ihnen ein Mordinstrument. Interessant ist auch die Geschichte dahinter, die sich langsam und doch spannungsreich aufdeckt.

    Die Stärken dieses Buches sind nicht wenige. Zunächst erzählt Cay Rademacher auf den Punkt, wo andere viel schwafeln. Er hat einen Blick für interessante Details auch landschaftlicher Art, die eine ganz andere Perspektive auf den starken Schauplatz ermöglichen. Außerdem sind seine Figuren witzig, originell und lebendig. Rademacher nimmt sich einen schriftstellerischen Grundsatz zu Herzen: Die Geschichte steckt in den Figuren. Dritte Stärke: Der Spannungsbogen. Seine Ideen sind schon ungewöhnlich genug, aber er schafft es, sie auch noch in knappen Worten so einzupflegen, dass man das Buch nicht aus der Hand legen möchte.

    Ein rundum gelungener Krimi: Interessant, atmosphärisch, originell. Freunde des Regionalkrimis dürfen sich freuen.

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    Cover des Buches Die Frauen der Kamelien-Insel (ISBN: 9783404177240)

    Bewertung zu "Die Frauen der Kamelien-Insel" von Tabea Bach

    Die Frauen der Kamelien-Insel
    Ulenfluchtvor 24 Tagen
    Kurzmeinung: Schönes Flair
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    Cover des Buches Madame Beaumarie und die Melodie des Todes (ISBN: 9783709979273)

    Bewertung zu "Madame Beaumarie und die Melodie des Todes" von Ingrid Walther

    Madame Beaumarie und die Melodie des Todes
    Ulenfluchtvor 24 Tagen
    Gemach, gemach

    Das Buch hat etwas Niedliches, allein wie es schon aussieht: Das wunderschöne Dorf, die verschnörkelte Schrift und dann der putzige Name der Protagonistin. Ein Krimi also, der an den Grundfesten des Krimis rüttelt. Das wäre interessant, wenn es denn neu wäre. Und es wäre aufregend, wenn denn die Geschichte aufregend wäre.

    Leider ist sie das nicht. Man kann das bedauern, doch wenn man sich vor Augen führt, mit welcher Absicht man ein so aufgemachtes Buch lesen wird, kommt man rasch davon ab: Es ist ein Urlaubskrimi. Man will den Figuren doch in die Provence folgen, man will mit am Tisch sitzen, wenn ausgiebig getafelt wird und im Auto Platz nehmen, wenn durch Lavendel- und Sonnenblumenfelder gefahren wird. Dass es nebenbei auch noch um ein paar Mordfälle geht, erscheint da wie ein Bonus.

    Wer das Buch unter diesen Voraussetzungen liest, hat alles richtig gemacht. Es macht sich gut in der Hängematte, wenn man ein paar Seiten lesen und dann wegdösen und von der Provence träumen möchte. Wer aber doch noch Krimi-Erwartungen hat, einen raffinierten Plot und wohldosierte Spannung möchte, der sollte sich ein anderes Buch aussuchen.

    Da wäre zum Beispiel die etwas altbacken wirkende Erzählweise mit einem distanzierten Erzähler, viel indirekter Rede und wenig Innenansicht. Hautnah dabei sein ist so schwerlich möglich. Man wird den Eindruck nicht los, dass das Buch um mindestens 100 Seiten zu lang ist. Es hätte im Sinne der Spannung eine Straffung verdient, mehr Dialoge und mehr Emotionen.

    So kommt das Buch etwas behäbig daher. Es hat einige gute Ideen und viel Südfrankreichflair. Als Krimi hingegen, und das will es ja sein, kommt es über das Mittelfeld leider nicht hinaus.

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    Cover des Buches Das Honigmädchen (ISBN: 9783442485741)

    Bewertung zu "Das Honigmädchen" von Claudia Winter

    Das Honigmädchen
    Ulenfluchtvor einem Monat
    Kurzmeinung: Nett
    Die Geschichte einer Heilung

    Es heißt, dass Wärme bei Krankheiten hilft. Dieses Buch hier zeigt, dass das auch im übertragenen Sinn hilft, denn die Provence ist ein wohlig warmer Umschlag, ein Tee mit Honig und eine Stunde in der Sonne zugleich.


