WDP

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    Cover des Buches Jenseits von Afrika (ISBN: 9783717524380)

    Bewertung zu "Jenseits von Afrika" von Tania Blixen

    Jenseits von Afrika
    WDPvor 21 Tagen
    Kurzmeinung: Ein Bazooka
    Ein Bazooka Kaugummi

    Der Plot:
    Eine autobiographische Beschreibung. Anekdoten aus einem Leben in einer fremden Kultur, mit der man sich zu arrangieren hat. Doch frage ich mich, ob man jede Geschichte wirklich erzählen muss, denn einigen fehlt der „große“ Höhepunkt. Das geschriebene Wort schlägt den Inhalt um Längen. 

    Die Charaktere:
    Obwohl jeder einzelne Protagonist plakativ beschrieben wird, kristallisieren sich am Ende nur vier Haupttypen heraus: Die Weißen, die Massai, die Somali und die Kikuyu. Die einzelnen Personen müssen sich letztendlich mit Schattierungen dieser vier Grundtypen zufriedengeben. 

    Die Sprache:
    Naturgemäß habe ich die deutsche Übersetzung gelesen. Ursprünglich die, aus dem Jahre 1937 / 1965 von Rudolf von Scholtz . Jeder zweite Satz warf mich aus dem Text. Nach dem zweiten Kapitel kapitulierte ich und gönnte mir die Neuübersetzung des Manesse Verlages von Gisela Perlet . Damit wurde diese Episodensammlung für mich lesbar. Stellenweise faszinierende Satzgebilde, die mich mehr in ihren Bann zogen, als die einzelnen Geschichten. Ein großes Lob der Übersetzerin, vor allem, nachdem ich die alte Fassung mit der Neuen verglich. Ich würde gerne – zumindest stellenweise – das Originalmanuskript lesen können. Jetzt kenne ich, spüre ich, Kenia. 

    Fazit:
    Ein Bazooka, er war der Kaugummi in den 60-90ern, mit dem man die größten Blasen vor seinem Gesicht entstehen lassen konnte. Genauso ist dieser Roman. HALT. Es ist kein Roman! Steht auch nicht auf dem Buch. Es ist eine Aneinanderreihung von geschönten Geschichten, die sich teilweise überschneiden. Hat man einmal in das Setting gefunden, wurde es in jedem Kapitel aufs Neue aufgeblasen und durchgekaut. Irgendwann lässt der Geschmack nach, oder besser gesagt, kommt nichts Neues mehr. Die Geschichte wird fahl, leider auch die Beschreibungen, auch wenn sie auf höchstem schriftstellerischem Niveau angesiedelt sind. 

    Geschrieben in einer Zeit, in der man zum Schreiben viel Zeit hatte, noch mehr Zeit, um solche Texte zu lesen. Es gab nur wenig Konkurrenz. Damals wurden noch einzelne Geschichten / Bücher gelesen und nicht Autoren

    Wen würde ich dieses Sachbuch empfehlen? Lesern, die gerne um des Lesens willen lesen, und denen es weniger um eine unterhaltsame Literatur geht! 

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    Cover des Buches Der Bluthund (ISBN: 9783764507220)

    Bewertung zu "Der Bluthund" von Lee Child

    Der Bluthund
    WDPvor einem Monat
    Kurzmeinung: Wer oder was ist ein Bluthund? Er kommt einma vor: Im Titel!
    Schlimm!

    Der Plot:
    Die Inhaltsangabe ist irreführend. Wenn man einen ausgefeilten Actionthriller erwartet, ist man im falschen Film, äh Buch. Eine Schlägerei zu Beginn, ein Erschossener im letzten Viertel. Die anderen sind bereits tot. Der Rest eine Vermisstensuche. Enttäuschung pur.


    Die Charaktere:
    Jack Reacher, der alle Eventualitäten bedenkt, außer wenn er es nicht tut. Eine Verwandte, die die Wahrheit erst spät akzeptiert. Oder nicht. Ein Kriminalbeamter, natürlich Ex-FBI, der ein Handy hat. Oder nicht. Eine asiatische County-Polizistin, die alles weiß oder nicht. Der Polizeiwagen mit dem halben Meter großen Goldemblem auf der Wagentüre strahlten die signifikantesten Charakterzüge aus. Oder nicht.


