Vera_Hallstroem

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    Cover des Buches Lazarus. Band 5 (ISBN: 9783958392229)

    Bewertung zu "Lazarus. Band 5" von Greg Rucka

    Lazarus. Band 5
    Vera_Hallstroemvor 16 Tagen
    Kurzmeinung: Düster, brutal, atemraubend - eine Dystopie der anderen Art, die den Leser mitreißt.
    Düstere und actiongeladene Dystopie

    Lazarus (Band 1-5) von Michael Lark (Zeichnungen), Greg Rucka (Story) & Santi Arcas (Farben)

    ⭐️⭐️⭐️⭐️

    Zum Inhalt:

    In naher Zukunft ist die Erde von Krieg und Zerstörung gezeichnet. Wenige Familien besitzen die totale Macht. Unter ihnen dienen die „Knechte“ im Militär, in der Versorgung oder auch als Wissenschaftler. Alle anderen, die keinen Wert für die Familien besitzen, sind „Abfall“ (und werden genau wie erstere auch so bezeichnet).
    Um ihre Macht und ihren Wohlstand zu erhalten, besitzt jede Familie nicht nur eine Armee, sondern auch einen sogenannten Lazarus, einen Kämpfer mit übermenschlicher Stärke und besonderen Fähigkeiten.

    Im Kampf um verschiedene Gebiete und im Konflikt mit Feinden hat sich vor allem eine Familie mehr Macht angeeignet als alle anderen – die Familie Carlyle. Ihr Lazarus Forever ist durch gentechnische Veränderungen nahezu unsterblich und hat noch keinen Kampf verloren.
    Allerdings ist im Kampf um die Macht nie sicher, ob alte Verbündete nicht auch zu Feinden werden können. Und so steht die Familie Carlyle bald vor einem neuen Krieg, den sie nicht allein durch ihren Lazarus gewinnen kann, während selbst innerhalb der Familie Intrigen aufkeimen. Zwischen Krieg, Blut und Pflicht merkt auch Forever, dass mit ihr mehr getan wurde, als sie nur genetisch zu verbessern. So versucht sie selbst, herauszufinden, wer oder was sie wirklich ist, derweil versinkt die Welt erneut im Chaos der Schlachtpläne der Familien.

    Anfangs ist es etwas schwierig, bei all den Familien und Herrschaftsgrenzen sowie den Charakteren durchzublicken. Ab Band 3 gibt es zum Glück eine Karte, dennoch hat der Autor hier eine detaillierte, vielschichtige Welt aus unterschiedlichen Klassen geschaffen, die noch zu komplex für die wenigen Bände des Comics ist. Hier bleibt zu hoffen, dass die verschiedenen Storylines später alle noch aufgegriffen und weitergeführt werden.

    Storytelling & Zeichnungen:

    Die Zeichnungen von Michael Lark sind kantig, rau und düster – genau passend zum dystopischen Setting der Geschichte. Bei der Darstellung von Hintergründen oder auch der Eingliederung technischer Details (wie bspw. bei Computerbildschirmen) oder Waffen zeichnet er detaillierter. Alles in einem ist der Zeichenstil packend, wenn auch anfangs etwas ungewohnt. Nur das Zusammensetzen der Szenen (vor allem der Kampfszenen) finde ich ausbaufähig und weniger gelungen. Hier werden verschiedene Bewegungsabläufe nämlich gekürzt und manchmal hat man das Gefühl, es fehlt eine Szene, was den Lesefluss stört.
    Bei Farbgebung und Schattierung befinden wir uns allerdings wieder auf hohem Niveau und so wirken die teils skizzenhaften Zeichnungen gleichzeitig auch „plastisch“.

    Handlungsaufbau:

    Anfangs werden wir in die Familie Carlyle und die Aufgaben ihres Lazarus Forever eingeführt. Bald wird deutlich, dass es Spannungen zwischen den verschiedenen Familien gibt und neue Bündnisse geschlossen werden müssen. Zeitgleich versuchen einzelne Familienmitglieder mehr Macht innerhalb der Familie zu bekommen.

    Im Verlauf des zweiten Bandes konzentriert sich die Handlung zur Hälfte auf den Aufstieg zweier Nebenfiguren vom Abfall zum Knecht, die später noch eine wichtige Rolle in der Handlung spielen werden.

    In Band 3 konzentriert sich die Handlung wieder mehr auf Forever, die eine wichtige Rolle bei Verhandlungen mit der Familie Hock spielt, mit der sich Carlyle schon lange in Konflikt befindet. Bei einem Konklave soll eigentlich eine friedliche Lösung gefunden werden, wie Hock etwas in seinem Besitz – oder vielmehr jemanden – zurück an Carlyle übergeben kann. Als er aber von Malcolm Carlyle, dem Familienoberhaupt, überlistet wird, sieht Hock nur einen Weg: Carlyle und seinen Verbündeten den Krieg zu erklären, dessen Verlauf dann in Band 4 und 5 die Handlung bestimmt.

    Allerdings endet der letzte Band mit einem Cliffhanger, der erst in der Folgeserie Lazarus Risen wieder aufgegriffen wird.

    Charaktere:

    Wirkt Forever Carlyle anfangs noch unnahbar als Charakter – kein Wunder, ist sie doch der Lazarus schlechthin, an dem sich alle anderen Familien messen, zeigt sich, dass sie mehr als nur eine Kampfmaschine ist.
    Und nicht mal Konditionierung und Genmanipulation kann jeden Zweifel unterdrücken und verhindern, dass Forever bestimmte Dinge hinterfragt.
    So ist sie einerseits knallhart und kämpft gleich nach einem Kopfschuss weiter, loyal ihrer Familie gegenüber, aber will mehr als nur eine menschliche Waffe sein und sich ihre Identität nicht nehmen lassen.

    Daneben gibt es viele weitere Charaktere aus den verschiedenen Fraktionen bzw. Familien. Teilweise kann man sich als Leser zu Anfang nicht mal bei Carlyle sicher sein, wer welches Ziel verfolgt. Das macht die Beziehungsgeflechte noch komplexer, von den größeren Bündnissen ganz zu schweigen. So gibt es Gegner, die doch eigentlich gerne Verbündete wären, oder die Lazari unter sich, die verfeindeten Familien dienen und doch gleich sind.

     

    Fazit:

    Lazarus weiß nicht nur durch das dystopische Setting und die rauen, dynamischen Zeichnungen zu bestechen, sondern auch durch die Vielschichtigkeit der Geschichte, die noch viel Raum für weitere Entwicklungen lässt.
    Forever Carlyle als Protagonistin ist knallhart und fernab von Stereotypen, eine Heldin (oder Nicht-Heldin), die perfekt zur düsteren Welt von „Lazarus“ passt.
    Wer actiongeladene, dramatische und dystopische Geschichten mag, gepaart mit einem etwas "rohen" Zeichen- und Erzählstil, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen.