    Dabei ist erst gar nicht klar, worum es eigentlich geht. Das Leben von Camilla und von ihrer Tochter ist kaputt, ihr Verhältnis gestört. Sie landen in der Provence und finden dort nicht nur das Geheimnis um Henri und seine Bienen heraus, sondern auch zu sich. Viel mehr passiert gar nicht. Das ist eine kleine Schwäche des Buches, es liest sich gelegentlich etwas langsam und man will manchmal nicht wissen, wie es weitergeht, weil man nichts Großes erwartet. Wer aber doch weiterliest, wird belohnt.


    Denn Claudia Winter gelingt es, die Provence und ihre Bewohner in ihren schillerndsten Farben zu beschreiben. Ihre Charaktere sind interessant und ihre Einfälle sind es auch. Man muss sich darauf einlassen, dass nicht hinter jeder Ecke etwas Spannendes lauert. Der Roman ist eine Hängematte, die man im Garten spannt und in die man sich legt, um ein wenig zu dösen und sich wegzuträumen von Stress und Alltag.


    Eine Überraschung lauert in Bezug auf den Titel: Wer das Honigmädchen ist, wird erst spät klar und gibt dem Buch einen ganz anderen Anstrich als erwartet, was man ihm zugute halten muss. Es ist nicht eine simple Liebesgeschichte, sondern die Geschichte von vielen, die sich verloren und wieder gefunden haben.

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    Cover des Buches Die kleine Bäckerei am Strandweg (ISBN: 9783833310539)

    Bewertung zu "Die kleine Bäckerei am Strandweg" von Jenny Colgan

    Die kleine Bäckerei am Strandweg
    Ulenfluchtvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Zauberhaft, idyllisch und niedlich
    Ein Buch wie ein guter Freund

    Wer diesen Roman Jahre nach seinem Erscheinen das erste Mal in die Hand nimmt, denkt sich: Aha, noch ein Buch aus dem Laden-Genre. Etwas, das mit Zauberhaftigkeit und Idylle spielt, mit niedlichen Stupsnasenprotagonisten und Nostalgie für Geschäfte, die es in Wirklich gar nicht mehr gibt. Aber warum dieses Buch der Prototyp dieser ganzen Welle ist, merkt man beim Lesen recht schnell.

    Denn ‚Die kleine Bäckerei am Strandweg‘ ist wirklich zauberhaft, idyllisch und niedlich. Aber von allem nicht zu sehr, sondern immer so eingestreut, dass man sich über die kleinen Einfälle und Szenen freuen kann, die es einem wohlig ums Herz machen und sich einen auf die Insel Mount Polbearne (die es nicht gibt, schon gegoogelt, wie Millionen andere Leser…) wünschen lassen. Jenny Colgan hat das Talent, dass sich Leser in diesem Buch wohlfühlen und dass es doch Interessantes und vor allem Überraschendes zu entdecken gibt. Denn eitel Sonnenschein ist hier nicht und übermäßig vorhersehbar ist es auch nicht. So muss sich der Leser auch darauf gefasst machen, dass jemand stirbt, was in Büchern dieses Sonnenschein-Genres nicht allzu häufig passiert.

    Die Autorin hat ein gutes Händchen für Dialoge und wie sie ihre Figuren einprägsam macht. Sie schafft außerdem einen außergewöhnlichen Schauplatz mit vielen liebevollen Details, an den man sich gerne für ein paar Lesestunden flüchtet. Mehr Warmherzigkeit und Wellness geht nicht. Sehr gut gemacht.

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    Cover des Buches Der Himmel über Wyoming (ISBN: 9783959730723)

    Bewertung zu "Der Himmel über Wyoming" von JESSE HAYWORTH

    Der Himmel über Wyoming
    Ulenfluchtvor 2 Monaten
    Langweilig und ohne Flair

    Wer sich beim Lesen des Buchtitels eine Antwort auf die Frage erhofft, wie denn der Himmel über Wyoming ist, muss sich auf eine Enttäuschung gefasst machen. Zwar erfährt man, dass nach Ansicht der Protagonistin kichernde Männer sexy sein können und der Rücken der Pferde ein Ort des Glücks sein soll, aber das war es auch schon. Denn eine schöne Western-Atmosphäre kommt eher nicht auf.