    Die Sprache:
    Ich habe in meiner frühen Jugend, rein aus Zeitvertreib besseres, kultigeres gelesen: JERRY COTTON. Auch er SAGTE viel und FRAGTE um so mehr. Wenn ich Anführungszeichen sehe, weiß ich, dass jemand etwas sagt. Bei einem Fragezeichen, weiß ich, dass jemand fragt. Und das ist noch das geringste Übel. Staubfahnen die näher kommen, Minuten die vergehen, 20 Meilen nach Osten, Colorado im Westen, die Straße in den Süden, die Blockhäuser im Norden. In Wyoming müssen Entfernungsangaben auf den Menschenschlag gemünzt werden. Eine Beschreibung gleicht der anderen. Wiederholt sich in einem fort. Oder nicht. Ein Graus.


    Fazit:
    Ich habe die Filme JACK REACHER (Sniper Bd. 9) und KEIN WEG ZURÜCK (Die Gejagden Bd. 18) mit Tom Cruise in der Hauptrolle gesehen. Keine schlechten Actionfilme. Deshalb wollte ich einen dieser Roman lesen. Und dann fand ich auf der Spiegelbestenliste den Bluthund: Platz 2 der WELT-Bestenliste im August 2020. Kurzstatements wie: »Jack Reacher […] ist nun mal einer der auffälligsten und interessantesten Krimihelden der letzten Jahrzehnte« von der Frankfurter Allgemeine. Oder Beschreibungen wie: "Kritiker warnen die Leser nicht umsonst, das Telefon auszustellen, wenn sie den neuesten Reacher zur Hand nehmen.". Ich war dankbar für jeden Anruf, der mich während des Lesens erreichte. Eine Abwechslung, die der Text mir nicht bieten konnte. Und noch eines, wofür der Autor nicht verantwortlich ist: Tom Cruise ist max. 1,70 gro0. Reacher über zwei Meter! Der Text schaffte es nicht, diese Diskrepanz aus meinem Kopf zu vertreiben. Und: Wer oder was ist der Bluthund? 


    Ein halber Punkt!

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    Cover des Buches Der Gesang der Flusskrebse (ISBN: 9783446264199)

    Bewertung zu "Der Gesang der Flusskrebse" von Delia Owens

    Der Gesang der Flusskrebse
    WDPvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Nicht Fisch, nicht Fleisch.
    Der Text, eine Eierlegendewollmilchsau ...

    Der Plot:
    Eine Entwicklungsgeschichte mit einer Krimialstory aufzupeppen und obendrein mit einer eine Liebesgeschichte zu hinterlegen ist ein netter Ansatz. Mehr aber nicht! Nicht Fisch, nicht Fleisch, eine Eierlegendewollmilchsau. Die „Entwicklungsgeschichte“ wird nur punktuell beschrieben. Dem Leser bleibt es überlassen, sich die Gedanken dazu zu reimen und abzuwarten, ob seine Vermutungen stimmen. Im Krimi fehlt das ausschlaggebende Motiv. Selbst bei der Gerichtsverhandlung kommt der Angeklagte nicht zu Wort. Seine Sicht der Dinge und was den Ausschlag für sein fatales Handeln gab, wird verschwiegen. Und die Liebesgeschichte ist hölzern. Klischeehaft, wie aus einem Pilcher-Roman. Guter Junge versus bösen Platzhirsch. Überhaupt wird mit Klischees gegen Klischees angekämpft z.B.: Rassismus. Die Idee die dem Roman zugrunde liegt ist originell, aber vielen Genres recht getan, ist eine Kunst die anscheinend auch Owens nicht kann. Alles in allem eine rührende (Young-Adjult-) Geschichte.

    Die Charaktere:
    Kya ist der einzige Charakter der näher (emotional) beschrieben wird. Sie entwickelt sich eigentlich nicht, sondern wird von ihrem Environment geprägt. Sie bezieht ihre Lebenserfahrung aus dem Verhalten der Natur. Jumpin‘ ist zum Beispiel von Anfang bis Ende des Romans immer ein und derselbe. Selbst der Platzhirsch und Tate sind von Kindheit an bis zum Erwachsen immer die gleichen.