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    Cover des Buches Lazarus. Band 4 (ISBN: 9783958392212)

    Bewertung zu "Lazarus. Band 4" von Greg Rucka

    Lazarus. Band 4
    Vera_Hallstroemvor 16 Tagen
    Kurzmeinung: Düster, brutal, atemraubend - eine Dystopie der anderen Art, die den Leser mitreißt.
    Düstere und actiongeladene Dystopie

    Lazarus (Band 1-5) von Michael Lark (Zeichnungen), Greg Rucka (Story) & Santi Arcas (Farben)

    ⭐️⭐️⭐️⭐️

    Zum Inhalt:

    In naher Zukunft ist die Erde von Krieg und Zerstörung gezeichnet. Wenige Familien besitzen die totale Macht. Unter ihnen dienen die „Knechte“ im Militär, in der Versorgung oder auch als Wissenschaftler. Alle anderen, die keinen Wert für die Familien besitzen, sind „Abfall“ (und werden genau wie erstere auch so bezeichnet).
    Um ihre Macht und ihren Wohlstand zu erhalten, besitzt jede Familie nicht nur eine Armee, sondern auch einen sogenannten Lazarus, einen Kämpfer mit übermenschlicher Stärke und besonderen Fähigkeiten.

    Im Kampf um verschiedene Gebiete und im Konflikt mit Feinden hat sich vor allem eine Familie mehr Macht angeeignet als alle anderen – die Familie Carlyle. Ihr Lazarus Forever ist durch gentechnische Veränderungen nahezu unsterblich und hat noch keinen Kampf verloren.
    Allerdings ist im Kampf um die Macht nie sicher, ob alte Verbündete nicht auch zu Feinden werden können. Und so steht die Familie Carlyle bald vor einem neuen Krieg, den sie nicht allein durch ihren Lazarus gewinnen kann, während selbst innerhalb der Familie Intrigen aufkeimen. Zwischen Krieg, Blut und Pflicht merkt auch Forever, dass mit ihr mehr getan wurde, als sie nur genetisch zu verbessern. So versucht sie selbst, herauszufinden, wer oder was sie wirklich ist, derweil versinkt die Welt erneut im Chaos der Schlachtpläne der Familien.

    Anfangs ist es etwas schwierig, bei all den Familien und Herrschaftsgrenzen sowie den Charakteren durchzublicken. Ab Band 3 gibt es zum Glück eine Karte, dennoch hat der Autor hier eine detaillierte, vielschichtige Welt aus unterschiedlichen Klassen geschaffen, die noch zu komplex für die wenigen Bände des Comics ist. Hier bleibt zu hoffen, dass die verschiedenen Storylines später alle noch aufgegriffen und weitergeführt werden.

    Storytelling & Zeichnungen:

    Die Zeichnungen von Michael Lark sind kantig, rau und düster – genau passend zum dystopischen Setting der Geschichte. Bei der Darstellung von Hintergründen oder auch der Eingliederung technischer Details (wie bspw. bei Computerbildschirmen) oder Waffen zeichnet er detaillierter. Alles in einem ist der Zeichenstil packend, wenn auch anfangs etwas ungewohnt. Nur das Zusammensetzen der Szenen (vor allem der Kampfszenen) finde ich ausbaufähig und weniger gelungen. Hier werden verschiedene Bewegungsabläufe nämlich gekürzt und manchmal hat man das Gefühl, es fehlt eine Szene, was den Lesefluss stört.
    Bei Farbgebung und Schattierung befinden wir uns allerdings wieder auf hohem Niveau und so wirken die teils skizzenhaften Zeichnungen gleichzeitig auch „plastisch“.

    Handlungsaufbau:

    Anfangs werden wir in die Familie Carlyle und die Aufgaben ihres Lazarus Forever eingeführt. Bald wird deutlich, dass es Spannungen zwischen den verschiedenen Familien gibt und neue Bündnisse geschlossen werden müssen. Zeitgleich versuchen einzelne Familienmitglieder mehr Macht innerhalb der Familie zu bekommen.

    Im Verlauf des zweiten Bandes konzentriert sich die Handlung zur Hälfte auf den Aufstieg zweier Nebenfiguren vom Abfall zum Knecht, die später noch eine wichtige Rolle in der Handlung spielen werden.

    In Band 3 konzentriert sich die Handlung wieder mehr auf Forever, die eine wichtige Rolle bei Verhandlungen mit der Familie Hock spielt, mit der sich Carlyle schon lange in Konflikt befindet. Bei einem Konklave soll eigentlich eine friedliche Lösung gefunden werden, wie Hock etwas in seinem Besitz – oder vielmehr jemanden – zurück an Carlyle übergeben kann. Als er aber von Malcolm Carlyle, dem Familienoberhaupt, überlistet wird, sieht Hock nur einen Weg: Carlyle und seinen Verbündeten den Krieg zu erklären, dessen Verlauf dann in Band 4 und 5 die Handlung bestimmt.

    Allerdings endet der letzte Band mit einem Cliffhanger, der erst in der Folgeserie Lazarus Risen wieder aufgegriffen wird.

    Charaktere:

    Wirkt Forever Carlyle anfangs noch unnahbar als Charakter – kein Wunder, ist sie doch der Lazarus schlechthin, an dem sich alle anderen Familien messen, zeigt sich, dass sie mehr als nur eine Kampfmaschine ist.
    Und nicht mal Konditionierung und Genmanipulation kann jeden Zweifel unterdrücken und verhindern, dass Forever bestimmte Dinge hinterfragt.
    So ist sie einerseits knallhart und kämpft gleich nach einem Kopfschuss weiter, loyal ihrer Familie gegenüber, aber will mehr als nur eine menschliche Waffe sein und sich ihre Identität nicht nehmen lassen.

    Daneben gibt es viele weitere Charaktere aus den verschiedenen Fraktionen bzw. Familien. Teilweise kann man sich als Leser zu Anfang nicht mal bei Carlyle sicher sein, wer welches Ziel verfolgt. Das macht die Beziehungsgeflechte noch komplexer, von den größeren Bündnissen ganz zu schweigen. So gibt es Gegner, die doch eigentlich gerne Verbündete wären, oder die Lazari unter sich, die verfeindeten Familien dienen und doch gleich sind.