    Es dauert, bis die Geschichte in Gang kommt. Der Leser wird mitten hineingeworfen, erfährt aber nur nach und nach, was Shelby überhaupt passiert ist und warum sie und ihre Tochter nun auf der Farm sind. Das erschwert die Identifikation und macht das Schweres-Schicksal-Konstrukt kaum nachfühlbar. Die Figuren bleiben oberflächlich und wenig identifizierbar. Was macht Shelby nun so toll und einzigartig, dass sich der Protagonist ausgerechnet in sie verliebt? So schön das sein mag, nachvollziehbar ist es nicht.

    Dabei ist das Buch flott geschrieben und nicht allzu kitschig. Allerdings liegen darin zwei Probleme: Die flotten Dialoge sind sehr amerikanisch und stellen die Übersetzung vor eine Herausforderung, der die nicht gewachsen ist, und zweitens ist so vieles für den europäischen Leser kaum nachvollziehbar. Dieses Buch ist daher ein sehr amerikanischer Insider, der außer einem Sauerteig mit Namen keine originellen Einfälle zeigt. Wie sich eine Autorin mit Namen Kristan Higgings (nie gehört) dazu hinreißen lassen konnte, das Buch mit „Jetzt schon ein Klassiker“ zu bewerten, lässt sich nur mit Verlagsinteressen erklären.

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    Cover des Buches Riviera - Der Traum vom Meer (ISBN: 9783734108082)

    Bewertung zu "Riviera - Der Traum vom Meer" von Julia Kröhn

    Riviera - Der Traum vom Meer
    Ulenfluchtvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ganz sicher der kunstvollste Roman des Jahres
    Ein Feuerwerk der Erzählkunst

    Was ist das eigentlich, dieser so simpel formulierte Traum vom Meer? Die Sehnsucht, seinen Blick im unendlichen Blau zu verlieren. Dass diese Sehnsucht eine Erfindung des 19./20. Jahrhunderts ist und vor allem warum, das zeigt dieses Buch auf eindrucksvolle Weise.

    Die Autorin widmet sich in diesem Roman dem Traumziel des 20. Jahrhunderts schlechthin, der Riviera. Sie lässt den Leser in die Welt der Schönen und Reichen eintauchen, der Glückssucher und derer, die dieses schon verlassen hat. Sie lässt einen Landstrich zu einer Zeit aufleben, in der er gerade zur Legende wurde und seinen Namen verliehen bekam: La Côte d‘Azur.

    Kunstvoll werden Erzählstränge und Schicksale verwoben, mit viel Liebe zu skurrilen Details, die die Figuren einprägsam machen. Julia Kröhn erweist sich in diesem Roman als Meisterin der Metaphern und Vergleiche, alles hat Bedeutung, alles ist Symbol und schildert die Geschichte zweier Frauen in starken Bildern und mit großer Erzählfreude. Alles passt zusammen, alles ist ein großes Puzzle-Spiel und die fabelhafte Kulisse dient als Schablone für die wechselvolle Geschichte.

    So wird dem Leser schnell klar, dass der Traum vom Meer noch viel mehr ist. Es ist der Traum von einem besseren Leben, von Leichtigkeit, von Glück. Gleichzeitig zeigt ‚Riviera‘, warum das alles so schwer zu erreichen ist. Entweder stehen die Menschen sich selber im Weg, gehemmt durch Konventionen und Schwüre, oder ist es die Schwere des 20. Jahrhunderts, die auf ihren Schultern lastet. Das Grauen, das in den 20er und 30er Jahren aufzieht, scheint nur langsam und damit umso wuchtiger hindurch.

    Ein blendend erzählter, unterhaltsamer, erschütternder und farbenfroher Roman. Alles zusammen. Der einzige Vorwurf, den man dem Buch machen kann, ist, dass sein Ende gar keines ist. Es ist die Mitte einer großen Geschichte, die erst in dem zweiten Band ihre Fortsetzung findet und so den Leser des ersten Teils an der Klippe zurücklässt, von denen es an der ja Riviera unzählige gibt.