    Die Sprache:
    Nach kurzer Zeit hatte ich mich an dem Maisgrießbrei mit Bohnen über(l)es(s)en. Selbst der wiederholte Anblick der Palmettopalmen konnte diesem Gefühl nichts entgegenstellen. Die Beschreibungen der Flora und Fauna des Marschs hingegen sind empfehlenswert. Die Dialoge sind auf ein Minimum reduziert. Ist auch gut so, denn Dialoge sind nicht die Stärke der Autorin: So unterhält sich kein Mensch. Auch der Versuch der Übersetzer, südstaatenenglisch mit norddeutschem Akzent zu übersetzen, schmerzt. Und zu guter Letzt, sind da noch die für mich ‚gewöhnungsbedürftigen‘ Adjektiva: „Show, don’t tell“ hätte so manche Textstelle ‚gerettet‘.

    Fazit:
    Für einen Entwicklungsroman ist für mit zu wenig „Entwicklung“ beinhaltet. Der Kriminalfall verstößt gegen drei der fünf Hauptfehler, die bei einem Krimi gemacht werden können und hinterlässt deshalb einen unbefriedigenden Nachgeschmack. Und die Liebesgeschichte wird auf die mordende Kopulation der Gottesanbeterin heruntergebrannt. Und das „Sensitive Reading“ setzt dem Text die Krone auf: Auf Seite 93: »Das nenn ich Schwein. Ein N*** auf dem Weg ins N***dorf.«. Spielt der Roman nicht im Jahre 1960 und früher in den Südstaaten? Darf man nicht einmal mehr in einem Roman „zeitgemäß“ schreiben. (Und 1960 war das Wort Neger noch nicht in der heutigen Bedeutung angekommen. „Nigger“ hieß das Schimpfwort, aber das Wort Schwein hatte seine heutige Bedeutung bereits! ) Lesen darf man das Wort „Neger“ nicht, aber im eigenen Kopf formulieren! Eine Scheinmoral! Für mich, ein weiteres Klischee!

    Ich stelle mir gerade vor, Jules Verne hätte einen seiner Protagonisten das Wort „cool“ oder „verhaltensauffällig“ sagen lassen. Einerseits ‚Politische Korrektheit‘ (für mich ein Oxymoron par excellence) im Text einfordern und sie auf der anderen Seite im Handlungsstrang (Mörder / Ethik)) negieren. Hier wird mit zweierlei Maß gemessen.

    Die Story selbst und die Naturbeschreibungen bekommen von mir, trotz aller Kritik meinerseits, 4-5 Sterne. Der Rest 2 Sterne.

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    Cover des Buches Der dunkle Bote (ISBN: 9783734108976)

    Bewertung zu "Der dunkle Bote" von Alex Beer

    Der dunkle Bote
    WDPvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Zuviel Geschichte, zuwenig Krimi!
    Zuviel Geschichte, zuwenig Krimi - mit schalem Nachgeschmack.

    Der Plot:
    Die Story schließt an die ersten beiden Teile an. Bevor man diesen Text liest, sollte man die ersten beiden gelesen haben. Kälte und Hungersnot sind der Nährboden für die steigende Kriminalität. Die politische Situation Österreichs ein filigranes Konstrukt. Alex Beer hat hervorragend recherchiert und scheinbar all ihr Wissen in den Roman gepackt. Vor allem beschreibt sie ausführlich und wiederholt die gesellschaftlichen Strömungen, die sich auf die Jetztzeit mappen lassen. Mir scheint, mit erhobenem Zeigefinger. Die drei Handlungsstränge werden langsam zusammengeführt und gipfeln in einem Showdown, der einen schalen Nachgeschmack hinterlässt. 


    Die Charaktere:
    Die Romanfiguren sind wieder mit spitzer Feder umrissen. Lassen keinen Zweifel über ihre Einstellungen aufkommen. Fast zu eng beschrieben, weil sie keine Wandlungen zulassen. Andererseits wird Wien als ein Dorf beschrieben, in dem jeder etwas über den anderen weiß.


     


    Die Sprache:
    Alex Beer hat ihren Stil gefunden. Dieser Text ist flüssig zu lesen, bis auf die indoktrinierte, sich wiederholende Beschreibung der gesellschaftlichen Umbrüche: Antisemiten, Sozialdemokraten, Frauenrechte, Christdemokraten, Gewerkschaften, Rechtsradikale, um nur ein paar zu nennen. Zum Unterschied zu den Vorgängern verwendet die Autorin nun vermehrt die Begriffe aus der damaligen Zeit in den Beschreibungen, anstatt in der direkten Rede, was nicht ganz an die typische Wiener Atmosphäre, die in den Vorgängerfolgen herrschte, heranreicht. Ich meine sogar, den Lesefluss stört. Selbst die heutige Jugend in Wien, kann z.B. mit dem Ausdruck ‚Platte‘ (der natürlich eindeutig beschrieben ist) wenig anfangen.