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    Cover des Buches Lazarus. Band 3 (ISBN: 9783958392205)

    Bewertung zu "Lazarus. Band 3" von Greg Rucka

    Lazarus. Band 3
    Vera_Hallstroemvor 16 Tagen
    Kurzmeinung: Düster, brutal, atemraubend - eine Dystopie der anderen Art, die den Leser mitreißt.
    Düstere und actiongeladene Dystopie

    Lazarus (Band 1-5) von Michael Lark (Zeichnungen), Greg Rucka (Story) & Santi Arcas (Farben)

    ⭐️⭐️⭐️⭐️

    Zum Inhalt:

    In naher Zukunft ist die Erde von Krieg und Zerstörung gezeichnet. Wenige Familien besitzen die totale Macht. Unter ihnen dienen die „Knechte“ im Militär, in der Versorgung oder auch als Wissenschaftler. Alle anderen, die keinen Wert für die Familien besitzen, sind „Abfall“ (und werden genau wie erstere auch so bezeichnet).
    Um ihre Macht und ihren Wohlstand zu erhalten, besitzt jede Familie nicht nur eine Armee, sondern auch einen sogenannten Lazarus, einen Kämpfer mit übermenschlicher Stärke und besonderen Fähigkeiten.

    Im Kampf um verschiedene Gebiete und im Konflikt mit Feinden hat sich vor allem eine Familie mehr Macht angeeignet als alle anderen – die Familie Carlyle. Ihr Lazarus Forever ist durch gentechnische Veränderungen nahezu unsterblich und hat noch keinen Kampf verloren.
    Allerdings ist im Kampf um die Macht nie sicher, ob alte Verbündete nicht auch zu Feinden werden können. Und so steht die Familie Carlyle bald vor einem neuen Krieg, den sie nicht allein durch ihren Lazarus gewinnen kann, während selbst innerhalb der Familie Intrigen aufkeimen. Zwischen Krieg, Blut und Pflicht merkt auch Forever, dass mit ihr mehr getan wurde, als sie nur genetisch zu verbessern. So versucht sie selbst, herauszufinden, wer oder was sie wirklich ist, derweil versinkt die Welt erneut im Chaos der Schlachtpläne der Familien.

    Anfangs ist es etwas schwierig, bei all den Familien und Herrschaftsgrenzen sowie den Charakteren durchzublicken. Ab Band 3 gibt es zum Glück eine Karte, dennoch hat der Autor hier eine detaillierte, vielschichtige Welt aus unterschiedlichen Klassen geschaffen, die noch zu komplex für die wenigen Bände des Comics ist. Hier bleibt zu hoffen, dass die verschiedenen Storylines später alle noch aufgegriffen und weitergeführt werden.

    Storytelling & Zeichnungen:

    Die Zeichnungen von Michael Lark sind kantig, rau und düster – genau passend zum dystopischen Setting der Geschichte. Bei der Darstellung von Hintergründen oder auch der Eingliederung technischer Details (wie bspw. bei Computerbildschirmen) oder Waffen zeichnet er detaillierter. Alles in einem ist der Zeichenstil packend, wenn auch anfangs etwas ungewohnt. Nur das Zusammensetzen der Szenen (vor allem der Kampfszenen) finde ich ausbaufähig und weniger gelungen. Hier werden verschiedene Bewegungsabläufe nämlich gekürzt und manchmal hat man das Gefühl, es fehlt eine Szene, was den Lesefluss stört.
    Bei Farbgebung und Schattierung befinden wir uns allerdings wieder auf hohem Niveau und so wirken die teils skizzenhaften Zeichnungen gleichzeitig auch „plastisch“.

    Handlungsaufbau:

    Anfangs werden wir in die Familie Carlyle und die Aufgaben ihres Lazarus Forever eingeführt. Bald wird deutlich, dass es Spannungen zwischen den verschiedenen Familien gibt und neue Bündnisse geschlossen werden müssen. Zeitgleich versuchen einzelne Familienmitglieder mehr Macht innerhalb der Familie zu bekommen.

    Im Verlauf des zweiten Bandes konzentriert sich die Handlung zur Hälfte auf den Aufstieg zweier Nebenfiguren vom Abfall zum Knecht, die später noch eine wichtige Rolle in der Handlung spielen werden.

    In Band 3 konzentriert sich die Handlung wieder mehr auf Forever, die eine wichtige Rolle bei Verhandlungen mit der Familie Hock spielt, mit der sich Carlyle schon lange in Konflikt befindet. Bei einem Konklave soll eigentlich eine friedliche Lösung gefunden werden, wie Hock etwas in seinem Besitz – oder vielmehr jemanden – zurück an Carlyle übergeben kann. Als er aber von Malcolm Carlyle, dem Familienoberhaupt, überlistet wird, sieht Hock nur einen Weg: Carlyle und seinen Verbündeten den Krieg zu erklären, dessen Verlauf dann in Band 4 und 5 die Handlung bestimmt.

    Allerdings endet der letzte Band mit einem Cliffhanger, der erst in der Folgeserie Lazarus Risen wieder aufgegriffen wird.

    Charaktere:

    Wirkt Forever Carlyle anfangs noch unnahbar als Charakter – kein Wunder, ist sie doch der Lazarus schlechthin, an dem sich alle anderen Familien messen, zeigt sich, dass sie mehr als nur eine Kampfmaschine ist.
    Und nicht mal Konditionierung und Genmanipulation kann jeden Zweifel unterdrücken und verhindern, dass Forever bestimmte Dinge hinterfragt.
    So ist sie einerseits knallhart und kämpft gleich nach einem Kopfschuss weiter, loyal ihrer Familie gegenüber, aber will mehr als nur eine menschliche Waffe sein und sich ihre Identität nicht nehmen lassen.

    Daneben gibt es viele weitere Charaktere aus den verschiedenen Fraktionen bzw. Familien. Teilweise kann man sich als Leser zu Anfang nicht mal bei Carlyle sicher sein, wer welches Ziel verfolgt. Das macht die Beziehungsgeflechte noch komplexer, von den größeren Bündnissen ganz zu schweigen. So gibt es Gegner, die doch eigentlich gerne Verbündete wären, oder die Lazari unter sich, die verfeindeten Familien dienen und doch gleich sind.

     

    Fazit:

    Lazarus weiß nicht nur durch das dystopische Setting und die rauen, dynamischen Zeichnungen zu bestechen, sondern auch durch die Vielschichtigkeit der Geschichte, die noch viel Raum für weitere Entwicklungen lässt.
    Forever Carlyle als Protagonistin ist knallhart und fernab von Stereotypen, eine Heldin (oder Nicht-Heldin), die perfekt zur düsteren Welt von „Lazarus“ passt.
    Wer actiongeladene, dramatische und dystopische Geschichten mag, gepaart mit einem etwas "rohen" Zeichen- und Erzählstil, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen.