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    Cover des Buches Zugtiere in Trägerhosen (ISBN: 9783957260314)

    Bewertung zu "Zugtiere in Trägerhosen" von Phil Gaimon

    Zugtiere in Trägerhosen
    Ulenfluchtvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Lesenswert, aber etwas undifferenziert
    Schonungslos offen, manchmal aber etwas too much

    Wer ist eigentlich Phil Gaimon? Dem europäischen Radsportfan ist er eher nicht bekannt gewesen, viele Rennen ist er hier ja nicht gefahren. Aber das spielt auch keine Rolle, denn in diesem Buch wird schnell klar, wer er ist: Ein Unikat.

    In lockerem Ton, oft flapsig, immer aber offenherzig, berichtet er davon, wie es ist, seinen Traum vom Profi-Dasein zu leben. Die Kurzfassung: Es ist schwer und man braucht viele Kekse, wenn man nicht gerade ein kolumbianisches Wunderkind ist. Das Lesen macht Spaß, Gaimon hat ein erstaunliches Erzähltalent. Allerdings hat er kein Gespür für Dinge, die man sagen sollte und die, die man nicht sagen sollte. Das Gentleman-Sein ist nichts für ihn, das merkt man schon auf den ersten Seiten. Er plaudert alles aus, was ihm passt und hält mit seiner Meinung nie hinter dem Berg, selbst wenn es keine Belege für sein Gefühl gibt, wer wann wie und ob überhaupt gedopt hat.

    In dieses Bild passt seine Freundschaft mit Tom Danielson, der zweimal wegen verbotener Substanzen gesperrt wurde. Er versucht diese Sympathie an mehreren Stellen zu erklären, aber es gelingt ihm nicht, den Widerspruch glaubwürdig aufzulösen, wenn man bedenkt, wie andere Fahrer in seinem Buch wegkommen.

    Dieser Erlebnisbericht bleibt dennoch lesenswert und ein erstaunlicher Einblick in den (amerikanischen) Radsport, der sich weit an die Grenze wagt und manchmal darüber hinausschießt. Aber der Autor schert sich nicht darum, was man über ihn denkt, und das ist gut so.

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    Cover des Buches Die Bestimmung - Tödliche Wahrheit (ISBN: 9783442480623)

    Bewertung zu "Die Bestimmung - Tödliche Wahrheit" von Veronica Roth

    Die Bestimmung - Tödliche Wahrheit
    Ulenfluchtvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Orientierungslose aber trotzdem spannende Fortsetzung
    Fällt leider ab

    Die Voraussetzungen waren gut: Ein Knaller Erstling, der eine komplexe postapokalyptische Welt zeichnete, starke Protagonisten und ein Ende, das eigentlich ein Anfang war. Umso enttäuschender ist die Fortsetzung.

    Dabei bleibt es ein gutes Buch, zweifellos. Aber im Vergleich zum Vorgänger fehlt einiges, was diesen ausmachte: Die Protagonisten handeln bisweilen untypisch und seltsam, entwickeln sich nicht weiter und das große Geheimnis, das als Antrieb der Geschichte fungiert, bleibt bis zum bitteren Ende genau das: Ein Geheimnis. Es wird nicht schrittweise aufgedeckt, vielmehr jagt Tris ihm nach und verstrickt sich dabei in einen Gewissenskonflikt, der ein wenig unlogisch ist. Sie setzt sich einer tödlichen Gefahr aus, ohne dass dies nachvollziehbar wäre.

    Es ist ein brutales Buch, in dem Waffen selbstverständlich sind. Konnte man im ersten Teil noch darüber hinwegsehen, weil es um mehr ging, so entfaltet sich ein Krieg erst jetzt richtig und lässt einen gelegentlich zusammenschrecken, ohne dass es eine Moral dahinter gäbe. Die große Stärke des Buches ist aber weiterhin, dass es spannend geschrieben ist und die erzählte Welt eindrucksvoll entworfen ist. Alles fügt sich gut ein und wird vor dem geistigen Auge zu Leben erweckt.

    Leider wirkt die Fortsetzung dennoch etwas zu gewollt und man irrt ein wenig zwischen den Seiten umher, bis denn endlich das Geheimnis gelüftet wird, hinter dem Tris her ist und das wieder Lust auf den dritten Teil macht. Hoffentlich hält der wenigstens sein Versprechen.

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    Über mich

    • weiblich
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