    Fazit:
    Eine Geschichte, bei der ich in der Mitte des Romans abbrechen wollte. Fast ein wenig zu viel Geschichtsbuch. Für mich wenig Spannung. Doch die Neugier ließ mich die Story zu ende lesen.
    Aber der Aufbau der Story ist gelungen, wenn auch ein wenig konstruiert. Selbst das Ende legt noch in Bezug auf die beschriebene Tristesse ein Schäuferl nach und öffnet gleichzeitig die Tür zur Fortsetzung. Clever! Lese ich den 4. Teil, ‚Das schwarze Band‘? Mal sehen.

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    Cover des Buches Das schwarze Band (ISBN: 9783809027201)

    Bewertung zu "Das schwarze Band" von Alex Beer

    Das schwarze Band
    WDPvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Beers moralischer Zeigefinger beginnt zu nerven.
    Beers moralischer Zeigefinger nervt.

    Der Plot:
    Die Story hat mir besser gefallen als der dritte Teil (Der dunkle Bote). Sie strotzt wieder vor hanebüchenen Zufällen, die alle mit Emmerich oder Winter zu tun haben. Alex Beer bleibt ihrem Erfolgsrezept treu: Geschichtlicher Background, den familiären Problemen des Inspektors, dem Aufzeigen des Standesunterschiedes zwischen Winter und ihm, dem Jugendfreund aus der Unterwelt, den intriganten Kollegen usf. Zu guter Letzt gehen die beiden wiedereinmal als die Retter der Nation aus der Geschichte hervor. Viele Handlungsstränge werden fortgeführt. Nur Winter, der sich ein wenig emanzipiert, kommt mit der Hühnerarmee nicht weiter. Es bleibt bei roten Wangen. 

    Die Charaktere:
    Die Platzierung und Beschreibung der Charaktere sind die große Stärke von Alex Beer. Obwohl sich Emmerich nicht wirklich weiterentwickelt, ist hingegen der ‚Reifeprozess‘ von Winter gut beschrieben. 

    Die Sprache:
    Auf dem Cover steht Kriminalroman, nicht Thriller. Und ja, es ist ein Roman, der die 20er Jahre in wien skizziert. Diesmal hat die Autorin ihre indoktrinierende Schreibweise zum Vorband zurückgenommen. Trotzdem wird der Geschlechterkampf immer wieder strapaziert. Das nervte mich beim Lesen, lenkte mich ab und ständig musste ich an Alice Schwarzer denken. Schade. Trotzdem: Das Buch bedient sich eines leicht zu lesender Schreibstils 

     

    Fazit:
    Der Text hat mir gefallen. Der Aufbau hat mir gefallen. Und diesmal war er für mich auch spannend. Nur das Setting war nicht ganz nach meinem Geschmack. Waren es im dritten Band die Kriminellen aus dem rechten Lager, die einen Umsturz versuchten, sind es diesmal die Monarchisten. Mir fehlt der ‚einfache‘ Kriminalfall, in dem es vorrangig um die Psyche des Outlaws geht. Seine Beweggründe, was ihn dazu trieb, sich an den Rand der Gesellschaft zu stellen. Welche Gedanken und Schlussfolgerungen ihn trieben ... und der ständige moralische Fingerzeig nervt bereits extrem. 

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    Cover des Buches Verwesung (ISBN: 9783499248665)

    Bewertung zu "Verwesung" von Simon Beckett

    Verwesung
    WDPvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Konstrukt, das Hunter nicht würdig ist.
    Ein Konstrukt, das der Hunter-Reihe nicht würdig ist.

    Der Plot:
    Beckett verlässt seinevon ihm ausgetretenen Pfade. Diesmal gibt es nicht viel von dem forensischen Anthropologen David Hunter zu lernen, außer die Formel ‚1-2-8‘. Ansonsten ist es eine verworrene Geschichte, die davon lebt, dass viele Fragen zunächst unbeantwortet bleiben und erst zum Schluss aufgeklärt werden. Spannung wird durch unlogische Reaktionen erzeugt, wie das Rufen im Labyrinth. Vieles ist vorhersehbar (wie z.B. das Gerüst.) Hier wurde zu viel mit Autorentricks gearbeitet. Schade. 