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    Cover des Buches Lazarus. Band 2 (ISBN: 9783958392199)

    Bewertung zu "Lazarus. Band 2" von Greg Rucka

    Lazarus. Band 2
    Vera_Hallstroemvor 16 Tagen
    Kurzmeinung: Düster, brutal, atemraubend - eine Dystopie der anderen Art, die den Leser mitreißt.
    Düstere und actiongeladene Dystopie

    Lazarus (Band 1-5) von Michael Lark (Zeichnungen), Greg Rucka (Story) & Santi Arcas (Farben)

    ⭐️⭐️⭐️⭐️

    Zum Inhalt:

    In naher Zukunft ist die Erde von Krieg und Zerstörung gezeichnet. Wenige Familien besitzen die totale Macht. Unter ihnen dienen die „Knechte“ im Militär, in der Versorgung oder auch als Wissenschaftler. Alle anderen, die keinen Wert für die Familien besitzen, sind „Abfall“ (und werden genau wie erstere auch so bezeichnet).
    Um ihre Macht und ihren Wohlstand zu erhalten, besitzt jede Familie nicht nur eine Armee, sondern auch einen sogenannten Lazarus, einen Kämpfer mit übermenschlicher Stärke und besonderen Fähigkeiten.

    Im Kampf um verschiedene Gebiete und im Konflikt mit Feinden hat sich vor allem eine Familie mehr Macht angeeignet als alle anderen – die Familie Carlyle. Ihr Lazarus Forever ist durch gentechnische Veränderungen nahezu unsterblich und hat noch keinen Kampf verloren.
    Allerdings ist im Kampf um die Macht nie sicher, ob alte Verbündete nicht auch zu Feinden werden können. Und so steht die Familie Carlyle bald vor einem neuen Krieg, den sie nicht allein durch ihren Lazarus gewinnen kann, während selbst innerhalb der Familie Intrigen aufkeimen. Zwischen Krieg, Blut und Pflicht merkt auch Forever, dass mit ihr mehr getan wurde, als sie nur genetisch zu verbessern. So versucht sie selbst, herauszufinden, wer oder was sie wirklich ist, derweil versinkt die Welt erneut im Chaos der Schlachtpläne der Familien.

    Anfangs ist es etwas schwierig, bei all den Familien und Herrschaftsgrenzen sowie den Charakteren durchzublicken. Ab Band 3 gibt es zum Glück eine Karte, dennoch hat der Autor hier eine detaillierte, vielschichtige Welt aus unterschiedlichen Klassen geschaffen, die noch zu komplex für die wenigen Bände des Comics ist. Hier bleibt zu hoffen, dass die verschiedenen Storylines später alle noch aufgegriffen und weitergeführt werden.

    Storytelling & Zeichnungen:

    Die Zeichnungen von Michael Lark sind kantig, rau und düster – genau passend zum dystopischen Setting der Geschichte. Bei der Darstellung von Hintergründen oder auch der Eingliederung technischer Details (wie bspw. bei Computerbildschirmen) oder Waffen zeichnet er detaillierter. Alles in einem ist der Zeichenstil packend, wenn auch anfangs etwas ungewohnt. Nur das Zusammensetzen der Szenen (vor allem der Kampfszenen) finde ich ausbaufähig und weniger gelungen. Hier werden verschiedene Bewegungsabläufe nämlich gekürzt und manchmal hat man das Gefühl, es fehlt eine Szene, was den Lesefluss stört.
    Bei Farbgebung und Schattierung befinden wir uns allerdings wieder auf hohem Niveau und so wirken die teils skizzenhaften Zeichnungen gleichzeitig auch „plastisch“.

    Handlungsaufbau:

    Anfangs werden wir in die Familie Carlyle und die Aufgaben ihres Lazarus Forever eingeführt. Bald wird deutlich, dass es Spannungen zwischen den verschiedenen Familien gibt und neue Bündnisse geschlossen werden müssen. Zeitgleich versuchen einzelne Familienmitglieder mehr Macht innerhalb der Familie zu bekommen.

    Im Verlauf des zweiten Bandes konzentriert sich die Handlung zur Hälfte auf den Aufstieg zweier Nebenfiguren vom Abfall zum Knecht, die später noch eine wichtige Rolle in der Handlung spielen werden.

    In Band 3 konzentriert sich die Handlung wieder mehr auf Forever, die eine wichtige Rolle bei Verhandlungen mit der Familie Hock spielt, mit der sich Carlyle schon lange in Konflikt befindet. Bei einem Konklave soll eigentlich eine friedliche Lösung gefunden werden, wie Hock etwas in seinem Besitz – oder vielmehr jemanden – zurück an Carlyle übergeben kann. Als er aber von Malcolm Carlyle, dem Familienoberhaupt, überlistet wird, sieht Hock nur einen Weg: Carlyle und seinen Verbündeten den Krieg zu erklären, dessen Verlauf dann in Band 4 und 5 die Handlung bestimmt.

    Allerdings endet der letzte Band mit einem Cliffhanger, der erst in der Folgeserie Lazarus Risen wieder aufgegriffen wird.

    Charaktere:

    Wirkt Forever Carlyle anfangs noch unnahbar als Charakter – kein Wunder, ist sie doch der Lazarus schlechthin, an dem sich alle anderen Familien messen, zeigt sich, dass sie mehr als nur eine Kampfmaschine ist.
    Und nicht mal Konditionierung und Genmanipulation kann jeden Zweifel unterdrücken und verhindern, dass Forever bestimmte Dinge hinterfragt.
    So ist sie einerseits knallhart und kämpft gleich nach einem Kopfschuss weiter, loyal ihrer Familie gegenüber, aber will mehr als nur eine menschliche Waffe sein und sich ihre Identität nicht nehmen lassen.

    Daneben gibt es viele weitere Charaktere aus den verschiedenen Fraktionen bzw. Familien. Teilweise kann man sich als Leser zu Anfang nicht mal bei Carlyle sicher sein, wer welches Ziel verfolgt. Das macht die Beziehungsgeflechte noch komplexer, von den größeren Bündnissen ganz zu schweigen. So gibt es Gegner, die doch eigentlich gerne Verbündete wären, oder die Lazari unter sich, die verfeindeten Familien dienen und doch gleich sind.

     

    Fazit:

    Lazarus weiß nicht nur durch das dystopische Setting und die rauen, dynamischen Zeichnungen zu bestechen, sondern auch durch die Vielschichtigkeit der Geschichte, die noch viel Raum für weitere Entwicklungen lässt.
    Forever Carlyle als Protagonistin ist knallhart und fernab von Stereotypen, eine Heldin (oder Nicht-Heldin), die perfekt zur düsteren Welt von „Lazarus“ passt.
    Wer actiongeladene, dramatische und dystopische Geschichten mag, gepaart mit einem etwas "rohen" Zeichen- und Erzählstil, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen.