    Die Charaktere:
    Bei den Charakteren vermisse ich die von Beckett gewohnte Handschrift. Keine wirkliche Entwicklung. Wie Tarot. Langsam wird eine Karte nach der anderen aufgedeckt. Das ist mir zu wenig. 

    Die Sprache:
    Gut übersetzt, mit (zu) vielen detailverliebten Beschreibungen der Locations, des Wetters usw. 

    Fazit:
    Von dem Autor bin ich besseres gewöhnt. Wenn man bereit ist, den Text nicht zu hinterfragen, ist das Buch sicherlich eine gute Unterhaltungslektüre. Ich habe nicht bereut, den Roman zu lesen, aber ich hoffe, dass Beckett im fünften Band wieder zu alter Stärke zurückfindet. 

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    Cover des Buches Totenfang (ISBN: 9783499275319)

    Bewertung zu "Totenfang" von Simon Beckett

    Totenfang
    WDPvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Story mit "breitem Ende"
    Spannende Story mit 'breitem' Ende

    Der Plot:

    Dem 5. Band merkt man an, dass Beckett mehrere Anläufe für diese Geschichte gebraucht hat. Aber ich glaube nicht, dass er immer wieder neu angefangen hat. Vielmehr dürfte er all seine Ideen zu einer Geschichte verwoben haben, was sich am Schluss des Romans zeigt. Im Gegensatz zu anderen Geschichten mit mehreren Handlungssträngen, laufen hier die Fäden zu guter Letzt nicht zusammen, sondern auseinander. Einmal etwas ganz anderes. 

    Die Personen:
    Die Protagonisten sind greifbar, werden im Zuge der Geschichte zu Bekannten. Zu einschätzbaren Handlungsträgern, bis zur Letzten Seite. Eigenartiges Verhalten wird plausibel, nachvollziehbar erklärt. Und die Charaktere haben außergewöhnliche, wie auch profane Geheimnisse, die langsam aufgedeckt werden.

    Die Sprache:
    Mir gefiel, dass Beckett diesmal sehr viel mit Atmosphäre gearbeitet hat. Er kann es! Beschreibungen des Marschlandes lassen konkrete Bilder im Kopf des Lesers entstehen. Leider hat die Übersetzung einige Grammatikfehler. Aber letztendlich kann man darüber generös hinwegsehen. 

     

    Mein Fazit:
    Nach dem 4. Band, Verwesung ein enormer Fortschritt. Beinahe ein ‚Back to the Roots‘ – Effekt. Genau das, was man sich von der Figur ‚David Hunter‘ erwartet. Spannend erzählt und diesmal sehr atmosphärisch. Beckett lässt wunderschöne, klare Bilder im Kopf entstehen. Eine Story mit ‚breitem‘ Ende.

     

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    Cover des Buches Der Fremde (ISBN: 9783499253089)

    Bewertung zu "Der Fremde" von Albert Camus

    Der Fremde
    WDPvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Phlegmatisches Todesurteil - Egal
    Phlegmatisches Todesurteil - Egal!

    Gedanken:

    • Dem Phlegmatiker wird häufig Trägheit oder Mangel an Lebhaftigkeit unterstellt. Im positiven Sinn wird er auch als friedliebend, ordentlich, zuverlässig und diplomatisch beschrieben.
    • Nach Aristoteles ist ein Phlegmatiker in ethischer Hinsicht unzulänglich und damit sittlich minderwertig.

    Der Plot:
    Für mich eine Krankengeschichte. Traurig. Ob so etwas einen literarischen Wert hat, kann ich nicht beurteilen. Mir entzieht sich der tiefere Sinn. Die Story ist frei von Sinneswandel oder Wendung. Es ist wie es ist. Es kommt wie es kommt. Die Beschreibung eines sinn- und ziellosen Lebens. Nihilistisch. Einen philosophischen Ansatz, über den es sich lohnt weiter nachzudenken, eröffnete sich mir nicht. Traurig und deprimierend. Ein emotionsloser, langweiliger Text. Egal. 

    Schon Viscontis Film mit Marcello Mastroianni ärgerte mich 1970, dass ich öS 5,50 für eine Kinokarte ausgegeben habe. 

    Die Charaktere:
    Anscheinend leidet nicht nur der Hauptdarsteller Meursault (klingt auf Deutsch übersetzt wie: „Stirb, Trottel“) unter der algerischen Sonne. Der Menschenverstand glänzt durch Abwesenheit. Geurteilt wird nach der gültigen Etikette. Ohne zu hinterfragen. Ge- und verurteilt wird nach der Schicklichkeit. Selbst die Liebesaffäre ist leidenschaftslos, wie auch der Gedanke an das Schafott. Konturloses, unergründliches, nicht nachvollziehbares Phlegma.
    Egal.

    Die Sprache:
    Ein Waldspaziergang macht mehr Freude. Hölzern. Holprig. Stilistisch ein Graus. Sogar die Erzählzeit wechselt wahllos in vier aufeinanderfolgenden Sätzen (Gegenwart, Mitvergangenheit, Vergangenheit und Vorvergangenheit). Absicht oder Unwissen? Egal. Schwer dem Inhalt zu folgen, weil man ständig aus dem Lesefluss gerissen wird. Die Form des Erzählens trug nicht dazu bei, den Grund für die jeweilige Handlung zu verstehen. Das Warum und Weshalb wird auch beim Lesen zwischen den Zeilen nicht beantwortet.  

    Fazit:
    Anscheinend bin ich zu blöd, die Bedeutung (Philosophie) dieses Textes zu verstehen. Für mich beschreibt der Roman lediglich den Unwillen von Menschen, die nicht bereit sind, sich dem Leben zu stellen, als würde Denken körperliche Schmerzen verursachen. Menschen die nichts hinterfragen. Die ständig sagen, es ist halt so, das kann man nicht ändern. Zu guter Letzt wundern sie sich, dass sie sie mit Situationen konfrontiert werden, die ihnen nicht gefallen. Sie vegetieren in einem schmalen Korridor und fügen sich widerstandslos ihrem „Schicksal“. Auch egal.

    Warum das ein „Durchbruch“ eines Literaten, dessen Text mit höchsten Auflageziffern glänzt und ein Hauptwerk des Existentialismus ist, kann ich nicht nachvollziehen. Genauso wenig erschließt sich mir, was mir der der Autor mitteilen wollte.

    Dass es Menschen gibt, bei denen in einer bedrohlichen Situation der Selbsterhaltungstrieb nicht anspringt, sind krank. Ich bin kein Arzt und kann somit wenig damit anfangen. Ich lese zur Unterhaltung, oder um neues Gedankengut zu erfahren, oder … egal.

    Einziger Trost: Damus bekam den Literaturnobelpreis für sein Lebenswerk und nicht nur für diesen Roman. Trotzdem werde ich zukünftig einen weiten Bogen um seine Werke machen … er ist mir ganz egal!  

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    Cover des Buches Bad Blood (ISBN: 9783328105909)

    Bewertung zu "Bad Blood" von John Carreyrou

    Bad Blood
    WDPvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Erschreckende Realität!
    Erschreckende Realität!

    Die Story hat das Leben geschrieben. Ein Tatsachenbericht, der die Ereignisse nüchtern auflistet. Erschreckend, was heutzutage gang und gäbe ist! Ich habe ähnliche Vorgangweisen in der Zeit, als ich für amerikanische Unternehmen gearbeitet habe, selbst erlebt; im eigenen Unternehmen wie auch bei den Kunden.


    John Carreyrou schreibt als Journalist. Das merkt man. Wortgewandt. Trotzdem habe ich mich durch die 400 Seiten gequält. Tatsachen, juristisch penibel aufbereitet, geben nicht viel Freiraum um Spannung zu erzeugen. Dafür sind auch zu viele Protagonisten anzuführen. Ungefähr nach der Hälfte wusste ich, wie Elizabeth Holmes tickte: eine empathie- und skrupellose Hochstaplerin, die gerne Steve Jobs gewesen wäre. Das Einzige, was mich am Lesen hielt, war, dass ich wissen wollte, wie die amerikanische Justiz, die Idioten, die einen zu heißen Mc Donalds Kaffee trinken, Recht gibt und ihnen hohes Schmerzensgeld zuspricht, sie beurteilen wird. Aber ich habe mich getäuscht. Die erste Verhandlung war für Juli 2019 geplant. Laut meiner „quick-and-dirty“-Internetrecherche bereits um ein Jahr verschoben. Und eigenartiger Weise, gibt es im Netz wenige Seiten, die über diesen Betrug berichten. Fotos von Holmes mit Biden, Kissinger, Murdock, Shulz, Mattis u.v.a. sind so gut wie nicht zu finden: Ausnahmen bestätigen die Regel. Von dem als holmeshörig beschriebenen, anscheinend größenwahnsinnigen Pakistani Ramesh "Sunny" Balwani, habe ich nur ein Foto auf abcnews.go.com gefunden.