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    Cover des Buches Lazarus Risen. Band 1 (ISBN: 9783958392236)

    Bewertung zu "Lazarus Risen. Band 1" von Greg Rucka

    Lazarus Risen. Band 1
    Vera_Hallstroemvor 16 Tagen
    Cover des Buches Donaumädchen 2: Katharsis (ISBN: 9781718104945)

    Bewertung zu "Donaumädchen 2: Katharsis" von Johanna Stöckl

    Donaumädchen 2: Katharsis
    Vera_Hallstroemvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Spannende Fortsetzung, die wieder gekonnt Jugendthriller, Fantasy und Coming of Age kombiniert.
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    Cover des Buches Game On, Novalee (ISBN: B08CJMRMJX)

    Bewertung zu "Game On, Novalee" von Melanie Neubert

    Game On, Novalee
    Vera_Hallstroemvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Lustig, abgedreht & erfrischend anders! Endlich mal Fantasy, die das Heldenklischee neu aufrollt und dennoch bestens unterhalten kann.
    Lustig, abgedreht & erfrischend anders! Endlich mal Fantasy, die das Heldenklischee neu aufrollt und dennoch bestens unterhalten kann.

    Game On, Novalee von Melanie Neubert (Rezensionsexemplar)




    Grundidee & Setting:


    Novalee genießt ihr Leben im abgeschiedenen Dunkelwald, wo sie ihre Ruhe hat und sich den Magen mit ihrer Leibspeise Kren vollschlagen kann. Bis sie eines Tages aus diesem verbannt wird und blöderweise auch noch beim Klauen von Essen erwischt und eingesperrt wird. Als ein vorbeiziehender Held ihr einen Deal vorschlägt, durch den sie freikommen kann, stimmt sie zu – hat sie doch vor, sich sowieso aus dem Staub zu machen statt ihren Teil der Abmachung zu erfüllen.
    Doch dann muss sie feststellen, dass sie dem Willen des Helden unterworfen ist und nirgendwo hin kann, solange er es nicht erlaubt. Frustriert über dieses „Götterwerk“ muss sie schließlich seiner Gruppe beitreten und ihn auf Quests begleiten. Obwohl ihr das gar nicht passt und sie wortwörtlich nicht von Leonhard (dem Helden) loskommt, lernt sie neue Gefährten kennen, die wie sie nicht ganz freiwillig auf der Reise mit dabei sind.
    Während ihre Gruppe also mal mehr mal weniger erfolgreich ihre Quest bestreitet und Novalee zunächst nur die nächste Mahlzeit im Sinn hat, zeigt sich bald, dass sie sich auch auf einer Reise zu ihren Ursprüngen befindet und sie doch mehr mit Leonhard und früheren Helden verbindet als sie ahnt.


    An sich ist Novalees Welt nichts neues – außer dass sie sich in einem Spiel befindet, ohne es selbst zu ahnen, wodurch es zu allerlei Kuriositäten kommt, die einen als Leser zum Schmunzeln bringen. So kann sie sich nicht zu weit von „ihrem“ Helden entfernen, ohne zu ihm (bzw. zu seinem Hintern) zurückgeschleudert zu werden. Während das und andere Dinge Novalee selbst verwundern, gibt es doch spieltypische Vorgänge, die in ihrer Welt normal sind. Zum Beispiel das riesige Inventar, dass nicht sichtbar ist und in das wie von Zauberhand allerlei Sachen passen. Oder die Quests, die einem an jeder Ecke auferlegt werden und und und…
    Wenn man mal ein RPG gespielt hat und mit Begriffen wie NPC etwas anfangen kann, dem dürfte das Buch noch mehr Spaß bereiten – vor allem wenn unsere Heldengruppe in einer Quest Mist baut und… (mehr verrate ich hier nicht, lest es selbst!).



    Erzählstil/Erzählweise:


    Der Erzählstil der Autorin ist passend fürs Buch locker, humorvoll und auch mal derbe – so wie Novalee. Während ich Angus noch etwas zu ausschweifend fand, ist hier genau das richtige Maß vorhanden. Und vor allem bei Novalees Einlagen kommt man manchmal gar nicht aus dem Schmunzeln. Sie und auch die anderen Charaktere werden lebhaft und einzigartig (jeder hat seine Macken) beschrieben, dass man selbst die Nervensägen lieb gewinnt.
    Daneben schafft die Autorin es aber auch, Spannung und sogar Grusel noch mit unterzubringen und gut umzusetzen.



    Handlungsaufbau:


    Wir lernen gleich zu Anfang den Helden Leonhard kennen, der Novalee in Gefangenschaft vorfindet und überredet, Teil seiner Gruppe zu werden. In Aussicht auf Freiheit und die nächste leckere Mahlzeit willigt sie ein. Da ahnt sie noch nicht, dass Leonhard als Held großen Einfluss auf seine Gruppe hat und sogar beeinflussen kann, was sie sagen (von Novalee Götterwerk genannt). Während der ersten gemeinsamen Quests unternimmt Novalee immer wieder (erfolglose) Fluchtversuche, bis sie in ihren Teammitgliedern Leidgenossen findet.
    Aber erst als sie für den König auf Quest gehen, stößt sie bei der Reise zur Festung der Zwerge auf Dinge aus ihrer Vergangenheit, die sie lieber nicht entdeckt hätte. Denn Novalee, die ein Hybrid aus Mensch, Zwerg und Elfe ist, hat lange nach einem Platz gesucht, an den sie wirklich hingehört und erfährt nun, dass schon ihre Großeltern mit einem Helden auf Reisen waren. Nun scheint auch ihr Schicksal von einem Helden bestimmt zu werden und dementsprechend düster zu verlaufen.
    Als sie kurz darauf einen ihrer Freunde verliert, beginnt der schwerste Teil der Reise auf der Suche nach einem Heilmittel für den grausamen König, den sie eigentlich gar nicht retten will, aber auch keinen Krieg riskieren will. Allerdings sind nicht alle Feinde des Königreichs so böse wie man meinen sollte und nicht nur Novalees Kameraden haben zwei Seiten.


    Die einzelnen Abschnitte der Handlung sind so aufgebaut, dass die Spannung kontinuierlich steigt und am Ende seinen Höhepunkt findet. Einziges Manko war für mich der Arc rund um Lambras, hier hatte ich das Gefühl, dass es etwas zu schnell ging und die Handlung schnell zum Abschluss kommen sollte. Das Finale danach kam dann ebenso plötzlich, war aber gelungen und passend.