    Hasspostings sind angeblich schwer zu löschen, aber wenn es um einen Milliardenbetrug geht, und man die richtigen Anwälte hat, dann schon? Eigenartig!


    Mein Fazit:


    Eine Reportage, die man gelesen haben sollte. Aber 200 Seiten hätten es auch getan. Gut geschrieben, aber (naturgemäß) ohne Ende (Stand Feb 2020). Trotzdem klare Leseempfehlung!

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    Cover des Buches Schonungslos offen (ISBN: 9783869178011)

    Bewertung zu "Schonungslos offen" von Irene Matt

    Schonungslos offen
    WDPvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Gruseliger Psychothriller im Krimiformat! Lesenswert!
    Gruseliger Psychothriller im Krimiformat! Lesenswert!

    Der Plot:
    Eine ungewöhnliche Geschichte, die anhand von zwei Handlungssträngen erzählt wird. Großartig!

    Die Sprache:
    Irene Matt hat einen flüssigen Erzählstil, der zu keiner Zeit den Leser aus dem Text wirft. Faszinierend habe ich die Beschreibungen des Mörders empfunden. Kurz, plakativ, scharf umrissen. Wiederholt läuft einem der kalte Schauer den Rücken entlang. Die Schilderungen lassen genügend Freiraum für die eigene Fantasie.
    Andererseits nahm mich die Autorin mit ihren zeitweisen breit gestreuten Erzählungen unter Beschlag, die nichts Wesentliches zur eigentlichen Story beitrugen. Selbst die Hobbys der Protagonistin werden detailliert beschrieben. Man erfährt so manches über das Wesen von Katzen (Muss gestehen, bin kein Katzenliebhaber, doch Hunde mag ich), und um die Gefühle, die man Haustieren entgegenbringt. Für mich ein wenig zu detailverliebt. Das gleiche gilt für die tägliche, zeitweise frustrierende Polizeiarbeit. Dafür hätte ich mir in einigen »Situationen«, einen ausführlicheren Nebenstrang gewünscht.

    Die Personen:
    Isidor ist mein Liebling. Eine schrullige Type, die dem Roman einen besonderen Farbtupfer verleiht! Alexandra Rau, die Kommissarin, wird von ihm ›an die Wand gespielt‹. Vielleicht deshalb, weil sie eine taffe Vorgesetzte mit viel Herz ist und gerne im Auto schläft. Darüber hinaus ist sie Katzenliebhaberin und Tulpenzüchterin, worüber sie abendfüllend referieren kann. Ich frage mich, warum ich ihren Kollegen besser kenne als sie? Wie der Mörder dargestellt wird ist ein echtes Highlight! Chapeau! Von ihm, obwohl im Vergleich zur Kriminalistin nur auf ›wenigen Seiten‹ beschrieben, weiß ich über seine Kraft, seine Größe, seine Familienverhältnisse, seine Aufklärungsgeschichte, seine Denkweise Bescheid und wie sich die Vergangenheit auf sein Handeln auswirkt. Hingegen blieb mir von Alexandra nicht einmal ihr Gesicht oder ihre Frisur in Erinnerung. Wahrscheinlich fehlt mir die Vorgeschichte in den anderen beiden Bänden. Aber das tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch!

    Fazit:
    Natürlich ziehen einen die Geschehnisse in die Handlung, aber habe ich den Roman deshalb als spannend empfunden? Mich trieb die Neugier voran, nicht sosehr die Spannung. Ein feiner Unterschied! Ich glaube, mit wenig Aufwand, aufgepeppt mit ›Autorentricks‹, würde die Story jeden Fitzek, Strobel, Gruber und wie sie alle heißen, in den Schatten stellen. Mir fehlte das Tüpfelchen auf dem I und damit meine ich den Aufbau des Handlungsstrangs und nicht den Inhalt!

    DAS WAR JETZT JAMMERN AUF EINEM SEHR HOHEN NIVEAU!

    Deshalb: Klare Leseempfehlung! - Krimi Unterhaltung pur!

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