    Charaktere:


    Novalee und ihre Kameraden sind vor allem eins: Anders. Erfrischend anders.
    Während Novalee pummelig, verfressen, etwas faul ist und undamenhafte Bartstoppeln hat, ist Leonhard, der Held, zunächst ein ganz schöner Idiot (oder Lackmolch wie Novalee sagt).
    Daneben gibt es noch die gehfaule Psionikerin Elea in der Gruppe, die lieber fliegt als zu gehen, den riesigen, wortkargen Steinmann Brock und die stumme Bardin Taraneh. Später kommen noch neue Teammitglieder dazu, doch oben genannte sind wohl die wichtigsten mit denen ich mich auch am besten identifizieren konnte.
    Jeder hat seine Macken und seine Fehler, eigene Beweggründe und auch Geheimnisse trägt jeder mit sich herum (selbst der Held ist nicht so oberflächlich wie es scheint), doch mit der Zeit wachsen diese völlig verschiedenen Charaktere wie eine Familie zusammen.


    Einzig ein wirklicher Antagonist hat mir gefehlt, der König ist zwar einer davon, aber dieser Abschnitt ist doch recht kurz ausgefallen. Dafür war der Twist rund um Lambras, dem Kontinent der Untoten, zu dem die (vor-)letzte Reise ging, gelungen. Denn auch bei einem über Untote herrschenden Superior kann man nie sicher sein, wie böse er tatsächlich ist.



     Fazit:


    Game On, Novalee“ konnte mich begeistern, überraschen und zum Lachen bringen. Es ist eine etwas verrückte Geschichte, die einfach mal anders ist, jede Menge Spannung, Humor und liebenswerte Charaktere bereithält und auch noch gekonnt überholte Klischees aus der Fantasywelt ins Lächerliche zieht und neu interpretiert.


    Insgesamt vergebe ich daher 3,9 (4) Sterne für dieses Buch.

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    Cover des Buches Mimic Royal Princess 5 (ISBN: 9783551740663)

    Bewertung zu "Mimic Royal Princess 5" von Utako Yukihiro

    Mimic Royal Princess 5
    Vera_Hallstroemvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Es wird immer spannender, es gibt einen Twist und der Band scheint auf das Finale vorzubereiten - würde es doch endlich weitergehen...
    Ein matriarchalisches Königreich, Intrigen, Verrat und ausgerechnet ein Junge, der Doppelgänger für die zukünftige Königin werden soll

    „Mimic Royal Princess“ Band 1-5 von Utako Yukihiro und Zenko Musashino

    ⭐️⭐️⭐️⭐️

    ***Nicht beendete/von der Mangaka abgesetzte Reihe***

    Grundidee & Setting:

    Die Handlung spielt im fiktiven Königinnenreich Morrigan, das als einziges dem Matriarchat unterliegt. Hier haben Frauen das Sagen und die Männer müssen gehorchen. Natürlich regt sich dementsprechend auch Widerstand und bald kommt es zu Intrigen, Verrat und Mord, die politische Umbrüche in Gang setzen.
    Die junge Prinzessin Alexia soll ausgerechnet in diesen unruhigen Zeiten den Thron besteigen, da ihre Mutter schwerkrank ist. Kurzerhand stellt sie einen Jungen als ihren Doppelgänger ein, der ihr bis aufs Haar gleicht, um die Zukunft ihres Hauses zu sichern. Dabei stellt auch sie sich die Frage, ob es vielleicht noch andere Mitglieder der königlichen Familie gibt, von denen nur niemand weiß. Alexia unterweist den Jungen, Albert, zusammen mit ihrem Hauslehrer Guy in der Etikette des Hofes, bringt ihm bei, sich wie sie zu verhalten und zu verkleiden, sich dasselbe Wissen anzueignen. Gerade als Albert endlich diese Herausforderung zu meistern scheint, findet ein Attentat auf Alexia statt. Nun muss Albert sich entscheiden: Soll er fliehen und ein ganzes Reich dem Untergang weihen? Oder bleibt er und regiert in der Rolle von Prinzessin Alexia weiter?

    Patriarchalische Gesellschaften kennt man zu Genüge, leben wir doch immer noch in einer von Männern dominierten Welt, auch wenn wir schon fast bei der Gleichberechtigung angekommen sind. Das Ganze andersherum zu sehen, hat mich als Leser noch einmal überrascht. Scheinbar hat man sich schon zu sehr an das sonst vorherrschende Patiarchat (v.a. in historischen bzw. daran angelehnten Werken) gewöhnt.

    Was mir bei Mimic Royal Princess besonders gefällt, ist die Darstellung der Konflikte, die schon von Anfang an zu spüren sind. Auch optisch wir hier die am 18. Jahrhundert gelungen und authentisch in Szene gesetzt, auch wenn die Mangaka eigene Aspekte mit einbindet.

    Zeichnungen & Storytelling:

    Die Zeichnungen sind detailliert und schön anzusehen, während die Hintergründe teils vereinfacht wirken und mit den Schattierungen etwas gespart wurden. Der Fokus liegt dafür mehr auf den Charakteren, ihrem Äußeren, ihrer Mimik usw.

    Die Kampfszenen sind gut in Szene gesetzt, wenn auch nicht so rasant wie in anderen Manga, die ich schon gelesen habe, dafür ist der Manga vom Genre her auch ein Drama und es geht mehr um die Charakterentwicklung und das Fortschreiten der Geschichte an sich.

    Handlungsaufbau:

    Als Albert sich entscheidet, in der Rolle von Alexia weiterleben, um die Zukunft des Landes zu retten, bringt er ein großes Opfer. Und er ahnt nicht, dass der Verrat noch weitere Opfer fordern wird und er bald zusammen mit Guy fliehen muss. Aus dem Exil versuchen die beiden, Verbündete zu gewinnen, damit sie nach Morrigan zurückkehren können, das jetzt von den Männern kontrolliert wird.

    Während die ersten beiden Bände noch ausschließlich in Morrigan spielen, befindet sich Albert im dritten auf der Flucht vor den Attentätern des Verräters. Besonders schade ist es, dass Albert und Guy im fünften Band endlich nach Morrigan zurückkehren, die Reihe aber dort endet bzw. abgebrochen wurde. So hat man das Gefühl, gut ein Drittel der Handlung fehlt einfach.

    Charaktere:

    Albert und Alexia könnten nicht gegensätzlicher sein, obwohl sie als Zwillinge einander bis aufs Haar gleichen.

    Während Albert sich anfangs noch sträubt und sich weigert, für Alexia die Doppelgängerin zu spielen, merkt man doch schnell, wie sehr er Morrigan als seine Heimat dennoch liebt. Zum Teil liegt das daran, das er in Armut aufgewachsen ist und alle dadurch gleich waren – egal ob Mann oder Frau. Zudem will er etwas gegen die Ungerechtigkeiten unternehmen. Das zeigt sich vor allem später, wenn er als Alexia große Opfer bringen muss und als jemand lebt, der er überhaupt nicht ist.
    Alexia lernen wir nur kurz kennen, doch sie liebt ihr Land und will alles tun, um eine gute Königin zu werden. Dabei hat sie als einzige Tochter auch eine schwere Last zu tragen: Sie muss unbedingt Kinder zur Welt bringen, um die Zukunft des Hauses zu gewährleisten.

    Daneben gibt es noch die Verbündeten von Albert wie Guy, die ihm treu zur Seite stehen oder sein Kindheitsfreund Theodor. Hier hätte ich mir allerdings noch mehr Entwicklungen erhofft.

    Die Antagonisten sind dafür gelungen und vielschichtig. Bis man als Leser durchschaut, wer hier die Fäden zieht und wieso, vergeht etwas Zeit. Hier hat die Mangaka gekonnt die Spannung aufrechterhalten.


    Fazit:

    Die Idee des Matriarchats ist simpel, aber dennoch effektiv, während die Handlung durch spannende Entwicklungen und interessante Charaktere vorangetrieben wird.

    Insgesamt vergebe ich für Mimic Royal Princess 3,6 (4) Sterne, obwohl die Handlung leider an der spannendsten Stelle abbricht, bevor es auch nur zum Finale kommt.

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    Cover des Buches Mimic Royal Princess 4 (ISBN: 9783551740656)

    Bewertung zu "Mimic Royal Princess 4" von Utako Yukihiro

    Mimic Royal Princess 4
    Vera_Hallstroemvor 7 Monaten
    Ein matriarchalisches Königreich, Intrigen, Verrat und ausgerechnet ein Junge, der Doppelgänger für die zukünftige Königin werden soll

    „Mimic Royal Princess“ Band 1-5 von Utako Yukihiro und Zenko Musashino

    ⭐️⭐️⭐️⭐️

    ***Nicht beendete/von der Mangaka abgesetzte Reihe***

    Grundidee & Setting:

    Die Handlung spielt im fiktiven Königinnenreich Morrigan, das als einziges dem Matriarchat unterliegt. Hier haben Frauen das Sagen und die Männer müssen gehorchen. Natürlich regt sich dementsprechend auch Widerstand und bald kommt es zu Intrigen, Verrat und Mord, die politische Umbrüche in Gang setzen.
    Die junge Prinzessin Alexia soll ausgerechnet in diesen unruhigen Zeiten den Thron besteigen, da ihre Mutter schwerkrank ist. Kurzerhand stellt sie einen Jungen als ihren Doppelgänger ein, der ihr bis aufs Haar gleicht, um die Zukunft ihres Hauses zu sichern. Dabei stellt auch sie sich die Frage, ob es vielleicht noch andere Mitglieder der königlichen Familie gibt, von denen nur niemand weiß. Alexia unterweist den Jungen, Albert, zusammen mit ihrem Hauslehrer Guy in der Etikette des Hofes, bringt ihm bei, sich wie sie zu verhalten und zu verkleiden, sich dasselbe Wissen anzueignen. Gerade als Albert endlich diese Herausforderung zu meistern scheint, findet ein Attentat auf Alexia statt. Nun muss Albert sich entscheiden: Soll er fliehen und ein ganzes Reich dem Untergang weihen? Oder bleibt er und regiert in der Rolle von Prinzessin Alexia weiter?

    Patriarchalische Gesellschaften kennt man zu Genüge, leben wir doch immer noch in einer von Männern dominierten Welt, auch wenn wir schon fast bei der Gleichberechtigung angekommen sind. Das Ganze andersherum zu sehen, hat mich als Leser noch einmal überrascht. Scheinbar hat man sich schon zu sehr an das sonst vorherrschende Patiarchat (v.a. in historischen bzw. daran angelehnten Werken) gewöhnt.

    Was mir bei Mimic Royal Princess besonders gefällt, ist die Darstellung der Konflikte, die schon von Anfang an zu spüren sind. Auch optisch wir hier die am 18. Jahrhundert gelungen und authentisch in Szene gesetzt, auch wenn die Mangaka eigene Aspekte mit einbindet.

    Zeichnungen & Storytelling:

    Die Zeichnungen sind detailliert und schön anzusehen, während die Hintergründe teils vereinfacht wirken und mit den Schattierungen etwas gespart wurden. Der Fokus liegt dafür mehr auf den Charakteren, ihrem Äußeren, ihrer Mimik usw.

    Die Kampfszenen sind gut in Szene gesetzt, wenn auch nicht so rasant wie in anderen Manga, die ich schon gelesen habe, dafür ist der Manga vom Genre her auch ein Drama und es geht mehr um die Charakterentwicklung und das Fortschreiten der Geschichte an sich.

    Handlungsaufbau:

    Als Albert sich entscheidet, in der Rolle von Alexia weiterleben, um die Zukunft des Landes zu retten, bringt er ein großes Opfer. Und er ahnt nicht, dass der Verrat noch weitere Opfer fordern wird und er bald zusammen mit Guy fliehen muss. Aus dem Exil versuchen die beiden, Verbündete zu gewinnen, damit sie nach Morrigan zurückkehren können, das jetzt von den Männern kontrolliert wird.

    Während die ersten beiden Bände noch ausschließlich in Morrigan spielen, befindet sich Albert im dritten auf der Flucht vor den Attentätern des Verräters. Besonders schade ist es, dass Albert und Guy im fünften Band endlich nach Morrigan zurückkehren, die Reihe aber dort endet bzw. abgebrochen wurde. So hat man das Gefühl, gut ein Drittel der Handlung fehlt einfach.

    Charaktere:

    Albert und Alexia könnten nicht gegensätzlicher sein, obwohl sie als Zwillinge einander bis aufs Haar gleichen.

    Während Albert sich anfangs noch sträubt und sich weigert, für Alexia die Doppelgängerin zu spielen, merkt man doch schnell, wie sehr er Morrigan als seine Heimat dennoch liebt. Zum Teil liegt das daran, das er in Armut aufgewachsen ist und alle dadurch gleich waren – egal ob Mann oder Frau. Zudem will er etwas gegen die Ungerechtigkeiten unternehmen. Das zeigt sich vor allem später, wenn er als Alexia große Opfer bringen muss und als jemand lebt, der er überhaupt nicht ist.
    Alexia lernen wir nur kurz kennen, doch sie liebt ihr Land und will alles tun, um eine gute Königin zu werden. Dabei hat sie als einzige Tochter auch eine schwere Last zu tragen: Sie muss unbedingt Kinder zur Welt bringen, um die Zukunft des Hauses zu gewährleisten.

    Daneben gibt es noch die Verbündeten von Albert wie Guy, die ihm treu zur Seite stehen oder sein Kindheitsfreund Theodor. Hier hätte ich mir allerdings noch mehr Entwicklungen erhofft.

    Die Antagonisten sind dafür gelungen und vielschichtig. Bis man als Leser durchschaut, wer hier die Fäden zieht und wieso, vergeht etwas Zeit. Hier hat die Mangaka gekonnt die Spannung aufrechterhalten.


    Fazit:

    Die Idee des Matriarchats ist simpel, aber dennoch effektiv, während die Handlung durch spannende Entwicklungen und interessante Charaktere vorangetrieben wird.

    Insgesamt vergebe ich für Mimic Royal Princess 3,6 (4) Sterne, obwohl die Handlung leider an der spannendsten Stelle abbricht, bevor es auch nur zum Finale kommt.

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    Cover des Buches Mimic Royal Princess 3 (ISBN: 9783551740649)

    Bewertung zu "Mimic Royal Princess 3" von Utako Yukihiro

    Mimic Royal Princess 3
    Vera_Hallstroemvor 7 Monaten
    Ein matriarchalisches Königreich, Intrigen, Verrat und ausgerechnet ein Junge, der Doppelgänger für die zukünftige Königin werden soll

    „Mimic Royal Princess“ Band 1-5 von Utako Yukihiro und Zenko Musashino

    ⭐️⭐️⭐️⭐️

    ***Nicht beendete/von der Mangaka abgesetzte Reihe***

    Grundidee & Setting:

    Die Handlung spielt im fiktiven Königinnenreich Morrigan, das als einziges dem Matriarchat unterliegt. Hier haben Frauen das Sagen und die Männer müssen gehorchen. Natürlich regt sich dementsprechend auch Widerstand und bald kommt es zu Intrigen, Verrat und Mord, die politische Umbrüche in Gang setzen.
    Die junge Prinzessin Alexia soll ausgerechnet in diesen unruhigen Zeiten den Thron besteigen, da ihre Mutter schwerkrank ist. Kurzerhand stellt sie einen Jungen als ihren Doppelgänger ein, der ihr bis aufs Haar gleicht, um die Zukunft ihres Hauses zu sichern. Dabei stellt auch sie sich die Frage, ob es vielleicht noch andere Mitglieder der königlichen Familie gibt, von denen nur niemand weiß. Alexia unterweist den Jungen, Albert, zusammen mit ihrem Hauslehrer Guy in der Etikette des Hofes, bringt ihm bei, sich wie sie zu verhalten und zu verkleiden, sich dasselbe Wissen anzueignen. Gerade als Albert endlich diese Herausforderung zu meistern scheint, findet ein Attentat auf Alexia statt. Nun muss Albert sich entscheiden: Soll er fliehen und ein ganzes Reich dem Untergang weihen? Oder bleibt er und regiert in der Rolle von Prinzessin Alexia weiter?

    Patriarchalische Gesellschaften kennt man zu Genüge, leben wir doch immer noch in einer von Männern dominierten Welt, auch wenn wir schon fast bei der Gleichberechtigung angekommen sind. Das Ganze andersherum zu sehen, hat mich als Leser noch einmal überrascht. Scheinbar hat man sich schon zu sehr an das sonst vorherrschende Patiarchat (v.a. in historischen bzw. daran angelehnten Werken) gewöhnt.

    Was mir bei Mimic Royal Princess besonders gefällt, ist die Darstellung der Konflikte, die schon von Anfang an zu spüren sind. Auch optisch wir hier die am 18. Jahrhundert gelungen und authentisch in Szene gesetzt, auch wenn die Mangaka eigene Aspekte mit einbindet.

    Zeichnungen & Storytelling:

    Die Zeichnungen sind detailliert und schön anzusehen, während die Hintergründe teils vereinfacht wirken und mit den Schattierungen etwas gespart wurden. Der Fokus liegt dafür mehr auf den Charakteren, ihrem Äußeren, ihrer Mimik usw.

    Die Kampfszenen sind gut in Szene gesetzt, wenn auch nicht so rasant wie in anderen Manga, die ich schon gelesen habe, dafür ist der Manga vom Genre her auch ein Drama und es geht mehr um die Charakterentwicklung und das Fortschreiten der Geschichte an sich.

    Handlungsaufbau:

    Als Albert sich entscheidet, in der Rolle von Alexia weiterleben, um die Zukunft des Landes zu retten, bringt er ein großes Opfer. Und er ahnt nicht, dass der Verrat noch weitere Opfer fordern wird und er bald zusammen mit Guy fliehen muss. Aus dem Exil versuchen die beiden, Verbündete zu gewinnen, damit sie nach Morrigan zurückkehren können, das jetzt von den Männern kontrolliert wird.

    Während die ersten beiden Bände noch ausschließlich in Morrigan spielen, befindet sich Albert im dritten auf der Flucht vor den Attentätern des Verräters. Besonders schade ist es, dass Albert und Guy im fünften Band endlich nach Morrigan zurückkehren, die Reihe aber dort endet bzw. abgebrochen wurde. So hat man das Gefühl, gut ein Drittel der Handlung fehlt einfach.

    Charaktere:

    Albert und Alexia könnten nicht gegensätzlicher sein, obwohl sie als Zwillinge einander bis aufs Haar gleichen.

    Während Albert sich anfangs noch sträubt und sich weigert, für Alexia die Doppelgängerin zu spielen, merkt man doch schnell, wie sehr er Morrigan als seine Heimat dennoch liebt. Zum Teil liegt das daran, das er in Armut aufgewachsen ist und alle dadurch gleich waren – egal ob Mann oder Frau. Zudem will er etwas gegen die Ungerechtigkeiten unternehmen. Das zeigt sich vor allem später, wenn er als Alexia große Opfer bringen muss und als jemand lebt, der er überhaupt nicht ist.
    Alexia lernen wir nur kurz kennen, doch sie liebt ihr Land und will alles tun, um eine gute Königin zu werden. Dabei hat sie als einzige Tochter auch eine schwere Last zu tragen: Sie muss unbedingt Kinder zur Welt bringen, um die Zukunft des Hauses zu gewährleisten.

    Daneben gibt es noch die Verbündeten von Albert wie Guy, die ihm treu zur Seite stehen oder sein Kindheitsfreund Theodor. Hier hätte ich mir allerdings noch mehr Entwicklungen erhofft.

    Die Antagonisten sind dafür gelungen und vielschichtig. Bis man als Leser durchschaut, wer hier die Fäden zieht und wieso, vergeht etwas Zeit. Hier hat die Mangaka gekonnt die Spannung aufrechterhalten.


    Fazit:

    Die Idee des Matriarchats ist simpel, aber dennoch effektiv, während die Handlung durch spannende Entwicklungen und interessante Charaktere vorangetrieben wird.

    Insgesamt vergebe ich für Mimic Royal Princess 3,6 (4) Sterne, obwohl die Handlung leider an der spannendsten Stelle abbricht, bevor es auch nur zum Finale kommt.

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